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Sind Sie oft ungeduldig, fühlen sich gestresst und bringen Sie selbst Kleinigkeiten so richtig auf die Palme? Wie läuft es in der Beziehung? Gibt es oft Streit? Und lässt Ihre Libido danach? Vielleicht fragen Sie sich, wo ist eigentlich all meine Energie und Lebensfreude hingekommen?
Egal ob Mann oder Frau, all das könnte auf ein verborgenes Hormonchaos hindeuten, genauer auf einen Mangel von bestimmten Hormonen. In diesem Video zeige ich Ihnen deshalb, wie Ihre Hormone Ihr Leben beeinflussen und vor allem, wir klären wichtige Fragen, denn es gibt viele kontroverse Meinungen zum Thema Hormone. Die richtige Messmethode, die richtige Behandlung, lösen Sie Krebs aus? Deswegen klären wir mal alle wichtigen Fragen rund ums Thema Hormone und vor allem, was können Sie gegen einen Mangel tun bzw. wie kommen Sie gar nicht erst recht in die Situation, dass Sie einen Hormonmangel entwickeln?
Ja, so recht traut man sich an das Thema Hormone eigentlich auch in der Fachwelt nicht so richtig ran. Der Hausarzt sagt, da kümmert sich der Fachmann; der Gynäkologe sagt, alles in Ordnung. Der Endokrinologe, der misst Ihnen dann zwei Seiten Laborwerte. Er schließt aus, dass mit der Nebenniere irgendwas Schlimmes ist und sagt, auch die Schilddrüse ist soweit in Ordnung. Und Sie heben dann die Hand und fragen, was ist eigentlich mit den Wechseljahren? Und er sagt Ihnen, na ja, irgendwie normal. Und viele Menschen gehen dann heim und denken sich, es gibt es doch nicht, dass das alles normal sein soll. Der Satz, damit müssen Sie leben, der fällt dann auch relativ häufig. Und deswegen dieses Video. Nein, Sie müssen nicht damit leben. Und ich denke, dieser Zustand, der kommt einfach dadurch zustande, dass wir hier noch das Thema Hormone ein bisschen stiefmütterlich behandeln.
Ganz anders in Amerika. Die Amerikaner, die machen das seit Jahrzehnten anders, besser ausgelöst durch die Talkshow von Oprah Winfrey. Die hatte ein wirklich schwieriges Hormonproblem. Das hat dann ein Hormonarzt gelöst, und deswegen hat sie dieses Problem in Amerika so adressiert und hat dann im Prinzip hier wirklich großen, großen Zulauf bekommen und eine kleine Revolution ausgelöst. Und das Hormonsystem ist halt etwas, wo wir etwas vernachlässigen. Warum? Wir geben natürlich frühzeitig die Pille. Das kann uns später Hormonprobleme machen. Und dann lassen wir die Frauen so ein bisschen in den Wechseljahren hängen. Aber auch Männer kommen in den Wechsel. Ganz interessant. Gestern eine 80-jährige Patientin, die mir so unter der Hand gesagt hat: „Also Herr Doktor, ich glaube jetzt wirklich, mein Mann ist in den Wechseljahren angekommen.“ Aber wir müssen einfach eines verstehen: Die Hormone, die sind super individuell, und jeder merkt Hormonstörungen, Hormonschwankungen, aber auch dann das Nachlassen der Hormone irgendwie anders. Und ich denke, da liegt auch der Fehler drin, dass wir versuchen, irgendwie ein Labor zu machen und da die Leute in so ein Schema reinzupressen. Denken Sie einfach mal an einen Star wie Barbara Schöneberger. Die ist auf einem ganz anderen Hormonniveau. Die kann eine Abendgala live vor einem Millionenpublikum moderieren. Das hat natürlich mit viel Selbstvertrauen und so weiter zu tun. Aber in erster Linie mit unserem Hormonsystem. Oder Arnold Schwarzenegger wäre bestimmt nicht dort, wo er jetzt ist – abgesehen von den ganzen Doping-Geschichten – aber er ist auf einem anderen Hormonniveau. Und wenn hier bei solchen Leuten einfach fünf oder zehn Prozent fehlen, dann wird es schon dramatisch, weil sie das sehr, sehr sensibel merken. Und jemand, der von Haus aus noch nicht so große oder so hohe Hormonwerte hatte, der einfach sich die ganze Zeit energielos fühlt, der wird mit diesem Problem, wenn fünf Prozent fehlen, anders umgehen können. Also die Frage ist, ob sie jetzt mit dem Cabrio am Golfplatz vorfahren, wenn sie 70 sind und über die Tür springen, oder eben mit dem Rollator durch die Gegend schieben. Da spielen die Hormone eine große, große Rolle mit dem gesund alt werden. Und das schauen wir uns jetzt genau mal an.
