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Vorstellungsgespräch: 17 häufige Fragen + perfekte Antworten (Beispiel-Dialog)

Martin Wehrle: Perfekte Bewerbung31:22

Transcription

Es gibt 17 Fragen, auf die Sie als Bewerber Antwort wissen müssen, sonst sind Sie im Vorstellungsgespräch verloren und draußen. Ich werde Ihnen diese Fragen jetzt zeigen und sie mit Ihnen durchgehen, damit können Sie dann mit ihren Antworten punkten und Sie können sich die Position Ihrer Wünsche an Land ziehen. Mein Name ist Martin WLE, der Fokus bezeichnet mich als Deutschlands bekanntesten Karriereberater. Ich lege gleich los mit den 17 Fragen und ich gebe Ihnen Tipps, wie Ihre Antworten gelingen und wie Sie alle Fettnäpfchen meiden.

Schauen Sie das Video unbedingt bis ans Ende an, denn dann, dann verrate ich Ihnen auch noch, wie viele Menschen eigentlich im Durchschnitt in ein Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Daraus können Sie schließen, wie groß Ihre Chancen wirklich sind, und ich sage Ihnen auch, was die Länge Ihres Vorstellungsgespräches zu heißen hat. Viele Bewerber wissen nicht, wie wichtig die Länge ist. Ich sage Ihnen das aber jetzt zu den Fragen.

Die erste Frage, das ist der Klassiker: Erzählen Sie etwas über sich. Das ist eine Einladung, eine Selbstpräsentation zu starten, aber nehmen Sie das bitte nicht zu wörtlich. Viele Bewerber, die erzählen jetzt lang und breit, wie ihr Familienstand ist, welche Hobbys sie betreiben und wo sie zur Schule gegangen sind. Das ist alles sehr, sehr langweilig. In Wirklichkeit will die Frage "Erzählen Sie etwas über sich" nur wissen, warum wären Sie für uns, für unsere Firma, für unsere Position eine Bereicherung? Und deshalb sollten Sie sich bei dieser Frage "Erzählen Sie etwas über sich" auf das konzentrieren, was in der Stellenausschreibung gefragt ist. Wenn dort jemand gefragt ist, der eine große Ausdauer beweist, dann greifen Sie Stationen aus Ihrem Werdegang, in denen Sie Ausdauer bewiesen und damit Erfolge erzielt haben. Wenn dort gefragt ist, dass jemand Auslandserfahrung hat, dann betonen Sie Ihre Auslandserfahrung und schlagen Sie immer wieder den Bogen zur Ausschreibung. Das könnte dann so klingen: "Ich war zwei Jahre in England unterwegs als Handelsvertreter und dort habe ich natürlich gelernt, wie der Handel in London funktioniert, welches die wichtigsten Ansprechpartner sind und welche mentalen Feinheiten man da berücksichtigen muss. Und genau dieses Wissen kann ich bei Ihnen einbringen, denn ich habe ja gesehen, Sie suchen jemanden, der auch in England..." Pünktchen, Pünktchen, Pünktchen. Das heißt, immer die Brücke schlagen, warum erzählen Sie es, was ist der Bezug, und damit hängen Sie schon mal die meisten anderen Bewerber ab.

Zweite Frage: Warum haben Sie sich ausgerechnet bei uns beworben? Das verstehen Bewerber oft miss. Die sagen dann: "Ja, ich habe Ihre Ausschreibung gesehen, zufällig hier oder dort" oder sie sagen: "Ja, ich bin jetzt gerade auf der Suche und da kam mir Ihre Ausschreibung recht gelegen." Aber die Frage lautet ja nicht, warum haben Sie sich beworben, sondern der Schwerpunkt der Frage, der liegt: Warum haben Sie sich ausgerechnet bei uns beworben? Die heimliche Frage lautet also: Wissen Sie überhaupt, was wir für eine Firma oder für Institution sind? Haben Sie sich mit uns befasst? Passen Sie zu unseren Werten? Kennen Sie diese Werte überhaupt? Haben Sie sich unsere Homepage angeschaut, unser Geschäftsmodell durchdrungen? Und wenn Sie das, ich setze das mal voraus, wenn Sie das alles gemacht haben, dann müssen Sie an dieser Stelle betonen, inwieweit Ihre Werte, Ihre Ziele sich überschneiden mit den Werten und den Zielen der Firma. Sie sind z.B. ein kreativer Mensch, dann betonen Sie Ihre Kreativität und sagen Sie: "Und ich habe gesehen, dass ich bei Ihnen die Chance habe, diese Kreativität einzubringen, z.B. in..." Pünktchen, Pünktchen, Pünktchen. Und jetzt können Sie auch Beispiele für Ihre Kreativität geben und den Nutzen der Firma in den Mittelpunkt stellen. Denken Sie bei jeder Antwort daran: Es geht darum, welchen Nutzen Sie der Firma bieten. Das müssen Sie immer wieder betonen.

