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[Musik] Ja, herzlich willkommen zum Marktupdate Edelmetalle. Heute: Engpass voraus, physisches Defizit bei Gold und Silber. Wir werden uns heute mal im Wesentlichen anschauen, warum Gold seit Jahresanfang noch mal einen Turbo eingelegt hat, noch mal richtig steil nach oben gegangen ist, wie es aktuell aussieht, wie es kurzfristig aussieht mit der Entwicklung bei Gold und Silber, aber auch wie es perspektivisch mittel- und langfristig aussieht. Und ein kleiner Spoiler vorneweg: Ich denke eher, dass Gold und Silber kurzfristig sogar noch mal fallen könnte, aber dazu gleich mehr. Schauen wir uns einfach mal die heutige Agenda an, die wir vorbereitet haben.
Wir starten erstmal mit einem kleinen Update zum Marktumfeld: Schulden, Zinsen und Zölle. Einfach ein Update zu dem, ähm ja, zum Jahresauftakt-Veranstaltung im Januar. Was ist seitdem passiert? Dann das Thema Engpass voraus bei Gold und Silber. Starten wir los mit dem Marktumfeld und was ist seitdem passiert seit dem Jahresauftakt? Ja, als aktuellstes natürlich, dass unsere zukünftige Regierung, die sich jetzt wahrscheinlich demnächst bildet – ich glaube, ab dem 13. ist ja der Termin – ein Finanzpaket verabschiedet hat, indem es auch ums Thema Schulden geht. Und zwar ganz konkret um eine Reform der aktuellen Schuldengrenze. Wird kritisiert vom Steuerzahlerbund, der sagt: „Ja, jetzt kann jeder machen, was er will.“ Und äh was man auch massiv gesehen hat, ist, dass die Zinsen für deutsche Schulden, also für deutsche Staatsanleihen am Markt massiv nach oben geschossen sind. War also der der größte Anstieg, äh ich glaube, seit den 1990er Jahren, seit der Finanzkrise äh aus den 90er Jahren, seit der Finanzkrise. Und die Zinsen sind auf 2,93 % hochgegezogen, die für zehnjährige Bundesanleihen. So, und was konkret ist denn beschlossen worden? Es wurde ein sogenanntes Sondervermögen beschlossen in Höhe von 500 Milliarden Euro für Infrastruktur. Also beschlossen nicht, aber vorgeschlagen, muss natürlich noch verabschiedet werden. Dann ähm man versucht es auch noch von der alten Regierung zu verabschieden, dass das da auch noch durchgeht. Ähm, das Problem dabei ist: Sondervermögen ist ja kein echtes Geld, sondern es sind ja eigentlich Schulden, die aber außerhalb der Schulden-Grenze sind. Und da gibt’s ja mehrere Sondervermögen. Da hat man ja auch eins für den Bund erst freigegeben, gibt aber noch weitere Sondervermögen. Ähm, was ich gehört habe, haben wir aktuell eine eine gesamte Summe an Sondervermögen von etwa 500 Milliarden Euro bereits am Laufen, und es werden dann noch mal 500 Milliarden Euro, die wir hier zusätzlich als Schulden außerhalb der Grenze ja, äh rausgeben oder aufnehmen könnten. Dann ist es so, dass Verteidigungsausgaben, die über 1 % des BIP sind, einfachst geklammert werden aus der Schuldengrenze. Also dann gar nicht keine Berücksichtigung mehr finden. Dann wird man auch ähm die Schuldenaufnahmeregularien für die Bundesländer lockern. Bisher waren es 0,35 % vom BIP, und äh das wird weiterhin gelockert werden, und äh auch eine dauerhafte Reform der Schuldenbremse ist hier geplant. Was eigentlich nichts anderes heißt, wie man will das Ganze lockern, um dann eben mehr Schulden aufnehmen zu können. Wie groß kann das Ganze werden? Experten rechnen hier mit dem Anstieg der Schulden von aktuell etwa 64 % des BIP auf über 90 % des BIP innerhalb der nächsten 10 Jahre. Es kann höher ausfallen, kann tiefer ausfallen. Äh, aufgrund der Erfahrung der Vergangenheit wird’s wahrscheinlich eher höher ausfallen. Und man muss äh dazu sagen, dass diese 64 % des BIP, die wir aktuell haben, auch nicht ganz was soll ich sagen, bereinigt sind, weil wie gesagt, die Sonder- die Sondervermögen, die aktuell schon existieren, nicht mit drin sind. Und auch die TARGET2-Salden nicht mehr drin sind. Was sind die TARGET2-Salden? Das wissen Sie vielleicht: Sind nichts anderes wie die Dispokredite, die sich die EU-Länder untereinander geben. Und da ist