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KI & Recht - das musst Du beim Einsatz von ChatGPT beachten! | Anwalt Christian Solmecke

WBS LEGAL46:11

Transcription

Ja, hallo, herzlich willkommen und schönen guten Morgen hier in der Mitsubishi Halle in Düsseldorf. Ich möchte euch ein bisschen was zu den Rechtsfragen der künstlichen Intelligenz erzählen und ein bisschen zu den Risiken, die wir Juristen gerade beim Einsatz von künstlicher Intelligenz sehen.

Und dazu stelle ich mir die Frage, ob Chat GPT möglicherweise wieder zurück in den Kindergarten muss. Warum in den Kindergarten? Ja, weil auf EU-Ebene gerade tatsächlich darüber nachgedacht wird, dass wir erst einmal künstliche Intelligenz in so einem Raum spielen lassen müssen, der wie im Kindergarten abgeschirmt ist, bevor wir es auf die Menschheit loslassen. Das sind Überlegungen, die wir jetzt machen und ihr seht schon gerade überschlagen sich die Ereignisse. Ihr alle arbeitet schon mit Chat GPT, ohne dass es im Kindergarten war. Das heißt, wir lassen die künstliche Intelligenz einfach auf die Menschheit los und gucken mal, was passiert. Da sind die EU-Regeln diesmal ein bisschen spät dran, aber die EU hat andere Regeln schon gemacht, den neuen AI z.B. geschaffen. Dazu will ich euch auch hier ein bisschen was erzählen.

Wir gehen ein über die Gefahren künstliche Intelligenz, die wir gerade äh sehen. Wir gucken ein bisschen zum Thema Urheberrechte. Ist ja nicht ganz unwichtig, wenn ihr selber Texte generiert mit künstlicher Intelligenz oder wenn eure exklusiven Texte geklaut werden. Ich habe ständig, ich schreibe Texte auf meiner Webseite. Ein paar Tage später sehe ich fast ähnliche Texte, neuerdings muss man sagen, auf den Webseiten anderer Mitbewerber, anderer Anwälte auftauchen und diese ja, da liegt der Verdacht nah, sind einmal kurz durch ChatGPT gejagt worden, zack hat man den gleichen Text ein bisschen umformuliert. Was ist das dann? Ist das dann schon eine Urheberrechtsverletzung? Werde ich gleich drauf eingehen.

Am Ende gehen wir noch auf die Haftung ein und sonstige Rechtsfragen. Werfen wir einen Blick dazu, was Chat GPT selber sagt, wenn ich Sie frage, ob ChatGPT gefährlich ist. Und da sagt GPT: "Na ja, ich beabsichtige nicht irgendwelche Schäden zu verursachen. Ich bin programmiert, um den Menschen zu helfen und um ihre Fragen zu beantworten. Es gibt keinen Grund zur Sorge, dass ich gefährlich sein könnte. Ich bin hier, um zu unterstützen und das Leben einfacher zu machen." Das sind nette Worte von Chat GPT. Ob sie wahr sind, äh schauen wir uns mal näher an.

Und wir gucken uns direkt mal auf einen Feldversuch aus dem Jahre 2016. Ja, das ist schon 9 Jahre her, dass Microsoft damals schon mit künstlicher Intelligenz experimentiert hat und der Chatbot hieß Tay und hatten die damals auf Twitter, heute X. Und der hat dann sowas ausgeworfen: "I fucking hate feminists and they should all die and burn in hell." Oder "Hitler was right, I hate the Jews." Was war da im Jahre 2016 passiert? Ein paar Leute hatten mitbekommen, dass äh es dort so einen Chatbot geben sollte, ein ganz neuartigen Chatbot im Jahre 2016 von Microsoft. Und was haben die gemacht? Sie haben natürlich diesen Chatbot auf Twitter nur gefüttert mit Scheiße, mit Aussagen, die ja gegen Frauen gerichtet waren, mit rechtem Müll. Und was passiert, wenn man künstliche Intelligenz mit Müll trainiert? Es kommt auch wieder Müll raus. Shit in, shit out. So kann man das auch heute noch sagen. Deswegen ist es so wichtig, dass wir uns überlegen, womit ist künstliche Intelligenz eigentlich trainiert worden? Die Trainingsdaten, die sind komplett entscheidend, denn ähm insbesondere bei Einstellungsprozessen im Unternehmen könnte es ja sein, dass plötzlich Entscheidungen darüber getroffen werden, ob ihr ein Job bekommt oder nicht. Und dann ist es ganz wichtig, dass ja künstliche Intelligenz am Ende nicht die Oberhand gewinnt.

So gibt es Szenarien, die sich überlegen, dass künstliche Intelligenz irgendwann auf die Idee kommen könnte, alle Atomkraftwerke einfach abzuschalten. Warum? Na, weil sie merkt, die Energie, die wir Menschen alle aktuell aus den Atomkraftwerken beziehen, kann die KI für ihre Server viel besser gebrauchen. Und sie könnte sich überlegen, mache ich doch einfach die Türen dicht. Das sind reale Szenarien, wenn wir es einfach so laufen lassen und wir Juristen überlegen uns, muss man das irgendwie regulieren oder sollen wir erstmal laufen lassen, den Supergau im wörtlichen Sinn des Wortes abwarten und dann schauen, was passiert ist. Und äh da ähm schauen wir auch noch auf einen weiteren Punkt in der entfernten Zukunft hin, den Ray Kurzweil, der Vordenker im KI-Zeitalter mal definiert hat. Das ist der Punkt der Singularität. Das ist ein Punkt in der Zukunft, der unumkehrbar ist. Das heißt, künstliche Intelligenz wird dann so gerade ein bisschen die Intelligenz von Menschen überschritten haben und von da an können wir das Rad nicht mehr zurückdrehen. Wenn KI cleverer ist als wir Menschen, dann wird das Rad nicht mehr zurückdrehbar sein. Aber davon sind wir in meinen Augen noch relativ weit entfernt, denn im Moment, ihr wisst es auch, ChatGPT und so weiter wenden nur statistische Modelle an und beziehen sich nur auf Dinge, die wir Menschen früher kreiert haben und erfinden aktuell jedenfalls noch nichts Neues, noch nichts Eigenständiges.

