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Es gibt eine Einheit unter den Protestanten und Freikirchlern. Es gibt tatsächlich eine Einheit, und ich kann euch auch sagen, was es ist. Bloß nicht mit einem Katholiken sprechen. Da sind sie sich wirklich alle einig, ansonsten überhaupt nicht.
Und ich muss euch sagen, gerade an diejenigen, die vielleicht die Bibel gelesen haben oder die auf der Straße Menschen gesehen haben, die sich mit der frohen Botschaft zu beschäftigen, sich mit Jesus zu beschäftigen und mit dem Glauben im Allgemeinen. Diese Menschen werden eingeladen, sich in eine Gefühlswelt zu übergeben. Ich kann euch auch sagen, warum.
Es ist so, dass in dieser Freikirchlerszene definitiv Menschen sind, die wohlwollende Absichten haben. Das Problem ist, dass hier, ob jemand intellektuell ist oder eher weniger, nicht immer ein großes Themenfeld sein muss. Es gibt Menschen, die haben eine hohe Bildung und sind trotzdem von etwas ganz Falschen überzeugt. Und es gibt Menschen, die haben weniger Bildung, aber können dennoch Heiligkeit anstreben. Und jetzt geht es darum zu erkennen, warum bewegen wir uns hier in einem falschen Rahmen?
Wir haben, wenn wir so sagen möchten, eine große Bubble von dieser Freikirchlasszene. Dort sind verschiedene Akteure, ein Abdul Memra, Michael Kotsch, Josef Dragil, Olaf Latzel, Roger Libi. Das sind alles Akteure, die weit voneinander entfernt sind. Vielleicht der eine oder andere, den man vielleicht paarweise darstellen könnte, weil sie sich doch etwas ähnlicher sind in ihrer Ansicht. Aber dennoch sind sie alle weit auseinander, weil sie sich in essentiellen Dingen widersprechen. Das ist nicht Christentum.
Wenn wir uns eines klar machen müssen, warum man unbedingt, wenn man mit dieser Frage angelangt ist, ich möchte Jesus kennenlernen, ich habe in der Bibel gelesen, ich möchte mich mit dem Glauben beschäftigen. Ich glaube an Gott und ich möchte mich tiefer damit beschäftigen. Man muss sich immer vor Augen halten, die Ordnung, es ist das A und O. Gott ist ein Gott der Ordnung. Alles ist vernünftig und klar präzisiert definiert.
Wenn ich also von Gott spreche und in der Bibel lese, dass Gott ein Gott der Ordnung ist und nicht des Chaos, warum sollte ich mich dann als Interessent, ja, als vielleicht beispielsweise Atheist oder sonst irgendwas in der Richtung mich überhaupt in diese Kreise hineinbegeben? Sie laden ein in eine Gefühlswelt. Das heißt, wenn man mit diesen Akteuren spricht und ich kenne einige von ihnen sehr gut und ich meine jetzt nicht diese Bekannten in den sozialen Medien wie Abdul Membra und so weiter, ich spreche von den einzelnen Gläubigen in ihren Reihen. Wenn man mit ihnen spricht, dann merkt man, wo eigentlich das große Problem ist. Sie werden alle eingeladen oder dazu aufgerufen, mit Jesus eine persönliche Beziehung zu führen. Und jetzt kann man das subjektiv in verschiedene Richtung definieren.
Was heißt es überhaupt, dass ich eine persönliche Beziehung mit Gott habe? Das kann jeder frei interpretieren. Und bei den Freikirchlern ist es auch so, dass im Grunde genommen das Ganze ziemlich frei ist. Hauptsache, du liest in der Bibel, du erkennst, dass etwas falsch läuft in deinem Leben. Jetzt hast du Jesus und du führst mit ihm eine Beziehung auf Wiedersehen. Das ist das Eigentliche. Es gibt natürlich ein aktives Gemeindeleben.
Das Problem dahinter ist, dass wenn man in diesen Gemeinden aktiv wäre, würde man erkennen, dass sie sich alle widersprechen. Und deswegen warne ich eindrücklich jeden, der sich mit dem Glauben beschäftigt, schaut, wer dahinter steckt und stellt unangenehme Fragen. Und durch diese unangenehmen Fragen kommen immer mehr Gläubige von diesen Reihen auf uns zu und berichten uns von sehr skurrilen Dingen, von Taufen in irgendwelchen Planschbecken, in der Badewanne, in Unterhose bekleidet. Es gibt wirklich sehr obsöne Dinge, die dort passieren und wirklich eine ganz ganz seltsame Sicht auf die Dinge.
Wir als überzeugte Katholiken sind nicht überzeugt katholisch, weil wir einfach hineingeboren wurden. Man kann sagen, es ist ein Vorteil, wenn die Eltern einen prägen, aber auch wir haben irgendwann die kritischen Fragen gestellt. Und in einer aktuellen Kirchenkrise, in der wir uns befinden, ist es für einen Interessierten, für einen Suchenden immer schwierig, direkt zu sagen: "Okay, ich sehe katholische Kirche, das ist genau das, was ich brauche, dort muss ich hingehen, denn das ist letztendlich die Kirche Christi." Nein, er wird geblendet von der Kirchenkrise und von diesen emotionalen Einfängen der Freikirchler.
