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Viele hart arbeitende Menschen, vor allem die Schichtarbeiter, aber auch Väter, Mütter, Kinder und gerade die Senioren, leiden unter Schlafstörungen und suchen nach einer Lösung. Sie greifen zu allerhand chemischen Keulen oder unwirksamen Mittelchen und haben natürlich von Melatonin gehört. Doch wir werden gleich sehen: Es herrscht manchmal etwas Unsicherheit bezüglich Melatonin. Deshalb klären wir in diesem Video mal die wichtigen Fragen. Ist Melatonin ein ungefährliches Nahrungsergänzungsmittel, oder kann man vielleicht sogar davon abhängig werden? Wie ist das? Stellt der Körper die eigene Produktion von Melatonin ein, wenn ich es einnehme? Vor allem: Wie verträgt sich Melatonin mit meinen anderen Medikamenten oder mit meinen anderen Nahrungsergänzungsmitteln? Und die alles entscheidende Frage: In welcher Form und wie viel Milligramm soll ich nachts einnehmen, und wie läuft das Ganze dann noch, wenn ich Schichtarbeite?
Bleiben Sie also dran, es wird super, super spannend. Und Sie sehen es ja noch einmal: Das Bundesamt für Risikobewertung hat hier mal nachgefragt, wie es denn in der Bevölkerung mit dem Wissen über Melatonin aussieht. Die Mehrheit der Deutschen ist über Melatonin informiert, aber es gibt viel Skepsis gegenüber Melatonin. Und vielleicht geht es Ihnen da so wie mir. Mich persönlich verbindet eine ganz besondere Geschichte mit Melatonin. Damals, als unsere Tochter geboren wurde, hatte unsere Tochter wirklich eine massive Problematik, in den Schlaf zu kommen. Es gab vielleicht vier Stunden Schlaf pro Nacht. Ich habe meine Frau entlastet. Aber das Problem war, dass diese vier Stunden dann meist auch gar nicht am Stück waren. Und ich kam natürlich daher wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Und irgendein Patient sagte dann mal zu mir: „Wieso nehmen Sie eigentlich kein Melatonin?“ Und dann habe ich mich in dieses Thema eingefuchst. Melatonin war für mich die Offenbarung. Ich konnte diese vier Stunden unglaublich intensiv wieder schlafen. Und so habe ich mich tatsächlich richtig in dieses Thema reingefuchst. Und ich hatte sogar mal die Möglichkeit, ein drei Stunden langes Interview mit dem berühmtesten Melatonin-Forscher zu führen, mit dem Arztprofessor Dr. Walter Pierpoli. Und davon werde ich natürlich auch in diesem Video berichten.
Schauen wir uns nochmal an, was Melatonin genau ist und welche Unsicherheiten es genauer gibt. Natürlich regelt Melatonin unseren Tag und unseren Nachtablauf. Das bedeutet, unser Hormonsystem macht nachts etwas komplett anderes als tagsüber. Melatonin wiegt uns sozusagen in den Schlaf. Wir brauchen einen bestimmten Melatonin-Spiegel, damit wir schlafen können. Das ist die natürliche Aufgabe. Melatonin wird in der Zirbeldrüse des Gehirns gebildet. Und man kann sich so ein bisschen vorstellen wie den Tower im Flughafen, der dann sagt: „Heute Startbahn 1, Start und Landung.“ Oder der Flughafen macht nachts zu. Das heißt, diese ganzen Hormon-Kaskaden, was da abläuft, diese Neurotransmitter-Kaskaden, all das regelt im Prinzip Melatonin. Jetzt ist die große Frage: Ist Melatonin eigentlich ein Medikament oder ist es ein Nahrungsergänzungsmittel? Das werden wir gleich nochmal genau anschauen. Und erst schauen wir uns mal an, was man denn über das Melatonin eigentlich sagen darf. Und das sind die sogenannten Health Claims. Und einmal trägt Melatonin zur Jetlag-Verminderung bei. Und um Gottes Willen, ich könnte ohne Melatonin auf Reisen nicht mehr sein, wenn es Richtung USA auf den Kongress geht oder so. Und die Leute sind dann immer wieder erstaunt, dass ich gestern noch in den USA war und am nächsten Tag dann problemlos letzten Endes am Nachmittag meine Praxis mache oder sie treffen mich frisch ausgeruht auf der Straße. Also Jetlag gehört für mich zumindest der Vergangenheit an. Und die zweite Sache ist, dass Melatonin die Einschlafzeit verkürzt. Also das darf man offiziell über Melatonin sagen. Diese Wirkungen sind definitiv nachgewiesen, aber noch viel mehr, wenn man sich die Studienlage anschaut. Und dazu kommen wir dann gleich.