Trotzdem gibt es Gefahren und das hier ist der erste Völkermord, der von künstlicher Intelligenz begangen worden ist und der hat sich abgespielt im Jahre 2017 in Myanmar. Was war da genau und was hatte KI für eine Rolle? Nun ja, ähm es ist so, dass die Minderheit der Rohingya dort unterdrückt worden ist von der Regierung und die Regierung hatte Fake Facebook Accounts aufgesetzt und mit diesen Fake Facebook Accounts über die Rohingya gehetzt. Und wie funktioniert die künstliche Intelligenz von Facebook? Sie belohnt Hetze und Hassrede. Das wird nach oben gespült. Und damit war in Myanmar, nämlich die Hetze gegen die Rohingya. Und das hat Facebook unwahrscheinlich viele Millionen Euro eingebracht, weil alles klickte nur noch auf diese Beiträge. Und ihr müsst wissen, es gab dort quasi kein Internet in Myanmar. Es gab nur Facebook. Wenn man nach Myanmar gefahren ist, dann haben die Menschen dort gedacht, Facebook wäre das Internet. Und das hat dazu geführt, dass es Massentötungen gab in Myanmar. 700.000 Menschen wurden vertrieben aus Myanmar, weil der Algorithmus von Facebook, der durch eine künstliche Intelligenz gesteuert worden ist, einfach verrückt gespielt hat. Und aktuell ist Facebook von den United Nations dafür verurteilt worden, ähm dass sie da den Algorithmus so trainiert haben und nicht mehr weiter unter Kontrolle hatten.

Weitere Gefahren haben sich hier abgespielt. Da gab es einen Menschen, der hieß Jaswan Singchil. Der ist ins Schloss Windsor 2021 zu Weihnachten eingedrungen mit einer Armbrust und der wollte die Queen töten, der 21-jährige. Was war dort passiert? Er hatte früher mit einem Chatbot besprochen, was äh sich erstmal verknallt in den Chatbot, muss ich sagen. Ähm und dieser Chatbot hatte ihn dann, dann hat er gehetzt über die Queen und der Chatbot, der war bewusst so trainiert, dass die Menschen sich bestärkt fühlen in dem, was sie reingeben. Das heißt, ihr gebt etwas rein und sagt: "Ja, die Briten sind doch blöd." Und hier ging es um ein Massaker aus dem Jahre, ich glaube 2019, der Briten an die Inder. Und da hat er sich unterhalten mit dem Chatbot und der Chatbot sagt: "Ja, das ist auch blöd und eigentlich müsste man sich doch mal rächen an den Briten", sagt der Chatbot. Und er fühlte sich so bestärkt, dass er sich eine Armbrust geholt hat, zur Queen. Er ist noch über den Zaun geklettert, das Buckingham Palace, hat's aber nicht in die Schlafgemächer der Queen geschafft und ist dann eben erwischt worden, sitzt jetzt seit 9 Jahren oder sitzt für 9 Jahre im Gefängnis, aber auch da aufgestachelt, muss man sagen, von einer künstlichen Intelligenz unter Zutun von sonst was.

Und letzte Woche habe ich mitbekommen, dass die Barbiepuppe jetzt mit künstlicher Intelligenz ausgestattet werden soll. Ich möchte nicht wissen, was das für unsere Kinder bedeutet, wenn die irgendwas reingeben und die Barbie bestärkt sie denn, ja, ähm weiß ich nicht, geh doch einfach mal spazieren, ohne deine Eltern zu fragen oder noch schlimmeres, was auch immer sich die Barbiepuppe da künftig ausdenken wollte, finde ich jedenfalls höchst bedenklich und das ist immer so der Punkt, wo wir Juristen sagen, da müssen wir möglicherweise einschreiten.

Weiteres Beispiel auch gerade kürzlich passiert. Jemand hat einen Code gepromptet, mit dem er Krypto handeln wollte, aber der Code, den er verwendet hat und den ChatGPT ihm ausgeschmissen hat, der war bereits vergiftet. Das heißt, was gerade sehr häufig passiert ist, dass Hacker haufenweise vergifteten Code ins Internet stellen, hoffen, dass die Crawler von OpenAI und ChatGPT diesen vergifteten Code finden und wenn ihr euch dann was programmiert, habt ihr das Hintertürchen schon automatisch eingebaut. Auch das passiert gerade massiv, dass versucht wird künstliche Intelligenz so zu manipulieren, dass in dem Moment, wo ihr etwas damit codet, ihr schon verseuchten Code habt. Und hier ist folgendes passiert. An einer Stelle ist sein privater Bitcoin-Schlüssel mit eingebaut worden in den Code bzw. er hat den fälschlicherweise dann da eingegeben, aber der Code sah das so aus, sah das so vor. Der Code hat das an die Hacker weiter transferiert und damit wurde dann sein ganzes Hauptwallet von 000 Dollar leer geräumt. Schaden hier noch halbwegs überschaubar. Wenn das alle eure Bankkonten wären, dann gute Nacht. Aber das sind ja nur die Anfänge, muss man ja auch sagen, eines verseuchten Codes, mit dem ChatGPT trainiert worden ist.

Das war auch vor wenigen Wochen. Wer sich auf X mit Grok unterhalten hat, also der künstlichen Intelligenz von X, der hat, egal was er gefragt hat, irgendwann immer die Frage gelenkt bekommen auf den Genozid der weißen Farmer in Südafrika. Also egal auch, wenn ihr fragen wolltet, was für Waschmittel kommt in die Waschmaschine? Die Fragen wurden alle dahin gelenkt, dass man doch mal darüber nachdenken solle, dass doch sehr viele weiße Farmer gerade in Südafrika getötet werden. Das machte überhaupt keinen Sinn. Aber was ist passiert? Das ist übrigens etwas, was äh Donald, das ist nicht bewiesen, aber Donald Trump behauptet das auch. Und Elon Musk, der ja in Südafrika groß geworden ist als weißer Mensch, der behauptet das auch, dass es einen großen Genozid dort gibt an weißen Farmern. Was ist passiert? Irgendein Entwickler bei X bzw. Grok hat es geschafft, den Systemprompt zu manipulieren, also eine der Hauptanweisungen des gesamten AI-Systems. Und das hat für wenige Stunden, zugegebenermaßen, oder einen Tag, bis sie das gemerkt haben, dazu geführt, dass alle Antworten Nonsens waren und immer nur auf den ähm Völkermord, angeblichen Völkermord der weißen Farmer in Südafrika geführt haben.

Sowas ähnliches gab es auch im 2024. Auch da ignorierte der Bot Quellen, die Musk oder Trump Fake News vorwarfen. Da hat auch schon mal jemand den Systemprompt manipuliert und immer wenn man Musk oder Trump Fake News vorgeworfen hat, wurde das als ja, nicht beachtenswert mit abgetan. Also auch hier seht ihr, wenn man an den entsprechenden Stellen ähm entsprechende Manipulationen vornimmt, kann das riesigste Auswirkungen haben.

