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Top 5: Die extremsten Orte der Erde | Galileo | ProSieben

Galileo12:01

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Auf Platz 5 der abgelegenste Ort der Erde: Der sogenannte Point Nemo befindet sich mitten im Pazifik. Zum nächsten Festland sind es exakt 2688 Kilometer nach Chile und nach Neuseeland. Es gibt keinen Ort, der weiter von festen Untergrund entfernt ist. Nemo erreicht man nur per Schiff. Eine Reise dorthin dauert mindestens 15 Tage.

Wir machen ein Gedankenexperiment: Angenommen, unsere Erde hätte einen Stöpsel wie bei einer Badewanne. Einmal kräftig ziehen und das Wasser läuft ab. Heute ist die ideale Stelle, um hier gezielt Weltraumschrott zu versenken, da es kaum Schiffsverkehr gibt. Über 260 Raumschiffe ruhen hier in Frieden, darunter die berühmte Raumstation Mir und Satelliten der Internationalen Raumstation oder der NASA.

Auf Platz 4 geht es um den heißesten Ort der Welt. Diesen Platz teilen sich gleich zwei Gegenden. Denn das Danakil-Gebiet in Äthiopien ist mit über 50 Grad plus einer davon. In der Salzwüste finden sich bizarre Landschaftsformationen, die es so nur hier gibt. 1200 Quadratkilometer Salz. Doch wie ist diese riesige Fläche entstanden? Das Gebiet liegt unterhalb des Meeresspiegels und nahe am Roten Meer. Das hat die Region in den letzten Jahrtausenden mehrfach überspült. Die extreme Hitze ließ das Wasser immer wieder verdampfen. Zurück blieb Salz.

Für Naturfotografen ist das Gebiet ein beliebtes Motiv, denn die Landschaft ist einzigartig durch die schillernden Farben und die skurrilen Formationen. Die Einheimischen nennen diesen ultimativ heißen Ort auf der Welt übrigens "Eingang zur Hölle".

Getoppt wird die Temperatur nur vom Tal des Todes, dem Death Valley. Die höchste je gemessene Temperatur von 56,7 Grad Celsius wurde 1913 und 2021 gemessen. In der Mojave-Wüste, dem trockensten Nationalpark der USA, kommt es wegen der endlosen Weite und Dürre zu diesem Spitzenwert. Das Tal des Todes liegt westlich der Casino-Metropole Las Vegas. 13.000 Quadratkilometer Wüste. Ein Ort der Extreme.

Das Städtchen Krieg mitten in der Wüste. Tagsüber geht hier niemand auf die Straße. Der Ort sieht aus wie eine Geisterstadt. Dabei leben hier mehr als 100 Menschen. Die meisten sind Angestellte des Nationalparks.

Wir sind bei Familie Taylor eingeladen. Es ist acht Uhr morgens und die Sonne steht schon hoch am Himmel. Davon sind die Kinder in ihrem Zimmer aber nichts. Die Vorhänge sind zu und müssen es auch bleiben. Das ist die Regel im Haus. Das ist so in einem Haus mit fünf kleinen Kindern. Jedes Mal, wenn ich durchs Haus gehe, schließen die Kinder die Markisen immer und immer wieder. Sie können es nicht lassen, sie zu öffnen. Aber alles, was Ordnung ist, lässt mehr Licht rein und schnell.

Sei das Wichtigste: Die Sonne darf nicht direkt auf die Fenster scheinen. Das ist ein Kampf gegen jedes Fenster, wenn die Temperatur draußen über 50 Grad steigt. Muss es im Haus kühl bleiben. Alltägliche Dinge sind eine Herausforderung. Wasser ist ein wertvolles Gut.

Eines der schwierigsten Dinge, an die man sich hier gewöhnen muss, ist, dass es fünf Monate lang überhaupt kein kaltes Wasser gibt. Wenn du den Wasserhahn aufdrehst, kommt 38 Grad heißes Wasser raus. Deswegen stellen wir den Heißwasserboiler aus und nutzen ihn für das kalte Wasser, denn der Boiler steht im Haus und heizt sich nicht so auf.

Doch warum wird es im Death Valley so heiß? Ein paar Kilometer vom Haus entfernt liegt die tiefste Stelle der USA, knapp 86 Meter unter dem Meeresspiegel. Das ist der Hotspot der Hitze. Die Bergketten im Westen sorgen dafür, dass sich die warme Luft vom Pazifik abregnet, bevor sie das Death Valley erreicht. Deshalb gelangt nur wenig Feuchtigkeit hierher. Am Boden gibt es kaum Vegetation. Durch die Berge rundherum weht kein Wind und die Luft staut sich im Tal. Das Tal des Todes, eine lebensfeindliche Umgebung und der heißeste Ort der Erde.

Auf Platz 3 liegt ein weiterer Ort der Extreme: Barrow. Ist Vincent Reis dahin? Warum hat er gerade gern Strand, wollen denn in Barrow, einer Stadt in Alaska, wird es 82 Tage lang nicht dunkel. Ganz zum Leidwesen von Vincents Schlaf.

"Also, es hört sich irgendwie an, als hätte man nur Mittagsschlaf gemacht, weil es ist noch genauso hell, wie ich ins Bett gegangen bin."