Und bevor wir die Frage klären können, wie viel Milligramm Melatonin wir denn nachts einnehmen sollen, hier nochmal die Unterschiede der Länder. Wie sehen die Länder das? Einmal haben wir die EU. Und in diesen EU-Ländern, in den meisten EU-Ländern, ist Melatonin nicht verschreibungspflichtig als Nahrungsergänzungsmittel, aber dann über einer bestimmten Grenze, nämlich zwei Milligramm, verschreibungspflichtig. Dort zählt es dann quasi als Medikament. In den USA wird es ganz anders gehandhabt. Da ist es gar nicht verschreibungspflichtig. Und in Deutschland ist es so, dass Melatonin im Prinzip als Arzneimittel verschreibungspflichtig ist zur Behandlung von Schlafstörungen ab der Dosierung zwei Milligramm in Form von Retardkapseln. Und in den USA, da haben wir ganz andere Regelungen. Ich weiß noch damals, wie ich in der Klinik angefangen habe. Mein Chef, der ist in den USA ausgebildet worden. Ja, wir sind mal mit acht Milligramm Melatonin zur Nacht reingegangen. Das war die Anfangsdosierung. Und die nächste Steigerung, wenn das nicht funktioniert hat, waren dann die 16 Milligramm, die 24 Milligramm und dann die 32 Milligramm. Also die USA handhaben das hier ganz, ganz anders von der Rechtsprechung her und auch vom Handling von Melatonin. Sie können es ja im Prinzip in jedem Supermarkt kaufen. Also die Länder sind hier ein bisschen anders, wie das geregelt ist. Und im Prinzip bei uns ist es dosisabhängig geregelt. Und wann ist Melatonin ein Nahrungsergänzungsmittel? Im Prinzip ist es ja frei verkäuflich in Online-Shops als Spray, als Tabletten hier und auch bei den Discountern. Und wir sagen, dass Melatonin zwischen 0,5 und 1,0 im Prinzip als Nahrungsergänzungsmittel verfügbar ist. Und meistens wird es dann so zwischen 0,5 Milligramm, 1 Milligramm, 1,5 Milligramm dosiert, teilweise bis zu 10 Milligramm pro Tag. Aber im Endeffekt kommt es jetzt darauf an, wie viel Milligramm sozusagen in der Kapsel drin steckt oder im Spray. Um die Frage zu klären, kriege ich es frei verkäuflich oder kriege ich es auf Rezept? Und dann ist natürlich auch noch die Form der Kapsel oder die Form der Darreichungsform interessant. Und das werden wir uns jetzt gleich anschauen.
Und kurz die Bitte: Wenn Ihnen die Videos gefallen, dann abonnieren Sie doch den Kanal. Die meisten Zuschauer haben das noch nicht getan. So kriegen Sie immer wieder die neuesten Videos vorgeschlagen, und Sie werden informiert, wenn es ein neues Video gibt. Also Kanal abonnieren und Glocke drücken. So, jetzt gibt es Melatonin in unterschiedlichen Darreichungsformen: Einmal als Melatonin-Spray, dann als Tabletten und auch als Kapseln. Es gibt auch schon Saft. Und dann haben wir noch eine besondere Kategorie, die sogenannten Retardtabletten. Was sind Retardtabletten? Dort macht man im Prinzip einen Überzug über die Kapsel, sodass also dieses Melatonin langsamer freigesetzt wird. Sie können es sich so ein bisschen ähnlich vorstellen wie mit dem Wasser oder auch mit dem Progesteron oder mit dem Testosteron. Wir sind also nicht in der Lage, Dinge, die es so auf dem Planeten gibt, zu patentieren. Das heißt, Sie können also Wasser nicht patentieren. Sie können auch Progesteron nicht patentieren, weil es eine natürlich vorkommende Formel ist. Und so können Sie auch Melatonin nicht patentieren. Was Sie allerdings machen können, ist, dass Sie da wieder einen Überzug machen oder sonst was, und dann können Sie das patentieren. Genauso wie mit Limo oder mit Cola. Das heißt, wenn wir Hormone, synthetische Hormone dann oder irgendwie mit Synthetik verbinden, dann ist es patentierbar. Und so hat man das mit Melatonin jetzt im Prinzip auch gemacht. Da macht man Studien und so weiter. Und das große Milliardengeschäft der Pharmakonzerne geht los. Ich möchte das nicht kritisieren. Ich wollte einfach nur zeigen, was ist da der Unterschied und wieso gibt es diese Forschungen mit den Retardtabletten? Und wir schauen uns jetzt gleich mal an, was die großen Unterschiede sind.
