Transcription
Heute nehme ich euch mit zu einem Text, der im Netz immer wieder herumgereicht wird, wenn es um den Dritten Weltkrieg geht. Und zwar nicht als kleines Zitat, sondern als riesige dramatische Schauung mit düsteren Bildern, mit einem Tier, mit einer dunklen Wolke über Europa, mit Blutzerstörung und am Ende mit einer Art religiöser Wende. Der Name, der daran hängt, lautet Adalbert Schönhammer.
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Dramatisch, findet ihr nicht auch? Und genau deshalb mache ich heute dieses Video nicht, weil ich euch Angst machen will, sondern weil, weil ich es wichtig finde, dass ich auch solche Texte einordne. Denn in diesem Themenfeld rutscht man schneller ins Unglaubwürdige ab, als man "copypaste" sagen kann.
Bevor ich überhaupt eine Zeile daraus lese, mache ich etwas, dass ich für zwingend halte. Ich schaue mir die Quelle an, denn bei Prophetien ist die Quelle nicht "nice to have", sie ist die Grundlage. Und bei diesem Text ist der Ausgangspunkt ziemlich klar. Er taucht in Buchform auf und zwar in einem Werk mit dem Titel "Dritter Weltkrieg, Zeitenwende", erschienen im Jahr 1997. Das ist der erste belastbare Ankerpunkt, den ich greifen kann. Ich finde keine frühere belegbare Ausgabe, keine nachweisbaren Vorabdrucke, keinen sauber dokumentierten Weg, wie der Text zuvor überliefert wurde. Alles, was sicher sagen lässt, beginnt mit dieser Veröffentlichung.
Und jetzt kommt der zweite Schritt, der noch wichtiger ist: Wer war eigentlich dieser Adalbert Schönhammer? Und hier muss ich sehr deutlich sein, auch wenn es manche enttäuschen wird. Ich habe nachgeforscht, intensiv. Und außerdem Namen finde ich keine gesicherten biographischen Daten, kein Geburtsdatum, kein Sterbedatum, kein eindeutig belegter Wohnort, keine unabhängigen Zeugnisse, zeitnahen Aufzeichnungen, keine archivalischen Spuren, die sich sauber zuordnen lassen. Und auch diese angebliche Datierungsschauung von 1957, dafür finde ich keinen überprüfbaren Nachweis. Ich sage das nicht als Abwertung, sondern als Ergebnis der Recherche. Mehr als der Name: Fehlanzeige.
Und genau ab diesem Punkt muss ich fair bleiben. Fair heißt nicht, dass ich alles glaube. Fair heißt, dass ich nicht behaupte, ich wüsste mehr, als ich weiß. Es ist möglich, dass es diesen Menschen gab. Es ist möglich, dass er etwas erlebt oder aufgeschrieben hat. Es ist möglich, dass ein Text lange im privaten Umfeld kursiert und erst später gedruckt wurde. Das gibt es. Aber es ist ebenso möglich, dass hier vieles vermischt wurde, äh, dass es eine spätere literarische Bearbeitung gab oder dass ein religiös geprägter Visionstext im Laufe der Zeit als "Seher Schauung" gelabelt wurde. Und genau, weil ich es nicht sauber belegen kann, gehe ich jetzt den Text selbst an. Ich behandle diesen Text jetzt nicht wie eine normale Prophetie, sondern wie ein Dokument, das im Umlauf ist, dessen Herkunft ich aber nicht sauber belegen kann. Und genau deshalb zerlege ich ihn jetzt Stück für Stück, damit niemand aus einzelnen Sätzen etwas macht, was der Text vielleicht gar nicht hergibt.
