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Die Geheimoperation Spinnennetz erschüttert Russland. In der Nacht zum Sonntag gab es einen riesengroßen Drohnenangriff auf Putins Bomberflotte, der natürlich auch die heutigen Friedensgespräche in Istanbul überschattet hat. Was heißt das jetzt für den Weiterverlauf des Krieges und wie reagiert Vladimir Putin jetzt? Das wollen wir besprechen im Brennpunkt des Tages. Jetzt geht's los.
Mit diesem Angriff hat der Kreml nicht gerechnet, und über die Folgen dieses Angriffs will ich sprechen mit meinem Kollegen Dominik Reichert, der ja auch eine ganze Zeit lang in Russland gelebt hat. Und Dominik, ich würde sagen, wir schauen erst mal auf eine Karte, die zeigt, wo der Angriff überall stattgefunden hat. Ins Visier geraten sind nämlich vier Luftwaffenstützpunkte weit weit im russischen Hinterland. Also, man sieht hier Olenja hoch im Norden oder auch Belaja, was ja wirklich im tiefsten Sibirien liegt. Und der Angriff hat stattgefunden mit ähm ganz billigen FPV-Kamikaze-Drohnen, die allerdings auf geniale Art und Weise ins Land gebracht worden sind. Wir haben ja mal ein Bild; die wurden nämlich über LKWs eingeschmuggelt und zwar versteckt in so mobilen Holzhütten, was ein bisschen an die Sage vom trojanischen Pferd erinnert. Hier sieht man Bild, wie die unter dem Dach dieser mobilen Hütten eingeklemmt sind, dann von den LKWs aus gestartet, und sie wurden wohl vorher in einem ukrainischen Luftfahrtmuseum KI-trainiert, um ihre Ziele erkennen und zerstören zu können. Und das hat dann auch stattgefunden. Ukrainische Quellen sprechen ja von 41 zerstörten Flugzeugen, was wirklich 34% der strategischen Luftwaffenkapazitäten Russlands entsprechen würde, was ja verheerend wäre.
Ähm, an dich die Frage: Ich erlebe jetzt die russische Sphäre so ein bisschen ja schizophren. Die einen sagen, es war das russische Pearl Harbor. Pearl Harbor war ja ein großer Angriff, der für die Amerikaner auch der Anlass zum Weltkrieg gewesen ist. Die anderen sagen, das Ganze ist übertrieben, wurden gar nicht so viele Flugzeuge zerstört. Äh ja, also mir scheint ein bisschen als sei Russland mit dem Angriff überfordert aktuell. Klar, also das muss man schon sagen. Die Russen haben mit diesem Angriff auf keinen Fall gerechnet, das kann man nicht anders sagen.
Wie sich die russische Kommunikationsstrategie jetzt verhält, ist eigentlich relativ leicht zu analysieren. Einerseits möchte man natürlich dem Gegner nicht diesen strategischen Erfolg gönnen und versucht natürlich deswegen die Schäden ein wenig nach unten zu spielen. Wir müssen allerdings dazu sagen, diese ukrainischen Angaben sind ja auch nicht unabhängig bestätigt. Also ob jetzt tatsächlich diese 40, diese 34% äh getroffen wurden, das können wir stand jetzt nicht bestätigen. Die Russen reden von deutlich weniger. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit wie so oft irgendwo in der Mitte. Aber äh ich sage mal, den Erfolg nicht zu gönnen ist nur ein Grund. Der andere große Grund, warum das von der russischen Seite im Moment nicht, also warum man von deren Seite nicht so dick aufträgt, ist eben genau das, worauf du ja schon im Intro eingegangen bist, nämlich die heutigen Friedensgespräche. Man wird nicht, ich sage mal, auf der einen Seite maximal verbal eskalieren, mit Gegenschlägen drohen und sage ich mal jetzt wirklich wüten, und dann auf der anderen Seite trifft man sich am selben Tag gegen Mittag und versucht einen Waffenstillstand auszuhandeln. Das funktioniert für Russland nicht. Deswegen haben viele russische Politiker auch gesagt, die Reaktion darauf oder die richtigen Stellungnahmen dazu, die gibt es erst morgen.
