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In diesem kurzen Video möchte ich euch anhand eines ganz einfachen Beispiels das Konzept der sogenannten Selbstwirksamkeitserwartung, schwieriges Wort, erklären. Was ist das? Aus welchen Teilen besteht es und warum ist es vielleicht wichtig? Und wie können wir Selbstwirksamkeitserwartung fördern?
Die Definition der Selbstwirksamkeitserwartung stammt von einem kanadischen Wissenschaftler namens Albert Bandura. Der hat in den 70er Jahren diesen Begriff geprägt. In der Originalsprache Englisch war das "self-efficacy" und die deutsche Übersetzung ist eben Selbstwirksamkeitserwartung.
Nun, was heißt es? Die Selbstwirksamkeitserwartung bezeichnet die Erwartung, aufgrund persönlicher Kompetenzen eine Handlung erfolgreich ausführen zu können. Das heißt, es ist immer mal das Beispiel. Ein Beispiel wäre jetzt: Ich möchte hier drauf springen, ohne dass ich runterfalle und zwar so drauf springen, dass ich quasi darauf balancieren kann. Das ist jetzt meine Handlung.
Aus welchen Bereichen besteht jetzt diese Erwartung, diese Selbstwirksamkeitserwartung? Die besteht im Grunde aus drei verschiedenen Bereichen und Aspekten. Der erste Aspekt ist quasi meine eigenen Fähigkeiten, also was kann ich, was sind meine Stärken? So was wie, wie gut kann ich springen? So, ich kann zum Beispiel sowas, oder ich kann darüber gehen. Oder ein weiterer Teilaspekt wäre zum Beispiel hier oben dann zu balancieren. Also meine praktischen Fertigkeiten, auch meine Fachkenntnisse gehören dazu. Also sprich, wie gut kann ich, wenn ich da nicht drauf springen kann, zum Beispiel dann meine Beine trainieren? Was kann ich dafür Möglichkeiten? Fachkenntnisse quasi dann über die Anatomie, das Balancieren usw.
Und der dritte Aspekt sind dann meine geistigen Prozesse. War keine Absicht, meine meine geistigen Prozesse. Also sprich, wie gut kann ich mich konzentrieren? Wie gut kann ich mich dann auf diese Sache vorbereiten usw. Also meine Fähigkeit.
Die Fähigkeiten allein reichen aber natürlich nichts aus, weil zum Beispiel ich kann noch so hoch springen können, oder noch so gut trainieren können, mich noch so gut konzentrieren können. Letztlich brauche ich etwas, das nennt sich Überzeugung, nämlich die Überzeugung, dass ich dann meine Fähigkeiten auch zielgerichtet einsetzen kann. Und da spricht man dann eben davon, dass die Überzeugungen letztlich dann auch der Auslöser sind, damit ich überhaupt ins Handeln komme.
Und in diesem Kontext, die Überzeugungen, ist es ganz wichtig, dass ich meine eigenen Fähigkeiten in diesem Kontext dann zum Beispiel wirklich positiv bewerte. Was heißt es? Wenn ich zum Beispiel am Boden gut balancieren kann, also das geht gut auf einem Bein und auf dem anderen Bein und auf beiden Beinen auf den Fußspitzen usw., dann ist die Frage, inwieweit habe ich dann auch die Überzeugung, dass ich mir das quasi auch hier oben zutraue und dass ich das letztlich dann hier oben auch kann. Das heißt, ich muss meine eigenen Fähigkeiten dann letztlich in diesen Kontext übersetzen.
Und der dritte Teil dieser Überzeugung ist dann letztlich, dass ich mir selber zutraue, mich einerseits adäquat hier darauf vorzubereiten und nicht nur mich darauf vorzubereiten, sondern es letztlich auch umzusetzen.
Und dann kommen wir auch schon zum dritten Teil der Selbstwirksamkeitserwartung. Also erster, was meine Stärken. Zweiter, traue ich mir zu, die Stärken einzusetzen, meine Überzeugung. Der dritte Teil ist, mit welchen Emotionen rechne ich da? Was heißt jetzt das? Also, wenn ich mich dann letztlich irgendwann mal traue, hier zum Beispiel mich so langsam rantasten, okay, so fühlt sich das an. Mit welchen Emotionen rechne ich an? Und wenn sie dann auftreten, was tue ich das?
Das ist jetzt natürlich so, wenn wir uns Ziele vornehmen und es erreichen wollen, dann wünschen wir uns natürlich alle Glück. Wir wünschen uns, dass es gut läuft, dass es klappt, dass wir erfolgreich sind. Nur ist es natürlich nur ein Teil der Rechnung, weil natürlich werde ich mich vielleicht auch erst mal überfordert fühlen, oder ich werde ängstlich sein, oder ich werde ein bisschen verwirrt, durcheinander, müde, was auch immer sein. Und ein ganz großer Teil der Selbstwirksamkeitserwartung ist, dass wir auch daran arbeiten und uns quasi darauf vorbereiten. Mehr, was ist denn, wenn ich das jetzt zum ersten Mal mache und ich habe mir das Schienbein an, zum Beispiel? Rechne ich damit? Bei, wenn ich damit rechne, ist es letztlich gar nicht so schlimm, wenn es dann auftritt.