Deutschland mit 1,1 Billionen Euro der Hauptgläubiger. Italien, Spanien, Hauptgläubigernehmer. Das bedeutet, wenn die nicht zurückzahlen können, dann kann man das eins zu eins auf unsere Schulden oben drauf rechnen. Und ähm das sind locker und leicht 30 % unseres BIP. Also würde man die drauf rechnen, wären wir jetzt schon bei 100 % des BIP Verschuldung, damit schon an der Überschuldungsgrenze. Und wie gesagt, wenn wir jetzt die Schuldengrenze noch lockern, dann sind wir da eben deutlich drüber. Dann liegen wir wahrscheinlich in 10 Jahren hier bei 120 % des BIP. Ja, und damit fällt auch die letzte Bastion in der EU. Schaut man sich mal die Verschuldungen unserer Problemkinder an, also Italien, Frankreich, Portugal, Spanien, liegen alle hier so zwischen 120 und 140 % des BIP Verschuldung. Und Deutschland war dann immer noch der Musterknabe mit 64 %, wird jetzt aber dann eben entsprechend auch nach oben laufen. Die Schulden der anderen EU-Länder da sieht man hier gehen auch wieder nach oben. Man kann sagen: Immer wenn die Zinsen runtergehen, dann gehen tendenziell die Schulden eher nach oben. So, was hier auch in der Vergangenheit. Und das große große Problem ist, dass wir praktisch eine ja, wie soll man sagen, mittlerweile eine Schuldenunion haben. Es gibt auch gemeinsame Anleihen schon, die aufgenommen werden. Und faktisch ähm war Deutschland so ein bisschen der Anker, und die Welt hat gesagt: Na ja, Deutschland steht ja in letzter Instanz noch für diese Schulden mit ein. Aber wenn das Ganze jetzt gelockert wird, ist das eben nicht mehr so. Das sind deswegen sind nicht nur die deutschen Staatsanleihen massiv angezogen im Zins, sondern praktisch global tatsächlich alle: Die japanischen angezogen, die EU-sind sie natürlich auch, ähm, und das wird für den Euro kein besonders gutes Ende nehmen. Das im Endeffekt der erste Weg dazu, dass der Euro noch weicher wird, also sprich, noch mehr an Kaufkraft verliert. Warum? Na ja, ganz einfach: Wir gehen zwar mit den Zinsen runter, also die Frau Lagarde hat die äh Zinsen ja hier wieder zuletzt gesenkt, aber dadurch, dass wir eben mit den Schulden jetzt nach oben gehen, ziehen die Anleihenzinsen, Zinsen nach oben. Das heißt, Leitzins, der eher für die Einlagen zuständig ist, geht runter, und die ähm die Zinsen für deutsche Staatsanleihen, nachdem ja auch die äh Bau- und Darlehenzinsen äh sich eher orientieren, gehen nach oben. Und das bedeutet im Wesentlichen, dass es am Markt eben kaum noch externe geben wird, die für den offiziellen Zins äh die deutschen Staatsanleihen kaufen werden. Bedeutet in extra Konsequenz: Wird also die Notenbank wieder als Käufer hier am Markt auftreten, und das natürlich mit frisch gedrucktem Geld. Das heißt, man darf davon ausgehen, dass in den nächsten Jahren die EZB fleißig EU-Anleihen kaufen muss. Das mal kurz zum Update zu Schulden und den Zinsen. Also das heißt: Schulden werden hochgehen, Zinsen, die Leitzinsen werden weiter sinken, aber die Marktzinsen werden steigen. Das ist das große Problem. Ähm, und was ist jetzt tatsächlich bei Gold passiert? Also, wenn man sich Gold anschaut seit Jahresanfang, ähm, dann ist es massiv angezogen und äh hat gesagt, wie Trump die Goldrally befeuert. Was ist damit gemeint? Na, es hat eine eine Art Goldwanderung stattgefunden, tatsächlich, und zwar ähm auch aus London raus, ähm aber auch aus anderen Ländern, aus Asien teilweise auch in die USA. Ausgelöst ist das Ganze im Wesentlichen doch die Angst, dass Trump eben die Zölle auch auf Edelmetalle einführt, weil es ja nichts anderes ist wie Rohstoffe im Wesentlichen. Und USA bezieht da seine Edelmetalle hauptsächlich jetzt aus Kanada im Norden oder eben Südamerika, also Mexiko z.B. Und äh die wurden jetzt ja auch tatsächlich mit Zöllen belegt. Bis jetzt ist aber noch nichts bekanntes auch auf Edelmetalle äh zum Tragen kommt, aber aus Angst davor wurde praktisch im Dezember dann schon damit gestartet, immer mehr Gold und Silber in die USA zu bringen. Und innerhalb von nur 2 Monaten