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Auf den ersten Blick sieht es im Holzbruweg in Röttenbach nach einer ganz normalen Baustelle aus. Hier sollen acht Reihenhäuser und zwei freistehende Häuser entstehen. Mittendrin wohnen bereits die ersten Familien.
Auch Rebeca und Carsten Meer sind mit ihren beiden Töchtern im Dezember letzten Jahres eingezogen. Statt Traumhaus tauchen aber immer mehr Mängel und Probleme auf.
"Zum Beispiel auf dem Balkon, wenn es regnet, läuft es hier voll, wie wie einfach ein großes, großes Schwimmbecken. Wie diese krassen Unwetter waren in Nürnberg und überall, war das bei uns hier auch. Die Männer stehen nachts auf und lassen das Wasser runter, weil wir einfach Angst haben, dass uns das Wasser ins Haus reinläuft. Das ist es schon. Wir haben Wasserschaden, der ist bereits abgetrocknet hier. Diese Schweißbahn, da läuft das Wasser rein, oder wir hatten ein Geländer, dann läuft's hier rein. Risse an den Wänden, offene Kabel und ein Wasserschaden."
Inzwischen haben die Meers mehrere Gutachten in Eigenleistung anfertigen lassen und dem Bauträger vorgelegt. Auf Anfrage teilt dieser mit: "Die Mängel sind zum Teil schon beseitigt. Den Rest der Mängel werden wir zeitnah beseitigen." Doch seit Monaten warten die Familien, dass tatsächlich etwas passiert.
In der Nachbarschaft sind die Probleme ein Dauerthema. Laut einer Analyse des Bauherrenschutzbundes zur Entwicklung der Bauschäden und Kosten gehen die Fälle in den letzten Jahren zurück. Ein vermeintlich positiver Trend.
"Das Bauen ist an sich komplexer geworden und ich sag mal, dann gibt es weniger Toleranzen, ja. Man muss halt sehr viel präziser arbeiten. Um bei der Dusche, Beispiel, zu bleiben, also früher hätte man so eine Duschtasse eingebaut, die ja von sich aus erstmal das Wasser zurückhält. Da ist es nicht ganz so entscheidend, wie nachher eingedichtet wird, und das ist einfacher zu verarbeiten, ja. Das ist heute eben viel komplexer. Baumängel sind z.B. fehlerhafte Abdichtungen, die zu Schimmel führen können, oder Risse im Mauerwerk."
Florian Becker empfiehlt deshalb, schnell handeln. "Schreibt demjenigen, nachweisbar, an, per E-Mail, per Post, wie auch immer, und ähm beschreibe das Symptom, was ich sehe, und dann gebe ich ihm Zeit, aber mit Datum, bis er das Problem erledigt haben soll. Also nicht irgendwie in zwei Wochen oder sowas, sondern ganz konkret. Ich suche ein Datum aus. Also vielleicht eine Frist von 10 bis 14 Tagen wäre schon ganz okay. Derjenige muss ich ja dann, ne, muss die Möglichkeit haben, vorbeizukommen und aktiv zu werden, aber dann gebe ich ein ganz konkretes Datum an, bis er sich dazu geäußert haben soll oder am besten Fall das gelöst."
Um das undichte Dach bei den Neubauten in Röttenbach hat sich der Bauträger inzwischen gekümmert. Insgesamt hat Familie Meer mehr als 20.000 € in ihr neues Zuhause investiert. Scheitert das Projekt Hausbau, steht die Familie vor dem finanziellen Ruin.
"Am Rande der Verzweiflung, weil wir sehen jetzt geht gar nichts mehr vorwärts, seit Monaten kann man eigentlich schon fast sagen, seit Jahresanfang eigentlich. Wir haben richtig Angst, unser ganzes Geld ist weg und wir sitzen hier mit den zwei Kindern. Die Große wünscht sich einfach zum Geburtstag Garten, dass es hausfertig wird und Garten."
Die Familien in Röttenbach fühlen sich alleingelassen. Immerhin, die Nachbarschaft ist durch die Umstände enorm zusammengewachsen und kämpft weiter für ihren Traum vom Eigenheim.