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Selbst die Bundesbank, Goethe und Draghi machen mit. (Bitcoin)

Der Bitcoin Podcast28:05

Transcription

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von der Bitcoin Podcast.

Wer von euch war schon mal in der Taunusanlage in Frankfurt und hat die Hauptverwaltung von der Bundesbank besucht? Wer von euch weiß, welche Kunstwerke an der Wand von der Eingangshalle hängen? Wer von euch kennt dieses Buch hier, Faust, der Tragödie, erster und zweiter Teil? Wer von euch weiß, was das alles, was ich gerade gesagt habe, mit Papiergeld zu tun hat und wer von euch weiß, wie man das mit Bitcoin verbindet? Das ist das Thema heute von der Folge.

Wir machen eine Zeitreise 200 Jahre zurück zu der Entstehung von diesem Buch, insbesondere den zweiten Teil von diesem Buch, nämlich Faust 2. Und in diesem Buch geht es um den Herrn Faust und auch unter anderem den Meephisto, den Teufel. Und in Teil 1, das ist das, was die meisten Leute in der Schule lesen mussten. Ich erinnere mich auch daran, wie ich das in der Schule lesen musste oder wie wir das lesen mussten. Ich glaube nicht, dass ich alles davon gelesen habe, aber ich habe Teile davon gelesen und ich weiß sogar auch, dass ich den Prolog im Himmel auswendig lernen musste. Wie war das? Die Sonne tönt nach alter Weise im Brudershwettgesang und ihre vorgeschriebene Reise verendet sie im Donnergang. Irgendwie so ging's dann ging es dann weiter. Das musste ich alles auswendig lernen und das habe ich damals für nicht so sinnvoll erachtet.

Was aber sinnvoll gewesen wäre, ist eine ganz spezielle Szene aus dem zweiten Teil zu behandeln, weil da geht es um Wirtschaft, da geht es um Papiergeld und da geht es auch um die Mechanismen, wie Papiergeld entsteht und welche Konsequenzen Papiergeld theoretisch haben könnte. Und ich fand das so spannend, als ich hierauf zufälligerweise gestolpert bin, dass ich dachte, dass ich das hier gerne in dem Podcast teilen möchte, weil ich glaube, man kann hier einiges darüber lernen, wie man schon damals theoretisch hätte kritisch über Papiergeld nachdenken können. Und gleichzeitig müssen wir dann auch noch auflösen, was denn jetzt in der Bundesbank an der Wand hängt. Und die Auflösung ist, dass in der Bundesbank an der Wand ganz viele Bilder von genau dieser einen Szene, die wir jetzt durchgehen werden, hängt. Da hängen ganz viele Bilder, die darstellen, wie das Papiergeld in Faust 2 entstanden ist.

Für all die Leute, die die nicht wissen, worum es in Faust geht, Faust 1 ist ein Teil von einem Wissenschaftler und der ist nicht zufrieden mit seinem Leben und der schließt dann Pakt mit dem Teufel, um Erfüllung zu finden und der Teufel macht den Deal mit ihm, während er noch lebt, gibt der Teufel ihm ganz viel Macht und wenn er stirbt, muss er dem Teufel dienen und so bestreitet Faust sein Leben in Faust 1, lernt auch eine Frau kennen und alle solche Sachen. Und dann in Force 2 geht's so ein bisschen, ich sag mal, globaler, da gehen die auch auf Reisen durch Griechenland und so und da geht's auch mehr um wirtschaftliche Konzepte und um etwas, na, eine globalere Perspektive als nur die Perspektive von Faust selber. Und in diesem zweiten Teil, den ich ehrlich gesagt ein bisschen wirr finde im Vergleich zum ersten, den ersten finde ich, also ich bin kein großer Fan davon, aber als ich den ersten gelesen habe, war ich auch noch in der Schule bzw. Also teilweise gelesen habe, war ich noch in der Schule. Das ist sowieso ein sehr schweres Buch, um es zu der Zeit zu lesen. Aber wenn ich jetzt hier den zweiten Teil gelesen habe und ich habe ihn nicht ganz gelesen, ich habe ihn quer gelesen, da dachte ich mir, dass das jetzt zumindest aus meiner Perspektive etwas mühselig ist zu lesen. Aber diese eine Szene, über die wir heute reden wollen, die hat es in sich und da geht es darum, wie Papiergeld entsteht.

