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TALK: Naitan über Israel, Öffentlich Rechtliche und deutschen Diskurs! (@naitanontwitch)

Gregor Metz1:04:47

Transcription

Wenn dir Links Aufklärungsarbeit auf YouTube und Twitch gefällt, dann abonniere den Kanal. Folge Links auf Twitch – die Links sind in der Videobeschreibung. Und jetzt viel Spaß mit dem Video.

Hast du, du hast, du hast das Ding mit dem Video mitbekommen? Also, das interessiert mich ja, dein Take dazu, zu diesem Video, dass die New York Times veröffentlicht haben, von diesem Gasa-Ding.

Du meinst die 15 ermordeten Sanitäter? Genau, die 15 ermordeten Sanitäter. Ja, habe ich mitbekommen. Diese Formulierung, die ich auch kurz mit Ole besprochen habe, dass dieses Video Zweifel aufwirft an der Darstellung von Israel. Die sagen ja so: „Ja, die haben sie nicht gekennzeichnet, da waren keine Lichter zu sehen und deswegen haben wir da jetzt fünf Minuten Dauerfeuer gemacht.“ Ich, ich finde das, ich finde das einfach insane. Also, wir haben ja darüber noch nicht gemeinsam gesprochen. Was ist das so? Glaubst du, das wird sich jemals bessern, dass da irgendwie vernünftig drüber berichtet wird und einfach die Headline lautet: „Video widerlegt Darstellung Israels.“ Punkt. Äh, wird das jemals stattfinden? Nein.

Nein. Also, ich meine, also jetzt haben wir es ja so eindeutig wie es nur geht, ne? Also eindeutiger geht es nicht mehr. Also, Israel ist hingegangen und hat gesagt: „Äh, das war Hamas, also, und die sind bedrohlich auf uns zugekommen und ähm haben sich verdächtig verhalten und die hatten kein Licht an und so weiter und so fort und äh deswegen haben wir auf die geschossen und dann haben wir einige Hamas-Terroristen äh getötet.“ Das war ja so das Initialframing von Israel. So, dann findet man diese Leichen inklusive eines Handys, wo ein Video drauf ist, wo man sieht, dass die Sanitäter die äh Lichter anhaben, also die Alarmlichter anhaben, dass das Blaulicht an ist, dass sie klar erkennbar als Sanitäter sind, die Fahrzeuge klar erkennbar als Sanitäter sind, dass die Sanitäter Warnwesten anhaben, äh und so weiter, nicht bewaffnet sind etc. Und äh dann, dann war das äh Framing: „Ja, ja, okay. Ähm, kann ja sein, dass die an waren, die Alarmlichter, aber wir haben trotzdem auch Hamas-Terroristen dort äh ermordet, ähm und so weiter, Hamas-Terroristen getroffen und äh das ist das, was jetzt sozusagen weitergetragen, also wo man jetzt einfach sagt so: „Ja, da waren Hamas-Terroristen dabei.“ So und jetzt sagt man: „Okay, das wirft jetzt alles so Zweifel auf und wir wissen jetzt nicht so genau…“ Ich würde halt sagen, das Initialframing alleine schon, das waren äh das waren Rettungswagen, die aber ohne Licht gefahren sind und da haben wir Hamas-Terroristen drin vermutet und deswegen haben wir drauf geschossen. Ist ja schon insane. Das würde man ja nirgendwo akzeptieren. Man würde nirgendwo akzeptieren, dass man auf einen Rettungswagen schießt mit einem bloßen Verdacht, weil ein Licht nicht an ist. Das würde man weder bei Russland noch bei irgendeinem anderen Land akzeptieren. Bei Israel wird das akzeptiert und wenn dann auch noch rauskommt, dass das eine Lüge ist, also eine glasklare Lüge, also wirklich so eine richtig platte glasklare Lüge, dann gibt man sich damit zufrieden, dass Israel sagt: „Ja, wir werden dann den Fall untersuchen.“

[Musik]

Mhm. Ja, es ist, es tut, es tut manchmal einfach weh. Ähm, ab wann warst du ungefähr dabei? Ich habe deine Nachricht irgendwann, glaube ich, ab Minute 30 vom Gespräch gesehen. Also, äh da war ich noch nicht dabei, als ihr darüber geredet habt. Okay, na wir haben da, ich weiß nicht, ob wir da an dem Zeitpunkt drüber geredet haben. Wie verfolgst du diese… Werpflicht? Warte, also ich, ich bin ja leider Gottes in letzter Zeit nicht so aktiv auf Twitch. Es ruft so die Realität nach mir, das echte Leben. Ich weiß, ist richtig peinlich. Sagst du da viel zu, oder ist das eher so ein Ding, was du so vorbeiziehen lässt? Ich, ich weiß es leider über… ne, ist ganz viel, ganz viel… ma… ich… ganz viel zu letzte Zeit. Und was… s… de… ganze…ismus… dieser ganze Militarismus, der in Deutschland jetzt so krass nach vorne gepusht wird und ich habe mir auch beide Formate, also ich habe mir… har… Nee, warte, aber fair habe ich nicht gesehen. Ich habe zwei Formate mit Ole gesehen. Ah ja, Bosetti, wo er bei Bosetti war. Nein, das habe ich doch gesehen. Ich bin doof. Ja, das war verrückt. Also, das war komplett verrückt. „Wie viele Kinder müssen ermordet werden, bis du zur Waffe greifst?“ Ja, auch dieses äh dieses Schrödingers Battlefield war halt verrückt, ne? Mhm. Also, die haben ja die ganze Zeit argumentiert, also auch diese ähm, wie hieß s noch mal? Marina Weißband. Die haben ja die ganze Zeit argumentiert: „Individuell darfst du verweigern, aber kollektiv müssen alle kämpfen.“ Wo ich mir denke: „Ja, das ist Schrödingers Battlefield.“ So: „Warte mal, individuell muss keiner hingehen, aber kollektiv müssen halt alle hin.“ Das ergibt keinen Sinn, Freunde. So, hä… kann ich mich gar nicht mehr dran erinnern. Das ist doof. Oh mein Gott. Ja, das ist so… die Frage ist, was… also da ist ja dann… da treffen ja zwei Dinge aufeinander, ne? Also einmal dieser Hyperindividualismus: „Jeder kann über sein Leben bestimmen, jeder ist seines Glückes Schmied. Äh, man darf zu gar nichts gezwungen werden. Wir sind ja Neoliberale und so, ne.“ Und auf der anderen Seite: „Ja, aber das System gibt mir schon ganz schön viele Privilegien und ich will, dass es mit Waffen verteidigt wird.“ So und dann treffen diese beiden Dinge aufeinander und dann sagt man ja: „Also alle müssen diese Privilegien verteidigen, aber individuell muss keiner.“ Ja, wir müssen alle, aber nur die anderen. Du nicht. Ja, wir müssen alle, aber nur Ole. Man hat ja immer so den Eindruck in diesen Sendungen: „Keiner muss kämpfen außer Ole“, ne? Also die sind dann immer so: „Ja, die sind da dann… die sind ja dann immer so… die sind ja dann immer so… so äh äh äh keine Ahnung… so… aber jetzt…“ No Front gegen Koh, aber er wirkt jetzt nicht so wie der Arnold Schwarzenegger-Typ, der… wo ich sag: „Wenn ich mir einen Krieger aussuchen könnte, ich glaube ich würde eher in Richtung… ja, weiß ich nicht… so… nicht Ole und nicht Wolfgang.“ Also, die wirken mir nicht so die kriegstüchtigsten, was ja ein Lob für sie ist, weil so werden sie wahrscheinlich… Ich glaub, Ole könnte ganz gut eine Drohne steuern. Ach so, Drohne steuern. Ja, das… der… das können sie. Ja, ich glaube Wolfgang auch nicht. Ich glaube, der ist nicht so ein Videospieltyp, ne? Wolfgang ist gar nicht zu gebrauchen, glaube ich, für Krieg. Ole würde ich zutrauen, der Drohne steuern zu können. Die Frage ist, ob er dann auf die richtigen Ziele steuert. Wahrscheinlich seinen General… auf seinen General. Nein, das meine ich nicht. Aber so z.B. Spiel auf so eine große Villa, die so… vacated ist, weil der geflohen ist wie ein schlauer Mensch, der… verkriecht… Ja, wer weiß, wer weiß. Nein, der… der Wolfgang könnte die Uniformen mitdesignen. Ja, der… Ja, der könnte die Uniform mitdesignen und der könnte wahrscheinlich auch äh… der könnte wahrscheinlich auch irgendwie so über kulinarische Dinge reden und so, was man da jetzt irgendwie verköstigen sollte und er könnte Schlager singen, um an… da… um an… da… wie sagt man? An der Heimatfront so die Stimmung hochzuhalten. Ich, ich war ja… ich habe mir das angeschaut, wo sie mit John Philip Kindler in Wien zu Gast war. Es war extrem lustig. Am Ende singen sie: „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben.“ Und der Wolfgang geht von der Bühne runter, spaziert so durchs Publikum, singt den Leuten so wie so ein Schlagersänger richtig lustig ins Gesicht. Also, das könnte er vielleicht, also so einfach die Stimmung machen. Ja, ja. Aber, aber was, was ja wirklich auffällig ist in diesen liberalen Formaten, wo dann Ole sitzt, man hat so den Eindruck, ähm es ist okay, wenn alle verweigern, aber Ole soll bitte jetzt unbedingt kämpfen. So, es ist ja so dieses… es ist ja so dieses Ole: „Wo ringst du, Ole? Warum willst du nicht kämpfen, Ole? Hast du denn keine Verantwortungsgefühl für für die Gesellschaft? Willst du denn diese Demokratie nicht verteidigen, Ole? Wieso bist du so verantwortungslos?“ Und so weiter und und damit die ganze Zeit so so dieses: „Warum kämpft denn jetzt Ole nicht?“, ne? Und gleichzeitig, gleichzeitig aber auch völlig klar, ne, wie Ole eben selber noch meinte so: „Wenn dann so eine Katharina Drüge gefragt wird: ‚Ja, willst du deine Kinder an die Front schicken?‘ Nee, da sage ich jetzt nichts zu“, ne? Also was… nein… also so ist auch irgendwie komisch. Also, es ist so, ich glaube, da geht’s dann auch ganz viel darum, dass man, dass man möchte, dass der Sozialist jetzt sagt, dass an dem… also dass der Sozialist jetzt sagt, dass dann doch irgendwas an dem System verteidigungswert ist, was man da… was man da hat.