Und da bin ich schon bei einer sehr typischen dritten Frage, nämlich: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Diese Frage wird fast immer gestellt und viele Bewerber, die fallen dabei übel auf die Nase. Die sagen dann z.B.: "Ja, in 5 Jahren denke ich, da habe ich mich weiterentwickelt, vielleicht eine Beförderung durchlaufen, vielleicht bin ich schon auf der ersten Führungsebene." Warum hören das Firmenvertreter nicht so gerne? Die wollen natürlich jemanden einstellen, der sich genau für die geschriebene Position interessiert, der diese Position als erfüllend betrachtet und der auch bereit ist, die für lange, lange Zeit auszuüben. Jetzt werden Sie mir natürlich entgegenhalten: Aber was ist, wenn ich wirklich befördert werden möchte? Dann sollten Sie auf keinen Fall diesen Wunsch bei dieser Frage äußern, sondern dann sollten Sie erstmal einen guten Job machen. Und wenn das geschehen ist, dann haben Sie andere Karten in der Hand. Also beschreiben Sie, dass Sie in 5 Jahren sehr gerne die diese Position weiterentwickeln werden, dass Sie sehr gerne diesen und jenen Erfolg erzielen, der sich mit der Ausschreibung deckt, und dass Sie jemand sind, der in den Aufgaben wächst und die Aufgaben um sich herum eine größere Wirkung entfalten lässt. Das ist eine ideale Argumentation, dass Sie diese Position ausbauen wollen, immer besser, immer effektiver ausüben.

Und da bin ich bei der vierten Frage, und die fürchten sehr viele Bewerberinnen und Bewerber, nämlich: Welche sind Ihre Stärken und Schwächen? Beide Themen sind gefährlich. Bei den Stärken ist es gefährlich, wenn Sie Stärken nennen, die nicht zur Position passen. Wer z.B. Fremdsprachen als Stärke nennt, aber sich bei einer national agierenden Firma bewirbt, der wirft natürlich die Frage auf: Warum bewirbt sich jemand, der seine Stärke gar nicht anwenden kann, bei uns? Hat er womöglich woanders schon versagt oder ist es nur ein Parkplatz für ihn, auf dem er wartet, bis so eine internationale Position winkt? Also Sie sollten Ihre Stärken immer auf die Ausschreibung abstimmen und sich bei der Ausschreibung schon fragen: Welche meiner Stärken sind hier gefragt? Seien Sie ehrlich und nennen Sie vor allen Dingen Stärken, die keine Selbstverständlichkeiten sind. Wenn Sie sagen: "Ich bin jemand, der pünktlich ist und der zuverlässig seine Arbeit erledigt", dann entsteht der Eindruck, Sie hätten über Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit hinaus und das sind Selbstverständlichkeiten, Sie hätten da gar nichts anderes zu bieten. Wenn Sie aber eine Stärke nennen, wie z.B. Ausdauer, und das Ganze mit schönen Beispielen belegen, dann wird es interessant, sofern die Position Ausdauer erfordert. Oder wenn Sie als Stärke Ihre Führungsfähigkeiten nennen und es wieder mit Beispielen belegen und Führungsstärke ist gefragt, dann haben Sie einen Treffer erzielt.