Und das der Kontext von der Szene ist, dass es ein Königreich gibt, wo es ein oder ein Kaiserreich gibt mit einem Kaiser und der Kaiser liebt es zu feiern und das Problem von dem Kaiser ist, dass er Geldprobleme hat. Und ich habe jetzt hier mal ein paar Zitate rausgeschrieben und habe die hier in einer Präsentation zusammengefasst und ich möchte diese Zitate vorlesen und anhand dieser Zitate einmal die Papiergeldszene erklären. Und wenn wir das einmal durchgemacht haben, dann hast du ein Überblick und dann will ich noch mal auf die einzelnen Szenen eingehen, weil es da immer ein paar Sachen gibt, wo Göte aus meiner Perspektive sehr tief gegangen ist in seiner Symbolik, um unterschiedliche Sachen einmal darzustellen. Wenn wir das gemacht haben, dann schauen wir uns auch einmal Bilder an aus der Bundesbank, wie die Szene in der Bundesbank dargestellt ist und fragen uns, warum die Bundesbank diese Papiergeldszene bei sich selber hängen hat und ziehen dann noch einen kleinen Bogen zu Bitcoin.

Fangen wir an mit der Geschichte Göte und das Papiergeld. Ich habe die Präsentation hier vor mir. Ich werde sie hier einblenden lassen und gleichzeitig werde ich sie für alle Podcast Zuhörer natürlich in der Beschreibung verlinken. Aber selbst wenn man keine Lust hat, die zu öffnen, ich werde jedes Zitat vorlesen, sodass man auch teilhaben kann, ohne die Präsentation öffnen zu müssen. Fangen wir an mit dem ersten Teil. Und zwar geht's da darum, dass der Kaiser Pleite ist und das Kaiserreich Pleite ist und es gerade eine Krisensitzung in dem Saal gibt. Und Meephistoteles, der Teufel ist verkleidet als Hofnah und der tritt dann zum Kaiser heran und er sagt, wo fehlt's nicht irgendwo auf dieser Welt, dem dies, dem das hier, aber hier fehlt das Geld. Dann sagt der Kaiser: "Ich habe satt das Ewige wie und wenn es fehlt an Geld. Nun gut, so schaff es denn." Also der Kaiser sagt: "Ja, es fehlt ein Geld. Du hast absolut recht, also schaff das Geld für mich." Und dann sagt mir Fistoteles, ich schaffe was ihr wollt und schaffe mehr. Zwar ist es leicht, doch ist das Leichte schwer. Es liegt schon da, doch um es zu erlangen, das ist die Kunst. Wer weiß es anzufangen? Das alles liegt im Boden still begraben. Der Boden ist des Kaisers, der soll es haben.

Und was der Teufel hier sagt, ist er sagt: "Ich werde dir Geld schaffen, aber es ist eine schwierige Sache. Und wie wollen wir das machen?" Und was er hier vorschlägt, ist er sagt, dem Kaiser gehört der Boden des Kaiserreiches. Und in dem Boden des Kaiserreiches sind ganz viele Bodenschätze versteckt. Da ist ganz viel Gold versteckt und ganz viele andere Bodenschätze. Und diese Bodenschätze wurden noch nicht gehoben. Wir können aber Geld schaffen und sagen, dass dieses Geld ein Anspruch auf die noch nicht gehobenen Bodenschätze darstellt und dementsprechend kriegt das Geld einen Wert. Und das ist der Vorschlag, den M für Totalis hier macht. Das ist natürlich abgekürzt, weil ich nur ein Zitat rausgenommen habe, wenn du das Buch liest, dann kommen da noch ein paar mehr Kontext dazu, um das alles zu erklären. Aber das ist die Idee, die Mepphistoteles hat.

