Transcription
Konflikt ist in der deutschen Kultur immer was Gefährliches. Alles ist total schlimm. Egal was man sagt, ich muss mich darüber beschweren. Da halte ich mich raus. Also, das ist Ansichtssache. Das war ein Missverständnis. Ich meinte das gar nicht so.
Eine Sache, an die ich mich sehr genau erinnere, obwohl ich da sehr jung noch war, man hat mich ans Bett gefesselt, weil ich so ja, renent war. Jeweils einen Strick an jeder Hand und an den Füßen und um den Hals. Das ist ja ein unglaubliches Gefühl des Ausgeliefertseins.
Schon in meiner Jugend hat mich Seras für Munchu wirklich fasziniert. Auf den ersten Blick ultra profan, super provokativ, aber auf den zweiten Blick doch sehr sehr subtil und clever. Set ist seit Jahrzehnten erfolgreiche Komedien und seine Programme sind immer wieder gekennzeichnet durch diesen Zorn, durch diese Wut, indem er Missstände anprangert, aber die auch sehr, sehr explizit benennt. Ich wollte verstehen, wer ist Serda hinter dieser harten Hülle wirklich? Und ich hatte zugegebenermaßen auch etwas Angst und Respekt dafür, dass er mich hier etwas roasten würde, was möglicherweise auch passiert ist.
Ich habe gestern von dir ein Interview gesehen und das hieß das letzte Interview mit Tierstaben. M genau da hast du auch gesagt, ich werde mich aus der Öffentlichkeit zurückziehen und das fand ich total traurig, weil ich dachte, ach scheiße, ich habe es nicht geschafft, den Zerder hier vor die Kamera zu bekommen und jetzt sitzt du trotzdem hier. Das finde ich sehr gut. Ich wusste aber, dass du mich das fragst. Ich bin vorbereitet auf diese Frage. Äh ist ist das so? Was aber was ist denn passiert in der Zwischenzeit? Na, frag mich lieber, was vorher passiert ist, damit ich sagen musste, das ist das letzte Interview. Okay. Was ist denn vorher passiert? Ich habe schon Hinweis gegeben. Musste, war der Hinweis. Hast du mitbekommen, ne? Ja, habe ich mitbekommen. Das klingt so, als wäre das irgendwas mit Sender. Senderechte. Ja, geht in die Richtung. Geht in die Richtung. Nee, Senderechte nicht, aber also erstmal vorweg, ich finde deine Sendung super. Ich finde das, was du machst, cool. Bin total gespannt und auch ein bisschen aufgeregt, wie gesagt, weil ich habe das ja jetzt immer nur als Fan gesehen. Jetzt sitze ich selber drin. Ich dachte heute morgen, was für ein geiles Privileg des Prominentseins, dass man in so eine Sendung reingehen kann. Es ist ja, mir geht es ganz genauso. So, ich mache ja sozusagen nur das, was das kleine innere Kind in mir den ganzen Tag will, nämlich Leute einladen, die ich spannend finde. Und jetzt sitzt du bei mir am Tisch und ich habe dich ganz schon, als ich keine Ahnung vor 20 Jahren schon im Fernsehen gesehen. Wow. Ähm und ja, ich bin ja ich bin auch 41 sagen, aber du bist genau, also du wir sind beide erwachsen, würde ich mal sagen. Und von daher für mich mega krass. Aber was ist denn passiert, dass du das sagen musstest? Cool genug Eier gelegt jetzt.
Ähm, also erstmal äh du hast eben als wir noch nicht on camera waren, gesagt, du kennst Nils Ruf nicht. Ja, da hast du bei mir sofort verloren. Das tut. Also der ganze Respekt, der da war, ist so bam in Keller gegangen, weil wenn es jemanden gibt, den du hier haben musst, ist es Nils Ruf, denn das ist canceled man in ganz Germany. Du hast mir den gerade kurz gepitcht. Ich habe es direkt aufgeschrieben. Ich würde sagen, so in zwei dre Stündchen rufe ich den mal an. Vielleicht hast du auch die Telefon von Ich kontaktiere euch und du wirst es lieben. Er wird es lieben und du gibst ihm damit, das ist mein Anliegen gerade auch noch mal eine Chance. ähm gesehen zu werden. Ja, geil. Kriegen wir auf jeden Fall hin. Das das kriegen auf jeden Fall, weil du bist ja der du bist ja der Nazi Gastgeber. Ich bin der Nazastgeber. Das hast du jetzt gesagt. Deswegen bist du auch hier, ne? Nicht. Alle anderen haben das gesagt. Deswegen bin ich ja hier, weil ich glaube, hier, weil ich hatte noch keinen hier, der aus meinen Kampf gelesen hat. Und jetzt ich dachte, das ist einfach die logische Schluss Schlussfolgerung. Das ist hier der Peak, ne? Ich habe quasi den reinkarnierten Hitler vor mir.
Okay, jetzt zu deiner Frage, die ich zweimal geschickt umgangen habe. Ähm, kompliziert, kompliziert. Ich war da in so ein paar Abhängigkeiten drin, die ich zum Teil wollte, die ich mochte, aber die mich immer mehr eingeschnürt haben. Und eine Abhängigkeit war der Sender, für den ich gearbeitet habe, der RBB. Und ich hatte da eine Sendung, die blaue Stunde, die ich wahnsinnig geliebt habe und ähm die aber mich immer mehr an den Rand der Entscheidung getrieben hat, ist das noch meine Sendung, weil ich am Ende mich gesehen und gehört habe und dachte, boah, ich gehe da so viele Kompromisse ein. Das war am Anfang gar nicht meine Absicht, sondern ich wollte immer straight bleiben und das sagen, was ich denke. Und aufgrund der ganzen äh Ereignisse zwischendurch, unter anderem eben auch aufgrund von Corona, wurde diese Möglichkeit, mich da zu entfalten, wie ich mir das immer gewünscht habe, immer schwieriger und die Korridore in denen ich bewegte mich bewegt habe, immer enger und irgendwann habe ich gesagt, ich muss da raus, bevor die mich rausschmeißen, was viele Leute gefreut hätte, denn da waren auch im Umfeld wahnsinnig viele Leute, die das sehr argwöhnisch beobachtet haben, die darauf gewartet haben, dass ich mir ein Fehltritt leiste und ich wollte denen einfach nicht diese Genugtuung geben und habe gesagt: "Okay, bevor das passiert, nehme ich meinen Hut." Und ähm für mich war das eine Cesur. Ich habe wirklich innerlich gedacht, okay, das war's. Ich gebe freiwillig ein großes Privileg ab, jeden Sonntag von 16r bis 18 Uhr zur Primetime eigentlich eine zweistündige Sendung zu haben. Das war für mich echt ein eine Amputation. Und was soll ich danach jetzt noch machen? Soll ich irgendwie durch die Shows tingeln? Soll ich irgendwie das XTE Interview geben und mich wiederholen? Auch heute habe ich gedacht, was soll ich dir Neues erzählen? Man kann das alles schon sehen. Und dann habe ich gesagt, okay, ich mache jetzt noch eine Tour. Der Grund war äh dafür, dass ich äh der Grund dafür war, dass ich während Corona meine Tour verschieben musste und zwar um 3 Jahre. Okay. Wow. Das heißt, ich hatte die Entscheidung eigentlich vor dre Jahren schon getroffen. Das wird meine letzte Tour, weil es auch die größte Tour war. Es war so eine, man nennt das Arena Tour. äh 5000, 6000, 7000 Zuschauer und ich dachte, ey, das ist genau richtig jetzt 3 Jahre nach Corona nach Ende dieser Radiosendung zu sagen, okay, das war's. Das war der erste Teil der Antwort. Der zweite Teil der Antwort war, danach ist so viel passiert und währenddessen Ukrainekrieg, Gaza Konflikt etc., dass ständig Leute gesagt haben: "Boah, ey, das wäre so cool, wenn du noch da wärst, du fehlst." Und ich habe so gedacht, ähm ja, boah, es wär jetzt super kokett zu sagen, nee, ich komme nicht mehr wieder. Ich habe das beschlossen. Es wäre aber auch viel ehrlicher zu sagen, ich bereue das ein bisschen und ich suche mir aber jetzt trotzdem die Sachen aus, die ich mache. Bestimmte Dinge mache ich einfach nicht mehr und das, was ich mache, mache ich umso bewusster und ich finde es umso wichtiger, das dann zu machen.
Wie ist das dann damals mit dem Sender auseinandergegangen? Gut. Okay, die die haben sich gefreut, weil sie mich los waren. Nicht alle, weil da gibt's schon ein paar coole Leute. Ich habe mir heute auch vorgenommen, keine Namen zu droppen. Das ist so Oliver Pocher Style. Und ich hab es auch gerade im Kopf gehabt. Ich wollte es aber nicht sagen, weil das wäre wieder ein Name Dropping gewesen. Ja, nee, nee, will ich nicht. Es gibt Radio 1 oder RBB ist so wie viele Sender zwei so zwei geteilt. Es gibt halt oder eigentlich nicht mehr zwei geteilt, eigentlich zwei Drittel gegen ein Drittel. Zwei Drittel sind mega Voke. Jetzt muss ich doch einen Namen droppen. Das ist so die Bosetti Fraktion. Also die alles ist total schlimm. Egal was man sagt. Ich muss mich darüber beschweren. Blubber Quark. Und die haten mich. Für die bin ich der Antichrist. Und die andere Fraktion ist die, die sagt, das sind aber meistens Ossis, die sagen: "Boah, cool, ey, geil, dass wir Seren aber am Ende nicht mehr genug." Und ich bin dann echt oft auch den Hunden zum Fraß vorgeworfen worden und habe gedacht, nee, wenn die Loyalität nicht da ist von diesen zwei Dritteln, die ein Drittel war immer loyal, dann habe ich auch keinen Bock da drauf.
Ja, du hast ähm vor 8 Jahren mal so ein Interview gegeben bei der Körperstiftung auf einer Bühne und da hast du schon gesagt, ich bin meine ganze Karriere zensiert worden und jetzt ist mein Eindruck eher, dass dieses Zensurthema und das Vogoke Thema was sehr sehr neues ist, aber mir scheint, nachdem ich was von dir damals gehört habe, m dass es vielleicht einfach nicht neu ist, sondern einfach schon immer da war, ich es noch nicht gesehen habe. Wie ist es aus deiner Sicht wirklich? Ist gar so, als dich jetzt zu sehen und zu denken, Moment, ich bin doch jetzt im Internet, wo bin ich hier? Kann dir kann nicht zuhören. Ist se du bist in meinem Fernsehen, ne? Also, dass ich jetzt das Du bist auch surreal für mich. Mein ganz Leben ist surreal für mich tatsächlich. Ähm, ich habe die Frage nur bedingt gehört, als ich noch mit den anderen Gedanken war, aber ich glaube, ich kann sie rekapitulieren. Äh, das Cancel Thema ist nicht neu, sondern war immer da. Richtig, das hast du gefragt. Das wäre die die These, also das ist die implizite These von dem, was du gesagt hast, was mich überrascht hat, weil normalerweise, was man so hört, ist der Meinungskorridor David Enger, das ist ungefähr seit 5 6 7 10 Jahren der Fall, aber vorher war das nicht der Fall. Und dann hast du vor 8 Jahren gesagt, deine ganze Karriere wurde zu zensiert. Und das fand ich jetzt hart. Also, es war immer da, es war in einer anderen Qualität da und diejenigen, die zensiert haben, sind immer mehr und immer mutiger geworden. Und ähm das ist tatsächlich ein roter Faden, der sich durch meine Arbeit zieht und der am Ende dafür gesorgt hat, dass ich gesagt habe, das ist ein Kampf gegen Windmühlen, den kann ich nicht gewinnen. Ich kann das auch näher erklären. Das war jetzt sehr schnell und oberflächlich vielleicht. Also am Anfang, wo bin ich der Zensur zum ersten Mal begegnet, frage ich mich gerade eigentlich das erste Mal, als ich im Fernsehen war, also in irgendwelchen öffentlichen Sichtbarkeiten. Und da war es noch harmlos am Anfang, weil ich hatte so ein bisschen die Migrantenkarte. Man dachte, ich wäre so der Migrant, äh, den man vorzeigen kann. Und erst als ich angefangen habe, diese Leute zu enttäuschen und selbstbewusst zu sein und ich war es eigentlich von Anfang an, haben die gesagt: "Oh, Vorsicht, der macht uns einen Strich durch die Rechnung, den müssen wir in irgendeiner Form domestizieren und wenn wir das nicht machen, dann müssen wir den vermeiden, weil der sagt Dinge, die extrem unangenehm sind und die wir mit uns und unserem Image, dass wir nach außen transportieren wollen, nicht verbinden können." Und meine erste Erfahrung, weil ich ja aus NRW komme, war der WDR. Also, ich wollte keinen Namen nennen, aber den kann ich nennen und das ist auch wichtig, dass ich sage äh, weil ich mit dem WDR ja dann rechtliche Auseinandersetzung auch hatte, die ähm darin mündete, dass die Redakteurin, die für viele Sendungen zuständig war, in denen ich aufgetreten bin, eigentlich immer dreister wurde und so eine so eine ähm Patriarchin eigentlich war in diesem ganzen Spektrum, in dem ich mich bewegt habe und alle vor der gekuscht haben, also wirklich Alle haben immer Angst gehabt, okay, wenn die wenn die sagt, nee und dann ist die Sendung weg und ich muss aufpassen. Und ich habe echt auch, das erzähle ich auch in dem Interview, krasse Sachen erlebt, an denen ich nicht beteiligt war und wo ich immer dachte, ey, ich muss mich solidarisieren, das ist ein Künstlerkollege. Und alle haben aber geschwiegen und die Gefahr wurde immer größer, dass ich am Ende wie in so einem Gefecht, wo du eine Front vor dir siehst, alleine nach vorne presche und denke, hinter mir wäre so eine Wand von Leuten, die mich schützen und drehe mich um und da ist keiner. Und ich denke so äh äh und ähm daste dann irgendwann, weil ich das öffentlich gemacht habe, weil ich gesagt habe, ey, jeder Standup, den ich da spiele, ist nur noch ein Toro. Und am Ende bin ich das, was die von mir wollten, nämlich so ein Migrantenkabarettist. Ich habe aber noch viele andere Dinge gesagt. Hitler z.B. oder oh, jetzt ist die Monetarisierung kaputt. Ähm, sage ich ja immer noch. Und äh dann hieß es: "Nee, nee, dann kriegst du diesen Stempel in der Branche, der ist schwierig. Wenn einer schwierig ist, ist ganz scheiße, weil dann will dich auch keiner mehr haben und das spricht sich auch untereinander rum." Und irgendwann, weil ich super sauer war, habe ich gesagt, ich weiß gar nicht, darf ich das noch zitieren? Muss ich jetzt mal überlegen. Ich glaube ja, wenn nicht, kostet es mich Oh, nee, das ist super teuer. Ich habe piepen wir raus, kannst du nachher sagen, also kannst du sagen und dann wenn du äh wenn wir es rausnehmen sollen, dann piepen wir das raus. Ich umschreibe es. Ich darf den Wortlaut vielleicht nicht sagen. Ich habe gesagt, für mich ist der WDR die Keimzelle des und jetzt kommt das F-Wort, was gerne viele benutzen, wenn sie so die Rechten labeln wollen und das gab einen riesen Aufschrei. Die Frau ist dann zwei Jahre später, nachdem das Interview von der Körperstiftung online war, zum Anwalt gewackelt und hat gesagt, ich soll das unterlassen gegen Androhung von 250 000 €. Habe ich gesagt, ja, warum soll ich das heute noch wiederholen? Das Interview ist vorbei. Also lange Erzählung, aber so fing das an, dass ich in diese in diese Geflechte geraten war und merkte, ich bin hier nicht wirklich so gewollt, wie ich bin.
Was meintest du damit? Weil du gesagt hast, ähm das ist auch ganz lustig. Ich überlege, ob ich das jetzt sagen darf, wenn du das nicht sagen darf. Ich keim Zelle des Faschismus darf ich sagen. Strahlst ja. So, warum du dürftest auch das Wort mit dem F Dings sagen, also mit dem das Geschlechtsal der Frau. Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir keinen Bezug herstellen, aber wir haben es ja jetzt auch schon gesagt, deswegen ist ne, es ist geschickt auf jeden Fall, wie wir es machen. Wir sind geschickter als Tim Kellner. Okay, den kennst aber kennst. Ja, alles was halt auf Social Media größer ist, ist halt quasi meiner Wel, ne? Es ist den hätte ich tatsächlich auch mal gerne als Gast, aber unabhängig davon. Okay. Du sagst, dass ein ein Sender hypothetisch, wir müssen ja nicht über den WD sprechen, sondern über das theoretische Modell, äh dass ein Sender, der eine gewisse Medienmacht hat, keinzelle des Faschismus sein könnte. Allein das theoretische Modell. Warum hast du das gesagt? Was hast du damit gemeint? Ja, weil das faschistoide Methoden sind, die da angewandt werden. Faschismus ist ja die Macht, die eine Mehrheit auf eine Minderheit ausübt oder der Stärkere auf den Schwächeren und der Stärkere definiert aber, was der Schwächere ist und äh die Mehrheit auch, was die Minderheit ist. Und das ist zu zutiefst ungerecht und es ist noch ungerechter, wenn es politisch ist. Also das heißt, ich werde nicht sanktioniert, weil ich ein schlechter Mensch bin oder man irgendwas über mich gehört hat, was nicht okay ist, sondern ich werde sanktioniert, weil ich nicht genehm bin. Und genehm sein ist ja eine Frage der Auffassung. Also was dir genehm ist, muss nicht mir genehm sein. Aber wenn es eine Doktrin gibt, die festlegt, was genehm ist, an die wir uns alle zu halten haben, dann kriegt das faschiside Züge. Und da ich jemand bin, der immer schon sich gegen Obrigkeiten gewährt hat oder mich eigentlich provoziert fühlte, dann mich erst recht zu wehren, wenn ich gemerkt habe, eine Obrigkeit übt auf mich Ungerechtigkeit, Autorität aus, war ich da in der Falle. Also entweder ich wollte weiterlaufen und hätte tun müssen, was die von mir verlangt haben, oder ich tue das, was ich immer getan habe und lass es drauf ankommen.
Was hast du denn damals so Böses gesagt, was sie nicht wollten, dass gesagt wird? Also, ich habe je nach Situation immer unterschiedliche böse Dinge gesagt, weil ich mich nicht zugehörig fühle. Das ist ja schon das Böseste überhaupt. Das erlebst du ja genauso. Wenn du versuchst ähm Graustufen zu sehen, dann werden Leute wütend auf dich, weil du sie irritierst und sie nicht sagen können: "Ja, Ben, das ist doch der Nazityp, der da immer die Rechten einlädt." Dann müssen sie nämlich mithören und mitdenken und vielleicht finden sie dann sogar raus, dass sie das, was du sagst, richtig finden und machen dich aber dafür verantwortlich, dass sie sich selbst dabei ertappt haben, die Recht zu geben. Also, du Arschloch hast mich im Grunde genommen enttarnt und das war immer so mein Versuch. Also, wenn ich z.B. in Kabarettsendung gegangen bin, habe ich gesagt, das hier ist eine ganz verlogene Anstalt. Ja, ich habe den Namen jetzt gut getant. Ähm, ihr macht hier so auf, wir sind politisch korrekt, aber in Wirklichkeit wird jeder Text hier minuziös geprüft und wenn der Redakteur sagt: "Nee, nimm bitte das Wort XY raus, dann ist das Wort raus und du bist nicht mehr eingeladen, weil du du bist, sondern weil du du sein sollst." Und das war eigentlich immer so. Also es war egal, ob ich jetzt gesagt habe 2015, ich glaube diese ganze Freundlichkeit gegenüber Flüchtlingen nicht. Was heute Refugees Welcome ist, wird morgen Obergrenze sein. Das ist dann tatsächlich auch passiert. Oder ob ich sage: "Ey, ihr tut den Leuten islamischen Glaubensgrad ein bisschen unrecht, weil nur die Spitze des Eisbergs immer besprochen wird und die vielen Menschen, die da drunter existieren, also nicht hierarchisch, aber daneben, da drunter gar nicht äh wahrgenommen werden." Also immer diese kritische Position zu behalten und zu gucken, wo ist eigentlich mein Kritikpunkt, war für mich die Aufgabe meiner Kunst. Auch als Mensch ist es für mich eine Aufgabe, nicht alles zu glauben, was mir gesagt wird und es zu hinterfragen und trotzdem aber auch bereit sein, z.B. wenn jemand Recht hat, ihm Recht zu geben und nicht zu sagen, der ist rechts, weil er recht hat.
Aber sind denn nicht alle Menschen so? Nee, weil wenn du die fragst, würden die alle genau das gleiche sagen, die das klingt wohlfall, was ich sage. So, ich ich stell ich bin ich stelle mich besser da, als ich bin. Also, alle würden sagen, also wenn du jemand fragst, ähm siehst du deine Fehler ein und bist du bereit von deiner eigenen Meinung abzurücken, wenn du entdeckst, dass deine Meinung falsch ist? Dann würde sagen, ja klar, also natürlich, weil ich halte doch nicht an etwas falschem fest. So und das würden wahrscheinlich auch deine ganzen Comedy Kollegen sagen, weil ansonsten müss sagen, wir sind Vollidioten und laufen einfach nur einfach dem gerade hinterher oder wir rennen in die Richtung, aus der der Wind gerade am besten kommt. Das wäre schön, wenn es so wäre, ist aber nicht so. Das ist ein sehr romantischer Blick auf die Realität. Ich gebe dir mal ein konkretes Beispiel. Corona. Da haben viele Comedy Kollegen Dinge gesagt, von denen sie gar nicht wussten, ob sie richtig sind, aber sie haben sie demonstrativ gesagt, weil sie hofften, dass sie richtig sind. Und selbst jetzt, wo rausgekommen ist, dass es nicht richtig war, sagen die nicht: "Ey, ich habe mich vertan. Sorry!" sondern die sagen, na ja, und ähm das ist das ist das ist feige. Also, mir wird das ja auch vorgeworfen, weil irgendjemand mal so ein Ausschnitt von mir genommen hat und ich angeblich mich für die Impfpflicht ausgesprochen habe. Das ist totaler Bullshit. Ich habe von Anfang an, guck dir mal ein Auftritt von mir an, 2019 in Düsseldorf in der Mitsubishi Halle, sehr kritisch mich geäußert. Aber und jetzt kommen wir zu dem Punkt, ich war auch bereit bestimmte Dinge zu überprüfen. Also ich war nicht von Anfang an der Meinung, alles was die tun ist falsch. Ich war nicht der Meinung, jeder der dagegen protestiert ist mein Freund. Ich habe hier Leute bei mir in der blauen Stunde gehabt, die Corona Anti Filme gemacht haben, die ich kritisch hinterfragt habe. Aber auch da, das hat die Zuordnung der Zuschauer irritiert. Ja, die haben gesagt, was ist der jetzt? Ist der dafür dagegen? Und ich habe auch da gesagt, ich muss mich nicht jetzt festlegen, sondern meine Meinung kann sich verändern, die kann jetzt so sein, die kann morgen sein. Das ist heißt nicht, dass ich Opportunist bin, sondern das heißt, dass ich bereit bin, mich auseinanderzusetzen.