Also, das war auch heute beim Leiter der russischen Delegation, der wurde natürlich von Journalisten belagert in Istanbul, die natürlich auch eine Reaktion darauf haben wollten, und da hat er gesagt, ich habe alles gesehen, ich weiß alles, dazu sprechen wir erst morgen. Das heißt, also man wollte von russischer Seite, und das muss man auch sagen, das war natürlich äh von von der Ukraine oder vom Westen der Versuch, auch diese Friedensverhandlungen zu torpedieren. Also, man greift jetzt Russland an. Russland eskaliert, dann holt sofort zu einem massiven Gegenschlag aus, und dann kann man sagen, ja, seht ihr, Russland nimmt die Verhandlungen nicht ernst. Russland macht keinen Frieden. Und genau dieser Trick hat nicht funktioniert. Russland hat sich sehr bedeckt gehalten, sehr zurückgehalten und das Ganze eben nicht so sehr an die große Glocke gehangen, um eben den heutigen Friedensgesprächen nicht im Wege zu stehen.
Es kursieren auf jeden Fall schon sehr viele Videos von den Angriffen auf Telegram. Wir schauen mal rein, was es da an Videomaterial schon gibt. Es wurden sowohl Bomber zerstört, das ist gesichert, die auch atomwaffenfähig sind, ähm wie auch ähm Frühwarnflugzeuge, die eben gut darin sind, z.B. nahende Bedrohungen zu erkennen. Und hierzulande ist das für viele Politiker ein Grund zum Jubeln, z.B. für Maria Agnes Strack-Zimmermann, die wir hier haben. Landstreckenbomber, die übrigens auch atomare Waffen transportieren können, auf einen Schlag zu zerstören, ist für Russland ein Albtraum. Für uns freie westliche Welt ist das eine gute Nachricht. Wie das auf die Gespräche wirkt? Das wirkt natürlich – übrigens ist es ja nicht nur militärisch ein großer Schlag, wir sehen auch ökonomisch, dass Russland große Probleme hat. Der die Ernährung, also wenn ein solches Land eine Kartoffelknappheit hat, weil es diese nicht mehr auch auf dem Markt kaufen kann. Äh, das ist das eine. Äh, aber das andere ist eben auch, dass Putin jetzt anfängt, die Rentenkassen zu plündern, um diesen Krieg zu finanzieren. Die Renten sind sowieso nicht so hoch für die Russen. Und dass er jetzt an das Volksgeld herangeht, zeigt, dass er große Probleme hat, und das wird für uns ganz klar bedeuten, weiter die Ukraine zu unterstützen, auch vor allen Dingen dafür zu sorgen, dass, wie in ihrem Beitrag vorhin gesagt, dass es aufhört, dass immer noch westliche Staaten diesen Krieg mitfinanzieren, indem sie vor allen Dingen Gas in Russland kaufen.