Hier habe ich Ihnen mal das Melatonin einkategorisiert: Einmal in die sogenannte Freisetzungsrate und die maximale Konzentration, dann die Zeit, bis diese Konzentration im Blut erreicht ist, und dann die Halbwertszeit, das heißt die Abbauzeit von Melatonin, und dann wie lange wirkt das Ganze? Und das schauen wir uns jetzt sozusagen mal für das retardierte Melatonin an versus das normale Melatonin. Also wenn wir diese Tabletten dann überziehen mit bestimmten Stoffen, das nennt man dann Polymerüberzug, Hydrocolloide, sogenannte Matrix-Tabletten, das ist dann einfach Pharmakologie oder Pharmaindustrie, die können das machen, dann wird dieses Melatonin langsamer freigesetzt. Das heißt, die Konzentration im Blut, die steigt sozusagen langsam an, weil Sie sich das so im Prinzip gut vorstellen können, dass die Tablette sich langsamer auflöst. Und dort hat es eine Studie gegeben, das retardierte Melatonin versus normale Melatonin. Und dann hat man da gesehen, dass die Freisetzungsrate und die maximale Konzentration im Prinzip viel, viel tiefer sind bei diesem verzögerten, retardierten Melatonin. Das heißt, ist ja irgendwo klar, wenn sich die Kapsel langsamer auflöst, dann ist die Konzentration erst mal im Blut natürlich nicht so schnell und nicht so hoch. Und das retardierte Melatonin, das erreicht dann im Prinzip seine maximale Konzentration im Blut viel, viel langsamer. Und dort spricht man in einer Studie von 1,3 Stunden versus 0,9 Stunden. Also im Prinzip hält es ein bisschen länger vor. Warum? Die Halbwertszeit für das retardierte Melatonin ist auch deutlich länger. Ist auch irgendwo klar, wenn die Kapsel sich langsamer auflöst, dann habe ich im Prinzip kontinuierlich Material, dann baut es sich halt einfach langsamer ab, weil ich diesen Prozess verzögere. Und dort hat man gesehen: „Aha, retardiertes Melatonin, die sogenannte Halbwertszeit 5 Stunden versus eine Stunde.“ Also schon eine richtige Ansage. Und der Vorteil ist, dieses retardierte Melatonin bietet dann eine längere und gleichmäßigere, aber weniger starke Wirkung. Das heißt, es ist nicht unbedingt für jedermann geeignet. Die Empfehlungen kriegen Sie gleich in der nächsten Folie.