Ich fange am Anfang an, weil schon die ersten Zeilen eine typische Brücke bauen, die viele sofort in die Gegenwart ziehen. Zitat: "Der Winter war da und doch kein Winter. Nicht kalt, wenig Frost, fast kein Schnee. Das Vieh war schon im April auf der Weide." Zitat Ende. Wenn ich das lese, habe ich zwei Ebenen im Kopf. Die sichtbare Ebene ist simpel. Milde Winter gab es immer wieder auch früher. Das ist nicht automatisch ein Zeichen für Endzeit oder "jetztgleich Krieg". Es ist ein Eindruck, ein ungewöhnlicher Verlauf der Jahreszeit, der auffällt. Und auf der unsichtbaren Ebene ist es ein Klassiker der Visionstexte. Die Ordnung der Natur wirkt verschoben. Nicht, weil das physikalisch unmöglich wäre, sondern weil es psychologisch dieses Gefühl erzeugt: Irgendetwas stimmt nicht. So ein Satz kann also eher Stimmung tragen als Datum.
Dann kommt gleich das nächste Bindeglied, das viele Texte nutzen, um Normalität und Katastrophe direkt aneinander zu koppeln. Zitat: "In dieser Zeit wurde viel vom Krieg gesprochen." Zitat Ende. Hier werde ich bewusst streng. Es wird viel vom Krieg gesprochen, passt leider auf sehr viele Zeiten. Es ist kein eindeutiges Kennzeichen. Es ist eher ein Spiegel der Atmosphäre. Und genau deshalb muss ich aufpassen, dass ich diesen Satz nicht überlaste. Wenn man will, kann man ihn heute genauso lesen wie vor Jahrzehnten, und genau das macht ihn als Beweis schwach.
Dann wird es noch konkreter, weil Erntebilder in vielen Schauungen als letzte Normalität funktionieren. Zitat: "Es wurde Korn und Weizen eingefahren. Der Hafer lag an vielen Stellen bereit. Da kam der Krieg." Zitat Ende. Auf der sichtbaren Ebene ist das ein Bild für: Die Leute leben noch, arbeiten noch, planen noch, und dann kippt alles. Das ist psychologisch plausibel. Auf der unsichtbaren Ebene steckt darin ein Warnmotiv. Der Bruch kommt nicht unbedingt mit Sirenen und Vorankündigung, sondern mitten im Alltag. Wenn ich das als Schauungsstruktur ernst nehme, ist das eher eine Aussage über den Charakter einer Krise, nicht automatisch über das exakte Jahr.
Ab hier wechselt der Text deutlich in eine andere Sprache. Weg vom Alltag hin zur Allegorie. Ich sah eine dunkle Wolke, in der sich allerlei dunkle Gestalten bewegten. Von der Ostsee bis zur Adria reichte diese Wolke. Zitat Ende. Das ist für mich einer der zentralen Punkte. Eine Wolke, die Halbeuropa überspannt, ist kein Wetterbericht. Das ist Symbolsprache. Sichtbar könnte das stehen für eine großflächige Bedrohung, Krieg, politische Unterdrückung, Chaos, vielleicht auch für eine Art ideologische Verdunklung. Unsichtbar ist es das Bild eines geistigen Drucks, etwas Lähmendes. Der Text nennt es sogar so. Zitat: "Eine lähmende dunkle Magie ging von ihr aus." Zitat Ende. "Ich sage es offen, dieser Ausdruck ist extrem." Er drückt nicht nur Angst aus, sondern auch das Gefühl, dass Menschen nicht mehr frei denken oder handeln. Auf der sichtbaren Ebene könnte man das als Massenpsychologie lesen: Propaganda, kollektive Panik, Manipulation, Schockstarre. Auf der unsichtbaren Ebene ist es das klassische religiöse Vokabular für geistige Finsternis. Und genau da sehe ich, wie stark der Text kirchlich geprägt ist. Das ist ein Hinweis auf die Art des Textes, nicht automatisch auf seine Wahrheit.