Mhm. Ich meine, gewisse Dinge sind verteidigungswürdig. Also, ich würde z.B. jetzt argumentativ verteidigen, wie so: „Wir sind eine liberale Demokratie“, aber so halt mit Kriegsdienst… eine Waffe ist halt noch ein anderes Kaliber… mit… also buchstäblich… Ähm, ja, das ist halt auch das, was ich nicht verstehe, dass man… hat er auch Recht. Also, wenn, wenn WN, wenn er da sitzt und sagt: „Für mich als Sozialisten hat diese, diese liberale Demokratie halt nichts zu bieten, außer dass meine Meinung unterdrückt wird und äh und dass ich äh eben äh keine Hoffnung haben kann, dass meine Vorstellung von einer Gesellschaft realisiert wird und so.“ Also… hm… als jemand der auch noch sagt: „Keine Kriegsverbrechen in Palästina, bitte! Das geht ja gar nicht für diesen Staat.“ Und das ist, finde ich, so das Schlimme. Also, man sagt ja: „Liberalismus, bitte! Das ist ganz wichtig! Deswegen müssen wir uns gegen die Diktaturen äh verteidigen, damit die Meinungsfreiheit hochgehalten wird!“ Und dann ist es schon zu extrem, wenn man aufs Völkerrecht verweist. Also, ab dem Zeitpunkt wo es zu linksextrem ist zu sagen: „Hey, der internationale Strafgerichtshof hat einen Haftbefehl beantragt“, da ist es eigentlich… also da muss man sich fragen: „Was ist das bitte für eine liberale Demokratie?“ Also, mir wurde hier… wir wurden hier Abwehrrechte, so wie Meinungsfreiheits… versprochen. Wo sind die? Es darf ich nicht mehr… auf die liberale… mit den vier Studenten… die… die mit den vier Studenten, die jetzt deportiert werden… weil sie auf… oder deportiert werden sollen… ich weiß nicht… oder in Amerika… Deutschland… Nein, habe ich nicht mitbekommen. Was… in Berlin war… gibt es vier äh… also sind zwei… ihren… ein US-Amerikaner, ein Pole, ähm die auf Pro-Palästina-Demos gewesen sind, sich da in die ähm äh in dieser Bewegung engagiert haben… Sind jetzt wieder „Hitler“-geschrien oder was? Oder waren die einfach dort? Nein, nein, nein, nein. Es wird ihnen vorgeworfen, dass sie möglicherweise geplant haben, eine Uni zu blockieren, äh und da läuft auch ein Ermittlungsverfahren, aber es gibt kein Urteil, gar nichts, ne? Also, das wird ihnen vorgeworfen, ähm und die sind jetzt einfach verhaftet worden und sollen jetzt deportiert werden. Das ist doch einfach nur ziviler Ungehorsam. Ja, aber, aber die sollen jetzt… also die sollen jetzt deportiert werden, einfach äh weil sie äh weil sie äh sich da in dieser Pro-Palästina-äh Bewegung engagiert haben. Das ist, das ist in Deutschland überhaupt kein Thema. Kriegt man überhaupt nicht mit. Wenn du dir äh britische Medien anguckst oder amerikanische, da ist das ein viel größeres Thema als bei uns. Die Medien schweigen das komplett tot. Vier… also einfach vier… vier äh ähm Leute, die da engagiert sind, Studenten, die jetzt halt einfach abgeschoben werden sollen. Ja, also ab dem Zeitpunkt wo Pierce Morgan, der das ja nicht… guten… guten Interessen tut, sondern einfach nur weil er sagt: „Ja, er möchte halt Klicks generieren“, wo der kritischer Fragen stellt: „Hey, woher wisst ihr eigentlich, wie viele Terroristen und wie viele Zivilisten die umbringt…“, ähm ab dem Zeitpunkt wo der halt kritischer ist gegenüber Konservativen als äh der deutsche Journalismus, da läuft das ganz schön schief. Also, Pierce Morgan, ja wirklich ein Erzkonservativer, hat eine Sendung, die heißt „Uncensored“, auf der nicht geschimpft werden darf, wo man dann sagt: „Oh, wie schlimm…“ Über die… über diese 15 ermordeten Sanitäter gab es bei Fox News – ich verarsche dich nicht – bei Fox News gab es einen Nachrichtenbeitrag, der war… der war sehr objektiv und war in der Sprache sehr klar und war… hat ja klar, ne? Also wirklich verurteilt, dass das ein Kriegsverbrechen ist und dass Israel halt klar lügt und dass Israel auch strukturell lügt und so. Ein Nachrichtenbeitrag bei Fox News! Ich schaue… ich ihn gerade… finde. Die Tagesschau kriegt das nicht hin. H… wie… kannst du das zufällig… das können wir… können wir es anschauen, weil das wäre wirklich Joker. Ja, ich kurz… m… ich kurz gucken. Müsste ich kurz suchen. Könnte ein bisschen dauern. Das auf Twitter gesehen. Also, das ist, finde ich, für mich die absolut größte Doppelmoral: Liberalismus! Ja, aber nur wenn es uns gefällt, wenn es… wenn es mit der Staatsräson in Einklang… das ist ja… das ist ja wirklich das allerdümmste, also diese Staatsräson, wo man dann ja wirklich sagt: „Nee! Und wer was anderes sagt, dem werden wir staatliche Unterstützung kappen.“ Also, das ist ja… verstehe ich nicht… verstehe nicht, wie das zusammengeht. Staatsräson ist ja auch kein… ist ja auch kein demokratischer Begriff. Also, Staatsräson ist ja makiavellistisch. Das müsste sich ja eigentlich danach richten, wer die Wahl gewonnen hat. So. Äh, na also, das ist ja einfach nur: „Du sagst, wir tun alles, was zur Erreichung dieses Zieles nötig ist, denn es äh ist äh existenziell für unseren Staat.“ So, das heißt, wir überlegen gar nicht… also wir… wegen gar nicht irgendwelche ähm moralischen Implikationen ab oder sonst irgendwas, sondern ähm wir sagen einfach: „Das ist staatserhaltend und deswegen tun wir dafür alles, egal was.“ Und das ist ja… das ist ja nicht demokratisch. Ich würde vielleicht… ich würde es vielleicht einen Schritt zurückmachen. Ich glaube nicht, dass es per se so sein muss. Also, wenn ich jetzt z.B. etwas ähm etwas äh wie so eine… wie so die Menschenrechte als Staatsräson festschreibe, die sind ja wieder universalistisch. Also, da… Menschenrechte gilt ja für alle. Wenn ich sag: „Für uns als Staat sind die Menschenrechte unhintergehbar“, dann ist es ja nicht etwas exklusives, sondern etwas inklusives, weil dann nehme ich ja alle mit ein. Ich weiß jetzt nicht, ob das per se undemokratisch wäre, aber so wie das derzeit ist, natürlich ist es undemokratisch. Ich würde auch sagen, es ist ungerecht, einfach weil es ja… ist eine ungerecht… es ist falsch. Also, man lernt einfach das komplett Falsche daraus. Das… das ist nicht die Konsequenz, jetzt Identitätspolitik für eine historisch und auch kontemporär natürlich verfolgte Minderheit wie die jüdische Bevölkerung zu machen. Das Problem ist, indem ich diese jüdische Bevölkerung in eins setze mit einem Staat und diesen Staat nicht hinterfragen kann. Das ist ja dann wiederum dieses ethnonationalistische, was falsch ist. Und nicht alle in Israel sind Ethnonationalisten, aber das ist ja diese Idee von diesem: „Israel gleich Juden“, und das ist ja auch das, was du… besuchen… ist einfach nur Ethnonationalismus auf ähm… ja, vielleicht… oder ähm… womöglich äh historisch sensibel, obwohl natürlich gar nicht… gar nicht historisch sensibel, weil es dies Kernprämisse, nämlich der Einsetzung von einem Volk und einem Staat, einfach nur wiederholt. Ja, vor allen Dingen, wenn du sagst: „Israel gleich Juden“, ist das ja antisemitisch, weil du damit alle Juden zu Zionisten machst. Also, sagst einfach: „Alle Juden sind Zionisten.“ Ich fin… durchgeht. Ja, können wir uns reinziehen. Möchtest du das anschauen oder eher lieber nicht? Ja, da muss ich… muss ich mein Mikrofon muten und dein Stream wieder anmachen, dann können wir das gucken und dann dann… ma… ich danach mein Mikro wieder an, würde ich sagen. Ja, warte mal… Scheiße, ich bin doof. Ich bin wirklich doof. Wie lang geht es? Komm, anderthalb Minuten oder so. Ja, passt. Zieh ich mir kurz rein. Können wir drüber reden? Ja, dann ma… ich kurz Mikro aus und Stream an. Bis gleich.