wurden rund 2000 Tonnen Gold in die USA gebracht. Das ist eine unfassbar große Menge. Es waren ja weltweit nur 3500 Tonnen ähm pro Jahr gefördert. Das heißt, es ist mehr als die Hälfte der Jahresproduktion. Und Großteil ist aus London herangeschafft worden von der äh von der LBMA, also von der Londoner Metal Exchange sozusagen. Und auch Silber ist aus verschiedensten Regionen der Welt an die US-Börse COMEX geliefert worden. Deshalb bei Gold natürlich einen richtigen Spike noch mal nach oben gebracht, weil es einfach physisch knapp geworden ist. Das muss sich ja vorstellen, ähm an den Terminmärkten, da kann ich ja relativ einfach Gold kaufen und verkaufen. Solange ich keine physische Lieferung habe, ist es ja eigentlich fast egal, wo ich diesen Terminmarkt und diesen Future kaufe. Nur wenn an irgendeinem Teil der Welt die Menschen sagen: Ich will die Ware aber physisch jetzt in der Hand haben, dann wird es da knapp, dann steigen die Preise für die physische Ware im in Relation zum Terminmarkt an, der also zum zur COMEX z.B., zum Papiergold sagen wir immer. Und wenn dieser Spread, dieses Delta zu groß wird, dann lohnt es sich einfach an dem günstigeren Markt Gold zu kaufen, sich physisch ausliefern zu lassen und dann wirklich in physische Form per Flugzeug z.B. oder per Schiff an diesen anderen Markt zu transportieren. Und das ist hier passiert. Ganz konkret war das, das Delta, also die Differenz zwischen dem äh dem Londoner Goldpreis und dem Goldpreis in New York um ungefähr 40 $, die uns das ist relativ viel. Und dementsprechend haben dann Großbanken oder andere Händler reagiert und haben Arbitrage gemacht, also sich Gold in London ausliefern lassen, per Flugzeug in die USA und an der COMEX eingeliefert und haben da das Delta abzüglich der Transportkosten einfach mitgenommen. So, ähm einer der größten Händler war JP Morgan, die haben glaube ich für über 5 Milliarden Gold darüber gebracht. Äh, das große Problem ist natürlich, dass dann in London dieses Gold fehlt. Und wir hatten jetzt in London, normalerweise lagert das Gold der der LME an äh bei der Bank of England, und die haben normalerweise vier Tage Auslieferzeit. Das ist jetzt hochgegangen auf 8 bis 10 Wochen, weil sie logischerweise die Ware eigentlich äh also sie halt sagen, sie haben die Ware vorhanden, sie sagen aber: Wir haben so viele Auslieferungsanträge, dass wir nicht hinterherkommen. Und das ist genau die Krux dabei. Wo ist das große Risiko oder wo ist das Learning dabei? Na ja, im Wesentlichen kann man sagen: Die Terminmärkte sind ja wie ein wie soll ich sagen, wie eine wundersame Vermehrung von Gold. Denn wenn ich nur physisch handeln kann, was da ist, da habe ich ein knappes Gut, und dann würde der Preis auch bei massiver Nachfrage steigen. Durch die Terminmärkte dupliziere ich ja in beliebiger Menge praktisch physische Ware Gold. Wenn jetzt irgendwann das Vertrauen in diese Märkte einbrechen würde, dass man also merkt: Oh, Moment mal, es ist doch nicht so viel da wie wir eigentlich wollten, dann würden alle von Papiergold in physisches Gold flüchten, und das würde der Preis dann natürlich massiv nach oben bringen. Also, was wir jetzt gesehen haben, war nur so ein so ein kleiner wie soll ich sagen, so ein kleiner Ausflug, so eine kleine Erinnerung daran, dass eben Gold nicht beliebig vermehrbar ist. Und an den Terminmärkten wird er 60- bis 80fache von dem, was eigentlich da ist, gehandelt. Das sieht man hier auch, dass der Goldpreis genau in dieser Phase äh wo Gold abgezogen und massiv nach oben gegangen ist, man sieht diese Knappheit auch bei den äh Zinskosten für Gold, für Gold leihen. Also man kann sich ja Gold auch ausleihen, und da sind die Finanzierungskosten durch die Decke geschossen. Das sind also die Borrowing Costs for Gold, Indicates äh und die zeigen eine deutliche Enge im Markt an. Man sieht, dass das hier von fast nichts extrem nach oben geschossen ist. Ähm, war dann auch eine Zeit lang hier in dem in dem Bereich mal so. Das zeigt immer Stress im