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Userfrage: Wohin Auswandern und Gesellschaftszyklen

Horst Lüning (UnterBlog)19:46

Transcription

[Musik] Guten Abend und herzlich willkommen im Unternehmerblog, kurz Unterblock genannt. Begleiten Sie mich auf meinem Lebensweg und lernen Sie die Geheimnisse der Gesellschaft und Wirtschaft kennen, die von Politik und Medien gerne verschwiegen werden.

Ein Wort zu diesem Video vorweg: Ich komme langsam vor wie Dr. Sommer, falls Sie den noch damals aus der Bravo kennen. Ja, da ging es so um die Sorgen, die die Teenager haben, vor allem bezüglich des anderen Geschlechts. Nein, hier geht es um die Sorgen, die meine Zuseher haben, und die sind wirklich gravierender Natur, existenzieller Natur. Und dieses Video – ja, ich weiß – wird wieder ein paar Dutzend besorgte Mails bei mir aufschlagen lassen, mit einem Haufen Fragen, die ich mich bemühe, alle zu beantworten. Ich schaffe es auch in der Regel, so vielleicht nicht in dem Umfang, wie die Leute das wollen, aber Summe habe ich jetzt wahrscheinlich schon – ich weiß nicht – 100, 150, vielleicht auch 200 solche Auswanderungsmails erhalten. Und die Leute machen sich wirklich Gedanken. Und dieses soll jetzt hier ein exemplarisches, eine exemplarische Mail sein, die Ihnen zeigen soll, wie das so abgeht. Und immer wird dann gebeten, dass ich das also alles dann anonymisiere und dass es confidential ist, weil ja dann könnte vielleicht ein Arbeitskollege rausbekommen, dass man das selber wäre, und dann wäre das also ganz schlimm, und dann ist man vielleicht der Erste, der rausgeschmissen wird. So, also soweit ist es schon gekommen, dass die Leute sich darüber Sorgen machen. Ja, und heute will ich also eine Mail beantworten. Und ganz zum Schluss gibt es wieder ein Zitat von – ja – aus dem Volksmund, ne.

So, sehr geehrter Herr Lüning, schon seit einigen Jahren folge ich Ihnen auf YouTube und schaue regelmäßig Ihre Videos. Ich möchte Ihnen meinen Dank für die unermütbare Arbeit und Aufklärung, die Sie leisten, aussprechen. Vielen Dank dafür. Ja, ich danke dafür, dass Sie bei mir zuschauen, dass nämlich dann meine Arbeit ja für mich einen Sinn ergibt. Das ist also beidseitig, und ich lerne eine ganze Menge dazu. Und das, was ich hier über diese Mail und über die Kommentare, die ich nahezu lückenlos lese, lerne, ist also unheimlich viel, was meinen Horizont erweitert und ich sehen kann, wie die Welt um mich herum tickt. Ich schreibe Ihnen, um nach Ihrer Einschätzung zur aktuellen Entwicklung und Option einer möglichen Auswanderung zu fragen. Da muss man an dieser Stelle nun Antworten – ist glaube ich irgendwo in irgendeinem Gesetz verboten, dass man eine Auswanderungsberatung macht und jemanden auffordert auszuwandern oder irgendwie so, weil das im Prinzip ja staatschädigend ist. Also insofern kann ich Ihnen da nichts raten, will Ihnen auch nichts raten und kann Ihnen wahrscheinlich nichts raten. Jeder Mensch ist komplett anders, jeder muss sich das selbst informieren über Dinge, und ja, hier mich zu fragen und eine Antwort zu bekommen ist eine Art, aber Sie müssen sich natürlich viel, viel mehr an vielen, vielen Stellen informieren. Die Entscheidung, die Sie fällen, die bleibt natürlich Ihnen komplett selbst überlassen. Und nachher zu sagen, der Lüning hat gesagt, ja, so geht’s nicht, ne – also heftiger Disclaimer: Sie sind für Ihr Leben selbstverantwortlich. Wer hätte das gedacht?