isch 23 islded fire should never be a target and yet we're here todaying up a mass grave of first responders in paramedics on March 31 the IDF provided a statement to Fox News saying vehicles were identified advancing suspiciously medics and asked multiple times forid that none was provided funerals heled by israeli bullets families morning the dead mothers trying to make sense ينقذ الشهدا والجرح injured يما سامحيني هذه سامحيني

Ja, ist das nicht toll? Ja. Findest du nicht in der Tagesschau, ne? Sowas? Nein. Ja, es ist tatsächlich bessere Berichterstattung. Ah, ja, verrückt oder? Fox News. Mhm. Keine Ahnung. Also, ich habe keine Ahnung, was ich aus einer Welt machen soll, in der Fox News besser berichtet als ZDF oder ARD. Ja, weiß ich auch nicht mehr, ne? Also, keine Ahnung. Also, es ist natürlich auch… muss man natürlich auch dazu sagen, eine… also das ist eine Ausnahme, ne? Also, normalerweise ist Fox News auch extrem zionistisch. Äh, das ist hier… das ist hier eine Ausnahme. Es ist ein… ein Bericht, der gesendet worden ist, ähm der nicht… der normalen Berichterstattung von Fox News entspricht, aber er ist gesendet worden, er ist abgenickt worden und ich glaube, für ein… ein öffentlich-rechtliche… öffentlich-rechtlicher Sender hätte ihn so nicht abgenickt. Ja, ich meine, wir können uns das ja anschauen, indem wir das vergleichen mit einem Bericht, der kommt vom öffentlich-rechtlichen. Gibt’s einen? Das müsste doch auf YouTube sowas geben, oder? Also, die müssten dazu doch was auf YouTube machen. Äh, Tagesschau, ich… also das ist einfach… Ja, ist halt… ist… ich meine, ist Weltjournalismus… also weltbewegender Journalismus wahrscheinlich nicht, aber ist immerhin Journalismus. So. Ja, es ist äh… es ist zumindestens ungeschönt, ne? Also, es wird gezeigt… wird beim… Ja, ja, ja. Und es wird auch nicht gesagt so nach dem Motto äh so: „Ja, wir müssen jetzt mal gucken oder so oder da werden jetzt Untersuchungen stattfinden und es deutet darauf hin oder sowas“, sondern hier wird einfach klar gesagt: „Ja, nein, die sind hier… die sind hier umgebracht worden. Hier sind die Mütter, die trauern. Ja, und hier haben wir noch die Abschiedsnachricht von einem der Sanitäter, kurz bevor ermordet wurde.“ So, dann kommt nicht irgendwie sowas wie: „Ja, möglicherweise wurde dort ein äh möglicherweise wurde dort ein Kriegsverbrechen begangen. Das müsste Israel jetzt erstmal investigativ untersuchen.“ Würden wir übrigens auch nirgendwo sonst akzeptieren. Also, nehmen wir mal an, Russland hätte 15 Sanitäter ermordet. Ja, nehmen wir einfach mal an, Russland hätte 15 Sanitäter… hätte derartig gelogen, wie jetzt bewiesen bei Israel gelogen worden ist, würden wir dann akzeptieren, dass Putin sich hinstellt und sagt: „Na ja gut, also da ist offensichtlich irgendwas schief gegangen, wir werden den Fall mal untersuchen.“ Würden wir dann darüber berichten und sagen: „Sehr interessant, danke, wir warten auf die Aufklärung, Putin.“ Also… ja… Ja, danke Putin. Wir sind gespannt, was bei deiner Aufklärung da jetzt rauskommt. Und… und für die, die jetzt sagen: „Es ist krass, was wir jetzt hier Putin mit der Netanjahu-Regierung unter… also vergleichen.“ In einer Hinsicht sind sie tatsächlich gleich. Sie sind äh zumindest Teile der Regierung äh von her sind fanatische Nationalisten, die wirklich dem Ziel äh ihrer… ihre Ideologie militärisch durchzusetzen äh de facto alles unterordnen. Also, mir würden wenige Dinge einfallen, die Putin nicht bereit wäre äh zu tun, vielleicht selber in den Krieg ziehen, aber ansonsten der ordnet dem einfach alles unter. Ich habe jetzt hier das Video, ich will es vielleicht spielen. Der… der Krieg… also der… das Vorgehen Netanjahus in Gaza ist ja für ein Vielfaches brutaler gegen die Zivilbevölkerung als was Putin in der Ukraine macht, ne? Also, ich würde es kurz den Vergleich abspielen, weil ich… ich glaube, es passt einfach gut ins Bild.

