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Hallo und herzlich willkommen zu unserem neuen Video. Heute haben wir für Sie eine neue Patientenvorstellung vorbereitet: zu unserem ersten Fall, dem Koronarsyndrom. Auch wenn’s wieder eine neue Aufgabe für Sie bedeutet, und zwar wünschen wir uns, dass Sie sich Fragen überlegen, die am Ende des Arztgesprächs auch in der Prüfung gestellt werden könnten. Überlegen Sie sich bitte Fragen und auch passende Antworten dazu, und nennen Sie uns diese in den Kommentaren. Wir freuen uns drauf und wünschen Ihnen viel Spaß beim Zuschauen und viel Erfolg beim Überlegen der Fragen. [Musik]
Schönen guten Tag, Frau Oberärztin. Haben Sie einen Moment Zeit für mich? Dann käme ich sehr gerne. Wie kann ich Ihnen helfen? Ich würde Ihnen gerne eine neue Patientin vorstellen: Frau Pauline Breit. Sie ist eine 57-jährige Patientin, die am ersten Februar 1963 geboren wurde. Frau Breit ist 1,70 m groß und wiegt derzeit 67 kg. Frau Breit ist verheiratet, lebt mit ihrem Ehemann zusammen und hat eine 25-jährige Tochter, die derzeit vor Ort studiert und auch gar nicht mehr zu Hause wohnt.
Der Grund der Aufnahme war, dass Frau Breit sich heute mit plötzlich aufgetretenen retrosternalen Schmerzen vorstellte. Die Schmerzen – bzw. die Schmerzlokalisation – beschrieb sie als drückend, und sie beschrieb die Schmerzen zudem als dumpf und drückend, mit einer Schmerzintensität von sechs von zehn auf einer Schmerzskala. Sie gab an, dass die Schmerzen bei Bewegung stärker würden. Außerdem haben die Schmerzen wohl im Ruhezustand angefangen, als sie gestern Abend auf der Couch saß und dort fernsehen schaute. Auf die Frage, ob sie solche Schmerzen bereits hatte, sagte sie ja; allerdings hatte sie solche Schmerzen eher bei Belastung, und zwar wenn sie mal die Treppen gestiegen ist oder etwas Schweres getragen hatte oder auch mal schneller unterwegs war. Dass die Schmerzen im Ruhezustand aufgetreten sind, hatte sie so das erste Mal. Auch eine Begleitsymptomatik gab Frau Breit an, und zwar Übelkeit oder Erbrechen und Herzpochen, allerdings nachts. Frau Breit befand sich während unseres gesamten Gesprächs in einem altersentsprechend orientierten Allgemeinzustand und in einem guten Ernährungszustand.
Die Frage nach Vorerkrankungen ergab eine arterielle Hypertonie sowie eine Niereninsuffizienz. Sie gab an, keine Medikamente dagegen einzunehmen. Sie gehe aber wohl regelmäßig zum Hausarzt, um beides kontrollieren zu lassen. Der Impfstatus der Patientin sei vollständig; einen Impfpass hatte sie nicht dabei. Des Weiteren berichtete sie von einer Tonsillektomie in der Kindheit sowie einer Appendektomie, als sie 18 Jahre alt war. Bei beiden Operationen verliefen nach ihrer Aussage komplikationslos. In der vegetativen Anamnese nannte Frau Breit Schwierigkeiten beim Einschlafen, Nachtschweiß, Potenzverlust sowie einen leichten Gewichtsverlust. Ansonsten war die vegetative Anamnese unauffällig. Der Zyklus der Patientin sei regelmäßig und ohne besondere Vorkommnisse. Auch Allergien gab Frau Breit an: Sie habe eine Nickelallergie und auch eine Allergie gegen braune Pflaster. Die Unverträglichkeit gegen die braunen Pflaster äußere sich mit extremen Juckreiz; die Nickelallergie dagegen nur mit leichten Rötungen. Frau Breit gab außerdem an, dass sie öfter Stress bei der Arbeit habe, weswegen sie vermehrt rauche – etwa eine halbe Packung Zigaretten täglich. Winterlich gelegentlich ein Glas Wein oder Bier am Abend. Der Drogenkonsum wurde von der Patientin verneint. Außerdem gab Frau Breit an, dass ihr Vater an einem Glaukom litt; die Mutter sei bei einer Bypass-Operation verstorben. Geschwister habe sie keine.
Aufgrund der anamnestischen Angaben gehe ich sehr stark von einem akuten Koronarsyndrom aus. In der Differenzialdiagnostik kommen nur eine instabile Angina pectoris sowie ein Myokardinfarkt in Betracht. Als Sofortmaßnahmen haben wir die Patientin an ein Sauerstoffgerät angeschlossen. Für weitere diagnostische Abklärung empfehle ich ein Langzeit-EKG, eine koronare Angiographie und die Bestimmung biochemischer Marker. Vielen Dank für die Vorstellung der Patientin. Ich habe meine erste Frage. Sie haben wie im Chemischen Marker erwähnt, können Sie uns erklären, worauf dabei besonders zu achten ist?
Ja, also bei biochemischen Markern ist besonders darauf zu achten, dass die Laborwerte zeitversetzt ansteigen. Das Myoglobin zum Beispiel steigt zwei bis sechs Stunden nach dem Infarktereignis an, und das Troponin drei bis sechs Stunden danach. Deshalb ist eine wiederholte Labor- und EKG-Kontrolle nach vier bis sechs Stunden zum sicheren Ausschluss unerlässlich.
Noch eine weitere Frage. Eine der von Ihnen genannten Differentialdiagnosen war ein Myokardinfarkt. Wissen Sie, worauf man dabei besonders zu achten ist? Bei einem Myokardinfarkt ist darauf zu achten, dass man sich auf – ja, ich sag jetzt mal – EKG-Werte, die jetzt kein Infarktzeichen andeuten, nicht gleich verlassen darf. Das liegt daran, wie gerade beschrieben, die Laborparameter zeitversetzt ansteigen, und deswegen sollte man noch da den Patienten beobachten und auch nach einer Weile noch mal EKG und Laborparameter messen.
Das klappt. Kennen Sie denn die Abkürzung von einem akuten Koronarsyndrom? Ja, das ist ACS, kommt aus dem Englischen für Acute Coronary Syndrom. Sehr gut. Und eine letzte Frage für Sie. Sie haben die Koronarangiographie vorhin erwähnt. Können Sie diese bitte erklären? Wann sollte man diese durchführen? Die Koronarangiographie zählt zum Goldstandard in der Diagnose und auch bei der Schweregradbeurteilung bei koronaren Herzerkrankungen.
Vielen Dank für die Erklärungen und das Gespräch. Bis später!