Doch vorher wollen wir noch mal das Spray vergleichen mit den Tabletten, also nicht die Retardtabletten, sondern die normalen, die Sie so im Discounter oder auch in meinem Shop kriegen. Das heißt, wir haben einmal Melatonin-Spray, da wird das Melatonin über die Mundschleimhaut aufgenommen. Ganz klarer Fall. Wenn ich die Tablette schlucke, wird die Tablette über die Darmschleimhaut aufgenommen. Dann gibt es natürlich noch Profis, die auch die Tablette zerbeißen. Auch das kann man machen. Aber im Prinzip habe ich zwei Effekte. Einmal habe ich eine schnellere Wirkung durch das Melatonin-Spray, also eher ein Einschlafeffekt, weil das Melatonin dann schneller im Blut anflutet. Und dann habe ich über die Tabletten, weil es über die Darmschleimhaut geht, quasi einen Durchschlafeffekt. Und da ist es natürlich jetzt sehr, sehr interessant, welche Form von Schlafproblematik Sie haben. Wenn Sie ein Einschlafproblem haben, dann wäre eher das Melatonin-Spray geeignet, weil Sie natürlich dadurch schneller in den Schlaf kommen. Wenn Sie ein Durchschlafproblem haben, sagen wir mal, Sie wachen so, Sie schlafen ein und wachen dann so nach einer Stunde, zwei Stunden schon wieder auf, also die erste Nachthälfte. Hier wäre natürlich, um das zu überbrücken, die freiverkäuflichen Melatonin-Tabletten eher geeignet. Und wenn Sie aber ein generalisiertes Durchschlafproblem haben und sagen, Sie wachen in der Früh um fünf oder sechs, eine halbe Stunde, Stunde vorm Wecker wieder auf, hier wäre vielleicht dann die Retard-Tablette besser geeignet.
Wie mache ich das Ganze? Ich persönlich habe für mich herausgefunden, dass die Kombination aus Melatonin-Spray und normalen Melatonin-Tabletten für mich das Beste ist. Ich würde jetzt nie eine Retard-Tablette nehmen, weil es sich für mich nicht gut anfühlt. Ganz einfach muss man noch wissen, dass die Freisetzung im menschlichen Körper nachts zwischen 1 Uhr und 3 Uhr bei Melatonin am höchsten ist. Das heißt, wir müssen den Schlaf im Prinzip richtig anschieben, und dann sollte der Schlaf vorhalten. Und wir haben zwischen 1 Uhr und 3 Uhr nachts die höchste Freisetzung an Melatonin. Deswegen macht es für mich keinen Sinn, eine Tablette zu nehmen, die in der Früh um fünf noch wirkt. Warum? Wir werden gleich sehen, was es für Nebenwirkungen von Melatonin gibt. Weil da kommt so ab 3.30 Uhr schon wieder das Cortisol, oder ab 4 Uhr fängt dann der Wachwert-Prozess schon langsam wieder an. Deswegen ist es mir lieber, kurz und heftig und knackig die Melatonindosis einzunehmen. Wie mache ich das Ganze? Ich nehme also ungefähr 10, 15 Minuten vor dem Zähneputzen meine Melatonin-Tabletten ein. Bitte erschrecken Sie nicht, ich nehme ungefähr 5 bis 6 Milligramm ein an Melatonin-Tabletten. Je nachdem, ob ich merke, ich bin noch nicht so richtig müde oder heute bin ich schon müde, dann nehme ich weniger ein. Also ich nehme einmal die Tabletten ein. Dann nehme ich aber auch noch direkt zum Einschlafen Schlafspray mit dazu, nochmal zwischen 0,5 und 2 Milligramm Melatonin. Dann habe ich im Prinzip diesen Doppel-Effekt: Einmal einschlafen und einmal quasi durchschlafen. Warum mache ich das Ganze immer noch? Weil ich einfach mit Melatonin super, super tief schlafe. Das geht nicht jedem so. Wir werden es gleich noch mal sehen. Aber ich bin dann im Prinzip wie komplett ausgeschaltet. Und ich möchte auf diesen Effekt bei meiner massiven Stressbelastung im Job nicht mehr verzichten. Das heißt, ich nehme also seit Jahren diese Dosis, und es tut mir richtig gut. Ich habe angefangen mit einem Milligramm. Wir werden ja gleich sehen, wie Sie das Ganze dann in Ihrem Alltag implementieren können.