Was glaubst du geht in den Menschen vor, die anders sind, die eher quasi dieses Tribale haben? Weil die müssen ja in so bestimmten Situationen, wo du die bespre Tribale mit I oder IE? Äh Tribale mit I. Nicht mit IE, also Tribal. Tribal, genau. Das also stammes äh und gruppenorientiertes Denken, nicht das triebgestützte oder triebgesteuerte Denken, aber eine sehr wichtige Verständnisfrage. Ähm die stehen ja auch morgens auf und gehen abends ins Bett und denken irgendwie ich bin ein guter Mensch. So, dann haben die, du hast eine eine Situation mal beschrieben, wo deine Comedy Kollegen gesehen haben, hey, du hast ein cooles Set gespielt. Dann hat der Produzent sinngemäß gesagt, ah, den Zerder müssen wir rausnehmen, weil das ist nicht so gut. Klammer auf, der ist böse. Und dann hast du, so habe ich das in Erinnerung, die konfrontiert hab gesagt, passt, pass mal auf, ihr Vollidioten, helf mir und dann waren die aber nicht da, aber waren die nicht da im Sinne von sie, ich glaube, der Oton war ähm hilf mir da gerne. Ähm, da möchte ich mich raushalten. Klärt ihr das mal unter euch. So und die müssen sicher, die merken, unterstelle ich jetzt mal, ich habe etwas falsches getan. Der Ser, dem ist unrecht getan worden, ich habe ihm nicht geholfen und jetzt muss es irgendwas im Kopf geben, was macht ich bin aber trotzdem ein guter Mensch oder? Wen willst du gerade in Schutz nehmen? Mich die? Nee, ich will überhaupt keinen Schutz. Ich versuche zu verhinden. Du sagst trotzdem, du widersprichst mir. Also, was willst du mir jetzt sagen? Also, ich sag's nicht böse. Nee, alles, alles gut. Warum sagst du trotzdem, was stimmt für dich nicht an dem, was ich sage und wo willst du jetzt hin, dass die gute Menschen sind? Nee, alle nee, nee, nee, nee. Ja, natürlich. Ser, du bist böse, alle anderen sind gut. Nein, du sagst von dir und das glaube ich dir auch, dass du bereit bist deine eigenen Meinung zu hinterfragen. Und sinngemäß führt das dazu, dass du keinem Tribe, keiner Gruppe jemals zugehörig bist. Deswegen haben die Leute Schwierigkeiten zu sagen, ab zu welchem Team gehört er denn jetzt? Ist er jetzt da? Da ist er bei uns oder gegen uns? So und eigentlich würde ich denken, dass alle Menschen so sind. Und dann sagst du um Gottes Willen, nicht alle Menschen sind so, die allermeisten gehören irgendwie in dem Tribe an, so und hinterfragen also ihre eigene Meinung nicht. Ja. So. Und jetzt hast du Wo ist jetzt dein Ansatzpunkt daran zu zweifeln? Ich ich zweifel nicht daran, sondern ich frage mich, wenn du dich in diese anderen Menschen hineinversetzt, dass die denken, dass sie gut sind, meinst du? Ja, was was denken die? Weil die denken ja nicht, pass mal auf, heute mache ich es einfach, weil ich ein Opportunionist bin. Niemand sagt von sich. Doch, doch, doch. Die denken, ah, ich muss vorsichtig sein, will noch eine Sendung haben. Ha, der ist wichtiger. Ich glaube, mit dem befreunde ich mich lieber. Äh oh nee. Und wenn der jetzt so unangenehm ist, ich gucke mal, dass ich mich lieber aus dem Staub mache oder Distanz bewahre, weil das kann mich sonst treffen. So denken die. Ist meine Vermutung, weil es ganz kleinkarierte Pisser sind, Pisserinnen sind. Die schlechten Wörter werden nie gegendert übrigens, ne? Das stimmt. Das stimmt. Verbrecherinnen sagt keiner. Bankräuberinnen auch nicht und Pisserinnen, ne? Die guten Sachen werden nicht so gegendert, dass die Männer sich mit angesprochen fühlen. Ja, Professorin wird durchgesagt, nicht Professorin, sondern Professorin und du denkst so, wo bin ich jetzt? Bin ich ja noch enthalten oder überfährt man mich jetzt? Okay, aber das war was ich verstehe. Also vielleicht ist meine meine Metaperspektive, ich versuche halt so diese Medienbranche zu verstehen, weil die es gibt für mich quasi es gibt alles, was im Social Media passiert, das verstehe ich ungefähr, wie das funktioniert. So und dann gibt's traditionell in der Medien TV insbesondere. So, da bist du jetzt quasi ein Vertreter aus dieser TV-Welt und für mich ist jetzt spannend zu verstehen, du hast das alles gesehen, wie das funktioniert. Ich sehe es halt nur von außen und denk, h irgendwie scheinen die mir komisch zu sein. So und jetzt versuche ich die, die quasi in Anführungsstrichen komisch sind, die aber nicht zu mir an Tisch kommen und mir meine Fragen beantworten, weil die sagen, der Ben ist böse, der ist der nächste Hitler sozusagen und ich versuche quasi, was ich bestätigen kann. Auf jeden Fall. Auf jeden Fall. Also Göbbelsqualitäten weißt du jetzt gerade schon auf. Ist das so? Das Geh doch zum Anwalt und verklag mich jetzt. Nee, das machen wir nicht. Das machen wir nicht. Nein, um Gottes Willen. Ich habe verstanden, was du sagen willst und ich möchte auch drauf antworten, aber ich will ich habe mir vorgenommen auch im Vorfeld nicht so ellenlange Monologe zu halten. Du bist ein guter Zuhörer, ich weiß, ich könnte das aber ich würde mich auch gerne mit dir unterhalten. Okay, klar. Äh, weil du mich auch interessierst. Ähm, ja, ist die Antwort. Die Zugangsberechtigung zu dieser Branche ist ein Arschloch sein zu können, weil jeder ist sich selbst der nächste. Es gibt kein Kollektiv in dieser Branche. Es gibt nur Zweckbeziehungen und Nutzbeziehungen. Und das diese ganze dieser ganze Bunch of Parasiten, der sich da angesammelt hat, der hat nur ein Ziel, sich selbst darzustellen und am am so gut wie möglich wiederzugeben und zu produzieren. Das ist das einzige Ziel. Und da ist sich wie gesagt jeder der nächste, selbst der nächste. Und wenn jemand ihm in die Quere kommt oder nur eine Androhung von der könnte mir Schaden auftaucht, dann machen die sich entweder aus dem Staub oder greifen den an und solidarisieren sich gegen den. Kann dir konkrete Beispiele nennen. Das ist jetzt auch kein gerne kein Fantasma oder irgendwas, was ich mir einbilde. Ähm, ich war mal in der Sendung, die hieß Cindy aus Marzan und die jungen Wilden kennst du wahrscheinlich. Da waren eingeladen Johann König, Olaf Schubert, Bülent Jayan, ähm Ingmar Stadelmann, Caroline Kebekus, ich und ich glaube, das war's. Jeder von uns hat ein Standup gespielt. Wir waren in Halle im Steintor Variete. Wunderschönes Theater und die Standups, das ist im Fernsehen immer so, sollen 7 Minuten dauern. Äh daran, dass manche Künstler sich schon nicht dran halten, siehst du die Hierarchie. Also, ich nenne jetzt nicht konkret die Namen, wer es ist, aber es gibt so bestimmte Kandidaten, die spielen dann 45 Minuten und [ __ ] alle Kollegen, die im Hintergrund sitzen und warten und nervös sind, weil sie in dem Moment, also die die 45 Minuten spielen denken: "Ey, ich liefer so viel Material wie möglich, damit am Ende so ein Standup rauskommt, der mega on point ist." Das ist schon mal super asozial. Ja, und diese Hierarchie gibt es und wer darüber entscheidet, das hängt davon ab, wie wichtig der Komedien oder der Kollege, ich will sie gar nicht Kollegen nennen, Konkurrent gerade ist und äh wie sehr wie genehm er ist, wie sehr er in das Bild passt. Du kommst jetzt wahrscheinlich schon fast darauf, wer es ist, den ich da meine. Also, wer sozusagen das erfüllt, was ich nicht erfülle als Quotenkanacke. Jetzt habe ich sehr deutlich gemacht. Ähm, dann bist du dabei und du sagst den von Anfang an als Bedingung, ich gebe keinen Text ein, ich werde das frei improvisieren, wie immer. Das ist mein Markenzeichen. Ich gehe auf die Bühne, ich weiß nicht, was ich sage, kann für euch unangenehm werden, aber ihr habt mich gebucht, ihr müsstet mich kennen, also nehmt es. Und dann habe ich ein Standup gespielt, der war nice, der war cool. Die Leute haben gelacht. Ich habe halt nur erzählt, Pro7 ist ein Scheißsender, das gucken nur asoziale. Ich bin hier auch, weil ich Geld kriege und ich habe im Grunde genommen auch überhaupt keinen Bock auf die Ossis an dem Donnerstagnachmittag. Ich könnte jetzt zu Hause sein, aber für die Kohle, die ich hier kriege, mache ich euch sogar die [ __ ] So, also ich habe einfach die Wahrheit gesagt und dann ähm noch nicht mal vorher ähm, sondern am Abend in der Aftershow kamen die Produzenten zu mir und sagten: "Du, das das können wir nicht senden." Und wir waren alle Kollegen saßen, also Konkurrenten Kollegen noch zusammen. Ich habe gesagt, warum? Ja, der Standup war zu lang. Dann habe ich gesagt, ähm wie ich habe doch die anderen haben noch 45 Minuten gespielt. Ich habe wenn dann acht oder? Was ist das Problem? Ja, es war auch nicht lustig. What? Ich habe doch die Leute lachen gehört. Und dann habe ich mich so in die Runde gedreht und ey, ihr wart doch auch dabei. Habt ihr irgendwie das nicht mitbekommen? Dann haben die so äh ja ja ja so weggeguckt und ich habe so wie so ein wie so ein Spinner gesagt, ey, was keiner gar nichts. Und da war dann klar, äh ich bin auf aussichtslosen Posten, das funktioniert nicht. Die sind ja nicht da, die Leute, die mich in Schutz nehmen müssten, die gucken halt nur, dass sie selber nichts abbekommen und ihr Standup äh gezeigt wird. Und ein bisschen hat's Olaf Schubert gemacht, den ich auch total mag heute noch, weil er ein loyaler Künstler ist. Der kommt aber aus dem Osten und der merkt, wenn etwas nach Diktatur riecht, ne? Und ein bisschen war es mal Stadelmann, den die auch nicht gesendet haben, der dann im Nachhinein sich solidarisiert hat. Ja, und das ist halt Gang und Gebe. Und diese Leute, all die, die da sitzen, sind heute mega erfolgreich. All die Namen, die ich dir genannt habe, die haben heute eine eigene Show, die füllen die Hallen und es sind zum Teil nette Leute. Also Johann König ist ein Freund von mir, aber der wird ein Teufel tun in so einer Situation zu sagen: "Ey, so geht mit Serra nicht um, sonst ist mein Standup auch raus." Und deswegen, ja, es ist so, ich könnte dir jetzt hunderte von Beispielen nennen, bei denen du sagst: "Wow, echt? Fazit ist das Fernsehen ist eine Scheinwelt und was du da siehst ist nicht echt und die Leute die da sind die verstellen sich. Die sind nicht so ganz oft sind das totale Arschlöcher. Und wenn du dann so wie ich ja heute bei dir mich auch so fühle, als wäre ich in ein fremden Kosmos, wenn du dann in diesen noch fremderen Kosmos kommst, dann fällst du aus allen Wolken, weil plötzlich Leute, die du immer für super nett gehalten hast, sagen: "Hör mal, kannst du mich jetzt mal bitte in Ruhe lassen?" Und du merkst so, okay, das ist
Richtig asozial hier.
So, und das war meine Erfahrung. Aber ist das nicht so, dass ähm, wenn man auf so eine Bühne gibt, gibt es so einen impliziten Vertrag? Und das eine ist ja ähm, wenn ich etwas sage, über keine Ahnung, sei es ein politisches Statement und die schneiden das politisch raus, weil sie sagen, das passt uns nicht. Aber das andere ist, wenn du bist bei Pro7 gebucht, die überweisen dir das Geld, dass Pro7 scheiße ist. So, dann würde man doch sagen: "Ey, Junge, wenn du quasi hier, ich sag mal, gegen die Benimm-Regeln verstößt, Bühnenequipment kaputt machst, weil du sagst, du protestierst gegen Pro7 als Beispiel jetzt, ne?" und zerschlagst die Benimm-Bühnendeko. Äh, dass dann nicht alle sagen: "Oh, super und wir kommen dir zu Hilfe", sondern dass es da irgendwo auch ein quasi, ja, so ein Agreement, so benimm dich so ein bisschen, ne?
Also, ähm, ist das ein Showelement, dass es in Deutschland offensichtlich lange nicht gab, dass der Host sich eigentlich bewährt, wenn er einsteckt? Das ist in Amerika gang und gäbe. Wenn ein Gast kommt und Witze über den Host macht, gewinnt der Host immer, wenn er mitlacht. Wenn der Host pissig ist, dann ist er ein Loser. So, das hat man hier in Deutschland noch nicht gelernt.
Das zweite ist, wenn du in Supermarkt gehst und schimmliges Brot kaufst, kannst du nicht an der Kasse am nächsten Tag dein Geld zurückverlangen, weil du irgendwie gesehen hast, das Brot kannst du theoretisch, aber wenn du es wissentlich kaufst, weil du schimmliges Brot magst und dann am nächsten Tag so tust, als wäre es dir aufgefallen, dass das Brot schimmlig ist, dann wird der Kassierer sagen: "Na ja, verarschen kannst du dich selbst. Sie haben mich doch nach schimmligem Brot gefragt." Sprich, vielleicht war es Beispiel jetzt nicht so passend, weil bei schimmligem Brot kann ja auch ein Prozess sein, der dazu führt, dass das Brot zu Hause erschimmelt. Ich war schon von vorne rein verschimmelt. Also, dass ich irgendwie das tue, was ich auf der Bühne tue, das hätten die wissen müssen. Das ist ja mein Markenzeichen.
Ich habe 2004 den Prix Pantheon gewonnen und stand auf der Bühne und habe gesagt: "Was ist das für eine verlogene Kacke hier? Eine Jury sitzt hinter einem Tisch und muss Leute beurteilen danach, ob sie lustig genug sind. Guckt euch ja mal selber an. Ihr seid Witzgestalten und euren fucking Preis, den könnt ihr euch in den Arsch stecken." Dann habe ich den Prix Pantheon gewonnen, weil das damals neu war, dass ein Typ in so einer Veranstaltung so randaliert. Das war aber nie neu. Peter Hanke, österreichischer Autor, den du wahrscheinlich kennst. Du kennst den Nils Ruf, kennst du nicht? Peter Hanke, das wäre jetzt geil. Peter Hanke kenne ich natürlich. Äh, der hat ein Theaterstück geschrieben, das hieß "Publikumsbeschimpfung". Das ist vor 40 Jahren geschrieben worden und das kennen die hier nicht.
Das ist so, ich gebe dir noch ein konkretes Beispiel. Ähm, nach meinem Sieg beim Prix Pantheon bin ich natürlich aufgestiegen, ne? Weil ich hatte jetzt ein Label. Jetzt konnten die sagen: "Ah, das ist der verrückte Typ." Ich war nicht mehr schwierig, sondern ich war der Unberechenbare. Das war dann schon okay. So haben die mich auch einmal angekündigt. So, äh, jetzt kommt ein Künstler, bei dem weiß man nie, was er macht. Lassen Sie sich überraschen, es könnte hart werden. Und ich dachte so: "Okay, wenn das mein Label ist, danke, mache ich gerne."
Hinter den Kulissen war es aber so, dass hart gerungen wurde um die Texte. Das heißt, die haben es immer wieder versucht, weil die sich natürlich absichern wollten. Im Fernsehen, keine Branche ist so angstbeladen wie das Fernsehen. Deswegen geht's ja jetzt auch an sich selbst zugrunde, hoffentlich bald komplett. Und deswegen wollten die sich trotzdem irgendwie absichern und haben immer noch angerufen und immer wieder haben wir denen die gleiche Antwort gegeben. Sag mal, kann der Ser nicht ungefähr sagen, was er? Nein, aber nur so ein paar steh. Nein, weil wir wussten, wenn wir das sagen, werden die nachher sagen: "Du hast nicht das gemacht, was du versprochen hast, wir streichen das." Und deswegen haben wir ganz klar gesagt: "No way."
Dann haben die überlegt: "Ah, shit, wir haben jetzt andere Künstler hier und die müssen diese Bedingung erfüllen. Wenn das auffällt, dass wir mit dem ein Deal machen, aber wir wollen den auch hier haben, dann machen wir das anders." Und bei meiner ersten Aufzeichnung, das ist unglaublich, das ist wie in dem Film. Saß die Produzentin mit einem fingierten Textbuch an der Seite der Bühne, das leere Seiten hatte und hat so umgeblättert, als würde ich einen geschriebenen Text spielen. Ist geil, oder? Und du denkst so: "Okay, wenn das eure Art ist, eure Lügen zu verkaufen, dann macht es halt."
Und irgendwann war das aber so, dass ich natürlich, ich bin dann häufig eingeladen worden, ich musste mich ja auch erneuern, weißt du? Die Nummer war ja irgendwann war die durch. Also auf die Bühne zu kommen und sagen: "Ihr seid alle [ __ ]" Dann wussten die, okay, der wird jetzt auch irgendwie angekündigt, so dass man es weiß und ich musste dann irgendwas Neues machen und dachte: "Weißt du was, ich fange jetzt mal an, den Thomas Hermanns irgendwie auf die Schippe zu nehmen." Und fing der zweite Stand-up war schon der erste Satz, den ich sage, ist: "Ich habe übrigens einen Verdacht. Ich glaube, der Hermann ist schwul." Also so das, was obsolet war, jeder schon wusste, offensichtlich als Joke zu bringen und das auszusprechen, war für die schon so: "Warum sagt er das, ne?" So und dann wird es immer schlimmer, immer schlimmer, immer schlimmer.
Was heißt schlimm? Ich fand es immer cooler eigentlich. Und du wirst es nicht glauben, bis zum heutigen Tage und das sage ich jetzt echt ohne Selbstbeweihäucherung oder sonst was, waren alle Stand-ups, die ich jemals im Fernsehen gespielt habe, die Rekord-Stand-ups. Die siehst du aber nicht mehr, weil die Sender sie selbst irgendwann rausgenommen haben. Mein erster Stand-up beim Quatsch Comedy Club hatte ich glaube 5 Millionen Zugriffe innerhalb von einem Jahr und die waren erdrückt von der Flut der positiven Kommentare und dachten: "Fuck, Alter, jetzt geraten wir noch mehr in Abhängigkeit, weil der ein Publikum hat, das den sehen will. Wir haben aber jetzt schon so viel Kompromisse gemacht, dass wir irgendwann in Bedrängnis geraten mit unseren Werbepartnern, dem Sender und whatever."
Zum Schluss war es dann so, ich bin halt immer krasser geworden und irgendwann, das habe ich dann auch auf der Bühne gesagt, klingelte das rosa Telefon und der Meister selbst war dran, hat gesagt: "Du bist nicht funny." So, das war das, das war original Zitat Thomas Hermanns. Der hat gesagt: "Du bist nicht funny." Dann habe ich gesagt: "Okay, dann leck mich am Arsch, dann lad mich auch nicht mehr ein. Ich besorg dir hier Publikum, du hast hohe Klickzahlen im Internet. Die Leute schalten." Das war auch immer übrigens so und das sage ich jetzt auch ohne mich selbst zu beweihräuchern. Immer wenn ich aufgetreten bin, ging die Quotenkurve so hoch und danach so runter, weil die Leute da Bock drauf hatten. Hier Nightwash. Mein Auftritt bei Nightwash Rekord, ich glaube 10 Millionen Klicks, alle nicht mehr da, alle gelöscht von den Sendern selbst. Und ich könnte dir jetzt 10 Stunden lang erzählen, was noch alles gewesen ist.
Die ursprüngliche Frage war ja, erste Frage: Gab's die Zensur vorher schon und was ist passiert? Sie ist schlimmer geworden, weil die Leute mehr Mut haben und sich in der Mehrheit wehren. Und die zweite Frage war: Sind die Leute wirklich so schlecht, wie du sagst? Und die Antwort ist: Ja, sie sind noch schlechter.
Gibt es da Ausreißer dazwischen oder werden die quasi mitgezogen von den den Gruppen, in denen sind beispielsweise dem Sender oder wenn mal einer so ähnlich ist wie du aus quasi deiner deiner Comedy-Szene, dass der im Zweifel schnell merkt, ich muss mich anpassen und wenn ich mich anpasse, dann ist gefährlich und wenn ich mich anpasse, dann werde ich halt gebucht und komme ins Fernsehen. Das Paradoxe ist, Leute, die das imitieren, aber das stilisiert imitieren. Also, es ist dann so eine Art, äh, Serdas-Surogat, also Süßstoff, nicht mehr Zucker, weil der Zucker ist gefährlich, den vermeidet man, aber der Süßstoff, den kann man nehmen. Wenn man zu viel nimmt, ist auch nicht so schön. Und sowas ist z.B. passiert, als dann ähm Krystal das Motto erfunden hat: "Ich darf das." Ich habe 5, 10 Jahre zuvor: "Jede Minderheit hat ein Recht auf Diskriminierung" gesagt und damit gesagt, was er später in diese Form gepresst hat und was total okay war, weil die Zeit, die dazwischen vergangen war, den Witz und den Humor auch verändert hat. Mittlerweile hat sich der Humor komplett wieder neu verändert, aber auch das war verlogen, weil das, was Krystal da gesagt hat, war gar nicht Krystal, das war Kray. Kray hat diesen ganz berühmten Stand-up von Krystal geschrieben und Kray ist einer der wenigen, weil du nach Leuten gefragt hast, die genauso wie ich ihr Ding gemacht haben, immer schon. Der ist auf eine Bühne, der hat sich ausgezogen, der hat geraucht, gesoffen, der hat die Leute beschimpft und der galt so als Unikat und das war lange. Kray war auch beim Quatsch Comedy Club, ist heute auch nicht mehr irgendwo Kray zu sehen. Nö, der ist komplett raus. Gilt auch als Nazi mittlerweile, weil er unangenehme Dinge sagt. Aber das war z.B. einer derer, die die ähnlich wie ich unterwegs waren.
Das andere, was passiert ist, ist, man hat mich stilisiert, man hat mich nachgemacht, weil das war einfach zu händeln. Das waren Leute, die die meinten das vielleicht auch gar nicht, was sie gesagt haben, weil sie gar keine politische Absicht hatten. Ich hatte aber politische Absichten.
Letztes Beispiel dich auch durch. Also eben habe ich ja die Anstalt erwähnt, da war ich einmal und es gab mir klar intern, weil ich gesagt habe: "Okay, ich schreibe ein Text. Anstalt ohne Text geht nicht, ne? Das war schon ein riesen Zugeständnis, weil ich gesagt habe: "Okay, will die Sendung nicht sprengen, das ist kacke." Und dann habe ich einen Text geschrieben und der Text bezog sich auf die Verleihung des Grimme-Preises, bei der die Anstaltsredaktion den Grimme-Preis bekommen hat, dafür, dass sie mit einem kurdischen Flüchtlingschor gesungen haben, um sich zu solidarisieren. Ich geb das so wieder aus dem Gedächtnis, kann äh ungenau sein. Und dann habe ich in meinem Stand-up gesagt: "Wie verlogen ist das eigentlich, dass ihr euch mit so Leuten auf die Bühne stellt, mit denen Lieder singt und jeden Tag weiter bombardiert wird. Fahrt doch in das in die in die Grenzregion zwischen der Türkei und Syrien und singt da eure Lieder, ne?" Und da war: "Kannst du es bitte lassen, das ist echt nicht okay." Und dann sollte ich halt irgendein Türken-Stand-up spielen. Und das war auch das letzte Mal, dass ich da war.
Aber den Text, den Text hast du eingereicht und das war doch klar, dass sie den nicht durchlassen würden oder mir nicht. Ich habe gedacht: "Anstalt, coole Sendung. Georg Schramm war ja vorher auch da, den ich total schätze, der mich auch schätzt und deswegen war das so eine Expertise für mich. Wo Georg ist, kann ich auch hingehen." Aber Georg hat aus demselben Grund aufgehört wie ich.
Okay, das hatte ich übersehen, aber es, also mir scheint es so zu sein, es gibt quasi die Menschen, ob das jetzt Comedians sind oder irgendwelche Talkshow-Hosts oder so, die auf Social Media funktionieren und das ist ja ein relativ demokratischer Prozess, ne? Wenn Leute das cool finden, dann kriegt das Likes. Wenn Leute das auch gucken, wenn du ein Reel guckst, dann weiß Instagram, ey, das wird geguckt, das wird mehr Leuten ausgespielt. So, das ist relativ demokratisch. Und dann gibt's halt diese TV äh auch nicht, also die Algorithmen sind schon sehr progressiv, ne? Also, wenn du mehr Interesse hast, kriegst du auch mehr Reichweite oder mehr Diskussion. Ja, aber du kriegst, also die ein Instagram möchte, dass Leute mehr Zeit auf Instagram verbringen. So, das ist deren ureigenstes Interesse. Das ist bei YouTube so, das ist bei TikTok so und kann das ja nicht demokratischer und nicht anders. Pro7 will das auch. Ja, aber die Aktionäre von Pro7. Das. Ähm, und ich würde unterstellen, Instagram hat keine Aktionäre. Instagram hat schon Aktionäre, aber das System ist, also bei Instagram sitzt, Instagram hat wahrscheinlich ein Team von irgendwie keine Ahnung, fünf Leuten, die deutsche Creator betreuen und sagen: "Pass mal auf, du kommst jetzt mal mit auf Veranstaltung und du und du und du." Aber gar keine, die haben gar keinen, der dich betreut. Ist denen scheißegal. Also zwei gibt's safe. Ja, aber das ist fake. Ihr weiß ich nicht, ob es so fake ist. Also, okay, du willst darauf hinaus, das Internet ist irgendwie gerechter als die Medien. Ist nicht gerechter, sondern weniger gesteuert. Und ich frage mich jetzt bei dir, wenn du sagst, ey, ich funktioniere in der Social Media Welt gut, auf keine Quatsch mal Comedy Club 10 Millionen Views, das war nicht, das war die Anstalt. Nee, wo waren die 10 Millionen? Nightwash. Okay. Und eigentlich jemand, der so stark im traditionellen TV aneckt, hätte doch eigentlich sehr, sehr früh sagen müssen: "Alter, ich brauche das scheiß TV nicht mehr, sondern ich mache jetzt hier meine eigene Plattform, so ein bisschen wie Pocher mit seiner Pocher-App, aber quasi stärker auf den eigenen Kanälen unterwegs zu sein und die zu pushen, weil du verkaufst ja die Arenen aus, die Leute finden dich geil und die in den Redaktionen, mit denen bist du seit Jahren ja schon im Clinch, aber trotzdem entscheidest du dich und hast dich lange entschieden, noch mit den Redaktionen zu arbeiten, obwohl du das vermutlich nicht gemusst hättest."
Hm. Also, das sind so viele Fragen auf einmal und das äh, das löst in mir ganz viele unterschiedliche Antwortmöglichkeiten aus. Ähm, und viel schlechte Energie. Okay. Warum? Das ist so viel Bad Vibes, so finde ich gerade, die wir so aufarbeiten. Aber wir können darüber reden. Ich bin jetzt nicht traurig oder deprimiert, aber es ist echt eine Welt, in die ich ungern zurückgehe, weil das einfach eine schlechte Welt ist. Trotzdem, lass uns kurz da bleiben. Ich will deiner Frage gerecht werden. Ähm, es ist ein längst widerlegter Trugschluss, dass das Internet äh eine Zone der grenzenlosen Freiheit ist und das wird noch weiter widerlegt werden, wenn diejenigen, die das Internet für frei halten, merken, wie streng auch im Internet äh sanktioniert wird, insbesondere von denen, die Inhalte verwalten. Sie bieten sie ja gar nicht an. Ich meine, was du hier machst, ist ja, ich sag's jetzt mal ganz überspitzt, eine moderne Form von Sklavenarbeit, ne? Ja, du schenkst, also du wirst deine Videos monetarisieren, aber deine originären Inhalte, die du nur aufgrund deiner Persönlichkeit, deines Charakters und deiner intelligenten Art zu interviewen generierst, die nimmt sich jemand, ein Fremder und er sagt, in deinem Fall natürlich gar nicht so streng wie bei anderen: "Okay, wir geben dir eine Plattform und du kannst da machen, was du willst." Okay, das glauben wir beide, glaube ich, nicht. Aber in gewissen Grenzen kannst du relativ viel machen und das ist besser als das, was du haben könntest, wenn du dich auf die Autobahn der großen Medien begibst. Okay, das kannst du so lange machen, wie du auch da wieder genehm bist. Und das bist du im Moment, weil du als Person nie wirklich sichtbar wirst. Also ich, ich bevor ich dich jetzt kennengelernt habe und auch jetzt noch nicht, wir kennen uns nicht lang genug, hätte ich nicht sagen können, ist der rechts, ist der links, wie steht der zu Gaza, wie steht zu dies, zu das? Und das ist okay, das ist okay. Aber fang jetzt mal an, dich etwas konturierter zu machen. Fang mal an, Dinge zu sagen, die du wirklich denkst und ich bin ganz sicher auch, du denkst Dinge, die du hier nicht sagst. Ja.