System an. Um wie viel ist da das Ganze nach oben gegangen? Und wie wird sich jetzt zukünftig auf den Goldpreis auswirken? Ist ja die die wichtige und relevante Frage. Ähm, im Wesentlichen kann man sagen, dass die die Lage der COMEX, das ist hier in Millionen in Unzen, die haben sich etwa um 100 % äh gesteigert, also gefüllt. Das war einer der größten Anstiege, die jemals verzeichnet worden sind in der COMEX. Und auch die Silberbestände in der COMEX, die also für Futures hinterlegt werden mussten, sind nach oben gegangen, nicht ganz so massiv, von 310 Millionen Unzen oder 300 Millionen Unzen auf etwa 380 bis 393 Millionen Unzen. Ist auch natürlich relativ viel, aber nicht so viel wie bei Gold. Und ähm im Wesentlichen war’s das jetzt. Das heißt, die Lager sind voll, alle haben sich versorgt in den letzten zwei Monaten. Also das heißt, diese Nachfrage geht erstmal weg, was auch der Grund ist, dass der Goldpreis jetzt erstmal wieder ein bisschen durchatmet und runterkommt. Was auch der Grund ist, auch weil wir jetzt so stark überkauft sind am Markt. Also wir sind ja aus einem überkauften Zustand dann noch mal in diese Situation nach der Wahl hineingekommen. Gehe ich davon aus, dass wir in den nächsten drei bis sechs Monaten eher eine Korrektur bei Gold sehen werden. Aber Achtung: Das ist nur eine kurzfristige Geschichte. Warum ist es so? Weil die langfristige Nachfrage sehr hoch bleiben wird. Und wie hoch und wie hoch das den Preis bringen kann, das gucken wir uns jetzt mal an beim Thema Engpass voraus.
So, und es ist kein Geheimnis, wer die Webinare folgt, der weiß, dass die BRICS-Staaten sehr sehr stark Gold kaufen. So, die Frage ist: Wie viel kaufen Sie? Und wie stark wird es einen Einfluss auf die Edelmetallpreise haben? Und jetzt gucken wir uns erstmal die Käufe der Notenbanken im Allgemeinen an. Und auch hier war 2023 wieder ein absolutes Rekordjahr. Also nach dem Jahr 2022, wo die Notenbanken die Rekordmenge von 1136 Tonnen gekauft haben – das entspricht einem Drittel der weltweiten Jahresförderung – haben sie auch 2023 beherzt zugegriffen, mit bisschen weniger, 1037 Tonnen. Und letztes Jahr waren es 1044. Aber Achtung: Der Goldpreis ist in diesen drei Jahren ja massiv gestiegen. Das heißt, in Dollar betrachtet war 2023 der höchste Goldkauf der Geschichte, nämlich mit umgerechnet etwa fast 100 Milliarden US-Dollar, was die Notenbanken global an Gold gekauft haben. Und wenn diese Nachfrage so hoch ist, dann kann Gold natürlich nie besonders stark fallen. Es wird immer mal Korrekturen geben, 10, 15 % vom Allzeit-Hoch, aber wenn dann neue Käufer kommen, dann geht Gold eben sehr schnell auch wieder nach oben. Und die Frage ist jetzt halt: Wer kauft und warum kauft derjenige? Wenn man bei dem Wer kauft mal 2023 anschaut, dann war im Endeffekt bei den Topkäufern waren zwei BRICS-Staaten, nämlich China und Indien, und ein BRICS-Anwärter, nämlich die Türkei, unter den Topkäufern. Und das ist auch so ein langfristiger Trend, den man hier erkennt bei den Notenbanken. Die Grafik kennt vielleicht der eine oder andere schon. Was man ja sieht, ist bei den Notenbanken, dass im Wesentlichen ähm seit der Entkoppelung des Dollars von Gold erst Gold auf den Markt geworfen haben und dafür als Währungsreserve Dollar, also US-Staatsanleihen, sich reingeholt hat. Das Ganze hat gedreht etwa im Jahr 2008, also mit der Finanzkrise, mit den sinkenden Zinsen, mit der expansiven Geldpolitik. Seitdem schmeißt man eigentlich Dollaranleihen eher wieder auf den Markt und kauft Gold im Wesentlichen zu. Und das hier ist ein langfristiger Trend, der natürlich nicht morgen vorbei ist, sondern uns noch viele viele Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte begleiten wird. So, ähm wer kauft hauptsächlich? Wie gesagt, die BRICS, die im Wesentlichen aus dem Dollar raus wollen und in Gold rein wollen. Und der größte Käufer ist China. China ist nicht nur der größte Käufer am Markt, sondern auch der größte Goldproduzent. Schauen wir uns gleich noch mal an. Wenn