Ja, vieles von dem, was sie jetzt gesagt hat, dass sie das natürlich super findet, wenn die Ukraine da so einen Schlag durchführt. Gut, das überrascht mich jetzt wenig. An einer Stelle muss ich die Frau Strack-Zimmermann allerdings korrigieren, denn sie hat hier die Behauptung in den Raum gestellt: Putin würde jetzt die Rentenkassen plündern, suggeriert also ein Bild, dass in Zukunft die ja die Leute, die eben aufgrund des hohen Alters in Russland nicht mehr berufstätig sind, dass die jetzt demnächst am Hungertod leiden müssen. Und das ist natürlich nicht der Fall. Also, der wahre Kern, auf den das Ganze zurückgeht, ist, dass Russland ein Haushaltsdefizit in Höhe von 5 Milliarden aus dem Wohlfahrtsfond auch umgeleitet hat. Also 5 Milliarden wurden aus dem Wohlfahrtsfond umgeleitet, um sozusagen ein Haushaltsloch zu stopfen. Nur muss man allerdings dazu sagen, dieser Wohlfahrtsfond, das ist sowas in der Art wie die Aktienrente. Also das ist ein Fond, den hat Russland eingerichtet. Da wird teilweise investiert, um das zu vermehren, und der ist einerseits dazu da, um das Rentensystem zu stützen. So viel ist korrekt. Allerdings wird die Rente nicht komplett aus diesem Fond finanziert, und stand April, da gab's die letzten Zahlen, waren in diesem Fond über 140 Milliarden US-Dollar, und wenn man dann 5 Milliarden US-Dollar nimmt, um ein Haushaltsloch zu stopfen, wird das den Rentnern nicht die Butter vom Brot nehmen. Und ich denke mal, ich sag mal so, wenn wir von Haushaltslöchern in Höhe von 5 Milliarden hier reden würden, dann würden wir Luftsprünge machen. Auf jeden Fall und die FDP war ja nicht ganz unbeteiligt an der hohen Verschuldung, die es in Deutschland aktuell gibt.
Auf jeden Fall gibt's nicht nur Töne der Unterstützung aus den Reihen der Altparteien, sondern auch aus der AfD. Hier z.B. Reiner Fuellmich, der sich auf X geäußert hat: „Vor wenigen Tagen wurde Deutschland noch von Russland mit einem Atomschlag bedroht (Schrobenhausen). Jetzt geht ein signifikanter Teil der russischen strategischen Bomberflotte durch viele kleine 5 kg Drohnen in Rauch auf. Als Patriot sage ich danke für diese Aktion, die auch Deutschland sicherer macht.“ Ja, also ich würde sagen, das ist schockierend, viel schockierender so etwas von einem AfD-Politiker zu hören als das jetzt von Strack-Zimmermann zu hören, von der wir solche Töne ja gewohnt sind. Also ich bin auch deutscher Patriot, und ich sehe das definitiv nicht so, wenn gerade wenn ein deutscher Abgeordneter im Bundestag, der er ja ist, sich so äußert, bin ich der Meinung, dass so eine Aussage Deutschland unsicherer macht, weil er da sozusagen suggeriert, dass er auch den Krieg gegen Russland unterstützt. Und äh ja, ich frage mich, was der Mann ehrlich gesagt in der AfD zu suchen hat, denn in der Parteilinie entspricht das ja bei weitem nicht.
Auf jeden Fall der Angriff soll ja zurückgehen auf den ukrainischen Geheimdienst SPU. Hier sieht man den SPU-Chef, wie gerade Karten studiert von den Luftwaffenstützpunkten, und war wohl von langer Hand geplant. Also Selenski hat die Operation wohl schon vor anderthalb Jahren autorisiert. Seitdem wurde sie vorbereitet, jetzt eben ins Werk gesetzt, und der SPU, dessen Machenschaften, die sind ja weit verteilt. Also es gab ja jetzt schon einige terroristische Angriffe auch innerhalb Russlands, z.B. auch auf Personen wie Darya Dugina, die Tochter von Alexander Dugin, eine ganz junge Frau, die ja getötet worden ist durch den