Nein. Ja, also vielleicht auch, aber ich glaube, dass ich tendenziell versuche, also ich bin so, wie ich im Podcast bin. Ich habe jetzt nicht ein Modus: "Okay, wir sind jetzt auf, jetzt kann ich sagen, also eigentlich in Wirklichkeit hier so", sondern tendenziell habe ich das nicht. Ich sehe das manchmal bei meinen Gästen, dass das so ist, aber ich versuche zumindest so nicht zu sein. Du verallgemeinerst das mir zu sehr. Ich meine das nicht allgemein auf dich als Person bezogen. Du bist super authentisch und super echt. Das ist auch jetzt in meiner Erfahrung so. Aber nehmen wir mal nur eine minimale Sache. Du sagst, das, was die Weidel letztens gesagt hat im Bundestag, das war ziemlich cool. Also, die sagt ja im Grunde genommen nur Dinge, die richtig sind. Da wäre schon dein innerer Zensor, glaube ich, wach und würde sagen: "Ah, ich kleide das mal in eine Form, wie es so unverbindlich klingt, dass niemand mir vorwerfen kann, ich wäre AfD-Sympathisant oder komm, wir testen das jetzt. Wir testen das ja, ich weiß nicht, wie findest du die AfD? Wie findest du die AfD?" Guck mal, du kannst nicht pushen. Ich finde die, es ist eine interessante Bewegung. Ich habe ja schon interessant. Würdest du sie wählen? Ähm, unter Umständen. Ja. Okay. Warum guckst du jetzt so ein bisschen angespannt? Du denkst nach. Ja, ich ich denke nach, weil ob du das nachher rausnimmst. Nee, nee, das würde ich auf keinen Fall rausnehmen. Ich würde es nicht sagen und rausnehmen. Das auf absolut kein. Welchen Punkten stimmst du mit der AfD überein? Ähm, geh mal Risiken ein. Ausländer, Kriminalität, Stadtbild. Ähm, hat März Recht. Stadtbild. Ja, natürlich hat März Recht. Also ist eine absolute Idiotendebatte zu behaupten, oh, das Stadtbild, was meint er denn damit? Ja. Also ich finde, also nimm jetzt, weil das ist für mich das, das weiß ich, ist relativ klar. So, da hat jemand, also wir haben auf jeden Fall ein Problem mit Migrationskriminalität, so. Wir haben illegale Migration ist ein Riesenproblem, so. Das sehen nicht, seh nicht nur, nicht nur so, sondern vermutlich auch du und halt Millionen andere. Woher weißt du das und wie kannst du das nachweisen? Äh, Kriminalstatistik über überrepräsentiert. Hast du die parat? Kannst du die jetzt hier ungefähr? Syrien, Afghanen, Syrer, Afghanen und Iraker, glaube ich. Welche sind die größte Einwanderer? Welch ist die größte Einwanderergruppe im Moment? Ähm, im Moment weiß ich aber, Syrer und Afghanen dürften vorne mitspielen, aber das weiß ich nicht. Ich kann dir die Überrepräsentation sagen, aber eine fehlt. Türken. Okay. Platz 2, also bei der letzten Statistik, die ich gesehen habe, aber die komm, wir wollen jetzt, lass uns aus dem Verfänglichen raus. Ich wollte es nur mal testen. Kannst du mir bestätigen, dass du in den letzten 20 Sekunden etwas engagierter und aufgeregter wirktest? Äh, ja. Ähm, wie zur Kamera guckt, ist ja tatsächlich. Guck zur Kamera, weil die Kamera immer noch nicht scharf ist und ich äh äh bin lustigerweise während der hier dem Kreuzfeuer. Scharf in der Kamera. Kreuzfeuer. Okay, also du fühlst dich von mir gekreuzverhört. Nee, nicht, weil du hast ja gesagt, ich, also implizit, ich grille dich mal ein bisschen und Nein, gar nicht. Ich wollte nur, ich ne. Stopp, entschuldige, wenn ich dich unterbreche. Ich habe nur gesagt, das Internet ist kein Raum der grenzenlosen Freiheit, wenn man sich so repräsentiert, wie man zu Teilen auch denkt, nicht insgesamt. Und ich wollte dir nur demonstrieren, dass es Barrieren gibt und diese Barriere habe ich jetzt kurz überschritten und du hast darauf sehr firmen reagiert, aber auch sehr professionell. Also, du bist bist so ein bisschen unverbindlich geblieben, hast zwar gesagt, ja, ich würde die AfD wählen, aber da gibt's ja noch ein Problem und so weiter. Also hast es so ein bisschen ziseliert und am Ende war es okay, konnte man mit umgehen. Okay, sagst du, danke sehr. Gesamtm befriedigende Videos. Lass uns das damit auch bewenden. Ich bin ja jetzt der Interviewgast. Sorry, wenn ich jetzt ein bisschen. Nein, du darfst, du, also, also, grill mich, also. Nein, never. Ever. Das ist nicht meine Absicht. Ich mag dich jetzt schon mehr, als ich je irgendjemand anderen gewogen habe. Das ist glaube ich etwas übertrieben. Nein, alles gut. Jetzt musst du auch noch trinken. Nein, jetzt muss ich trinken. Ich hab's aus Schock. Na ja, für mich ist tatsächlich, aber das ist ja eine spannende Frage. Also, das eine ist ja, was würde ich sagen, wenn ich ähm, also die, guck mal, komplexe Gedankengänge, ne? Ähm, das ist in meinem Kopf so ein ongoing ähm Gedankengang. Wie sehr möchte ich mich positionieren? Und ich habe auch schon überlegt, mich stärker zu positionieren. Habe das dann aber wieder verworfen und habe für mich so das Beispiel Oliver Kahn gewählt. So, der hat, ich habe von Fußball keine Ahnung, ich glaube, der hat ganz lange bei München gespielt, aber das kannst du mich vielleicht besser korrigieren. Ähm, so als in dem Moment, als der bei München gesagt hat: "Ich höre jetzt auf Fußball, ich mache jetzt mal hier auf Analyst und Reporter." So, der kann doch nicht im Sportstudio sitzen und wenn Bayern gegen gegen Dortmund spielt, sagen die: "Scheiß Dortmund, die können gar nichts und das Tor war ungerecht und außerdem haben die da geschlafen." Sondern erwartet man von einem Oliver Kahn, natürlich ist der, ich weiß nicht, ob der Münchner ist, aber als in meinem Beispiel als nicht Fußballer, ne? Ist das ein Bayer, ist das Herz von dem in München und wenn der kommentiert, dann muss er seine eigene Meinung mal zurücknehmen, weil wir wollen von dem eine neutrale Analyse auf Profifußball-Level und es ist auch völlig klar, dass jeder, der das Sportstudio kommentiert, der hat ein Lieblingsverein, weil der findet halt Fußball geil. Markus Lanz ist auch Wähler, der wählt auch eine Partei, der hat auch eine Präferenz. Aber das, ich glaube, das ist eine Frage von Professionalität. Klingt so ein bisschen blöd und abgedroschen, aber ähm, wie sehr schaffe ich es, auf den anderen einzugehen und mich selbst zurückzunehmen, dass ich dir nicht sage: "Ich glaube aber das, ich glaube aber das", sondern mein Ziel ist eher rauszufinden, was ich noch nicht weiß. Und ich würde, wenn ich jetzt ein Gespräch eröffnen würde, übrigens, den habe ich gewählt. Ich habe auch gesagt, was ich gewählt habe beim letzten Mal. Ähm, das habe ich im Nachhinein, glaube ich, ist das ein Fehler gewesen, das zu sagen. So, ich habe beim letzten Mal Sahra Wagenknecht gewählt und habe das auch gesagt, ähm, weil mich lustigerweise Lanzheimer darauf gepusht hat, weil der wollte, sinngemäß, wissen und hast du die AfD gewählt? So hat er nicht so gesagt, aber ich glaube, das wollte er wissen. So und dann konnte ich ja dankwerterweise noch sagen: "Ne, nein, ich bin einer von den Guten, ne?" Und dann dachte ich, das ist scheiße, dass ich das gemacht habe, dass ich mich da positioniert habe, weil das da, also ein Wahlgeheimnis ist ein Wahlgeheimnis und wenn ich öffentlich sage, wen ich wähle, dann hat das, dann dann verwässert das das Wahlgeheimnis, weil wenn du sagst, wen du willst, bist du gut. Wenn du sagst, das möchtest du für dich behalten, dann könntest du ja ein böser Wähler sein. Also müssen wir jetzt alle offenlegen, was wir wählen. Und deswegen habe ich, also bin ich da so ein bisschen vorsichtig, weil es ja schon irgendwie meine Rolle ist, neutraler zu sein. Aber wenn du mich jetzt pushst auf wen hast du gewählt und warum glaubst du das? Ey, lass, let's talk, ne? Du du sitzt da und genießt und schweigst. Was denkst du, liebe? Ich hör dir zu. Ich ich genieße, was du sagst, weil ich sehe auch, dass du dich ein bisschen windest und versuchst so ein paar rhetorische Trickkisten aufzumachen. Es ist jetzt professionell liberal zu sein. Also, es ist ein Player für den Liberalismus gewesen, sich nicht festzulegen, weil man hat ja eine Verpflichtung als. Wer bist du? Journalist. Na, auf keinen Fall. Was bist du? Ich bin einfach nur jemand, der der sich für Menschen interessiert und das fragt, was er denkt. Also, bevor das jetzt zum Streitgespräch wird, möchte ich vermeiden, weil ich, wie gesagt, dich sehr schätze, ähm, würde ich aber gerne noch mal rekapitulieren, wo unser Ausgangspunkt war. Der Ausgangspunkt war, dass man Probleme hat, seine Meinung zu sagen in den öffentlich-rechtlichen Medien, aber nicht nur dort, sondern prinzipiell dort, wo man äh Abhängigkeiten eingehen muss, um stattzufinden. Und deine These war, das ist im Internet anders. Und ich habe gesagt: "Nee, das ist im Internet nicht anders, das ist ähnlich. Es fühlt sich nur anders an für eine Zeit lang, weil das Internet einfach eine ganz andere Strecke ist und weil das Internet eine andere Infrastruktur hat." Und dann sind wir bei der Frage gelandet, ähm, bist du so erfolgreich wie im Augenblick, weil du bestimmte Grenzen nicht überschreitest und ähm, ich habe dir demonstrieren wollen, dass auch du durchaus Grenzen im Kopf hast, was ich glaube, was du deutlich gespürt hast, das sah ich in deinem Blick. Und der Blick ist nicht äh ähm entblößt, sondern der Blick ist zwiegespalten. Nämlich sobald du anfängst, während du sprichst, darüber nachzudenken, wie du rezipiert wirst, bist du schon abhängig. Ja, und das hast du die ganze Zeit gedacht. Alle so kam war mein Eindruck. Dein Vortrag war sehr darauf bedacht, dich zu rechtfertigen. Und ich habe mich gefragt, vor wem? Und ich glaube nicht vor dir, für dich, du bist mit dir sehr klar. So ist mein Eindruck, sondern vor den Leuten, die das nachher sehen und die denken könnten: "Ach, da hat der Ser den aber irgendwie entblößt oder vorgeführt oder so what?" Wenn dir das scheißegal ist, dann bist du wirklich unabhängig. Ich glaube, es scheißegal ist 110%. Ich glaube, scheißegal ist einem nichts. So, ich glaube, sehr egal ist, ich würde mich persönlich so bei 99% einordnen, weil alles ist mir natürlich nicht scheißegal, aber grundsätzlich habe ich diesen Zensor eigentlich zum nicht bewusst. Wenn du jetzt sagst, ich sehe den Zensor in deiner Stirn, dann muss ich ja vielleicht noch mal drüber nachdenken, aber es ist arrogant, dass ich das sage, aber ich will dich ja auch ein bisschen provozieren. Wir wollen ja ein schönes Gespräch haben, indem wir uns die Bälle zuspielen. Ich sehe natürlich nichts, ich bin kein Psychoanalytiker. Die sehen es ja auch nicht, aber und das ist auch ein bisschen jetzt ein bisschen zugespitzt gesagt und es ist provokant, aber ich will noch was anderes sagen. Sorry, sag du zu Ende. Nee, nee, nee. Sag, sag, ich finde das typisch Deutsch dieses, ich muss, wenn ich ein Gespräch führe in den Medien, mich zurückziehen. Du hast das Wort zurückziehen auch genannt, wie so eine Schnecke, die sich in ihr Haus zieht, weil ich könnte die Position verlassen des neutralen Betrachters. Nichts ist langweiliger als das. Ich glaube, die Leute wollen das auch nicht. Du denkst das vielleicht, natürlich eine gewisse Grundneutralität muss sein. Also, wenn du jetzt hier nur dich die ganze Zeit vertrittst und versuchst mich zu manipulieren, damit ich dich mit vertrete, dann brauchst du mich nicht. Du musst mir schon irgendwie zuhören und dich von dem, was ich sage, auch befruchten lassen und zwischen uns muss eine Interaktion entstehen, die kompromissbereit ist, die aber auch vielleicht Konflikte aushält. Aber Konflikt ist in der deutschen Kultur immer was Gefährliches. Wenn es bei Deutschen Konflikte gibt, sagen die ganz oft: "Da halte ich mich raus, mach das unter euch aus." Also, das ist Ansichtssache. Oder wenn der Konflikt stattgefunden hat, das war ein Missverständnis. Wir haben uns da ganz missverstanden. Ich meinte das gar nicht so. Und gerade in diesen Gesprächen z.B. wie wir sie führen, sind andere Länder viel weiter. Da gibt's richtige Clashers. Ich weiß nicht, du kennst diese Sendung wahrscheinlich, ne? Die britischen Comedians, die sich gegenseitig roasten. Nee, nee, nee, keine Roasts. Journalisten, die Interviews führen und den Leuten richtig auf den Zahn fühlen und sagen: "Das ist Schwachsinn, was sie sagen. Glaube ich ihnen nicht. Sie lügen jetzt oder so." Markus Lanz versucht das gerade, ne? Der geht so ein bisschen, ist so ein bisschen mehr nach vorne jetzt. Der unterbricht auch Leute, nur bei Markus Lanz ist das hochgradig tendenziös und noch viel hochgradiger opportunistisch, weil Markus Lanz hat keine Haltung. Der ist rückgratlos. Der sitzt da nur aus einem Grund. Der will stattfinden, stattfinden, stattfinden. Und in seinem Ohr ist Markus Heidemanns, ehemaliger Bild-Redakteur, der ihm, wenn es in Not ist, irgendwas noch ins Ohr sagt, damit das gut klingt. Ich war selbst in seiner Show und ich weiß genau, wie es ist. Ja, Markus Lanz ist ein super netter Typ, farblos ohne Ende, unglaublich eitel, der kommt mit einem Porsche an und nicht durch ein Hintereingang, sondern durch den Pulk der Zuschauer. Ja, so fährt er ins Studio, so dass die Leute: "Oh! Bravo, Herr Lanz!" Als es noch Zuschauer gab, ne? Der fährt doch nicht mit dem Porsche ins Studio. Doch, da ist so. Nee, nicht ins Studio. Da ist so eine so ein Vorraum, so eine Vorhalle in Hamburg und als ich da war, kam der halt mit einem roten Porsche an, Cabrio mit so Brille hoch und fuhr so vor, dann steigt er aus, gibt ein Hallo, hallo, hallo, hallo. Dann geht er in seine Umkleide, die Tür zu seiner Umkleide ist auch immer auf. Da steht er dann manchmal mit nacktem Oberkörper und telefoniert oder so. So ein Typ ist das. Und in der Show macht dann: "Ich muss da mal nachfragen." Und denkst du: "Wow, wow, ist der investigativ?" Null. No way. Du merkst es in den Gesprächen mit Richard David Precht auch, wo der, der ist erstmal finde ich wahnsinnig halbgebildet. Also, der macht so Name-Dropping, Phrasen-Dropping. Ganz oft: "Massa Lucy Müller hat in ihrem Buch geschrieben 1977." Denkste: "Come on, wer hat dir das aufgeschrieben? Du kannst doch nicht mal geradeaus gucken." Und damit will ich sagen, Markus Lanz macht das, aber es ist fake. Und ich finde solche Gespräche sind halt geil, wenn nur ein bisschen so von deiner Ursubstanz noch mitkommt. Du musst nicht mir nach dem Mund reden, auch nicht dich irgendwie jetzt überhöhen, aber z.B. das Thema, was eben hat. Ich kann dir noch ein gefährlicheres Thema geben. Impfen, ne? Ich frag dich nicht, bist du geimpft, bist du nicht geimpft? Aber es gab eine Zeit, da war das die Grätchenfrage und da hätte keiner, glaube ich, in der Zeit, wo dieser Druck so immens war, gesagt: "Äh, ich bin ungeimpft, ich habe auch einen gefälschten Impfpass." Hätte ich schwöre dir, ganz viele Leute, die in deiner Sendung waren, haben gefälschte Impfpässe. Impfpässe. Absolut. Inklusive wir beide. Nee, ich habe keine. Nee, aber pass auf, weil das geht ja in beide Richtungen. Dadurch, dass ich ja ein relativ breites Spektrum habe, ist, wenn ich jetzt geimpft bin, ich bin tatsächlich geimpft und zwar zweimal. Ähm, ja, ekelhaft, ja. Ich würde das aber rückblickend nicht mehr machen. So und ich habe damals, es ist quasi, also ich habe viele Leute am Tisch gehabt, die genau sagen würden: "Bei du bist geimpft, nicht mit dir kann ich nicht reden." Aber ich glaube, man muss verstehen, wie es zu gewissen Entscheidungen gekommen ist, ne? Und ich z.B. habe mich impfen lassen, weil das damals noch, ich hatte keine Ahnung, dass das möglicherweise böse ist. Was heißt böse ist, also nicht so ist, wie es äh gesagt worden ist. Als ich mich damals habe impfen lassen, ich habe halt so ein allergisches Asthma, deswegen habe ich das quasi früher bekommen als alle anderen. Und der Impfarzt hat mir quasi in dieser quasi in der in dieser Halle da in Köln hat mehr oder weniger gesagt: "Ey Junge, du hast dir doch auch jetzt die Impfung ergaunert, dass du hier als erster dran bist, damit privilegiert bist." Wo es Privileg war. Das war ein Privileg und das war so quasi so bei mir in der Bubble war.
So, e. Ich kenne noch einen Arzt, und wir könnten hier was machen. Und wenn du geimpft werden willst, dann kannst du jetzt heute und dann quasi an der Schlange vorbei. Und das war quasi die Zeit, als ich geimpft worden bin, und dann konnte ich wieder nach Südafrika fliegen. Und das war total Freiheit. Und ich war null in dieser Bubble drin, sondern ich habe einfach ganz normal mein Leben gelebt und wusste davon nichts. Und dann die dritte Impfung, da habe ich dann das auch zu mir durchdringen, aber das war noch alles lange vor Podcast.
Also, du bist dreimal geimpft? Nee, zweimal. Zweimal. Das dritte Mal war so: "Oh Gottes Willen, das mache ich nicht, diese Scheiße." Aber ich meine, wie sind wir auf das Thema gekommen? Weil wir diese tribalen Strukturen haben: Bist du nicht geimpft oder bist du geimpft? Und ich finde, es ist halt sehr komplex. Die Frage ist halt, warum bist du nicht geimpft oder warum bist du geimpft? Und da hört ja meistens keiner mehr zu.
Auf jeden Fall, ähm, glaube ich, haben wir uns verständigt. Du willst das Ganze zum Abschluss bringen, dass ich, ich finde es halt sehr viel bad energy. So, wir reden über Dinge, die nicht schön sind. Mm. Dann drehen wir das jetzt mal rum auf auf die Good Energy. Lass uns über schöne Dinge sprechen. Du bist quasi aus der Bubble, aus der Medienbubble raus und hast das ja auch gesagt, warum und wie. Und jetzt bist du in diesem, in Anführungsstrichen, wie ich meinen würde, freieren Internet. Ähm, ist das für dich Good Energy oder ist das auch irgendwie komisch?
Äh, das ist sehr ambivalent, aber viel schlechte Energie, auch viel, sehr viel andere schlechte Energie. Aber dein Kernthema ist ja sozusagen, du bist ja der Hassprediger quasi. Also, und dann äh, sagst du, okay, da ist jetzt schlechte Energie, aber dein, wenn du auftrittst, dann trittst du ja quasi mit schlechter Energie auf. Das scheint dich aber zu stören. Also schlechte Energie scheint dich zu stören?
Ja, die Frage finde ich ein bisschen zu simpel. Also, jemand, der einen Mörder spielt, muss nicht Spaß dran haben, Leute umzubringen, sondern der kann sogar Empathie für die Opfer empfinden. Das ist ja ein Schauspieler, und ein Schauspieler setzt, versetzt sich in Situationen, die so sein könnten, und er könnte vielleicht auch so sein, aber es ist ganz selten der Fall, dass er so ist. Deswegen, der Hassprediger ist eine Rolle von mir. Das ähm Programm ist ein mit Liebe durchtränktes Programm.
Warst du mal in meiner Live-Vorstellung? Leider nein. Deswegen ist das der Titel Hassprediger. Aber was Inhalt des Programms ist, das wird dir jeder bestätigen, der in meinem Programm war, ist was ganz anderes. Nämlich ist es eigentlich ein Appell an die Liebe. Wenn ich so äh überlege, was, also ich bin so dein YouTube-Kanal durchgegangen und deine Reaction-Videos, die scheinen mir nicht unbedingt einen Kanal, ein Appell an die Liebe zu sein, sondern die sind halt Roasting, was ja, ich kritisiere das gar nicht, das ist ja auch völlig in Ordnung. Du kannst es kritisieren. Das ist doch das, was ich eben meinte.
Nee, nee, aber das, ich finde, dass es, dass es wichtig ist, aber mir scheint es, du spielst eine Rolle, ja, aber es ist auch eine Rolle, die dir auf den Leib geschneidert ist. Also eben haben wir über den Rastprediger gesprochen, dafür habe ich dir die Erklärung gegeben. Jetzt reden wir über Hasta La Vista, das ist noch mal ein anderes Format. Äh, Hassprediger ist ein Programm, in dem es um Liebe geht. Und ich habe gesagt, sein Appell für und an die Liebe. Ähm, weil der Ursprung dieses Programms, das liegt schon länger zurück, war die Lesung aus "Mein Kampf" und dann die Auseinandersetzung mit den Texten des Dritten Reiches, der Lesung aus der "Bild"-Zeitung und dann die Erkenntnis und dem Entschluss: Ich kann das selber, ich muss Demagogie nicht ablesen, ich kann sie erfinden. Und dann hieß das Programm eine Zeit lang "Ein demagogischer Blindtest", weil ich versucht habe, Zuschauer in Fallen zu locken und sie sich selbst äh, sie mit sich selbst zu konfrontieren. Also, wie schnell bin ich bereit, intolerant zu sein, wenn mich jemand unauffällig dazu animiert? Ja, das hat sehr oft, eigentlich immer funktioniert, bis es dann als Masche erkennbar war und dann habe ich es auch gelassen.
Hastalavista ist was anderes und ähm, da kann ich jetzt ganz offen sein. Es ist eine Kopie eigentlich von Bill Burr, der das gemacht hat. Ähm, Bill Burr hat Reaction-Videos parodiert, indem er eben Ausschnitte nicht im Bild, er macht das nur mit Ton kommentiert hat auf eine satirische Art und Weise. Und ich hatte das vor Jahren vor und habe damals mit meinem Manager gesagt: "Ey, das wäre ziemlich cool, wenn ich das hier, was Bill Burr gemacht hat, auch machen würde. Auch so in der Radikalität. Das gibt's in Deutschland nicht. Das ist dann entweder Roast, dann weiß jeder, die Texte sind geschrieben und nachher mögen die sich alle wieder. Oder das ist irgendeine Reaction-Video, bei der irgendjemand irgendwas kommentiert, ohne dass es satirisch ist. Und wir hatten die Tools nicht. Wir hatten einfach damals die Tools nicht und wir hatten die Frage nicht geklärt, wie es mit den Urheberrechten ist, weil das ist das größte Problem. Sobald du irgendwas kommentierst, wirst du gestrikt, weil du Originalinhalte verwendest. Gibt's bestimmte Regeln und das ist halt wahnsinnig mühselig, das zu bewältigen. Anfang des Jahres habe ich dann, hat mir jemand gesagt: "Ey, da gibt's eine coole App, mit der kannst du auf dem Handy einfach Video gucken, bis unten eingeblendet, kannst das kommentieren." Und ich hatte Zeit, war zu Hause, wollte das ausprobieren. Habe, glaube ich, Robert Habeck, genau, war mein erstes Video. Habe das genommen und habe so einfach gesprochen: "Boah, guck mal, wie der aussieht, Alter. Ist das ein Lappen? Ist das ein Lauch?" Und das Video war dann fertig. Hab das runtergeladen, dachte, das ist eigentlich eine coole Idee und so easy. Ich kann immer, wenn ich was sehe, nehme ich mein Handy und scheiß Qualität, komm, egal. Die Qualität ist immer noch scheiße. Ich will das aber so haben und ich mach's auch immer als One-Take. Es ist immer, ich sehe was, ich kannte das vorher nicht und dann sage ich einfach, was mir durch den Kopf geht. Und ich habe es veröffentlicht und es hatte plötzlich 300.000, 1000 Klicks und ich denke so: "Wow, wie geil ist das?" Und seitdem mache ich das, dass wenn mir was auffällt, ich meinen unmittelbaren Eindruck natürlich aus einer Figur heraus dazu spreche und versuche, das Ganze so ein bisschen Absurdum zu führen. Also, es ist eine Parodie, es ist nicht echt. Ich kenne diese Leute zum Teil gar nicht, oder ich würde so nicht über sie reden. So, wenn wir jetzt so wie hier miteinander sprechen würden. Aber sie bieten halt aufgrund ihrer eigenen Darstellung in der Öffentlichkeit so viel dankbare Angriffsfläche, dass ich denke, da muss da jemand kommen und das nutzen.
Annalena Baerbock, ihr Instagram-Kanal ist eine Goldgrube. Jedes Video ist ein Geschenk Gottes. So, hallo, ich bin, oder jetzt alles auf Englisch: "I'm here in New York. Empire State Building. Wonderful here with my coffee." Come on, das ist Comedy-Gold.
Mehr Julia Klöckner. Alter, die ist so geil. Die kennst du ihre Videos? Ich kenne sie tatsächlich. Ich war auch schon mal hier, aber ich habe auch schon mal ein Video von der gesehen, aber jetzt nicht wahnsinnig viele. Wieso? Wie? Was ist da? Läuft halt. Die ist Bundestagspräsidentin, Digger. Die ist zweithöchstes Amt Deutschlands und die ist wie so eine kleine poplige Influencerin. Ja, hier ist mein Büro. Ich, das mache ich hier. Dann macht die so symbolisch unterschreibt die irgendwelche Staatsverträge und ist immer mega angezogen und du denkst so, manchmal ist es halt auch offensichtlich, dass sie sich nicht selbst filmt, sondern dass ein Team auch ist, so Media-Team wahrscheinlich. Und das war halt für mich so, da dachte ich: "Ey, 11 m." Und was halt noch geil ist, ich habe so ein paar Prinzipien jetzt mir auferlegt. Äh, es trifft alle und dadurch wird's äh klar, ich meine niemanden. Das kapiert aber keiner, sondern immer, wenn er oder sie sich angesprochen fühlt, gehen alle auf die Palme oder der Rest feiert es. Bei Annalena Baerbock kommen alle AfD-Wähler so: "Oh, die alte Scheiße, ich hasse die." Nächstes Video. Alice Weidel, du [ __ ] du hast keine Ahnung. Und ich denk so, also die wiederkehrende Diktion eurer Kommentare müsste euch doch verdächtig vorkommen. Merkt ihr das nicht, dass das eine Verarschung ist? Und das ist halt auch geil. Und dann, was auch dazu kommt, ist aber so mein persönlicher Spaß. Ähm, da sind immer Fehler drin und ich lasse die immer drin. Ich sage z.B. bin ich drei Tage bad, s ich sage drei Tagesbad. Und das ist wie so ein kleiner Köder, den lasse ich so da liegen und dann prompt, jetzt neue Entwicklung, es gibt Reaction-Videos auf meine Reaction. Ach krass. Das habe ich nicht gesehen. Von immer den gleichen Typen, die sich so dran festgebissen haben. Die haben jetzt auch so ein Bild von mir, der wieder und dann die steigern sich so geil. Ich sitz davor und hol mir 24 Stunden ein runter, weil das halt exakt das ist, was ich damit erreichen wollte.