Dann kommt das Tier, und ich sage direkt dazu: "Das ist die Stelle, an der man am schnellsten in platte Gleichsetzungen abrutscht. Das mache ich nicht." Zitat: "Da kroch unter der Wolke ein Tier hervor, nicht Wolf, nicht Bär." Zitat Ende. Das Tier ist sichtbar, kann es für eine Macht stehen, die zerstört, frisst, tritt, blutet, also Kriegsmaschine, Gewaltapparat, Vernichtung. Unsichtbar kann es ein Bild für das Unmenschliche sein, das in Menschen frei wird, wenn Ordnung zusammenbricht. Wenn ich das als Schauung ernst nehme, ist das Tier eher eine Verdichtung: So fühlt sich diese Zeit an.
Jetzt wird der Text geographisch, und das ist der Moment, wo viele sagen: "Siehst du, das ist konkret." Ich bleibe trotzdem vorsichtig, weil geographische Namen in Visionstexten auch symbolisch funktionieren können. Zitat: "Der rechte Hinterfuß stand auf Moskau, der linke auf Prag." Zitat Ende. Sichtbar kann das heißen: Ost- und Mitteleuropa stehen im Zentrum der Gewalt. Unsichtbar kann das heißen: Eine Macht spannt sich zwischen Ost und West und zerdrückt beides. Aber der Text sagt nicht, wer das ist. Er sagt nicht, wann das ist. Und genau deshalb kann ich es nicht sauber zuordnen.
Dann kommt ein Satz, der extrem ist. Zitat: "Diese Stadt wurde ganz vernichtet und schwamm im Blut." Zitat Ende. Solche Totalformulierungen sind typisch für Visionstexte, weil sie nicht in militärischer Präzision arbeiten, sondern in Schockbildern. Sichtbar könnte es Zerstörung, Bombardierung, Massaker bedeuten. Unsichtbar könnte es das Bild sein: Hier bricht etwas Historisches. Aber es ist nicht überprüfbar, und ich werde daraus keine konkrete Vorhersage basteln.
Dann der Sprung nach Franken. Zitat: "Der Linke hatte Würzburg und Schweinfurt ganz zertreten." Zitat Ende. Das ist eine Stelle, die für ein deutsches Publikum natürlich einschlägt, weil es plötzlich nicht mehr irgendwo da draußen ist. Sichtbar wäre das: Krieg erreicht Deutschland, konkret Süddeutschland. Unsichtbar wäre das: Heimatnähe als Schockmoment. Ich finde das psychologisch schlüssig, aber als belastbare Zukunftsaussage bleibt es zu dünn, weil mir der Weg fehlt, wie dieser Text entstanden ist.
Dann die Passage mit dem Rhein und Köln. Und hier wird die kirchliche Signatur noch deutlicher. Zitat: "Das Tier wollte mit der Zunge den Rhein lecken, dann wollte es Köln umfangen, aber der Erzbischof segnete die Stadt mit einem Doppelkreuz." Zitat Ende. Sichtbar könnte das eine Metapher sein: Eine Bedrohung will über den Rhein, kommt aber nicht weiter. Köln wird geschützt, nicht militärisch, sondern sakral. Unsichtbar ist das eine klare Botschaft: Der Schutz kommt durch Segen, also durch geistliche Autorität, durch Glauben. Das ist für mich ein starkes Indiz, dass der Text nicht primär als geopolitische Prognose gedacht ist, sondern als religiöse Deutung von Geschichte.
Dann kommt der gelb gefärbte Himmel und der blutrote Schein. Zitat: "Der gelb gefärbte Himmel vermischte sich mit blutrotem Schein." Zitat Ende. Sichtbar könnte man das mit rauchbrennenden, vielleicht atmosphärischen Effekten verbinden, aber ich will da nicht fantasieren. Unsichtbar ist das Farbbild des Grauens. Und ich merke, der Text arbeitet sehr bewusst mit Farbe, Atmosphäre und Gefühl. Das ist literarisch stark, aber gerade deshalb bleibe ich vorsichtig.