Ja, die israelische Armee wehrt sich gegen Vorwürfe, Soldaten hätten im Gazastreifen gezielt Rettung… Geile Aufmacher. Die israelische Armee wehrt sich gegen Vorwürfe… Das… das ist der erste Satz. Kräfte erschossen. Der Vorfall liegt bereits zwei Wochen zurück. Im Gazastreifen waren 15 palästinensische Sanitäter getötet worden. Israels Armee erklärte, die Fahrzeuge seien nicht als Krankenwagen erkennbar gewesen. Gestern wurde dann aber ein Handyvideo öffentlich, das etwas anderes zeigt. Israel räumte nun ein, die anfängliche Darstellung sei falsch gewesen. Es habe aber keine Hinrichtungen gegeben. Dieses Video wurde veröffentlicht. Ein Konvoi palästinensischer Sanitäter im Süden des Gazastreifens am 23. März, 6 Uhr morgens. Sie sind mit Signallicht auf dem Weg zu einem Einsatz. Dann schießen israelische Soldaten auf sie. Eine der Sanitäter filmt noch mit seinem Handy. Einige Tage später finden Einsatzkräfte hier seine und die Leichen von 14 weiteren Kollegen, vergraben im Sand, dazwischen Teile ihrer zerquetschten Fahrzeuge und das Handy, von dem das Video stammen soll. Der palästinensische Rote Halbmond und die UN sprechen von einem gezielten Angriff auf Rettungskräfte. Sie seien aus kurzer Entfernung erschossen worden. Die letzten Worte eines der Teammitglieder waren: „Mama, vergib mir. Ich wollte nur Menschen helfen, Leben retten.“ Das israelische Militär… also das… hatte nach der Entdeckung der Leichen angegeben, die Krankenwagen hätten kein Signallicht gehabt. Die Opfer seien aus weiter Entfernung getroffen worden. Das neue Video zeigt das Gegenteil. Immerhin ähm… besser als gedacht. Was ich interessant finde, äh… vielleicht… nein… bist du da? Ja. Was ich interessant finde, ist die emotionale… die hier wirklich komplett vermieden wird. Also, was wir jetzt hier haben, ist eine Tragödie. Ist eine Tragödie. Also, wenn wir jetzt mal wirklich machen… jetzt mal ein Storytelling… das sind Menschen, die… die ihr Leben riskieren, um das Leben anderer Menschen zu retten. Die kommen jetzt dahin in Kriegsgebiet, wollen Gutes tun, werden niedergeschossen. Die Begründung, die dafür geliefert wird, stellt sich als komplett erlogen heraus. Offensichtlich waren die klar erkennbar, haben sich zu erkennen gegeben durch Lichter. Jetzt sind die da ermordet worden, ihre Familien trauern. Bitte! Die tun eigentlich… die… the Lord’s work und wir… wir hören niemanden sprechen. Also, wir hören irgendwie einen… irgendwie so eine hohe Person in so einem UN-Gremium, aber wir wissen nicht, wie sich das anfühlt. Wir wissen nicht, wie schlimm das… und einmal… das… einmal… das ist ein eklatanter Unterschied und äh… das IDF-Framing wird eingebaut. Also, es wird gesagt… es wird gesagt… das IDF sagt: „Es habe keine Hinrichtung gegeben“, ne? Also, das ist das IDF-Framing so im Sinne von: „Wir haben da irgendwie geschossen und dann sind irgendwer… ist irgendwer umgefallen, aber wir haben natürlich das jetzt ab… also wir haben jetzt niemanden hingerichtet oder so“, ne? Sowas ja auch absurd ist, natürlich das eine Hinrichtung gewesen… also was denn sonst? Und ähm… aber das wird dann einfach da eingebaut, ne? So, das IDF-Framing auch unhinterfragt und äh dann eben auch nachher dieses von wegen ja äh… „Es waren keine Lichter an und äh und so weiter und so fort“, ne? So, während man ja auch wirklich sagen muss: „Ja, selbst wenn die fucking Lichter nicht angewesen wären, das rechtfertigt nicht, auf Sanitäter zu schießen.“ Also, du kannst doch nicht sagen: „Oh, du hast deine… du hast deine Einsatzlampe nicht an, dann darf auf Autos…“ Ja, ja… dann kann ich dich mal über den Haufen schießen, weil du hast deine Einsatzlampe nicht an. Also, was für eine… Also, das reicht schon. Also, das ist für mich das Krasse, dass das für die Tagesschau ausreichen würde als Begründung, wenn die Krankenwagen ihre Blaulichter nicht angehabt hätten, weil das wird ja da suggeriert, wo ich mir denke: „Das kann doch nicht euer Ernst sein!“ Also… Mhm. Das ist ja verrückt. Ja. Äh, also das ist schlimm. Also, ist schlimm. Ich… ich hätte es mir jetzt ehrlich schlimmer vorgestellt, dass sie jetzt wirklich irgendwie so sagen: „Ja, äh… es wegzweifel oder so.“ Das hätte ich mir tatsächlich gedacht. So… vert… mir sagen sie, dass es das widerlegt oder zeigt das Gegenteil, aber sie sind nicht bereit zu sagen: „Das ist eine falsche Behauptung!“ Und das ist ja… also viel klarer… also ich habe ja eine Behauptung… noch mal… nicht sieht man klarer als ob ein Licht an ist oder ausgeschaltet ist im Dunklen, weil da sieht man nur das Licht. Und nicht einmal diese offensichtliche falsche Behauptung wird gesagt, ne? „Öh, das ist falsch.“ Sagt… es zeigt das Gegenteil. Gegenteil ist ja nicht so ein starkes Wort wie das… falsch… das Lüge ist… fake. Das ist gelogen. Ja, das müsste… also wenn das erste Statement ist… gelogen… Das ist gelogen gewesen. Ja, hier haben sie das… Bild… Licht… gelogen. Und dann… und dann war ja auch noch dieses äh… ich weiß nicht, wie war das noch mal übersetzt von dem UN-Menschenrechts-Chief? Da äh… das weckt Zweifel oder irgendwie sowas… Nein, ich hab’s gerade nicht mehr genau. Warte mal, soll ich noch… ich… der… Der Typ, der da redet, der auf diesem Podest ist… Ja, I heard the voice… Die letzten Worte eines der Teammitglieder… Also, er beschreibt, was der Typ gesagt hat, aber Fox News zeigt es. Der… also Fox zeigt wirklich wie äh… der da… der da liegt und sagt: „Entschuldige, Mama, ich wollte nur Menschen…“ Also, ich meine, es ist jetzt vielleicht… ist es ein bisschen Kitsch, aber das kann man dem nicht vorwerfen. Der Abschied von seiner Mutter, während der da niedergestreckt wurde. Ähm, das wäre, finde ich, schon noch mal ein gutes äh Bild oder eine gute Emotion, um zu dem ganzen Rahmen zu geben, weil wie gesagt, es ist die heroische Erzählung von 15 Menschen, die was Gutes tun wollen und von einer… in dieser… also meiner Ansicht nach ist das… Kriegsverbrechen… von der… Kriegsverbrechen begehenden Armee einfach niedergestreckt werden. Also, das ist ja eine… allein… es ist ja immer… such… einen Rahmen und zeig so eine Handlung. So, man muss ja einen… Ja, schon… einen Beitrag irgendwie interessant macht. Mach eine Erzählung draus. Außer hier… bitte… bitte… hier keine Erzählung machen. Einfach nur vorlesen, was der eine sagt, was der andere sagt. Still… Die… die Tagesschau hätte bei Butscha, wo es ja Videos gab von der russischen Armee, wie Panzer auf Zivilisten geschossen haben und die Tagesschau hätte dann berichtet… Stellnamen… Ja, ja. Ähm, die Tagesschau hätte dann berichtet: „Es sind äh Zivilisten in Butscha getötet worden. Die äh Behauptung der russischen Armee, es seien Kämpfer gewesen, stellt sich äh… da stellt sich das Gegenteil heraus, ähm und äh dann äh sagt man irgendwie ja äh so… man hätte das jetzt genauso geframed wie jetzt in diesem Beitrag. Ähm, das wäre nie akzeptiert worden, also niemals und zurecht muss man ja sagen. Also, was, was ja guter Journalismus macht, ist einerseits bleibt bei den Fakten, also sie sind bei den Fakten geblieben. Die einen haben das gesagt, die haben das gesagt… haben sie hoffentlich richtig zitiert, aber er macht etwas, was wichtig ist… nachvollziehbar und nachvollziehbar wird’s halt, wenn ich mich…

In die Situation hineinversetzen kann. Und das bedeutet jetzt nicht, dass ich immer weinen muss, wenn ich so einen Beitrag sehe, aber wenn hier wirklich so eine Tragödie passiert, dann muss ich verstehen, was für eine Tragweite das hat. Das sind gerade Menschen, deren Aufgabe es ist, andere Leute, die im Sterben liegen, zu retten, äh daran gehindert wurden und wurden selber Opfer in der kriegerischen Maschine, die sie versucht haben zu bekämpfen. Ist eigentlich so eine richtig schöne Tragödie. Das muss man, das muss nach, vor all voringe auch dieses, dieses, dass die einfach die Leichen vergraben haben. Ja, also die haben ja versucht, das zu vertuschen. Also die haben ja einfach die Leichen verbuddelt, so wo man sich dann denkt, so okay, äh wieso? Das ist so wie ein, wie wie ein Mafia-Mord. So die, die heben da Gräber auf, packen die Leichen, wer für die Leiche? Ja, ja, unmarkierte Gräber in der Hoffnung, niemand findet sie, um diese Hinrichtung zu vertuschen. Also das ist ja, wenn das in irgendeinem anderen Zusammenhang passiert wäre, hätten wir Brennpunkt, hätten wir Markus Lanz-Sendung darüber, hätten wir wahrscheinlich äh Sondersendung, äh was weiß ich was alles. Ne, nein, Markus Lanz muss drüber reden, ob nicht vielleicht Friedrich Merz zu spät erkannt hat, dass er gegen die Flüchtlinge hetzen muss, damit die AfD nicht so stark wird. Ich nehme mal an, das wird heute das Thema sein. Tut mir leid, ist meine Vermutung. Ich weiß nicht, ob heute Sendung ist, aber diese Woche halt. Ja. Äh was heute? Nee, heute ist Montag. Holz keinen Sinn.

Ja, ich habe eine Frage an dich, ganz persönlich. Also ich habe ja eine Zeit lang mich bisschen rausgenommen aus diesem Gaza-Thema. Wie machst, wie versuchst du das zu machen, dass du dich damit immer beschäftigst, ohne zynisch zu werden, ohne zu sagen: „Nee, das lässt sich jetzt einfach kalt, dass da Menschen sterben“, wenn du die ganze Zeit diese Berichte liest? Ja, hier wieder Zivilisten und da wieder eine Schule, die kaputt gemacht wurde und wieder Aids, also Aid Workers, die sterben. Da das kann man ja nicht immer alles so mitfühlen, als wäde jetzt gerade der Bruder gestorben. Wie, wie hältst du das aus, äh so im Sinne von, dass ich da gleichgültig werde oder wie, nicht gleichgültig, aber dass du dich damit beschäftigst, ohne diesen Zynismus zu entwickeln? Ja, sind halt wieder welche gestorben, ist mir egal. Und andererseits auch nicht so den Nervenzusammenbruch zu bekommen. Ja, so funktioniere ich einfach nicht. Aber ich gucke mir ja auch Dinge, also ich habe jetzt, ich habe jetzt vorgestern ein Video gesehen, äh von dem, äh da gibt es diese Videos, gibt es ja, ne, die sind, die sind ja auch einfach zu, zu finden. Also auf Twitter und so, ne, findet man da ja jede Menge. Ähm ein Kind, zweieinhalb Jahre alt, ähm und der Kopf ist weg. Also einfach die haben, wenn, wenn du, also diese Kinderleiche wird einfach in so ein, in so einen Wagen geschmissen, wird zwar an den Füßen gehalten, wird einfach in so einen Wagen geschmissen und der gesamte Kopf ist weggesprengt, ne, und die derartige Videos gibt es ja ohne Ende. Ich äh gucke mir da jetzt nicht viel von an, aber ich sag dir ehrlich, wenn ich so ein Video sehe, bin ich erstmal 6 Stunden liege ich da und kann ich mehr, ne, so und das ändert sich auch nicht, ne, also weil, weil alle Menschen sind ja anfällig für diese, für diese Abstraktion, ne. Okay, 15 Menschen sind tot. Aha. So, das ist zu abstrakt. Kannst du dir jetzt nicht, hä? Ja, aber wenn du siehst, ja, wenn du siehst, wie da Zelte in Brand gebombt werden, die Menschen bei lebendigem Leib verbrennen und dass das da tagtäglich passiert, also. Mhm. Ich äh ja, ja, mir, ich habe, also ich habe ja meine Debatte mit Kirschu gehabt, wo ich dann auch kurz so einen Moment hatte. Für mich reicht tatsächlich schon, wenn ich so drei, vier Bilder sehe von Kindern, die einfach bis zum Hungertod unternährt sind, die dann da einfach liegen. Da muss gar kein Kopfwg sein. Aber das ist einfach das, das hält, das sollte noch kein Mensch aushalten, dass er sowas sieht und dann weitermacht, guten Gewissens. Also erstmal ist sowieso nichts was da jetzt in diese Israel-Defending-Richtung geht, ist passiert, guten Gewissens, aber ohne dass es nicht sich irgendwie dann abzeichnet, dass man dann irgendwann so, weiß ich nicht so, ja so da sitzt so, h weil das, das muss, muss ich irgendwo dann Folgeerscheinungen haben, wenn man so was Furchtbares sieht und sich dann selber aber noch aufraffen muss und sagen: „Ja, das verteidige ich jetzt.“ Aber also entweder die ganzen Kandidaten, die ich jetzt vor Augen habe und die du auch vor Augen hast, sind einfach dermaßen ja enthemmt oder sie nehmen es nicht wahr. Wenn sie es nicht wahrnehmen, dann muss man sie fragen: „Hey, was ist los mit dir?“ Also du redest jetzt hier gerade die ganze Zeit äh darüber, wie das gerechtfertigt ist, was da passiert und weißt aber gar nicht, was da passiert, weil du es nicht verstehst, nicht nachvollziehen kannst. Also da passiert in dieser ganzen Debatte so viel falsches. Ja, es ist, also ich bin froh, dass ich das in letzter Zeit nicht wirklich mache. Das ist schon, mir hilft es. Ja, also wenn, wenn was mich, was mich am meisten belastet, ist diese gesamtgesellschaftliche Gleichgültigkeit.