Du wolltest damit erreichen, dass die sich aufregen? Nee, ich wollte diese ganze Internet-Reaction-Welt ad absurdum führen, indem ich inflationär es mache, indem ich es in einer gewissen ironischen Art und Weise mache und unprofessionell. Aber glaubst du, dass das Internet sagt: "Okay, wir hören jetzt mit Reaction-Videos auf, weil der Serde hat uns die Augen geöffnet"? Ich will ja nicht die Leute bekehren, ich will ja mich verwirklichen. Ich bin ja genauso egozentrisch wie alle anderen auch, aber meine Art, mich selbst zu verwirklichen, versuche ich ein bisschen authentischer zu halten. Also, ich ich mache nichts für andere, ich mache was für mich.
Ja, das ist ja genau das, was ich meine. Dieses, du machst es authentisch und wenn du authentisch was machst, ja, dann zerreißt du Leute quasi. Ähm, und das, das scheint ja irgendwo tief in dir drin zu sein. Du bist ja nicht heute der, der die Leute zerreißt und morgen bist du quasi so eine Art, wie heißt es hier, so ein Keif-Pflaume von "Nur die Liebe zählt". Das, das bist du ja nicht. Das ist halt Keif-Pflaume. Der ist ja anders als du und der verwirklicht sich selbst und du verwirklichst dich selbst und wenn du dich selbst verwirklichst, dann, dann tropft quasi Blut meistens.
Nee, das ist glaube ich ein Missverständnis. Also, sorry, ich will das nicht so sagen, als würde ich dich belehren wollen, aber es ist eine ganz einfache Technik. Ich bin ja Schauspieler und als Schauspieler ist die Aufgabe immer die gleiche. Du musst etwas so spielen, dass die Leute denken, du bist das. Und das kann ich. Das ist mein Job. Das habe ich immer schon gemacht und ich habe es in unterschiedlichen Facetten gemacht und am erfolgreichsten war es in den letzten Jahren, wenn ich es eben in einer bestimmten Art und Weise gemacht habe, aber ich bin das nicht. Es sind Teile von mir und jeder Schauspieler sucht immer in seiner, also es gibt ja nur zwei Schauspielmethoden: Stanislawski und Strassberg.
Das musst du kurz erklären. Stanislawski ist so mehr im Osten gewesen. Da guckst du eine Figur an oder eine Vorlage und du spielst sie eigentlich nach. Ja, du du imitierst eine Vorlage. Bei Strassberg geht's nur darum, herauszufinden, wo das in dir ist und das vergrößerst du. Ja, also, wir nehmen jetzt mal, nehmen wir mal, was kann man nehmen? Jemanden, einen Mörder. Der, der Stanislawski-Schüler stellt sich vor, wie ein Mörder ist und spielt das so, wie er denkt, dass der Mörder sei. Der Strassberg-Schüler stellt sich vor, dass er der Mörder ist und sucht den Mörder in sich. Und die Theorie ist und die Vermutung, die These ist, dass wir alles in uns haben. Wir sind theoretisch alles. Wir können Kindermörder sein, wir können, wir können Ödipus sein, wir können alles sein. Nur die Frage ist, in welchen Größenordnungen. Es sind Spurenelemente in dir wahrscheinlich, die Kindermörder, Kindermörder sein könnten, Spurenelemente in mir, die whatever sein könnten. Und deswegen das zu vergrößern ist die Schauspielarbeit. Also, in sich zu gehen, ein wahnsinnig anstrengender Prozess und beängstigender Prozess auch und zu suchen, wo ist das, wo ist das und dann es zu greifen und sagen: "Da ist es" und dann wirklich es aufzupumpen, bis das riesengroß wird und alle denken: "Okay, der ist das, der ist der hat voll Bock, jemanden umzubringen. Das ist ein Mörder."
Weißt du, wie oft Leute, und das, das Krasse ist, die Fähigkeit des Schauspielers ist ähnlich, übrigens wie mit KI, steht in in kolossalem Widerspruch zu den Fähigkeiten der Zuschauer, zu erkennen, wann jemand etwas spielt. Ja, das ist z.B. die, das deswegen erwähne ich KI. Der große Fortschritt, den KI hat und der Vorsprung ist, dass die technologische Entwicklung den Menschen so voraus ist, dass die Menschen mit so einem Verständnis des Mittelalters auf so Future-Sachen gucken und das für bare Münze nehmen. Du kannst heute mit KI so viel krasse Sachen behaupten und die Leute sagen so: "Ja." Und keiner denkt so: "Keine Ahnung, das ist fake." Und das musst du noch nicht mal mit KI machen. Ich mache z.B. auf Instagram poste ich uralte Bilder und die Leute sagen: "Boah, bist du schlank geworden?" Und ich denk so, die nicht, dass mein Bart dunkel ist oder das? Und so ist das eben mit dem Schauspiel auch. Und deswegen, ich weiß nicht, ob du das weißt, jedes Mal, wenn "Tatort" läuft, rufen etliche Leute bei der Polizei an und sagen: "Ich habe den äh, der Mörder, das ist der hier mit dem blauen Auto. Habe ich Kennzeichen aufgeschrieben."
Das glaubst du nicht wirklich? 100 Prozent. Ich habe es selber erlebt. Ich habe selber erlebt, dass Leute im Fernsehen etwas sehen und nicht checken, was das ist, in die Polizei anrufen. Aber das ist das einmal passiert oder ist das jeden Sonntag 20:15 Uhr gehen Notrufe ein? Frag die Polizei, das geht ja. Ey, die Leute sind dümmer als du denkst.
Warum? Was meinst du, warum Wahlen so ausgehen, wie sie ausgehen? Ja, es gibt da, da gibt's zwei Thesen. Es gibt die eine These, die sagt, es ist, Leute sind deutlich dümmer als wir denken. Und dann sehen wir aber beispielsweise irgendwie so Longform-Podcasts, dass Leute sich komplexe Themen sehr, sehr lang angucken und komplex kommentieren. Also, wie auch immer die Menschen da sind, irgend, wir scheinen es nicht zu wissen, weil offensichtlich gibt's absolute Vollidioten, aber ich glaube, die Masse ist gar nicht so dumm, wie man möglicherweise glauben könnte.
Das ist ein gutes Thema. Also, die Frage ist, was ist gar nicht so dumm, was ist die Masse und worauf bezogen? Also, ich glaube z.B., wenn es um den eigenen Vorteil geht, ist die Masse sehr klug. Wenn es irgendwo was billiges gibt, da stehen die Leute Schlange. Deswegen, es gibt z.B. ein Phänomen. Ich plaudere jetzt hoffentlich nicht zu sehr aus dem Nähkästchen, aber ich mag das Gespräch, deswegen animiert es mich dazu. Ähm, ich hasse, und das sage ich jetzt ernst, ich hasse nichts mehr wie die Pest, wenn jemand so meinen persönlichen Raum überschreitet, ne, besonders Fremde. Und deswegen, wenn wir z.B. auf Tour sind, gehe ich entweder zu bestimmten Uhrzeiten nur frühstücken im Hotel oder ich suche mir den letzten Platz in der Ecke. Und was passiert? Der ganze Saal ist leer und ein Gast kommt rein und setzt sich so nah neben dich, dass der dich berührt und du denkst so: "Alter, kannst du bitte mein Personal Space achten? Verfick, hau ab hier." So, das, es gibt davon ganz extreme Varianten. Z.B. auf der Straße stehen bleiben und irgendwo hingucken. Da bleiben zehn Leute mit dir stehen und gucken auch. Auf dem Trödelmarkt, wenn du selber verkaufst und dein Stand läuft nicht, stell dich vor deinen eigenen Stand und lass jemanden dahinter stehen und sagen: "Was kostet das?" Kommen fünf Leute, die sagen: "Ich biete mehr." Das ist so Herdenverhalten. Denkst du: "What? Was ist das?" Und deswegen, Leute sind sehr klug, wenn es um ihren eigenen Vorteil geht. Dann sind die gar nicht dumm. Aber sie sind ganz dumm, wenn jemand ein bisschen ihnen voraus ist und es schafft, sie in eine Falle zu locken durch falsche Versprechung, dadurch, dass der die emotional auffängt, äh, oder in irgendeiner Weise ihnen das Gefühl gibt, sie wären verstanden, dann öffnen die sich plötzlich und dann verlieren die jegliche Kontrollmechanismen und dann kannst du unglaublich viel schlechtes mit diesen Menschen anstellen. Gustav Le Bon, "Die Psychologie der Massen". Markus Lanz?
Schon mal auf, verkaufst du das? Klang jetzt so, als würdest du regelmäßig auf dem Trödelmarkt verkaufen. Habe ich früher gemacht. Warum? Ich brauchte Kohle und war auch irgendwie, wollte auch Zusatzgeld haben zu dem vielen Geld, was ich schon hatte und ich mochte das. Ich mochte das einfach.
Was mochtest du daran? Also, ich habe die alten Playboy-Hefte meines Bruders vertickt, was er erst sehr spät gemerkt hat, wahrscheinlich, weil er sich wieder ein zwirbeln wollte und die Hefte weg waren. Ich habe mir übrigens natürlich auf dieselben Hefte auch einen runtergeholt, aber ich dachte irgendwann: "Komm, das ist jetzt die ein und dieselbe Frau, die macht mich auch nicht mehr geil. Ich besorg mir lieber neues Geld, um mir vielleicht von dem Geld neue Hefte zu leisten." Und das war Anfang der Geschichte und dann haben wir angefangen, Trödel zu sammeln und irgendwann auch von Leuten Sachen geschenkt bekommen. Das habe ich eine Zeit lang gemacht. Ich hatte äh tatsächlich am Anfang meines Lebens bis zum 30. Lebensjahr sehr, sehr wenig Geld. Sehr wenig Geld. Gar kein Geld.
Und dann hast du getrödelt, um dir ein bisschen was dazu zu verdienen. Aber du hast damals schon, hast du Theater gespielt, ne? Ja, ich habe, genau, ich habe angefangen sehr früh Theater zu spielen, aber Geld habe ich damit nicht verdient, lange Jahre nicht. Mm. Und dann mit 30 kam sozusagen der künstlerische Durchbruch und dann kam auf einmal Kohle. Ja, so kann man sagen, 96 würde ich sagen, ist so ein ein Jahr gewesen, in dem ich sehr viel Erfolg hatte. Wann war, wie alt war ich da? 68 geboren. 78, 88. Ja, fast 30, 28 war ich da schon. Und ich habe aber mit 14 angefangen Theater zu spielen für Geld.
Mit 14 Theater für Geld? Wo, wo, wer bezahlt denn 14-Jährige? Ich war Jungstudent an der Universität in Köln mit 12. Also, ich habe einen, also ich habe angefangen Musik zu machen relativ spät mit zehn, weil äh meine Eltern sich die Blockflöte nicht leisten konnten. Das, man musste früher in die, in so eine Art Grundausbildung für Vorschulkinder oder für Kinder, die in der Grundschule waren und da musste man Flöte lernen von der ersten bis zur vierten Klasse. Und das hatte ich nicht, weil meine Eltern kein Geld hatten und das auch nicht kannten und gesagt haben: "Was willst du Flöte lernen, scheiß drauf." Flöte Willy, sagt man ja auch in Köln. Das ist übrigens mein Lieblingsschimpfwort. Kennst du das? Das ist so, Flöte Willy ist so, Kölner haben manchmal schöne Schimpfwörter.
Das habe ich noch nie gehört. Ich habe auch immer gedacht, was ist dann Flöte Willy, jetzt das Schlimme? Flöte Willy ist macht oder spielt er Flöte. Egal. Side fact, funny side fact. Mit wollte ich dann Schlagzeug spielen und äh, ich war besessen eigentlich davon und äh, ein Lehrer an meinem Gymnasium, der hat gesagt: "Ja, mit dem ist irgendwas, äh, das sollte gefördert werden." Und dann hat er mir so eine Ein-Kärtchen gegeben von der Musikschule und gesagt: "Geh dahin und sag, dass du Unterricht haben willst." Und die haben gesagt: "Nee, das zehnte hat keine Grundausbildung, klappt nicht. Es kann sein, dass wir bei Klarinette noch nicht so, never ever Klarinette, no way." Und ich war halt mit zehn schon relativ fanatisch und wusste, ich will das und wenn ich das nicht kriege, dann will ich es nicht. Und dann haben die gemerkt: "Okay, der hat irgendwie wirklich Bock da drauf." Dann bin ich ein halbes Jahr lang äh zum Unterricht andere Leute gegangen und durfte nur zuschauen. Also, ich habe gesehen, was die gelernt haben, aber ich saß hinten habe zugeschaut und die haben das so als Test gemacht, ne? Wenn der das macht, dann ist er wirklich willens, das zu lernen. Und nach einem halben Jahr sagte dieser Lehrer irgendwann mal: "Hey, möchtest du auch mal spielen?" Und: "Ja, klar, mache ich." Und ich habe das aber unbewusst gemacht und ich konnte alles, was ich gesehen hatte, selber spielen. Also, ich habe das abgespeichert und ich lerne halt, ich bin jemand, der visuell lernt auch, ne? Und der hat so gesagt: "Hast du vorher schon mal gespielt?" Ich: "Nee, nee." "Warum?" "Ich aber." Und dann hat er immer so das Heft genommen. Ich hatte halt auch die, die Noten mitgelernt, ne? Die haben über Noten gespielt, dann hat er immer umgeblättert, gesagt: "Spiel das." Und habe ich: "Klar, ich habe das ja gesehen, nachgespielt." Und dann ist der wiederum zu den Leitern der Schule, hat gesagt: "Der Typ ist begabt, der muss ein Stipendium kriegen."
Aber Moment, du hast Schlagzeug nie gespielt, aber warst quasi, wenn du ein halbes Jahr da ungefähr warst, warst du in 25 Schlagzeugeinheiten äh, plus minus hast es gesehen und Schlagzeug ist ja ein Instrument, was man relativ leicht nachstellen kann. Kann ich am Tisch machen. Habe ich hier, keine Ahnung, unterm Tisch habe ich noch eine Base. Und das hast du aber nie gemacht, sondern du hast es nur abgelesen? Nein, also, man lernt, sorry, ich habe das ein bisschen verkürzt erzählt. Äh, Schlagzeug lernst du erst an der kleinen Trommel. Das Basisinstrument, was du in Deutschland, das jetzt in anderen Ländern nicht so, Deutschland ist da sehr strikt, dummerweise, das Basisinstrument ist kleine Trommel. Das heißt, du fängst an erstmal nur mit der kleinen Trommel. Die meisten kriegen sogar nur so ein Übepad, was total frustrierend ist, weil es überhaupt nicht laut ist und ein Kind will laut haben. Und danach wechselst du über zum Drumset und das Drumset ist so, wie du beschrieben hast, das ist dann, dann lernst du schon viel mehr Koordination, Motorik und das äh, das konnte ich natürlich nicht von Anfang an, aber nachdem ich das Stipendium hatte, habe ich relativ schnell das sogenannte Schlagwerk gelernt. Also, Schlagwerk ist dann Marimbaphon, Vibraphon, also die Stabinstrumente, die Mallets, dann z.B. auch Congas, Bongos, das Drumset, Pauken, also die Kesselpauken, das gehört alles dazu und dann wirst du umfangreich ausgebildet als Schlagwerker. Und ich war 12, als ich dann dieses Stipendium hatte, seit anderthalb Jahren ungefähr. Und dann hat die Musikschule, auf der ich war, gesagt: "Okay, das nächste Step, der muss auf eine Musikhochschule als Jungstudent." Und ich, auch da war ich so: "Was ist denn das? Keine Ahnung." Und dann bin ich an die Musikhochschule nach Köln gekommen zu einer Koryphäe, nämlich Professor Kaskel, Christoph Kaskel, total durchgeknallter Typ. Alle Schlagzeuger, die du irgendwie kennst, wenn du dich dafür interessierst, waren bei dem, Kurt Bilker, äh, Frank Köllges, das ist eine Legende in Köln gewesen, der hat bei Intermission gespielt, ein total verrückter Typ und der Ursprung dieser Verrücktheit war dieser Dozent. Und da bin ich hin. Ich war 12. Meine Mutter hat sich tierisch viel Sorgen gemacht um mich, weil ich immer alleine mit dem Zug nach Köln gefahren bin. Und dann saß ich bei diesem Typen und der war so: "Aha, haben wir geübt, so. Dann nehmen wir mal das Patränchen auf die Trommel. Ja, so hat er mit einem gesprochen." Und ich habe dann nach einem halben Jahr gesagt: "Der ist durchgeknallt, ich gehe da nicht mehr hin." Und dann haben die gesagt: "Wie, du hast ein Stipendium, du musst, du willst doch Musik studieren?" Und in dieser Zeit war ich schon so auf der Schule, ich war auf dem Gymnasium super schlecht. äh Noten zwischen 5 und 4, manche eins, wo ich Bock drauf hatte. Und mein Abschlusszeugnis dann in der neunten Klasse, wie alt ist man in der neunten Klasse? 16, vielleicht 15, ne? 15 war ich, hatte sechs Einsen und fünf Fünfen und eine Sechs. Krass. Es war so zwiegespalten. Und ich hatte aber vorher schon angefangen, weil ich so ein bisschen Theaterluft geschnuppert hatte. Da war ich eben 14, 15 Theater zu spielen und habe ein Engagement bekommen. Mich hat ein Kulturverein aus Goch eingeladen und hat gesagt: "Wir haben gesehen hier Schüler-Theaterwochen, möchtest du nicht bei uns ein Solostück spielen?" Und habe ich gesagt: "Ist ja geil, kriege ich dafür was?" Nimmer ein Jahr 300 Mark. Und da habe ich mein erstes Geld verdient und da begann sozusagen meine fatale äh Schauspielkarriere.
Du hast mit 14 ein Solostück gespielt. 14, 5, "Bericht für eine Akademie". Das heißt, da saßt du alleine auf der Bühne und da kamen quasi Erwachsene und haben sich es angeguckt? Ja. Ja. Über was ging's da? "Der Bericht für eine Akademie" ist von Franz Kafka, ein Monolog, den der Affe Rotpeter hält, der mittlerweile menschlich geworden ist und der seinen Werdegang schildert. Und das ist ein sehr beliebtes Stück gewesen zu der Zeit. Ich hatte es damals, ich bin sehr gerne ins Theater gegangen. Wir sind, ich habe eine sehr, ähm, kunstinteressierte Familie, meine Mutter insbesondere und deswegen bin ich als Kind schon, es gab so Jugendkarten und ich bin statt ins Kino immer ins Theater gegangen. Und im Theater hat jemand dieses Stück gespielt, "Bericht für eine Akademie" und ich war total fasziniert, dachte: "Wow, geil, einer alleine und ein Affe spielen ist sowieso cool." Und dann habe ich mir so vorgestellt, kannte das so aus dem Fernsehen, Rollenstudien, dass ich das irgendwie noch besonders lernen muss und bin dann immer ins Affenhaus gefahren nach Krefeld mit 14, ja, 14, 15 so etwa. Und ähm, aber da kamen noch andere Umstände dazu, z.B. wie, dass ich von zu Hause rausgeflogen bin und obdachlos war und irgendwie Geld verdienen musste. Also, ich musste irgendwas finden, um zu überleben. Ich habe mich mit meinen Eltern überworfen, das war ganz schlimm und bin dann einfach abgehauen, habe gesagt: "Könnt mich am Arsch lecken, ich gehe irgendwohin." Und da habe ich dann angefangen, eben diese Gelegenheiten, Geld zu verdienen, wahrzunehmen. Und ich bin um diese Rolle einzustudieren ins Affenhaus nach Krefeld gefahren und habe da jeden Tag die Affen beobachtet, die Schimpansen, die Gorillas und habe halt versucht, deren Verhalten zu lernen. Ich war 60 Tage lang da, fast jeden Tag, weil ich eben auch aus so Filmen kannte, Robert De Niro, Christian Bale, den gab's damals noch nicht, Rollenstudium, so du musst dann abnehmen, fett werden, wie ein Affe sein. Guck mal, ich habe das noch drauf. Das ist nämlich, sehe ich sofort. Ja. Äh, und das habe ich mir draufgeschafft und habe tatsächlich echt auch krasse Sachen dort erlebt. Also, Interaktion mit den Affen hatte ich zum Schluss. Ich durfte mal in den Käfig bei der Fütterung. Es war, es waren sensationelle die Erfahrung.
Dann hast du nach der Schule im Affenhaus gesessen für 5 Stunden während der Schule? Schon während der Schule. Die Schule war, war egal. Ich war, ich war Drup, wie man in Köln sagt. Ich habe äh, hatte eine Band. Ich war mittlerweile konnte ich schon recht gut spielen. Da war ich Sänger und Schlagzeuger zugleich. Ich habe mit Mädels irgendwie versucht, alles Mögliche zu reißen. Als Schlagzeuger war das auch cool. Du warst immer der, hey, der Schlagzeuger. Und ich sah auch aus, ey, ich sah aus wie so eine Mischung aus Kajag-Guru und Tom Waits, weißt du, Netzhemdchen, Pastellhose, geraucht, Goldkettchen und hab es mir auch mit allen verscherzt. Das war richtig übel zu der Zeit. Aber ich war halt cool. Ich, ich fand mich selbst mega cool. So richtig künstlermäßig, ne? Weil man würde jetzt denken, wenn du mit 15 halt die Schule schwänzt, dann keine, gehst du Bier trinken, gehst auf eine Party und du bist ins Affenhaus gefahren. Das ist ja auch verrückt, das dann Kumpel zu erzählen.
Warst du wieder im Zoo? Ja, ich war im Zoo. Ja, die Kumpels hatte ich nicht. Also, ich hatte nicht so viele Kumpels, den ich sowas erzählen konnte. Und in der Schule, ich habe ja ein Doppelleben geführt. Ich hatte mir in der Schule allerdings Privilegien verschafft, weil ich mich als Schülersprecher beworben habe und ich wusste, also es gab zwei Privilegien. Das eine war, damals habe ich etwas gemacht, was heute sehr viele Migranten auch machen, was bei mir aber noch neu war. Ich habe auf die Migrantenkarte gesetzt und entdeckt und habe meinen Glauben entdeckt als Waffe und dachte, das ist eine coole Waffe, das muss dir doch irgendwie Vorteile verschaffen. Heute ist das irgendwie gang und gebe. Das macht man halt heute so. Meine Eltern haben mir das immer verboten, die haben gesagt: "Ey, pass auf, entweder du bist als Mensch erfolgreich oder du bist ein Arschloch. Aber wenn du als Türke erfolgreich bist, dann hau ab." Und das war immer gut. Das war, das hat mir geholfen. Und dann habe ich aber irgendwann gedacht, ich verschaffe mir jetzt Freiraum, weil ich brauchte Zeit. Ähm, ich war müde. Ich kam morgens erst um 5 Uhr nach Hause, zum Teil besoffen, mit Fahrrad im Flur umgefallen und meine Mutter dachte: "Was ist mit diesem Kind? Das driftet gerade total ab." Und war einfach nicht in der Lage dazu, in die Schule zu gehen und zu folgen. Und in den ersten beiden Stunden, als ich in der neunten oder achten war, hatten wir Religion. Und dann habe ich gesagt: "Ich kann nicht in eine katholische und evangelische Religion, das verstößt gegen meinen Glauben. Ich habe richtige Gewissensbisse." Und es gab damals nicht die Befreiung vom Religionsunterricht. Es war Pflicht. Du musstest dich entscheiden. Und wir Türken, aus irgendeinem Grund wurde immer zu den evangelischen geschickt. So, okay, Katholik ist vielleicht ein bisschen viel. Geht zum evangelischen, das ist so ein bisschen Katholizismus-light. Und ich fand das total mies irgendwie da zu sitzen. Ich war halt auch der einzige Türke in meiner Klasse damals noch und habe dann halt diese Geschichte erfunden, das verstößt gegen meine Grundsätze. Ich kann nicht Jesus und so, da muss ich, muss ich Abbitte leisten. Und dann habe ich, geht nicht. Und dann habe ich beim Innenministerium NRW angerufen. Der zuständige Staatssekretär damals war Christian Clem, Wolfgang Clem, der später ja Minister wurde, Superminister. Und habe ihm einen langen Brief geschrieben, dass ich nicht zum Religionsunterricht gehen will und ich bin dann befreit worden von höchster Stelle. Habe ich gesagt: "Okay, der muss nicht rein." Ich hatte immer zwei Freistunden. Das war Novum, das gab's nicht. In den zwei Freistunden habe ich gepennt. Da war ich halt in der, in dem Fer, habe mich hingelegt, da gab's so eine kleine Couch, da habe ich immer geratz und dann ist mir später noch eingefallen: "Noch cooler wäre, du wirst Schülersprecher, weil da hast du noch mehr Freistunden, hast ein eigenes Büro, wirst beim Ratzen nicht mehr erwischt im Fer und kannst ein auf dicke Hose machen, weil du bist der Chef der Schule, Digger."
Es gab aber halt nur ein Problem. Ähm, ich war ja in der Mittelstufe und der Schülersprecher wurde aber durch den Schüler gewählt und nicht durch die Schülerschaft. Also, ne, der Schülerrat waren die Klassensprecher aller Klassen, die den Schülerrat bildeten und das war natürlich scheiße für mich, weil ich war ja sozusagen unabhängiger Kandidat. Und dann habe ich einen Aufstand angezettelt und habe gesagt, also wirklich auch auf dem Pausenhof so: "Wir müssen hier mehr Demokratie und die Schüler müssen alle mitbestimmen, wer Schülersprecher wird, weil es ist totale Diktatur, wenn nur ein erlesener Kreis von Leuten das bestimmt. Ich möchte bitte eine Abstimmung."
Haben, ob wir jetzt den Schülersprecher von der Schülerschaft wählen lassen und also ja, geil, geil, machen wir. Yay.