Und dann sagt der Kanzler zum Kaiser, der kriegt ein ungutes Gefühl. Der sagt: "Nee, irgendwas geht ja nicht mit rechten Dingen zu." Und der Kanzler sagt, der Satan legt euch goldwirkte Schlingen. Es geht nicht zu mit frommen rechten Dingen. Und der Kaiser selber ist auch nicht besonders überzeugt. Der sagt: "Ja, h, es ist okay, was du sagst, aber ich bin irgendwie immer noch nicht überzeugt. Außerdem möchte ich mich jetzt gar nicht damit beschäftigen. Ich möchte erstmal Karneval feiern und dann, wenn Ascha Mittwoch kommt, dann gucken wir mal, wie es weitergeht." Und so wird Karneval gefeiert. Und das Zitat dazu ist: "So sei die Zeit in Fröhlichkeit vertan und ganz erwünscht kommt Ascha Mittwoch an. Indessen feiern wir auf jeden Fall nur lustiger das wilde Karneval." Und während der Feiern vom Karneval passiert es dann in der Nacht zum Ascher Mittwoch und da nimmt der Mephisto den Kaiser und bringt ihn dazu, als er noch glaube ich betrunken war, einen Schein zu unterschreiben, der 1000 Mark. wert ist oder 1000 von deren Einheit, die sie gerade haben, das weiß ich gerade nicht. Und dieser Schein, der wird dann von Künstlern vervielfältigt und die Unterschrift darauf wird auch kopiert und dann am nächsten Tag wird genau dieser Schein dem Kaiser vorgeführt. Und der Kanzler sagt dann, der Zettel hier ist 1000 Kronen wert. Kronen war das. Der Zettel hier ist 1000 Kronen wert. Ihm liegt gesichert als gewisser Fand Unzahl vergrabenen Guts im Kaiserland. Das heißt genau das was wir gesagt haben. Der Kaiser hat ein Zettel unterschrieben, der 1000 Kronen wert sein soll und das Gegenstück zu diesem Zettel sind die Bodenschätze, die noch gar nicht gehoben wurden. Und der Kaiser ist erstmal sehr erstaunt. Er erinnert sich nicht mehr daran, dass er das selber unterschrieben hat und hat instinktiv erstmal ein schlechtes Gefühl. Er sagt, er sagt, ich ahne Frefel ungeheuren Trug und er fragt sich, wer seinen Namen hier gefälscht hat. Und dann wird ihm aber erklärt, dass er selber das unterschrieben hat und dann wird ihm auch erklärt, dass das ganz große Vorteile haben kann mit so einem Papiergeld zu arbeiten und dass ja auch das ja auch viele Probleme des Staates lösen könnte.

Und dann fragt der Kaiser, nachdem ih das erklärt wurde, meinen Leuten gilt's für gutes Gold. Dem Herr, dem Hofe genügt's zu vollem Sold. So sehr mich's wundert, muss ich es gelten lassen. Also, der Kaiser ist verwundert, dass jemand das Papierstück als wertvoll erachtet und fragt sich, ob das seinen Leuten tatsächlich ein Äquivalent zum Gold erscheint und fragt auch, ob er die Leute auf seinem Hof und sein Herahlen kann. Und die anderen Leute bestätigen aber, dass es so sei und dass selbst die Goldhändler das Papier nehmen würden und vielleicht gegen einen kleinen Abschlag dann auch tatsächlich echtes Gold rausgeben würden. Und warum tun sie es? Na ja, weil sie wissen, dieser Papierschein ist ein Anspruch auf noch nicht gehobenes Gold in dem Boden, was aber ja offensichtlich da ist, auch wenn niemand weiß, wie viel da ist. Die vermuten aber, dass es da ist, weil der Boden hat ja immer schon Gold gehabt. Dementsprechend ist es nicht so weit hergeholt zu sagen, dass Gold da tatsächlich auch drin ist.