Ja, zu meiner Person: Mein Name ist S., 40 Jahre und studierter Ingenieur. Ich arbeite in der technischen Entwicklung für die Elektromobilität eines deutschen Automobilherstellers. Meine Frau arbeitet mit Sprachen. Das habe ich jetzt also weitgehend anonymisiert, und das klingt jetzt gut. Allerdings geht die Automobilindustrie in den Bach runter, auch wenn man jetzt in der Elektromobilität in Deutschland arbeitet. Ich sehe da also schon harte Zeiten, auch für die Elektromobilität in Deutschland, auf uns zukommen, weil wir einfach ein unglaublich teurer Standort sind. Und jetzt gerade hat man mitbekommen, dass also Mercedes da einen Haufen Produktion ins Ausland verlagert und immer weniger im eigenen Land hält. Wir sprechen beide fließend Englisch sowie eine wichtige slawische Sprache. Gemeinsam mit meiner Frau und unseren Kindern leben wir in einer süddeutschen Großstadt. Die letzten Jahre haben wir uns hier eine Existenz aufgebaut. Vor dem Hintergrund der Veränderungen, die Deutschland im letzten Jahrzehnt durchlaufen hat, blicken wir doch mit einiger Sorge in die Zukunft. Wer tut das nicht? Das ist ja das, worum es überhaupt geht. Wie sieht die Zukunft von uns aus, und wie wird die Zukunft gemacht? Ist das, was unsere Politiker für uns tun, das, was wir brauchen? Ist das vielleicht für die große Masse, aber für Sie speziell nicht? Oder ist es für ein paar spezielle Leute, vielleicht die Politiker und die große Masse nicht? Ja, kann auch sein. Ist also richtig schwierig. Und jetzt die weiteren aktuellen Entwicklungen in Bezug auf innere Sicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und die bevorstehende Geldentwertung, die Finanzpolitik der künftigen Regierung – lassen uns nicht gerade mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Eine Verbesserung der Dinge ist nicht zu erwarten, im Gegenteil. Und genauso ist es. Und am letzten Freitag ist dazu ein Video von mir erschienen über den ganzen Schuldenwahnsinn, und da finden Sie hier den Einsprunglink dazu. Und das geht im Moment dermaßen rasant, da bin ich froh, dass ich in meinem Video über allgemeine, grundlegende Dinge bei solchen Schulden gesprochen habe und nicht über spezielle Auswirkungen und so weiter, sondern die grundlegenden Dinge, dass Sie wissen, was diese Schulden tun, so weiter.