Und dann haben wir das hinbekommen, dass ich mit zwei Mitbewerberinnen durch alle Klassen gelaufen bin und eine Bewerbungsrede gehalten habe. Und ich habe halt natürlich alles versprochen, so äh kostenlos Kakao in der Pause und das und dies und bin dann irgendwie mit 80% gewählt worden als erster von der gesamten Schülerschaft gewählter Schülersprecher und hatte frei. Also hatte noch zwei Freistunden dazu. Vier Stunden pro Woche hatte ich frei.
Aber Moment, warum hatte so Freistunde? Konntest du quasi aussuchen, in welche Stunde du nicht gehst, weil du quasi ähm die Ausschussarbeit leisten musst. Diese SV, das hieß glaube ich SV-Stunden, wo du dann für die Schülervertretung eben freigestellt wurdest von irgendwelchen unwichtigen äh Fächern, ich weiß nicht was Philosophie oder so. Und dann bist du dahingegangen und hast halt im Wir haben geraucht natürlich damals wie die Schlote und hast im mit Füßen auf dem Tisch im im Schülersprecherbüro gesessen und gesagt: "Ich bin der Chef der Schule, ist geil hier."
Krass, das hat geklappt. Ja, vieles in meinem Leben hat komischerweise geklappt. Du hast gesagt, du hattest keine Kumpels, den du so dann die Geschichte vom Affenhaus erzählen konntest, aber hast es trotzdem geschafft, dich demokratisch von der Schülerschaft wählen zu lassen. Wie war das möglich?
Die Affenhausgeschichte stand in der Zeitung, war mein erster großer Bild-Zeitung-Artikel. Äh Schauspieler studierte 60 Tage Affen im Zoo, war in der Bild-Zeitung mit einem Bild von mir, wo so extra so eine Pose mache. Da war das raus. Äh meine Kumpels waren eher Musiker, die hatten nichts mit Theater zu tun. Und die Theatergruppe war so ein bisschen, das waren die die Pseudointellektuellen, die äh die die Gays, die irgendwie gesagt haben, ich spiel Theater, nicht Band. Natürlich wollten alle in der Band spielen, das war klar. Und ich fand aber Theater auch cool und habe das beides gemacht, aber beide Sphären hatten nichts miteinander zu tun.
Und die zweite Frage, die du gestellt hast, war das ist eine sehr gute Frage. Ich habe eine andere äh im Kopf tatsächlich. Äh wie ist das mit deinen Eltern passiert, dass sie dich rausgeworfen haben?
Ähm, also ich wurde immer wilder und immer verwegener und ich wollte immer mehr Anarchist sein, weil ich hatte so mein großes Vorbild war Jim Morrison. Ich war großer Doors-Fan, aber nicht, weil ich ich war ja nicht in dem Alter, in dem man Doors hört. Das waren meine Brüder. Ich habe zwei ältere Brüder. Der eine ist 8 Jahre älter, der andere sechs. Und die haben Doors gehört, weil wiederum mein Cousin, der noch älter war, den gesagt hat, hier, er hört mal coole Musik. Und ähm ich war von Anfang an total begeistert von Jim Morrison. Das war für mich die Blaupause. So wollte ich auch sein. Äh verwegen, wild, trotzdem irgendwie Künstler und dementsprechend habe ich mich dann auch so ein bisschen angeglichen. Also ich dachte, ich wäre das oder Prince oder so Leute haben mich immer fasziniert und für meine Eltern war das schwierig. Also, die haben dieses Kind gesehen, das ja offensichtlich sehr viel Leidenschaft für Kunst hatte, aber die verloren mehr und mehr den Zugang zu mir, weil ich auch meine Eltern in der Zeit nicht geschätzt habe, als das, was ich sie heute sehe, als zwei wundervolle Menschen, denen ich alles in meinem Leben zu verdanken habe und für die ich auf die ich unglaublich stolz bin auch. Ähm und dann ist es zu Konfrontation gekommen. Du machst das jetzt anders und dein großer Bruder, der bereitet dich jetzt auf die Mathearbeit vor und mein großer Bruder war immer so der der äh Vasall meiner Eltern und deswegen gab es zwischen uns auch richtig krasse Konflikte. Mein Bruder ist halt voll der technische Typ, der ist Maschinenbauingenieur, der war mathebegeistert und ist halt auch mit neun nach Deutschland gekommen und hatte diese ganzen Privilegien nicht, die ich hatte.
Sowieso eine krasse Geschichte. Ähm, ich ich schreibe ja gerade drei Bücher über meine Familiengeschichte. Eines ist das Buch über meinen Vater, das andere über meine Mutter und das dritte über uns Kinder. Und ähm es ist so krass, wie meine Mutter das geschafft hat, diese Kinder hier hinzubringen. Auch die Geschichte, warum ist total krass. Wenn ich sie erzähle, denkt man, komm, das ist erfunden, das kann nicht sein. Und mein Bruder war eben wirklich von dieser ersten Migrantengeneration, die damals in den 60er, 70er Jahren kam. ein Kind, also die zweite Migrantengeneration eigentlich, dass sich alles von der Pieke auf erarbeiten musste, Deutsch zu lernen, auf die richtige Schule zu gehen, weil es damals war es so: Türke Hauptschule, das war gesetzt. Und meine Mutter hat das hinbekommen, dass sie mit ihren dürftigen Sprachkenntnissen in so eine Lehrersitzung gegangen ist und gesagt hat: "Ich will, dass mein Sohn auf das Gymnasium geht." Und das Glück hatte, dass Leute erkannt haben: "Okay, der hat das Talent." Und deswegen schicken über den hin. Mein Bruder war, glaube ich, auch einer der ersten äh Gastarbeiterkinder, die in Deutschland Abitur gemacht haben.
Die Konflikte, die ich hatte, rührten aber aus was äh von von was anderem. Ähm, ich war eben nicht nur künstlerisch begabt, sondern ich war natürlich auch renitent. Als drittes Kind in der Familie war ich am Anfang so verhätschelt und vertätschelt und dann aber irgendwann auch äh auf den Abwegen, auf die meine Brüder nie geraten sind, weil sie vielleicht aus dem Ehrgeiz heraus als Migrantenkinder erfolgreich zu sein, auch konformer waren als ich. Ich war auch Migrantenkind, aber ich war ein behüteteres Kind, wobei auch meine Biografie viele Dellen hat und viele Risse. Ich war im Kinderheim äh und habe eine lange Zeit in meiner frühen Kindheit im Kinderheim verbracht. Also, wir haben als Familie auch eine sehr schwierige Familiengeschichte gehabt und das eskalierte dann in meiner Pubertät und irgendwann knallte es zwischen meinen Eltern und mir und dann gab es einen Bruch und in dieser Zeit war ich dann tatsächlich obdachlos, würde man heute sagen.
Wie ist das mit dem Kinderheim passiert? Ist das für dich noch spannend?
Das ist alles mega mega spannend, also das was da passiert ist. Oder weil du guckst gerade so weg, wie du guckst. Du langweilst mich 0,0, aber du hast gesagt, zum einen was eine super spannende Geschichte, warum deine Mutter deinen Bruder damals nach Deutschland gebracht hat, was da passiert ist. Da hast du gesagt, das ist eigentlich, glaub mir das keiner. Dann hast du nebenbei gedroppt, dass du im Kinderheim warst und dann hast du noch gesagt, dass du dann irgendwie mit 14, 15 obdachlos warst. Das sind drei oder vier Geschichten, die alle mega spannend sind und interessiert mich mega. Haben wir denn heute so viel Zeit?
Wir haben so viel Zeit. Ich gucke nur noch hier auf zum einen Zeit, auf auf das andere Technik, aber don't worry. Also, sag bitte ganz ehrlich, ey, pass auf, ich bin voll, ich kann nicht mehr. Okay. Ja, ja, klar. Das, weil ich will nichts weniger als nicht langweilen. M Okay, also let's go.
Ja, pass auf. Ich muss leider ausholen. Das ist nämlich eine super geile Geschichte, die ich sowieso erzählen will. Die habe ich auch schon mal erzählt, aber ich glaube, nicht jeder hat sie gehört. Deswegen mache ich es jetzt einfach noch mal. Und du kennst sie ja nicht. Ähm, mein Vater kommt aus Ostanatolien und der ist irgendwann auch als Kind, das ist die Tragik unserer Familiengeschichte, mit fünf aus dem Dorf seiner Mutter und seines Vaters nach Istanbul gegangen, weil mein äh Vater einen Bruder hatte, der verunglückt ist beim Honigsammeln in den Bergen. Und daraufhin, so sagt man jedenfalls in unserer Familienhistorie, meine Großmutter väterlicherseits durchgedreht ist und nicht mehr auf die Kinder aufpassen konnte. Es waren sieben Geschwister. Und dann ist mein Vater in einer Nacht-und-Nebel-Aktion in Zug gesetzt worden und von Ostanatolien nach Istanbul gekommen und da hat er sich verdingt als Kinderarbeiter, also wirklich harte Kinderarbeit mit Prügel, mit allem Drum und Dran und irgendwann äh ich überspringe eine lange Zeit, ist er jugendlicher geworden, hat eine Ausbildung zum Koch gemacht und ist dann zum Militärdienst gegangen. Da hat er meine Mutter kennengelernt. Die beiden waren zwei Jahre getrennt während des Militärdienstes und als er wiederkam, ist er fest angestellt worden in einem sogenannten Casino. Ein Casino ist in der Türkei nicht ein Casino, sondern Casino mit G. Das sind Musikkneipen, in denen wird Musik gespielt, Live-Musik und man isst dazu, wie ein Restaurant mit Musik. Und dieses Casino war das ähm ein sehr bekanntes in Istanbul in den frühen 50er, 60er Jahren, das Maxim. Und es ist heute würde man sagen eine Transvestitenbar. Ja, also sind Transvestiten aufgetreten.
Du hast jetzt in der Türkei. In der Türkei. Jetzt hast du sehr erstaunt geguckt. Ich weiß warum, weil man denkt Transvestiten, Türkei in dieser Zeit in den 50er, 60er Jahren war die Türkei unglaublich fortschrittlich, also sehr europäisch, weil in der Folgezeit nach Atatürk und İnönü die Türkei westwärts gewandt war und man fand das unglaublich schick, kein Kopftuch zu tragen. Also es ist eigentlich anachronistisch, dass die Menschen heute wieder das Gegenteil wollen. Und man ging in Casinos, man ging spazieren, es war, ne, man wollte sich den Hauch des mondänen Europas geben. Und dazu gehörte eben auch, dass Künstler wie z.B. Zeki Müren oder ähm Bülent Ersoy Transvestiten, würde man heute sagen, also Männer, die sich als Frau identifizieren, sehr geschätzt und bekannt waren, weil sie Exoten waren. Und das ist ähnlich wie in Indien. Ich weiß nicht, ob du weißt, in Indien werden ja Transvestiten auch verehrt als Heilige in manchen Teilen Indiens. Äh Männer ähm beschneiden sich dort selbst und werden dann zu diesen exotischen Figuren und ähm verdienen damit auch ihr Geld, dass sie auftreten als Transvestiten. Und diese ähnliche Kultur gab es in der Kunst- und Kulturszene der Türkei, insbesondere der städtischen Türkei. Und Bülent Ersoy und Zeki Müren waren die Ikonen dieser Bewegung. Wenn du Zeki Müren sagst, schneiden heute noch ganz viele Türken mit der Zunge, obwohl sie wahnsinnig homophob sind, die abstrahieren das. Also für die ist das eine äh Gestalt. Das ist weder Mann noch Frau, aber hat eine wahnsinnig tolle Stimme, wenn wenn du mit den sprichst. Also, ich habe das auch erlebt, z.B. wenn ich dir jetzt Bilder zeigen würde von Bülent Ersoy, du würdest sagen: "What? Das das sieht halt aus wie Katja Krasavice." Ja. und ist ein Mann und war ist jetzt mittlerweile operiert und dann läuft das in so einem Taxi, wo so ein Typ mit so einem Schleier ist und ein "Bismillahirrahmanirrahim" auf Arabisch so ein Sticker Spiegel ist und denkst: "Weiß der das, weiß das nicht, ist das geile Musik?" Und da hat mein Vater gearbeitet und die Leute wollten bekocht werden, weil es sollte ja mondän sein und deswegen wurde aufgetischt das Teuerste vom Teuersten. Austern, Shrimps, Hummer, alles was es gab. Und mein Vater wurde irgendwann Teilhaber dieses Lokals. Also er ist aufgestiegen, weil er ein sehr sehr guter Koch ist. Mein Vater lebt auch noch, ist jetzt wird bald 90. Ähm und irgendwann aber, weil mein Vater gleichzeitig gar nicht mit Geld umgehen kann und sehr spendabel ist, hat er angefangen, keine Rechnung mehr zu stellen und das hat sich rumgesprochen und die Leute haben gesagt: "Ey, da ist cool, da kriegst du Musik und Essen und du musst doch nicht mal bezahlen. Der ist der ist so, der ist so nachlässig. Geh dahin." Und der Laden brummte. Das war wirklich 24/7 brummte dieser Laden. Meine Mutter hatte inzwischen angefangen als Küchenhilfe bei ihm. Und irgendwann war der so überschuldet, dass ein Typ, so ein, man sagt Gerichtsvollzieher kam und gesagt hat: "Pass auf, hier sind Rechnungen, die müssen gezahlt werden, wenn nicht, machen wir dir den Laden dicht." Das war 1960 und mein Vater ist ein sehr jähzorniger Mann gewesen, mittlerweile nicht, und hat gesagt: "Ich zahle nicht." Und hat gesagt: "Doch, du musst zahlen, du gehst in Bau." "Nein, ich fick deine Mutter." "Deine Mut egal ob du meine Mutter fickst, vorher zahlst du die Rechnung, du [ __ ]" Und dann eine das eine Wort ergab das andere und dann hat mein Vater einfach geguckt und dann war ein Hummer in einem Eimer und hat den Hummer genommen und dem Typen auf den Kopf geschlagen. Die Geschichte ist unglaublich, oder ist ultra krass. Kann man sich nicht vorstellen, dass das wirklich ist. Soll ich weitererzählen?
Noch besser. Fall dann hat der Typ geblutet wie Sau und mein Vater ist sich dessen bewusst geworden. Oh [ __ ] Alter, ich habe jetzt auch noch ein anderes Problem. Die Polizei mich suchen und hat sich gerafft, seine Sachen zusammengenommen, ist abgehauen nach Beyoğlu, das ist ein Stadtteil in der Nähe des Taksimplatzes und hat versucht irgendwie sich zu verstecken und da hat er gesehen vor dem Amt zwei Menschenschlangen, die auf irgendwas warteten und hat geguckt und hat gesagt: "Was, was ist hier los? Worauf wartet ihr?" Und die haben gesagt: "Wir sind Gastarbeiter. Wir fahren nach Deutschland und nach Australien als Gastarbeiter, weil da kannst du Kohle verdienen. Ist mega." Und dann hat mein Vater gesagt: "Das ist die Idee, das geil, da super Idee." Hat sich mit in die Schlange gestellt, hat vorher überlegt, Australien oder Deutschland, Münze geworfen, wie er selber sagt. Das sind jetzt alles kolportierte Geschichten, die mein Vater mir erzählt hat. Und die Münze ist auf Deutschland gefallen und dann ist er in Nacht-und-Nebel-Aktion in den Zug gestiegen, von Istanbul nach München gefahren und ist in München gelandet 1960. Ohne alles, nichts. Nur türkische Gastarbeiter, die sind ins Gesundheitsamt gegangen, erstmal abgeholt worden, sind dann untersucht worden auf Krankheiten. Äh mein Vater sagt auch, die wollte meinen Pimmel angucken, der wollte die Frau dann irgendwie wegdrücken und dies: "Nein, so geht man hier mit Frauen nicht um." Und dann sind die wiederum verteilt worden in ganz Deutschland. Mein Vater ist nach Gelsenkirchen gekommen in den Tagebau und äh die anderen sind irgendwo gelandet und die haben gewohnt in so türkischen Männerwohnheimen. Kennst du das noch?
Nee, vom Hörensagen. Ich war nicht noch nie drin, weil die waren alle ghettoisiert. Die waren in diesen Männerwohnheimen und die sind arbeiten gegangen und abends waren die da alleine. Und auch da gibt's so geile Stories. Da hat mein Vater mir z.B. erzählt, mein Vater ist ein sehr offener Mensch, der halt auch ähnlich wie ich sehr ordinär sein kann. Dann meinte er eines Tages: "Wir haben die ganze Zeit einen Stehen gehabt, weil wir diese Frauen gesehen haben und das Land war auch echt komisch und mein Vater sagt immer: 'Das Land, in dem die Leute ihre Hunde küssen.'" Ja, das ist so bezeichnend. Ich find das so geil. Und die sind dann halt immer mehr rausgegangen, der Anfang so der Annäherung und haben aber diese fremde Welt gar nicht verstanden. Und eine Episode auch z.B. ist, die sind auf einer Autobahn gelandet, weil die nicht wussten, was Autobahn ist. Gesagt: "Chill, Autobahn sind wir gegangen, weil schnell." Und dann ist die Polizei gekommen, hat gesagt: "Hier, ihr könnt hier nicht, Autobahn ist nicht für Fußgänger." Und dann sind die wieder ins Heim gegangen und irgendwann hat er gesagt: "Ey, wir waren so rattig. Wir waren so lang, ey, wir wollten unbedingt irgendwie mal vögeln und dann hat Ali, so eine Art Gruppenvorsteher aufgrund seines Alters wahrscheinlich, gesagt: 'Ich besorge was zu [ __ ]. Ganz einfach.'" Und dann gucken wir und dann ist Ali angekommen mit einer Frau, einer blonden Frau, die musste blond sein und dann hat jeder zehn Mark in den Topf geschmissen und dann hat eine Schlange sich gebildet. Die Geschichte ist auch so erbärmlich hart und dann ist einer nach dem anderen ins Zimmer und hat die Alte gebumst für 10 €. Und es war wahrscheinlich Mark, wahrscheinlich 10 Mark, Entschuldigung, ist doch okay, oder? Ausgest [ __ ] auf jeden Fall auf jeden Fall so. Und jetzt kommt natürlich mein Vater musste die Geschichte schön färben. Am Ende hat sich rausgestellt, die Frau ist gar nicht Deutsche, die war Polin. Und dann hat Ali gesagt: "Du hast uns betrogen, du Hure, wir wollen unser Geld zurück." Aber nachdem alle die Frau gebumst hatten und dann haben die diese arme Frau dazu gebracht, dass sie das ganze Geld zurückgegeben hat. Und dann war mein Vater an der Reihe angeblich und hat gesagt: "Ich habe so Mitleid gehabt, ich habe der 20 Mark gegeben und hab die nicht gebumst." Und meine Mutter aus der Küche: "Komm on, du hast sie gefögelt, du Hurensohn." Ja, klar. So, so ist das. Also, das ist der Anfang der oder der Mittelteil der Geschichte. Ich kürze es jetzt vielleicht ein bisschen ab.
Irgendwann hat meine Mutter ist sie drauf gekommen, der Alte ist nicht mehr da und hat recherchiert. Wo ist der? Wo ist der? In Istanbul, Riesenstadt. Und über Umwege hat ihr jemand gesagt: "Dein Mann, der ist in Deutschland, der ist mit diesen ganzen Gastarbeitern nach Deutschland." Und hat sie gesagt: "Wir haben hier zwei Kinder, meine mittlerweile waren meine Brüder auf der Welt, der Alte ist einfach weg. Weißt du was? Ich hole mir den zurück." Und dann hat die Geld gespart, ein halbes Jahr und ist mit dem Flugzeug nach Deutschland geflogen und hat über Mittelsmänner, also dieser Typ in Istanbul in dieser Szene, der die gearbeitet haben, hat Mittelsmänner in Deutschland gehabt, die gesagt haben: "Hier, der ist da und der ist immer dienstags ist der in der Eckkneipe, da findest du den." Und was meine Mutter nicht wusste, ist mein Vater hatte inzwischen eine Affäre mit einer Deutschen, die heißt bei uns in der Familie Brigitte. Es ist Synonym für diese Frau. Und der fühlte sich so safe, wie man sich nur safe fühlen kann. Die Alte in der Türkei, die Kinder in der Türkei, Taschen voll Geld, immer nur im Anzug rumgelaufen, immer immer super fein mit Schlips und beste Schuhe geraucht und wie ein Schlot und mit dieser deutschen Frau Doppelleben geführt halt. Und meine Mutter ist dann irgendwann in dieser Kneipe aufgetaucht. Diese Kneipe hieß "Bei Erika". Und da waren halt nur so illustre deutsche Pennergestalten. Kommt in die Kneipe, sagt: "Was machst du hier?" Und er: "Was machst du hier?" "Ja, ich hole dich zurück, die zwei Kinder und was weiß ich." Und jetzt kommt das aller aller allerkrasseste. Die haben dann nicht beschlossen zurückzugehen reumütig, sondern die haben dann vereinbart, hier zu bleiben, weil es hier so geil ist und haben sich drauf eingelassen, mit Brigitte eine Dreiecksbeziehung zu führen.
Aber Moment, deine Familie hat einen muslimischen Background. Fick, das ist interessiert die null. Okay, das ist Prof. Meine Eltern sind alles andere als gläubig. Die sehen die Moschee in Köln, sagen: "Was ist das denn hier?" Sag das nicht, Pier Vogel, der bringt mich um. Das wir niemals rauskriegen. Das kriegt keiner raus. Bleibt unter uns. Okay. Versprichst du mir das. Na ja. Und dann haben sie eine Dreiecksbeziehung gehabt. Meine Mutter hat parallel dazu, weil das ein Plan, ein perfider Plan von ihr war, sich zu rächen, Deutsch gelernt über Bücher und hat dann dem Ehemann von Brigitte einen Brief geschrieben, indem sie dieses ganze Ding aufgedeckt hat. Ne, übrigens, deine Alte betrügt dich mit meinem Mann seit einem Jahr und möchtest du nicht was dagegen tun? Dann wurde sofort Schluss gemacht. Die Beziehung zerbrach und meine Mutter hat gesagt: "So, Alter, und jetzt kommst du mit in die Türkei." Und das hat nicht geklappt, weil mein Vater gesagt hat: "In der Türkei habe ich keine Chance. Da gehe ich in Bau, ich muss hier bleiben, also holen wir die Kinder hierhin." Und so sind dann wir nach Deutschland gekommen. Beide mussten aber arbeiten, weil so das Ziel der hier lebenden Gastarbeiter damals war, wir verdienen so viel Geld, dass wir irgendwann in die Türkei können und da viel Kohle haben. Und ich habe dann gestört, weil ich war der Grund, weshalb wir hier bleiben mussten. Ich war so eine Art Faustpfand, weil meine Mutter in der Zeit dann schwanger wurde mit mir und ich war dann plötzlich das dritte Kind und dann sagte man: "Scheiße, wir haben jetzt richtig ein Problem. Zwei da, einer hier, schick ihn ins Heim." Und dann bin ich ins Heim gekommen. Von meinem dritten Lebensmonat bis zum 18. war ich dann in dem Kinderheim.
Ja, Moment, warte mal. Dann sind deine Mutter und dein Vater in Deutschland gewesen. Deine zwei älteren Brüder, die müssten dann ja so sechs und acht gewesen sein äh in der Türkei. Und um die zu holen, ist sie dann zurückgefahren, einmal, konnte aber nicht und da war sie schon schwanger. Also da bin ich dann sozusagen, ich bin in der Türkei in Istanbul auf die Welt gekommen, bin dann aber sofort mit nach Deutschland gekommen mit den beiden anderen Brüdern und dann haben deine älteren Brüder zu Hause bei euch gewohnt und du bist als einziges Kind in Heim gekommen.
Ja, meine Brüder waren neun und äh boah, kriege ich das hin? Wie alt war ich? Ich war drei Monate. Acht war der eine. Sechs war der andere. Wir haben alle zusammen in einer kleinen Dachgeschosswohnung gewohnt. Das war 30, 40 Quadratmeter. Bei sehr netten deutschen Vermietern übrigens, die Deutschen der 60er Jahre waren ganz anders als die Deutschen jetzt. Ähm und mein Bruder ist dann schon ja, der ältere Bruder. Nee, beide sind schon zur Schule gegangen. Also sobald die hier waren, haben die auch angefangen, die Schule zu besuchen ohne Sprachkenntnisse. Die mussten das irgendwie sich aneignen. Okay. Aber dann warst du das kleine Baby und dann gibt man das kleine Baby ins Heim?
Ja, weil meine Mutter tagsüber arbeiten gegangen ist. Es sollte Ach so, auch das ist übrigens eine Geschichte, die nicht erzählt wird, die jetzt neuerdings übrigens ein bisschen rauskommt. Ähm, es gab so Kirchen äh Verbände, Nonnenklöster, die den Gastarbeiterinnen die Kinder abgeworben haben. Weiß nicht, ob du das mal gehört hast. Ich habe das bis zu meinem bis vor einem Jahr wusste ich gar nicht, dass es das gibt und das hat mir total viel über meine meine Lebensgeschichte verraten, weil nämlich diese Frage, die du jetzt stellst, meine zentrale Frage wurde, die ich mir irgendwann gestellt habe: Warum hat meine Mutter mich weggegeben in diesem Alter, in diesem prägenden Alter? Und es war so, meine Mutter wollte arbeiten gehen und hat sich dann gewendet an ein damals war es ein Kloster und gesagt: "Ich brauche jemanden, der das Kind beaufsichtigt." Und die haben gesagt: "Ja, kein Problem, Sie können arbeiten gehen und wir beaufsichtigen das Kind. Sie müssen nur was unterschreiben." Und dann hat sie so eine Einverständniserklärung unterschrieben und die war letztendlich die äh der Freibrief für dieses Kloster, mich dort zu behalten. Ich bin ja eigentlich weggenommen worden. Für sie war es natürlich erstmal okay, weil sie dachte, am Wochenende sehe ich mein Kind, Wochentags kann ich da vielleicht hin oder auch nicht. Aber es war so ein pragmatischer Entschluss zu sagen: "Bevor das Kind hier zu Hause alleine ist, lasse ich es lieber da und sehe es am Wochenende." Das dachte sie am Anfang, aber sie hat halt relativ schnell gemerkt, das sind jetzt auch wieder Erzählungen von ihr, die gefärbt sind natürlich auch durch ihr schlechtes Gewissen. Deswegen weiß ich nie, wie viel ist daran jetzt richtig und nicht. Sie hat relativ schnell gemerkt, dass sie einen falschen Entschluss getroffen hat und dann gesagt: "Nee, ich will das nicht mehr." Und konnte aber wohl nicht. Also, es gab Hindernisse und erst, als ich 18 Monate alt war, hat mein Vater mich ja fast mit Gewalt aus diesem Heim geholt. Also hat sich richtig angelegt mit den Leuten und gesagt: "Mein Sohn bleibt hier nicht, der kommt hier wieder raus."