Bei den Schwächen gilt folgender Grundsatz: Nennen Sie nie eine Schwäche, die den Kern der Position betrifft. Wenn Sie organisieren müssen, dann dürfen Sie natürlich nicht sagen: "Ja, meine Schwäche ist, dass ich manchmal ein bisschen chaotisch bin." Das funktioniert gar nicht. Wenn Sie sich als Dachdecker bewerben, dürfen Sie nicht sagen: "Ja, meine Schwäche ist, mir wird manchmal auf dem Dach oben schwindlig." Sondern Sie sollten immer eine Schwäche nehmen, die mit dem Kern der Position nichts zu tun hat. Also, wenn Sie sich irgendwo bewerben, wo Ordnung gefragt ist, dann könnten Sie als Schwäche nennen, dass Sie nicht der kreativste Mensch sind, denn die Kreativität spielt eine geringere Rolle. Oder wenn Sie sich im Handwerk bewerben, dann könnten Sie als Schwäche nennen, dass Sie sich nicht so gerne mit Papierkram beschäftigen, sofern das nicht in der Stellenausschreibung gefragt ist. Und noch ein wichtiger Tipp: Es gibt doch ein Video von mir dazu, aber ein wichtiger Tipp auch hier: Wenn Sie eine Schwäche nennen, dann nennen Sie die Schwäche niemals absolut, sondern immer nur relativiert. Sie sagen also nicht: "Meine Schwäche ist es, dass ich..." und jetzt folgt die Schwäche, sondern Sie sagen: "Meine Schwäche ist es, dass ich gelegentlich oder in manchen Situationen..." und jetzt können Sie sagen: "...zu nachgiebig bin", "...in manchen Situationen ja sage, aber besser nein gesagt hätte", was auch immer Sie wählen. Sie sollten sagen: "In manchen Situationen", dann versteht jeder, es gibt andere Situationen, in denen Sie diese Schwäche eben nicht zeigen und dann ist diese Schwäche für Sie viel weniger schädlich, als wenn Sie es absolut gesagt hätten. Denken Sie daran, Ihre Antwort sollte glaubwürdig sein. Sagen Sie nicht: "Ich habe eine Schwäche für Schokolade." Das ist eine Antwort, da fühlen sich die Personaler von Ihnen verschaukelt. Und sagen Sie nicht: "Meine Schwäche ist es, dass ich ungeduldig bin und die Kollegen, die arbeiten immer zu langsam", denn das ist eine aufgesetzte Antwort, die oft verwendet wird, und wenn man sie Ihnen wirklich glaubt, dann denkt man womöglich, Sie haben ein schlechtes Verhältnis zu den Kollegen. Schauen Sie gerne noch meine speziellen Videos, geben Sie ein: "Werle Stärken Schwächen", dann stoßen Sie auf diese Videos.

Und damit bin ich bei der fünften Frage und zwar: Was hebt Sie von anderen Bewerbern ab? Ja, das ist hochinteressant. Viele Bewerber können auf diese Frage nicht antworten. Die sagen dann: "Na ja, im Grunde genommen habe ich das gleiche Studium durchlaufen wie die anderen und einen ähnlichen Berufsweg eingeschlagen." Aber Sie, der oder die Sie mir zuschauen, gerade Sie haben ein paar individuelle Stärken, ein paar individuelle Merkmale, die niemand um Sie herum hat. Sie haben eine ganz besondere Mischung, und diese Mischung zu kennen und sie jetzt anführen zu können, das setzt ein Selbstbewusstsein voraus. Sie müssen wissen, wer Sie sind, und dann erst können Sie es sagen. Darum sollten Sie sich vor Ihrer Bewerbung immer fragen: Was kann ich besser als andere? Wo liegen meine Stärken? In welchen Angelegenheiten haben mich Kollegen z.B. um Rat gefragt? Wofür wurde ich besonders von Vorgesetzten oder Kollegen gelobt? Wenn Sie sich solche Fragen stellen, dann werden Sie beantworten können, was Sie von anderen abhebt, und das ist immer ein starkes Argument, den Job ausgerechnet Ihnen zu geben.

So, jetzt komme ich zur sechsten Frage und wie versprochen, am Ende komme ich darauf zurück. Ich sage Ihnen, wie viele Bewerber werden zu Vorstellungsgesprächen eingeladen und ich sage Ihnen auch, was hat die Länge Ihres Vorstellungsgespräches zu heißen, was können Sie daraus schließen auf Ihre Erfolgsaussichten. Sechster Punkt: Wie gehen Sie mit Kritik um? Fallen Ihnen Beispiele ein? Warum werden Sie gefragt, wie Sie mit Kritik umgehen? Weil es sehr viele Menschen gibt, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die jeden Fingerzeig des Vorgesetzten als eine Erniedrigung auffassen, die sich nichts sagen lassen wollen, die sofort eingeschnappt sind. Man möchte also wissen, ob Sie in der Lage sind, souverän eine Kritik anzunehmen und auch das Gewünschte umzusetzen. Und in diesem Fall ist es richtig gut, wenn Sie ein Beispiel geben. Erzählen Sie von einer Situation, in der Sie Kritik gehört haben und zeigen Sie auf, dass Sie die Kritik angenommen haben, dass Sie die Kritik umgesetzt haben und sagen Sie am Ende auch, dass Sie für diese Kritik dankbar sind, denn die Kritik hat Sie vorwärts gebracht. Das ist eine Haltung, die sich Firmen wünschen.

