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Grüß Gott, ich bin Professor Weimann und auf unsere zahlreichen Beiträge bekommen wir immer verschiedene Fragen. Einige von diesen Fragen möchte ich heute gerne beantworten.
Eine erste Frage lautet: Wo steht das Fegefeuer eigentlich in der Bibel und wie lässt sich diese Lehre begründen? Bereits im Alten Testament im zweiten Makabea Brief und dort im 12. Kapitel wird beschrieben, dass es eben Soldaten gab, die in einem Gefecht gefallen sind und für die wurde gebetet. Für ihre Seelen musste gebetet werden, damit sie dort ankamen. So hat damals die Makabea Opfer dargebracht, um für die Lösung zu beten. Das gleiche wird aufgenommen im ersten Korintherbrief, im dritten Kapitel. Auch dort beschreibt der Apostel Paulus, dass die Läuterung wie durch Feuer hindurch geht. Und auch in der Offenbarung des Johannes im 21. Kapitel, da steht, dass nichts unreines in das Reich Gottes gelangen kann und dass nur diejenigen, die entsprechend rein sind, dann auch bei Gott ankommen werden. Von daher hat sich daraus schon aus der Lehre der Kirchenväter die Lehre des Fegfeuers gebildet, die sehr gut in der heiligen Schrift begründet ist, denn wenn wir nicht ganz rein sind, können wir nicht in die Anschauung Gottes gelangen. Diese Reinheit ist Voraussetzung, weil Gott Licht vom Licht ist. Und das wird in diesen Bibelschriftstellen bereits angedeutet und beschrieben.
Eine zweite Frage lautet: Was passiert mit Menschen, die glauben möchten, es aber innerlich nicht mehr können? Diesen Menschen würde ich raten, sich der Gottesmutter Maria zuzuwenden. Sie ist unsere Mutter und deswegen auch diejenige, die uns auf dem Weg des Glaubens zu ihrem Sohn beistehen möchte. Wer also selber nicht diesen Glaubensakt machen kann, der sollte sagen: "Maria, tritt du für mich ein, bitte du für mich, dass ich diesen Glauben finden möge und ich bin mir sicher, wer das tut, wer sich auf diese Weise einlässt, der wird auch Erhörung finden und wird den Glauben dann an Jesus Christus durch Maria finden."
Dritte Frage, wir gehen schnell voran. Was geschieht mit Menschen, die ohne eigenes Verschulden sterben? Etwa ungeborene Kinder oder Kleinkinder. Diese Frage braucht eigentlich eine lange Erklärung. Ich versuche es dennoch sehr kurz zu machen. Zum ersten wissen wir aus dem Johannesevangelium, dass niemand in das ewige Leben eintreten kann, der nicht aus dem Wasser und dem Geist neu geboren wurde. Das ist die Lehre, die dann auch in der Kirche vertreten wird. Und jetzt muss man natürlich schauen, was passiert mit denen, die nicht die Möglichkeit hatten, getauft zu werden. Hier gibt es spekulative Antworten. Es gab verschiedene Erklärungsansätze. Ich versuche sie alle zusammenzuführen. Zu einem: Wir müssen hier auf die Barmherzigkeit Gottes vertrauen und diese Barmherzigkeit Gottes ihnen zuwenden, damit auch sie teilhaftig werden können an Gott. Denn ohne ihr Verschulden sind sie gestorben. Und auf diese Weise können sie durch die Barmherzigkeit Gottes dann anteilig werden an Gott.
Was passiert mit Tieren nach dem Tod? Haben sie eine Seele? Diese Frage treibt bestimmt viele Menschen herum. Hier muss unterschieden werden, nämlich nach der Art der Seele. Schon Aristoteles hat darauf hingewiesen, dass es drei Arten von Seelen gibt. Zunächst die vegetative Seele, die den Pflanzen eigen ist, dann die sensitive Seele, die auch Gefühle wahrnehmen kann, die den Tieren eigen ist und die rationale Seele, die den Menschen eigen ist. Nun, Tiere haben eine sensitive Seele. Diese Seele ist gebunden an die Organe. Wenn die Organe nicht mehr funktionieren, weil ein Tier stirbt, dann [räuspern] erlöscht auch entsprechend die Seele. Sie haben also keine unsterbliche Seele. Was passiert mit Tieren nach dem Tod? Sie verfallen und verwesen, ohne dass etwas von ihnen dann weiterbesteht. Das ist eine Wirklichkeit, die viele heutzutage vielleicht überraschen wird. Vor 2500 Jahren war das schon einem Aristoteles sehr geläufig. Deswegen ist der Mensch die Krönung der Schöpfung und der Wert des Menschen so unglaublich groß, weil er eine unsterbliche Seele hat.