Mhm. Ja. Ja, das ist auch das Ding. Also ich glaube, ich wäre nicht so traurig, auch traurig, aber nicht so traurig, wenn äh jetzt, wenn ich jetzt irgendein Video anschaue, würde von, von diesem Festival, einfach weil ich weiß, da bin ich und die Leute, die um mich herum sind, da sind wir einer Meinung. Die Menschen, die das gemacht haben, die müssen nach aller Härte des internationalen Rechts – ich bin immer noch gegen Todesstrafe und so – aber müssen bestraft werden. Also das, das die müssen und das muss verhindert werden in der Zukunft und denen dürfen wir keine Waffen liefern. Die müss, dürfen wir in der Öffentlichkeit nicht verteidigen, dürfen wir nicht sagen: „Hey, das sind irgendwie die Revolutionäre, die jetzt uns Weltsozialismus bringen oder so.“ Nein, die müssen wir irgendwie, das müssen wir verurteilen. Das heißt, das tut weniger weh für mich, einfach weil ich weiß, da gibt’s keine Ambiguität. Da bin ich, da, da bin ich jetzt nicht schuldig als jemand, der Teil von dieser Gesellschaft ist. Ne, man ist ja ein soziales Wesen und man möchte in einer, in sozialen äh in, in sozialen Zusammenhängen leben, wo man glaubt, die anderen teilen zumindestens so die ganz grundsätzlichen Werte. Mhm. Wenn man dann feststellt: „Nein, tun sie nicht, sondern diese Werte sind für sie beliebig äh an und ausschaltbar“, dann ist das eine Form der Desillusionierung, die hart, hart, hart hittet. Also wo ich dann halt einfach mir denke: „Moment mal, ich bin doch, also ich bin ein soziales Wesen. Ich möchte, wie du sagst, dass die um mich herum zumindestens fundamental derartig bestialische Taten gleich verurteilen oder zumindestens in die gleiche Richtung verurteilen wie ich.“ Und die tun das aber nicht, sondern im Gegenteil, die rechtfertigen das dann auch noch, die verteidigen das oder sie ignorieren es weg oder sie sagen, es ist alles gelogen oder sonst irgendwas, nur um, nur um irgendwie mit der Schuld der Deutschen wegen des Holocaust kopieren zu können und um dem Mainstream-Narrativ in Deutschland nicht entgegenzusetzen, weil man muss ja ehrlich sagen, wenn du in Deutschland eine Position vertrittst, ähm dass äh du gegen Genozid bist, mittlerweile kriegst du halt Probleme bis hin zu Berufsverboten und Deportation und so weiter. Und äh also wo ich mir dann, wo ich mir dann denke: „So, was für eine Gesellschaft lebe ich hier? Für Leute um?“ Ich dachte immer, weiß ich, man denkt ja, man hat ja immer so eine Beziehung zu, zu dem sozialen Umfeld, was man so hat, so ganz grundsätzlich, aber dann denkt man dann so: „Es kann doch nicht sein so, ihr müsst doch, ihr müsst doch wenigstens so das Grundsätzliche mal akzeptieren.“ Ja, also irgendwann muss mal einen Politiker geben, der den Mut hat, äh zu sagen: „Ja, Staatsraison falsch, wie es bis jetzt war, aber wir müssen das nicht ganz aufgeben, dass wir unseren Staat als Lehre aus dem Nationalsozialismus definieren.“ Wir könnten auch einfach sagen: „Ja, also das Verteidigen oder das Einsetzen von äh Volk, Bevölkerung oder nein, Volk, ethnischer Gruppe und Staat war falsch. Das ist falsch, wenn wir es machen als Deutsche, als imaginierte Arier. Das ist auch falsch, wenn es die, wenn wir die Erzählung von Israel als dem Staat der Juden und für die Juden und Gleichsetzen mit Juden machen, das auch falsch, aber wir können trotzdem äh das Universalistische aus dem, was wir gelernt haben aus dem Holocaust, nämlich indem wir sagen: Es gibt sowas wie ein Kriegsrecht, es gibt sowas wie unhintergehbare Menschenrechte, die allen zugestehen, was ja auch erster Satz ist in der, im deutschen Grundgesetz.“ Wenn man das als die Staatsraison formulieren würde, dann hätte man genauso aus der Geschichte gelernt in einer Art und Weise, die nicht so anfällig ist dafür, wiederholt zu werden, weil einen Genozid darauf aufzubauen, dass die Menschenwürde unantastbar ist, das muss man auch erst einmal schaffen. Es würde vielleicht gelingen, indem man sagt, man muss alle ausrotten, die andere Meinung sind, aber das geht ja dann auch nicht zusammen, weil die haben ja auch eine Menschenwürde. Also das wäre das, das wäre deutlich, das wäre auch glaube ich irgendwann verkaufbar. Also wenn das jetzt so weitergeht, wie es jetzt läuft in Israel. Wir sehen ja, dass da die Public Opinion sich ziemlich geschiftet hat in Deutschland. So viel Anglizismen. Irgendein Politiker oder Politikerin muss einfach den Mut haben, diesen kommunikativen Schiff zu probieren. Ja, aber gab’s ja von dem, denn also BSW, das BSW hat ja versucht. Ach so, ein BSW? Nein, die dürfen. Es muss ein SPDler sein. Ah, okay. Es muss ein. Okay. Nein, weil das BSW, das links extrem, gab auch, gab’s auch, wie heiß, wie heißt die noch mal, wo dann alle geschrieben haben, sie muss aus der SPD, Zeitgenosse. Die war äh äh ja ähm ähm äh wie hieß sie noch mal, Bundestagsvorsitzende war sie auch? BBelbas? Ähm nein, nein, nein, nicht BBelbas. Äh die hat auch, die hat auch so auf Twitter so ein Bild gepostet mit, mit den, mit den brennenden Zelten und so weiter. Ähm h die denn noch mal äh mal, ob ich das finde. Gus, ich kann es nicht aussprechen. Öz, Gus, keine Ahnung. Ja, ja, ja, ja, ja. Ich kenne eure. Das ist mir ein zu deutscher Name. Ich kenne, ich kann das nicht aussprechen. Äh ja, Union wirft Essegus äh Antisemitismus vor. Zeit für den Rücktritt äh von Bundestagsvizepräsidentin Eidan Özogus. Genau, das ist hier so eine ZDF-Schlagzeile. Mhm. Ähm sie hat [Musik] äh das hier gepostet. Ich poste dir das mal kurz in die DM. Ja, das hier gepostet. Äh Mhm. Ja. Und das hat zu Rücktrittsforderungen und so weiter, alles mögliche. Und sie ist Antisemitin und so. Äh genau, Antizionismus ist ja gleich Antisemitismus. Ja, sehr richtig. Ja. Ja. Also das, also sie hat versucht, sich so zu positionieren, wie du es gefordert hast. Mhm. Und äh ihr ist die volle, also sie ist mit voller Gewalt. Nein, nein. Also ich se, ich teile das Bild. Ich bin auch der Ansicht, dass Zionismus als eine völkische Ideologie äh wieder eine in ein, in Einsetzung von Staat und Volk ähm, dass das darauf hinausläuft, meiner Ansicht nach. Das kann man nicht sagen. Also da ist die Bevölkerung nicht bereit und die politische Landschaft ist nicht bereit für die Wahrheit. Das muss man so verklausuliert formulieren, wie ich es gemacht habe, weil, weil das ist zu provokant. Ich, ich stimme dem zu, aber das hält, das hält kein aus. Also das hält, hält man in Deutschland nicht aus, fürchte ich. Annalina Baerbock hat sich ja da auch positioniert, ne, hat auch nichts gebracht. Wie hat sie sich pos, also was hat sie gesagt? Äh sie hat eine Pressemitteilung rausgegeben als Außenministerin. Warte, ich schicke sie dir. Ja, bitte. Ja, du bist ja richtig, nur dazu geführt hat, nur dazu geführt, dass sie als Antisemitin und so weiter bestimmt worden ist. Ja, schwierig. Und das ist ja schon sehr verklausuliert. Äh ja, ja, ich hab’s, ich hab’s jetzt kurz geflogen. Äh schwierig, schwierig. Also ähm so, sobald du auch nur, sobald du dich auch nur in diese Richtung lehnst, wirst du komplett, also mit Feuer und Schwert bekämpft von allen Seiten. Ja, das ist beschissen. Ich weiß nicht, es macht so traurig, weil es ist, wie gesagt, ist der first Livestream