Und dann fängt's auch schon an mit der Euphorie. Der Kanzler sagt so: "Hört und schaut, das Schicksals schwere Blatt, das alles weh in Wohl verwandelt hat." Der Kanzler sagt: "Wow, wir hatten so viele Geldprobleme und jetzt haben wir aus dem Nichts Papiergeld geschaffen und dieses Papiergeld ist genauso oder fast genauso viel wert wie Gold. Und damit haben wir all unsere Probleme gelöst." Und Mephistoteles, also der Teufel, der steht nebenbei und beobachtet das erstmal jetzt, wo er erkannt hat, dass er auch den Kanzler auf seiner Seite hat, weil der Kanzler war ja eigentlich die Person, die gesagt hat, sie ahnt, dass hier irgendwas nicht gut läuft. Sie hat das Gefühl, hier geht's nicht mit frommen rechten Dingen zu. Das hat sie vorhin noch gesagt, aber jetzt wo der Kanzler sieht, welches Potenzial dahinter steckt für ihn und für die Staatskasse, ist der Kanzler auf einmal doch überzeugt von der Idee. Und als Mefisto das sieht, dann will er den, ich sag mal, den Sack zumachen und den Deal closen, indem er noch mal auf die Vorteile hinweist. Er sagt, ein solch Papier an Gold und Perlen statt, also an Stelle von Gold und Perlen ist so bequem, man weiß doch, was man hat. Man braucht nicht erst zu markten noch zu tauschen. Kann sich nach Lust in Lieb und Wein berauschen. Das ist das, was Mhist Totalis dazu sagt, was er sagt, es ist doch ganz leicht mit dem Papier umzugehen. Du brauchst nicht Gold oder Silber rumschleppen. Du kannst das Papier ganz bequem mit dir mitnehmen und man weiß ganz genau, wie viel es wert ist. Es steht ja sogar eine Zahl drauf. Man muss es nicht erst wiegen oder nicht erst im Markt den Preis herausfinden, sondern man hat es einfach bei sich und das sind doch absolute Vorteile. Es sind alles Vorteile, die es für den Anwender leichter machen. Und das ist letztendlich auch eine Szene, wo dann der Kaiser sagt: "Ja, alles klar, dann mir soll es recht sein, wenn alle damit was anfangen können, ist es auch wunderbar für mich." Und dann schlägt der Kaiser vor, dieses Geld am Hofe zu verteilen. Und dann sagt er, beschenke ich nun bei Hofe Mann für Mann. gestehe mir, wozu er es brauchen kann. Also sagt mir, wozu ihr das Geld gebrauchen könnt. Und dann sagt der eine, der Page: "Ich lebe lustig, heiter, guter Dinge." Ein anderer sagt: "Gleichfalls, ich schaffe gleich dem Liebchen Kett und Ringe." Also, er möchte seiner Frau Ketten und Ringe kaufen. Dann sagt der Kamera: "Von nun an trinke ich doppelt bessere Flaschen." Und ein anderer sagt: "Gleichfalls, die Würfel jucken mich schon in der Tasche." Also, der möchte Glücksspiele damit machen. Und dann sagt der Kaiser: "Ich hoffte Lust und Mut zu neuen Taten. Doch wer euch kennt, der wird euch leicht erraten. Ich merke es wohl bei aller Schätze Floor, wie ihr gewesen, bleibt ihr nach wie vor." Also, der Kaiser ist ein bisschen enttäuscht. dachte, ah, wir haben jetzt neues Geld, wir haben ein neues Projekt. Ich denke, wenn ich das verteile, werden die Leute fantastische und mutige Sachen machen. Aber tatsächlich werden sie genau das machen, was sie schon davor gemacht haben, nur zum extremeren Maße und zwar mehr trinken und mehr Glücksspiele spielen und das Geld für Konsum oder Schmuck ausgeben.

Und trotzdem ist in dem Buch kurzfristig ein Aufschwung zu verzeichnen. Die Gesellschaft geht es gut, die Probleme des Staates, die halten sich zurück und die Gesellschaft ist in einem Rausch. Die Gesellschaft hat eine starke Konsumlaune und kurzfristig läuft alles gut. Aber wie endet das Stück? Am Ende gibt's Bürgerkrieg, es gibt Inflation und das Land fällt mehr oder weniger auseinander. Es gibt dann noch einen Krieg mit einem anderen Kaiser und letztendlich endet das alles nicht besonders gut. Und das sind die Konsequenzen von einem Papiergeld, was umgedeckt ist. Kurzfristig braucht es einen, aber langfristig führt es immer zu Konsequenzen, die man gerne nicht hätte. Und das ist im Kern die Papiergeldszene aus Faust Nummer 2.

