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Die Wahrheit über Powerstations (was dir keiner sagt)

Basti HW5:43

Transcription

Dies ist kein Werbevideo für eine Powerstation. Im Gegenteil, hier geht es um fünf Dinge bei Powerstations, die in den meisten Produktvorstellungen und Werbevideos auf YouTube nicht erwähnt werden. Dinge, die man meiner Meinung nach jedoch wissen sollte und über die man sich im Klaren sein sollte, bevor man eine Powerstation kauft.

Dabei soll es hier ausdrücklich nicht darum gehen, eine bestimmte Marke oder Powerstation schlecht zu machen, denn die folgenden Punkte gelten für alle Powerstations und sind unabhängig von einem bestimmten Hersteller.

Erster Punkt: Die angegebene Kapazität vom Akku bei Powerstations ist nicht die tatsächlich nutzbare Kapazität. Hier sind beispielsweise 537 Wattstunden angegeben, die können aber leider gar nicht komplett genutzt werden. Die tatsächlich nutzbare Kapazität ist geringer, denn die Hersteller beschränken die Maximalentladung aus gutem Grund. Akkus mögen es nicht, wenn sie tief entladen werden und können dabei Schaden nehmen. Aus diesem Grund verbleibt immer eine Sicherheitsreserve im Akku, üblicherweise liegt dieser Wert bei etwa 10%.

Dieser Prozentsatz verbleibt im Akku, ohne dass man es auf den ersten Blick mitbekommt. Auch wenn die Akkuanzeige 0% anzeigt und die Powerstation ausgeht, ist die Sicherheitsreserve noch im Akku vorhanden. Sie wird meistens einfach aus der Akkuanzeige rausgerechnet. Von den 537 Wattstunden stehen also bei einer angenommenen Reserve von 10% nur 483 Wattstunden zur Verfügung. Die tatsächlich nutzbare Kapazität findet man leider nur selten in den technischen Datenblättern der Hersteller.

Die wirkliche Anzahl an Wattstunden, die wir aus dem Akku der Power Station bekommen, ist aber nochmals geringer. Hier kommen wir zum zweiten Punkt, dem eingebauten Wechselrichter. Die elektrische Energie wird als Gleichstrom in den Akkuzellen der Powerstation gespeichert. Wenn wir nun einen Verbraucher an die 230 Volt Steckdose anschließen, dann sorgt der interne Wechselrichter für eine Umwandlung von Gleichstrom zum benötigten Wechselstrom. Das ist allerdings nicht verlustfrei möglich.

Wie viel Verlust hier entsteht, hängt vom Wirkungsgrad des Wechselrichters ab, und hier unterscheiden sich die Powerstations teilweise doch erheblich. Wenn wir von einem guten Wirkungsgrad in Höhe von 90% ausgehen, lassen sich immerhin noch mal 10% von den 537 Wattstunden abziehen als Verlustleistung. Zusammen mit den 10% zum Schutz vor Tiefentladung des Akkus würden dann von den 537 Wattstunden nur noch 404,3 zur Verfügung stehen.

Das ist aber leider noch nicht alles. Der Gesamtwirkungsgrad von Powerstations ist nochmals schlechter, denn auch beim Laden treten Verluste auf. Wenn wir die Powerstation über den Solareingang aufladen, fallen die Verluste wahrscheinlich nicht so sehr ins Gewicht. Anders aber, wenn wir die Powerstation über die normale Steckdose laden, also über den AC-Eingang. Hier wird der Gesamtwerkungsgrad und wie viel Verlust entsteht besonders schnell deutlich, wenn wir mit einem einfachen Energiemessgerät selbst nachmessen.

Ich habe das einmal exemplarisch gemacht. Dazu wird die Powerstation zunächst komplett entladen, soweit es geht. Dann wird das Energiemessgerät in die Steckdose gesteckt, die Powerstation daran angeschlossen und der Akku über den AC-Eingang vollständig geladen. In meinem Fall waren dafür 2342 Wattstunden Energie nötig. Im Anschluss habe ich gemessen, wie viel Energie ich wieder aus dem Akku herausbekomme. Dazu habe ich das Energiemessgerät zurückgesetzt und in eine der 230 Volt Steckdosen der Powerstation gesteckt. Dann habe ich einen Verbraucher in das Energiemessgerät gesteckt und den Akku damit komplett entleert. In meinem Fall konnte ich 1363 Wattstunden Energie aus dem Akku nutzen, bis die Powerstation sich abgeschaltet hat. Ich musste also 2342 Wattstunden Energie aufwenden, um am Ende 1363 Wattstunden mit der Powerstation nutzen zu können. Das heißt, 42% der aufgewendeten Energie sind in meinem Fall Verluste und nicht nutzbar gewesen.

Das ist hier zugegeben schon ein extremes Beispiel gewesen. Im Normalfall ist diese Powerstation nicht so ineffizient. Ich hatte hier nur einen kleinen Verbraucher angeschlossen mit geringer Leistung, sodass der Entladevorgang gute 19 Stunden gedauert hat. Das sorgt für einen schlechten Wirkungsgrad. Ladeverluste sind physikalisch begründet und lassen sich bei keiner Powerstation vermeiden.

Trotz Nachteilen haben Powerstations natürlich auch eine Daseinsberechtigung. Vielfach ist der Hype um Powerstations aber sicherlich auch durch gutes Marketing der Hersteller zu erklären. Fast sämtliche Hersteller sind im Social-Media-Umfeld äußerst aktiv, wodurch auch die hohe Anzahl an Werbevideos über Powerstations auf YouTube zu erklären ist.

Wer plant, eine Powerstation zu kaufen, sollte sich auch über die Lebensdauer im Klaren sein. Der Akku hält nicht ewig. Nach einer bestimmten Anzahl an Ladezyklen nimmt die Kapazität ab. Je nach Akkutyp und Nutzung können bereits nach 500 Ladezyklen nur noch 80% der ursprünglichen Kapazität zur Verfügung stehen. Ein Ladezyklus entspricht dabei einem kompletten Entladevorgang von 100 auf 0%.

Powerstations mit Lithium-Eisenphosphat-Akkus sind hier im Vorteil. Hersteller nennen hier 2000 bis 3500 Ladezyklen, bis nur noch 80% der ursprünglichen Akkukapazität zur Verfügung stehen. Bei Lithium-Ionen-Akkus liegt der Wert lediglich bei 500 bis 1000 Ladezyklen.

Ich hoffe, dieses Video war nützlich. Wenn ja, freue ich mich sehr über einen Daumen nach oben. Das motiviert mich auch weiterhin möglichst viele Videos für euch zu erstellen. Vielen Dank und bis zum nächsten Video.