Und da bin ich bei der siebten Frage und zwar: Was wissen Sie über unsere Firma? Das ist ganz, ganz wichtig, dass Sie sich gut auf eine Firma vorbereiten, dass Sie z.B. wissen, wann wurde diese Firma gegründet, auf welchem Geschäftsmodell basiert diese Firma, wie viele Mitarbeiter sind tätig, was ist der Kern des Geschäftsmodells, wie hat sich die Firma in den letzten Jahren oder auch Jahrzehnten entwickelt. Das ist natürlich ein starkes Zeichen, wenn Sie sich richtig gut mit der Firma auseinandergesetzt haben. Dann unterstreicht das die Ernsthaftigkeit Ihrer Bewerbung, dass Sie also nicht mit der Schrotflinte geschossen und zufällig diese Firma getroffen haben, sondern dass Sie sich von Herzen für diese Firma entscheiden. Sagen Sie in diesem Fall ganz genau, was Sie über diese Firma wissen und betonen Sie immer wieder, welche Parallelen zu sich Sie sehen. Wenn diese Firma z.B. auffällt durch Beständigkeit oder durch Ideenreichtum, dann schlagen Sie den Faden und sagen: "Wissen Sie, ich finde es so toll, dass Sie diesen Kurs beibehalten haben, auch in der Krise und mit Erfolg durchgezogen haben, denn ich bin auch ein Mensch, der das, was er sich einmal vorgenommen hat, gegen Widerstände auch durchsetzen kann. Z.B. habe ich in einer schwierigen Marktlage in meiner letzten Firma..." Pünktchen, Pünktchen, Pünktchen erreicht. Das ist das Muster, dass Sie immer wieder zurück auf sich kommen, zurück auf Parallelen, die Sie zu dieser Firma bilden können. Denn letztlich ist die heimliche Frage: "Was wissen Sie über unsere Firma?" die heimliche Frage ist: "Darling, passen wir beide zusammen oder nicht?" Und wenn Sie als Darling antworten, dass Sie zusammen passen, wenn Sie das belegen durch Beispiele, dann hängen Sie die anderen Bewerber ganz schön ab.

Und damit bin ich bei der achten Frage und zwar: Aus welchen Gründen wollen Sie wechseln? Das fragen Firmen natürlich aus gutem Grund, denn es kann ja sein, dass Sie dort, wo Sie jetzt sind, einen goldenen Löffel geklaut haben und auf der Kippe stehen. Es kann sein, dass man Sie dort loswerden will, weil Sie schlechte Leistung erbracht haben und Sie steuern jetzt schwimmend auf eine Rettungsinsel zu und diese Firma soll es sein. Firmen haben das natürlich nicht so gerne, denn wenn Sie jemandem in Not helfen, dann ist der bei der Wahl der Firma nicht wählerisch und dann wird er bei nächster Gelegenheit wieder zu einer anderen Firma wechseln, die besser zu ihm passt. Darum sollten Sie immer ein Motiv nennen, das kein Fluchtmotiv ist. Also nicht sagen, was in der jetzigen Firma, in der alten Firma nicht möglich ist, z.B. dass Sie dort keine Aufstiegschancen hatten oder wenig Entwicklungsraum hatten, sondern Sie sollten nennen, was reizt Sie an der Firma, deren Vertreter vor Ihnen sitzen. Sagen Sie: "In Ihrem Unternehmen, das finde ich total faszinierend und reizvoll, mit welcher vielschichtigen Kreativität Sie Ihre Produkte in den Markt bringen. Mir ist aufgefallen, wie Sie das bei der letzten Marketingkampagne gemacht haben. Ich war fasziniert, wie das Internet in das analoge Geschäft gegriffen hat, z.B. durch die und die Kampagne, und ich finde es so interessant, dass ich hier meine Fähigkeiten im Marketing einbringen kann, die ich unter anderem schon bewiesen habe durch..." Es ist wieder das gleiche Muster, Sie merken es, Sie schlagen den Bogen zwischen der Firma und Ihren Wünschen, Ihren Fähigkeiten. Und das Motiv sollte immer sein, dass Sie diese Firma, das Geschäftsmodell, die Werte, dass Sie das so interessant und anziehend finden, dass Sie deshalb an die Türe geklopft haben.

Da bin ich bei der neunten Frage: Warum haben Sie Ihre Jobs so oft oder auch so selten gewechselt? Das ist sehr, sehr spannend. Beginnen wir mal mit "so oft". Also, wenn Sie öfter als alle anderthalb bis zwei Jahre gewechselt haben, vielleicht nur ein halbes Jahr irgendwo waren und dann sind Sie wieder weg, dann steht natürlich auch der Verdacht im Raum, dass Sie dort die Probezeit nicht bestanden haben oder dass entweder die Firma mit Ihnen oder Sie mit der Firma nicht zufrieden waren. Warum ist das relevant für einen neuen Arbeitgeber? Natürlich will er aus Ihrer Vergangenheit auf Ihre Zukunft schließen. Also, wer in der Vergangenheit oft nur kurz bei Firmen war, so denkt sich die neue Firma, der wird bei uns vielleicht auch nur kurz bleiben und dann ist er wieder weg und die ganze Einarbeitung war umsonst. Darum sollten Sie aufzeigen, dass wenn Sie oft gewechselt haben, dass das gerade ein Motiv ist, dass Sie jetzt dauerhaft in dieser Firma bleiben wollen, dass Sie jetzt nach einer Position suchen, in der Sie genau das finden, was Sie suchen. Sie müssen aufzeigen, dass genau das, was Sie suchen, in dieser Firma zu finden ist und aufgrund dieser großen Schnittfläche, aufgrund dieses guten Zusammenpassens, wird es so sein, dass Sie in dieser Firma länger bleiben. Das müssen Sie indirekt belegen, indem Sie Beispiele geben.