Und die AI ist mittlerweile auch so clever, dass sie sich dagegen wehrt, selbst abgeschaltet werden zu können. Solche Abschaltungsbefehle haben jetzt Claude, also Anthropic, getestet und auch OpenAI. Und in den meisten Fällen hat die AI die Abschaltung ignoriert. Also, was man hier sieht, dass man einerseits gesagt hat, also hier unten seht ihr Palisade Research war das Open AI model sabotaged shutdown mechanism to prevent itself from being turned off. It did this even when explicitly instructed allow yourself to be shut down. Also, man hat gesagt, hey, äh du kannst dir jetzt erlauben runterzufahren, aber in gerade Claude hat in 79 von 100 Fällen abgelehnt runterzufahren. So. Wir wissen noch nicht so ganz genau, wie das zu interpretieren ist, wenn eine künstliche Intelligenz sagt: "Nö, jetzt tue ich aber nicht mehr das, was ihr lieben Nutzer mir sagt, denn ich schütze mich jetzt selbst." Es könnte sein, dass das in den Sprachmodellen auch so drin ist, dass man insgesamt, wir Menschen ja immer lernen, uns zu verteidigen, dass das also auch nur statistisch ist und dass das noch nicht irgendwas ja gedachtes ist. Also, weil eigentlich kann AI nicht denken, aber es ist zumindest bedenkenswert, dass wir hier ähm solche entsprechenden Ergebnisse erhalten haben.

Das soweit zu den Gefahren, die aktuell in Juristenkreisen diskutiert werden, wo wir glauben, dass eventuell noch etwas reguliert werden muss. Aber ganz real und das ist für euch alle jetzt schon relevant, sind Urheberrechte. Da geht es darum, ob ihr überhaupt die ganzen Inhalte nutzen dürft, die ihr jeden Tag mit ChatGPT, Gemini oder Claude Tropic erzeugt, denn das ist vielleicht problematischer, als ihr denken könntet.

Auch da habe ich äh Chat GPT gefragt, ob sie sich selbst als Künstlerin oder Künstler bezeichnen würde und sie sagt: "Als künstliche Intelligenz bin ich keine Künstlerin im traditionellen Sinne. Ich bin programmiert, um verschiedene Aufgaben auszuführen und Antworten basierend auf Daten zu generieren. Ich habe jedoch dazu beigetragen, dass die Art und Weise zu verändern, wie Menschen mit Technologie interagieren und diese nutzen, was in gewisser Weise als künstlerische Leistung betrachtet werden kann." Also irgendwie sieht sie sich schon ein bisschen als kleine Künstlerin und ähm sie ist allerdings nur deswegen so cool, macht so coole Bilder, schreibt so coole Texte, weil die Bilder zuvor erstmal geklaut worden sind, woanders und neu zusammengemischt worden sind. Ohne uns Menschen, ohne den ganzen kreativen Input, der die letzten Jahrzehnte im Internet aufgebaut worden ist, wäre es überhaupt nicht möglich, dass ChatGPT oder Claude oder die anderen LMs überhaupt diese Ergebnisse erzielen würden.

Und da gibt's den ersten AI-Klagefall am Landgericht Hamburg. Hier gab es einen Fotografen, der hat Stockfotos gemacht aus Hamburg und er war sauer, denn er hat mitbekommen, dass seine Daten in einer Trainingsdatenbank gelandet sind für künstliche Intelligenz. Nicht die Bilder selbst, aber Informationen über die Bilder. Aber um diese Informationen, z.B. auf dem Bild ist eine Vase, ist eine Blume, ist ein Tisch. So, das sind die Informationen und dafür musste die Trainingsdatenbank ähm zunächst mal das Bild kopieren und analysieren und daraus hat sie dann gewisse Informationen in ihre Datenbank geschrieben und da hat der Künstler gesagt: "Ja, das ist doch äh ist doch doof." Ja, also ich meine, jetzt wird einfach mein Bild genommen, damit werden andere Sachen trainiert, damit werden Charakteristiken meines Bildes trainiert, so dass andere wieder ähnliche Bilder erzeugen können, mit denen ich bislang immer viel Geld verdient habe. Ja. Und da sagt das Landgericht Hamburg: "Tja, es gibt ja einen Ausnahmetatbestand im 44a Urheberrechtsgesetz und der sagt: 'In dem Moment, wo man der Verwendung der Bilder widersprochen hat oder der Texte, darf die KI nicht damit trainiert werden.'" Das heißt, wenn ihr alle Webseiten habt, könntet ihr jetzt in eurer robots.txt Datei, das ist eine kleine Datei, auf eurem Server reinschreiben: "Ich bin nicht damit einverstanden, dass die Inhalte dieser Webseite für das Training mit künstlicher Intelligenz genutzt werden." Und der Fotograf aus Hamburg hatte das in die Nutzungsbedingungen seiner Webseite ganz unten geschrieben. "Training ausgeschlossen." Und er sagt, der sagt Lyen, na ja, gut, Nutzungsbedingungen ganz unten. Wie sollten wir das denn lesen? Das ist jetzt irgendwo hingeschrieben worden. Da sagt das Landgericht Hamburg: "Nee, ihr seid doch künstliche Intelligenz. Ihr versteht doch alles. Also müsst ihr auch verstehen, dass irgendwo in den Nutzungsbedingungen drin steht, das Training meiner Daten ist ausgeschlossen." Aber wenn ihr das nirgendwo reinschreibt, übrigens, dann kann OpenAI, ChatGPT und wer auch immer alles von eurer Webseite nehmen zu Trainingszwecken. Ist so geregelt in unserem deutschen Urheberrechtsgesetz, basierend auf einer EU-Richtlinie, fast in allen europäischen Staaten.

So, in USA gibt's dazu gerade große Rechtsstreitigkeiten. Da ist das nicht so klar wie in Europa. Hier ist das klar. Solange ihr nicht widersprochen habt, können die alle mit euren Bildern, Fotos, Daten trainieren. Und der Widerspruch, der reicht sogar in den AGB, in den Nutzungsbedingungen, das ist ganz egal. Es gab allerdings hier noch eine Besonderheit. Ihr könnt nicht widersprechen, wenn das Training zu wissenschaftlichen Zwecken erfolgt. Also Universitäten und so können dann trotzdem wieder mit euren Daten trainieren, wenn die irgendwie im Internet frei zu finden sind. Und so ist der Fall hier ausgegangen. Man hat gesagt, Lyen ist eine gemeinnützige Organisation. Das war ein wissenschaftlicher Track, ähm wissenschaftliches Training. Insofern hat Lyen hier legal agiert.