Und als erstes möchte ich mit Ihnen über den DHEA-Mangel reden. Was ist DHEA-Mangel? DHEA ist ein Ausgangsbausteinchen, ein Ausgangshormon für unser Testosteron, für unser Östrogen. Und DHEA selber hat so einen aufbauenden Effekt. Das heißt, wenn ich einen DHEA-Mangel habe, dann fehlt mir der Antrieb. Ich werde müde, ich fühle mich erschöpft. Ich habe einen Mangel an Energie. Es kommt das Thema Konzentration ins Spiel, Vergesslichkeit, Konzentrationsprobleme, Stimmungsschwankungen, weil natürlich dann die anderen Hormone wie das Östrogen, wie das Progesteron und so weiter fehlen. Wir werden hier gleich nochmal diese ganzen Mangelzustände besprechen. Und Männer und Frauen spüren dann auch einen Verlust der Libido. Und deswegen wird so ein bisschen als das Hollywood-Hormon bezeichnet: Einfach ein Anti-Aging-Hormon, ein Ausgangsbaustein für unsere anderen Hormone. Und wichtig zu wissen ist, dass eben dieser Müdigkeit, Antriebslosigkeit und so weiter, dass hier auch der Verlust der Knochenmasse und auch die nachlassende Muskelkraft und Ausdauer und so weiter, Verschlechterung der Blutfettwerte, also diese Verwandlung sozusagen, die wir durchmachen, eher die Gewichtszunahme im Alter, nachlassende Muskelmasse und so weiter, das hängt eben mit diesem DHEA zusammen. Und das ist so das, was die meisten Leute merken oder eben auch nicht bemerken oder erfahren, dass dieses DHEA schon langsam nachlässt.
Das zweite Hormon, was bei Männern und Frauen so wie bei DHEA gleichermaßen nachlassen kann, ist das Progesteron. Es ist das Gelbkörperhormon, das sogenannte Wohlfühlhormon. Und man kann sich so vorstellen, die Frau macht ihren Eisprung und bekommt pro Eisprung zur Belohnung einen sogenannten Gelbkörper. Dieser Gelbkörper macht dieses Gelbkörperhormon im Eierstock. Und Männer und Frauen produzieren dann dieses Gelbkörperhormon noch mal gleichermaßen in kleinen Mengen an der Nebenniere. Dort ist es dann die Vorstufe für unser wichtiges, wichtiges Stresshormon Cortisol. Darüber sprechen wir gleich. Und warum betone ich dieses Progesteron so? Weil es so das erste Hormon bei der Frau ist oder das zweite Hormon, das so schon langsam ausgeht, wenn es Richtung Wechseljahre geht. Und das ist dann so der Moment, wo die Frau in die Praxis kommt und sagt: „Herr Doktor, ich glaube, ich komme jetzt in die Wechseljahre.“ Nein, ist sie noch nicht. Wechseljahre würden bedeuten, dass die Hormondrüsen nicht mehr richtig angesprochen werden von den übergeordneten Zentren. Es ist erst mal ein Progesteronmangel. Es gibt auch 15, 16, 17, 18-jährige Mädchen, die das haben. Ich hatte mal einen Fall einer 17-jährigen, ganz dramatischer Progesteronmangel, schwerste Migräne, mein schwerster Migränefall überhaupt. Die Mädchen konnte man dann Progesteron geben. Sie konnte die Migräne komplett überwinden. Sie hat es einfach vom Tisch in einer Absprache mit dem Kinderarzt. Warum? Weil die jungen Damen erst mal die ersten Eisprünge machen. Da schießt das Östrogen richtig rein in den Organismus. Und das Gegengewicht ist hier das Progesteron. Und das Gegengewicht, das fehlt dann so ein bisschen. Das ist der Mangel in den jungen Jahren. Wenn wir dann etwas älter werden, wenn die Frau schwanger werden möchte, könnte es eventuell fehlen. Wir wissen, viele Fehlgeburten, die hängen zusammen mit dem Progesteronmangel. Dann kommt häufig die erste Schwangerschaft. Dann kommt die zweite Schwangerschaft. Das Hormonsystem ist so richtig ausgepresst. Und hier ist der Moment, wo viele Frauen dann in den Progesteronmangel reingehen. Und dann überschneidet es sich so ein bisschen mit den Männern. So die Männer, die so das 40., 45. Lebensjahr dann überwunden haben oder auch das 50. Und dann richtig Gas gegeben haben im Job. Die bekommen dann häufig auch einen Progesteronmangel. Die merken: „Ich muss ein bisschen langsamer tun im Job und so. Das wird mir alles ein bisschen zu viel.“ Hier spielt dann natürlich auch die Nebenniere eine große Rolle. Da sprechen wir gleich noch mal drüber. Aber gehen wir erst mal durch die Symptome vom Progesteronmangel. Sie hatten jetzt schon ein bisschen Gelegenheit, hier mitzulesen. Und ich sage immer meinen Patientinnen: „Scheiß Stimmung, scheiß Haut, Fett auf den Hüften, Wasser in den Haxen.“ Das ist ein Progesteronmangel. Es sind so die vier, fünf Hauptsymptome. Und im Prinzip ist es genau das, was mit den Frauen passiert. Nicht nur, dass es zu Schwellungen, zu Wassereinlagerungen kommt, sondern es kommt auch zu Zyklusverschiebungen. Der Zyklus kann dann entweder zu lang oder zu kurz sein. Es kann zu ganz empfindlichen Brustschmerzen kommen, zu einer druckempfindlichen Brüste, berührungsempfindlichen Brüste. Übrigens auch bei Frauen nach der Schwangerschaft kann es auftreten. Und dann haben wir so Dinge wie Haarausfall, wie Bauchschmerzen bei der Regel. Also die meisten Jugendlichen, die da diese Probleme haben, die werden einfach da auch einen Progesteronmangel haben. Und dann haben wir noch so diese Neigung bei der Frau zu Brustzysten, zu Gebärmuttermyomen und so weiter. Und das Erbrechen während der Schwangerschaft, das Schwangerschaftserbrechen ist häufig auch eben Progesteronmangel assoziiert.