Schon seit längerem bewegt uns der Gedanke der Auswanderung. Grind Grind – nein, Grund hierfür sind vor allem die Themen Sicherheit, finanzielle Stabilität sowie die Aufrechterhaltung des Lebensstandards. Das sind die – wie ich sagte – die Punkte, die Kernthemen eines jeden, und die Politik sieht das nicht. Das ist jetzt flopsig gesagt. Sie gibt vielleicht auch nur vor, es nicht zu sehen. Vielleicht ist das ja gewollt. Herr Lüning, Sie sind noch nicht so weit. Das und das und das und das kommt dann alles, ne? Es gibt immer die große Frage: Ist es Dummheit oder Absicht? Und ganz, ganz häufig kommt man mit Dummheit zurecht. Wenn man sich jetzt Herrn Merz anschaut, es könnte kte sein, dass das der schnellste nicht Bundeskanzler gewesen ist, den es jemals gegeben hat. Ihm schlägt gerade also der Gegenwind aus der eigenen Partei entgegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Union sich jetzt spaltet, ist relativ hoch, ne. Also kann ich durchaus mir vorstellen, und dass dann vielleicht Söder doch noch Kanzler wird. Also dieser Termin zur Kanzlerwahl wird hochinteressant, wird man dann sehen. Aber das ist jetzt so ein Spektakel und Belustigung, da ist nichts Positives für uns dabei, weder für Sie noch für mich, ne. Also das ist nur – halten Sie Popcorn bereit – das ist alles so… Meine Frage an Sie: Welche Länder würden aus Ihrer Sicht für eine nähere Auswahl in Frage kommen, wenn man, wie wir, noch mitten im Berufsleben steht und man in der westlichen Hemisphäre bleiben möchte? Da möchte ich Sie auf zwei Videos hinweisen. Ich weiß nicht, das eine ist bei YouTube online, das andere glaube ich nicht – gebe ich Ihnen hier ein oder zwei Einsprungpunkte. Und es gibt noch ein weiteres dann auf Odyssee, aber ich glaube, das andere durfte ich nicht oder konnte ich nicht irgendwie zeigen. Und da versuche ich rationale Punkte zu finden, nach denen man die Länder aussuchen kann. Muss jeder dann die Bewertung für sich selber machen. Und ich habe dann so offizielle Kennzahlen genommen, wie – wie Redefreiheit – bei uns her Redefreiheit. Man muss bloß mit dem Ergebnis klar kommen. So, und dann Einkommen: Wie ist die Verteilung? Wie ist der Wohlstand in dem Land? Und da habe ich also einige Punkte, rationale Punkte, zusammengestellt, hab’ versucht, welche Mittelwerte zu bilden. Ja, da können Sie auch noch mal reinschauen.

Die westliche Welt ist jedoch gemeinsam auf dem Weg in den Abgrund. Die Frage stellt sich: Warum? Nur ein ganz paar wenige Länder versuchen sich jetzt diesem Zug zu entziehen, wie jetzt gerade die USA oder auch wie Ungarn schon geraume Zeit. Italien versucht gerade eine Wendung, ob es noch reicht, mal sehen, ob es nicht reicht. Und so gibt es jetzt mehr und mehr Länder, die sich hier für konservative Regierungen entscheiden. Und ob die so den Mumm haben und die Kraft haben, sich diesem Niedergang entsprechend entgegenzustellen, ist die ganz große Frage. Und die Menschheit hat ein Gedächtnis. Wir haben also die Gene, Genes in uns, die unser – die die uns zu einem guten Teil bestimmen. Aber es gibt auch die Memes, das Gegenstück zu den Genen. Das sind ja das gelernte Wissen der Menschen, was von Generation zu Generation weitergegeben wird, über gesellschaftlichen Austausch, über gesellschaftlichen Zusammenhang, über gesellschaftliches Wissen. Und wir sind jetzt ja – und da gibt es von Strauss und Howe – da habe ich mal über deren Generationentheorie und das Fourth Turning, die vierte Wendung, die also dann durchs Chaos führt, habe ich ein Video gedreht. Die beiden Bücher von denen, Generationen und The Fourth Turning, findet man kostenlos im Netz. Ich gebe Ihnen mal unten Einsprungpunkte. Wenn Sie Kindle Unlimited haben, können Sie auch kostenfrei das eine Buch lesen. Da sehen Sie, wie diese gesellschaftlichen Wellen, diese gesellschaftlichen Zyklen – die einen kommen aus dem Dreck raus, wir ackern wie die Verrückten, die nächsten bauen auf, kommen auf ganz tolle Höhen – das ist meine Generation – dann die Kinder leben im Wohlstand, kommen die ersten Zerfallserscheinungen, und dann kommt die vierte Generation, die völlig gaga ist, nichts mehr lernt, meint, die Welt gehört ihnen, kann aber nichts und laufen dann über ihr Unwissen ins Verderben. Dann geht’s dann durch eine Krise, die in der Vergangenheit nicht allzu selten in Krieg ausartete, und dann kommt man hinten wieder raus mit dieser Generation, die wieder aufbauen muss, und so weiter, ne. Und das geht dann so seit – ich weiß nicht – 1680 oder so oder 1580. Kann man das am Beispiel von USA gesehen, wie diese gesellschaftlichen Wellen laufen. Und wir sind nun 80 Jahre nach dem Krieg. Das gesellschaftliche Wissen, die Memes, lassen nach, und es schaut nicht gut aus mit dem Wissen, was unsere Jungen haben. Die wählen hurtig absolut links. Ja, kann man machen, sollte man nicht machen. Sozialismus hat noch nie funktioniert. Man muss es nur wirklich mal probieren. Ja, man hat es schon mehrere hundert Mal wirklich probiert, hat aber nicht geklappt. Gibt Gründe dafür, kennen Sie auf meinem Kanal oft genug.