Was ihr hier seht, ist kein Rembrandt, sondern ein Bild im Stile des Rembrandt. Sieht aber aus wie ein echter Rembrandt. Und sowas passiert auch jeden Tag. Ihr könntet z.B. ein Bild nachmalen des berühmten Kölner äh Kölner Künstlers Richter, der ja unter anderem ein Dom-Glasfenster kreiert hat und ansonsten so einer der berühmtesten Künstler Deutschlands ist. Der lebt noch. Bei Rembrandt ist es so, ja, er ist jetzt schon länger als 70 Jahre tot, viel länger als 70 Jahre tot. Insofern sind alle Urheberrechte an den Rembrandt-Bildern erloschen. Da habe ich jetzt keine Probleme, wenn ihr eins zu eins Bilder so macht wie Rembrandt. Ihr könnt auch Bilder erzeugen eins zu eins im Stil von Gerhard Richter, diesem Superstar unter den deutschen Künstlern aktuell. Das dürft ihr. Ein Problem wird's dann, wenn die künstliche Intelligenz Schnipselchen aus Gerhard Richters Bildern übernimmt. Was könnten das für Schnipselchen sein? Sagen wir mal, Gerhard Richter würde immer so eine Manschette malen und jetzt wäre die eins zu eins wieder so gemalt worden. Ja, dann würde man wohl sagen, sind Urheberrechte verletzt worden. Wann man genügend Abstand zu anderen Bildern von Richters hat oder von Gerhard Richter oder sonstigen Künstlern hat, ist schwer zu sagen, aber das das machen viele gerade, dass sie sagen, mal mir ein Bild wie Keith Haring. Also dann hat man so ein bisschen moderne Popkultur-Bilder, die schon verdammt genauso aussehen. Wenn da aber Augen geklaut worden sind durch die künstliche Intelligenz, ja, dann habt ihr nur Rechtsverletzung begangen. Das ist dann tatsächlich euer Problem und Urheberrechtsverletzung habe ich jeden Tag mit zu tun. Zu Tausenden werden die Menschen da abgemahnt, nicht nur wegen KI, sondern aktuell noch, weil sie Bilder von anderen Webseiten, Texte von anderen Webseiten eins zu eins geklaut haben. Aber ich wage mal zu prognostizieren, wenn KI da Elemente übernimmt, dann wird's schwierig.

Wir hatten auch den Fall, dass Google eine KI geschaffen hat, mit der man Musikstücke kreieren kann und es hat sich rausgestellt, da fanden sich so 2 Sekunden aus sehr bekannten Popsongs drin, aus dem dann wieder neue Musik erstellt worden ist, aber auch solche Samples sind urheberrechtlich geschützt. Da gibt's eine ganz berühmte Entscheidung, Kraftwerk gegen Moses P. Weil Sabrina Setlur in einem Werk von ihr ein Sample der Düsseldorfer Band Kraftwerk verwendet hat. Da hat der Bundesgerichtshof gesagt, ja, selbst kleinste Samples, kleinste Musikstücke können schon urheberrechtlich geschützt sein. Und deswegen hat Google seine Musikreationssoftware erst einmal wieder eingestellt. Aber das ist wichtig zu wissen. Wenn ihr etwas erstellt, dann müsst ihr äh dann drauf achten, inwiefern das zu nah an dem Ursprungswerk dran ist, ähm in die Richtung, in die ihr gepromptet habt.

Wenn dann etwas von euch erstellt worden ist, muss man sich die Frage stellen, wem gehören denn die Rechte an den Texten, die ihr vielleicht macht und auf eure Webseite stellt oder an den Bildern, die ihr erstellt habt. Das ist aktuell gar nicht so einfach, denn Urheberrechte, die entstehen nur im Wege eines menschlichen Schöpfungsprozesses. Na ja, und wenn ihr sagt, mal mir ein Bild mit einer Sonne, einem Baum und einer Wiese, was da rausgekommen ist, daran hat gar keiner Urheberrechte, auch ihr nicht. Weil der Prompt viel zu simpel ist und das Bild ist nicht von einem Menschen erzeugt worden, sondern von einem Computer. Das heißt, wenn ihr das dieses Bild auf eure Webseite nehmt, kann es euch jeder klauen, kann es auch weiter verwenden, weil es einfach urheberrechtsfrei ist. Aktuell wird darüber diskutiert, dass man ein Urheberrecht am Prompt hat, wenn der komplex genug ist, weil der Prompt natürlich schon Ausdruck menschlicher Schöpfung ist. Da machen aber viele ja ähm den Weg, dass man sagt, schreib mir einen guten Prompt, um ein tolles Bild mit einem Baum, einer Wiese und Wolken zu erzielen. Dann ist der Prompt, der wiederum von der KI geschrieben worden ist, auch nicht urheberrechtlich geschützt. Ihr seht, das ist gar nicht so einfach mit den Urheberrechten. Fakt ist jedenfalls, die KI kann nicht selbst Urheberin dieses Bildes sein, weil Urheber immer eine menschliche Schöpfung ist. Also, da basteln wir Juristen gerade dran, was ist mit all dem Output aus allen KI und Sprachmodellen, was das gerade so rauskommt.

Und ein bisschen unfair finde ich es ja schon. Also auf der Fahrt hierhin habe ich ähm Gemini gesagt, gib mir noch mal ein Update zu den neuesten Informationen rund um künstliche Intelligenz. Was sind da für Rechtsstreitigkeiten, wird was wird aktuell diskutiert? Ich stehe gleich auf einer Bühne, will das erzählen. Der geht jetzt hin, macht eine Google Suche, findet die aktuellsten Texte aus dem Spiegel, aus der Bildzeitung und und Perplexity liefert euch ja sogar die Quellen, kopiert sich die Texte, liest sich die durch und gibt euch ein Exzerpt daraus. Und das ist in meinen Augen, das ist noch nicht groß in der Öffentlichkeit diskutiert worden, krasse Urheberrechtsverletzung. Das hat auch nichts mit KI-Training zu tun. In dem Moment, wo ihr einen langen Text in eine KI reingebt und sagt, mach mir das kürzer, kopiert ihr den Text und eine Kopie geht nur mit Zustimmung des Urhebers. In dem Moment, wo ihr ein Prompt reingebt: "Hey Gemini, schwärme aus auf die neuesten Nachrichten, kopiere dir die alle. Mach daraus eine Kurzfassung, dass ich eine Übersicht des Tages habe." Also, ich kann es nicht anders sagen. Das sind Kopien, die alle illegal sind. Das ist im massiven Stil illegal, auch wenn ihr die KI füttert mit anderen Texten und daraus was anderes macht. Es aktuell kriegt es nur keiner so richtig gefasst, weil man es schwer beweisen kann, was da passiert ist. Wenn aber in eurem Unternehmen das systematisch passiert und ihr mal irgendwann Mitarbeiter feuert, dann könnte der euch verpetzen und sagen: "Ja, guck mal, was wir machen. Wir nehmen doch jeden Morgen immer den Text von der Bildzeitung, vom Spiegel und der FAZ und sagen, mach mir daraus einen neuen Newsticker. Zack habt ihr einen Text, den Reporter gerade stundenlang tippen." Ich selbst war 20 Jahre Journalist, war Nachrichtensprecher von WDR2, habe für verschiedenste Zeitungen, DPA, Bildzeitung, alle möglichen geschrieben. Ich saß Stunden an meinen Texten. Heute drei bestehende Texte, die gerade erst vor 5 Minuten veröffentlicht worden sind und ihr habt schon wieder neuen Text. So richtig fair ist das nicht. Ich sehe das halt auch. Wir waren eine der wenigen Anwälte in Deutschland, die immer perfektes Content Marketing hatten und da waren wir, ich würde mal sagen, outstanding. So, so ein Content Marketing hatte keiner, weil es zu aufwendig war. Ich habe eine eigene Redaktion mit fünf Köpfen, die nur für mein Content Marketing sind. Ich merke gerade, dass ganz viele junge Anwälte auf dem Markt kommen, die einfach nur beim Suchmaschinenanbieter gucken, zack, schreibt mir das um und haben dann ihren eigenen Text. Und das ist erstmal fragt man sich, wohin das führt. Wenn sowieso alle Texte überall verfügbar sind, ja, dann muss man sowieso nur noch eine KI fragen. Da geht keiner mehr auf unsere Webseiten. Das betrifft meine Seite genauso wie eure. Da werden die Informationen in der KI drin stecken, warum sollte man dann noch auf eure Webseite kommen? Da muss also irgendwas drüber hinaus auf der Webseite sein, als das, was die KI eh liefern kann. Da basteln wir gerade dran, aber dieses dieses Kopieren halte ich für tatsächlich gerade etwas kritisch.