Krass. Kennst du jemand mit einer ähnlichen Geschichte? Flir. Hm. Und ist der auch wieder zurück dann gekommen oder?
Ja. Ja. Also Flir und ich, wir sind uns in dieser Heimgeschichte haben wir festgestellt. Ich ich habe das noch nie gehört, dass man also auch, dass man als Mutter oder als Vater als Mutter noch krasser mit so einem dreimonatigen Kind ist halt einfach so groß. So, das gibst du dann ab, um arbeiten zu gehen. Deine Mutter hat ja ist ja auch nicht vermutlich promovierte Raketenwissenschaftlerin gewesen, um da jetzt eine Million nach Hause zu bringen, um dann nie wieder arbeiten zu müssen, sondern die hat wahrscheinlich in einem sehr einfachen Beruf gearbeitet. Die hat in der Müllsackfabrik gearbeitet. Die hat Müllsäcke hergestellt. Das berührt tatsächlich ein Trauma. Also, was du gerade sagst und was mir auch bewusst wird, ist eine echt krasse und traurige Geschichte, die mich mein Leben lang eigentlich auch begleitet. Ähm, in dieser, wie du richtig sagst, extrem frühen Zeit keine Mutter gehabt zu haben und auch kein Urvertrauen entwickeln zu können, weil ich war meine meine dunkelsten Erinnerungen und ich habe ja schon gesagt, ich schöpfe ja in dem, was ich dir erzähle, aus zum Teil meinen Erinnerungen, aber auch aus dem, was meine Eltern erzählt haben. Und meine Eltern erzählen das sehr gefärbt, weil sie selber auch Trauma äh Traumata erlebt haben dadurch, ne? Also, wenn ich heute mit denen spreche, brechen die zusammen. Und ich möchte einem 90-jährigen Mann und einer 85-jährigen Frau das nicht zumuten, sondern mich hat das auch jemand mal gefragt, warum ich meinen Eltern eigentlich verziehen habe. Ähm, weil ich weiß, dass meine Eltern das niemals böse meinten. Ich bin davon fest überzeugt und ich äh kann meinen Eltern keinen Vorwurf machen. Aber wenn ich heute denke, ähm, wie krass das gewesen sein muss für uns alle als Familie, für meine Brüder, für mich, meine Eltern, dann ähm dann macht mich das sehr traurig. Dann macht mich das sehr traurig, weil ich habe einmal, da ist mir das bewusst geworden, äh bei einem Freund ein Kind gesehen und gefragt: "Wie alt ist denn das Baby?" Und die haben gesagt: "Drei Monate." Und dann habe ich das gesehen und dachte so: "Oh Alter, das ist drei Monate." Und das Kind guckte so seine Mutter so an und ich dachte so: "Boah, ist das angewiesen, Alter." Das mir war das nie bewusst. Ich dachte, das waren so Zahlen einfach. Und seitdem ähm ich leide nicht drunter, aber seitdem ist das für mich schon so ein bisschen, boah, wie soll ich das sagen, das Paket, dass ich mit mir rumtrage.
Warst du mal an dem Ort, an diesem Kloster, wo das war?
Ich habe das recherchiert. Ähm, jetzt habe ich Tränen in den Augen. Entschuldige bitte. Ähm ähm das war ein äh Karmeliterkloster, wohl habe ich gesehen. Es gibt Bilder davon noch, aber das ist abgerissen mittlerweile. Aber das Kloster gibt's noch. Das Gebäude selbst war so ein Backsteingebäude aus den 30er Jahren. Und ich erinnere mich eben, wie gesagt, viele Dinge, die ich total schlimm fand. So äh das hatte so, man erinnert sich als Kind ja auch irgendwie dunkel, unterbewusst. Es hatte so gotische Gänge und ähm ich habe immer in so einem in so einem riesigen Schlafsal geschlafen, äh wo alle Kinder zusammengeschlafen haben. Das war damals in den 60er Jahren äh war die Erziehung auch sehr autoritär. Also ich vermute z.B. auch, dass ich da in irgendeiner Form Gewalt erfahren habe. Also ich glaube nicht, dass die Nonnen zimperlich waren. Und ähm eine Sache, an die ich mich sehr genau erinnere, obwohl ich da sehr jung noch war, ist man hat mich ans Bett gefesselt. Weil ich so ähm ja renitent war und ähm mich zu viel bewegt habe, wegwollte und dann hat man mich an den Händen jeweils einen Strick an jeder Hand und an den Füßen und um den Hals ans Bett gefesselt, an dieses kleine Kinderbett. Und ich ähm wollte, also das ist ja ein unglaubliches Gefühl des Ausgeliefertseins und ich wollte einfach weg und da erinnere ich mich, dass mein Vater an dem Tag kam und gesagt hat: "Das Kind kommt hier sofort weg, das kann hier nicht bleiben."
Warst du da 18 Monate und kannst dich daran erinnern? Das scheint mir sehr früh zu sein.
Das sagen viele, denen ich das erzähle, aber ich habe darüber natürlich auch mit mit Fachleuten gesprochen und die haben gesagt: "Nee, das ist man hat eine frühkindliche Erinnerung. Das ist nicht äh umrissen wie ein Foto, aber das ist, wenn auch diffus, doch irgendwo äh in einem drin. Das sind Spuren, die sind auf jeden Fall da und das ist auch keine Einbildung. Also, es ist auch bestätigt, äh, dass das so war und auch meine Eltern, mit denen ich da heute nicht mehr drüber spreche, haben das so bestätigt.
Gab es oder gibt es eine Möglichkeit mit jemandem zu sprechen, der vielleicht deinen Eltern nah war damals und das mitbekommen hat, der aber nicht deine Eltern sind, weil die sind natürlich emotional hochgradig belastet? Deine Brüder, die sind aber auch sehr weit weg, also emotional.
Nein, aber für die muss das ja auch was gewesen sein, weil die so ein kleines Brüderchen zu haben, was dann so drei Monate mit denen verbracht hat und dann ist auf einmal weg. Klar, das nervt, aber das einfach weg ist, ist ja auch verrückter. Kannst du mit denen drüber sprechen?
Bedingt. Ähm, ich kann das halt rekonstruieren von Fotos, die wir haben, so Schwarz-Weißbilder. Und ich weiß, dass meine Brüder sich wahnsinnig danach gesehnt haben, mich zu sehen. Es ähm es war ja im Umlauf, dass ich existierte, aber ich war nicht da. Und deswegen war für meine Brüder eine große Sehnsucht äh mich zu sehen, ein Brüderchen zu haben, wie das Kinder eben haben wollen. Und als es dann soweit war und davon habe ich heute Bilder, sieht man mich wirklich ähm zwischen meinen Brüdern sitzen, die strahlen wie Honigkuchenpferde und ich bin auch total happy, weil ich denke: "Wow, ich habe eine Family, wie geil ist das?"
Ja, es ich habe selbst eine Tochter, die ist acht und neun, also zwei Töchter, die acht und neun sind und ein Sohn, der zwei ist und das ja ungefähr der gleiche Altersabstand. Ziemlich genau sogar. Ähm und wenn ich mir vorstelle, dass jetzt quasi ich denen sagen würde: "Euer kleiner Bruder ist jetzt übrigens nicht mehr da." Das würden die nicht verstehen, was das. Und die würden nachfragen und unterstelle ich jetzt mal oder es es wäre halt so, dass es einfach dann so groß und verrückt ist, dass man dass man einfach das totschweigt. Aber das ist eine ganz ultra krasse Geschichte und wie ich merke, du hast auch schon mit du hast viele Jahre damit gekämpft. Hast oder unterstelle ich mal, wann war das erste Mal, dass du das angefangen hast aufzuarbeiten?
Ähm, entschuldige bitte, ich wollte nicht die Fassung verlieren, aber es berührt mich tatsächlich sehr. Ähm ähm ich habe angefangen, das zu verarbeiten, nachdem ich ähm ähm das war 1989, da war ich auf der Musikhochschule schon in Wuppertal und wir hatten eine äh Party mit Studenten und ich habe da eine Überdosis äh Gras geraucht, weil ich so prätentiös wie ich war, dachte: "Ey, mir kann gar nichts passieren." Und habe halt so einen Joint mit unfermentiertem Gras so in einem durchgezogen, so richtig, wie man das sich vorstellt. Und ähm habe dann ziemlichen Horror bekommen und auch eine Zeit lang so Hallus gehabt und bin zu einer Psychiaterin, weil ich echt totale Angst hatte, dass ich verrückt werde. Ich habe also so Synapsensprünge gehabt, habe ich heute manchmal auch noch, macht äh macht einem sehr viel Angst, nennt man Depersonalisation. Also, wenn du dich von außen siehst oder in der Situation irgendein inneres Ich alles kommentiert, ne, so sagt: "Das ist eine Frau, die guckt, die hat eine Tüte in der Hand." Da bist du dann echt am Rande und denkst du: "Wow, jetzt langsam ich drehe gerade durch, irgendwas stimmt hier nicht mehr." Und da bin ich zu der Frau damals ähm es war noch nicht so ähm so, ich war noch ich hatte von Therapie sowieso keine Ahnung und das war für mich auch ein bisschen eine Niederlage zu einer Therapeutin zu gehen, weil ich in meiner Hybris.
Ich war immer noch der Typ mit den Netzhemmdchen und coole Frauen, Mädels, Schlagzeuger und auf einmal bricht alles in mir zusammen, ich bin Häufchen Elend. Und die sagte, wir machen jetzt mal ein EEG und dann gucken wir einfach und wenn nicht, dann gehen sie zu einem Therapeuten. Und da war alles in Ordnung, die Symptome wurden auch weniger und ich dachte, okay, das war jetzt eine Episode, aber das was danach passierte war gravierend. Es brach in mir nicht nur was zusammen, sondern es brach auch was auf, nämlich diese ganze Geschichte. Woher komme ich? Warum ist das so? Äh dieser Streit mit meinen Eltern, ähm mein Lebensweg überhaupt, also diese Renitenz nicht passen zu wollen und zu können.
Und ähm ich bin dann zu einem Therapeuten gegangen, der sehr nett war, der irgendwie der Vater eines Mitschülers meines Bruders war. Der wird mir so um Ecken empfohlen und da habe ich gemerkt, wow, das ist echt ein Fass hier gerade und ich habe eine Menge Kisten im Keller, die alle zu sind und ich weiß gar nicht, was da drin ist. Und da gehe ich jetzt mal hin und dann gucke ich mal, was da alles drin ist. Und dann hat äh eine lange, lange, lange, lange bis heute andauernde Phase der Auseinandersetzung begonnen, für die ich heute dankbar bin.
Glaubst du, die ist irgendwann abgeschlossen? Dieser Mensch, dieser Therapeut sagte zu mir, dann wenn sie eigene Kinder haben. Habe ich nicht. Deswegen Antwort ist äh nein. Das ist eine sehr wichtige Frage in meinem Leben, die ich nicht beantworten kann. Keiner unserer Geschwister, inklusive meiner jüngeren Schwester, hat Kinder. Okay. Wie das du hast gi mir noch ein bisschen Wasser, aber klar, du hast ja Gedanken darüber gemacht. Ich hoffe, ich sprenge jetzt hier nicht diese Internet äh das Format mit irgendwelchen traurigen Geschichten. Nee, nee, ne. Ist gut, ist gut. Ähm, sorry. Ähm, da ist was runtergefallen. Das mein Logo um Gottes Willen, das muss ja muss ja dabei bleiben.
Ähm, ich meine, so eine Kinderfrage ist ja was, was man häufig auch in einer Partnerschaft diskutiert. Das kann man meistens stoßen das hier die Frauen an und sagen, pass mal auf, wie ist denn das bei dir? Das heißt, du musst mit Olli diese wirklich profanen Erkenntnisse, die ihr über Frauen abgeliefert habt. Hochnot peinlich. Lass uns mal die Tagen, Alter. Okay, aber bitte fang jetzt nicht so an. Meistens kommt das von Frau. Ja, aber ist doch es ist häufig so. Also was ich so ist hat das eine statistische Evidenz oder hast du das erlebt oder? Persönliches Erlebnis. Persönliches Erlebnis. Äh rein anekdotisch. Genau. Rein anekdotisch. Aber ich höre selten, dass Männer die Frauen dazu pushen, dass sie Kinder bekommen. Oh, das kenne ich. Ja. Äh, aber ist ja auch egal.
Das heißt, du hast dir, weil das die Kinderfrage ist halt eine große Frage des Lebens. Ist ja nicht so wie keine Ahnung, braucht man eigentlich Aktien? Äh so, das kann man ignorieren, diese Frage. Aber will ich ein Kind oder will ich kein Kind? Äh, das ist schwer zu ignorieren. War wie waren deine Gedankengänge dazu? M, das ist jetzt eine ganz komplexe, schwierige Frage, die ich so auch nicht einfach beantworten kann. Ich habe natürlich nicht nur einen Gedanken dazu, sondern ich habe ein Prozesse je nach Partnerin übrigens auch, ne? Das sind ja, wie du richtig sagst, ein ist es ein Thema, das auftaucht in jeder reiferen Beziehung oder es ergibt sich in den unreifen Beziehung und wird dann zum Thema. Ähm letztendlich habe ich darauf keine Antwort. Es ist auch im Hinblick auf meine Geschwister ein offen eine offenes, wie soll ich sagen, ähm eine Frage, die wir nicht beantworten können, äh die wir aber auch nicht weiter erforschen, weil es ist ähm es ist müßig, dem nachzugehen. Und was soll am Ende rauskommen? Ich bin nicht potent genug. Nein, kann ich bestätigen. Ist nicht wahr. Ich bin potent genug. Ich könnte Kinder haben. Ich bin gesund. Auch das würde funktionieren. Ich habe genug Partnerschaften gehabt, die das hätten möglich machen können. Äh intensive, ernste Partnerschaften mit einer sehr äh festen Bindung sogar, wo ich keine Angst gehabt habe. Aber meine Erklärung oder auch die Erklärung übrigens des Therapeuten damals war ähm, dass mich das zu sehr konfrontieren würde mit dem, was ich eigentlich selbst erlebt habe, nämlich Verantwortung zu haben für einen anderen Menschen. Und ich vielleicht das vermeide, weil ich nicht weiß, was mit mir passiert in dem Moment, indem ich diese diese Verantwortung sei es als Bereicherung, aber auch als Belastung vielleicht spüre. Und ich glaube, das Wahre daran ist, ich find nichts schlimmer. Das ist für mich ein absoluter Horrorgedanke, als ein Kind zu haben, dass ich weggeben muss. Das ist für mich ein das ist für mich ein Albtraum. Und ich sehe z.B. wie bei Bekannten äh wie das ist, wenn wie Kinder leiden durch Trennung, äh wenn der Vater nicht mehr da ist oder wenn sie wie jetzt in diesen prominenten Fällen zum Streitgegenstand werden und hin und her geschoben werden und in die Maschinerie äh einer einer einer Jugendamtverwaltung kommen, des Gesetzes kommen und Gerichte darüber entscheiden, wie viel sie wann wo sein dürfen, dann denke ich so: "Boah, Alter, ich möchte das nicht, ich will das nicht auf mein meinen Schultern tragen. Entweder ich finde den Menschen, der für mich das macht und mitträgt und ich kann mich auf diesen Menschen verlassen, weil das ist ja parallel ja auch noch das, was in mir ist, nämlich, dass ich dieses Urvertrauen nicht habe oder es wird nicht sein und ich werde das in einer anderen Form erleben und kompensieren.
Das heißt aber Kinder oder ein eigenes Kind wäre möglicherweise der Weg aus diesem dieser Traumaspirale heraus. Und das ist auf der einen Seite schwer und ich verstehe was da dran hängt. Du brauchst die richtige Partnerin, wenn du dich dann entscheidest und wenn du dann noch eine Partnerin irgendwie erwischt, die das ganze auf dreckig spielen will und jedes jeder Halbsatz ist halt für dich Trauma noch mal, aber auf der anderen Seite ist es so, wie der Therapeut sagt zumindest. Der einzige Weg raus. Nee, das ist nicht der einzige Weg raus. Also, ich ähm glaube, es gibt viele andere Wege und ich gehe diese Wege ja auch schon. Also, ich bin ja auf dem besten Weg vollständig zu sein. Ich brauche nichts, um vollständig zu sein. Ich bin mir selbst genug. Ich liebe meine Eltern, äh, die natürlich verantwortlich sind für mein Schicksal. Ich trage ihnen nichts nach. Im Gegenteil, ich bin Ihnen unendlich dankbar und ich bin, habe ich eben gesagt, stolz auf Sie, weil diese Menschen schon in sehr widrigen Umständen sehr vieles zustande gebracht haben. Allein der Umstand, dass wir nicht komplett abgedriftet sind, kriminell geworden sind oder irgendwas anderes, sondern dass wir alle geregelte Berufe haben, dass wir, ich würde sagen, gute Menschen sind, die auch stolz auf sich sein können, auf das, was sie geleistet haben. Nein, das ist schon genug, um zu sagen, ich bin sehr dankbar und ich fühle mich sehr vollständig. Ich brauche das nicht. Ich kann das haben. Vielleicht werde ich es auch irgendwann haben, aber ich erzwinge das nicht.
Aber dein und euren Erfolg im Leben und dass ihr nicht kriminell geworden seid, schreibst du das eher deinen Eltern zu oder möglicherweise euch selbst als Geschwister? Beide. Also, ich denke, die Ethik, die meine Eltern uns vermittelt haben, ist eine sehr wirksame und große und wichtige Ethik und Teil unseres Wesens, aber natürlich auch das, was wir daraus gemacht haben. Und das, was ich als Ethik bezeichne, ist äh z.B. etwas, was ich durch meinen Vater gelernt habe, äh und was ich an meinem Vater auch immer wieder sehr bewundere, den Mut zu haben, für das einzustehen, was man ist und was man denkt, ohne Angst davor zu haben, dass andere es vielleicht nicht so denken. Das hat mein Vater uns beigebracht und das haben wir als Kinder auch mit ihm erfahren. Ein Vater hat sich für uns geprügelt mit den Lehrern, mit den Direktoren auf den Schulen, auf die wir gehen sollten, die uns separieren wollten, weil wir Ausländer waren, die gesagt haben, nee, der geht mal in seine eigene Klasse, der hat dunkle Haare und dann spricht er seine eigene Sprache. Da ist mein Vater Fuchs Teufelswild geworden, ist der in ein Kragen gegangen und hat gesagt, mein Sohn geht hier entweder mit allen zusammen in die gleiche Klasse oder gar nicht. Und das war so: "Wow, boah, ist das geil, dass der so stark ist." Und ich bin mein Vater, ich komme ins Schwärmen, wenn ich über ihn rede, weil ich auch gerade das Buch schreibe, aber noch nicht schreiben kann, weil ich das Gefühl habe, ich beerdige ihn dann. Ähm, mein Vater war immer meine große Stütze in meinem Leben. Das war immer der Retter. Das war der, wenn ich Fußball gespielt habe und mein Vater war da und ich habe ein Tor geschossen, dann habe ich nicht gejubelt, weil ich das Tor geschossen habe, sondern ich habe zu meinem Vater geguckt und ihn jubeln sehen. Und das war ähm bis zum heutigen Tage für mich ist das ähm so geblieben. Mein Vater ist mein großes Vorbild, was Mut angeht und was eben die Kraft angeht, auch das durchzuhalten, wenn man Mut hat, weil Mut ist das eine. Die Kraft, die man braucht, um mutig zu bleiben, ist das andere.
Du hast gesagt, als du mal mit denen, mit deinen Eltern darüber gesprochen hast, äh sind die zusammengebrochen. Hast du das nur einmal versucht oder hast du das mehrmals versucht? Na, ich habe das einmal bewusst gemacht, ähm, weil ich dachte, das ist der richtige Moment. Es gab, das ist gar nicht so lange her, ehrlich gesagt. Es gab, ich hatte schrecklichen Liebeskummer und meine Eltern haben das gespürt. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis, also wir sind sehr, ja, fast freundschaftlich miteinander und ähm ich habe dann bei meinen Eltern übernachtet, weil ich nicht alleine sein konnte. Ich wollte, ich habe mich sehr erdrückt gefühlt von der Einsamkeit. Liebeskummer wirst du in deinem Leben erlebt haben, ist ja wie eine Depression. Und mein ganzes Leben war eigentlich zu dem Zeitpunkt darauf aufgebaut, mit dieser Frau äh eine Familie zu gründen eben, ne? Dieser dieses Ziel, dieses Ideal zu verwirklichen und das brach plötzlich zusammen und zwar je, also es war es war wie aus allen Wolkenfallen, weil es ziemlich ätzende Geschichte war. Ich bin sehr mies betrogen worden, eine lange Zeit, ein halbes Jahr. Ähm und bin so mit offenen Augen ins Verderben gegangen und bin wirklich ins offene Messer auch gerannt und es hat mich ganz schlimm aus der Bahn geworfen. So mein ganzes Leben war eigentlich beendet in dem Moment, weil nicht nur die Ideale nicht erreicht waren, sondern auch das Vertrauen, das ohnehin schon brüchige Vertrauen in Menschen noch mal geschändet wurde, muss man sagen. Ähm und da bin ich zu meinen Eltern, weil ich in der ganzen Verzweiflung nichts anderes mehr hatte, als zu meinen Eltern zu gehen. Ich wollte bei meinen Eltern sein, weil ich das Gefühl hatte, die kümmern sich um mich, da kann ich liegen, meine Mutter ist da, ich höre ihre Stimme, mein Vater und ich habe aber nicht gemerkt, dass ich die total überlastet habe und dachte, boah, scheiße, Alter, wie dumm bist du, dass du solchen Menschen äh dass du diesen Menschen, die so alt sind auch zumutest äh dich aufzufangen. Die kollabieren selbst. Und das ist auch passiert. Also mein Vater war am Boden zerstört. Der ist ein sehr empathischer Mensch, der über Entfernung spürt, wenn es mir nicht gut geht. Und dann sitze ich da und es sieht das oneonone. Ähm meine Mutter und die sind dann halt kollabiert. So, meine Mutter hat eine Panikattacke bekommen, mein Vater hat angefangen zu weinen, weil natürlich auch die sich Sorgen um mich gemacht haben und dachten: "Boah, scheiße, ey." Die haben diese ganze Zeit mitbekommen, äh, in der ich sehr glücklich war und die dachten: "Okay, das ist erledigt, der ist angekommen, da müssen wir uns keine Gedanken mehr machen." Und dann kommst du im Alter von 44 Jahren als gestandener Mann zurück und sagst: "Ey, ich habe versagt, es ist alles kaputt, ich kann nicht mehr." Und dann äh habe ich, um meinen Vater zu trösten, ihn das erste Mal in meinem Leben in den Arm genommen und habe ihn gestreichelt und habe gesagt: "Ey, Papa, du bist für mich wirklich, weil meine Eltern gesagt haben, wir haben versagt, nicht du. Wir haben versagt. Wir haben dich ins Heim gebracht. Wir haben dich in diese Situation gebracht, in der du kein Vertrauen hast. Ähm, wir sind das Schuld. Und ich habe gesagt, nee, ihr seid das nicht schuld. Ihr seid die besten. Du bist der beste Vater, den ich mir vorstellen kann. Ich äh ich liebe dich und ähm ich bin dir auch gar nicht böse, ich verzeih dir das. Und das gleiche habe ich mit meiner Mutter gemacht und ich merkte, sie war erleichtert. Sie konnte ein bisschen mehr atmen und dann habe ich mir aber geschworen, ähm es ist Schluss mit Kind sein. Diger, du bist nicht das Kind dieser Leute, du bist ein erwachsener Mann und du hast es ihnen jetzt verziehen und du kannst sie jetzt auch loslassen. Aber bitte tu mir ein Gefallen, verlang von diesen Menschen nicht noch mal Verantwortung für dich zu übernehmen. Ja, und das war alles. Ich habe das geschafft. Ich bin sehr froh. Meine Eltern sind jetzt 90 und 85. Ich habe ähm genieß jeden Tag, den wir zusammen haben. Wir sind gut miteinander. Also, wir sind klar, aber ich habe auch Angst vor dem Tag, an dem sie sterben werden. Also, es wird kommen, das weiß ich. Da dauert nicht mehr lange. Ich bin darauf vorbereitet. Meine Geschwister sind eine große Hilfe, weil sie sich sehr um sie kümmern. Meine Mutter ist auf eine positive Art und weiß es dement, aber nicht wirklich so wie man sich das vorstellt, sondern die hat alles Negative vergessen. Die findet alles gut, sagt das Wetter super essen. Best Essen ever und sonst okay spazieren ist alles gut. Was ist das Problem? Super, bitte lass sie so bleiben und dann ist das der nächste große Schritt in meinem Leben. Wir werden sehen, was passiert. Sorry, ich bin emotional geworden, aber du stellst auch so Fragen, Diger. Ey, da muss man echt schöne Fragen. Vielen Dank, dass du das mir ermöglichst, das zu erzählen. Danke, dass du dich hier öffnest. Das ist absolut nicht selbstverständlich.
Was ist in dir passiert, seitdem du gesagt hast, du möchtest jetzt erwachsen sein? Boah, äh, ich habe gelernt, mit mir selbst äh zufriedener und ähm weniger einsam zu sein. Ich kann mich besser ertragen und aushalten. Ich kann mich äh mehr lieben auch. Ich kann mich weniger fordern. Wie äußert sich das? Durch Ruhe und Geduld, Gelassenheit und ähm Optimismus. In der Zustand, in dem ich vorher war, wenn es überhaupt eine Cesur gab und man das Zustand nennen kann, das war ja mein Wesen, war äh immer irgendwie getrübt und ich wusste nicht warum. Also all die Geschichten, die ich dir erzählt habe, vielleicht auch aus der Fernsehwelt, die hatten auch was damit zu tun. Vielleicht war Thomas Hermanns eine Stellvertretung meiner Eltern, die ich indirekt anklagen wollte. Vielleicht war das, was ich da im Fernsehen erlebt habe, der Widerstand, die Zensur auch ein Widerstand gegen meine Herkunft und mein Schicksal und ich habe es exemplarisch ausgetragen. Vielleicht, nein, das würde ich jetzt nicht sagen, aber vielleicht, wenn man es jetzt überspitzen wollte, war deren Reaktion darauf auch berechtigt, weil sie gemerkt haben, der trägt hier was an uns aus, was hier nicht hingehört. Das ist jetzt sehr, sehr, sehr wohlwollend gesagt. Nach wie vor sind diese Leute Arschlöcher für mich und sie bleiben es auch allein schon, weil sie auch das nicht erkannt haben und es torpediert haben. Sie hätten fragen können. Ähm, aber heute ist es so, ich bin sehr gelassen, wenn sowas kommt. Ich entwickel keine Paranoia, ich habe z.B. gar keine Paranoia mehr, nicht stattzufinden. Das hatte ich mal eine Zeit lang. Da war ich auch neidisch und eifersüchtig, wenn ich so gesehen habe, was für minder talentierte Leute Preise bekommen haben aus meiner Sicht und ich dachte so, fick dich, Alter, du machst gar nichts und sie schmeißen dir die Preise hinterher und ich reiß mir ein Arsch auf und habe wirklich alle Widrigkeiten, die man haben kann und ich werde noch nicht mal wahrgenommen. Also in meiner selbstverliebten Sicht der Dinge. Natürlich werde ich wahrgenommen, ey, ich werde so beschenkt, ich spiel ohne ein Plakat zu hängen in 5000er Hallen und da stehen Leute, die gucken mich an, die sagen mir Dinge, ey, da kriege ich Gänsehaut, die sagen: "Ey, du hast mein Leben verändert, du bist so wichtig für mich." Und ich denke so, what? Wer bin ich? Wie geil, was sagen die zu mir? Das wertet mich wahnsinnig auf. Aber das ist geil, weil das ist ehrlich und das ist nicht Fake Welt Fernsehen und der Grimmepreis geht an Kanacke XY, sondern das sind Leute, die sich mit mir in irgendeiner Weise connecten können innerlich. Und das ist für mich viel viel wichtiger geworden als die ganze Staffage und dieser ganze Scheißdreck mit äh ich bin anerkannt von irgendeiner Kaste von Wichsern, die Fernsehprogramm machen.