Anschlag. Natürlich auch die ganze Nordstream-Fähre hat damit zu tun. Ähm und es gab ja auch dieses Wochenende ähm Angriffe auf die zivile Infrastruktur in Russland, was im Mainstream überhaupt nicht äh vorkommt. Genau, das war auch in der Nacht von Samstag auf Sonntag, also auf den 1. Juni. Und da wurden in Russland zwei Brücken gesprengt. Einmal war es eine Autobahnbrücke, die über eine Bahnschiene war, und einmal war es eine Schienenbrücke, die über eine Autobahn war, beides relativ im Grenzbereich zur Ukraine. Also könnte man mutmaßen, dass es dabei darum gegangen sein könnte, die strategischen Versorgungslinien sozusagen zu beschädigen. Aber die – dies hat im Gegensatz zu diesen Drohnenangriffen, über die wir bisher gesprochen haben, bei denen gab es ja keine menschlichen Todesopfer. Also niemand wurde verwundet und niemand wurde getötet. Bei diesen Angriffen, da ist es anders. Da gibt es sieben Tote und ganze 69 Verletzte. Allerdings muss man sagen, dass auch in diesem Fall Russland sich stand jetzt sehr sehr zurückhaltend äußert, gerade in Bezug auf Anschuldigungen. Das war in den ersten Stunden nach diesen Angriffen noch nicht so. Da wurde sozusagen von allen Seiten gewütet, ja, die ukrainischen Terroristen haben das gemacht, und dafür werden sie bluten und so weiter und so fort, wie man das eben kennt, wenn die Russen emotional und in Rage sind. Aber dann kurze Zeit später muss es irgendwie so eine Art Anweisung gegeben haben, das jetzt nicht, also da jetzt sozusagen ein bisschen entspannter zu bleiben. Und das ist ganz klar auch wieder wegen den heutigen Verhandlungen, denn in Russland gilt nun mal die Devise, mit Terroristen wird nicht verhandelt. Das heißt, wenn man jetzt ganz aktuell der Ukraine terroristische Anschläge unterstellt, die sie ja nach dem derzeitigen Kenntnisstand auch verübt hat, aber wenn man das jetzt sozusagen in Russland auch öffentlich so darstellt und sagt, ja, die haben hier Terroranschläge auf unsere zivile Infrastruktur, was es ja in dem Fall zweifels ohne ist, verübt, dann können wir ja nicht am nächsten Tag mit denen ähm ja uns in die Augen gucken und mit denen direkt verhandeln. Das ginge ja nicht. Deswegen hat man sozusagen auch das erst einmal runtergespielt. Aber die Verhandlungen sind ja jetzt vorbei, und dementsprechend ist davon auszugehen, dass wir jetzt in den nächsten Stunden oder Tagen ein paar andere Töne von den Russen zu hören bekommen.
Stichwort Friedensverhandlungen, die haben ja heute wieder stattgefunden in Istanbul. Es gab ein Treffen der ukrainischen und der russischen Delegation. Wir hatten ja ein paar Fortschritte in den letzten Tagen, z.B. der große Gefangenenaustausch. Jetzt wurde natürlich heute das Treffen komplett überschattet von dem, was passiert ist: Operation Spinnennetz, und es gibt ja so einen Knackpunkt, wo die beiden Seiten einfach nicht zueinander finden. Da geht's um diese 30tägige Waffenruhe, weil die Ukrainer wollen die bedingungslos, und die Russen stellen eben Bedingungen. Sie sagen, um eine solche Waffenruhe akzeptieren zu können, äh müssten die Ukrainer auf westliche Waffenlieferungen verzichten und auch ihre Mobilmachung stoppen, weil die Russen eben befürchten, dass die Ukrainer diese Zeit nur dazu nutzen, um Kräfte zu sammeln und dann wieder kräftiger losschlagen zu können. Und an diesem Punkt sehe ich derzeit überhaupt keine Fortschritte. Gab's die heute – gab's da irgendeine Weiterentwicklung? Also in diesem Punkt nicht.