Doch warum ist es dauerhaft hell in Barrow? Das liegt daran, die Erde dreht sich um die eigene Achse. Deshalb haben wir Tag und Nacht. Zusätzlich kreist unser Planet innerhalb eines Jahres um die Sonne. Daher haben wir Jahreszeiten. Da die Erdachse eine Neigung von 23,4 Grad hat, sind die Pole abwechselnd der Sonne zu und abgewandt. Deswegen verschwindet in Barrow die Sonne im Sommer für 82 Tage nicht hinterm Horizont. Erst ab dem zweiten August gibt es eine einstündige Nacht. Bis dahin: Helligkeit.

Wie gehen die Einheimischen damit um? Vincent trifft Eis Brauer, den er bereits bei einer anderen Reporterreise kennengelernt hat. "Aber die kommen zurück. Wie sieht der Alltag aus?"

"Na gut, die Kinder spielen den ganzen Tag draußen. Ich sorge dafür, dass sie um 12 Uhr zurück sind und ins Bett kommen."

Hat man sich als Einheimischer eigentlich an den ewigen Tag gewöhnt? Eis nutzt eine Dämmplatte, damit sein Schlafzimmer dunkel ist. Sie hilft im Winter die Kälte und nun im Sommer die Helligkeit abzuhalten. Doch immun gegen die Dauerhelligkeit ist Eis nicht. Manchmal war ich panisch auf und dachte, ich komme zu spät zur Arbeit und es ist sechs Uhr morgens. Verrückt, oder? 82 Tage keinen Sonnenuntergang sehen. Die Stadt Barrow in Alaska ist definitiv ein Ort der Extreme.

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Und jetzt heißt es warm anziehen, denn unser Platz 2 ist der kälteste Ort: Oimjakon im russischen Jakutien. Im Jahr 1926 wurde dort der bisherige Kälterekord gemessen: minus 71,2 Grad Celsius. Ein absoluter Tiefstwert. So kalt war es noch an keinem anderen Ort der Erde. Für die Einheimischen ist die Kälte nichts Besonderes, denn hier ist man an die eisigen Temperaturen gewöhnt. -50 bis -60 Grad sind hier im Winter ganz normal. Da gefriert auch mal die Wäsche auf der Leine ein und selbst das Obst ist hier hammerhart.

Doch warum wird es ausgerechnet in Jakutien so kalt? Das liegt an der geografischen Lage, denn das Dorf befindet sich in einem Flusstal und ist vollständig von Gebirgsketten umschlungen. Die kalte Luft sammelt sich so im Tal.

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Bei diesen extremen Minusgraden bleibt nur das Eis. Zwischen einer sehr kalten und vor allem auch nassen Angelegenheit. Apropos: Auf Platz 1 der regenreichste Ort der Welt. Dieser befindet sich in Indien und zwar im Nordosten des Landes, in der Provinz Meghalaya. Hier ist der Name Programm: Meghalaya, das heißt übersetzt so viel wie "Regen".

Wir sind auf dem Weg nach Mawsynram. Laut Guinness-Buch der Rekorde gibt es nirgendwo auf der Welt mehr Niederschlag. Der kleine Ort liegt versteckt unter einer dicken, feuchten Nebelschicht. In der Regenzeit kommt die Sonne nur selten durch. 11.871 Millimeter Regen fallen hier auf den Quadratmeter.

Doch warum ist das so? Mawsynrams geografische Lage ist einzigartig. Warme Luft sammelt sich im Monsun über dem Golf von Bengalen. Die Luftmassen erwärmen sich und steigen auf. Der Wind drückt sie Richtung Norden gegen das höchste Gebirge der Welt, den Himalaya. Dort können sie sich abregnen und es regnet. Das kleine Dorf Mawsynram liegt am Ende eines Tals im Vorgebirge. Es pressen sich mehr Wolken hinein als an allen anderen Stellen.

Wie kommen die Menschen im Alltag mit dem vielen Regen klar? Das ständige Prasseln des Regens ist immer zu hören. Die Dorfbewohner verbringen kaum Zeit im Freien. Wenn es besonders nass ist. Bei uns in Deutschland wäre wohl bei Dauerregen die Stimmung im Keller. Die haben sich die Kinder an den Regen gewöhnt. An Tagen, an denen der Niederschlag zu stark ist, müssen Kinder nicht in die Schule gehen. Statt Hitzefrei gibt es hier Regenfrei.

Finlay Cover ist der Friseur des Ortes. Er wohnt hier mit seiner Frau und vier Töchtern. Das feuchte Wetter macht ihm schon schwer zu schaffen. "Wir müssen diesen Raum immer wieder renovieren, weil das Holz morsch wird. Deshalb ist es auch so dunkel. Die Feuchtigkeit zerstört langsam die Steinhäuser im Ort."

Die Wände sind ganz feucht. Alles, was aus Holz ist, wird marode, muss ständig gelüftet werden, sonst setzt sich Schimmel an. Doch was schlecht für die Häuser ist, ist ein Segen für die Landwirtschaft. Es gibt vor den Toren Mawsynrams riesige Reis- und Gemüsefelder. Reis und Kartoffeln gedeihen hier wegen der Nässe besonders gut.

Briggs Tharani ist Reisbauer am nassesten Ort der Welt. Für ihn hat der Regen viele Vorteile. "Das Wasser hier ist so gut, das kann man direkt aus der Pfütze trinken." Der Regen macht Landwirte wie Briggs Tharani erfinderisch. Aus Bambus und Bananenblättern bauen sie sich Ganzkörper-Regenschirme. Der sogenannte "Cook" hält sie weitgehend trocken.

Briggs Tharani und die anderen Dorfbewohner haben sich mit dem Regen am nassesten Ort der Welt arrangiert.

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