Das heißt, aber Menschen sagen: "Okay, Moment mal, ich habe die Bibel gelesen und jetzt finde ich aber ein Roger Libi toll. Wie kann das denn sein? Ich habe doch einfach nur die Bibel gelesen." Nein, hast du nicht. Du belügst dich in dem Punkt selbst, denn du hast ohne Roger Libi zu kennen, niemals die Lehre vertreten, die er vertritt. Du hast dir YouTube Videos von ihm angeschaut. Du hast von anderen, seinen Anhängern beispielsweise gehört, wie man etwas verstehen sollte. Du selbst wärst nicht der Gründer eines Dispensationalismus gewesen, auch wenn du die Bibel unabhängig von ihn gelesen hättest. Du selbst brauchst immer einen Mentor, jemanden, eine Autorität, die dir etwas beibringt. Und in dem Fall habt ihr alle Lehrmeister, die vollkommen verkehrt sind.
Ich sage das aus einem Punkt, weil es nicht einfach sofort in einem Video zu erkennen ist, was ich meine. Um es konkreter zu sagen, jeder von ihnen glaubt an etwas ganz anderes. Wo sind sich eigentlich diese Freikirchler uneinig? Beispiel Kindertaufe, ja, oder Säuglingstaufe wird bei vielen von den Freikirchlern nicht praktiziert. Einige tun es doch. Sagen dann, wenn man sie beispielsweise fragen würde, warum akzeptierst du jetzt, dass dein Kumpel, mit dem du zusammen Videos machst und den du Bruder nennst beispielsweise das Ganze ablehnt, also nicht wirklich anzweifelt, sondern strickt ablehnt und sagt, das ist eine Irrelehre. Wie könnt ihr dennch verbrüdert sein? Dann kommt das Antwort: Ja, gut, die Taufe ist ja ein symbolischer Akt. Es ist nicht halsnotwendig.
Und hier haben wir schon den Ursprung der Häresie und warum Häresie im Allgemeinen so brandgefährlich ist. Die Kirche kennt keine symbolische Taufe. Die Taufe ist halsnotwendig. Man wird wiedergeboren aus Wasser und Geist, so wie es auch in Johannes 3:5 steht. Und hier müssen Protestanten eine Akrobatik betreiben, ein komplettes Fliehen dieser ganzen Exegese. Sie müssen sagen, Johannes 3:5 spricht von etwas ganz anderem. Das Wasser könnte das Wort Gottes bedeuten, etc. etc. Und hier versuchen sie letztendlich sich von der Wahrheit freizumachen, um in ihrer emotionalen, emotionsgeführten Bubble zu bleiben. Und das ist der springende Punkt.
Katholisch ist Ordnung. Ordnung kommt von Gott. Gott ist die höchste Autorität und Gott sagt uns, was richtig und was falsch ist. Protestanten und gerade speziell auf Freikirchler, diese neuartigen Bewegungen, die sind wirklich sehr, sehr jung. Jung in dem Sinne, dass ein Gründer erst vor wenigen Jahrhunderten oder sogar noch vor wenigen Tagen diese spezielle Gemeinde gegründet hat. Wie kann ich das belegen? Die meisten Gemeinden gehen auf einen Namen zurück und dieser Name führt immer zu einem Menschen, zu einem Menschen, der geboren wurde und der gestorben ist. Und das vielleicht im 15., 16., 17., 18., 19. oder sogar im 20. Jahrhundert. Und hier ist die Frage, was machen wir damit? Wie gehen wir damit um?
Wenn ich ernsthaft mir die Frage stelle, was ist Wahrheit? Was ist die wahre Religion? Da muss ich doch aus der Perspektive der Ordnung schauen. Alles muss klar definiert sein. Ich spreche nicht von Banalitäten oder von Randthemen, wo die Kirche sich nicht endgültig geäußert hat. Aber all das, was für uns notwendig ist, um unseren Glauben zu haben, das hat die Kirche geoffenbart. Ja, der Heilige Geist ist bei uns, er ist nicht fort.
Und die Freikirchlasszene behandelt den Heiligen Geist wie einen, ja, wie wie kann man das sagen? Jemanden, dem man Befehle gibt. Und das ist sehr schwerwiegend, denn sie stützen sich darauf zu behaupten, sie können die Bibel interpretieren heute, jetzt in dem Moment. Das heißt, ein Freikircher liest zu Hause eine protestantische Bibel mit einem falschen Kanon, wo Bücher fehlen übrigens und mit häretischen Kommentaren. Und das ist das Witzige. Sie sagen, sie haben den Heiligen Geist interpretiert, ihnen höchstpersönlich unfehlbar die Heilige Schrift. Dann ist das sehr, sehr anmaßend. Warum? Das würde bedeuten, dass sie als Einzelne ein Privileg bekommen haben, 2000 Jahre Funkstille in ihrer Kammer, in ihrem privaten Raum erhalten sie gerade eine Offenbarung Gottes, wie etwas zu verstehen ist.