Tja, China ist erst 40 Jahre später aus dem Dreck rausgekommen. Das ging dann so Ende, Mitte der 80er kam diese ungefähr raus, und die Gesellschaft ist ganz im Gegensatz zu unserer westlichen Propaganda auf dem Höhepunkt des Schaffens. Die haben natürlich auch ein paar Fehlallokationen, z.B. Wohnungsbau – ja, stehen die ganzen leeren Wohnungen rum und so was – waren bei uns in den 70er Jahren, neuer Heimatskandal, Gewerkschaft am – wurde gebaut wie verrückt damals, unendliche Millionen oder waren es gar schon Milliarden versenkt und so. Die gesamte Immobilienkrise haben wir auch alle gehabt, ne. Jetzt wirft man ihnen das vor und sagt, die stehen am – am Grund – nee, die sind oben auf dem Pie. Jetzt beginnen so langsam wie Zerfallserscheinungen, aber die nächsten 25 Jahre gehen dort noch ganz gut, ganz bestimmt. In Russland ist nach der Staatspleite sind jetzt erst 27 Jahre vergangen, und da geht es also steil, ne. Will man durch Propaganda auch nicht hören. Man sollte sich mal den Bericht aus der Weltwoche – gibt’s ein Video von Herrn Roger Köppel von der Weltwoche – ich versuche mal unten das Video dann in der Beschreibung und hier oben auch mit reinzufügen, dass ich mal sehen können, wie das in Moskau zugeht. Da gibt’s keine Graffitis da in der U-Bahn, können Sie vom Fußboden essen. Also ganz, ganz andere Dinge. Und – und nachts können die Damen im Sommer leicht bekleidet ja über die Straßen laufen, ohne dass irgendwas passiert. Ist eine ganz andere Gesellschaft mit einem ganz anderen Zusammenhalt als diese zerfletterte Gesellschaft bei uns, das mittlerweile schon ist. Konnte man bei uns früher auch weitgehend, ne. Tja, aber Sie suchen nun den Westen, und da bieten sich dann jetzt die Oststaaten EU an. Gehören auch zum Westen, bei denen ging es ja auch erst 1992 los mit der Entwicklung. Die sind auch noch klar im Kopf, ne. Und da sehe ich auch noch einige Jahrzehnte bei denen ganz gut vorangehen. Australien, Neuseeland sind auch fit, weil es auch bei denen erst in den 70er Jahren so richtig abging. Verwandtschaft von mir war für viele, viele Jahre nach Australien ausgewandert, und zwar damals in den 60er, 70er Jahren, wo also damals das dort erst richtig losging, und hat er tolle Dinge erzählt. Der ist mittlerweile deutlich über 80, und da kann man sehen, dass es also bei denen erst später losging. Da war bei uns schon ganz gut was los, da ging das bei denen erst deutlich später los. Also werden auch die später dann in der Versenkung mit diesen großen Wellen verschwinden, sieht aber nach wie vor für die nächsten Jahrzehnte dort ganz gut aus. Und dann gibt’s natürlich die konservativen Staaten in den USA, die typischen Flyover States, und bei denen ist die Zeit stehen geblieben. Und ich bin dort auch schon gewesen, und dort ja herrscht ein – ja – Konservativismus vor, ein Dinge, die man tut und Dinge, die man nicht tut, ein gesellschaftlicher Zusammenhang, der da ist. Das sind also – ja – vernünftige Leute, kann man gar nicht anders sagen. Hin und wieder werden sie dann überfallen, und zwar mit Regulatorik und Geld auspressen von der Zentralmacht in Washington D.C. Kann Ihnen dann dort auch passieren, aber dort ist die Welt noch in Ordnung, auch wenn – ja – aus der Zentrale jetzt die Inflation bei denen auch mittlerweile ganz schön zuschlägt und die Jobs auf dem Land relativ schwach sind, wenige sind, zum Teil aber auch damit zusammen, dass sie dort nicht so wahnsinnig gut ausgebildet sind, weil einfach Ausbildung und Universität sehr, sehr teuer ist. Da kann man sich dann schon auch ein Leben aufbauen. Man tritt dann allerdings ein paar Jahrzehnte zurück, ne, muss einem auch klar sein.