Und ich möchte jetzt hier noch einmal durch ein paar Stellen durchgehen, die wir jetzt gerade schon gehört haben und dann noch ein paar Sachen zu sagen, die, ich sag mal, auf Meterebene interessant waren. Das allererste ist gleich eins der ersten Zitate, die ich gesagt habe. Und zwar sagt der Kaiser, es fehlt ein Geld. Nun gut, so schaff es denn. Und das fand ich spannend, weil letztendlich ist die Darstellung vom Teufel hier ziemlich passend gewählt. Und der Teufel als Symbol ist selten jemand, der dich zu irgendetwas zwingt. Der Teufel als Symbol ist jemand, der dich zu etwas verführt, der dich zu etwas versucht. Aber letztendlich den letzten Schritt musst du gehen. Du musst dem Teufel deine Zustimmung geben, dass er an dir arbeiten kann. Und das ist das, was der Kaiser hier macht. Und erst nachdem der Kaiser ihm dem Teufel seine Zustimmung gewährt, erst dann fängt der Teufel an zu arbeiten. Und das ist ein Punkt, wo man selber auch mal drüber nachdenken kann, wo werde ich verführt zu komischen Sachen und dass man da trotzdem selber noch seine eigene Zustimmung geben muss und dass man selber immer noch ermächtigt ist auch nein zu sagen zu unterschiedlichen Verführung. Aber das ist nicht Teil von der Folge heute.

So, dann die das nächste Zitat, wo es darum geht, dass der Mefisto Papiergeld schafft, was gedeckt ist durch ungehobene Schätze. Das ist ja letztendlich ein eine Verfung von der Zukunft. Also, wir sagen, es gibt schätzliche und die werden irgendwann mal gehoben und wenn sie irgendwann mal gehoben werden, können sie auch jetzt schon verwenden und können jetzt schon Ansprüche darauf verkaufen in Form von Papiergeld. Und da habe ich mich gefragt, wie ist denn das jetzt in unserem System? Gibt es bei unserem System auch sowas? Weil wir haben ja gar keinen Goldschatz, der irgendwie noch dem Geld gegenüber steht. Theoretisch war das ja sogar eine Light Version vom Goldstandard, nur halt, dass man nicht wusste, wie viel Gold es gibt und auch nicht wirklich eine eins z ein Beziehung hatte von irgendeiner Menge an Gold mit dem Papier, aber es war in irgendeiner Form ein Goldstandard und so hatten wir das ja früher auch und der echte Goldstandard war noch ein bisschen präziser und ein bisschen besser als dieser Goldstandard hier, weil da gab es das Gold schon und es gab eine fixe Menge an Gold für einen gewissen Betrag an Dollar, aber hier ist es ja so, dass es das Gold noch gar nicht gibt.

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Dann habe ich mich gefragt, wie ist es denn jetzt bei uns gerade so? Und bei uns gerade ist es auch so, dass es einen Anspruch auf etwas zukünftiges gibt. Und zwar werden Schulden vom Staat, was ja letztendlich Gelddrucken ist, werden auch besichert. Und wodurch werden Schulden vom Staat besichert? Also was ist die Grundlage dafür, dass der Staat überhaupt Schulden aufnehmen kann? Was denken sich die Leute, die dem Staat Geld leihen als Sicherheit? für die Zuversicht, die sie haben, dass das Geld auch wieder zurückkommt. Dann kann man natürlich sagen, ja, gut, dass der Staat einfach weiteres Geld drucken kann und das stimmt. Aber warum kann er das? Was ist die Grundlage davon? Die Grundlage davon ist, dass wir Steuern zahlen. Die Steuerzahlungen, die wir machen, sind die Einkommensquelle für den Staat, mit dem er gedenkt, zumindest seine Zinsen zu zahlen und irgendwann theoretisch auch seine Schulden zurückzuzahlen, obwohl er das in den selten seltensten Fällen tut. Das heißt, ähnlich wie bei Faust, wo das Geld gekoppelt war an ungehobene Schätze im Boden, ist bei uns ist auch so, dass Schulden vom Staat, also neue Geldschöpfung gedeckt ist mit ungearbeiteter Arbeit, die wir in der Zukunft verrichten müssen. Das heißt, wenn der Staat hoch verschuldet ist, dann ist schon sind schon ganz viele Steuereinnahmen, die wir in der Zukunft noch erwirtschaften müssen, verplant genau für diese Schulden, die heute aufgenommen werden. Das ist auch das, wenn dann Leute sagen, ja, was wir jetzt an Schulden aufnehmen müssen, die zukünftigen Generation an Last ertragen, weil obwohl die zukünftigen Generation noch gar nicht angefangen haben zu arbeiten, ist ein großer Teil ihrer Ertragskraft schon voll schon verplant für Investitionen oder für Ausgaben, die heute schon getätigt werden. Investitionen nennen sie es meistens, in Wahrheit sind es eher Ausgaben. Und hier sehe ich aber wieder, wie gesagt, eine Parallele zu dem, wie es bei Faus steht. Das unentdeckte Gold steht den ungearbeiteten Arbeitsstunden gegenüber, die wir noch in der Zukunft ableisten müssen und worauf wir Steuern zahlen müssen. Und letztendlich ist dann das Papiergeld das, was dem entspricht.