Genocide. Das heißt, es ist für alle zugänglich. Jeder hat TikTok, jeder hat Twitter, kann sich das anschauen, wenn er will. Ich empfehle es nicht, aber man könnte es, man kann sich informieren und es sind auch viele Leute informiert und ist trotzdem egal. Also es ist irgendwo, also es ist ja okay. Die Veteranen in den Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg waren sie happy? Nach dem Vietnamkrieg nicht ganz so. Und auch die Stimmung während des Vietnamkriegs war deutlich negativer als die Stimmung während des Zweiten Weltkriegs. Das hat mit vielen Dingen zu tun, aber ein großer Grund, warum die Leute nicht so happy waren mit dem, was während des Vietnamkriegs passiert ist, war, weil es gefilmt wurde. Also da gab’s TV-Berichterstattung drüber. Man hat gesehen, wie Leute da aus dem Heli, aussteigen, äh dann 2 m gehen und niedergeschossen werden. Gibt’s, wurde halt übertragen in den Nachrichten. Äh und gleichzeitig war der Krieg bisschen unnötiger, weil da ging es nicht um die, um den Sieg gegen die Nazis, sondern was anderes. Aber so ähm, dass scheinbar nicht so wirkmächtig ist, wie man mal gehofft hat. Also dass man gedacht hat: „Jetzt, wo wir Kriege äh übertragen bekommen, wo wir nicht nur Berichte lesen, die aufgehübscht werden, sondern wirklich Bilder haben, wird das bisschen aufhören.“ Also die, dann, dann wird auch mehr Druck entstehen gegenüber den Regierenden, dass die das nicht machen können, weil wir sehen da hier gerade, wie Menschen massakriert werden mit diesen Riesenbomben, die die gedroppt werden. Das, das kann man nicht durchgehen lassen. Ähm, das war, diese Hoffnung ist zumindest in Deutschland extrem gedämpft, weil wir eben immer noch diese extreme, diese extreme Diskurslenkung haben, vor allem durch Bild und wie gesagt, alle anderen Medien in Deutschland sind nur Übersetzung der Bild, entweder ins Bildungsbürgertum, wenn man uns Zeit anschauen, oder weiß nicht, sowas wie die Süddeutsche vielleicht noch ein bisschen doofer, wenn wir uns dann irgendwie eine rechtsextreme Zeitung anschauen, noch ein bisschen leicht verdaulicher in ZDF, vielleicht nicht ganz, ganz so populistisch, aber doch mit denselben Narrativen. Also solange man dieses, dieses negative Korrektiv hat durch die Leitmedien, wird das in Deutschland extrem schwierig, äh diese Hoffnung durch die digitale Revolution ähm ja gerecht zu werden. Wie siehst du, also das ist meine These, wie siehst du das? Ja, also äh wären die, würden die Bilder jedem, also früher war das ja so, du hattest Fernsehen, ne, und dann hast du Fernseher angemacht und dann hat jeder das gleiche Programm gesehen und wenn dann da Bilder vom Vietnamkrieg gezeigt worden sind, dann hat jeder die Bilder vom Vietnamkrieg gesehen. Mhm. Heute haben wir eine andere Situation. Heute haben wir äh äh bezogen auf Gaza keine journalistische Landschaft in Deutschland, sondern wir haben äh die, die äh öffentlichrechtlichen und ja auch die privaten Medien machen da Propaganda für äh Israel. Also das ist keinen Journalismus. Und dann könnte man jetzt sagen: „Okay, aber die Leute könnten sich ja die Bilder alle in Social Media und so weiter angucken“, während aber da ja die Algorithmen ähnlich funktionieren. Erstens, die Leute in Bubbles packen, also dass sie sozusagen das sehen, was sie sehen wollen und äh dann eben auch die Algorithmen noch mal so strukturiert sind, den westlichen Schovinismus zu befördern. Das heißt, die Leute, die davon überzeugt sind, dass Israel alles richtig macht, kriegen auch nur Material auf ihre Timeline gespült, die zeigt, dass Israel alles richtig macht. Gleichzeitig hast du die ganzen äh entweder von Kapitalisten gelenkten privaten Medien oder die öffentlichrechtlichen Medien, die aber dann eben auch diese Narrative übernehmen. Und äh deswegen ist, sind die Leute heutzutage teilweise schlechter informiert als Menschen zu Zeiten des Vietnamkriegs, die alle das gleiche Programm gesehen haben. Mhm. Also ja, ich meine, wir, wir fühlen jetzt hier keinen Diskurs über soziale Medien, davon gibt’s zu viele. Ähm, das aber irgendwann, das ist dann doch meine naive Hoffnung, irgendwann wird jeder mal im TikTok-Algorithmus, weil ihr probiert ja auch immer wieder neue Dinge aus und testet so: „Jetzt haben wir hier eine Nische, die viel geklickt wird, können wir das noch ausweiten.“ Irgendwann hoffe ich dann doch, dass genug Menschen dann doch solche Videos zu sehen bekommen, dass sie sich zu, dass sie zumindest das intuitive Gefühl bekommen: „Ja, irgendwas stimmt da nicht“, und dass die dann vielleicht eher anspringen auf sowas, wenn dann man wirklich dann aber auch sagt: „Nee, da stimmt was nicht.“ Das wäre vielleicht noch so eine kleine Hoffnung. Ja, ich könn, ich kann, also ich kann das ja gar nicht zeigen. Also wenn ich jetzt z.B. ja von Twitch das Video zeigen würde von dem Kind, das äh den Kopf weggesprengt bekommen hat, würde ich halt gebannt werden. So, also ich, ich darf das ja gar nicht zeigen. Also da sieht man ja schon, dass, da sieht man ja schon, dass äh es da gewisse Mechanismen gibt, die dazu führen, dass die Menschen in dem Glauben gelassen werden, dass schon alles so in Ordnung ist, wie es ist, weil abstrakte Tote funktionieren wenig, also funktionieren ganz schlecht, nur für Menschen begreiflich zu machen, wie schlimm etwas ist und das ist natürlich irgendwie auch ein Stück weit gesteuert. So. Ja, und jetzt kann man dazu sagen, dass das jetzt gar nicht böswillige Steuerung ist. Es ist einfach oftmals, dass jetzt ein Werbepartner keinen Bock drauf hat, dass sein Video läuft, nachdem jemand gesehen hat, wie der Kopf von dem Baby wegfliegt. Das ist schon klar. Aber da ist halt die kapitalistische Logik sehr, sehr hinderlich für eine demokratische Meinungsbildung. Das ist halt das jetzt nicht das erste Beispiel, was mir einfallen würde, wo diese zwei Mechanismen miteinander in Konflikt geraten, aber es ist auch einer. Also wir sehen hier einfach, dass es für Unternehmen nicht profitabel ist, diese Wahrheit zu zeigen, weil sie anstößig ist, weil sie eben die Rentabilität dieser Websites stört und damit wird’s nicht gezeigt. Jetzt haben und dann gleichzeitig haben wir aber das Korrektiv auf die, auf der anderen Seite, was nämlich für diesen gewinnbringenden, also profitmaximierenden Journalismus da sein soll, nämlich öffentlich-rechtliche. Der wiederum ist politisch in einer Art und Weise vereinnahmt. Ich meine jetzt gar nicht mit böse Strippenzieher, aber der ist einfach eingebaut in das, in die deutsche Großerzählung von der Staatsraison. Äh ist da, muss da zwangsläufig mitschwimmen oder schwimmt da glaube ich auch bereitswillig mit, wenn ich mir anschaue, wer da so die Chefs sind, ähm der das nicht leisten kann. Das heißt, wir haben einerseits eine kapitalistische Logik, die das nicht bringen kann, diese furchtbaren Bilder, um das nachvollziehbar zu machen. Und einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der nicht darauf angewiesen ist, profitabel zu sein, aber der selber kein politisches Interesse hat, äh di, das Leid spürbar zu machen. Man sieht, dass es durchaus möglich ist, nämlich an der Ukraineberichterstattung, wie schon gesagt hast, mit Butscha. Diese Videos, die wurden ja, wenn auch zensiert, sie wurden zumindest zensiert gezeigt. Also man hat zumindest sich dann, man hat vielleicht nicht das Pixelgeteu gesehen, aber man hat sich vorstellen können: „Ah, da wurde gerade ein Arm, also einfach abgetrennt“, so und diese furchtbaren Dinge und das findet aber bei Gaza nicht statt, nicht weil es nicht ginge, laut Rundfunk-Staatsvertrag in Österreich, wie, wie auch immer es bei euch heißt, ähm sondern weil es nicht gewollt ist und das ist ein großes Problem. Ja, also die, der öffentlich-rechtliche hat offensichtlich, hat also ne, hat offensichtlich Vorgaben, wie berichtet werden muss über bestimmte Dinge und äh oder es ist selbsterzeugt, ja egal, wo es herkommt. Es, das Ergebnis ist, es wird nicht gut berichtet, ne, also nicht, nicht von der Politik. Also es geht, ist jetzt nicht, dass irgendwie äh ähm Olaf Scholz hinläuft und sagt: „Das und das dürft ihr berichten und das und das nicht“, sondern es gibt innerhalb der Struktur der öffentlich-rechtlichen sozusagen gibt es Vorgaben: „Wie behandeln wir welches Thema?