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Hallo zusammen. Im Zuge der Menschheitsgeschichte haben sich Schönheitsstandards mehrmals fallen. Das, was zum Beispiel im Mittelalter als perfekt galt, findet man heute eher komisch. Doch nur wenige machen sich Gedanken darüber, was Schönheitsideale auch im 21. Jahrhundert je nach Land stark variieren können. In unserem heutigen Video erzählen wir euch über die Besonderheiten der Vorstellung vom Schönen seitens verschiedener Völker. Die eine dürft euch als außergewöhnlich und die anderen als richtig erstaunlich erstaunen. Lasst uns loslegen.
Japan. In westlichen Ländern ist die Vorstellung vom perfekten Lächeln mit einer asymmetrischen Form der Zähne und deren gleichmäßigen Anordnung im Kiefer verbunden. Um es zu erreichen, lässt man sich Zahnspangen einsetzen und dreht sie jahrelang, und das nur, um sein Lächeln zu korrigieren bzw. perfekt zu machen. In Japan hingegen sieht es damit ganz anders aus. Dort gibt es den Begriff "Yaeba". So bezeichnet man schiefe Zähne, unter anderem hervorstehende Eckzähne, und die Japaner halten ein solches Lächeln für ziemlich attraktiv. Die Bewohner des Landes der aufgehenden Sonne vertreten die Meinung, dass Yaeba dem Äußeren das gewisse Etwas verleiht und es außergewöhnlich erscheinen lässt. Man könnte es so formulieren: In ihren Augen sind schiefe Zähne wie ein süßes Muttermal, das die Schönheit einer Person betont und sie noch charmanter aussehen lässt. Einer der Gründe, warum es bei den Japanern so beliebt ist, besteht darin, dass sie großen Wert auf natürliche Schönheit legen und es nicht für nötig halten, etwas naturbedingtes zu korrigieren. Allerdings sind damit nur hervorstehende Eck- und Vorderzähne gemeint. Doch wenn man kein schönes Lächeln hat, weil die Eckzähne im falschen Winkel wachsen und damit das Gesichtsprofil beeinträchtigen, so würde man in Japan auf jeden Fall versuchen, diesen Fehler zu beheben. Und wenn Japaner sich für eine Zahnkorrektur entscheiden, ziehen sie es vor, eine innenliegende Zahnspange zu tragen, damit man ihnen nicht anmerkt, dass sie an ihrem Lächeln herumdoktern.
Iran. Laut Statistik ist der Iran das Land mit den meisten Schönheits-OPs an der Nase weltweit. Es liegt zum Teil an der iranischen Tradition, die den Frauen vorschreibt, dass sie nur ihr Gesicht in der Öffentlichkeit zeigen dürfen. Da will man natürlich, dass es perfekt aussieht. Man schreckt nicht einmal von hohen OP-Kosten zurück, die geben durchschnittlich etwa zweieinhalbtausend Dollar betragen. Aber das kann man jedoch nicht als puren Schönheitswahn bezeichnen. Für iranische Frauen und Männer ist eine überstandene Nasen-OP ein Merkmal für Reichtum und sozialen Status. Nasenkorrekturen sind derart begehrt, dass viele Patienten ihren Verband noch lange Zeit nach dem Eingriff tragen und damit den anderen zu zeigen, dass in ihnen bereits an den Nasenoperationen durchgeführt wurde und dass sie sich die hohen Kosten leisten konnten. Und manche tragen sogar eine Art Scheinverband. Das heißt, sie kleben sich ein Pflaster über die Nase, ohne sich vorher unters Messer gelegt zu haben, damit alle denken, dass sie darunter ein Meisterwerk eines plastischen Chirurgen im Wert von mehreren tausend Dollar verbirgt.
Tadschikistan. Bereits im alten Rom und im antiken Griechenland haben Dichter und Schriftsteller Monobrauen besungen. Man glaubte, dass eine Frau mit diesem äußeren Merkmal unglaublich schön und für alle Männer erstrebenswert wäre. Es war vor langer, langer Zeit. Und wenn breite, dunkle Augenbrauen erst seit ein paar Jahren weltweit im Trend liegen, so gelten in Tadschikistan buschige und sogar an der Nasenwurzel zusammengewachsene Brauen seit Urzeiten als Schönheitsmerkmal. Erst war ein paar Generationen glaubt man dort, dass je kleiner der Abstand zwischen den Brauen eines Mädchens ist, desto mehr wird ihr künftiger Gatte sie lieben. Und in einigen Regionen von Tadschikistan sieht man zusammengewachsene Brauen immer noch als Attraktivitätsmerkmal. Wenn eine Frau von Natur aus nicht mit dichten Brauen aufgewachsen ist, zeichnet sie sie nach, um auf Männer attraktiver zu wirken. Des Weiteren sind die Tadschiken davon überzeugt, dass zusammengewachsene Brauen Glück und Langlebigkeit bringen würden. Bei Frauen sind sie ein Symbol für Reinheit sowie Unschuld und bei Männern für Lebenskraft. Sie verkörpern also alles Beste, was es nur gibt.