Wie merkst du, dass die Leute quasi eher auf deiner Seite sind als die die Fernsehkaste? Die kommen einmal auf dich zu, aber kriegst du so also Fantost von Leuten, die sagen: "Boah, du machst mein Leben besser." Ja, kriege ich auch. Der Unterschied ist, die Leute kommen zu mir. Im Fernsehen komme ich zu den Leuten. Ist der Unterschied. Wenn Leute zu mir kommen, dann kommen die, weil sie wissen, wer ich bin und weil sie es sehen wollen. Sie zahlen dafür Geld, Eintritt. Die machen eine bewusste Entscheidung. Im Fernseher machen die mich an, also schalten mich an und dann bin ich da und dann denken sie, sie sitzen auf dem Thron und können das entscheiden. Können sie auch, sie können ja wegschalten, aber das ist kein Verhältnis, in dem wir uns bestellt haben.
Das heißt, du willst zukünftig auch eher, ich sag mal, mehr live spielen oder ist dir das irgendwann nicht so auf der Bühne, ist das nicht irgendwann auch mal fertig und langweilig? Das sorry, wenn ich immer so zögere, die die Fragen sind so, dass das bei mir vielschichtige Antwortmöglichkeiten auslöst. Ja, ich spiele gerne, ich will weiter spielen, aber ich habe Momente erlebt, in denen das Spielen zu einem Albtraum wurde und Horror war und ich will das nicht mehr. Deswegen brauchte ich auch die Cesur. Es war ähm gerade in dieser Trennungszeit, wo ich so fertig war, ähm das ist jetzt ein Motiv, das kennt man aus Filmen, ne? Also nichts ist schwieriger als in einer Situation, in der es dir richtig dreckig geht, auf die Bühne gehen zu müssen. Das ist wirklich krass. Ich das das ich wünsche niemanden, dass er das erlebt und ich habe das erlebt in vielen Varianten. Also mir ging es nicht nur einen Tag dreckig und eine Vorstellung lang, sondern eine ganze Tour lang, wo meine Leute mich auffangen mussten. Also die Leute, die mit mir zusammen waren, wo ich gute Menschen um mich rum hatte, die mich äh in Ruhe gelassen haben, die mich bemuttert haben, die alles möglich gemacht haben, damit ich um 8 Uhr auf die Bühne gehen kann und meine Leistung bringen kann. Aber ich bin da raus und habe gesagt, never ever again. Da raus auf die Bühne. Und das Paradoxe ist ja, die Leute spüren das ja und sie lieben dich umso mehr, weil du total echt bist für sie und die jubeln und du gehst auf die Bühne und denkst, oh [ __ ] ey, ich will hier nicht sein, aber die sind so nett. Ich bin doch, was ist das? Ich bin undankbar. Und dann irgendwie kommst du wieder rein und irgendwie machst du das dann doch wieder. Und äh was das Fernsehen angeht, ich will das Fernsehen nicht generell verteufeln, ich will auch ein gutes Beispiel geben. Stefan Rab ist ein gutes Beispiel. Ich habe mit Stefan immer eine gute Zeit gehabt und Stefan war lange, lange, lange der einzige, der mich in Schutz genommen hat und der mich protegiert hat. Ich find es auch gerade sehr undankbar, wie Leute mit ihm umgehen. Alte Weggefährten ihn so verscherbeln für ihren scheiß Fame und nicht sagen: "Ey, wir haben dem ganz viel zu verdanken." Und lass ihn doch jetzt mal denken, er wäre ein gealter Superstar und könnte sich leisten, eine Show für 90 Millionen zu machen. Aber der Mann hat davor und auch jetzt noch so viel Output, dass es doch okay ist. Es ist doch okay. Warum muss immer alles entschieden sein? Lass ihn doch. So. Und für mich war das bei Stefan so, dass ich gemerkt habe, als er auf dem Peak war, dass er ganz viel sich auch Gedanken gemacht hat, um die Leute um ihn herum, aber auch eben um die Künstler wie mich, die eben damals nicht große Künstler oder bekannte Künstler waren und er hat mir so viel Fläche gegeben und aber als einziger wirklich, ich schwöre es dir, nicht gesagt, Text ist Text, sondern gesagt go, go for it, mach einfach. und ehrlich zu mir nachher in die Umkleide gekommen ist und gesagt hat, heute war scheiße, du hast zu viel, dass du hast dich verlaufen da der Witz hätte nicht machen müssen. Zweimal viel du gesagt, mach nächstes Mal alles okay, kein Text, mach was du willst, mach's gut und das hat mich für ihn eingenommen. Ich bin heute noch Stefan ist für mich einer der größten Künstler, die wir in Deutschland haben, der vielfältigsten Künstler, die wir in Deutschland haben. Mit dem kann keiner standhalten, auch nicht jemand, der sich selbst für größer hält, weil er Medien kommentieren kann. Sondern Stefan ist ein kreatives Kernkraftwerk und alles was die Leute heute machen, auch seine Nachfolger sind Imitate manchmal erfolgreicher sind, aber das Original bleibt Stefan.
Wo siehst du ein Imitat, was erfolgreicher ist als? Na ja, PuffPuff macht ja gerade die Sendung von ihm. Das ist Aber ist sie erfolgreicher jetzt als damals? Ja, quotenmäßig. Ja, quotenmäßig. Ja, viel erfolgreicher. Und Sebastian macht das auch gut. Also, ich will Sebastian gar nicht irgendwie sagen, er macht er macht das super. Er hat sich entwickelt. Am Anfang war es so lala. War Harald Schmidt auch. Harald Schmidt hat am Anfang Letterman nachgemacht. In jeder Bewegung hat er das einstudiert. Das hat sich entwickelt. Am Ende war Harald Schmidt ein super Host. Sebastian ist auf dem Weg dahin. Macht das super. Macht sogar besser als Stefan. Nur um das noch mal zu sagen, aber es rechtfertigt nicht diese Form von harscher Kritik an Stefan und diese Vorwürfe. Ja, der hat 90 Millionen bekommen, weil er sich eingebildet hat. Mag sein, hätte ich wahrscheinlich auch, wenn ich mein Comeback erkläre und die Leute jubeln 2 Millionen Klicks auf Instagram, dann denke ich vielleicht für ein Moment, weil ich ein Mensch bin auch: "Ey, cool, die Leute lieben mich, ich mache das jetzt." Und dann fällt's mir aber auf eine Woche später. Nee, nee, ich war in der Vorstellung der Leute viel größer, als ich in der Realität bin. Ich bin nämlich immer noch der gleiche. Und wenn ich jetzt mal zurückspule 10 Jahre zurück, da waren viele Artikel in der Zeitung, in denen stand, der kann es nicht mehr, hör auf, lass es sein. Und ich habe das Glück gehabt, dass ich es zur richtigen Zeit sein gelassen habe und das Pech, dass ich nicht erkannt habe, dass es nur deswegen so erfolgreich war im Nachhinein.
Wie war das, als du dann gespielt hast bei TV Total und das Stefan nachher gesagt hat, das war nichts oder das war nicht gut? Hattest du selbst das Gefühl, dein Auftritt ist geil? Ich bin jetzt hier bei TV Total mal wieder alle jubeln mit zu. Stefan, lass mich lässt mich machen, was ich will und jetzt Party und dann geht auf einmal die Tür auf. Rab kommt rein und sagt: "Pass mal auf, Sterda." Also so geht das nicht. Das gab es. Wir haben uns auch schon mal gefetzt. Also es gab eine Show, da haben wir uns echt super gefetzt danach und sind auch sauer auseinander gegangen äh über ein Standup, der einfach scheiße war. Also, wo Stefan gesagt hat: "Boah, Alter, ich bin hier in so einer angespannten Situation. Und ich verlasse mich auf dich und du kommst hier rein und sagst fünfmal [ __ ] pro Minute. Muss das sein?" War ich auch so natürlich, weil ich stur bin, habe ich gesagt, du weißt doch, wer ich bin. Halt die Schnauze. Deine Scheiße will auch keiner mehr sehen. Und dann hat's halt gecrasht und das war aber auch okay. Gute Freunde vertragen sich wieder. Nein. Ähm, wir haben Stefan ähm ich mag das auch nicht über Stefan zu sagen, so als wären wir jetzt die closest Friends. Ist ein Mann, den ich kenne, der Stefan Rab heißt und den ich Stefan nenne, weil ich ihn halt persönlich kenne. Aber ich will jetzt nicht so tun, als wären wir die besten Buddies. Aber es gibt so ein paar Zeichen. Erstmal ist der Bodyguard ist unser gemeinsame Bodyguard. Ja, den wir teilen den Bodyguard. Das ist schon mal, wir sind eine Familie, eine Bodyguard. Familie. Äh zweitens, Stefan ist ein sehr verschlossener Mensch, der in der Öffentlichkeit noch verschlossener ist. Also, wenn er draußen ist, ich weiß nicht, ob du ihn kennst, ist nee, nee, ich habe ihn noch nie getroffen, würde ihn unheimlich gemacht, ist der? Also das, du kriegst da schwer Zugang. Manchmal ist aber wie so ein kleines Kätzchen, das dann in Ruhe gelassen werden will, um zu gucken, ob du es auch streichelst und dann kommst du ganz langsam an. Und wenn du dann dich richtig verhältst, dann bleibt die Katze da und dann macht sie auch mal und dann lässt sie sich auch füttern und so und irgendwann fasst sie Vertrauen. Bei Stefan war es so, beim ersten Mal, als sie uns gesehen haben, war das so. Kein Kontakt. Äh, hallo, tschüss, auf Wiedersehen. Und je mehr ich in die Sendung kam und ich war einer der häufigsten Gäste, die er hat, ich glaube 20 Mal war ich bei TV Total, desto früher kam er, also er kam extra früher und dann hat er und am Anfang kam er immer mit so zwei Redakteuren, die neben ihm standen, die kommen vor der Sendung immer zu dir. Das ist so üblich. Hi, schön, dass du da bist. Ja, wir sehen uns ja gleich in der Show. Cool, viel Spaß. Dann gehen die wieder. Und bei mir war dann am am so nach zwei, drei Malen hat er gesagt, können mal bitte rausgehen? Hat er die Tür zugemacht, gesagt, was richtig geil gesehen und dann haben wir uns angefreundet so ein bisschen, also in der Sendung und das war schön, weil für mich Stefan einer der wenigen Menschen ist, die eine künstlerische Autorität sind. Also wo ich renent bin bei Leuten, bei denen ich weiß, das sind Arschlöcher, den von denen lass ich mir gar nichts sagen, ist Stefan das Gegenteil. Das ist einer, der ist auf Augenhöhe, der kann das einfach und wenn der sagt, Timing war nicht gut, denke ich auf jeden Fall mindestens drüber nach. Mindestens. Na ja, und dann war ich auch bei ihm mal, was ein großes Privileg ist, ihn also privat auch erleben zu dürfen. Hab so sein Umfeld kennengelernt und wir haben uns dann auch immer häufiger gesehen und daraus ist eine ja, wie soll ich sagen, eine innere Verbindung entstanden, die bis zum heutigen Tage wird. Also ich sehe Stefan und ich mag das total, selbst wenn ich denke so, ja, nicht jetzt die en Kamellen, mach mal was. Jetzt würde ich ihm sagen, ne? Mach mal was anderes. Das kennen wir jetzt schon. Du kannst auch mehr. Mach doch mal. Kommt. Ich meine, es ist vielleicht ein bisschen, wie soll ich sagen, er hat sich da so auf eine erbärmliche Stufe herabgelassen, jetzt so in diesem ganzen Zirkus dieser Fernsehmacher bestehen zu wollen, aber der hat dafür auch eine Menge Geld bekommen. Und ganz ehrlich, würdest du nein sagen, wenn dir jemand sagt, komm 90 Millionen. Ich finde, der hatte super smarten Deal gemacht. Ich würde dafür vielleicht sogar Schwänze lutschen. Also nicht die von Pro, die würde ich mir noch aussuchen. Aber das ist so für mich die denkbar höchste Hürde. Ich glaube, ich würde wenigstens mal an der Eichel probieren. 90 Millionen. Come on, Diger. Ja, für 90 90 Millionen ist schon viel, aber trotzdem geil, wie homophob du reagiert. So, nee, nee, auf keinen Fall, ne? Ich habe halt überlegt, würde ich das auch machen. Ähm und Arschloch auslecken. 90 Millionen sind viel, aber das wirdst du nicht machen. Ich glaube irgendwo geht, wenn du dahin guckst, weiß ich die Frage war guck halt Kamera nicht funktioniert. Was wäre das Schlimmste, was du machen würdest? Würdest du so, wenn man dir eine Kackwurst auf dem Teller legt und du die mit Messer und Gabel schneiden würdest wie so eine Bratwurst? 90 Millionen diger wirdst du einmal Nase zuessen? Das ich meine Dschungelcamp ist genau das, was ich dir gerade beschreibe. Ja, ungefähr. Schwänze lutschen, Kackwurst fressen. Ja, ich glaube es geht Es macht ja total Sinn. Also ökonomisch macht Sinn, aber es macht auch was in einem kaputt. Ja, klar. Dafür ist es ja gedacht. Genau. Und das halt das Ding ist. Willst du das so was ist dann wirkst du mehr? Ist das Ding. Ja, also alles hat ja ein Preis, ne? Also der Preis ist ja nicht äh ja ist einmal ein bisschen eklig, sondern ist halt äh ich habe mich einmal prostituiert quasi. Der Preis ist scheiß. Preis ist scheiß. Ja. Und das ist so ein bisschen wie halt in der Prostitution, wenn du dich einmal prostituierst, ob dich jetzt einmal prostituierst oder 17 Mal, ist eigentlich fast egal. So, dann was denkst du so scheint es mir zu sein. Also, wenn du wenn du einmal käuflich bist, ja, dann bist du auch ein zweites Mal käuflich, weil dann dann kommt's gar nicht mehr drauf an, ob du das dich noch mal ein zweites Mal kaufen lässt. Ja, aber 90 Millionen hält lange. Also da musst du nicht direkt nächste Woche noch mal ein Schwanz lutschen. Das einmal 90 Millionen bis die verbraucht sind, sind die Schwänze Welg. Ja, es gibt ja was. Das ist irgendwie das, man kann das nicht greifen, aber das ist Ehre in irgendeiner Form. Deine Männerehre. Ja, nicht Männerehre, sondern pers Karma, Aura, Energie. Okay, wir machen es einfacher. Würdest du denn eine lecken, die du nicht gut findest? Nur mal um rauszufiltern, ob du wirklich homophob bist. Auch da hätte ich, also ehrlich gesagt, hätte ich mit beiden ein Problem. Es würde ich jetzt, also es ist halt nee ist das ist für ist für mich rotbumsen. Nee, auch nicht. Nee, ich kann dich nicht k sehr intolerant spannende Seiten. Ich würde AfD wählen. Also Schwänze würde ich auf keinen Fall lutschen. Also ich, das das eine ist ja meine freie, also das du hast mir ja nicht gefragt, würdest du auch für ein Betrag X AfD wählen, sondern würdest du es grundsätzlich und die Antwort ist, würdest du irgendwie um deinen Wortwahl zu benutzen, Schwen zu lutschen, irgendwie was mit der Frau machen, die du irgendwie nicht geil findest oder ein Hund bumsen das kämpft wieder. Es kämpft wieder und dann würde ich sagen grundsätzlich nein. Big Struggler, was meinst du? Big Struggler. Was weiß du dein Struggle irgendwie so auf keinen Fall Schwänze lutschen. Nein, nein, nein, nein. Das müsste jetzt so Schwänze regnen hier. Nee, aber es es geht nicht um Nee, nee, es ist nur so ein kleines Küsschen, so Petting sozusagen. Ja, das macht Spaß mit dir zu sprechen. Danke sehr. Danke sehr. Kann
Ich wieder zurückgeben. Ja, nice. Sollen wir noch was machen oder? Sehr gerne. Ich hab Zeit. Ich habe Bock. Du hast Zeit und Bock. Aber wir haben jetzt echt nur über Ich finde, haben wir nicht, ist die Vielfalt unserer Gesprächsthemen gewährleistet, oder haben wir nur über eine Sache gesprochen? Wir haben ganz viel verschiedenste. Über allgemeine Dinge haben wir nicht gesprochen. Politik zum Beispiel gar nicht. Ja, willst du über Politik sprechen? Ich find es immer ein bisschen nervig, weil ich so gefühlt das weiß, was du sagen willst. Du weißt, was ich sagen will? Würde ich, also würde ich denken, weil es, also zumindest aktuell ist dieses Politikfeld.
Okay, pass auf, dann sorry, wir wir drehen es um. Du bist ich, ich bin du. Ja, pass. Das ist eine geile Idee. Pass auf. So. Ja, ich ich versuche dich nicht zu spielen, sondern ich versuche dich inhaltlich wiederzugeben. Und mein Name ist Ben und ich versuche mit meinem Podcast die Schweiz zu sein. Schön, wenn ihr mich unterstützt. Mein heutiger Gast ist Sarah, der manche sagen Hardcore Comedian, aber auch ein sehr interessanter Mensch und ihn habe ich mir heute eingeladen. Hallo Ser.
So, ich wollte erstmal sagen, ihr seid alle Arschlöcher. AD 1. AD 2, wenn ich in die Presse gucke, seid ihr die absolut größte. So hast du mich wahrgenommen. So hast du mich wahrgenommen. Und ich erkläre euch jetzt auch mal, warum das so ist. Nummer eins, diese Stadtwilddebatte verschwendet für uns alle Lebenszeit, weil wir wissen alle, wie es ist und ihr wascht euch alle irgendwie oder versucht euch irgendeine Scheinrealität da reinzureiben, die es nicht gibt. So und ihr versucht alle irgendwie gute Menschen zu sein, die ihr nicht seid, weil ihr fucking Faschisten seid, die irgendwie Leute ausgrenzen und diskriminieren und sich aber auf ein hohes, sehr hohes Ross setzen, indem sie sagen, dass sie das nicht tun, aber im Prinzip genau das tun, was sie ihrem Gegner vorwerfen. So, das alles geheuchelt und fake und scheiße. So, das wäre so mein erster Take von dir. Das heißt, Zerder, du würdest, also das hört sich ja sehr nach AfD an eigentlich jetzt erstmal. Es gehörst du zu den Leuten, die die AfD verteufeln? Sag mal, Ben, du hörst mir nicht zu. Doch, ich höre dir zu. Was du gesprochen? Ich hab doch am Anfang gesagt, ihr seid alle Arschlöcher und das schließt die AfD explizit mit ein.
Okay, du bist sehr genau, merke ich gerade, und gehst auch direkt rein, wenn dir ein Widerspruch auffällt. Ist das ist das eine Masche oder ist das äh Das dreht mein Hirn gerade s von rum. Impuls ist es Impuls oder Masche? Hör mir bitte zu, Ser, du bist hier in meiner Talkshow, sonst kannst du wieder zu Tiergarten gehen. Ähm ist ist das Impuls oder Masche? Ich glaube, es ist ganz viel es ist ganz viel Impuls, das bin ich. Aber ich ja, da wird's da wird's schwierig, weil das habe ich noch nicht verstanden an dir, weil du sagst, du hast bist gerade immer wieder drauf gekommen, ich spiele eine Rolle und ich bin ein Schauspieler. Aber dieses Zornding, du sprachst von einem Vater, der auch sehr zornig ist oder den Zorn in sich hat. So, du könntest auch, ich sag mal, dass man dich jetzt als Schauspieler bucht, damit du einen, ich sag mal, androgen, Mittelgroßstädtler, der sich unsterblich in irgendeine Tante verliebt spielt und dann quasi so Herz zerrissen, würde man dich vermutlich nicht beruhen. Wer ist du? Du Serda oder ich? Du du Ser. Ich bin jetzt wieder Ben. Ach, du bist wieder Ben zurück. Ach so. Schade, schade. Ja, das war also war mir sehr komplex, das in meinem Kopf zu drehen und quasi dich als wenn auszuhalten und gleichzeitig Serda sein zu müssen. Also Serin zu müssen ist schon sehr sehr schwer. Überhaupt niemand anders sein zu müssen ist schwer. Nicht, weil du du bist, ne? Aber quasi dann äh dem Ben als Serg Ser den Ben als Serda oder den Serda als Ben zu sehen und gleichzeitig der Ser ist also ich bin ja kein Show Show Spieler, deswegen überfordert das mein kleines Hirn maßlos.
Wer war der verrückteste Gast, den du hier je hattest? Verrückt. Also, wo du dachtest so, das ist jetzt schon eine Spur zu hart. So kann ich nicht mehr händeln. Nazu. Würdest du das sagen on camera? Ja, das ist ein bisschen blöd, ne? Genau. Ich würde keine Gäste in die Fanne hauen, aber ähm es gibt Bereiche so, ich sag mal alles, was mit Geheimdiensten zu tun hat. Ah, okay. So, wo ich denke, okay, das könnte sein, wenn das wahr ist, ist das absolut fucking crazy. Mit Ganser, das meinst du? Nee, ich fand me meine ich gar nicht Ganser, sondern das war relativ der ist ja nicht verrückt, sondern ist halt sagst, ich glaube, dass die Welt so ist. Erzählt Dinge, die einen verrückt machen können. Genau, das ist das eine. Aber ich fand ganz gar nicht, ich komme jetzt äh guterweise sozusagen nicht auf den Namen. Den würde ich auch gar nicht droppen wollen, aber ich hatte mal einen Gast, der so ein bisschen aus der Welt der reichen, Mächtigen und geopolitisch und dann hast du hier eine Milliarde gedreht und dann kommt hier der russische Geheimdienst, pass mal auf, das machst du nicht, sondern machst du das und machst das natürlich oder machst es dann vielleicht auch nicht. Und das ist quasi eine Welt, die mehr oder wer implizit sagt, wenn wir wollen, können wir dich töten und es merkt keiner. Und selbst wenn ihr das merkt, ist uns scheißegal. So und das ist so eine Welt, die ähm die ja, die ist nicht verrückt, sondern die scheint ja real zu sein. Also gibt ja geheimdlich, die ist bedrohlich. So, das ist eher was, was mich verrückt machen würde oder was, wenn man dem folgt, einen verrückt macht.
Ist das eine Therapie hier auch für dich? Klar. Vor was äh oder gegen was oder muss ja nicht gegen sein, aber was ist das, was dich diese Therapie brauchen lässt? Deine Vergangenheit. M das Leben wä zu generell ähm es ist nicht es ist quasi die Therapie der ähm den Zustand der Unwissenheit und naiven Ignoranz der Welt ähm ablegen zu wollen. Ich glaube, das ist das Ding. Ich will wissen, wie Dinge funktionieren und will weniger doof durch durchs Leben gehen, weil du dich für doof gehalten hast oder immer noch hältst, weil ich mich für zu klug gehalten habe, obwohl ich nicht klug. Also doch Vergangenheit. Ja. Okay. Doof an dir ist, dass du oft quasi sagst, kann ich dir schon mal verraten. Ja, quasi äh und es gibt diverse Füllworte. Ich habe ja nie so ein so ein Sprachtraining oder ähnliches, was man normalerweise durch durchläuft, bevor man irgendwie vorne Kamera gelassen wird. Jetzt gehört mir die Kamera halt selbst. Deswegen gab es niemand, der mich abhalten konnte. Aber du sprichst toll. Also, du hast eine super Stimme, eine sehr samtige, weiche Stimme. Äh auch dein Ausdruck. Also, ich wollte jetzt gar nicht sagen, du drückst dich schlecht aus, du drückst dich super aus, nur mir fällt immer auf, wenn ich dich gucke, dass du oft quasi sagst. Ich sag z.B. oft so zu sagen. M ich versuche solche Füllworter auszu Das macht ein verrückt, wenn es macht einem genau macht einem total verrückt, wenn man wenn einem das auffällt. Ich habe mal eine Zeit lang im Scherz an Stelle bzw. respektive gesagt. Oh G. Ja, weil auch das mein damaliger Kollege hat das so gesagt und das war so pseudointellektuell und dann habe ich das angefangen, um mich über den implizit lustig zu machen, weil ich habe halt alles hier respektive dies, respektive das und dann hast du es selber übernommen. Genau. Und war selbsinfiziert. Ist so wie man hasst, wenn jemand einem Schatz sagt zu einem und man dann aber selber irgendwann anfängt Schatz zu sagen oder diese diese Kose Wörter übernimmt wie Hase oder so.