“ Ja, und es ist halt auch so, dass natürlich die ganzen äh Berichte und so weiter, viel beim öffentlich-rechtlichen wird von freien Mitarbeitern gemacht, ne, also die sind gar nicht fest angestellt äh beim öffentlich-rechtlichen, sondern ähm entweder sind die beauftragt oder die reichen was ein und dann wird das gesendet oder nicht. Und ähm die, jeder weiß, was die Linie des öffentlich-rechtlichen ist bei der Berichterstattung über Gaza. So, äh also da muss man noch nicht mal, also da muss, da muss man noch nicht mal irgendwie irgendein internes Papier gelesen haben, sondern jeder weiß das so. Und wenn du jetzt freier Mitarbeiter bist, dann weißt du, wie du zu berichten hast. Und wenn du dort angestellt bist und du willst nicht, dass du Probleme kriegst, dann weißt du, wie du zu berichten hast. Und die berichten ja alle gleich. Also es gibt ganz selten mal Ausreißer, meistens wenn dann bei Arte, aber das sind dann meistens die französischen Beiträge, äh die dann ins Deutsche übersetzt werden und so. Aber es gibt ganz wenig Ausreißer, wo man sagt: „Oh, hier wird mal, hier wird mal wirklich die palästinensische Perspektive auch mal eingenommen“, ne, weil es, also die palästinensische Perspektive wird meistens vollständig ignoriert. Also tut einfach so, als gäbe es diese Menschen nicht. Und ähm ja, also das ist ja schon eigentlich, dann das ist dann gesteuert halt, ne, so, das ist dann kein wirklicher Journalismus mehr, ist auch nicht mehr die Idee des öffentlich-rechtlichen, weil die Idee des öffentlich-rechtlichen ist ja eigentlich: „Okay, wir sind nicht von diesem kapitalistischen System abhängig, wir brauchen nicht Quote, wir brauchen nicht Profit und wir berichten tatsächlich objektiv über die Dinge, die vorgehen in der Welt.“ Stellt sich aber raus, der öffentlich-rechtliche hat eine Agenda. Also und das ist natürlich, dann ist dann natürlich, also das dann kein richtiger Journalismus mehr einfach. Mhm. Und jetzt kann man natürlich ewig darüber diskutieren, da komm, man hat auch in Aluhut-Gefilde: „Warum haben die diese Agenda, ne? Also wo kommt das her, ne? So, wie ist das? Ich gemeint auch zu tun, dass eben der Öffentlich-Rechtliche auch äh quasi getrieben ist von der Springer-Presse. Also dass er, dass der öffentlich-rechtliche die Springer-Presse halt sozusagen das Narrativ setzt. Der, der öffentlich-rechtliche hat so eine Art Logik wie die Grünen, ne, und sagt: „Oh, was da in der Springer-Presse berichtet wird, ist aber wirklich ganz schön krass und so.“ Nein, das ist die Stimmung des Volkes und die müssen wir irgendwie wiederspiegeln, weil sonst werden wir nicht ernst genommen. Ja, und die müssen wir wiederspiegeln, aber wir sind ja die Vernünftigen, deswegen spiegeln wir es ähnlich wieder wie Axel Springer, aber nicht ganz so popul, nicht so populistisch, etwas sachlicher und so weiter, ne, und das führt natürlich dazu, dass sie immer mehr zu Axel Springer werden, genauso wie die Grünen immer mehr zur CDU werden und die CDU immer mehr zu AfD wird und so weiter. Also das ist ja, man rennt ganz nach mit der Hoffnung, noch bisschen was abzukriegen, obwohl es natürlich auf verlorenen Posten ist, weil kein CDUler wählt jetzt die Grünen, nur weil die Grünen ein bisschen mehr wie die CDU geworden sind. Genauso wie kein AfD-Wähler zu der Union, funktioniert nicht. Das ja, das Verrückte ist, es funktioniert ja nicht, ne? Mhm. Aber es, es hat ja auch, also das hat äh natürlich auch wieder ganz viele Ursachen, ne, aber eine Ursache ist glaube ich auch diese äh äh liberale Idee von wegen ähm der linke Ansatz funktioniert nicht, wir wollen aber gewinnen. Also orientieren wir uns an dem, was die machen, die gerade gewinnen. Dann machen wir das, was die machen, die gerade gewinnen, während das dazu führt, dass nur die, die gerade gewinnen in dem, was sie machen, bestätigt werden und dann noch härter gewinnen. Aber da, also an den Punkt der Abstraktion kommen die dann gar nicht. Ja, man schenkt ihnen Legitimität. Ja, also die kommen gar nicht an den Punkt der Abstraktion, äh dass das zu machen, was der Gewinner macht, nicht bedeutet, dass du gewinnen wirst. Es ist, ist irgendwo, irgendwo ist es lustiger. Es ist auch irgendwo beängstigend, wie doof das ganze ist. Also ah [__ ] sehr doof. Ja, wirklich sehr doof. Ja, also das ist wirklich so eine selbsterfüllende Prophezeiung fast schon. Ja, wir haben jetzt 25% AfD schon. Also wir hatten ja bei den Wahlen 20%. In den neuesten Umfragen ist die AfD jetzt schon teilweise stärkste Kraft, 25%. Ähm und äh es ist vollkommen klar, dass die Ampel äh nicht schon Ampel, aber die Politik jetzt aus CDU, SPD dazu führen wird, dass das äh nur der AfD in die Karten spielt. Die AfD braucht gar nichts mehr machen. Die setzen, die legen sich zurück und genießen einfach nur noch, weil, weil die, weil die können gar nicht anders. Die, die SPD, CDU, die können gar nicht anders als zu sagen: „Wir übernehmen den Zeitgeist, der äh von der AfD, Springer-Presse und äh so Social-Media-Algorithmen geprägt ist.“ Und äh dadurch, dass wir den Zeitgeist übernehmen, äh werden die, die den Zeitgeist am, am präzisesten widerspiegeln, äh davon profitiert. Die können gar nicht anders. So, das heißt, ähm wir als Linke, also unsere Aufgabe ist es, den Zeitgeist ähm für in unsere Richtung zu lenken, ne, und zu sagen: „So, ey, äh es gibt nicht nur, es gibt nicht nur Rechtsextremismus und Hass, sondern gibt’s noch eine andere Idee, ja, für eine andere Organisation der Gesellschaft“, ne, und diesen Zeitgeist dann sozusagen in diese, das hat die Linkspartei ja relativ gut hinbekommen. Da lob ich mir doch so eine Linkspartei. Ja, es ist ganz, es ist richtig wie eine Rakete hochgegangen und dann jetzt ist es so ein bisschen erlahmt. Äh aber ich hoffe, ich hoffe, es geht jetzt irgendwie bald wieder weiter, weil hat echt gut funktioniert. Ja, einfach, einfach weitermachen. Also ich hoffe, die werden noch auf den Talkshows eingeladen. Ich fürchte, das wird sich so ein bisschen jetzt widersetzen, wenn jetzt ist es so: „Ja, jetzt haben wir die ernst genommen, jetzt haben wir die bisschen reden lassen.“