wir uns mal die langfristigen Käufe anschauen, nicht nur 2023, dann fällt auch auf, dass zwischen 2010 und 2023, also in den letzten 13 Jahren, sieben der Top 10 Goldkäufer BRICS-Staaten waren. Der letzten 13 Jahre ähm und seit 2010 die BRICS-Länder insgesamt 3200 Tonnen Gold gekauft haben. Das ist eine unfassbare Menge. Und man geht auch davon aus, dass China deutlich höhere Bestände hat als angegeben, weil sie wie gesagt auch der größte Goldförderer sind und praktisch kein Gramm das Land verlässt. Also gucken wir uns mal die zehn größten Goldförderländer weltweit an, dann haben wir auch hier zwei BRICS-Länder ganz vorne und den Top 3, nämlich China mit 370 Tonnen pro Jahr, da kommt Australien, dann Russland und hinten noch Südafrika mit über 100 Tonnen pro Jahr. Und wie gesagt, das halten die komplett selber, da geht nichts aus dem Land raus. So, jetzt stellt sich die Frage: Warum kaufen die eigentlich so viel Gold? Damit man auch mal weiß, äh wie wird’s denn weitergehen? Und der erste und der Hauptgrund ist natürlich die Dedolarisierung. Also man will sich da befreien von dem Dollar. Und äh das hat man auch sehr sehr gut geschafft. Also wenn man mal sieht, äh der Anteil an den weltweiten Goldbeständen äh der BRICS-Länder ist vor seit 2008, seit der Finanzkrise, von 5 % auf 22 % angestiegen. Das heißt, die ziehen hier massiv nach, was die Goldbestände betrifft, und bauen gleichzeitig ihre US-Dollar-Bestände ab. Und jetzt kommt die spannende Frage: Wie viel haben sie denn noch? Und wie viel müssten sie denn noch kaufen? Man sieht hier links mal den Anteil der BRICS-Staaten, ist die orangene Linie, an den weltweiten Währungsreserven. Was ihr hier so als graue Linie seht, das ist China. Also man sieht ganz deutlich, dass China den absoluten äh Mammutanteil an den globalen Währungsreserven hält. Und wenn man sich jetzt die Goldreserven anschaut, die hier von 5 % auf 22 % global angestiegen sind, dann sieht man hier auch ein ganz klaren Trend. So, und der zweite Grund, außer der Dedolarisierung, ist im Wesentlichen natürlich das Thema Sanktionen. Das heißt, man will ähm sich hier unabhängiger machen von Sanktionsmöglichkeiten der USA. Ein bestes Beispiel ist ja äh Russland, das mit dem Einmarsch von äh in die Ukraine ähm praktisch sämtliche Währungsreserven eingefroren bekommen hat. Also alleine ähm etwa 640 Milliarden Dollar wurden durch die USA und ihre Verbündeten infolge der Ukraine-Invasion ähm eingefroren. Genau, und Investoren haben eine Umfrage gemacht unter den äh Zentralbanken und Staatsfonds, und 60 % gaben an, dass sie also äh Gold jetzt deutlich aggressiver kaufen als US-Dollar. Und wie stark diese Sanktionen äh zugenommen haben durch die USA, also wie stark der Dollar als Waffe verwendet wird, das sieht man auch sehr schön an dieser Grafik hier. Alle roten Länder, die Sie da sehen, sind ähm praktisch von den USA sanktioniert gewesen im Jahr 2023. Das ist dreiviertel der Welt. Und die Anzahl der Länder ist auch seit 2008, seit der Finanzkrise, um 87 % gestiegen, die also Sanktionen durch die USA ähm hier erleiden müssen. Und dann ist es natürlich kein Wunder, dass man hier aus dem Dollar rausflüchtet. Und der dritte Grund, der auch ein guter Grund ist für ihre Kunden Gold zu kaufen, ist im Wesentlichen das Thema Absicherung gegen Währungsrisiken. Also wenn man sich anschaut, wie stark die globalen Währungen, die ja als Währungsreserve gehalten werden von Notenbanken, gegenüber Gold abgewertet haben in den letzten 24 Jahren, dann ist es schon enorm. Also selbst der Schweizer Franken hat 80 % seiner Kaufkraft gegen Gold verloren, der Euro 88 % und der US-Dollar 89,5 %. Und das heißt, die BRICS-Staaten werden Gold zunehmend als Store of Value, wie man so schön sagt, verwenden und praktisch zwar in ihrer Landeswährung handeln, also in den lokalen Währungen ihre Geschäfte machen, aber zum Parken von Vermögen werden sie eben immer stärker Gold benutzen. Und jetzt kommt die spannende Frage: Wie viel Gold werden sie denn noch