Südkorea. In Südkorea sind plastische Eingriffe nicht nur weit verbreitet, sondern gelten sogar als vollkommen normal. In großen Städten sieht man überall Werbeschildern, die darüber informieren, und sämtliche Kliniken behaupten, jeden zu einem Hingucker machen zu können. Laut Statistik hat sich jeder fünfte Einwohner von Seoul im Alter zwischen 19 und 49 mindestens einmal unters Messer gelegt. Und das ist nicht verwunderlich, denn in Südkorea gelten ziemlich harte Schönheitsstandards. Der wichtigste von allen betrifft die Gesichtsform. Das Gesicht einer wirklich hübschen Koreanerin soll von der Form her ans Herz erinnern. Es soll oben breit sein und ein schmales Kinn haben. Um das perfekte Aussehen zu erlangen, sind viele Koreaner bereit, sich mehrmals komplizierte Operationen zu unterziehen, und zwar so oft, bis sie das gewünschte Ergebnis erzielen. Es sei angemerkt, dass solche Eingriffe eine Teilung von Knochen, deren Entfernung und sonstige furchtbare Prozeduren umfassen. Selbstverständlich ist eine Rehabilitation nach so einer OP auch alles andere als angenehm, denn ein Patient kann lange keine feste Nahrung zu sich nehmen. Aber da kann man nichts machen, wer schön sein will, muss bekanntlich leiden.
Papua-Neuguinea. In Papua-Neuguinea und in einigen afrikanischen Ländern gibt es eine uralte Tradition, die Skarifizierung heißt. Bei Männern ist das Einbringen von Narben in die Haut ein Initiationsritual und Frauen, die den solchen Mustern als Bestätigung für ihre herausragende Schönheit dienen. Ein künftiger Krieger weint nicht während dieser Prozedur. Eine Frau weint auch nicht, denn von den Narben hängt ab, ob sie später ein glückliches Familienleben führen und überhaupt heiraten können. Alle Narben am Körper sind unterschiedlich und haben eine bestimmte Bedeutung und einen bestimmten Zweck. Manche könnte man als eine Art Pass bezeichnen. Dieser brutale Körperschmuck gibt Auskunft darüber, wie alt man ist und welcher sozialen Schicht man angehört. Im nigerianischen Stamm der Kapsiki werden Mädchen seit ihrem fünften Lebensjahr skizziert. Man bringt die ersten Narben in die Bauchhaut ein und nach einiger Zeit sind die Oberschenkel und die Unterarme und die Stirn dran. So werden verschiedene Lebensphasen markiert, bis das Mädchen geheiratet hat. Und im Stamm der Beta-Marie werden Kindern Narben verpasst, damit ihnen die Stammesgeister beistehen. Es sei erwähnt, dass es ein sehr schmerzhafter Prozess ist, bei dem man sich obendrein eine Krankheit einfangen könnte.
Mauretanien. In vielen Ländern ist man der Ansicht, dass eine Frau umso attraktiver ist, je schlanker sie ist. Doch in Mauretanien ist es ganz anders. Dort findet man mollige Frauen. Dieser kulturelle Stereotyp zwingt die Frauen dazu, sich auf ihre Zukunft schon von kleinauf vorzubereiten. Sie halten sich an einen bestimmten Ernährungsplan oder nehmen spezielle Medikamente zum Zunehmen. Sie bringen diese Opfer, weil überflüssiges Gewicht sie in den Augen der Männer attraktiver wirken lässt. Manchmal werden Mädchen in einer Art Sommercamp geschickt, wo sie regelrecht gemästet werden, indem man sie zwingt, 16.000 Kalorien täglich zu sich zu nehmen. Und obwohl diese Tradition in den Städten allmählich schwindet, wird sie von vielen Landbewohnern immer noch aufrechterhalten. Darüber hinaus hat die bislang einzige Studie des mauretanischen Ministeriums für Soziales, Familie und Kinder ergeben, dass 55 Prozent der Männer eine schlanke weibliche Figur als Nachteil, 67 Prozent der Frauen Übergewicht für einen Vorteil halten. Im Durchschnitt haben zwei von fünf Frauen offen gestanden, dass mollige Frauen eine größere Anziehungskraft auf Männer ausüben als schlankere.