Was wir hier gerade auf dem Monitor sehen, ist das Positionspapier der Ukraine, was direkt nach diesen Verhandlungen auch der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurde, was in sich selbst schon tatsächlich einen Bruch der Vereinbarungen darstellt, denn es wurde zwischen den Delegationen vereinbart, dass man diese Positionspapiere geheim hält. Es gibt auch ein russisches, aber das ist eben bisher lange nicht an die Öffentlichkeit geraten. Die Ukraine hat das trotzdem gemacht. Ähm, gut, ist die Frage, was das jetzt wieder für die Vereinbarungen bedeutet, aber aus diesem ukrainischen Positionspapier geht eben hervor, äh man akzeptiert keine Verpflichtung zur Neutralität und zum Verzicht auf NATO- und EU-Mitgliedschaft. Also auch schon da äh gibt es einen ganz ganz klaren Widerspruch zur russischen Position. Ich meine, das war das – das war ja der Kriegsgrund, der NATO-Beitritt. Genau. Und dann 30tägiger Waffenstillstand mit Verlängerungsmöglichkeit, aber eben ohne Stopp der Waffenlieferungen. Also auch das ähm dann ein anderer Punkt, der sage ich mal zumindest jetzt teilweise umgesetzt wird, ist Austausch alle gegen alle. Also Gefangenenaustausch sollen alle gegen alle ausgetauscht werden. Das wird nicht genauso umgesetzt, aber worauf man sich jetzt bei diesen Verhandlungen verständigt hat, ist ein weiterer Gefangenenaustausch, und dabei soll es zumindest um alle Kranken gehen, also alle, die irgendwie unter starken Verletzungen leiden und alle unter 25-jährigen. Also es ist nicht ganz alle gegen alle, wie die Ukraine es gefordert hatte, aber es ist schon relativ viel. Und ja, weitere äh was was ansonsten noch im Positionspapier steht, ist die Kontaktlinie ist Ausgangspunkt für Verhandlungen, aber Kiew erkennt die verlorenen Gebiete nicht an. Das ist ein Punkt äh auf dem man sich in der Form vielleicht sogar verständigen könnte. Und äh man würde auch einer teilweise Aufhebung der Sanktionen gegen Russland zustimmen. Immerhin da ein Entgegenkommen. Allerdings will man, dass die eingefrorenen russischen Vermögenswerte für den Wiederaufbau der Ukraine verwendet werden. Also das darf Russland nicht zurückbekommen. Und ansonsten wurde ein direktes Treffen zwischen Wladimir Putin und Selenski unter Beteiligung der USA und der EU gefordert, bei dem Kiew Reparationszahlungen verlangen will. Also, da sind noch etliche Punkte dabei, die mit den Russen auf jeden Fall so nicht zu machen sind, aber ich habe trotzdem das Gefühl, es bewegt sich zumindest ein bisschen was. Worauf man sich jetzt heute verständigt hat, ist letztendlich genau dieser Gefangenenaustausch, den ich schon erläutert hatte, und dass es ein weiteres Treffen gibt. Und zwar soll das zwischen dem 20. und dem 30. Juni stattfinden, und ich muss ganz ehrlich sagen, das ist mehr als womit die meisten heute gerechnet haben. Also gerade in Anbetracht dieser verheerenden Angriffe haben viele gesagt, da wird heute wahrscheinlich überhaupt gar nichts bei rumkommen. Wir können Glück haben, wenn am Ende gesagt wird, wir treffen uns noch mal. Das ist der Fall. Plus wir haben einen weiteren Gefangenenaustausch. Also im Rahmen der Erwartungen würde ich sagen, war das Treffen sogar ein Erfolg.