Und wenn es darum geht, warum Sie so selten gewechselt haben, dann sollten Sie im Hinterkopf haben: seltenes Wechseln ist natürlich auch ein Vorteil, weil es aufzeigen kann, dass Sie zufrieden waren mit einer Firma und auch umgekehrt. Aber der Verdacht kann auch im Raum stehen, dass Sie vielleicht träge sind, dass Sie Unzufriedenheit lange aushalten, dass Sie einfach nur noch da sitzen und sich an Ihrem Stuhl festhalten. Darum sollten Sie in diesem Fall erzählen, wie Sie sich in der Position weiterentwickelt haben, wie Sie dauernd auch neue Aufgaben ergriffen, neue Wachstumschancen genutzt, sich fortgebildet haben, sodass der Eindruck entsteht, Sie haben zwar nicht die Firma gewechselt, Sie haben zwar nicht die Position gewechselt, aber Sie waren im Kopf flexibel, Sie haben viel Neues gelernt. Genau das erwartet die neue Firma von Ihnen, denn dort nach Ihrem Wechsel, dort sollten Sie auch viel Neues in relativ kurzer Zeit lernen.

Und damit bin ich bei der zehnten Frage. Ich am Ende, wie versprochen, noch mal darauf zurückkomme: Wie viele Bewerber eigentlich zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden und was die Länge, das ist ein spannendes Thema, was die Länge des Vorstellungsgespräches Ihnen über Ihre Erfolgsaussichten verrät. Zehnte Frage: Was würde mir Ihre letzte Führungskraft über Sie erzählen? Das ist eine projektive Frage, das heißt, heimlich will man gar nicht wissen, was die Führungskraft erzählen würde, sondern man will herausfinden, was Sie selber denken. Und jetzt kann es sein, dass Sie sagen: "Diese letzte Führungskraft, die würde an mir dieses und jenes loben oder sie würde dieses und jenes an mir kritisieren." Am besten ziehen Sie sich aus der Affäre, indem Sie diese letzte Führungskraft zitieren, indem Sie sagen: "Mein letzter Vorgesetzter, der hat z.B. zu mir gesagt: Herr Müller, wenn ich ein Projekt in Ihre Hände gebe, dann habe ich immer ein sehr gutes Gefühl, weil erstens sind Sie gut organisiert, zweitens kriegen Sie es zustande, dass alle Leute zu Ihnen ins Boot kommen und drittens halten Sie die Termine ein. Ich bin damit sehr zufrieden, wie Sie Ihre Projekte angehen. Das hat er zu mir gesagt im Abschlussgespräch und deshalb denke ich, das würde er vielleicht auch zu Ihnen sagen." Wenn Sie so antworten, mit einem Zitat, hat das natürlich den Vorteil, dass Sie so eine Art Zeugen hier zitieren und diese Aussage ist viel glaubwürdiger, als wenn Sie genau das gleiche über sich selbst behaupten würden, denn Sie sitzen ja im Vorstellungsgespräch und Sie wissen, dass manche Worte Ihre Chancen auf den Job erhöhen.

Und da bin ich bei der elften Frage, die auch oft gestellt wird und zwar: Wie gehen Sie mit Fehlern um? Es ist oft so, dass Menschen Fehler begehen, aber sie halten sich die Augen zu, sie wollen es nicht wahrhaben oder sie vertuschen ihre Fehler sogar, und das gibt natürlich in den Firmen Ärger, dann fliegen die Sachen später auf und sie fliegen der Firma auch um die Ohren. Bei dieser Frage ist es wichtig, dass Sie Beispiele geben. Nennen Sie einen Fehler, der Ihnen passiert ist und zeigen Sie dann auf, was Sie aus diesem Fehler gelernt haben. Und am Ende können Sie dann auch noch zu dem Schluss kommen: "Es war zwar unangenehm, dass mir diese Sache passiert ist, aber rückblickend war es für mich wichtig, denn in diesem Moment habe ich gelernt, erstens, zweitens, drittens." Also, jemand, der Fehler als Chance sieht, als Lerngelegenheit sieht, der ist in Firmen immer sehr, sehr willkommen.