Was ich dann noch spannend fand, ist, dass sowohl der Kanzler als auch der Kaiser, das sind die beiden Hauptfiguren auf der anderen Seite, also Faust und Mephisto sind auf der einen Seite und der Kanzler und der Kaiser sind auf der anderen Seite, dass beide im ersten Moment erstmal skeptisch waren gegenüber dem Papiergeld. Die waren beide erstmal hatten Unbehagen, was es anging und deren Bauchgefühl hat gesagt, dass es eigentlich nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Aber beide wurden dann letztendlich von den vermeintlichen Vorteilen überzeugt. Das waren keine Vorteile, die wirklich strukturell waren, sondern es waren eher Vorteile von wir haben jetzt Vorteile davon und dementsprechend machen wir das einfach und drücken wir ein Auge zu und werden blind für die Nachteile und werden auch blind zu unserem Bauchgefühl, weil wir die direkten Vorteile für uns jetzt ja sehen.

Eine Sache, die ich besonders passend fand, ist, dass der Kanzler sagt, er möchte erstmal Karneval feiern. Und das ist ja auch alles ja aus Götesfeder und wie Göte hier Karneval, also das Fest der Verkleidung, das Fest der Täuschung, das Fest der Masken verbindet mit dem Fest, wo das Papiergeld entsteht letztendlich fand ich sehr herausragend, weil das symbolisch einfach wahnsinnig gut passt. Und wenn man hier die Szene sich im Buch durchliest, dann gibt's auch noch eine Szene, wo Faust als Pluto verkleidet ist. Und Pluto ist der Gott des Reichtums, dem alle Bodenschätze gehört. Und dieser Pluto in dem Buch hat dann Fakeegeld dabei und der Kaiser beugt sich über das Fakeegeld und verbrennt sich dabei den eigenen Bad. Und auch das wieder fand ich symbolisch sehr stark. Ja, wir feiern Karneval. Das ist das Fest, wo dann letztendlich auch das Papiergeld entstehen wird. Dann kommt jemand, der sich als Gott des Reichtums verkleidet, der hat Fakeegeld dabei und an dem Fakeegeld verbrennt sich der Kaiser den Bad. Und auch das fand ich irgendwie passend gewählt als Symbol in diesem Buch.

Und dann ist es ja letztendlich Ascha Mittwoch, wo oder die Nacht zum Ascher Mittwoch, wo das Papiergeld geschaffen wurde. Erstmal die Nacht wurde gewählt. Das ist auch so ein bisschen einfach ein Symbol von so einer heimlichen Aktion. Und wenn ich darüber nachdenke, wie die Zentralbank entstanden ist, also die Zentralbank in den Vereinigten Staaten von Amerika, ist die auch in einer Nacht und Nebelaktion kurz vor einem Fest entstanden. Der Beschluss, die Zentralbank zu gründen, ist am Freitag kurz vor Weihnachten in den Vereinigten Staaten getroffen worden, als viele Leute schon im Urlaub waren. Dann wurde der Beschluss gefasst, die Zentralbank in den Vereinigten Staaten zu gründen. Und das war, nachdem GTE das Buch geschrieben hat. Deswegen fand ich das auch hier wieder sehr passend.