Ist es nicht ein Widerspruch? Nur Gott ist heilig und trotzdem gibt es so viele Heilige. Nun, der Prophet Jesaja beschreibt im sechsten Kapitel, Vers 3, dass Gott dreimal heilig ist. Drei steht für die Zahl der Erfüllung. Er ist der Unendlich Heilige und Gott möchte aber, dass wir teilhaftig werden an seiner göttlichen Natur. Das beschreibt der zweite Petrusbrief, dass wir Anteil gewinnen sollen an seiner göttlichen Natur. Wenn wir an ihm Anteil erhalten, erhalten wir auch Anteil an seiner Heiligkeit. Die Heiligen sind Menschen, die an der Heiligkeit Gottes teilhaftig geworden sind und auf diese Weise auch an der göttlichen Natur. Von daher ist ihre Heiligkeit ein Ausfluss dessen, was Gott uns schenkt. Nicht im Sinne einer Immanation, sondern im Sinne einer Teilhabe an Gott.
Warum erleben viele die Kirche in Deutschland als wenig lebendig im Vergleich zu anderen Ländern? Nun, das liegt wohl ein wenig an uns selber. Wir scheinen ein wenig vergessen zu haben in Deutschland, dass der Glaube befreit, dass er ein Geschenk ist und dass er den Menschen, also uns alle, erhebt als Kinder Gottes. Wir schauen gerne auf das Negative, auf das Verstörte, aber nicht das, was aufbaut. Hier müsste man die Perspektive wieder wechseln. In anderen Ländern ist das ganz anders. Wenn dort ein Priester beispielsweise ist, dann freut sich die Gemeinde, weil ein Priester gegenwärtig ist, dass sie der heiligen Messe feiert, die Sakramente spendet. Es ist nicht, dass man gleich auf das Negative schaut, sondern auf das Positive. Und das sollte man auch in Deutschland sich wieder neu aneignen, dass man neu anfängt auf das Gute zu schauen, das, was wir weiterzugeben haben, auf das Schöne auch, das uns durch den Glauben und gerade durch den Glauben zukommt.
Wie führt die katholische Kirche Menschen heute konkret zu Jesus? Konkret würde bedeuten in der Umsetzung. Nun, da gibt es drei Punkte zu. Das eine ist die Triamunera, also drei Punkte in einem. Triamunera bedeutet, es sind lateinische Wörter, drei Aufgaben, die die Kirche hat. Einmal kommt der Kirche zu, dass sie die Menschen lehrt. Das ist sehr problematisch geworden heute, weil wir alle dialogisieren wollen, Dialog treten wollen, wollen miteinander sprechen. Aber bei der Kirche ist es keine Dialoggruppe, sondern die Kirche ist der Leib Christi und von daher gehört der Kirche die Aufgabe zu, den Glauben zu lehren. Und das ist die Grundaufgabe, die schon im Matthäusevangelium beschrieben ist. Darüber hinaus kommt der Kirche die Aufgabe zu, die Menschen zu leiten, dass man sie anleitet. Wenn einer auf dem falschen Weg ist, muss man das sagen. Wenn einer sich verlaufen hat, soll man das sagen, weil das Akte der Barmherzigkeit sind. Das gehört zur Leitung dazu. Und das Ganze dient der Heiligung, denn das ist die dritte große Aufgabe, die der Kirche zukommt, nämlich zu heiligen, damit wir Anteile halten an Gott. Wenn wir Anteile erhalten an Gott, sind wir in Gott und dann mit ihm verbunden.
Warum entscheiden sich Engel gegen Gott, obwohl sie ihn kennen? Das ist wirklich erstaunlich, diese Frage. Denn Engel können ganz anders Gott erkennen als wir. Wir tun durch den Glauben. Engel sehen ihn direkt so, wie er ist, in seiner Allmacht, in seiner Größe, in all dem, was Gott ist. Und dennoch haben sich ein Drittel der Engel gegen Gott entschieden. Nun, wie kann das sein? Durch die Freiheit. Engel sind genau wie wir Menschen, Geistwesen. So wie wir uns gegen Gott und seine Gebote entscheiden können, so können das auch die Engel. Und das hat ein großer Teil der Engel getan. Nicht der größte Teil, aber ein großer Teil. Und das wird in der Offenbarung des Johannes im 12. Kapitel beschrieben.
Ist das Böse endgültig oder kann selbst ein Dämon gerettet werden? Die Antwort darauf ist relativ leicht gegeben. Das Böse ist bei Dämonen endgültig. Eben weil sie 100% wussten, was sie taten. Als sie sich von Gott abgewandt haben, war ihnen ganz genau klar, was sie erwarten würde und was das bedeutet. Bei uns Menschen ist es oft nicht klar. Wir wissen oft gar nicht genau, was es bedeutet, wenn wir uns von Gott abwenden. Deswegen ist es bei den abgefallenen Engeln, also den Dämonen, endgültig, dass sie im Bösen sind und das für alle Ewigkeit.
Kann Gott auch Satan vergeben? Gott könnte natürlich jedem vergeben, aber dadurch, dass Satan selber sein Schicksal gewählt hat, indem er in Rebellion gegen Gott getreten ist, im vollen Bewusstsein dessen, was er tut, respektiert Gott diese seine Freiheit, die er schlecht genutzt hat. Und deswegen lässt es die innere Logik nicht zu, dass Gott ihm vergibt.
Damit sind wir auch schon am Ende gekommen dieser Fragen. Ich wünsche Ihnen Gottes Segen und hoffe auf diese Weise etwas zur Klärung beigetragen zu haben.