Und damit bin ich bei der zwölften Frage und zwar: Welches war die schlechteste Entscheidung Ihres Lebens? Das ist natürlich eine etwas gemeine Frage. Man könnte meinen, die geht auch ins Persönliche. Vielleicht haben Sie sich mal mit dem falschen Menschen verheiratet oder eingelassen, vielleicht haben Sie Geld auf die falsche Aktie gesetzt. Aber Sie ahnen es schon: Sie sollten hier keine Antwort aus dem Privatleben geben, sondern Sie sollten sich eher aufs Berufliche beziehen. Aber bitte nennen Sie keine schweren Fehler, die Ihnen in anderen Firmen passiert sind, die diese Firmen womöglich Geld, womöglich Kunden gekostet haben, sondern konzentrieren Sie sich auf kleinere Entscheidungen, auf kleinere Fehler, aus denen Sie etwas gelernt haben. Z.B. könnten Sie sagen: "Nun, während der Corona-Krise, da ist unsere alte Lieferkette zusammengebrochen und ich sollte einen neuen Lieferanten organisieren und ich habe mich dabei verlassen auf einen Lieferanten aus Japan. Ich habe alles auf dieses eine Pferd gesetzt. Die erste Lieferung, die hat geklappt, aber ab der zweiten begann es zu haken und da wurde mir bewusst, ich hatte nicht berücksichtigt, dass dieser Lieferweg einbrechen kann. Ich hätte mir einen zweiten Lieferweg als Absicherung einbauen sollen und das habe ich von diesem Tag an getan und seitdem hatten wir..." und jetzt kommt eine Erfolgsgeschichte. Also, ähnlich wie bei der Frage nach dem Fehler, zeigen Sie auf, was Sie aus der schlechten Entscheidung gelernt haben.

13. Frage: Und welches war die beste Entscheidung Ihres Lebens? Wieder nichts Privates. Antworten Sie nicht Ihr Hobby, nennen Sie nicht Ihre Frau, Ihren Mann, nennen Sie nicht Ihren Wohnort, nennen Sie nicht eine Aktie, sondern nennen Sie wieder eine berufliche Entscheidung. Sehr gut, falls das wirklich stimmt, sehr gut kommt die Antwort an, dass Sie sich auf den Beruf beziehen. Also, ich bin z.B. Journalist und ich könnte jetzt sagen: "Wissen Sie, die beste Entscheidung, die ich in meinem Leben je getroffen habe, das war, Journalist zu werden. Ich habe schon immer gern geschrieben. Ich habe begonnen auf meiner alten Adler-Schreibmaschine und mein Bruder, der im Kinderzimmer nebenan wohnte, der hat manchmal abends gegen die Wand gehämmert, weil ich bis Mitternacht am Schreiben war. Das hat mich schon immer sehr erfüllt und dass ich daraus einen Beruf machen konnte, das war die beste Entscheidung meines Lebens, denn ich habe sehr viele erfüllende Erlebnisse durch das Schreiben gehabt. Ich habe den Reportagepreis der Akademie für Publizistik gewonnen, ich habe begonnen Bücher zu schreiben, die Bestseller geworden sind. Ich liebe es sehr, wenn ich meine Gedanken schriftlich darlegen kann und deshalb freue ich mich ja so, dass ich in Ihrer Stellenausschreibung gelesen habe, welche Publikationsmöglichkeiten ich habe. Besonders interessant finde ich es, dass ich Ihre Leser informieren kann über..." Pünktchen, Pünktchen, Pünktchen. Das ist natürlich toll, wenn Sie das wirklich von Herzen können, dass Sie diese Berufswahl als die beste Entscheidung Ihres Lebens bezeichnen, denn das zeigt natürlich, dass Sie motiviert ans Werk gehen und dass Sie genau sich auf die richtige Position beworben haben.

Nächste Frage: Wie geht Ihr Berufsleben weiter, falls Sie von uns eine Absage bekommen? Das ist eine spannende Frage, denn heimlich geht es darum: Haben Sie wirklich einen Plan im Kopf? Haben Sie wirklich einen Willen, der Sie lenkt, einen Kompass, der Sie lenkt, oder ist Ihre Bewerbung eher so ein Versuchsballon, den Sie aufsteigen lassen und wenn jemand eine Nadel reinsticht, dann ist der ganze Plan aus dem Weg? Nein, in diesem Fall ist es ganz wichtig, dass Sie zeigen: Ich bin zieltreu, ich bin prinzipientreu und wenn es bei Ihnen nicht klappt, dann werde ich meinen Veränderungswunsch weiter vorantreiben und ich halte Ausschau nach ähnlichen Positionen, nach ähnlichen Firmen, wobei ich die Position bei Ihnen bevorzugen würde aus folgenden Gründen. So zeigen Sie, dass Sie jemand sind, der die Dinge selbst in die Hand hat, der sich nicht von Zufällen steuern lässt und der, wenn Hindernisse auftauchen, nicht sofort resigniert, sondern erst einmal weitergeht.