Jetzt haben viele Menschen natürlich Angst und sagen: „Das ist ein körpereigenes Hormon. Wenn ich das jetzt einnehme, dann geht die Produktion runter, und dann mache ich was kaputt im Körper und so weiter.“ Deswegen: Die Einnahme von Melatonin kann natürlich die Produktion im Körper beeinflussen. Das heißt, Sie produzieren dann weniger Melatonin, oder die Zirbeldrüse. Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite der Medaille ist das, was mir Professor Walter Pierpoli erzählt hat im Interview. Wie gesagt, der bekannteste und berühmteste Melatonin-Forscher der 80er, 90er, 2000er Jahre. Er hat gesagt: „Genau das wollen wir eigentlich. Wir wollen ja im Prinzip der Zirbeldrüse vorgaukeln, dass sie noch viel Melatonin produziert.“ Das hat diese Forschergruppe herausgefunden, dass im Prinzip unser Altersprozess auch mit dem Melatonin zusammenhängt. Das bedeutet also, wenn Ihre Zirbeldrüse älter wird, wenn Sie älter werden, dann lässt die Melatonin-Produktion nach. Und anstatt, dass sich die Zirbeldrüse mehr anstrengt und noch mehr macht, passiert genau das Gegenteil. Die Zirbeldrüse bemerkt es dann und stellt irgendwann die Produktion noch weiter ein. Also die Zirbeldrüse, das hat er mir so erzählt, misst sich quasi kontinuierlich selbst. Und irgendwann, wenn sie merkt: „Ich produziere weniger“, dann stellt sie die Produktion ganz ein. Und das ist dann der Moment, wo das Altern so richtig losgeht. Warum? Weil natürlich die sogenannten Steuerhormone, das sind also diese Hormone, die Sie benötigen, damit Sie Progesteron, Testosteron, Schilddrüsenhormone und so weiter produzieren können. Diese Steuerhormone, die wie der Einpeitscher sind auf der römischen Galerie, die geben den Takt vor für die Hormondrüsen tagsüber. Wenn ich die nicht mehr habe, wenn der Chef in der Firma fehlt, dann geht die Arbeitsleistung zurück. Und so geht auch die Arbeitsleistung der äußeren Hormondrüsen zurück. Und das ist im Prinzip dann mit dem Altern assoziiert. Wir wissen: Menschen, die bis ins hohe Lebensalter vital sind, die haben einfach Bomben-Hormonwerte. Aber zurück hier nochmal zu dieser Abbildung. Das heißt, die körpereigene Produktion, die lässt nach. Aber, und das ist der Witz dran am Melatonin, und da unterscheidet sich Melatonin zu diesen ganzen anderen Hormonen wie Östrogen, Testosteron und so weiter: Die körpereigene Produktion springt im Prinzip am nächsten Tag wieder an. Also wenn Sie es absetzen, springt die körpereigene Produktion am nächsten Tag wieder an. Allerdings, und das muss man wissen, auf dem schlechten Niveau, wie sie vorher war, was halt ihre Zirbeldrüse leisten kann. Die verbessert sich dann noch ein bisschen. Das heißt nicht, dass Tag eins sozusagen der beste Tag ist, sondern es braucht ein paar Tage, bis sie dann die volle Leistungsfähigkeit wieder zeigt, die Zirbeldrüse, wenn man dann noch von Leistungsfähigkeit sprechen darf. Aber so ist es im Prinzip. Diese Unterscheidung zwischen den Sexualhormonen wie jetzt Testosteron oder Progesteron zu den anderen Sexualhormondrüsen.
Es ist wichtig: Bei manchen Menschen kann Melatonin einfach nicht funktionieren. Ja, das ist auch meine Praxisbeobachtung. Es funktioniert einfach nicht. Ich bin noch nicht dahinter gekommen, bei welchen Menschen. Ich habe einen Verdacht, dass es so ist. Das werde ich aber weiter beobachten. Den möchte ich noch nicht äußern, dass es eine bestimmte Menschengruppe gibt, wo es nicht funktioniert, wenn noch zwei, drei andere Sachen dazukommen. Aber viele Menschen sagen dann: „Ich bin ein Schläfrig.“ Okay, logisch, das wollen wir ja erreichen. Viele Menschen reagieren dann am nächsten Tag mit Kopfschmerz, mit Schwindel, manchmal Übelkeit. Aber das ist auch schon das einzige so richtig, was die Menschen sagen, wenn sie sagen: „Ich vertrage Melatonin nicht.“ Was man auch noch haben könnte, wäre verstärktes Träumen. Das berichten auch einige. Das gibt sich dann, aber es ist meistens nur in der Anfangszeit so. Und dann bei vielen Menschen haut es dann mit dem Jetlag auch nicht hin. Also erwarten Sie bitte nicht, wenn Sie jetzt nach USA fliegen, wieder zurückkommen und Sie nehmen Melatonin das erste Mal in Ihrem Leben, dass das Ganze dann richtig gut funktioniert. Das sollte man vorher schon einfach ein bisschen ausprobieren.