Was sag was sagst du zu deiner du hast eine Frau wahrscheinlich Freundin? Ja. Sagt die was zu dir in Kose Wort? Ähm, die sagt kein Kosewort und wenn die es sagen würde, würde ich das auf keinen Fall teilen. Okay. Was sind die Was die Liste der der Lass es noch ein bisschen spielen. Ich finde am Schluss können wir spielen. Die die Liste der Dinge, die dich auf die Palme bringen an Begriffen, wenn Leute sie sagen. In keinster Weise. Nee, Begriffe bin ich ähm bei Begriffen, das ist mir relativ egal. Echt? Ja. Hast du ja z.B. wenn Leute in WhatsApp Nachrichten bei Konflikten schreiben, alles gut dreh ich durch oder definitiv drehe ich total durch. Aber alles gut ist ja natürlich eine komplett hirnrissige Formulierung. Ja, aber das schreiben doch viele, oder nicht? Ja, es ist ganz niederschwellig. Geht es dir gut? Ne, nicht als Frage, sondern als Konfliktlösung. Das andere ist alles gut bei dir. Alles gut bei dir? Das hasse ich auch. Oder was ich auch hasse, na, es ruft jemand dich an und sagt na und du sagst so na was na was ist na was ist na fer na kennst es nicht, wenn Leute na sagen. Ich gehe grundsätzlich eigentlich nicht ans Telefon und ich sag mal, wenn mich jemand anrufen würde und der sagt einmal nah, dann ist der auf Lebenszeit blockiert, ehrlich. Ja, also ich finde überhaupt ein Anruf mittlerweile ist hal so eine Invasion of in Team Space. Oh ja, Videoanrufe noch viel schlimmer. Also in keiner Welt ruft mich irgendeiner per Video an. Vielleicht meine Mutter, weil die die Kinder sehen will. Aber selbst das würde die vorher ankündigen. Ja, es gibt noch mehr. Also, ich finde nah ist total Horror. Äh, also so leicht falsche Begriffe wie nirgendswo. Ja, das ist das mir alles mittlerweile egal oder ne der einzige der einzigste der einzigste. Ja, das ist egal. Keinster Weise und so ist ja egal. Dass mir, weil wir über Dummheit und Klugheit sprachen und ich dachte, vielleicht ist das so ein Ansatzpunkt zu sagen, sind wir denn auch so klug, wie wir denken, dass wir sind oder machen wir vielleicht auch Fehler und ist es lässlich, Fehler zu machen? Ich glaube, was ich abgelegt habe und was ich auch weiterf versuche abzulegen, mich äh über Leute lustig zu machen, die weniger intelligent sind als ich. Und diese ganzen Formulierung, es heißt ja einzig einzige und nicht einzigste, das ist alles so ein so ein Bildungsbürgertumhumor, wo man sag, ich bin aber voll schlau, weil ich we so ein Lehrerhumor, ne? Es heißt der einzige, es kann ja nicht der einzigste sein, das ist keine korrekte Steigerung oder kein korrekter Superlativ, ne? Denkst du ja, das ist alles so so scheinheilig. Es gibt halt so viele, die Welt ist so wahnsinnig komplex und ich weiß so wenig davon und wenn ich die jetzt nutze, um herzugehen, wie ich das früher ganz viel gemacht habe und sag, guck mal, du bist aber doof, weil du ein Wort falsch sagst. Was mich eher abfagt und das fuckt mich jetzt in letzter Zeit relativ viel ab, ist, dass Leute, die keine Ahnung haben, ähm eine Arroganz entwickeln und Dinge, die sie nicht wissen, mit Arroganz sagen. So, ich finde, du musst nichts wissen, ist happy happy. Aber in dem Moment, wo du keine Ahnung, was du arrogant wirst, so ganz schwierig, dann ist Gib mal Beispiele. Ich weiß nicht, was du meinst, wenn du äh Du Natürlich weißt du, was ich meine. Nein, ich will ein Beispiel haben. Ich ahne was du meinst. ne? Äh ich sag mal in diesen ganzen politischen Debatten ähm dann gibt es quasi insbes auf der auf der linken Seite ähm die scheinen sich nicht mit den Standardargumenten von den Rechten auseinandergesetzt zu haben. Nehmen jetzt mal diese Überrepräsentation der Kriminalstatistik, da Faktor 10 bis 11. So, das hat man 100 Millionen mal gehört. So. Und von der anderen Seite, das habe ich noch nie gehört. Das kann ja gar nicht sein, weil wenn das so wäre, dann wäre ja fatal. So. Hm. Und dann kommt irgendeine Umwegung und dann sagt man, aber ich bin irgendwie ein guter Mensch, dass ich das nicht weiß. Junge, es mach keine Hausaufgaben und das in Kombination, also dieses ich weiß nichts happy, ich weiß nichts, deswegen sitze ich hier, ne? Aber ich weiß voll viel und bin aber eigentlich habe ich weiß ich nichts und bin aber dann arrogant und guck halt so über andere und sag ja, die sollten mal das machen und der sollte das machen und ich ich weiß was für alle am besten ist. Schwierig, finde ich.
Okay. Ähm, aber das kannst du auch nicht. Das kann glaube ich keiner, oder? Nee, abkönnen, das ist was anderes. Ich habe jetzt natürlich wieder weitergedacht und mich gefragt, was da wer und was da aus dir spricht. Ähm und zum einen habe ich einen Wutbürger gehört, also jemand, der auch wütend, der auch sehr wütend äh sein kann. Das höre ich bei dir, du. Also, ich glaube, was dich wütend macht, sind so ähm Mechanismen, die für selbstverständlich gehalten werden oder sich so eingebürgert haben, dass man sie nicht mehr hinterfragt, aber sie trotzdem immer noch stattfinden, wie z.B. ein Mechanismus ist rechts links oder ein stereotyper Affektmechanismus ist Nazis sind schlecht. Du wirst jetzt Nazis weiß ich nicht gibt vielleicht auch total nette Nazis. Ich habe jedenfalls schon mal ein paar kennengelernt und ob alles, was die sagen, falsch oder schlecht ist und ob der Begriff Nazi überhaupt so anzuwenden ist auf alles, was du für Nazi hältst, das sind viele Fragen, die wir klären müssen, bevor ich sage, die sind alle schlecht, ne? Und das ist z.B. das merke ich. Das andere ist, entschuldig, wenn ich dir ich will dir nicht zu nah treten, aber ich mag gerade mit dir reden oder wir reden miteinander. Ähm ist das, ich glaube, dass du eine Tendenz hast, dich minderwertig zu fühlen. Warum glaubst du das? Wenn du gesagt hast, ich will klüger sein, ich also und ich ja gesagt habe, hat das mit der Vergangenheit zu tun und hast du dich für nicht klug genug gehalten und du jetzt ja auch Leute so ein bisschen äh verurteilt hast, die sich für klug halten und damit andere für dumm erklären. Und ich weiß nicht, ob das nicht subjektiv ist, also ob das so ist, wie du das schilderst oder ob du das nicht aus deiner Brille so äh interpretierst. Mm. Also was auf jeden Fall so ist, dass ich quasi mich selbst in, also ich sehe mich in vielen Leuten, die ich heute dann doof finde, weil die nämlich genau das machen, nicht genug wissen, aber dafür sehr arrogant sein und so war ich ganz lange und das ähm sehe ich dementsprechend man erkennt sich selbst sehr sehr sehr sehr sehr schnell und um auf deine Frage zurückzukommen oder die zu Ende zu beantworten, ich tendiere dazu einen gewissen Minderwertigkeitskomplex zu haben. Ja, ich höre aber auf den durch Arroganz zu kompensieren. Okay. Und ich glaube, das ist zumindest so mal ein ganz guter guter erster Schritt, sagen wir mal so.
Wie kommt es, dass du dann so bewusst bist? Also auf mich machst du so einen bewussten Eindruck. Du bist jemand, der so ähm hier ist einfach der sehr viel Ja, du willst, ich glaube so mein Eindruck von dir ist, du willst Dinge wahrnehmen in dem Moment, in dem sie sind. Und ich glaube, dein dein eigenes Ideal von dir ist, du möchtest sie nicht unbedingt bewerten, weil das ist jetzt z.B. jetzt werden wir thematisch so ein bisschen vielleicht auch ein bisschen allgemeiner. Das ist ja etwas, was uns beide glaube ich stört, dass die Menschen unglaublich schnell bewerten. Also die Menschen, über die wir gerade sprechen, ne? Die Öffentlichkeit, die Social Media Kommentare und es bleibt gar keine Zeit abzuwägen, weil viele Dinge im Leben kann man ja gar nicht so entscheiden, ob es z.B. Manchmal gefällt einem Regen. Regen ist nicht per se schlechtes Wetter. Manchmal ist man so drauf, dass man denkt, boah, das Wetter repräsentiert gerade mein Inneres. Wie geil ist das? Manchmal kann man sogar im Regen spazieren gehen und das romantisch finden. Aber wenn jemand sagt, Regen ist schlecht, dann ist es so engstürmig, dass auch bei mir so ein Reflex entsteht. Entweder zu denken, habe ich was nicht kapiert? Oder zu denken, nee, der ist eigentlich dumm. Ja, der hat das nicht kapiert. Der hält sich aber für klug. Glaub, das meintest du. Das hast du viel eloquenter und besser gesagt, als ich das gesagt habe, aber ich meinte das. Ja. Und das finde ich z.B. auch diese dieser Zeitmangel, den wir alle haben, ne? Also was ich z.B. an deinen Gesprächen sehr mag. Ich weiß gar nicht, wie lange reden wir jetzt? Ich habe knapp 3 Stunden. Ehrlich? Ja. Ey, ich habe das Gefühl, es ist eine Stunde. Deswegen habe ich auch gesagt, lass uns aufhören äh lass uns weitermachen. Das mag ich an deinen Gesprächen, dass du auch als Zuschauer das Gefühl hast, da ist niemand, der sagt: "Ey, cut aufhören Schluss." Weil wir entscheiden das doch gar nicht. Wir entscheiden nicht, ob das zu lang ist. Das entscheidet das Interesse der Leute und unser Anspruch ein gutes Gespräch zu führen. Und wenn unser Gespräch bis morgen dauert, was ich nicht hoffe, weil ich noch ein Termin habe, dann ist das auch ein gutes Gespräch und nicht, weil wir irgendein Format erfüllen müssen, indem Leute sagen 45 Minuten po Ausschluss. Und das ist z.B. etwas, wenn wir jetzt über Allgemeine sprechen, über Politik, über Gesellschaft, was ganz viele Dinge betrifft im Gaza Konflikt, ne? Auf welcher Seite bist du? Das das gleiche wie geimpft oder nicht geimpft, rechts oder links? für oder gegen mich, Freund oder Feind, schwarz oder weiß und denkst so: "Come on, drop it. Ich habe genug Zeit darüber nachzudenken und ich habe noch mehr Argumente, nicht das eine oder das andere denken zu müssen. Ich bin nicht gegen Palästinenser, wenn ich sage, ey, mit Israel muss man ein bisschen vorsichtig sein, da gibt's eine Geschichte und den Begriff Genozid weiß ich nicht. Denk noch mal drüber nach. Ich jedenfalls will drüber nachdenken und ich sag's auch nicht direkt. Genauso wie ich nicht für Israel bin, wenn ich das sage und sage, na ja, das was da gerade stattfindet, ist kacke. Ja, da werden Leute bombardiert, die vielleicht gar nichts damit zu tun haben. Da gibt's doch viele andere Schichten. Wer wird bombardiert? Wer sorgt dafür, dass die Bomben wohinfallen? was ist für eine politische Motivation und so weiter und so fort. ist in so vielen Diskussionen, insbesondere der letzten Jahre so zugespitzt worden, dass man echt, jetzt kommen wir auf den Meinungskorridor zurück, denkt: "Boah, kacke, ich bewege mich am besten gar nicht mehr, weil wenn du dazu auch noch abhängig bist und Leute jetzt schließt sich so ein bisschen der Kreis zum Anfang sagen, pass mal auf, sag bitte nicht noch mal Anal ena Bärbock, sonst mache ich ein Reaction Video auf dich über 5 Stunden und expose dich." Dann denkst du so, come on, Analbock, take it und lass mich in Ruhe. So und das ist etwas, weshalb ich z.B. auch schön finde, dass wir heute hier zusammen sitzen. Ich hoffe, ich laber dich jetzt nicht zu und einfach die Muße und die Zeit und das Interesse und die Neugier haben uns zu erfahren. Ich bin nicht dein Gast. Du bist mit mir zusammen in diesem Raum und wir sind beide Gäste und Gastgeber und ich glaube, das ist der Mehrwert, den wir den Leuten geben können, wenn sie dieses Video einschalten und ich hoffe, wir haben das in irgendeiner Form erfüllt. Wenn nicht, so what? Morgen kommt schon der nächste Penner und redet mit dir und du tust genauso wie bei mir. Aha. Ich tu eines Tages regnet es Schwänze. Eines Tages regnet es in diesem Studio Schwänze. Ich versuche das zu vermeiden, lieber Serda. Ja, aber danke für dein umfangreiches Lob. Das ja mega geil. Und genau, ich bin halt immer, ich diskutiere halt viel mit so meiner Unternehmerbubble, ob das Kunst ist, was ich mache und ich würde mich nie als Künstler beschreiben, aber ich empfinde das genauso. Es ist dein Programm ist ja ähnlich. Du gehst auf eine Bühne, weißt nicht, was passiert. So, wir treffen uns hier. Wir haben auch kein Vorgespräch geführt, mache ich auch nie mit irgendeinem und die wollen das häufig aber immer, weil die das gewohnt sind. Und was sind denn die Fragen? So, das heißt, guck mal, hier steht extra an der Wand umgeskriptet. Da habe ich es extra so genannt, dass diese scheiß Frage beantwortet ist. Und dann entsteht was entsteht irgendwie in der Energiesumme des Raumes, des Seins, keine Ahnung. Und auf irgendeiner Art und Weise scheint das magisch zu sein, weil wenn du dir Herder Ringe anguckst, gucken das Leute häufig weniger als 3 Stunden. Wenn du so ein Podcast anguckst, dann ist die Average Feuderation quasi wahrscheinlich für ein Podcast dafür, dass wir den hier sehr sehr mit mit sehr einfachen Mitteln produzieren versus der Herr der Ringe. Ähm irgendwas scheint das zu haben, dass wenn Menschen authentisch aufeinander treffen, dass andere Menschen dem bei wollen und das auch können, ohne dass sie sich darauf konzentrieren müssen. So, die hören dem halt zu und dann gehen die schlau raus und finden das geil.
Da sprichst du aber etwas an, was meine künstlerische ähm Überzeugung ist und auch der Leitfaden meiner künstlerischen Arbeit und nicht nur künstlerisch, auch menschlich. Äh das das summiert sich so in dem Begriff authentisch, aber es ist noch viel mehr als das. Ich glaube, dass Menschen merken, wenn du ein Anliegen hast und dass dieses Anliegen, je wahrhaftiger du das verkörperst und je mehr du diesem Anliegen auch vertraust, sich überträgt und in der Übertragung etwas entsteht, ich würde es jetzt ganz kitschig Liebe nennen, also ein warmes Gefühl, eine Übertragung von Zuneigung, Sympathie, nenn es Liebe, das ist die Essenz dessen, was dich nicht nur verbindet, sondern dich auch in irgendeiner Form zu einer Heimat macht, also Gefühle, die ich in dir erkenne oder meine Gefühle, die ich bei dir lassen und parken kann oder auch deine Gefühle, die ich aufnehme, wenn ich dich sehe. Und ich glaube, das ist etwas ganz elementares, was wir Menschen im Moment vernachlässigen, nämlich die Fähigkeit dazu, andere und anderes zu empfinden und zu verinnerlichen und damit umzugehen. Wir sind ganz oft verschlossen. Wir lassen den anderen ganz oft nicht zu, weil wir Angst haben, dass er in uns eindringt. Und das hat mit uns persönlich und unserem Schicksal zu tun. Das haben wir ja auch in unserem Gespräch gemerkt, wie sehr das Schicksal uns auch trägt. manchmal aber auch beeinflusst und behindert. Und ich finde, wir sind weiter als das. Wir leben in einer Zeit, in der wir Möglichkeit haben, uns zu vervielfältigen, wie keine Gesellschaft zuvor. Wir haben Devices, wir haben Smartphones, die uns ein Wissen vermitteln, wie keine Gesellschaft zuvor es hatte. Früher waren die, die Bücher lesen konnten, die Klügsten, die saßen in Klöstern und haben in der Bibliothek für sich etwas gelesen und des anderen Unwissenden draußen erzählt und übersetzt. Heute sind wir unsere eigenen Götter. Wir können kochen, wir können Fremdsprachen, ohne dass wir sie lernen. Wir können Symptome deuten, wenn wir krank sind. Und wir können eben und das fehlt uns, uns elementar begegnen. Und das ist jetzt was sehr spirituelles, was ich sage. Und ich bin gar nicht so spirituell, wie ich sage. Ich bin ein sehr bodenständiger Mensch. Aber ich glaube, dass Spiritualität etwas ist, was uns gerade allen fehlt und was die ganzen Konflikte, die wir erleben, auch verschärft, weil wir ganz oft zu rational sind. Wir sind ganz oft im Verstand und ganz selten im Gefühl. Und die Dinge, die uns passieren, sind rationale Entscheidungen, die oft fatale Konsequenzen haben. Kriege z.B., dass wir gar nicht mehr wissen, was ein Krieg bedeutet und darüber debattieren, so als wäre es ein Schachspiel. Man muss nur etwas tun, dann passiert schon das, was man erwartet. Aber eigentlich müssten wir wissen, dass das, was dort passiert Menschen betrifft, Schicksale, junge Männer, die an der Front kämpfen und sterben für irgendwas, was man ihnen eingebleut hat, woran sie vielleicht in dem Moment gar nicht glauben. Und das ist nur das Große, das Kleine ist hier am Tisch, wenn wir uns hier begegnen, dass wir Menschen überhaupt erst zulassen und dass wir vielleicht in Kauf nehmen, dass sie in uns irgendwas verändern und bewegen. Und deswegen habe ich das lobe ich dich auch, weil ich das oft gesehen habe und weil ich das sehr ungerecht fand. Deinen wirklich bewundernswerten und richtigen Anspruch, den solltest du auch unbedingt behalten. Das sage ich dir jetzt nicht altklug, so. Ich gebe dir was auf dem Weg mit jedem Menschen zu reden. Und gib einen Fakt da drauf, ob Leute sagen, du bist rechts oder links. Du bist am Ende du. Und wenn du es rechts oder links nennst, dann nenn es so. Aber du bleibst du am Ende und deswegen finde ich das wichtig. Ich glaube, das ist auch der Schlüssel zum Erfolg, dass du das so weitermachst und lad sie dir alle ein. Aber und jetzt schließe ich meinen Monolog. Lad vor allen Dingen Nils Ruf ein, weil der ist schlimmer als ich. Ding. Ja, geil. Der [ __ ] dich. Er ist ein sehr netter Mensch. Ich mache das nur um dir Angst zu machen, weil ich weiß, dass du auf Angst reagierst. Ich hab da tatsächlich wenig Angst vor. Ich hab da eher Bock drauf. Angst hätte ich vor anderen Dingen. Aber danke schön für deine wirklich konstruktiv die meine ich auch ganz ernst. Mein es ganz ernst und ich bin hier, ich habe als ich hier hingekommen bin und bevor ich hier hinkam gedacht, was soll ich erzählen? Denselben Scheiß wie immer. Ja, die Zensi haben wir am Anfang auch gemacht. Okay, muss man auch machen, aber ich wollte auch mit dir irgendwas Neues erzählen und mit dir was erleben. Und für mich war es so, ich habe mit dir was erlebt. Geil ist er da. Ich war tatsächlich sehr aufgeregt, weil zum einen hatte ich immer Sorge, dass du mal irgendwann auf mich reagierst und dann werde ich von dir zerrissen. Das kommt jetzt erst. Ja, das kommt jetzt erst. Das jetzt bin ich auf den den hohen Adelstand des Zerrissenswerdens gekommen. Aber Nummer zwei habe ich auch gedagt. Okay. Über was sprechen wir? Weil du hast auch schon viele Dinge überall irgendwie erzählt und dadurch, dass du halt so eine öffentliche Person gibt bist, gibt es so viel von dir so und ich wollte halt wissen, was halt was es noch gibt. Und ich würde sagen, wir sind von findig geworden. Ich hoffe das. Ja, und deswegen, also ich habe am Anfang dir gesagt, das letzte Interview war aus der Not heraus und das erste Interview heute, nennen wir es mal so, nach einer Phase der Selbstfindung und Selbstbestimmung ist eher aus einer Lust heraus. dann werde ich das auch weiter so versuchen. Also ich verspreche dir, ich mache keine anderen Interviews, bei denen ich irgendwas wiederhole, so wie so ein Standardrepertoire, weil ich habe nichts zu vermarkten. Ich es gibt kein Projekt außer meine Tour. Die Leute kommen sowieso und das einzige, was mich interessiert, ist ein Gespräch und ich glaube, wir sind jetzt so ist so eine Schlusskurve gerade, ne? Ja, das hast so wunderbar gemacht. Also ich sitze hier einfach und lehne mich zurück und du machst fast schon abmoderation. Ich will zum Schluss noch ein paar Wunschgäste nennen. Das kannst du gerne, weil ich sehe das immer in den Kommentaren, dass Leute sich Gäste wünschen, ne? Ja. Dann machen wir erst Wunschgäste und dann komme ich noch mit meiner Posted Frage. Okay. Ah ja, das ist Standard. Du hast so eine Posted Frage. Also ich würde mir auf jeden Fall Nils ist mein Kandidat number one, weil ich liebe Nils. Er ist kompliziert. Er ist eine Lose Gun. Man muss mit ihm umgehen können als Freund, als Kollege, als alles, aber er ist einer der schillerndsten Persönlichkeiten, die wir in unserer Szene haben, die zu Unrecht, wirklich zu Unrecht so behandelt worden ist, wie sie behandelt wurde. Und er verdient es Gehör zu finden. Deswegen du bist der ideal. Machen wir. Du hast mich überzeugt gehabt, weil Sekunde ein Ich will dies Player einfach immer nur wiederholen, damit die Leute in den Kommentar schreiben. Ja, ja, ja, ja. Dies di äh ansonsten würde ich dir prinzipiell einfach nur empfehlen, geh noch weiter. Also mach Björn Höcke, mach die schlimmsten Nazis, die es gibt. Hol sie dir hin, weil ich glaube, Nazis entblösen sich am besten, wenn sie sprechen und nicht, wenn man über sie spricht. Und deswegen lass sie sprechen. Hab keine Angst, sie werden sich sowieso in die Scheiße reiten. Also, wenn es echte Nazis sind, ne? nicht Pseudonazis, die so geschickt sind, dass sie rhetorisch sich verschleiern können und dann und nicht nur die, nimm auch die anderen noch dazu. Das machst ja sowieso. Was sind die anderen? Ich also ich habe jetzt das Synonym Nazi genannt und man dachte sofort, ich meine rechts, ich meine mit Nazi aber auch links. Also gerne auch jetzt muss ich aufpassen, jetzt wird's justiziabel. Also sagen wir mal Leute wie Heidi Reichnek z.B. Flich spannend, aber ich meine da muss da machst du Matze Konkurrenz, der sowieso abkackt gegen dich, weil er halt nur diese Idioten einlädt. Aber nimm die doch auch mal rein. Ich arbeite sehr hart dran die rein reinzunehmen und das K Kennst du Matze? Ähm ich kenne ich habe mal kurz geschrieben, ich habe den tatsächlich auch eingeladen. Und ich finde das auch sehr gut, was der macht. Der macht es ja schon sehr sehr viel länger als ich. Ähm aber der hat natürlich einen linken Einschlag, ne? Das ist ganz ganz klar. Der hat ja auch ist ja quasi bekennender Linkswähler. Und ich glaube, da ist es auch einfacher, die linke Seite zu bekommen, wenn du was sag, ich bin einer von euch, komm zu mir. So, einzige, wovon ich dir abrate und danach sind wir geschiedene Leute ist Savsan Shebli. Ich kann die Alter einfach nicht sehen. Ich muss kotzen, wenn ich die sehe. Ich finde ihr Getue schrecklich. So, ihr wehleidigen ihren Unterwürfen. Im Bett finde ich sowas geil, aber so in der im Real Life finde ich sowas ganz schlimm.
Okay, ist das nicht gutes Schlusswort? Das wäre gutes Schlusswort, aber ich stell meine Post Frage. Lieber Sada, wir kommen wieder zurück in die äh in die ins Sein und ins hier und ins Jetzt und wir nehmen an hypothetisch, dass du morgen mit Amnesie aufwachst. Du kannst dich an nichts erinnern und ich würde dir aber jetzt ein Posted geben und da kannst du für dich etwas aufschreiben, was für dich morgen relevant sein soll, wenn du nichts anderes mehr weißt. Kraft. Kraft. Punkt. Warum? Kraft brauchst du für alles zum Leben, zum Sterben, zum Lieben. Dann wachst du morgen auf, kannst hier nichts erinnern, dann komme ich pass auf S, pass auf, du weißt nicht wer du bist, aber hier das hast du gestern für dich mit deiner gesamten Lebenserfahrung hast du Kraft aufgeschrieben. Ja, ich auch keinen Spruch wie glaub an dich selbst oder 3 x 7 ist 21, sondern Kraft. Geil. Und mit dem Begriff muss ich dann irgendwie umgehen. Ser, ich danke dir ganz herzlich, dass du dass du da warst. Hat mir viel Spaß gemacht. Danke, dass du mich ein bisschen gepi hast. Ein bisschen. Ja, doch. Es regnet schwz. Ser danke und ich freue mich auf ein mögliches zweites Mal.
Ja, sehr gerne, meine Lieben, ihr habt's vielleicht gemerkt und zwar ist häufiger der Serda im Bild, wenn ich spreche. Das hat damit zu tun, dass ich vom Karma sozusagen heimgesucht worden bin, denn ich habe noch quasi in meinen der ersten Sätzen mit Zerder habe ich gesagt, du pass auf, ich mach das ja alles alleine. Ich will auch nicht, dass hier jemand anders bei ist. Habe ich mir alles genau ausgedacht. Ich kenne jedes Kabel in dem Studio. Ja, habe ich ein bisschen abgehoben, vielleicht erzählt und zack schlägt das Schicksal oder das Karma, der liebe Gott, wie auch immer das willst, wieder zu. Mein Gesicht war quasi in 99% des Podcasts immer unscharf, weil im Fokus meine Pflanze hinten war und ich habe es auch einmal versucht zu ändern und bei mir ist immer so, dass ich dann im Gespräch bin und wenn ich sage, nee, du pass auf, ich muss mal kurz an der Kamera was ändern, dann ist ein bisschen blöd. Das habe ich auch dann tatsächlich einmal gemacht und habe gedacht, ich hätte was geändert, aber es war doch alles richtig eingestellt und irgendwie war das Licht so eingestellt, dass die Kamera dachte, die Pflanze oder der Schatten da drunter wär ein Gesicht und meins wä kein Gesicht. Also ist die Pflanze quasi attraktiver sozusagen. Aber tut mir total leid, hat mich wirklich Fuchsufelswild gemacht. Kann ich gar nicht anders sagen, aber dass ihr wisst, manchmal sagt Serda sogar, ich habe es in einem Gesicht gesehen, ich sehe es doch. Und dann sage ich auch ja, ich und ich bin aber unscharf und weil ich einfach nicht ein bisschen unscharf bin, sondern das sind ja so cinematische Linsen, bin ich wirklich komplett unscharf. Man sieht halt, ich habe ein Kopf, aber man kann mich noch nicht mal erkennen. So unscharf ist das. Respektive so scharf ist hinten die Pflanze. Von daher mein Leben Asche auf mein Haupt, ich gelobe Besserung. Ich bin dran, dass das nicht noch mal passiert. Aber danke euch für euer Verständnis. Wünsche euch einen wunderbaren Tag und wir sehen uns bald wieder. M.