China. In vielen asiatischen Ländern, einschließlich China und Thailand, gilt blasse Haut als Schönheitsmakel, und das ist kein neuer Trend. Selbst in der alten chinesischen Literatur wird eine schöne Person immer als weißhäutig beschrieben. Wenn ihr eine chinesische Drogerie betreten und versuchen würdet, Gesichtscreme zu kaufen, würdet ihr kaum eine finden, auf der diverse Bleichmittel nicht aufgelistet werden. Und übrigens, dasselbe gilt auch für die Hautpflege-Mittel für Männer. Viele Asiaten weigern sich, um spezielle Masken zum Strand zu gehen, weil sie eine zufällige Sonnenbräune vermeiden wollen. Um ihre Haut zu schützen, wäre ihnen fast alles recht. Aber was ist der Grund dafür? Die Hautfarbe wird in den asiatischen Ländern direkt mit dem sozialen Status in Verbindung gebracht. Wenn jemand eine dunkle Haut hat, muss ein Feldarbeiter, also arm sein. Selbstverständlich möchte kein Mitglied einer reichtums-orientierten Gesellschaft wie ein Bauer aussehen. Manche verstecken sich unter einem Regenschirm und versuchen es an sonnigen Tagen möglichst selten nach draußen zu gehen.
Myanmar. In den Hochgebirgsregionen von Südostasien, in Myanmar, lebt das Volk der Padaung, das bei Touristen sehr beliebt ist. Das liegt daran, dass Padaung-Mädchen seit ihrem fünften Lebensjahr Hals-Spiral-Schmuck tragen. Zuerst wird ihnen eine Spirale aus sechs Ringen um den Hals gelegt. Danach kommt jährlich ein Ring dazu. Zum Heiratszeitpunkt erreicht die Anzahl der Ringe ihr Maximum und nach der Heirat werden in der Regel keine mehr angelegt. Die Hälse der Frauen werden dadurch länger, manchmal um bis zu 40 cm. Einige dieser Konstruktionen sind so groß und unbequem, dass sie die Frauen in ihren Bewegungen hindern, so dass es ihnen schwerfällt, ihren Kopf zu drehen. Der Grund für das Tragen derartigen Spiral-Schmucks hängt mit den Vorstellungen vom Schönsein der Padaung zusammen. Für sie ist ein langer Hals als Symbol für Wohlstand und Schönheit. Außerdem schützt der Halsschmuck die einheimischen Frauen vor Tigern und hilft ihnen, ein Durcheinander zu vermeiden. Es ist so, dass Frauen, die in dieser Region leben, früher häufig von Vertretern anderer Völker entführt worden und von zu Hause ausgerissen sind. Deswegen haben sich die Padaung-Männer diese originelle Methode einfallen lassen, mit der sie ihre Schönheiten vor Übergriffen seitens der Nachbarvölker schützen.
Namibia. Die Himba sind ein uraltes afrikanisches Nomadenvolk. Ihre Lebensart hat sich im Laufe der Jahrhunderte kaum verändert, trotz Krieg, Ausbreitung der westlichen Zivilisation und Störungen. Die Nomaden leben in Namibia und ihre genaue Anzahl ist unbekannt. Die Himba haben kaum Wasser. Jeder Tropfen, den es ihnen zu beschaffen gelingt, wird entweder für später aufgehoben oder ausgetrunken. Vom Duschen kann selbstverständlich keine Rede sein. Eine magische Creme, der die Himba ihre Hautfarbe zu verdanken haben, hilft zu überleben. Es ist eine Mischung aus Butter, die sie aus der Milch ihrer Kühe herstellen, verschiedenen Pflanzen-Elixieren und Pulver zerriebenen knallroten Bimsstein. Damit reiben sich die Himba-Frauen ihren ganzen Körper und ihre Haare mehrmals am Tag ein. Die Creme dient ihnen als Hygiene-Mittel und schützt sie gegen Sonnenbrand und Mückenstiche. Des Weiteren wird ihre Haut damit unfassbar glatt, rot und schön.
Neuseeland. Die Ureinwohner Neuseelands, die Maori, waren die größte Bevölkerungsgruppe vor der Ankunft der Europäer. Ihre Tätowierungen sind eines ihrer wichtigsten Merkmale. Wenn in der modernen Welt Tattoos nur als Körperschmuck dienen, so sind sie für die Maori auch eine Art Personalausweis. Eine Tätowierung am Körper einer Maori-Person verrät den ganzen Stammbaum ihres Trägers und enthält sogar eine geheime Botschaft für den Rest der Welt. Diese Muster sind Teil eines Initiations-Rituals. Die Maori-Frauen werden traditionsgemäß in der Pubertät am Kinn tätowiert. Das Erstaunliche ist, dass man bei den Maori unmöglich zwei identische Tattoos finden kann. Jedes davon ist einzigartig. Die Motive sind immer sehr kompliziert und detailreich. Sie sollen nämlich nicht nur das Geschick und das Talent eines Künstlers, sondern auch die Schönheit der Maori-Kultur demonstrieren.
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