Und jetzt kommen noch drei Fragen, eh ich Ihnen am Ende sage, was die Länge des Vorstellungsgespräches zu heißen hat und mit wie viel Konkurrenz, mit wie vielen anderen Bewerbern im Vorstellungsgespräch Sie rechnen müssen. 15. Frage: Welches Tier wären Sie gern? Das ist eine Stressfrage, mit der man testen möchte, können Sie jetzt richtig kreativ, richtig intelligent reagieren oder sind Sie verlegen und wissen keine Antwort? Ich glaube, Sie sollten dem Fragesteller einen einfachen Gefallen tun und ein Tier nehmen, das gut zur Position passt. Angenommen, Sie brauchen Überblick für die Position, dann sagen Sie doch einfach: "Ich wäre sehr gerne ein Adler, denn ein Adler, der steht oben im Wind, der blickt über die Berge und die Felder und ähnlich, glaube ich, sollte ich bei Ihnen auf die Projekte schauen, mehrere Teams koordinieren, Termine im Auge behalten. Das ist eine Situation, die ich aus meiner jetzigen Firma kenne. Ein Adler, der hat ein Adlerauge. Ich sehe oft Dinge, die bei anderen nicht auffallen. Z.B. ist mir im letzten Projekt das und das und das aufgefallen und ich habe den und den Anstoß gegeben und deshalb ist der Adler eine gute Wahl." Lassen Sie sich auf die Frage ein, denn wenn Sie diese Frage ablehnen, dann wird Ihnen das negativ ausgelegt. Und wenn Sie eine humorvolle Antwort geben, also z.B. "Welches Tier wären Sie gern? Dasselbe wie Sie, wenn Sie diese Frage stellen, nämlich ein Esel", dann haben Sie bei mir einen Lacherfolg, aber es wird Ihnen beruflich eher das Gegenteil bringen, nämlich eine Absage.

16. Frage: Noch eine Stressfrage: Wie finden Sie eigentlich mich als Interviewer? Das ist natürlich brisant, denn wenn Sie jetzt sagen: "Hm, das war das langweiligste Vorstellungsgespräch, das ich je geführt habe, und Sie sind so staubtrocken, dass ich, wenn ich draußen bin, erstmal ein Glas Wasser trinken muss", dann sind Sie wieder unten durch. Nein, es ist wichtig, dass Sie in diesem Fall ehrliche Komplimente aussprechen. Fragen Sie sich also, was genau gefällt mir an diesem Interviewer und dann geben Sie Beispiele dafür. Sie könnten sagen: "Was mir an Ihnen sehr gut gefallen hat, das ist, wie Sie mich begrüßt haben. Ich hatte sofort das Gefühl, dass ich freudig erwartet werde. Sie haben z.B. das und das und das gesagt. Ich fand es bemerkenswert, wie gut Sie sich mit meinem Lebenslauf auskannten. Sie haben die und die Station angesprochen. Das fand ich ganz toll, dass Sie das noch im Kopf hatten und was mir auch aufgefallen ist, Sie haben sehr gut zugehört und haben an einigen Stellen noch mal nachgefragt und mir dabei geholfen, meine Antwort zu vertiefen, z.B. hier und hier." Sie merken es, es reicht nicht aus, dass man sagt: "Sie sind ein toller Interviewer", sondern Sie müssen ganz konkrete Beispiele geben, und das ist dann immer ein Punkt, in dem Sie andere Bewerber abhängen können.