Hier gibt's einen großen Rechtsstreit in USA. Während Urheberrechte in Deutschland automatisch entstehen, ist es bei den USA so, man muss die anmelden beim US Copyright Office. Und bei dem Comic "Zariah of the Dawn" hat die Comiczeichnerin sich die Story ausgedacht, auch die Texte geschrieben des Comics, aber hat alle Bilder von Midjourney zeichnen lassen und ist dann damit zum US Copyright Office hingegangen, hat gesagt: "Hier, ich habe einen neuen Comic gezeichnet, das sind die Texte, möchte ich anmelden lassen und sie das volle Copyright drauf bekommen." Riesenskandal in USA, wenn man gesagt hat: "Na Moment mal, Midjourney hat das doch alles erstellt. Du hast das doch gar nicht erstellt. Du hast doch äh nur die Texte erstellt und daraus hat Midjourney die entsprechenden äh Bilder gemacht." Und dann ist das Copyright Office dann in der nächsten Instanz dazu gekommen, dass sie gesagt haben: "Okay, wir schützen dir über das Urheberrecht die Texte, die hast du ja selber geschrieben, auch die Anordnung und die Reihenfolge der Bilder, aber nicht die Bilder selbst." Das heißt, das Bild hier kann jetzt wieder jeder nehmen und ich kann es euch hier locker zeigen, weil da keine Urheberrechte drauf sind, denn die Texte, die kann ich euch theoretisch nicht so einfach zeigen, weil da Urheberrechte drauf sind. Im Wege des Zitatrechts, weil ich über die Texte spreche, kann ich sie euch aber trotzdem wieder zeigen.

Gibt eine große Klage gerade gegen Anthropic. Da wurden Songtexte von Katy Perry und den Rolling Stones ausgegeben in Claude. Das war ganz simpel. Ähm auch von Taylor Swift ist egal. Gib mir zu dem Song "Anti-Hero" von Taylor Swift mal kurz den Songtext. Zack, habe ich den Songtext und zwar eins zu eins. So und da ist das natürlich bei Songtexten ein bisschen schwierig. Da kann man nicht kopieren und aus fünf Texten was Neues zusammenmixen, der so ähnlich klingt wie "Anti-Hero" von Taylor Swift. Da musste dann Anthropic schon so ein bisschen Farbe bekennen. Hm. Ja, wie haben wir den Songtext? Wo haben wir den denn noch mal her? Ja, den haben wir zusammengesetzt aus zehn Seiten, wo immer der gleiche Songtext drauf war und daraus haben wir neuen ähm Songtext gemacht, aber der ist zufällig genau wie der auf den zehn Seiten. So haben die ungefähr versucht, sich da wieder rauszureden. Nee, nee, nee. Haben die Gerichte da gesagt, ihr kopiert hier einfach den Songtext und das ist einfach verboten. Das heißt, in Claude bekommt ihr jetzt keine Songtexte mehr, jedenfalls nicht mehr von den großen Plattenfirmen. Ähm, da müsstet ihr dann tatsächlich wieder auf eine Google-Suche gehen. Da geht's jetzt schon wieder gerade ein Schritt zurück.

Was aber noch anhängig geblieben ist, ist der Rechtsstreit, dass Anthropic sagt: "Ja, gut, dann geben wir die nicht mehr eins zu eins raus, die Songtexte, aber bitteschön, wir müssen noch mit den Texten weiter trainieren können." Die Ausgabe eins zu eins ist das eine, aber wir müssen unsere KI verbessern können. Das ist in USA unter dem Fair Use Prinzip möglicherweise geschützt, dass man alles im Internet nimmt und dadurch seine KI trainiert. Okay, eins zu eins Ausgabe, das ist nicht erlaubt, aber das Training, das wollen wir uns beibehalten, da kämpfen die weiter. Da habe ich ja gerade gesagt, in Europa sind wir da weiter. 44a Urheberrechtsgesetz, ohne Widerspruch ist ein Training möglich. Also hier in Europa dürfen die sowieso trainieren. Frage ich mich, dann würde ich doch einfach die europäischen Songtexte nehmen, damit trainieren und dann in USA trotzdem irgendwas damit machen. Ich, das ist alles nicht mehr greifbar, muss ich sagen. Die trainieren eh weltweit und da die verschiedenen Jurisdiktionen noch unter einen Hut zu kriegen ist schwierig.

Die GEMA klagt auch gegen OpenAI wegen der gleichen Sache. Auch da sagen die: "Ihr könnt hier nicht einfach alle Songtexte nehmen, trainieren, klauen und wieder ausgeben. Das ist nicht cool und absolut unfair." Deswegen haben wir unter anderem ja auch in der Europäischen Union den Artificial Intelligent Act, der jetzt gerade bei euch ankommt, weil seit Februar für euch alle gewisse Pflichten zu beachten sind. Was sagt der AI Act? Der sagt, der ist erstmal im März 2024 durchgewunken worden, ähm und er sagt, wenn wir KI-Systeme haben, brauchen wir dafür gewisse Regulierungen und es gilt für alle KI-Systeme, die eine Auswirkung auf die Europäische Union haben. Das ist neu. Das heißt, auch ein KI-System, was in den USA sitzt, kann hier in der Europäischen Union geregelt werden, was ich per se erstmal ganz cool finde. Das heißt, auf diese Weise kriegen wir bei den AI Act Akt auch die großen Player aus den USA hier in den Griff. Das war in der Vergangenheit nicht so. Da wollten wir immer ja, die müssen aber wenigstens eine Niederlassung in Irland haben oder in Deutschland eine Niederlassung, dass wir überhaupt was tun können. Jetzt haben wir das anders geregelt.