Das letzte, was ich zu dieser Karnevalszene interessant finde, ist, dass da der Ascher Mittwoch gewählt wurde, weil der Ascher Mittwoch ist im christlichen Glauben der Tag, der das die Fastenzeit einläutet bis zu Ostern. 40 Tage sind das. Und wenn du die Bibel liest, dann gibt's da eine Stelle, wo Jesus selber 40 Tage lang fastet und in dieser Fastenzeit wird er vom Teufel versucht. Und einer der Versuchung ist auch, dass der Teufel sagt, ich gebe dir die Macht über die gesamte Welt. Du musst mich nur anbeten. Und Jesus sagt: "Nein, geh weg, Teufel, du hast hier keine Macht bei mir." Und dann geht der Teufel auch weg. Also Jesus gibt ihm quasi keine Zustimmung. Und was ich aber spannend finde, ist der Ascher Mittwoch ist ja genau der erste Tag von der Fastenzeit von Jesus, in dem Jesus von dem Teufel versucht wird. Und genau an diesem Tag wird hier auch nach der Versuchung des Teufels das Papiergeld geschaffen, was ich auch wieder eine interessante Symbolik finde, um das, was hier passiert, darzustellen und als bzw. in Kontext zu setzen. Und daraus kann man, glaube ich, recht klar erkennen, dass Gohe das Papiergeld auch eher mit kritischen Augen beleuchtet hat. als mit positiven Augen. Historisch gesehen war das ja auch so, dass das Papiergeld zu der Zeit sowieso nicht so beliebt war, weil die letzte richtige Form des Papiergeldes waren die Asignaten in Frankreich und das war ja eine, ich glaube, eine Revolutionswährung oder sowas war das, ich weiß es gerade nicht mehr ganz genau. Auf jeden Fall ist dieses Projekt grandios gescheitert und dementsprechend hatte Gote da auch schon eine Vorprägung und hat das hier aus meiner Perspektive eigentlich ganz gut dargestellt.

So, das war's größtenteils von der Papiergeldszene. Viel mehr konnte ich für mich da nicht nicht rausholen. Ich war nie der Beste in Gedichtsanalyse, aber ich glaube, wir haben hier, glaube ich, ein ganz gutes umfassendes Bild von dieser Situation einmal bekommen. Und die Frage, die sich mir jetzt stellt, ist, warum hängen von dieser Szene in der Bundesbank Bilder?

Bevor ich dir sage, was ich dazu denke, will ich dir einmal zeigen, wie das aussieht. Ich habe nämlich hier einmal ein PDF gefunden, wo man auch Bilder sieht aus der Bundesbank und den Gemälden, die da hängen. Und hier sieht man die Wand. Das sind, ich glaube, drei Gemälde, die aneinander hängen. Ja, genau, drei Gemälde. Und hier in der Mitte sieht man auch die Geldschöpfung und man sieht auch Meepfisto, wie er dahinter ist. Die Qualität ist nicht die beste, aber man sieht ja auch unten Sieg Fridris, das ist der Künstler, die Entstehung des Papiergeldes 1987 Öl auf Leinwand. Ja, und da sieht man hier, wie das ich glaube 13 m lang über dem Eingang von dieser Bundesbank dargestellt ist. Und hier wird auch noch mal werden noch mal paar Zitate von Mefistoteldis und dem Kaiser und dem Kanzler gezeigt. Das sind alle Sachen, die wir heute auch schon besprochen haben. Und dann gibt's hier noch eine Statue, wo der Kaiser steht und vor ihm ist Meephistotelis, wie er ihn versucht zu überreden, Papiergeld zu entwerfen.