Jetzt die Todmäht-Passage. Das ist einer der emotionalsten Teile. Zitat: "Vor mir mähte der Tod in Thüringen und Sachsen in der nördlichen Oberpfalz im Osten in Bayern bis vor München." Zitat Ende. Sichtbar: großflächiges Sterben, unsichtbar: das Gefühl von ausgeliefert sein. Hier wird auch Heimat betont, Vaterhaus. Das ist typisch für Visionen. Die Katastrophe wird erst real, wenn sie im Innersten ankommt. Und ich sage es klar: Das ist ein Text, der nicht distanziert berichtet, sondern der hineinzieht.
Dann kippt es endgültig in das große religiöse Bild über München mit der dreistufigen Wolke, den betenden Händen und der Erscheinung Mariens. Und das ist der Punkt, an dem ich den Text am deutlichsten als geistige Vision lese. Zitat: "Plötzlich sah ich die liebe Gottesmutter, da traf ein rotes Band Mariens Hände ihre rechte Gebot dem Tiere." Zitat Ende. Sichtbar kann man das kaum noch als Ereignisbericht lesen. Unsichtbar ist es der Kern: Intervention, Hoffnung, ein Stopp. Aber nicht im Sinn von "der Krieg ist vorbei", sondern im Sinn von: Es gibt eine Grenze. Und dass der Tod danach rascher mäht, ist ein harter Kontrast. Der Text sagt nicht, alles wird gut. Er bleibt düster, setzt dem aber ein geistiges Gegengewicht entgegen.
Dann die Figur des jungen Mannes mit Kronreif, Speer und Kreuzfahne. Zitat: "Da zeigte Maria nach Westen nach einem jungen Mann. Er rief: Wer streitet mit mir gegen das Tier?" Zitat Ende. Das ist archetypisch. Sichtbar könnte man daraus politische Fantasien bauen. Genau das mache ich nicht. Unsichtbar ist es eine Retterfigur, eine Symbolfigur für Ordnung, Mut und Bündelung. In manchen Traditionen würde man hier an den sogenannten "großen Monarchen" denken. Ich erwähne das nur als Motivvergleich, nicht als Behauptung. Ohne Quelle ist jede konkrete Zuordnung unseriös.
Dann die Waage der Gerechtigkeit. Das ist fast schon eine moralische Hauptthese. Zitat: "Ich habe die Waage der Gerechtigkeit den Siegern in die Hand gegeben, aber diese haben sie zu ihrem Vorteil missbraucht." Zitat Ende. Sichtbar kann das heißen: Nach einem Sieg kommt kein gerechter Frieden, sondern Machtmissbrauch. Unsichtbar ist es Gerichtssprache. Wer Unrecht mit Unrecht beantwortet, wird selbst gewogen. Und ich finde, dieser Satz funktioniert sogar ohne Kriegsszene als Warnung. Er sagt: Selbst die Guten können korrumpieren, wenn sie Macht bekommen. Das ist zeitlos, leider.
Dann kommt das Feuer vom Himmel, der Donner, stürzende Gebäude, Schiffe, neigende Kirchtürme, selbstleutende Glocken. Diese Stelle ist wieder hochsymbolisch. Zitat: "Da fiel Feuer vom Himmel und ein furchtbarer Donner erschütterte die Erde. Gebäude stürzten ein, Schiffe wurden in die Höhe geworfen und versanken im Meer. Ich sah, wie die Kirchtürme sich neigten und eine Weile in dieser Stellung verblieben. Dann hörte ich, wie Glocken ganz von selbst zu läuten anfingen." Zitat Ende. Sichtbar könnte das Naturkatastrophe, Bombardierung, Erdbeben bedeuten, aber ich weigere mich, daraus eine Technikliste zu machen. Unsichtbar ist es das Motiv: Die Welt wird erschüttert, bis selbst die Türme wanken und die Glocken wie von selbst rufen.