Der nächste Punkt ist, warum bedarf es in protestantischen Bibeln Kommentare, also Interpretation, wie man eine Bibelstelle versteht? Ich dachte, wenn man den Heiligen Geist hat, kann man ihm doch befehlsartig befehlen quasi. Ja. Sag mir jetzt hier, was ist? Wie kann ich diese Stelle interpretieren? Warum brauchen Protestanten also dann doch irgendwo Historie und Auslegung der Schrift?
Wenn Protestanten sich im Klinsch stehen und das stehen sie dauerhaft und immer, das kann ich euch garantieren, dann wird es eine Bibelverschlachtung geben, weil dann der eine behauptet, dass der andere diesen Bibelvers nicht versteht. Und das ist das absolute Dilemma.
Wenn wir dann aber daherkommen und sagen, gut, hallo, hier sind wir Katholiken. Ich meine, wir stecken gerade in einer der schwierigsten Kirchenkrisen. Von daher auch dieser Schleier über die Wahrheit. Ja, die Protestanten erkennen nicht durch die skandalösen Aussagen der letzten Päpste und des aktuellen Papstes, dass die katholische Kirche die Kirche Christi ist. Es wird ihnen also schwer gemacht. Deswegen muss man sich in aller Geduld und Demut mit diesem Thema auseinandersetzen.
Und der springende Punkt ist, dass Protestanten keine Antworten haben auf diese Fragen. Sie können ihre Gemeinde nicht zurückdatieren auf das Urchristentum. Sie können uns keinen roten Faden zeigen, wie wir Katholiken das tun können. Sie können uns auch nicht sagen, dass sie jenen und jenen Vers unfehlbar interpretiert bekommen, denn das wäre Anmaßung. Das würde bedeuten, alle Christen haben sich immer geirrt, wenn ich als Freikirchler in meinem Kämerlein auf einmal sage, dieser Vers ist so zu interpretieren, ich berufe mich auf den Heiligen Geist. Und das ist das Absurde daran.
Sie sagen nämlich, warum glaubt ihr überhaupt an den Papst und an seine Stellung? Sagen aber im Prinzip, dass sie unfehlbar vom Heiligen Geist eine Wahrheit geoffenbart kriegen, nämlich eine Interpretation eines Bibelverses, der unumstritten wahr ist. Also die Interpretation unumstritten wahr sein muss. Sie machen sich also zum Selbstpapst, sie machen sich also zum Eigenpapst. Wenn man es konsequent zu Ende denkt, ist es so.
Und deswegen ermahne ich jeden, der irgendwie eine Bibel auf der Straße bekommt oder jemand in der Arbeit im Umfeld ein anspricht, du brauchst nur Jesus und die frohe Botschaft. Welche Botschaft möchte er verkündigen? Und deswegen setzt euch mit der katholischen Kirche auseinander. Woher kommt sie? Wer hat sie gegründet? Es ist unser Herr und Heiland Jesus Christus selbst. Er hat nur eine Kirche gegründet. Und im Epheserbrief steht geschrieben, es gibt einen Glauben, eine Taufe, ein Herr.
Von daher sind die Protestanten, die sich uneinig sind in mehr als 50, 60, vielleicht mittlerweile sogar hunderttausenden Denominationen, sie bilden nicht die Kirche Christi, sie stehen außerhalb der Kirche Christi, weil sie unzählige Dogmen, Glaubenswahrheiten leugnen. Und deswegen für jeden Freikirchler auch, wir laden euch herzlich dazu ein, mit uns ein Gespräch zu führen. Sei es öffentlich oder sogar privat. Wenn du Jesus liebst, dann wirst du katholisch.
Setze dich also mit der Problematik auseinander. Stell dir die unangenehmen Fragen. Stell dir die Frage, warum in deiner Gemeinde der eine mit dem anderen nicht konform geht und warum du dennoch dort bist, obwohl der Herr so von Einheit spricht, sogar von der Einheit, wie er sie mit dem Vater hat. Das heißt, diese Wesenseinheit ist doch so konkret. Wie kann es also sein, dass man sich bei essentiellen Dingen wie der Taufe, der Heilsnotwendigkeit in bestimmten Lehren an sich des Abfallens von Glauben, auch da gibt es unzählige Gruppierungen, die unterschiedliches behaupten. Man kann vom Glauben abfallen, dann auch nicht, die punktuelle Errettung, Free Grace etc. Die Sammelkiste ist voll. Jeder bedient sich aus diesen Elementen, die einem persönlich am besten gefallen.
Und die katholische Religion ist halt einfach unangenehm für die meisten. Man muss etwas tun. Man sollte beichten gehen. Man lebt von den Sakramenten. Das heißt, man ist direkt verbunden mit der Kirche Christi, mit Christus selbst, der einem so nah kommt, wie einem nicht nah kommt im Protestantismus, weil es ihn dort nicht gibt.