Das sind also die drei Aspekte, aus denen die Selbstwirksamkeitserwartung besteht. Und jetzt ist die Frage, wie können wir unsere eigene Selbstwirksamkeitserwartung steigern? Und nach dem Begründer dieses Begriffs gibt es drei Möglichkeiten und drei Wege, wie wir das tun können.
Die erste Möglichkeit ist die sogenannte verbale Ermutigung. Das können wir nicht selber machen. Also klar, kann ich mir gut zureden, du kannst das geschafft hast und so, aber das ist nicht das, was damit gemeint ist, sondern mit der verbalen Ermutigung ist gemeint, dass andere Menschen mich quasi verbal ermutigen und sagen: "Mensch, so hoch wie du springen kannst, so gut wie du balancieren kannst, so gut wie du dich konzentrieren kannst, usw. traue ich dir zu, dass du das schaffst. Probier's doch mal!" Das ist also verbale Ermutigung. Das können wir, wie gesagt, vielleicht können wir Freunde fragen oder Menschen in unserem Umfeld: "Mensch, glaubst du, dass ich das kann? Oder was spricht dafür, dass ich mir das zutrauen kann?"
Was wir aber immer tun können, und das ist der wichtigere Aspekt, wir können immer andere Menschen dazu ermutigen. Wenn andere gerade Herausforderungen haben, können wir zu ihnen sagen: "Du, ich glaube, du kannst es. Probier's doch einfach mal!" Das ist also verbale Ermutigung.
Die zweite Möglichkeit, wie wir Selbstwirksamkeitserwartung steigern können, sind eigene Erfolgserlebnisse. Das heißt, wenn ich jetzt was als Beispiel wieder nehme, dass ich zum Beispiel schon mal ausprobiere. Ja, ich kann hier unten hin springen, ich kann hier entspringen, ohne dass ich mir das Knie anhaus und ich kann zum Beispiel die Sprunghöhe, die kriege ich schon mal hin. Da fühle ich mich einigermaßen wohl und dann passe ich mich sozusagen langsam an das Endergebnis hin. Und das ist der zweite Aspekt, wie wir Selbstwirksamkeitserwartung steigern können. Kann auch in einem anderen Kontext zeigen, also sprich, ich kann das auch mit anderen Objekten probieren, in anderen Höhen, unter anderen Bedingungen.
Und der dritte Aspekt, wie wir Selbstwirksamkeitserwartung steigern können, ist die sogenannte stellvertretende Erfahrung. Was heißt das? Dass wir nicht wir diejenigen sind, die das ausprobieren, sondern dass wir Menschen in unserem Umfeld haben, die uns irgendwie ähnlich sind und in einer ähnlichen Situation, was ich erreichen möchte, erfolgreich sind. Also, ich beobachte jetzt jemand, wie er das hier macht und denke mir: "So ein Mensch, ich kann eigentlich auch so hoch springen. Ich fühle mich eigentlich ähnlich physisch, so zu sagen, wie diese Person." Dann glaube ich, dass ich das auch hinbekomme. Und das spricht nämlich in unserem Gehirn etwas an, die sogenannten Spiegelneuronen. Die helfen uns dabei, diese Situation dann für uns selbst zu simulieren und dann kann ich das selber auch probieren.
Und der dritte und letzte Aspekt, wie wir Selbstwirksamkeitserwartung steigern können, ist quasi auch die Verbindung zu diesen, mit welchen Emotionen rechne ich denn? Wenn ich mir vorher schon überlege, was ist denn, wenn negative Emotionen auftreten, wie gehe ich damit um? Denn das mache ich das zum Beispiel, ich probiere das aus und merke, mein Herz schlägt schneller, ich atme schneller und so. Ich merke also zum Beispiel, ich bekomme so was wie Angst. Was mache ich dann? Höre ich dann auf? Finde ich trotzdem weiterzumachen? Muss ich vielleicht dieses Herzklopfen anders deuten? Kann das Herzklopfen auch bedeuten, dass halt gerade anstrengend ist? Kann das auch bedeuten, dass ich vielleicht einer Lösung näher komme? Das ist der letzte Aspekt, wie wir Selbstwirksamkeitserwartung steigern können, dass wir die grad lernen, mit unserer emotionalen Erregung umzugehen.
Und das ist in seiner Gänze quasi das Konzept der Selbstwirksamkeitserwartung und wie wir sie steigern können. Ich empfehle euch das hier vielleicht direkt im Anschluss mal überlegt, was bedeutet das denn für mich selbst und für meine Herausforderungen? Was habt ihr vielleicht gerade für Herausforderungen, wo ihr euch selber noch nicht so zutraut, dass es hinkommt? Und was könnte jetzt aus dem langen Monolog, den ich euch mitgegeben habe, tatsächlich verwenden, um Stück für Stück an eure eigenen Selbstwirksamkeitserwartung zu arbeiten? Und dafür wünsche ich euch alles Gute.