Und dann das Ende. Wenige Männer, Tote überall. Begräbnis. Zitat: "Als es hell wurde, stand der junge Mann mit dem Kronreif, noch immer die Fahne tragend, als Priester auf eine Anhöhe und rief: 'Wir werden die Toten begraben.'" Zitat Ende. Sichtbar tritt der junge Mann nicht als Sieger auf, sondern als Priester. Sein Auftrag ist nicht Führung oder Wiederaufbau, sondern das Begraben der Toten. Auf der unsichtbaren Ebene wird damit jede triumphale Deutung gebrochen. Am Ende steht Verantwortung gegenüber den Opfern, nicht Macht oder Herrschaft.
Zitat: "Es waren aber nur sehr wenig Männer zu finden. Es lagen überall auf der Erde die Toten." Zitat Ende. Auf der sichtbaren Ebene zeigt sich eine entvölkerte, erschöpfte Welt. Es fehlt an Menschen, an Kraft, an Zukunftsperspektive. Auf der unsichtbaren Ebene unterstreicht dieser Satz den Preis des Geschehens. Es gibt keinen schnellen Neuanfang, sondern Leere und Verlust.
Zitat: "Auf dem Berge sehe ich die Kirche von Rom." Zitat Ende. Sichtbar erscheint Rom als Ort, nicht als Machtzentrum. Auf der unsichtbaren Ebene steht Rom für den geistlichen Rahmen der Deutung. Der Text verankert sein Ende bewusst im religiösen Raum.
Zitat: "Im Kirchenschiff standen auf einer Seite die Katholiken, auf der anderen Seite die Protestanten." Zitat Ende. Auf der sichtbaren Ebene bleibt die Trennung bestehen. Sie wird nicht aufgehoben und nicht beschönigt. Auf der unsichtbaren Ebene zeigt der Text, dass Einheit nicht aus Harmonie entsteht, sondern aus gemeinsamem Durchgang durch Schuld und Verlust.
Zitat: "Sie reichten sich die Hände und sangen in einmütiger Begeisterung." Sichtbar: ein Bild von Versöhnung nach einer gigantischen Krise. Unsichtbar: eine religiöse Botschaft, dass Trennung überwunden wird. Am Ende dieser Vision wird kein Triumph gefeiert. Es erklingt auch kein Siegeslied. Stattdessen singen Katholiken und Protestanten gemeinsam das Lied "Großer Gott, wir loben dich". Und egal, wie man glaubt oder nicht glaubt, als Vision ist das eine klare Aussage: Nicht kauft Konserven, sondern der Mensch muss sich ändern. Starker Tobak.
Was denke ich darüber? Ich habe es: Wolke, lähmende Magie, das Tier als Weltbedrohung, der Tod als Schnitter, Maria als Eingreifende, ein junger Mann mit Kronreif und Kreuzfahne, [musik] Gericht, Feuer vom Himmel, am Ende Versöhnung der Konfessionen. Das ist eine komplette Dramaturgie: Bedrohung, Intervention, Kampf, Gericht, neue Ordnung, religiöse Einheit. Wenn ich das mit klassischen Schauungen vergleiche, ist der Unterschied deutlich. Bei vielen Sehern, die ich sonst behandle, findet man oft kurze, harte, konkrete Bilder. Es passiert dieses, dann jenes, manchmal sogar sehr alltagsnah. Hier hingegen wirkt es wie eine epische Vision. Das kann bedeuten, dass jemand es tatsächlich so gesehen hat. Es kann bedeuten, dass der Text später ausgeschmückt wurde. Es kann bedeuten, dass es von Anfang an eine geistliche Vision war und nie als Prophezeiung [musik] im Nachrichtensinn gedacht war. Und weil ich die Überlieferung nicht prüfen kann, bleibt es offen.