Und das hat mich natürlich gewundert. Wir haben hier Gohe, der mehr oder weniger Papiergeld stark kritisiert und dann ist die Bundesbank, die Bank, die die Fähigkeit hat, Geld zu schöpfen. Genau die Institution, die diese Szene bei sich in den Hallen darstellt. Und meine einzige Erklärung dafür ist, dass die Bundesbank diese Szene anders interpretiert, als wir sie interpretieren. Wir interpretieren sie so, als dass man sagt, na ja, du kannst nicht Geld aus dem Nichts schaffen und du kannst auch nicht Geld aus etwas schaffen, was noch gar nicht passiert ist, sondern wie z.B. den unentdeckten Goldschätzen im Land, wenn du gar nicht weißt, welche Goldschätze das sind, wie teuer es wäre, die zu fördern und wie viele es davon überhaupt gibt. Und die Interpretation der Zentralbank bz der Bundesbank ist, dass die sagen, ja, Papiergeld ist klasse, man sieht ja, was die Vorteile sind, man sieht ja, wie einfach wie viel einfacher das Leben mit Papiergeld sein kann. Aber in diesem Buch scheitert natürlich das Papiergeld. Aber warum scheitert das Papiergeld? Das Papiergeld scheitert in diesem Buch, weil der Staat oder in dem Fall der Kaiser Hoheit über die Gelddruckmaschine hat und das darf nicht sein. Gelddrucken an sich ist wunderbar, denken die Bundesbanker, aber es muss unabhängig von dem Kaiserreich oder unabhängig von dem Staat geschehen. Das heißt, die ziehen ihre Legitimation aus genau dieser Szene und sagen: "Ja, Papiergeld an sich ist eine Innovation, aber es muss unabhängig sein von dem Staat." Und deswegen sind wir als Bundesbank da, um als unabhängige Instanz das Geld bereitzustellen und als unabhängige Instanz anders zu agieren, als der Staat es vielleicht machen würde. Und dadurch können wir sicherstellen, dass wir Geld nur dann drucken, wenn es wirklich gebraucht wird und dass der Staat das nicht zu seinen Zwecken nutzt. Und ich stimme darüber ein, dass das eine bessere Version ist als die Version, die hier in dem Buch dargestellt ist. Wenn du aber ein fragiles System besser machst, dann sorgt es halt nicht dafür, dass dieses fragile System auf einmal gut wird, sondern es sorgt einfach nur dafür, dass dieses fragile System länger hält, aber irgendwann wird es trotzdem an seiner Fragilität wahrscheinlich scheitern. Und da würde ich das ja, da würde ich gerne mal mit einem Bundesbanker sprechen über die Interpretationsunterschiede, die wir da haben. Ich habe dann auch ein bisschen recherchiert und ich habe sogar einen Vortrag gefunden, wie ein ehemaliger Chef der Bundesbank genau auch über Faust 2 geredet hat und ähnliche Schlüsse gezogen hat, wie ich es gerade aus der Perspektive der Bundesbank gemacht habe. Was ich natürlich schwieriger nachvollziehen kann als die Interpretation, die wir haben.

Bitcoin ist ja letztendlich das Gegenmodell dazu. Bitcoin ist etwas, was nicht gedruckt werden kann. Bitcoin ist etwas, was nicht auf zukünftigen Versprechen basiert. Es basiert nicht auf zukünftigen Steuerzahlungen, die noch gar nicht erbracht wurden. Das basiert nicht auf zukünftigen Goldförderungen, die noch gar nicht passiert sind. Das basiert nicht auf der Hoffnung von irgendeinem Goldschatz, der in der Erde vergraben ist, sondern Bitcoin ist einfach definiert durch seine Eigenschaften und seine Eigenschaften sorgen dafür, dass man Bitcoin als Wertspeicher ansehen kann und anders als die Zentralbank ist, geht Bitcoin quasi noch mal einen Schritt weiter. Die Zentralbank sieht Faust und sagt: "Ja, Papiergeld ist super, weil es die ganzen Vorteile hat. Das ist leicht, das ist gut transportierbar, man kann damit gut bezahlen, aber das Geld drucken, das darf nicht in der Hand von der von dem Staat sein. Deswegen gibt es uns als Bundesbank als unabhängige Institution. Das heißt, die Bundesbank sagt, weg von zentraler Kontrolle, die ein eigenes Interesse hat, hin zu einer halbwegs autonomen, halbwegs unabhängigen Instanz, die ein bisschen weniger Eigeninteresse hat. Und was Bitcoin sagt, ist auch das wollen wir eigentlich verbessern. Wir wollen, dass es die Gelddruckfähigkeit komplett einfach weggeht. Wir wollen, dass weder der Staat noch eine Zentralbank Geld drucken kann. Wir wollen, dass niemand Geld drucken kann. Und das ist die Philosophie von Bitcoin.

Und wie verdient man dann in einer solchen Welt Geld? Wie verdient man Geld, wenn man es nicht drucken kann? würden sich die Bundesbanker fragen. Ich meine, wir fragen uns das nicht, weil wir können ja kein Geld drucken, aber die Bundesbanker würden sich das dann fragen. Und auch da liefert Faust 2 eigentlich eine Antwort, weil am Ende kommt Faust irgendwann zurück und widmet sich dann einer normalen Arbeit, nämlich der Landgewinnung. Und das ist letztendlich für mich auch die Symbolkraft von dem Buch, wo gesagt wird, wahren Reichtum kannst du nicht drucken. Wahrer Reichtum muss erarbeitet werden. Und wenn du aber jetzt für irgendwas arbeitest, was jemand anderes drucken kann, dann hast du die Arbeit und die andere Person hat den Reichtum. Und damit verabschiede ich dich und ich freue mich dich nächste Woche wiederzusehen bei der Bitcoin Podcast.