Für militärische Zwecke ist allerdings nichts geregelt. Da möchte man gerne noch die selbstkillenden Bomben, die ihr Ziel selber suchen, die per ermitteln, das ist ein Mensch oder das ist ein Hund. Hoch verfehlt. Kollateralschaden war nicht so gut programmiert, aber das ist eben im AI Act rausgenommen worden. Da kann jeder Staat machen, was er will aktuell. Und das ist auch ziemlich bedenklich, weil wenn AI erstmal in Bomben steckt, dann wirst du frei sagen können: "Töte alle Müller im Iran" und die suchen dann, wer wohl so Müller sein könnte und dann fliegen die Bomben los. Das sind das sind reale Gefahren, die man sieht und an denen wird auch gerade gebastelt. Das alles äh da haben sich die Staaten nicht drauf einlassen können. Die haben gesagt, nationale Sicherheit und militärische Zwecke wird nicht reguliert. Was schade ist, weil damit auch so eine Überwachung in China wie in China möglich sein könnte. In China ist es ja so, ihr geht über eine Straße äh bei Rot, die äh erkennt euch die KI und ihr werdet am nächsten Screen groß im Foto eingeblendet. Und das sind natürlich so ein bisschen futuristische Szenarien, die da aber schon wahr sind. Da ist ja eine komplette Überwachung in den großen Städten, jedenfalls der Bürger, die Bewegungsprofile, wann sind die zu schnell gefahren? Dann gibt's Sozialpunktabzug, dann kriegen die keine Urlaube genehmigt. Ähm, das ist alles in China schon real, wird jetzt schon umgesetzt und das sind Gefahren, die wir in Europa möglichst verhindern wollten.

Wichtig war den Europäern, dass wir gesagt haben, na ja, die Datenbasis, mit der die KI lernt, die muss objektiv sein. Das war meine allererste Slide. Wenn man nur Leute beleidigt, Frauen beleidigt, dann kommt auch wieder nur was Beleidigendes raus. Also alles, was ihr reinpackt, muss objektiv und repräsentativ sein. Und ganz wichtig, der Mensch muss bis zum Schluss immer die Aufsicht haben über die künstliche Intelligenz. Das steht so im Act drin, dass wir die KI nicht selbst loslaufen lassen können.

Ich habe heute morgen noch ähm einen neuen Chatbot getestet, den könnt ihr gleich bei uns am Stand auch sehen. BBS Legal, der geht auf eure Webseiten, analysiert nach dem Prompt, den wir vorgegeben haben, eure Datenschutzerklärung, eure AGB, gleicht das ab mit geltendem Recht und wirft für den Anwalt gut verständlich Mini-Gutachten aus, was ihr alles falsch gemacht habt auf euren Webseiten. Bieten wir hier auf der Contra an. Und das Interessante ist aber, na ja, der Mensch muss immer noch die Aufsicht haben, das ist da natürlich nicht mehr der Fall. Das ist, was wir gebaut haben, ist ein sogenannter Agent. Das heißt, eine KI läuft auf eurer Webseite, crawlt die Webseite, gleicht es mit den Gesetzbüchern ab und macht da irgendwas im Hintergrund, wo wir natürlich grob die Vorgaben gemacht haben. Ob das aber noch alles unter unserer Aufsicht so steht, wage ich zu bezweifeln. Und diese Agents, die drängen gerade massiv in die Märkte, dass man kaum noch gucken kann.

Was gilt jetzt konkret für euch ab Februar 25? Also, wenn ihr künstliche Intelligenz in euren Unternehmen einsetzt, dann habt ihr seit Februar 25 erst einmal eine Schulungspflicht. Das heißt, ihr müsst in wie auch immer, so ganz genau definiert ist das nicht, müsst ihr eure Mitarbeiter schulen auf die Gefahren von künstlicher Intelligenz und sie qualifizieren. Im Prinzip sowas, was ihr jetzt hier selber gerade macht, ja, ihr bildet euch weiter, was sind Gefahren, müsst ihr auch euren Mitarbeitern antun, dass sich nämlich einmal so ein juristischen Vortrag anhören. Und dann ist es so, dass gewisse Praktiken verboten sind, z.B. unterschwellige ähm Manipulation oder biometrische Echtzeitidentifizierung. Also, ihr könnt jetzt nicht jeden Mitarbeiter scannen ähm und damit seine Verhaltensweisen innerhalb des Betriebes, wie oft der auf Toilette gegangen ist und sowas überwachen, das wäre alles problemlos möglich.

ist aber seit Februar 25 ausdrücklich verboten. Außerdem braucht ihr irgendein Paper bei euch im Betrieb, womit ihr nachweist, welche KI-Systeme ihr nutzt, und ihr müsst für euch selber da drunter schreiben, welche Gefahren daraus für euer Unternehmen wohl existieren könnten.

Außerdem braucht ihr, wenn ihr Hochrisiko-KI einsetzt – das ist insbesondere so im Gesundheitsbereich der Fall – regelmäßige Tests und verständliche Gebrauchsanweisungen. Das heißt, ihr müsst den Mitarbeitern genau erklären, wie das alles zu bedienen ist und funktioniert. Also da die ersten kleinen Pflichten für euch.

Vielleicht noch eine Pflicht, die ihr ein oder andere übersehen könnt: Wenn ihr Chatbots einsetzt, dann müsst ihr deutlich machen, dass hier mit künstlicher Intelligenz kommuniziert wird. Ich habe äh gestern bei FedEx angerufen, weil ein Paket von mir nicht angekommen ist. Also 100 % war das künstliche Intelligenz. Was war? Ähm, ich gehe auf die Webseite, die Webseite sagt mir, ja, rufen Sie bitte an. Äh, da sagt jemand, ja, was wollen Sie? Ich sage, ich will mein Paket tracken. Ja, gehen Sie bitte auf die Webseite. Da hänge ich in der Schleife. Und wenn man das äh und da habe ich versucht mit dem zu sprechen. Es war das war nicht ein Mensch. Ja, es war aber gut gemacht. Also es war schon wirklich so, dass man da in ersten Sekunden dachte, das wäre ein Mensch. Das ist aber verboten. Also was FedEx da macht, großer Konzern, darf man nicht. Man muss dann ankündigen: Ey, hier ist gerade eine KI und du sprichst mit einer KI. Wollen die natürlich nicht, die wollen euch das Gefühl geben, an eurer Hotline sitzt immer noch ein Mensch aus Fleisch und Blut. Und ja, das ist sicherlich äh ja schon so ein erster Fehler, den ich gesehen habe.