Wie machen wir es denn bei der Schichtarbeit? Ganz, ganz wichtige Frage. Einmal können wir natürlich Melatonin einsetzen, um unseren Schlafrhythmus zu regulieren. Das heißt, wenn Sie rauskommen aus der Schicht und da Probleme haben, weil Sie Polizist sind, Feuerwehrmann mit Eindrücken und so weiter, mit Lärm, Krankenschwestern, Altenpflege, was auch immer. Wenn Sie dort rauskommen aus der Schicht und Sie finden nicht in den Schlaf, dann können Sie natürlich dort Melatonin einsetzen, damit Sie gleich sofort nach der Schicht schlafen können. Eine andere Sache, die ich aus erster Hand weiß von Professor Pierpoli, er empfiehlt seinen Patienten, die Schichtarbeiten nachts, und zwar zwischen 22 und 23 Uhr, wenn sie keine Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit oder Müdigkeit haben, ungefähr eine Dosis von 0,5 bis 1 Milligramm Melatonin zu nehmen in der Nachtschicht, obwohl sie nachts wach sind. Bitte die Aufforderung. Es geht nur, wenn Sie nicht schläfrig, benommen werden, wenn Sie keine Beeinträchtigungen durch Melatonin haben. Aber was passiert im Körper? Im Körper ist dann so ein kleiner, eine kleine Information, ein kleiner Pieks: „Hoppla, jetzt schlafe ich eigentlich.“ Also der Körper bleibt in seinem Biorhythmus. Wenn Sie jetzt mal einfach nur eine Nachtschicht oder zwei Nachtschichten haben pro Woche, er bleibt eigentlich in seinem Biorhythmus drinnen. Und das war sein Tipp. Ich habe das schon bei vielen Fachpersonal so umgesetzt. Die Leute finden das gut. Aber wie gesagt, es funktioniert eben nicht für jeden. Deswegen dick, fett, rot hier der Disclaimer. Aber die Menschen mit den Nachtschichten wissen: Wir sind ganz besonders betroffen von verstärkten Erkrankungen und so weiter. Also bitte: Der Nachtschlaf ist extrem wichtig. Informieren Sie sich über Melatonin, treffen Sie hier eine kluge Entscheidung. Ich weiß damals, als ich aus diese extreme Belastung hatte. Ich hatte eine Woche früh, eine Woche spät, eine Woche Nacht, eine Woche frei. Das ist der absolute Horror. Als ich dann wieder in den normalen Tag-Nacht-Rhythmus übergegangen bin, bei mir hat es ohne Melatonin damals ein Jahr gedauert, bis der Körper wieder gecheckt hat: „Jetzt ist Tag und jetzt ist Nacht.“
Entsteht eigentlich eine Abhängigkeit von Melatonin? Keine Sorge. Es kann natürlich sein bei der Langzeiteinnahme, dass Sie die Dosis etwas nach oben fahren müssen oder nach unten fahren müssen. Und es kann natürlich sein, wie schon erwähnt, dass der Körper selbst die Melatoninproduktion reduziert. Aber sie kommt wieder zurück. Was empfinden viele Menschen beim Absetzen? Eventuell vorübergehend Schlafprobleme einige Tage oder auch bei manchen Frauen eventuell das vorübergehende Ausbleiben der Regelblutung, aber mehr sollte beim Absetzen auch nicht passieren. Und deswegen wird Melatonin im Allgemeinen als sicher und gut verträglich angesehen. Also keine Sorge.