kaufen? Und da lohnt ein Blick einerseits auf die Bestände, die sie haben, und andererseits auch auf den Anteil an den Währungsreserven. Und man sieht hier die Top 10 Länder äh wie viel Goldreserven diese in Tonnen haben. Ganz vorne die USA mit 8130 Tonnen, sofern sie denn da sind. Äh, Donald Trump und Elon Musk wollen ja jetzt mal nachschauen, weil der seit etwa 50 Jahren keine richtige Inventur mehr in Fort Knox stattgefunden hat. Deutschland hat etwa 3350 Tonnen, davon ein Drittel in den USA, ein Drittel in London und nur ein Drittel bei uns direkt vor Ort in Deutschland gelagert. IWF ist kein Land. Äh, Italien 2450 Tonnen, Frankreich 2400 und so weiter. Kommt Russland, China. Also China auf Platz äh 7, Platz 7 der Welt, wobei von den Ländern her wäre es eins weiter vorne, auf Platz 6, weil IWF keiner ist. Aber spannend ist, wenn man sich mal anschaut: Wie ist denn der Anteil von diesem Gold an den Währungsreserven? Und da sieht man folgendes: Die westlichen Länder, USA, Deutschland, Italien, Frankreich, haben etwa 70 bis 75 % ihrer Währungsreserven in Gold. Russland hat nur 32 % seiner Währungsreserven in Gold, Indien 11,4 %, und Achtung: China nur 5,5 %. Das heißt, wenn China hier aufbauen wollte und einen deutlich größeren Anteil der Währungsreserven in Gold haben will, und das erscheint ja logisch auf Basis der Information, die wir jetzt gesehen haben, dann könnten die ihren aktuellen Goldbestand von 2200 Tonnen mehr als verzehnfachen und wären immer noch deutlich unter dem Anteil, was die westliche Welt fährt. Ganz konkret ist es so: Gucken wir uns mal die Währungsreserven der BRICS-Staaten an, dann sieht man hier unten, das ist ähm Indien, das ist Russland, und das da unten ist Brasilien, das sind die Währungsreserven in äh in Milliarden US-Dollar, und das hier ist China. Also China hat etwa 3,3 Billionen Dollar an Währungsreserven. Und würde China versuchen, 70 % davon in Gold packen, so wie es die westliche Welt hat, da müsste China sage und schreibe 29 000 Tonnen Gold über die nächsten Jahre akkumulieren, also am Markt kaufen. Noch mal zur Erinnerung: Etwa 3400 Tonnen werden nur pro Jahr überhaupt gefördert. Also 8 bis 9 Jahre der globalen Förderung, wobei die Förderung ja kontinuierlich abnimmt. Und dann hat ja noch niemand anderes Gold bekommen. Das bedeutet, es ist eigentlich unmöglich, auf Basis Achtung der heutigen Preise die ganzen Währungsreserven in Gold zu tauschen. Es ist einfach nicht genug da. Bedeutet: Was wird passieren? China wird die nächsten Jahre immer weiter Gold kaufen, dafür andere Währungen, hauptsächlich US-Dollar, verkaufen und damit den Preis oben halten oder zwangsweise immer weiter nach oben schieben. Und jeder Rückschlag, der kommt, der stärker ist als 10, 15 % vom Allzeit-Hoch, wird im Wesentlichen von China genutzt werden, um die Bestände hier weiter aufzustocken. Wie hoch kann es den Goldpreis treiben? Schwierig zu sagen, weil im Wesentlichen ist es ja auch davon abhängig, wie stark der Dollar oder auch der Euro noch an Kaufkraft verliert. Es ist ja nicht nur die physische Nachfrage, sondern ist ja auch zeitgleich noch der Wertverlust der Währungen, den wir erleben. Von daher ähm wird Gold in Dollar mit Sicherheit über 2000 $ gehen. Die Frage ist ja nicht ob, dann einfach nur wie schnell das Ganze passiert. Ähm, aber das ist so der Trend, den wir in den nächsten Jahren haben. Goldman Sachs hat’s mal ähm versucht zu quantifizieren und hat gesagt: Wir schätzen, dass etwa 100 Tonnen physische Goldnachfrage den Goldpreis um mindestens 2,4 % anhebt. Wenn ich jetzt 29 000 Tonnen rechne, dann kriege ich jetzt eine ziemlich enorme Zahl, aber mehr als realistisch. Ist nur wie gesagt die Frage ist eben auch, ähm, das Ganze geht ja gar nicht von jetzt auf gleich. Aber das ist so der der Grund, warum ich glaube oder fest davon überzeugt bin, dass die Goldnachfrage auch in den kommenden Jahren sehr hoch bleiben wird und dass wir hier einen Shift sehen werden vom US-Dollar hin zu Gold als Währungsreserve.