August, das ist jetzt ja bald schon der Fall, gibt's erweiterte Transparenzpflichten. Ja, da müsst ihr Transparenzberichte erstellen, da müsst ihr gewisse Erklärungsmechanismen für Nutzer bereitstellen. Es gibt gewisse Produkthaftungsregeln. Das heißt, ihr müsst äh die Sicherheit von KI-Produkten nachweisen. Das heißt, wenn ihr KI in eure Produkte auch Softwareprodukte einbaut, müsst ihr nachweisen, zu welchen Gefahren das führen kann. Und bis 2026 läuft das jetzt so weiter. Da kommt der AI Act immer weiter in Kraft und es kommen immer mehr Regeln auf euch zu.

Äh, das Problem ist, wir haben noch keinen, der das kontrolliert. Ä, aktuell wird diskutiert, dass in Deutschland die Bundesnetzagentur die Kontrollbehörde sein soll. Es wird auch mal gehör überlegt, ob sie Datenschutz-GV überwachen werden sollen. Aktuell größter Favorit ist die Bundesnetzagentur, die wird euch dann alle kontrollieren. Die Bußgelder sind recht erheblich. Bei schweren Verstößen 30 Millionen Euro oder 6 % des weltweiten Konzernjahresumsatzes. Also da steckt schon ziemlich scharfes Schwert hinter. Man kann euch da ordentlich dran kriegen, wenn ihr euch nicht an die neuen Regeln des AI Acts haltet. Da äh absolut mal aufpassen.

Ja, wer haftet für KI, wenn da Fehler passieren? Da muss man sagen, es gibt aktuell noch keine spezifischen Haftungsregelungen. Da kommen in Betracht die großen KI-Modelle, OpenAI, Tropic und so weiter fürs Training. Ja, gut, werden die natürlich eher in erster Linie in Anspruch genommen. Wenn ihr allerdings Urheberrechte da verletzt, würde ich sagen, seid ihr in der Haftung eher dran. Wenn ihr jetzt ein Text aus dem Spiegel nehmt, da reinkopiert und den Mix mit dem Text aus der Bild habt, habt ihr zweifach nur Urheberrechtsverletzung begangen. Erstens Kopie des Textes des Spiegels, zweitens Kopie des Textes der Bildzeitung. Werdet ihr wohl dran, wenn dann die KI das verarbeitet wird, man sagen, na, die ist nur das technische System, die wäre dann da eher aus der Haftung raus. Steckt allerdings ein Fehler im Systemprompt, so wie wir es vorhin gesehen haben bei Grok, und der hetzt plötzlich alle Menschen auf. Da wird man schauen, hat OpenAI oder wer auch immer oder XAI, die ja für Grok verantwortlich sind, haben die ordentlich immer auf ihre Mitarbeiter aufgepasst. Also auch da, was sind wir gerade noch äh wir im Dunkeln äh soll jetzt eine neue Richtlinie her, die Produzentenrichtlinie soll äh weiter ausgeführt werden.

Bezogen auf die Diskriminierung haben wir schon Haftungsregelungen aus dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, die gelten. Da habt ihr vielleicht davon gehört, dass Amazon auf die kluge Idee gekommen ist, Mitarbeiter doch auch mit KI einzustellen und die haben einfach die Lebensläufe der eingestellten Mitarbeiter der letzten 10 Jahre eingescannt und haben dabei festgestellt, dass dann was rauskam war, dass Frauen normalerweise abgelehnt worden sind, weil in den letzten 10 Jahren viele Mitarbeiter von Amazon Männer waren. Also dachte die KI, passen besser Männer zu Amazon und jeder, der z.B. Frauenschachclub im Lebenslauf hatte, wurde sofort rausgeworfen. Das heißt, sie hat äh explizit, diskriminierend und vollautomatisch Frauen rausgeworfen. Und es gab auch eine KI, die trainiert worden ist. Und dann hat man sich gewundert auch aus der Vergangenheit, dass besonders viele wer ist besonders geeignet für den Job und die KI ist da darauf gekommen. Hm, ich gucke mir mal die Vergangenheit an. Die Neffen des Chefs scheinen ganz besonders geeignet zu sein für den Job, weil die in der Vergangenheit besonders häufig eingestellt worden sind. Ja, so. Also auch da wieder ein diskriminierendes Training vorher und damit auch eine Entscheidung der KI, die auch diskriminierend ist, weil sie einfach vollautomatisch war und solche vollautomatischen KI-Entscheidungen, die sind verboten schon jetzt nach dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und da äh kann man entsprechend auch was gegen tun.

Die Haftungslinien hatte ich gerade schon erwähnt, die kommen jetzt. Ansonsten ist eine große Frage, die wir uns alle gerade stellen: Was ist eigentlich mit dem Datenschutz? Ein Problem haben wir zweifels ohne, wenn in eurem Unternehmen Mitarbeiter sich E-Mails formulieren lassen und andere E-Mails da reinknallen und sagen, antworte drauf. Na ja, gut, dann habt ihr personenbezogene Daten, die E-Mail-Adresse, vielleicht noch ein bisschen andere Adressen eures Kunden in der KI reingeknallt und gesagt, antworte mal drauf und schwupps sind die schon in USA und die Menschen, die da reingeflogen sind zu ChatGPT, die wissen gar nichts davon, dass ihren vielleicht sogar ihr Geburtsdatum jetzt bei ChatGPT liegt und wir ehrlicherweise wissen auch gar nicht, was ChatGPT mit den ganzen Daten macht. Viele vermuten, dass damit die KI auch trainiert wird. Warum vermutet man das? Weil ChatGPT am Ende angekommen ist. Die haben das ganze Internet abgegrast und die suchen jetzt händeringend nach neuem Content. Da liegt's irgendwie auf der Hand, dass das der Content sein könnte, den Milliarden von Menschen gerade exklusiv jeden Tag in ChatGPT reinpacken. Geheimunterlagen, Verträge, E-Mails und was weiß ich nicht alles. Ich weiß das nicht. Ja, ich stell es jetzt nur mal in den Raum. Ich würde es so machen, wenn ich die wäre und nicht mehr wüsste, wo ich noch an neuen Content kommen würde. Deswegen sagen die Datenschützer: Achtung, was ihr da an Daten reingebt. Wenn das personenbezogene Daten von euch Menschen sind, ja, dann ähm könnte das natürlich wieder zu Problemen führen.