Erst mal sprechen wir jetzt über die Dosierung. Wie viel Milligramm Melatonin soll ich nehmen? Dort ist jeder unterschiedlich. Wir haben also diese niedrigen Dosen zwischen 0,5 Milligramm und 1 Milligramm. Hängt dann natürlich auch davon ab, wie viel Sie wiegen. Und diese Milligramm-Anzahl, die erhöht den Melatonin-Spiegel im Prinzip auf ein normales nächtliches Niveau. Es kann sein, dass Ihnen 0,5 Milligramm oder 1 Milligramm schon so eine unglaubliche Verbesserung des Schlafes machen, dass Sie sagen: „Ich will gar nichts anderes mehr nehmen, und ich muss es auch nicht steigern.“ Ich habe es dann versuchsweise gesteigert auf 2 Milligramm. Und ich habe mir gedacht: „Oh mein Gott, es ist ja noch tiefer.“ Und dann immer, immer noch höher: 3 Milligramm. „Oh mein Gott, es ist noch tiefer mein Schlaf.“ Und jetzt bin ich halt ungefähr, je nach Tag, zwischen 5 bis 8 Milligramm Melatonin, und über 3 Milligramm sind dann die mittleren Dosen. Das braucht man dann schon bei den älteren Erwachsenen. Das heißt, bei älteren Erwachsenen kann es hier zur Schlafverbesserung mit höheren Dosierungen kommen. Allerdings müssen Sie halt immer schauen: Werde ich dann tagsüber müde? Und dann haben wir die 5 Milligramm, die halt wirksam ist, wenn Sie Schlafdauer, Schlafeffizienz und so weiter steigern wollen. Im Prinzip gibt es noch keine klare Empfehlung, wo wir sagen: „Das ist die absolute Dosierung.“ Das wird auch noch geforscht und immer wieder vorgeschlagen. Also insofern ist es im Prinzip total individuell und immer mit Ihren Zielen auch verbunden, mit Ihrem Körpergewicht und wie alt Sie sind, ob Sie Schichtarbeiten oder nicht. Deswegen einfach ein bisschen experimentieren.
Schauen wir uns nochmal Nebenwirkungen an in höheren Dosierungen: Tagesmüdigkeit habe ich schon erwähnt, Kopfschmerzen, Schwindel, auch Kraftlosigkeit. Es gibt einfach Menschen, die vertragen es nicht. Punkt. Aus. Das müssen wir so akzeptieren. Egal in welcher Darreichungsform, ob als Spray, Kapsel, retardiert, was auch immer. Gangunsicherheit kann kommen, verstärktes Träumen. Warum auch? Klar, es induziert den Schlaf. Aber wenn ich dann so eine Art Hangover habe, kann sich das Ganze dann halt reinschleppen in den nächsten Tag. Hier sollte man einfach Rücksprache halten mit dem Arzt, ebenso bei Kindern und Jugendlichen.
Super, super interessant. Wir haben bei Kindern, bei bestimmten Autismusstörungen, auch bei Smith-Magnus-Syndrom. Wir sehen es auch bei ADHS. Ich habe auch eine Patientin gehabt, die hat ihrem Sohn mit Trisomie 21 gegeben. Sie hat einfach gesagt: „Dadurch schläft mein Sohn einfach gut“, gerade auch so Kinder, die nicht in den Schlaf finden können. Meine Tochter, die damals schon Schlafprobleme hatte, die nimmt sich das Melatoninspray automatisch und sagt: „Heute brauche ich es, Papa, heute bin ich überzogen.“ Sie hält dann natürlich immer Rücksprache mit dem Arzt, genauso wie Sie es machen sollten. Und vor allem ganz interessant auch Kinder, die Schlafstörungen entwickeln nach Gehirnerschütterungen. Auch hier wird Melatonin empfohlen, beziehungsweise eignet sich auch Melatonin bei Kindern, Jugendlichen zur Behandlung oder zur Anwendung bei Jetlag. Also hier Kinder, Jugendliche immer bitte Rücksprache mit dem Arzt. Entgegen von Vermutungen ist es rausgekommen in Studien, dass Babys einen niedrigeren Melatonin-Spiegel haben. Man hat ja immer gedacht, die Babys, die schlafen so viel, und darum ist der Melatonin-Spiegel so hoch. Nein, er ist etwas niedriger. Deswegen Frauen mit Kinderwunsch, Schwangere, Stillende sollten hier vom Melatonin etwas Abstand halten. Es gibt dann natürlich auch Mütter, die absolut nicht schlafen können. Hier kann man dann je nach Stillzeit und so weiter natürlich nach Rücksprache mit dem Arzt individuelle Entscheidungen treffen.