Und wie fühlt sich das für Männer an? Sie haben keinen Kontakt mehr zu sich selbst. Sie empfinden so ein Gefühl der Leere, die Freude fehlt. Dieses Wohlfühlen, diese Pufferzone, diese Stressresistenz, dass ich im Job dann auch mal so eine blöde Situation dann überstehen kann – Krisenmanagement und so weiter. Und da reagiert man dann emotionaler drauf. Dann reagiert man über. Man hat einfach eine verminderte Stressresistenz, eine vermehrte Aggressionsbereitschaft oder Aggressionsausbrüche ohne Grund. Und ein riesengroßes Problem, gerade schon erwähnt, sind dann auch Kopfschmerzen, Migränen und so weiter, weil die Gefäßweite durch Progesteron reguliert wird. Und wenn es fehlt, dann machen die Gefäße zu. Auch so kognitive Geschichten wie Energielosigkeit, auch Schilddrüsenunterfunktion, das hängt dann mit dem Progesteronspiegel zusammen.
Wir schauen mal gleich auf den Östrogenmangel. Denn das ist das, was wir immer so assoziieren mit Wechseljahren und so weiter. Aber der Beginn ist meistens eben der Progesteronmangel. Dann folgt der Östrogenmangel. Und hier haben wir es natürlich auch mit diesen Wutzuständen und so weiter zu tun: Traurigkeit, Angst, aber in erster Linie auch die Knochengesundheit. Also das Bindegewebe, das wird durch diesen Östrogenmangel geschwächt – Osteoporose und so weiter bis hin zu Glasknochen kann es dann gehen. Aber auch die Hautgesundheit und die verstärkte Faltenbildung. Wenn Sie einer Frau ins Gesicht schauen, dann sehen Sie eigentlich diesen Östrogenmangel. Das ist diese feine Fältelung an der Oberlippe von oben nach unten. Das ist Östrogenmangel, weil einfach das Bindegewebe dann in dem Bereich nachlässt. Auch die Volumenabnahme des Brustgewebes, häufige Reizblase, Wasserlassen, Stressinkontinenz und solche Dinge, auch wieder der Libidoverlust, der Leistungsmangel, auch so Konzentrationsprobleme und die Haargesundheit, die hängen hier im Prinzip mit diesem Östrogenmangel zusammen.
Und für die Männer ist es dann auch ganz schwierig, weil die Frauen im Prinzip während des Zykluses immer so kleine oder manche auch größere Wallungen durchmachen. Einmal dominiertes Östrogen, einmal dominiertes Progesteron. Und wenn da irgendwas nicht passt, dann hat im Prinzip ihre Frau einige Tage die Symptome des Östrogenmangels und auch einige Tage die Tage des Progesteronmangels. Und es ist schon ein kleiner Vorteil, wenn wir Männer uns gut mit dem Zyklus auskennen. Das heißt, in der ersten Phase kommt eben das Östrogen. Wir können die Frauen unterstützen. Wir sind vielleicht etwas gutmütiger, wenn es zum einen oder anderen Wutausbruch einfach kommt. Die Frauen merken das im Übrigen nicht. Also bitte fangen Sie da keinen Streit an. Für die Frau fühlt es sich einfach ganz normal an, aber nach außen reagiert es eventuell etwas ruppiger. Und in der zweiten Phase, dann wird es wieder anders. Dann kommt wieder das Progesteron, das Wohlfühlhormon. Und diesen Zyklus schauen wir uns nochmal jetzt gleich genau an. Aber nicht ohne dieses Buch in die Kamera zu halten. Mein Buch „Migräne A.D.“ für alle, die an Kopfschmerzen, Migräne und so weiter leiden und die im Prinzip hier einen Zusammenhang mit dem Hormonsystem vermuten. Ich verlinke es Ihnen unten. Dort ist das alles sehr, sehr gut beschrieben.
Und hier sehen wir mal so einen typischen Monatszyklus. Und meine Herren, bleiben Sie dabei, denn es ist wirklich hochspannend, wenn Ihnen das noch nie jemand erklärt hat, warum Sie können einfach so viel drüber lernen, wie die Frau sich fühlt. Das heißt, Tag 1 bis Tag 14 ist dominiert von der gestrichelten Linie von Östrogen. Das heißt, je weiter, dass es Richtung Eisprung geht, desto höher steigt der Östrogenwert. Das kann natürlich sein, dass es für die Frau emotional etwas schwieriger wird, dass sie auch körperliche Symptome hat und so weiter. Warum? Weil ihr das Progesteron im Prinzip fehlt, um diesen dieses Östrogen auszugleichen. Was es auch noch gibt, ist die Östrogen-Dominanz, wo dann viel zu viel Östrogen da ist und viel zu wenig Progesteron da ist. Und dann kann es so richtig haarig werden mit den Symptomen. Im Prinzip alles, was ich gerade erklärt habe, nochmal in überspitzter Form, teilweise dann auch schon mit richtig körperlichen Erkrankungen assoziiert. So, und wenn wir diesen Eisprung haben, dann fällt das Östrogen rapide ab. Das Ei springt, und dann kommt die gute Phase des Zykluses. Dann kommt das Progesteron, das Wohlfühlhormon und so weiter. Die Frau, die möchte da umarmt werden und so weiter. Kuschelzeit, Partnerzeit ist im Prinzip. Und es gibt zwei kritische Punkte. Einmal ist es eben der Eisprung, so um den 14. Tag herum, wenn das Östrogen sehr, sehr hoch ist, worunter die Frauen sehr stark leiden können. Oder wenn sie einfach zu wenig Progesteron bilden, dann ist die zweite Phase des Zykluses recht kritisch. Übrigens, wenn Ihnen die Videos gefallen, abonnieren Sie doch den Kanal. Ich sehe, der Großteil der Leute, die die Videos anschauen, haben den Kanal nicht abonniert. So schlägt Ihnen YouTube immer die wichtigsten und neuesten Videos vor. Nicht nur von meinem Kanal, sondern YouTube schlägt Ihnen das von anderen Kanälen auch vor. So, und vielleicht haben Sie sich jetzt schon bei dem einen oder anderen Symptom erkannt, auch als Mann. Und die große Frage ist, wie wird das Ganze jetzt gesteuert? Wer ist denn dafür verantwortlich?