Jetzt gibt’s aber noch einen zweiten Punkt, der fast noch spannender ist, und das ist Silber. So, ähm wer mal bisschen die Nachrichten verfolgt hat, der hat so bisschen unter der Oberfläche gelesen, dass immer mehr Silber von den BRICS-Staaten gekauft wird. Und zwar bauen die tatsächlich strategische Reserven auf, jetzt nicht als als äh Währungsreserve, sondern wirklich für die Industrie, einfach als äh nationale Reserve. Warum? Weil Silber in der Industrie, gerade in der Solarindustrie, gebraucht wird, also praktisch nicht wegzudenken ist. Und Silber oder China hat jetzt zuletzt 9000 Tonnen Silber importiert, und das obwohl China selber auch hier einer der weltweit größten Förderländer von Silber ist. Also auch hier wird alles, was gefördert ist, beibehalten und verlässt nicht das Land. Jetzt kommt zu China aber noch andere dazu, nämlich Indien z.B. Ähm, aber nur mal diese Nachfrage in China zu quantifizieren, ähm in China hat, kann die Stadt jetzt hier gar nicht aussprechen, ein Galvanik-Industriepark eröffnet, der alleine nur dieser Industriepark einen jährlichen Silberbedarf von etwa 2000 Tonnen hat. Also wundert mich auch nicht, dass die 9000 Tonnen importieren. Wie sieht’s bei ähm Indien? Hat jetzt für Aufregung gesorgt 2023, weil die Silberimporte praktisch explodiert sind. Also in den ersten 6 Monaten hat äh Indien etwa 4550 Tonnen äh im Jahr 2023 importiert. In den ersten 9 Monaten waren es dann 6550 Tonnen, und das ist etwa das achtfache vom vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das heißt, äh die Importe sind hier um 700 % nach oben geschossen. Was ist da der Hintergrund? Einerseits eine steuerliche Ermäßigung. Indien hat die Mehrwertsteuer gesenkt von Silber in Indien, und damit ist Silber auf einmal spannender natürlich geworden, ähm, aber natürlich auch die Industrie, weil viel in Indien gefertigt wird. Also auch Solar äh wird in Indien gefördert, gefertigt, und dadurch ist die Nachfrage eben auch der Industrie stark nach oben gegangen. Das Problem ist nur, dass äh damit Indien auf einem sehr sehr guten Weg ist. Also wenn man das jetzt hoch extrapoliert aufs Gesamtjahr, dann würde man hier auf 8 bis 9000 Tonnen Silber kommen, was Indien dann äh im Jahr 2023 nachgefragt hätte. Die finalen Zahlen sind leider noch nicht da, aber um den Dreh 8 bis 9000 Tonnen wird’s liegen. Dann ist es etwa ein Drittel des globalen Silberangebots. Und jetzt haben wir ja gerade gehört, China hat auch 9000 Tonnen gekauft, ist auch ein Drittel des globalen Angebots. Und jetzt kommt noch Russland mit dazu. Russland hat ähm veröffentlicht im Oktober letzten Jahres, 2023, dass man also plant äh ab diesem Jahr strategische Silberkäufe vorzunehmen, und zwar jeweils 2024, 25 und 26 etwa 51,5 Milliarden Rubel, das ist eine halbe Milliarde Dollar, und zwar in Silber, Platin und Palladium. Großteil davon wird in Silber investiert werden. Und würde man das in Silber umrechnen, dann sind es etwa 5300 Tonnen. Jetzt rechnen wir mal kurz: 9000 Tonnen in China, haben wir mal 8000 Tonnen in Indien, werden 17 000 Tonnen, plus 5000 Tonnen in Russland, werden wir bei 22 000 Tonnen Silber nur diese drei BRICS-Länder. Problem an der ganzen Geschichte ist, dass die weltweit Jahresförderung nur 25 000 Tonnen beinhaltet. Und da hat USA noch nichts gekauft. USA war bisher immer der größte Importeur und hat keine eigenen Ressourcen. Ähm, UK hat noch nichts gekauft, und alle anderen Länder natürlich auch nicht. Das bedeutet, wir werden hier bei Silber sehr sehr wahrscheinlich sehr sehr schnell…
In ein extremes Defizit reinlaufen, gerade auch weil Silber in den nächsten Jahren oder in den letzten Jahren ja schon im Defizit war. Das Silvintitut sagt: In nächsten 24 Monaten rechnen wir mit etwa 50% Preissteigerung, nur auf Basis dieser verstärkten Nachfrage. Ich würde da ehrlicherweise sogar noch ein Klicken höher gehen, weil 50% wären vom jetzigen Standort wären nur das alte Allzeit-Hoch, und ich gehe davon aus, dass wir da in 3 bis 5 Jahren deutlich, deutlich drüber stehen.