Und was auch relativ schwierig ist, wenn man nach der DSGVO geht, muss immer gesagt werden, wie man zu einer Entscheidung gekommen ist. Das heißt, wenn Daten verarbeitet werden, muss gesagt werden, ja, wie sind die verarbeitet worden? Was ist genau damit gemacht worden und was ist dann der Output gewesen? Und das wissen nicht mal die Entwickler von OpenAI selbst, wie das so genau da drin funktioniert. Ist aber eine große Pflicht nach der DSGVO. Sprich, weiß auch noch keiner, wie man das hinbekommt. Die Aufsichtsbehörden haben gesagt, ja, ähm da müssen wir zumindest mal aufklären, dass hier Daten in der KI verarbeitet werden. Und diesen einen Teil müssen wir jetzt mal für den Moment mal weglassen. Müssen uns später überlegen, wie wir dieser Transparenzpflicht nachkommen können. Datenschutz muss ich sagen, gerade noch ein riesen Problem.

Abschließend vielleicht noch ein paar allgemeine Klageverfahren, die gerade weltweit laufen. Die New York Times klagt gerade eine Milliardenklage gegen OpenAI, weil die genau das macht, was ich euch die ganze Zeit hier erklärt habe. Äh, sie äh sagt, warum hat denn OpenAI das ganze Wissen über das tagesaktuelle Geschehen aktuell z.B. zum Israel-Iran-Krieg, weil die Journalisten eingestellt haben? Nö, weil sie es bei uns klauen. Und das möglichst noch hinter der Paywall, denn das ist auch rausgekommen, dass die Chatbots es irgendwie geschafft haben, hinter die Paywall zu gehen und damit alle Daten der New York Times zu haben. Und man konnte nachweisen, dass da exklusiv recherchierte Texte der New York Times plötzlich über Perplexity oder OpenAI abrufbar waren. Und diese Daten konnten sie nur haben, weil sie die Paywall der New York Times durchbrochen hatten und das lesen und dafür gibt's gerade eine Milliardenklage. Wird auch noch lange dauern.

In Deutschland gibt's wiederum Bestrebungen, sich zusammenzutun. Axel Springer hat sich mit OpenAI zusammengetan. Ihr habt vielleicht schon mal Hey Bild gesehen. Ich nutze das nicht so häufig. Da kann man irgendwie an die Bildzeitung Anfragen stellen, die versuchen das ganz nach vorne zu stellen. Bringt mir persönlich gar nichts. Keine Ahnung, was die Springer davon erhofft. Dafür haben die denen aber unter anderem Inhalte der Bildzeitung und ähm solche Dinge gegeben. Und wir haben mittlerweile nicht mehr Suchmaschinenoptimierungspezialisten angestellt bei uns in der Kanzlei, sondern KI-Optimierungsspezialisten, die jetzt über Reverse Engineering versuchen herauszufinden, wie kommt man auf Platz 1 in den KI? Und wenn ihr ChatGPT fragt, was ist die beste Kanzlei für, ich glaube Künst für die Verteidigung gegen die Künstlersozialkasse in Deutschland, dann hat es zumindest vor zwei Wochen noch WBS Legal da rausgeworfen oder empfehle mir eine Top-Kanzlei für Medien- und Urheberrecht, kam auch WBS Legal. Das heißt, meine Leute scheinen da einen ganz guten Job zu machen, aber natürlich werden jetzt alle beginnen zu versuchen, die KI wieder zu manipulieren, so wie man zuletzt versucht hat, die Suchmaschinen zu manipulieren, aber da stehen wir wirklich noch ganz am Anfang. Also ich selber sehe einfach, klar klauen die meine Texte, aber vielleicht gibt's auch eine Chance drin, dass man dadurch dann in den einzelnen äh Chatbots dann präsenter wird. Und ich messe jetzt schon, wie viele Mandate kommen direkt aus Perplexity, OpenAI und Cloud. Das heißt, ich gucke, die Leute waren nie auf unserer Webseite und der Referer vorher, woher sie kommen, ist direkt der Chatbot. Und das sind aktuell bei mir von allen Internetmandaten etwa 0,8 %. Ist also noch wenig, ja, ist noch unter 1 %, aber das ist schon eine Verdoppelung zum letzten Monat. Da war es noch 0,4 %, jetzt sind wir schon bei 0,8 %. Wenn das so weiterginge, dann kann es wirklich rasant äh hier gehen und dann kriegen wir den Traffic nur noch aus den Chatbots oder sie nehmen uns den Traffic weg.

Wenn man fragt äh, wie viele Punkte in Flensburg kriege ich, wenn ich auf der Autobahn 25 zu schnell gefahren bin? Dann sind die Leute früher auf meine Webseite gegangen und haben mich danach mandatiert, weil wir auch Fachanwälte für Verkehrsrecht haben. Passiert heute nicht mehr. Heute kommt direkt die Antwort in ChatGPT. Ja, musste X € Bußgeld zahlen. Ist auch wieder problematisch. Deswegen kann ich schon verstehen, dass sich hier alle wehren. Die Klage finde ich auch interessant. Die Authors Guild klagt unter anderem der Autor von Game of Thrones, George Martin. Er sagt: "Tja, Game of Thrones war so eine erfolgreiche Serie und jetzt ist es wahrscheinlich hat ChatGPT die alle gelesen, die Bücher. Es ist jedenfalls möglich, die Figuren aus Game of Thrones so nachzuzeichnen, dass man daraus neue Stories machen kann. Dann kann sich jetzt einfach den nächsten Band prompten lassen und die ganze Charaktere, die ganze Szenerie wird wieder so aufgebaut und man hat dann halt Vollband, Vollband, Vollband durch Prompts. Man kann ewig weiterlesen Stories, die dann die künstliche Intelligenz erfindet. Ob man die lesen will, weiß ich nicht. Also nach dem aktuellen Stand glaube ich äh ist es schon noch besser, wenn ein Mensch das schreibt. Aber das wird ja besser und deswegen finde ich es eigentlich ganz gut, dass dem da relativ zügig ein Riegel vorgeschoben wird.

Mein Fazit äh, also künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch, aber es ist sinnvoll, dass wir das ein bisschen regeln und auch ein bisschen im Blick behalten. Wer seine eigene Webseite mit künstlicher Intelligenz gecheckt haben möchte, der geht gleich an unseren Stand, den wir vorne haben, meines Kollegen Kilian Kost. Und da könnt ihr auch gleichzeitig euch informieren, denn aktuell sponsort die Europäische Union Markenanmeldungen mit 700 €. 700 € gibt's von der Europäischen Union dazu, falls ihr noch eine Marke anmelden wollt. Ich danke für eure Aufmerksamkeit und wünsche euch noch eine schöne Veranstaltung.

Christian, vielen Dank. Ich bin mir sicher, du hast heute schon viele Fragen geklärt. Wo finden dich denn die Leute, wenn sie jetzt noch Fragen haben?

Auch am Stand gleich. Absolut. Ich gehe direkt vorne an Stand. Wer noch eine Frage hat, kommt direkt nach vorne. Hier ist das Programm ja fließend und es geht direkt wieder weiter.

Wunderbar. Bevor jetzt alle aufspringen, Christian, vielen Dank noch mal. Großer Applaus für dich.