Und hier ist die Antwort: Melatonin. Warum? Melatonin ist das übergeordnete Zentrum, und Melatonin unterscheidet zwischen Tag und Nacht. Und was hat es mit den Hormonen jetzt zu tun? Sie können sich das ungefähr so vorstellen: Wir haben sogenannte Steuerhormone. Diese Steuerhormone, die sind dafür da, dass wir unsere Hormondrüsen ansteuern können: Hoden, Eierstock, Schilddrüse, Nebenniere. Und wenn jetzt diese Steuerhormone ausgehen, dann fehlt sozusagen der Chef. Und wenn der Chef fehlt, dann machen die Arbeiter nichts, auf gut Deutsch. Und diese strenge Unterscheidung zwischen Tag und Nacht durch den Schlaf und durch das Melatonin, das Schlafhormon, ist deswegen so wichtig, weil nur unter der Anwesenheit von Melatonin in der Nacht diese Steuerhormone in den einzelnen Zentren nachgebildet werden können. Das heißt, wenn ich also ständig einen durchwirbelnden Schlaf- und Nachtrhythmus habe, dann habe ich nicht diese schöne Taktung, nicht diesen schönen Biorhythmus. Und dann kann das zur Folge haben, dass ich dann tatsächlich weniger Steuerhormone zur Verfügung habe. Und das ist das große Problem. Und es gibt ein zweites großes Problem. Wenn wir das 60. Lebensjahr erreicht haben, dann haben wir nur noch 50 Prozent Ausschüttung von diesem Melatonin. Und dieses Melatonin, das führt dann dazu, das ist nicht vorhandene Melatonin, führt dann dazu, dass die Leute halt nachts rumgeistern, dass nachts dann gebügelt wird und Talkshows angeschaut werden und dass nachts die Lampen heller leuchtend sind in den Schlafzimmern. Ein wichtiges Interview, das ich geführt habe mit dem Melatonin-Forscher weltbekannt, Professor Dr. Walter-Pierre Paoli, hat mir gesagt, wenn man Melatonin einnimmt, dann gaukelt man der Zirbeldrüse vor, dass sie selbst noch nicht altert. Denn man hat herausgefunden, dass ein Stück weit diese mangelnde Produktion an Melatonin dann dafür sorgt oder eine Feedbackschleife, dass es gibt, dass die Zirbeldrüse dann noch weniger Melatonin bildet. Also die Zirbeldrüse überprüft sich praktisch selber immer noch: „Bin ich jung? Muss ich das noch produzieren?“ Und wenn es dann halt nachlässt, dann stellt es irgendwann mal die oder fährt die Produktion ganz nach unten. Also sehr, sehr informatives Interview war das Ganze. Dort habe ich einen richtigen Einblick mal bekommen, wie dieser Bio-Rhythmus eigentlich funktioniert.
Und dieses Melatonin hat noch einen Partner, einen Gegenspieler. Und das ist unser Stresshormon Cortisol. Wir brauchen es, um zu flüchten oder zu fliehen – „flight or fight“ heißt das – oder damit wir Energie haben oder dass der Blutzuckerspiegel stabil bleibt und dass eben auch der Schlaf reguliert wird. Warum? So gegen halb vier, vier in der Früh. Dort wird dann das Cortisol wieder ausgeschüttet. Und Cortisol ist ein sehr, sehr interessantes Hormon und ein sehr, sehr interessanter Stoff. Erstens mal ist es unser Ultrakurzzeit-Stresshormon und es ist gleichzeitig unser Langzeit-Stresshormon. Das bedeutet also, wenn wir jetzt eine Vollbremsung auf der Autobahn machen, dann kommt erst mal eine sehr, sehr schnelle Cortisol-Ausschüttung. Sorgt dann dafür, dass Blutzucker-Reserven mobilisiert werden, damit wir wach sind, damit wir reagieren können, wenn wir unsere Muskeln brauchen, unsere Sinne brauchen, damit alles hell wach ist. Dann kennen Sie das vielleicht, wenn Sie einen Schreck bekommen. Dieser schnelle Puls, der schlägt, der setzt erst etwas später ein. Und das ist der Grund, weil dann Noradrenalin und Adrenalin, unsere Kurzzeit-Stresshormone ausgeschüttet werden. Und wenn dieser Zustand dann immer wieder abgerufen wird, wenn der Stress lange Zeit anhält, dann wird es zwei Dinge geben. Es wird zwei Phasen geben. Die erste Phase ist – und da sind wir wieder zurück beim Cortisol – dass das Cortisol zu fest ausgeschüttet wird, dass unser Cortisol zu hoch ist. Da fühlen wir uns gestresst. Das ist dann der Moment, wo wir dann vielleicht an die Kur denken, an den Reha-Aufenthalt, wo wir eine Ayurveda-Kur buchen, wo wir an ein Sabbatical denken und wie das alles heißt. Das ist, wenn der Stress einfach zu lange anhält. Wenn der Stress dann weiter anhält, dann kann dieses ganze System