Dann haben wir noch Menschen mit Leber- und Niereneinschränkungen. Die könnten das Melatonin dann verzögert abbauen. Auch bei Autoimmunerkrankungen ist man sich noch nicht so hundertprozentig sicher, gerade bei Morbus Crohn, ob es da einen Zusammenhang gibt. Deswegen auch hier Rücksprache: Arzt, auch bei Personen mit Epilepsie. Ich habe Epileptiker, die sagen: „Mir tut Melatonin unfassbar gut. Ich habe ein ganz anderes Leben.“ Aber es gibt auch kritische Stimmen, die sagen: „Ja, es könnte sein, dass da etwas mit der Anfallshäufigkeit und so weiter passiert.“ Und dann, klar, gibt es Menschen, wie ich schon oft jetzt erwähnt habe, die es einfach schlecht oder verzögert abbauen. Dann wirkt es halt länger hinterher. Und Menschen mit Typ-2-Diabetes sollten auch Rücksprache halten mit ihrem Arzt. Und dann ist es irgendwo logisch, wenn ich schon Schlaf- oder Beruhigungsmittel einnehme, wie Benzodiazepine, Zopiklon, solche Schlafmittel, dass das sich natürlich verstärken kann, der Effekt. Ebenso bei psychischen Erkrankungen, bei bestimmten Antidepressiva oder wenn ich psychisch erkrankt bin und Tryptophan noch zusätzlich einnehme, dann kann es einen Effekt geben. Auch bei bestimmten Medikamenten für Hauterkrankungen oder auch bei allergischen Medikamenten, Histaminblocker oder so irgendetwas, die von Haus aus ja schon sehr, sehr müde machen, ebenso bei bestimmten Herz-Kreislauf-Medikamenten, Blutdruckmitteln und so weiter. Da muss man halt vorsichtig sein. Genauso: Melatonin und Alkohol, da gibt es natürlich eine Wirkverstärkung, genauso wie mit Drogen.
Muss ich mir Sorgen machen, dass es irgendwie meine anderen Nahrungsergänzungsmittel beeinträchtigt, wenn ich Melatonin einnehme? Natürlich nicht. Keine Sorge. Ich habe alles durchforstet, nichts gefunden. Es gibt sogar Hinweise, dass es eine Verbesserung der Wirkung gibt für den Schlaf, und das schauen wir uns auf der nächsten Folie an. Da gibt es die allseits bekannten Pflanzenextrakte wie Baldrian, Melisse, Hopfen und so weiter, die den Schlaf unterstützen können. Magnesium, da habe ich Ihnen neulich ein schönes Video dazu gemacht. Auch Zink, auch Vitamine, B12 und so, das sind wichtige Kofaktoren für die Melatoninproduktion. Ein Mangel kann auch hier zu Schlafstörungen führen. Und dann haben wir noch das Tryptophan in seiner Form 5-HTP. Das ist eine Vorstufe von Serotonin und von Melatonin. Auch darüber kann man mal versuchen, ob das funktioniert und ob man tiefer schläft. Sie wissen es vielleicht, dass es dort auch Kapseln gibt, wo das Ganze kombiniert ist. Und dann haben wir noch das Vitamin B6, das an der Beteiligung vom Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt ist.
Wann Sie jetzt Melatonin einnehmen sollten, zu welcher Uhrzeit, müssen Sie für sich selber ein bisschen rausfinden. Ich persönlich mache so 10, 12 Minuten vor dem eigentlichen Schlafengehen, dass ich die Tabletten nehme und dann noch nach dem Zähneputzen das Spray. Dann dauert es ungefähr 5 bis 10 Minuten, bis dieser Effekt dann so reinkickt. Man merkt, die Muskulatur wird schlapp und so, man wird müde. Das ist das, was die meisten Menschen bemerken. Dann gibt es aber andere Stimmen, die sagen, man soll es 30 Minuten oder 60 Minuten vor dem Schlafen einnehmen. Ich denke, jeder muss das selber für sich so ein bisschen rausfinden, da gibt es keine goldene Formel.
Ich danke Ihnen, dass Sie so lange im Video geblieben sind. Ich hoffe, es war interessant. Weitere Fragen zu Melatonin einfach mal in die Kommentare rein. Danke an die Kanalmitglieder, die diese Videos ermöglichen. Und wir sehen uns wieder beim nächsten Video. Bis dann und danke fürs Zuschauen.