Und jetzt geht’s bei ihm weiter: Einer unserer Favoriten wäre Tirol, genauer gesagt, der ländliche Bereich um Innsbruck. Wir sehen hier gute berufliche Perspektiven, wie wir im ersten Gespräch mit potenziellen Arbeitgebern erfahren konnten. Zudem bewegen wir uns noch im gleichen Sprachkreis und sehen hier eine hohe Lebensqualität. Und es ist bewusst, dass Österreich und ganz Westeuropa ähnliche Probleme zu oben aufgeführten Punkten hat. Wenn ich so eine Mail habe, dann beantworte ich die von oben runter. Ich lese nicht erst durch und schreibe dann wieder – viel zu viel Zeitverschwendung – sondern ich schreibe dazu, was mir einfällt. Und jetzt kommt der – sagt – ganz Westeuropa. Also er weiß, dass dann Bergauf geht, ja. Also deshalb kommt jetzt hier die Sache doppelt, aber gut. Ein Freund von mir ist zur Rente ins Stillertal gezogen. Da war er schon als Jugendlicher gerne zum – zum Urlaub, und dort kann man an den Hängen wunderbar Drachen fliegen. Also alles wunderbar. Und auch dort fängt es gerade mit dem ökosozialistischen Irrsinn an. Also Wien – auch wenn ist Tirol relativ weit von der Zentralmacht in Wien entfernt – es kommt doch auf sie zu. Und ein ganz, ganz wichtiger Punkt: Wenn es jetzt in der EU bei uns drunter und drüber geht, dann wird Österreich nicht verschont. Schauen Sie mal an, was für eine Zuckerkoalition jetzt da in – in Wien hinbekommen haben. Das ist ja die reine Katastrophe. Die beiden Losers suchen sich noch einen Schwachen, damit sie weitermachen können. Das ist nicht besser als bei uns, da gehen Sie vom Regen in die Traufe. Also meine persönliche Meinung – da müssen Sie mal anschauen, wie es mit der Gasknappheit aussieht. Deutschland hat in den vergangenen Jahren eine extreme Menge an Gas immer an Österreich exportiert, damit Österreich mit dem Gas über Wasser blieb. Sie hatten zwar dann das Gas aus dem Osten. Jetzt ist diese Pipeline da versiegt. Ob die demnächst wieder anspringt, wenn Trump nun wirklich seinen Friedensplan durchbringt, werden wir dann sehen. Aber wenn der nicht zu Potte kommt, wenn die Pipeline nicht wieder anspringt, dann wird es knapp werden, weil sie dann von der Gasversorgung von Rotterdam und den Häfen mit LNG maximal weit entfernt sind. Und ob dann am Ende bei Ihnen mit dem Gas was ankommt – schwierig. Also die Preise für Gas werden da zumindest extrem explodieren. Das wird so einfach nicht sein. Sie gewinnen aber nichts, wenn Sie die deutsche Staatsbürgerschaft behalten. Es muss also Ihre langfristige Sicht oder mittelfristige Sicht sein, Ihre Staatsbürgerschaft abgeben zu können. Warum? Die Grünen haben nämlich schon angedroht, und das war ganz früh, nachdem sie ein halbes, dreiviertel Jahr in der Ampelkoalition drin waren, dass man die Deutschen im Ausland – vor allem spricht man immer von Milliardären und Millionären, ne – die kriegt man aber nicht, und deshalb kriegt man die normale Bevölkerung – und dass man die also dort dann im Ausland auch besteuern will. Und wie geht das nun? Großes Beispiel, großes Vorbild ist die USA. Wenn Sie da US-Staatsbürgerschaft haben, dann werden Sie überall auf der Welt nach US-Steuerrecht besteuert. Bang, Bingo. Tina Turner ist ja in die Schweiz gezogen gewesen und hat dann, als sie lang genug dort war und die Schweizer Staatsbürgerschaft angenommen hatte, hat sie dann ihren Pass zurückgeschickt, hat gesagt: Nichts mehr, ne. So, also der lange Arm des Staates wird in Zukunft – Staaten immer dreckiger geht – auch versuchen, die Ausländer, die eigenen Leute im Ausland zu besteuern. Und dann haben Sie die niederen, vielleicht niederen Steuersätze im Ausland, und dann wird die Steuer aus dem Inland noch mal bei Ihnen oben drauf gepackt, weil wir ja führend in Steuern und Abgaben sind. Also das kann Ihnen dort an dieser Stelle drohen. Das heißt, wenn man auswandert, sollte man eigentlich nur auswandern, wenn man fest den Willen hat, sein – ja – Umfeld zu verlassen, wirklich sein Leben, seine Brücken hinter sich zu – sich abzureißen, aber doch zu sagen: Dort liegt nicht mehr meine Zukunft. Mit meinen Verwandten und Freunden und Bekannten unterhalte ich mich weiterhin, die Kommunikationsmöglichkeiten sind groß, aber meine Zukunft liegt in dem anderen Land, und nur das ermöglicht Sie ja auf Dauer dann die fremde Staatsbürgerschaft zu erreichen und die österreichische Staatsbürgerschaft zu erreichen. Wenn ich das richtig verstanden habe – hab’ da mal so Tabellen gesehen – ist vergleichsweise schwierig. Also österreichische Staatsbürgerschaft kriegt man eigentlich nur, wenn man richtig viel Knete hat und die Millionen im Land investiert, dann kriegst die Staatsbürgerschaft auch noch nachgeschmissen, ne. Ja, also Österreich mit Staatsbürgerschaft sieht wohl nicht ganz so leicht aus.

Und damit sind wir jetzt am Ende angekommen. Über eine Antwort von Ihnen würde ich mich sehr freuen. Das war jetzt hier die Antwort, und es gibt da so einen alten Spruch, dass die Äpfel im Nachbarsgarten immer röter sind. Das soll jetzt Abschlusssatz sein. Soll heißen: Es sieht im Ausland immer ganz toll aus und besser als bei einem selber. Man sollte aber ja sich den Schritt sehr, sehr reiflich überlegen, um wirklich zu gucken: Ist es da besser oder nicht? Und es gibt für Sie auf jeden Fall eine harte Arbeit, bis Sie im neuen Land wirklich untergekommen, angekommen und dann anfangen können aufzusteigen. Und ob dann in diesem Land die Sache genauso übel ist wie bei uns – achten Sie auf diese gesellschaftlichen Wellenbewegungen, auf die Fourth Turnings, auf die Generationentheorie von Strauss und Howe. So, das soll es heute gewesen sein. Herzlichen Dank fürs Zuschauen. [Musik]