crashen, und dann können die Nebenniere auch zu wenig Cortisol ausschütten. Das kann durch zwei Faktoren passieren. Erstens, wenn wir uns einfach unserer Baustoffe berauben und uns einfach wie eine Zitrone auspressen lassen oder selbst auspressen. Einfach zu lange Zeit, zu viel Stress, Baustoffe fehlen. Cortisol wird nicht mehr hergestellt. Oder Fall Nummer zwei. Die Nebenniere hat dann tatsächlich einen organischen Schaden. Fall Nummer drei ist, wir erleben ein sehr, sehr dramatisches Ereignis: Ein Unfall, eine Explosion, Tod eines engen Angehörigen, auch selber einen Unfall, selber einen Verbrennungsunfall, was auch immer. Einfach ein dramatisches Ereignis. Und dann kann innerhalb von Sekunden so viel Cortison ausgeschüttet werden, dass die Nebenniere tatsächlich dann kaputt geht, dass sie crasht, dass es zu weiteren Stresssymptomen wie Magengeschwür und so weiter kommt. Das kann bis zur Einblutung der Nebenniere gehen. So dramatisch ist es aber bei den meisten Leuten nicht. Übrigens, wenn Sie das Thema Hormone interessiert, ich habe Ihnen hier unter dem Video meine Hormon-Quick-Tipps verlinkt. Da können Sie sich eintragen. Das ist eine E-Mail-Serie. Da schicke ich dann regelmäßig Tipps zum Thema Hormonsystem raus.
Und so sollte eigentlich eine normale Kurve ausschauen vom Cortisol. Das heißt, wir fangen also in der Früh mit einem hohen Cortisolwert an, damit wir richtig frisch in den Tag rein starten. Und im Laufe des Tages brauchen wir immer weniger Cortisol, um unsere Leistung zu erbringen. Und das große Problem ist dann einfach, wenn wir schon in der Früh mit leerem Tank aufstehen. Das heißt, der Tiger, der ist nicht mehr aus dem Tank, sondern der bleibt im Tank. Die Nebenniere, die kann nicht mehr viel Cortison ausschütten. Und deswegen fühlen wir uns sehr, sehr müde und sehr, sehr schlecht. Denn was typisch ist für Menschen mit Cortisonmangel, es tritt die Erschöpfung ein, ständige Erschöpfung in der Früh, schon total müde aufstehen, so als hätte die Nacht nicht stattgefunden. Und dann hat man natürlich diese extreme Tagesmüdigkeit. Man legt instinktiv sozusagen seine ganze Arbeit in die Nacht hinein. Viele Schriftsteller machen das. Viele Autoren, Abrechnungen und so weiter, was man da nicht alles macht. Ich habe sogar einen Bekannten, der hat extra helle Lampen einbauen lassen, weil er gesagt hat: „Das ist meine produktivste Zeit. Da mache ich dann so bis nachts zweieinhalb, drei jeden Tag. Da bringe ich richtig was zusammen.“ Ist natürlich ein Teufelskreislauf, wenn das alles nicht mehr richtig funktioniert, nicht mehr eingetaktet wird. Warum? Weil er sich natürlich, wenn er zwischen ein Uhr und drei Uhr dann wach ist, sich noch seines Melatonins beraubt. Das ist sozusagen die Zeit, wo man auf jeden Fall im Bett liegen sollte.
Und bevor wir gleich über Therapieoptionen und so weiter sprechen, wollen wir nur mal kurz hier die Schilddrüse flankieren. Das heißt, wenn wir eine Schilddrüsenunterfunktion haben, was der häufigste Zustand ist, dort haben wir eben das Problem mit depressiven Verstimmungen, mit Verstopfungsproblemen, die Gewichtszunahme, Schwindel, niedriger Blutdruck. Das kann im Übrigen auch bei der Nebenniere auftreten, beim Cortisolmangel, dass es einem so schwummig, schwummerig ist. Und dann sagt man ja: „Ich habe halt einen schlechten Kreislauf.“ Aber kein Mensch denkt ans Hormonsystem. Bitte denken Sie daran, dass es eben das Hormonsystem sein kann, wenn einem so kurz schwindelig wird, so eine halbe Sekunde, Sekunde, wenn man dann sich beugt oder dann wieder aufstehen möchte. Und wichtig ist die Schilddrüse einfach, dass wir alle drei Werte messen, die wichtig sind. Eigentlich sind es vier. Wenn wir die Schilddrüse gut anschauen wollen, wir haben einfach dieses Steuerhormon TSH. Das ist das, wo wir Ärzte dann sagen: „Ja, passt oder passt nicht.“ Schilddrüsenunterfunktion oder nicht. Aber wir haben noch zwei weitere Hormone. Einmal das freie T4, das ist das Speicherhormon der Schilddrüse. Und eigentlich die Schilddrüsen-Hormon-Arbeit, das macht das freie T3, das ist das aktive Schilddrüsenhormon. Also das ist die eigentliche Schilddrüsen-Funktion hier, die ihren Job macht.