Was aber wäre, wenn es doch eine echte Schauung ist? Ich nehme dieses Gedankenspiel ernst, ohne daraus eine Behauptung zu machen. Wenn es eine Schauung ist, dann wäre sie klar eine Schauung in Symbolen. Das Tier wäre dann wahrscheinlich nicht einfach ein Staat oder eine Armee im wörtlichen Sinn, sondern ein Bild für eine Macht, die sich ausbreitet, die Länder niedertritt, die Blut hinterlässt, also Tod, Chaos, kollektive Gewalt. Dass die Schwanzspitze bis nach Indien reicht, könnte bedeuten, es ist nicht nur Europa betroffen. Dass Moskau und Prag genannt [musik] werden, könnte auf eine Ost-West-Spannung hindeuten. Dass Würzburg und Schweinfurt erwähnt werden, würde den Raum Franken und Bayern ins Blickfeld holen. Der gelbe Himmel und der blutrote Schein könnten, ich sage bewusst "könnten", für rauchbrennende atmosphärische Effekte stehen oder schlicht für die Wahrnehmung von Bedrohung, die die Welt verfärbt.
Am Ende dieser Vision wird kein Triumph gefeiert. Es erklingt auch kein Siegeslied. Stattdessen singen Katholiken und Protestanten gemeinsam das Lied "Großer [musik] Gott, wir loben dich". Das ist kein Zufall. Dieses Lied ist die deutsche Form des alten "Te Deum Laudamus" und gehört zu den ältesten Bekenntnishymnen der Kirche. Es wird traditionell nicht in Zeiten ungebrochener Ordnung gesungen, sondern nach schweren Erschütterungen, nach Katastrophen, nach überstandener Not, nach Gericht und Schulderkenntnis. Es ist kein Lied des Friedens vor der Krise, sondern der Anerkennung danach. Dass es hier von Katholiken und Protestanten gemeinsam gesungen wird, verstärkt diese Aussage noch einmal: Trennung, Schuld und Verantwortung werden nicht mehr ausgelagert, nicht mehr gegeneinander aufgerechnet. Die Einheit entsteht nicht aus Harmonie, sondern aus gemeinsamem Durchgang durch Zerstörung und Verlust. Genau das passt zu einer religiösen Vision, die Geschichte deutet und moralisch einordnet, nicht zu einer konkreten Kriegsprophezeiung mit Zeitplan und Ablauf. Und Maria, der junge Mann, die Waage, das Gericht, das wäre dann keine militärische Prognose, sondern eine spirituelle Botschaft. Irgendwann wird eine Grenze gezogen. Das, was Menschen als Sieg feiern, ist nicht automatisch gerecht. Machtmissbrauch hat Folgen, und am Ende kann etwas wie Umkehr und Versöhnung möglich sein. Die Szene mit Katholiken und Protestanten in Rom wäre dann ein Symbol für Einheit nach einem zerrissenen Zeitalter.
So betrachtet könnte der Text eine geistige Aussage über eine Krisenzeit sein. Nicht unbedingt eine exakte Vorhersage von Ort und Datum. Und wenn man ihn so liest, kann man ihn in die heutige Zeit holen, ohne unseriös zu werden. Denn real erlebe ich gesellschaftliche Spaltung, Informationskrieg, Ideologien, dieses Gefühl einer Wolke über Europa, eine lähmende Schwere. Dafür muss man nicht mal an Übernatürliches glauben. Man kann es psychologisch lesen: Kollektiver Druck, Angst, [musik] Eskalation. Man kann es historisch lesen: Europa hat mehrfach erlebt, wie schnell Zivilisation kippt. Und man kann es geistlich [musik] lesen. Der Text fordert im Kern Verantwortung, Demut, Gerechtigkeit.
Ich möchte diesem Text seine Herkunft nicht absprechen, denn selbst dafür fehlen mir die Beweise. Aber ich halte ihn nicht für einen belastbaren [musik] Beleg, um konkrete zukünftige Entwicklungen vorherzusagen. Dafür fehlt die überprüfbare Quellenlage, und das ist für mich nicht verhandelbar. Gleichzeitig sehe ich, als religiöse Vision hat der Text eine starke innere Logik. Er beschreibt eine Welt, die aus der Balance gerät, die in Gewalt versinkt und setzt dem eine geistige Gegenbewegung entgegen: Gewissen, Gericht, Umkehr, Einheit. Das ist als Vision verständlich, sogar nachvollziehbar. Und ich kann respektieren, dass Menschen so etwas ernst nehmen. Aber ich werde euch hier nicht erzählen, dass das so kommen muss. Ich werde euch nicht sagen, das Tier ist dies oder jenes Land. [musik] Ich werde keine Landkarten aus Symbolen basteln.
