Transcription
Hallo meine Lieben! Mein Name ist Samantha. Ich bin Online-Deutschtrainerin und Logopädin.
In diesem Video zeige ich dir, welche konkreten Maßnahmen du ergreifen musst, um deine Aussprache zu verbessern und deinen Akzent langfristig zu reduzieren, damit du endlich verständlicher Deutsch sprichst. Sieh dir auch gerne meine anderen Videos aus meiner Aussprachereihe an und hole dir gerne mein E-Book mit 5 Tipps, um besser Deutsch zu sprechen auf meiner Website www.samantha-fernandez.com. Dort findest du auf meinem Blog auch den Artikel zu diesem Video und viele weitere Videos, MP3s und PDFs kostenlos zum Herunterladen.
So, und jetzt lasst uns gleich starten! Ein Kind benötigt mehrere Jahre, um die Muttersprache zu erlernen, nicht nur die Grammatik, sondern auch die Aussprache. Die kleine Sonja war ein bisschen langsamer mit der Aussprache und jetzt in der Schule mit sieben Jahren kann sie endlich das SCH richtig aussprechen und das S. Paul hat sich ein bisschen leichter getan. Er konnte die Laute schon mit fünf Jahren korrekt aussprechen und war verständlich. Und auch mit der Grammatik ging es bei ihm schneller. Und genauso ist es bei uns erwachsenen Sprachlernen auch. Der eine braucht ein bisschen länger, der andere braucht ein bisschen kürzer. Wenn wir eine fremdsprache erlernen, dann ist das ein Prozess, das heißt wir brauchen Zeit, wir brauchen Übung und wir brauchen Geduld.
Den Akzent loszuwerden lohnt sich deshalb, weil du dann verständlicher bist für dein Umfeld im Beruf und im Alltag und weil dein Umfeld dich nicht mehr so unterschätzt. Wenn du jetzt die Grammatik schon gut beherrschst, aber dein Akzent noch sehr stark ist, wirst du oft unterschätzt und die Leute denken sich: "Wie spricht die denn?" oder "Wie spricht der denn?", obwohl du eigentlich so viel kannst.
Welche fünf konkreten Maßnahmen benötigst du, um deine Aussprache zu verbessern?
Maßnahme Nummer 1: Das Hören, die auditive Wahrnehmung. Je besser du die Laute verstehst und unterscheiden kannst, einzeln, in Silben, in Wörtern, in Sätzen, desto besser wirst du sie auch sprechen können. Unsere auditive Wahrnehmung hat ganz klar einen Einfluss auf unsere Aussprache. Das ist auch der Unterschied zur Grammatik. Du kannst die Grammatik auch aus Büchern lernen. Die Aussprache aus Büchern zu lernen ist sehr sehr schwierig. Du musst die Aussprache hören, dich an den Klang gewöhnen, an die Laute gewöhnen, an die Sprachmelodie gewöhnen und dann lernen das umzusetzen. Deshalb gehört zu einem Aussprachetraining immer ein Hörtraining. Erst üben wir die einzelnen Laute konkret und im Kontrast zu anderen Lauten zu hören. Zum Beispiel, wenn du das SCH nicht aussprechen kannst und es mit dem S verwechselst, zum Beispiel in dem Wort SCHport und du sagst Sport. Dann würden wir üben, dass du diese Laute unterscheiden kannst.
Maßnahme Nummer 2: Deine Mundmotorik trainieren. Die Mundmotorik, das heißt die Bewegung deiner Sprechorgane ist so wichtig, damit du bestimmte Laute bilden kannst. Wenn du jetzt zum Beispiel das SCH gar nicht aussprechen kannst oder eher so ein bisschen wie eine Mischung aus dem S und dem SCH, dann müssen wir erst einmal gucken, wie stark deine Zunge ist, wie stark deine Lippen sind, wie sich deine Sprechorgane bewegen können. Und ich zeige dir verschiedene Übungen, wie du dich auf diesen Laut vorbereiten kannst, auf das SCH. Hier würden wir zum Beispiel so eine Übung machen: Die Zähne schließen und die Lippen nach vorne schieben. Eine Schülerin von mir meinte einmal, ein Duck-Face machen, ja, wie so eine Ente, und damit trainieren wir die Muskulatur, die wir für diesen Laut benötigen.