Aber jetzt machen wir wieder seriöse Politik. Ich fürchte, dass es in so einem Modus überschwappen wird. Ähm, mal hoffen, dass es nicht so ist. Ich werde gern eines besseren belehrt in der Hinsicht.

Wir brauchen diese Menschen in Talkshows, dass sie Stimmung machen, dass sie ganz klar sagen: „Hey, äh, scheinbar ist jetzt doch wieder Geld knapp, obwohl über Nacht eine eine Billion da war. Was da los? Können wir nicht bisschen gehen? Nicht noch so 100 Milliarden noch für soziale? Wäre das nicht drin, dass die Armen bisschen besser – also die Stimme, die braucht’s einfach! Ja. Die Frage ist, ob sie ihr gewert wird. Ansonsten müssen sie halt über TikTok machen. Das wird sich jetzt zeigen.

Also jetzt im Mai ist der Parteitag, und wenn dann die neue Regierung mit März als Kanzler eben dann auch konstituiert ist und dann im Bundestag das Tagesgeschäft losgeht und dort die Reden gehalten werden und so weiter, und der Parteitag dann im Mai ist, da wird sich vieles entscheiden. Also da wird sich vieles entscheiden. Beim Parteitag, der Parteitag wird ganz wichtig, weil äh es ja innerhalb der Linkspartei mal wieder große äh Streitereien gibt, und ähm da wird sich dann jetzt eben äh auf dem Parteitag ganz viel zeigen darüber, wie man sich dann zu diesen Themen positioniert. Und äh das wird entweder dazu führen, dass man dann so eine liberale Position einnimmt und sagt so: „Ja, wir müssen alle Meinungen respektieren.“ Oder man sagt: äh nein nein, so! Also, was unseren Grundwerten widerspricht, da stellen wir uns ganz klar gegen – wo ich sage, wo ich natürlich – also das ist natürlich das, was man machen müsste, ne, weil, wie gesagt, Zeitgeist, wir müssen einen anderen Zeitgeist prägen. Wenn wir uns verhalten wie die Grünen, wird es nicht funktionieren. Und ähm so, und da müssen – also da wird das wird ganz wichtig sein, was auf dem Parteitag passiert, und dann eben äh wenn das Tagesgeschäft im Bundestag wieder losgeht und dann ob das dann wieder weiter auf TikTok, äh auf Instagram und so weiter, ob das dann da wieder alles hochgeladen wird mit Millionen von Klicks und so. Äh, da wird sich vieles dann entscheiden. Mhm. Ja. Ja, mal schauen.

Also, es war vielleicht ein bisschen blöd, dass die Wahl nicht zwei Wochen später noch stattgefunden hat, weil das da hät noch mal berufen können. Egal. Ähm, gibt auf jeden Fall einige gute Punkte, die bisschen Hoffnung stiften. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist nicht einer davon. So viel kann man – nee, der öffentlich-rechtliche, den kann man nicht, den kann man nicht zählen. Wir als Linke müssen uns, müssen uns außerhalb äh des öffentlich-rechtlichen medial präsentieren. Es geht gar nicht anders. Ja, es braucht einfach so ein paar Maximilian K Videos. Wie echte Männer sind links, also wie wie Dara das lustigerweise umgedreht hat. Ja, es brauchst du bisschen – mittlerweile, mittlerweile ist es so, dass du in Deutschland du brauchst kein Telegram mehr, du brauchst keinen Facebook mehr, du brauchst nichts mehr, du kannst einfach öffentlich-rechtlichen gucken und wirst zum AfD-Wähler. Einfach die machen äh so in den deutschen Talkshows ist gar nicht mehr die Frage: abschieben ja oder nein, sondern die Frage ist nur noch: wie schieben wir ab, ne? Viele und Sozialstaat zerkloppen. Ja oder nein ist auch nicht mehr die Frage, sondern nur noch: wie zerkloppen wir den Sozialstaat? Genauso wie Aufrüstung, Militarismus und so weiter. Auch nicht mehr die Frage ist: ist das richtig oder nicht, sondern die Frage ist nur: wie kriegen wir die Leute zum Kämpfen? So, also das ist halt, du brauchst dir wirklich nur öffentlich-rechtlichen angucken und du wirst einfach zum AfD werden. So traurig das ist.

Wir haben eine Frage von Kant, remember? Also, wie Kant läuft – also, der Journalismus lediglich dem Zeitgeist hinterher oder bildet ab? Na ja, es gibt eine dritte Option: Er schafft ihn. Also, ich meine, alles was wir über Politik denken, wird vermittelt über die medialen Diskurse. Ja, also ich habe das schon bei Ole vorhin gesagt, äh die Menschen in Solingen, die wären mir prinzipiell jetzt egal gewesen. Tut mir leid, ich kenne die nicht, äh wenn es nicht, wenn nicht für eine Woche jeden Tag die Tagesschau begonnen hätte mit: Ja, also wir haben jetzt hier neue Erkenntnisse zu Solingen. Wo erinnert ihr euch noch? Da ist ein Mann mit einem Messer in eine Menschenmenge gegangen und hat acht Leute umgebracht. So, das ist wichtigstes Thema. Danach Markus Lanz und morgen redet auch Maybrit Illner noch mal zu diesem Thema. Das heißt, wenn es nicht das, wenn es nicht diese mediale Berichterstattung gegeben hätte, wäre es mir wurscht gewesen und euch allen auch. So, das heißt, also der Zeitgeist, der Zeitgeist wird von Axel Springer und Konsorten ähäh wird der geschaffen. Genau. Ja. Und der öffentlich-rechtliche läuft hinterher. Besser kann man es nicht formulieren. Ja, also es es tut eigentlich schon weh, wie simpel das Ganze ist. Mm. Ich meine, was man schon sagen muss, obwohl das frage ich jetzt dich, weil ich lese die TAZ nicht. Vielleicht liest du sie auch nicht, aber was die ist vielleicht nicht die Bildzeitung. Also es gibt vielleicht noch manche Blätter, die einfach fundamental nicht die Bildzeitung sind. Da gehört die TAZ dazu. Nicht dass die TAZ jetzt unbedingt immer gut ist, aber ist zumindest besser als die Bildzeitung oder was anderes, sagen wir so, und nicht nur eine Übersetzungsleistung. Willst du dem zustimmen? Oder ja ja klar. Da finden sich also auch bei der Zeit gibt es hin und wieder Artikel, wo ich sage: Oh, das ist wirklich guter Journalismus und so. Meine, wir reden ja über strukturelle Dinge hier und nicht über einzelne Artikel und so. Ja, dann wiederum weniger Leute lesen die Zeit, also die Zeit als die Bild, und noch weniger die TAZ als die Bild, ist halt das halt das Ding. Ja. Und was was ja wirklich perfide ist, wenn ich mir diese Medienlogik anschaue: Du hast was in der Bildzeitung, dann hast du es vielleicht die Woche drauf in der Welt, und dann hast du es den Tag drauf im öffentlich-rechtlichen. Also das ist ja eine Legitimierung in dem, also ist in dem unbeschreiblichen Ausmaß. Sagt das: „Ja, danke Bild, ihr macht ganz tollen Journalismus. Jetzt sind wir beim, wir Doofen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk, sind auch drauf gekommen.“ Also wenn man dem so hinterherläuft, das also mehr am eigenen Ast kann man ja nicht sagen, wenn man die ganze Zeit sagt: Ja, danke Bild, danke, ihr habt die Vorarbeit geleistet, wir haben jetzt verstanden das wichtige Thema. Ohne euch könnten wir unsere Arbeit gar nicht eigentlich könntet ihr ja auch unsere Arbeit… Wisst du was? Bild, neue neue öffentlich-rechtliche. Trick von Storch hat im deutschen Bundestag gesagt, ähm dass ähm die Grünen endlich verstanden haben, was die AfD möchte und ja jetzt auch deren Position übernimmt und ähm äh für Pushbacks an den Grenzen ist und so. Und dann hat sie gesagt: Das ist für mich eine wirkliche Zeitenwende, ne, also ne. Und Frank Baumann hat gesagt: Die CDU hat unser Wahlprogramm äh kopiert, was auch richtig ist, ne. Und dann stehen die da und sagen: Wir sagen das seit 10 Jahren, und jetzt fällt es denen endlich auf, aber die werden es eh nicht machen. Wir werden, hätte dir gleich uns gewählt. Ja, es ist dumm dumm dum dum. Ich frage mich jetzt wirklich, es ist ja gleich Einsatz. Es ist ja nicht kompliziert. Wieso checken die das nicht? Man muss ja fast zum Alhut-Menschen werden. Ja, es ist verrückt. Also es ist wirklich, es ist äh ich wie wie Karl auch manchmal sagt so: Ich mal mir bald so ein Jokergesicht und setze mich hier hin wie Ken Jepson, so, weil es ist wirklich, also du denkst dir halt so: Leute, es ist, du musst jetzt nicht wirklich der krasseste Denker sein damit dafür, dass dir das auffällt oder so ne, und trotzdem, trotzdem ist machen alle mit dabei. Es ist verrückt. Ja. Lass dich nicht aufhalten. Viel Spaß bei deinem Stream. Cool, dass du kurz Zeit gefunden hast. Ja, hab mir viel Spaß gemacht, ne, die ganz großen Themen besprochen. Ja gut. Von Gas gehen zu öffentlich-rechtliche. Sehr gut. Ja. Ja gut. Hängt ja auch zusammen, ne? Wenn du startest, dann ich rüber, gell, weil ich bin heute, ich bin fertig. Ja, aber aber pass auf, wir machen wegen Speaking, ne, ist kein… Ja, alles klar. Ich bleib weg. Tschüss. Nein nein, kannst ruhig rein. Ja ja ja. Ciao, bis später. Ciao. Lustiger Kelle.