So, und kommen wir noch mal zu der männlichen Hormongesundheit. Wenn wir an Männer und an Hormone denken, dann denken wir ja sofort ans Testosteron. Die Wahrheit ist aber, dass die wenigsten Männer tatsächlich einen Testosteronmangel entwickeln. Meisten Männer entwickeln erst mal entweder einen DHEA-Mangel oder sie entwickeln einen Progesteronmangel oder sie entwickeln eben, wenn sie sich jobmäßig so richtig hart reinhauen, einen Kortisonmangel. Viele Selbstständige haben das einfach. Ich nenne immer das Progesteron als das selbstständige Hormon. So, und dann, wenn es weitergeht, haben wir natürlich auch noch Männer, die einen Testosteronmangel entwickeln. Aus einem DHEA-Mangel haben wir ja gerade schon gesehen, entsteht das Testosteron. Das heißt, es könnte die Konsequenz, die Folge sein. Gibt es aber natürlich auch noch einige andere Gründe dafür, dass Testosteron zu wenig produziert wird. Wir wissen, wir können das steigern durch Sport und so weiter. Was sind denn hier die körperlichen Symptome? Natürlich der Libidoverlust, die Erektionsstörung, auch Rückgang der Muskulatur, Zunahme des Bauchfetts und so weiter, männliche Brustvergrößerung, also diese Alterserscheinungen im Prinzip. Aber, und da leiden sehr, sehr viele Männer darunter, auch psychische Geschichten des Testosteron und auch des DHEA. Das brauchen wir für die Durchsetzungskraft, für das Durchbeißen. Stellen Sie sich einfach so einen rübelhaften Fußballspieler vor, der dann bis zum letzten bitteren Ende dann dieses Tor, diesen Torabschluss noch macht. Und so ist es im Prinzip mit dem Testosteron. Und da kommt es zum Verlust dieser Durchsetzungskraft, einfach auch zu Schlafstörungen, zu Merkstörungen. Und ganz interessant, die Verringerung der räumlichen Wahrnehmung. Das hängt auch mit dem Testosteronmangel zusammen. Und oftmals sind die Augen gut. Aber trotzdem fährt man dann im höheren Alter das Auto irgendwo an.
Und jetzt ist die große Frage, wie können wir das messen? Und hier gibt es richtig zwei verhärtete Fronten: Einmal die Speicheltestfraktion und einmal die Bluttestfraktion. Ich möchte Ihnen eine kleine Geschichte erzählen. In meinen ersten Wochen in der Narkoseabteilung, ich hatte schon etwas Erfahrung durch viele Formulaturen, hat mich ein Facharzt gefragt: „Mit was möchtest du denn Narkose machen?“ Und ich habe meine drei Lieblingsmittel aufgezählt. Und da hat er gesagt: „Haben wir aber heute nicht. Du musst mit dem Narkose machen, was dir die Krankenschwester aufzieht.“ Und es waren drei relativ unbekannte Mittel für mich. Und genauso möchte ich es hier auch einfach auf die Hormone übertragen. Im Prinzip ist es egal, welchen Test man macht, wenn man ihn gut auslesen kann. Wenn ich einen erfahrenen Gynäkologen habe, der schon den 15.000. Bluttest auswerten kann und die Frau vor sich hat und ganz genau weiß: „Aha, so schaut es aus, das sind die Symptome. Das ist der Test“, dann ist das völlig okay. Grundsätzlich haben aber beide Tests Vor- und Nachteile. Erst mal, wir messen beim Blut-Hormontest die sogenannten freien Hormone und die gebundenen Hormone. Das heißt, wir haben also immer einen Teil, der überwiegende Teil im Blut an Hormonen, gebunden an Transporteiweise. Können Sie sich so ähnlich vorstellen, wie wenn Sie irgendwo eine große Demonstration haben, da stürmen 500 Leute von links und 500 Leute von rechts aufeinander zu und die Polizei soll kommen und schlichten. Und die Polizei steht da mit 100 Einsatzwagen, hätte im Prinzip viel mehr Polizisten als Demonstranten. Nur die können nicht raus. Und wir haben ungefähr nur eine Gruppe von zehn Polizisten, die draußen sind, die außerhalb der Einsatzfahrzeuge sind und da eingreifen können. Das sind so ähnlich, kann man so den Vergleich ziehen zu den freien Hormonen. Die können tatsächlich was machen. Nur die freien Hormone sind tatsächlich in der Lage, an den Rezeptor anzudocken und dann am Rezeptor im Prinzip eine Aktion auszulösen. Und die gebundenen Hormone, die können das eben nicht machen, so wie die Polizisten, die halt in ihren Polizeiautos gefangen sind, versuchen rauszukommen. Und das ist der große Unterschied. Im Bluttest messen wir sozusagen die Polizeiautos und die freien Polizisten und sagen: „Ist ja alles in Ordnung, wir haben ausreichend Polizisten.“ Im Speicheltest messen wir nur die freien Polizisten, die freien Hormone. Und das ist der große Unterschied. Darum gibt es hier im Prinzip zwei Lager. Die einen sagen ja: „Bluttest ist viel genauer, kann jeder Arzt machen, kann jedes Labor machen“, und die anderen sagen ja: „Speicheltest ist genauer, weil wir nur die freien Hormone sehen.“ Es gibt noch einen zweiten und dritten Nachteil. Der zweite Nachteil ist, dass wir beim Bluttest irgendwann mal sagen: „Ja, Östrogenwert ist unter 10. Okay.