Jetzt müssen wir natürlich drüber diskutieren, Dominik, wie geht's jetzt weiter? Also, was hat dieser Angriff verfolgt? Vor allem was plant Putin als Gegenreaktion? Genau das wurde auch der Mainstream-Experte Masala gefragt. Also wie es aussieht mit einem Gegenschlag von Putin. Da hat er folgendes gesagt: „Ich glaube Herr Schwarzkopf hat schon angesprochen. Also sie wird sicherlich mit ballistischen Raketen, mit Marschflugkörpern und mit Drohnen erfolgen. Äh die Ziele sind unklar. Kiew denke ich wird einen Schwerpunkt dabei werden. Es ist auch nicht auszuschließen, dass man wieder eine Orschnik mit einem Beton-Sprengkopf sozusagen irgendwo explodieren lässt, um anzudeuten, dass man ja in der Lage wäre, sozusagen auch eine nuklearbestückte Rakete in die Ukraine zu schicken. Also, die Antwort wird kommen. Ähm sie wird sicherlich massiv sein.“ Ja, also ich stimme dem Herrn Marela ja wirklich selten zu, aber in dem Fall vermute ich, dass seine Einschätzung relativ akkurat ist. Also Russland hat mit dem Gegenschlag gewartet bis nach den Verhandlungen. Man wollte diese Verhandlungen damit nicht stören. Nun wird es sicherlich, wenn der Gegenschlag erfolgt. Und da bin ich wie gesagt mit dem Herrn Marala einig, es könnte eine Ischnik zum Einsatz kommen. Es wird auf jeden Fall eine starke Reaktion noch kommen, und dann wird wahrscheinlich auch Leute wie Carlo Marala Russland wieder vorwerfen: Ach, das ist jetzt der Dank für die Friedensgespräche. Immer wenn Russland irgendwie mal ein äh Gesprächsangebot bekommt, dann wird sofort mit Aggression reagiert. Und dem muss man jetzt schon zuvorkommen, indem man eben sagt, nein, Moment, Russland hat einen kühlen Kopf bewahrt bis zu den Verhandlungen, und danach ja natürlich – es ist, sage ich mal, unmöglich, das unbeantwortet zu lassen für die russische Seite, und dementsprechend wird das auf jeden Fall kommen und wahrscheinlich durchaus in der Form, wie er es hier hat anklingen lassen.
Was ich aber auch sehe, ist die Möglichkeit, dass sich die Ukraine mit dem Angriff sogar selbst geschwächt hat. Das wird sogar innerhalb der Ukraine diskutiert unter dem Schlagwort Sinope-Effekt: Seeschlacht von Sinope 1853. Da haben die Russen die osmanische Flotte angegriffen und einen Hafen äh nahezu komplett zerstört und haben aber durch diesen erfolgreichen Großangriff die internationale Unterstützung verloren. Und das könnte hier auch noch eine Rolle spielen. Wir haben nämlich eine sehr unfreundliche Reaktion aus Amerika. Zuerst hieß es nämlich, dass die Trump-Administration über den Angriff vorher informiert gewesen sei. Mittlerweile wird das vom Weißen Haus dementiert. Die Amerikaner sagen, sie wussten überhaupt nichts von diesem – von dieser Operation Spinnennetz. Und äh das sagt ja auch Mike Flynn, der Sicherheitsberater der USA, wenn er verlautbaren lässt: „Wenn es stimmt, dass unser Präsident weder konsultiert noch informiert wurde, dann ist dies nicht nur ein Verstoß gegen das Protokoll. Es ist eine geopolitische Beleidigung und ein Warnzeichen. Wenn die Ukraine bereit ist, Angriffe mit strategischen Folgen durchzuführen, ohne das Weiße Haus zu informieren, sind wir nicht länger Verbündete mit Koordinierungsproblemen, sind wir Kriegsparteien im Blindflug.“ Und das klingt ja wirklich nach einem Abbruch der Ukraine-Unterstützung, sollte sich das bewahrheiten, dass Trump eben überhaupt keine Information hatte von dem Angriff, und dann stünde natürlich die Ukraine schwächer da trotz des erfolgreichen Angriffs als zuvor.