Gucken wir uns mal die Nachfrage an: In den letzten Jahren ist Silbernachfrage konnte nicht immer weiter gestiegen, ähm die physische Investment-Nachfrage ist praktisch noch gar nicht hochgegangen. Das heißt, wenn mal der Zug anfängt zu rollen und auch Investoren verstärkt in Silber gehen, dann wird hier noch stärkere Nachfrage kommen. Das größte Wachstum kommt im Wesentlichen aus der Photovoltaik. Es sieht mich hier an der Linie, und wie gesagt, die letzten vier Jahre 2021, 22, 23 und 24 waren wir schon in einem Defizit. Das heißt, wir haben weniger gefördert als vom Markt nachgefragt worden ist.
Warum ist der Kurs dann noch nicht explodiert? Ganz einfach: Es gibt ja auch oberirdische Silberlager, wo das Silber dann erstmal rausgenommen wird, sowas auch wie die Comics z.B., wo mal Silber wieder äh reingepackt hat. Und solange da noch was drin ist, ähm hält es den Kurs da noch einigermaßen unten. Aber das Silber fließt kontinuierlich aus diesen Lagern ab und wird natürlich dann auch relativ schnell mal versiegt sein. Und wenn es dann versiegt ist, dann geht's richtig, richtig schnell. Ja, wo kann das Ganze äh hingehen? ähm Ich sag mal, wir haben ja einen doppelten Treiber. Silber ist auch momentan relativ zu Gold immer noch sehr, sehr günstig. Wir haben Gold-Silber-Ratio von 1:90. Waren wir in der Spitze bei 1 zu 120. Das war während des Lockdowns, weil da keiner Silber haben wollte. Und wenn man jetzt noch weiter in die Historie zurückgeht, dann ist eigentlich in Polenmärkten wie im Jahr 2000 ist äh Silber immer bei 1:25, 1:30 gehandelt worden.
Was bedeutet es konkret? Das heißt im Wesentlichen: Momentan bekomme ich für eine Unze Gold 90 Unzen Silber. In einem Bullenmarkt geht es eher auf 1:30 unten zurück. Bedeutet, dass sich Silber relativ zu Gold, wenn sich das normalisiert, in etwa verdreifachen wird. Also, wenn Gold gleich bleibt, steigt Gold, dann wird sich Silber zwei bis dreimal so stark entsprechend entwickeln, wenn das Verhältnis Silber auf 1:60 oder auf 1:30 sogar runtergeht. So, ähm in Kursen betrachtet war das bisherige Allzeit-Hoch bei etwa 50$. Die OSE, das wäre jetzt auch mein ehrlicherweise persönliches Ziel so bis äh Jahresende 2025, Anfang 2026. Und in den nächsten drei bis fünf Jahren sehe ich da deutlich dreistellige Kurse, weil einfach Nachfrage relativ zum Angebot völlig aus den Ruder läuft, muss man einfach mal ganz klar so sagen. Ja, das mal zu dem Engpass bei Gold und Silber. Also, gerade die Silberzahlen fand ich hier extrem spannend, haben mich selber auch überrascht. Was ist da passiert? Dann kann ich mich eigentlich nur noch bei Ihnen vielmals bedanken für die Teilnahme. Wünsche Ihnen ein ja glänzende Zeit. Würde mich freuen, Sie wieder mal beim Webinar von uns begrüßen zu dürfen und sage Ihnen alles Gute, bis bald. Der Andres. Vielen Dank. [Musik]