“ Das heißt, der misst nicht bis ganz zur Null runter. Der Speicheltest, der kann das, weil es kann ja sein, dass mein Östrogenwert bei 9,5 ist und ich mich als Therapeut gegen eine Gabe von Östrogen entscheide. Aber der Speicheltest sagt: „Na ja, unter 10, weiß ich nicht, ist es bei 0, bei 1, bei 2, bei 3, bei 4.“ Also es ist wesentlich präziser. Und wir können im Prinzip die Verhältnisse der Hormone, so wie sie zueinander stehen, die können wir im Speicheltest besser sehen. Und es gibt noch einen dritten Nachteil. Und der dritte Nachteil ist für mich der ausschlaggebende Punkt, dass ich meistens einen Speicheltest mache in 95 Prozent der Fälle. Warum? Weil ich kann der Frau das Testset mit nach Hause geben. Bei einer Frau, die schon in den Wechseljahren war, ist es egal. Bei einem Mann ist es immer egal, wann ich diesen Hormontest mache. Aber bei einer Frau, die die Regelblutung noch hat, sollte ich diesen Hormontest in der zweiten Zyklushälfte machen, Tag 20 bis 24. Die Realität schaut aber so aus, der Hormontest wird übers Blut dann gemacht, wann sie ihren Termin beim Doktor haben. D.h. irgendwann mal in der ersten Zyklushälfte zum Eisprung, was auch immer. Das kann man auch machen, das ist schon in Ordnung. Aber bei den meisten Leuten würde mich ja das Ergebnis interessieren, das Verhältnis, ist die Frau schon in den
Wechseljahren, hat den Progesteronmangel usw., da muss es in der zweiten Zyklushälfte gemacht werden. Also, hier kommt dann noch eine Unpräzision rein, des Systems.
Und dann kommt natürlich die zweite große Masterfrage: Okay, wenn wir jetzt einen Hormonmangel erkannt haben, was können wir dann therapeutisch tun? Und hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Möglichkeit Nummer eins: Man arbeitet phytotherapeutisch. D.h., pflanzliche Mittel, dort gibt es welche, die recht gut funktionieren. Da mögen es Pfeffer bei Progesteronmangel oder Makapulver bei Östrogenmangel, so kann man sich da durchlavieren.
Aber Sie müssen sich das Ganze so vorstellen wie Ihre Haustür und Ihr Hausschlüssel. D.h., wenn wir eine bestimmte Aktion haben wollen, sprich: Haustüre geht auf, dann brauchen wir dafür genau den richtigen Schlüssel. Und das ist das große Problem. Wir brauchen im Prinzip das Hormon, das uns den Rezeptor aufsperrt oder an den Rezeptor andockt, damit die Aktion ausgelöst werden kann.
Und dieses Problem haben wir im Prinzip, wenn wir nicht bioidentisch arbeiten bzw. wenn wir phytotherapeutisch arbeiten. Der Schlüssel passt nicht 100 %. Bei der künstlichen Hormongabe passt der Anfang des Schlüssels, der passt in den Rezeptor, hinten raus wird dann ein großes Molekül gebaut, damit der Körper dieses Molekül nicht so einfach abbauen kann. Warum? Das Hormonsystem ist ja reguliert; wenn wir zu viele Hormone an Bord haben, da haben wir Abbaumechanismen dafür. Und ein natürliches Hormon kann dann abgebaut werden. Ein künstliches Hormon, das wesentlich vom Molekül länger ist und so gebaut ist, dass es nicht so schnell abgebaut werden kann und soll, das muss dann die Leber abbauen.
Warum macht man das so? Ganz einfach: Man hat natürlich hier einen gewünschten Effekt, Schwangerschaftsverhütung usw. Da soll das nicht sofort abgebaut werden, weil sonst funktioniert der ganze Lager nicht. Hier gibt’s auch wieder zwei Lager, die sagen einmal: Wir brauchen die synthetischen Hormone, und das andere Lager sagt: Wir brauchen die bioidentischen Hormone. Die große Frage ist: Was sind bioidentische Hormone? Ich bin großer Anhänger der bioidentischen Hormone. Die sind im Prinzip chemisch identisch mit den eigenen Hormonen. Das nennt man bioidentisch oder natürlich. Die werden aus pflanzlichen Quellen gewonnen, meistens aus der Jamswurzel. Sind vom Körper im Prinzip leicht abbaubar, weil sie genauso ausschauen wie die Hormone, die der Hoden oder die Nebenniere oder der Eierstock bildet. Das ist der große Vorteil: Sie sind leichter abbaubar. Sie müssen im Chemielabor auch noch mal verändert werden, diese Jamswurzel. Es bringt nichts, wenn Sie Jamswurzeln-Kapseln nehmen, dann passt der Schlüssel wieder nicht 100 %. Die kann man entweder über eine Kapsel nehmen oder über eine Hormonsalbe nehmen.
Auch hier gibt’s wieder zwei Lager: Die einen sagen, Hormonsalbe, das funktioniert gar nicht. Da würde ich die Kollegen bitten, von ihrer Meinung zurückzutreten und dasselbe auszuprobieren. Denn es funktioniert sehr wohl transdermal. Das sind leider festgelegte Aussagen immer mal wieder. Es ist sehr gut dosierbar. D.h., wenn eine Frau einen stressigen Tag hat, kann sie hier mehr Salbe auftragen, beim Mann genauso. Und es ist weniger Belastung für die Leber.