Ja, man muss dazu noch sagen, also Mike Flynn ist Sicherheitsberater a.D., also er ist nicht mehr amtierend, er war amtierend in der ersten Amtszeit von Trump und ist aber natürlich nach wie vor ein hochangesehener Sicherheitsexperte in den USA, der jetzt auch nicht irgendwie als prorussisch gilt oder sonst irgendwas. Und interessant ist, er hat nicht nur das gesagt, er hat noch viele weitere Sachen gesagt. Der hat z.B. in einem – er hat einen längeren Tweet dazu verfasst, und da steht unter anderem auch drin, dass so ein Angriff nur deswegen möglich war, weil eben aufgrund der nuklearen Vereinbarungen, die es ja zwischen den USA und Russland gibt, diese Atombomber immer auf offenem Feld sozusagen stehen müssen. Also die müssen durch Satelliten und so weiter sichtbar sein, damit man eben weiß, okay, die werden jetzt nicht gerade eingesetzt. Und das öffnet sie natürlich auch für solche Angriffe. Und so hat er in diesem Post auch gesagt, dass so ein Angriff sozusagen uns allen Stück weit die Augen öffnet, was mit dieser Drohnentechnologie möglich wäre. Und er drückt das auch so aus, dass auch die USA auf so einen Angriff nicht vorbereitet gewesen wären, weil einige das ja jetzt auch so dargestellt haben, als wenn Russland hier eine massive Schwäche offenbart hätte. Also so wie er das gesagt hat, hätte das sozusagen jedes Land treffen können. Gegen-Szenario wäre natürlich, dass Trump tatsächlich Bescheid wusste, und er hat ja vor kurzem unzufrieden gezeigt über den Stand der Verhandlungen und vor allem den Zweifel geäußert am Friedenswillen von Putin, und möglicherweise diese Operation Spinnennetz auch ein Warnzeichen für Putin sein sollte, jetzt mal in die Puschen zu kommen, wenn es darum geht, Frieden zu machen. Also da müsste sich Trump im besten Fall mal selbst äußern.
Ja, bei Trump ist es momentan schwierig. Also ich habe das Gefühl, er hat an einem Tag eine andere Position, am anderen Tag hat er eine andere Position, zumindest in der Frage, je nachdem, welcher Berater gerade zuständig ist. Aber man kann das natürlich auch interpretieren als eine Art Spiel mit Zuckerbrot und Peitsche. Also, wenn Russland sich sozusagen in Richtung Verhandlungen bewegt, dann äußert er sich positiv, und wenn es ein Angriff gibt, der ihm gerade nicht gefällt oder der ihm von irgendeinem Berater schlecht geredet wird, dann gibt's die Peitsche. Wohin das Ganze führt, werden wir sehen. Auf jeden Fall muss man sagen, die Verhandlungen gehen weiter. Es gibt, wie gesagt, einen weiteren Termin zwischen dem 20. und dem 30. Und hoffentlich führt die russische Gegenreaktion jetzt nicht zu einer so starken Eskalation, dass diese Gespräche dann verunmöglicht werden.
Wie es weitergeht, das erfahren Sie natürlich wie immer hier bei uns auf dem Kanal auf Kompakt TV. Deshalb gern auch den Kanal abonnieren. Und dann noch eine wichtige Bitte an Sie: Am 10. Juni beginnt unser Hauptsacheverfahren. Wir gehen von einem Sieg aus, aber man muss natürlich immer mit dem Schlimmsten rechnen. Das Schlimmste bedeutet in unserem Fall, wir werden verboten. Wenn Sie noch etwas brauchen, falls Sie vorher sich noch ein Kompakt-Produkt sichern wollen, sei es ein Magazin, was Sie noch nicht gelesen haben, sei es eine Medaille, die Sie sich noch an die Wand hängen wollen, keine Ahnung, dann gehen Sie auf die Webseite von compactneweshop.de und bestellen Sie dort bitte bis zum 5. Juni. Wenn Sie bis zum 5. Juni bestellen, dann können wir garantieren, dass alles rechtzeitig bei Ihnen zu Hause abgeliefert wird. Danach wird's schwierig, weil im schlimmsten Fall sind wir halt am 10. Juni dann verboten, können nichts mehr ausliefern. Deswegen, wenn Sie noch etwas wollen, bestellen Sie bitte bis diesen Donnerstag, bis zum 5. Juni unter compactneweshop.de. Ansonsten gerne wieder mitkommentieren, und wir sehen uns wieder in der nächsten Sendung vom Brennpunkt des Tages, 20 Uhr morgen dann. Bis dahin, tschüss. Ciao.