Vor der Eigenwahrnehmung kommt die Fremdwahrnehmung. Das ist Maßnahme Nummer 3. Das heißt, du musst erst einmal lernen, deine Umgebung wahrzunehmen und du wirst das merken. Alle meine Schüler, die ein Aussprachetraining bei mir machen, sagen: Ich höre auf einmal nur noch diese Laute, die wir miteinander trainiert haben. Ja, und das ist super, weil dein Gehirn bemerkt hat: "Ah! Ich muss auf diese Laute achten und die kann man auf verschiedene Arten und Weisen aussprechen." Zum Beispiel habe ich mit meiner Schülerin das O (lang/geschlossen), O (kurz/offen), U (lang/geschlossen) und U (kurz/offen) trainiert und sie hat auf einmal nur noch diese Laute in ihrer Umgebung gehört und dadurch dann auch gelernt, wie sie die Laute ausspricht. Das heißt, sie hat nicht nur ihre Umgebung wahrgenommen, sondern dann auch sich selbst viel viel besser. Wenn sie zum Beispiel das Wort so gesagt hat, hat sie gemerkt: Ah, sie macht ein offenes O und kein geschlossenes O, so. Oder wenn sie zum Beispiel das Wort gut gesagt hat, hat sie dann gemerkt: Ah, man sagt kein offenes U, sondern ein geschlossenes U, gut. "Ah, das ist gut!" Und genauso wird sich deine Wahrnehmung verändern, in diesem Prozess. Du wirst deine Umgebung, die Menschen in deiner Umgebung, viel besser wahrnehmen und dann am Ende auch dich selbst und deine Aussprache.
Maßnahme Nummer 4: Das Sprechen. Ohne Sprechen geht es natürlich nicht. Die Aussprache, wie der Name schon sagt, muss trainiert werden. Das geht nur, indem du übst und wiederholst. Die Wiederholung gehört auch dazu. Es macht wenig Sinn, wenn du den neuen Laut im Aussprachetraining lernst und ihn dann zu Hause nicht mehr übst und dann eine Woche später wieder kommst und wieder auf dem gleichen Stand bist. Nein! Wir wollen ja vorwärtskommen, du willst vorwärtskommen. Deshalb ist es ganz wichtig, dass du dir jeden Tag Zeit nimmst, um deine Routine, deine Ausspracheroutine zu entwickeln. Übe lieber jeden Tag zehn Minuten anstatt einmal pro Woche eine Stunde. Denn oft sind unsere Sprechorgane überfordert, wenn du nur einmal pro Woche eine Stunde übst. Dann bekommst du hier Schmerzen oder es ist sehr unangenehm. Langfristig wird sich weniger verbessern. Das heißt: Lieber weniger Zeit pro Tag investieren, aber dafür regelmäßiger. Sieh dir gerne mein letztes Video an: Dein Weg, um mit weniger Akzent Deutsch zu sprechen. In diesem Video gehe ich auf die Schritte ein, die du gehen musst, um deine Aussprache zu verbessern.
Die Maßnahme Nummer 5 sind Tipps und Tricks aus der Logopädie, wie beispielsweise die lautunterstützenden Bewegungen. Lautunterstützende Bewegungen sind Bewegungen, die dabei helfen einen Laut besser zu bilden. Zum Beispiel den Laut S. Hier können wir unsere Hände verwenden und zum Beispiel S machen oder auf dem Tisch S. Das heißt, unsere Hände imitieren die Bewegung unserer Zunge. Das ist wissenschaftlich noch nicht ganz so gut erwiesen, aber es funktioniert in der Praxis. Das sehe ich immer wieder, dass sich meine Schüler wirklich leichter tun, die Laute zu artikulieren. Im Regelfall ist es so, dass du Unterstützung dabei brauchst, um die korrekte Aussprache zu erlernen. Das heißt, die Aussprache ist nichts, was du einfach so nebenbei machen kannst. Du musst gezielt an ihr arbeiten. Genauso wie du dich zum Beispiel auf eine Prüfung vorbereitest und Aufsätze schreiben musst, genauso musst du die Aussprache üben und dich wirklich darauf konzentrieren. Das kann mehrere Wochen oder Monate dauern. Denn die Grammatik hast du ja auch nicht in zwei Monaten gelernt oder in sechs Monaten, wenn du das Level B2 hast. Und genauso ist es mit der Aussprache: Du musst dir Zeit geben, du musst üben und du brauchst ein bisschen Geduld mit dir selbst.
Hast du gewusst, dass das Hören so wichtig ist, um seine Aussprache zu verbessern und um seinen Akzent zu verlieren? Hast du gewusst, dass man seine Mundmotorik trainieren muss, um einen bestimmten Laut bilden zu können? Schreibe mir das gerne in die Kommentare!
Schaue gerne auf meiner Website vorbei, wenn du ein individuelles Online-Aussprachetraining oder ein individuelles Online-Grammatiktraining machen möchtest. Ich bin auf das Sprechen spezialisiert, das heißt ich kann dir zeigen, wie du grammatisch korrekter, mit weniger Akzent und flüssiger Deutsch sprechen kannst und wir trainieren das natürlich zusammen. Bis zum nächsten Mal! Ich wünsche dir jetzt noch einen wundervollen Tag und ich hoffe, dass du immer daran denkst, dass du wertvoll bist und dass die Welt dich braucht! Bis zum nächsten Video!