Dann gibt’s Hormontabletten, die sind relativ gut verfügbar. In jeder Apotheke im Prinzip, ist eine leichte Anwendung. Aber ich bin da auf eine Dosierung festgelegt. Wenn ich da diese 100 mg Progesteron drinnen hab, dann kann ich nicht sagen: Nehmen Sie heute mal 110 und morgen, wenn es besser wird, nur mehr 70. Das ist ein Nachteil. Vorteil wieder: Kassen erstatten; die Kapseln erstatten Kassen wesentlich schlechter, die Hormonsalben. Das sind Fragen, die hier ins Spiel kommen.
Große Frage: Gibt’s bioidentische Hormone in der Apotheke? Definitiv, es gibt einige Firmen, die bioidentische Hormone in der Apotheke anbieten. Es ist immer wieder lustig, dass viele Kollegen auf die bioidentischen Hormone schimpfen. Unbewusst verschreiben sie die dann, weil sie immer dieses Mittel verschreiben. Sie haben es noch nicht mitgekriegt, dass sie bioidentisch verschreiben. Auch das gibt es sehr häufig. Löst dann immer etwas Schmunzeln aus.
Lassen Sie uns zum Schluss noch mal über hormonfreie Verhütung sprechen. Ich bin der Meinung, dass wir viel Schaden anrichten im Hormonsystem durch die synthetischen Verhütungsmittel, die wir sehr früh einsetzen. Meine jüngste Patientin, die die Pille verschrieben bekommen hat – bitte, Sie sitzen hoffentlich – war 11 Jahre alt. 11 Jahre war das Mädchen. Das Hormonsystem ist in keinsterlei Weise entwickelt. Wir fahren da drüber, wir unterdrücken die Eisprünge, wir unterdrücken die Bildung von Gelbkörpern. Das kann keinesfalls gut sein. Das Ganze wurde dann natürlich in meiner Altersklasse noch extrem betrieben, weil da die Hormone noch höher dosiert wurden in der Pille usw. Das ist ein riesengroßes Problem. Mittlerweile wird es ein bisschen besser. Es gibt bessere Wirkstoffe usw. Aber am Ende des Tages, damit sie diese Wirkung haben, nämlich die Empfängnisverhütung, müssen sie massiv ins Hormonsystem eingreifen. Das ist das Unfaire an diesem ganzen Spiel. Denn wir verschreiben großzügig die Pille, fangen frühzeitig an, machen das 10 Jahre, 5 Jahre, 10 Jahre, 15, 20, verschreiben selbst 40-jährigen Frauen noch die Pille. Und dann, wenn die Frauen durch ihr versaubeuteltes Hormonsystem in Schwierigkeiten kommen, wenn sie in die Wechseljahre kommen, dann sagen wir: Jetzt dürfen wir keine künstlichen Hormone verschreiben.
Warum? Wir sind beim Thema Krebs. Es kann Brustkrebs auslösen. Hier gab es zwei große Studien. Die haben gezeigt, dass die synthetische Gabe von Östrogen Brustkrebs auslösen kann. Die Studien wurden dann abgebrochen. Deswegen gab es sofortigen Stopp, großer Aufschrei. Um Gottes Willen, niemand darf mehr künstliches Östrogen nehmen. Wie ist es denn mit den bioidentischen Hormonen? Grundsätzlich sollten sie jede Vorsorgeuntersuchung in diesem Bereich sowohl für Mann als auch Frau wahrnehmen. Was es allerdings gibt, ist, wir können den Stoffwechsel, den Metabolismus, schon deutlicher messen. Natürlich können die Gynäkologen einen großen Baustein machen, auch auf Kassenkosten bezüglich des Risikos, wenn schon Brustkrebs in der Familie da ist usw., Gentests. Aber wir können auch, und das ist interessant, die Abbaumechanismen der Hormone messen. D.h., das Östrogen selbst löst keinen Brustkrebs aus. Aber die Abbauprodukte, die daraus entstehen, da gibt es welche, die lösen Brustkrebs aus, und welche, die schützen vor Brustkrebs. Das können wir im Urin schon messen. Wir können auch schon messen, wie das Progesteron abgebaut wird. Hier ist ein Stück weit die Labortechnologie sehr stark vorangeschritten und hat ein Stück weit wieder mal die Kassenmedizin überholt.
Wenn Sie jetzt Großmutter sind oder Mutter, und Sie haben eine jüngere Tochter, das sind hier die Methoden: Temperaturmethode. Das ist eine tolle Sache. Da misst man den Schleim, misst die Temperatur. Da gibt es auch schon Messgeräte, die das inwendig messen mit einer hohen Genauigkeit. Dann natürlich Kondome, Diaphragma, Sterilisation für die älteren Semester. Und dann gibt es noch die Kupferspiralen, die mittlerweile auch schon für Jugendliche auf dem Markt sind. D.h., die sind schon so klein und können jetzt schon gut absteuern oder steuern, wie viel Kupfer-Ionen da frei werden. Es ist nicht mehr so, wie Sie das als 40-Jährige vielleicht kennen, dass man sagt: Nach der 1. Schwangerschaft, also hier ist die Technologie schon weiter. Und dann gibt es auch noch das Verhütungsmittel der Kupferkette. Das ist also so eine kleine Kette, die man einführen kann.
So, denken Sie bitte dran. Hier unten können Sie für die Hormontipps einschreiben. Das Migränebuch gibt es. Und ich möchte das Video schließen, nicht ohne meinen Kanalmitgliedern zu danken, die diese Videos erst möglich machen. Danke fürs Zuschauen und wir sehen uns wieder beim nächsten Video.