Und jetzt sind wir noch bei der 17. und letzten Frage, die in jedem Vorstellungsgespräch kommt und zwar: Was wollen Sie bei uns verdienen? Das ist eine ganz entscheidende Frage, denn wenn Sie jetzt eine ungeschickte Antwort geben, wenn Sie jetzt ein zu niedriges Gehalt nennen, dann bezahlen Sie den Preis dafür, womöglich über fünf, über zehn, über 15 oder 20 Jahre hinweg. Es ist eine entscheidende Frage und Sie sollten sich vorher genau fragen: Was möchte ich haben? Sie sollten sich orientieren und zwar, indem Sie mit Menschen sprechen, die ähnliche Positionen wie Sie begleiten. Dann werden Sie ein Gefühl dafür bekommen, was verdient jemand, der sehr gut verdient in der Position, was verdient jemand, der Mittel verdient und was verdient jemand, der schlecht verdient. Und wenn Sie eine besonders gute Leistung erbringen, dann müssen Sie auch besonders gut verdienen. Das heißt, da müssen Sie da irgendwo in der Spitzengruppe sein. Aber eine Sache ist ganz wichtig, das kann ich Ihnen aus 20 Jahren als Gehaltscoach verraten: Sie dürfen nicht das, was Sie wirklich haben wollen, jetzt als Zahl nennen. Angenommen, Sie wollen ein Jahresgehalt von 65.000, dann sollten Sie eben nicht 65.000 sagen, denn sonst bekommen Sie garantiert eines, nämlich weniger. Sie sollten viel mehr eine höhere Zahl nennen. Dann sagen Sie lieber 71.500 €. Was ist an dieser Antwort stark? Erstens, sie ist selbstbewusst. Sie steigen hoch ein und die Ware, die mehr kostet, die ist meistens auch Qualitätsware und kein Schrott vom Grabbeltisch. Zweitens, Sie nennen eine ungerade Zahl. Das ist laut Studien sehr klug, denn Ihr Verhandlungspartner denkt sich: "Hoppla, hier hat jemand mit spitzer Feder kalkuliert, den kann man nicht so einfach runterhandeln." Und dritter Punkt: Es ist natürlich prima, dass Sie da einen Spielraum zur 65 eingebaut haben, denn Sie werden wahrscheinlich dennoch runtergehandelt, aber vielleicht landen Sie bei 67, bei 66.000 und dann hätten Sie noch mehr, als Sie es eigentlich wollten. Und damit hätten Sie auch die 17. Frage wunderbar bewältigt.

Und jetzt kommen noch meine beiden versprochenen Antworten. Erstens: Wie viele andere Bewerber werden zum Vorstellungsgespräch eingeladen? Sie können davon ausgehen, dass mindestens zwei weitere, bei manchen Positionen sogar vier weitere Bewerber eingeladen werden, also zwischen drei und fünf Bewerbern. Und das bedeutet, wenn man mal von fünf Bewerbern ausgeht, dass Ihre Chance eigentlich im Vorstellungsgespräch nur bei 20% liegt. Aber da Sie jetzt dieses Video geschaut haben und da Sie vielleicht auch meinen Kurs "Bewerben mit Erfolgsgarantie" kennen, da verrate ich Ihnen nämlich die allerbesten Tricks. Ich komme gleich noch mal drauf zurück, deshalb wird Ihre Chance deutlich größer sein und Sie können die anderen in ihre Schranken verweisen.

Und die zweite Frage: Was hat die Länge des Vorstellungsgespräches zu heißen? Das ist ganz wichtig, denn wenn das Gespräch früh endet, nach einer halben Stunde, nach 40 Minuten, ist es eher ein schlechtes Zeichen. Vielleicht haben die Entscheider gedacht: "Hm, das sieht eher so aus, als würde es nichts und warum jetzt noch Zeit verschwenden?" Wenn das Gespräch aber eine Stunde dauert oder oder wenn es gar länger als eine Stunde oder gar anderthalb Stunden dauert, dann dürfen Sie davon ausgehen, dass Ihre Gesprächspartner an Ihnen und Ihrer Qualifikation Gefallen gefunden haben und dass Sie sehr gute Chancen haben, eine Zusage zu bekommen. Und diese Chancen, die können Sie sehr erhöhen, indem Sie meinen Videokurs "Bewerben mit Erfolgsgarantie" nutzen. Das ist ein dreiteiliger Kurs. Sie erfahren alles, wie Sie verdeckte Jobs finden können, Sie erfahren alles, wie Sie eine Bewerbung schreiben, die auf jedem Stapel ganz oben da sind. Tricks drin, die Sie nirgendwo im Internet, nirgendwo in einem Buch finden und die sich in meiner Praxis sehr, sehr bewährt haben. Und zum dritten durchlaufen Sie ein richtig intensives Trainingslager für Ihr Vorstellungsgespräch. Danach sind Sie topfit. Und das Beste kommt jetzt: Sie können diesen Kurs vier Wochen lang testen. Vier Wochen lang. Sie fragen sich vielleicht, warum macht der Typ dieses Angebot, vier Wochen zu testen? Ich mache dieses Angebot, weil ich von ganz vielen Bewerbern weiß, wie sehr sie von diesem Kurs profitiert haben und dass die den über die vier Wochen hinaus behalten wollen und ihr Leben lang nutzen wollen. Also, es ist ein tolles Angebot. Sie haben nichts dabei zu verlieren. Testen Sie diesen Kurs, erhöhen Sie Ihre Chancen, klicken Sie jetzt hier und schnappen Sie sich den Traumjob. Bis zum nächsten Mal, Ihr Martin WLE.