Was ich euch anbieten kann, ist etwas anderes: Die Fähigkeit, solche Texte zu lesen, ohne ihnen blind zu folgen. Also den Text wahrnehmen, die Bilder verstehen, die Quellenlage klar benennen und dann selbst entscheiden, wie man es einordnet. Warum bringe ich das trotzdem? Weil Vollständigkeit nicht heißt, alles zu glauben. Vollständigkeit heißt, dass auch problematische Texte bekannt sind, die im Umlauf sind, und dass man lernt, wie man sie prüft. Wenn man so einen Text nur wegdrückt, landet er irgendwo in Kommentarspalten ohne Kontext, und dann wird schnell zur belegten Wahrheit, was nie überprüft wurde. Wenn man ihn aber ruhig bespricht, sauber einordnet und transparent sagt: "Ich finde keine weiteren Infos", dann entzaubert man nicht den Menschen, man entzaubert die Unsauberkeit der Überlieferung. Und genau das ist für mich Aufklärung.
Und damit bin ich am Ende. Adalbert Schönhammer bleibt in meiner Recherche ein Name ohne gesicherte Spuren. Der Text bleibt ein später belegtes Dokument, das als Zeitbild und Vision stark wirkt, als Prophetie im strengen Sinn aber nicht belastbar ist. Und vielleicht ist genau das die eigentliche Lehre daraus: In Zeiten, in denen jeder alles behaupten kann, ist Quellenkritik nicht trocken. Sie ist Selbstschutz und sie ist Respekt gegenüber den echten, belegbaren Überlieferungen.
Wenn ihr wollt, kann [musik] ich in einem der nächsten Videos auch einmal vergleichen, wie sich stark religiöse Visionstexte von nüchternen Schauungen unterscheiden, einfach um das Gespür zu schärfen, was da eigentlich vorliegt. Und für heute, danke, dass ihr bis zum Schluss dabei wart. Ich hoffe, ihr habt den einen oder anderen neuen Gedanken für euch mitgenommen. Falls euch das Video gefallen hat, zeigt es mir gerne mit einem Daumen nach oben. Das hilft wirklich sehr, weil es die [musik] Sichtbarkeit erhöht. Ein großes Dankeschön geht an alle, die meinen Kanal unterstützen. Sei es über eine Überweisung per PayPal, mit einer Kanalmitgliedschaft oder auch über einen Super Thanks. Das bedeutet mir wirklich viel. Sponsoren oder bezahlte Werbung habe ich nicht, abgesehen von den Anzeigen, die YouTube selbst einblendet. Mir ist das wichtig aus Respekt gegenüber den Sehern, über die wir hier sprechen, und natürlich auch gegenüber euch. Da mein Kanal ein echtes Nischenthema behandelt, sind die Einnahmen über YouTube selbst eher gering. Umso mehr danke ich allen, die schon helfen, dass ich daran weiterarbeiten kann. Ohne euch wäre das nicht möglich. Ein von Herzen kommendes Vergelt Gott dafür.
Bevor ich mich verabschiede, noch ein kleiner Hinweis: YouTube testet derzeit ein neues System namens "Hype", eine Art Super-Daumen für Videos, die euch besonders gefallen. Nicht jeder kann diesen Super-Daumen schon vergeben. Doch falls ihr die Funktion schon seht, könnt ihr sie nutzen, um Videos wie dieses stärker sichtbar zu machen. Besonders bei kleineren Kanälen wie meinem hilft das enorm.
Nun bleibt mir nur noch zu sagen: Macht es gut und lasst euch nicht ärgern. Und denkt daran: Bleibt neugierig und offen für alles, was uns diese Welt zu bieten hat. Viele Grüße, Eure Marion und das Mistinarium.