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Friendships – Meine heutige Haltung zu Freundschaften

byalionagris43:04

Transcription

Weil ich einfach nicht in der Lage war, über meine Gefühle offen, ehrlich und transparent zu sprechen. Der wahre Luxus ist das, was in dir wächst. Willkommen bei Bloomingpace, [musik] ein Podcast über echte Geschichten, Wachstum, Selfcare und die Kunst in jeder Lebensphase aufzublühen. [musik] Das ist dein Blooming Space. Herzlich willkommen zu der neuen Folge Blooming Space. Wir sitzen heute bei mir zu Hause. Ich habe es leider überhaupt nicht geschafft, von zu Hause rauszukommen. Und irgendwie finde ich es ganz gemütlich und auch ähm schön für mich. Ich fühle mich irgendwie ähm noch ein Tick nackter mit euch und transparenter vielleicht, weil ich, wie gesagt, in meiner gewohnten Umgebung sitze in meinem Wohnzimmer und es gefällt mir auch, wie es heute stattfindet. Und ich bin gespannt, wie sich das Thema entfalten wird, denn heute werden wir über das Thema Freundschaften sprechen. Ich wollte euch mal so ein bisschen erzählen, wie ich generell zu dem Thema Freundschaften stehe, wie sich das Thema auch im Laufe meines Lebens für mich entwickelt hat, was bedeutet toxische Freundschaften, was bedeutet allein sein, was bedeuten all die Solo Dates, die wir ständig mitbekommen und ob das etwas Naturelles an einem ist, wenn man sehr gerne alleine ist, oder ist es etwas Beigebrachtes oft, damit man einfach in gewisse Situationen kommt, um mental Teil zu wachsen.

Ich wollte auch über das Thema Freundschaften Karten mit euch sprechen, weil ich das Gefühl habe, dass ich im Laufe meines Lebens, je mehr ich mich weiter mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt habe, je mehr ich an meinem Inneren gearbeitet habe, desto mehr habe ich irgendwie angefangen, alles um mich herum zu cutten, alles und jeden gefühlt. Und irgendwann habe ich aber verstanden, dass es to much wurde, dass ich wirklich gefühlt alles und jeden um mich herum gecuttet habe. Und darüber wollte ich mit euch heute sprechen und auch um eine gewisse Resistenz bei bestimmten Bindungen. Bei mir war es so, ich war immer wie zwischen zwei Welten. Ich konnte wahnsinnig schnell immer Freunde finden, aber ich war auch sehr, sehr gerne alleine. Z.B. damals bei meinem Umzug nach Deutschland mit 15 war ich sehr nervös, dass ich es schwer haben werde, Freunde zu finden. Ist ja klar, weil ich einfach schon in diesem Teenagealter war, wo immer mehr Grüppchen vielleicht entstanden sind in Klassen, Schulen oder bestimmte Dynamiken. Ich kam in ein neues Land, auf eine neue Schule, habe eine neue Sprache angefangen zu lernen, die ich davor nie gelernt habe und nie gesprochen habe. Deswegen war ich dementsprechend sehr, sehr, sehr nervös, dass ich ausgeschlossen sein werde und ich hatte damit nie Schwierigkeiten in meinem Land, aus dem ich komme, in Moldawien. Aber jedes Mal, als wir neue Mitschüler hatten, hatte ich das Gefühl, dass sie so ein bisschen ausgeschlossen wurden. Und das fand ich sehr, sehr belastend bei meinem Umzug. Also, ich hatte wirklich Sorge, dass es hier genauso sein wird oder vielleicht noch schlimmer sein wird. Und ich wurde vom Gegenteil überrascht. Ich bin auf die Schule gekommen und ich wurde sehr, sehr schön aufgenommen. Ich werde, ich sage immer gerne, dass ich die, genau die Mädels, die mich vom Sekretariat abgeholt haben, nie vergessen werde. Ich weiß auch genau ihre Namen. Ich denke so schön an sie, wenn ich mich zurückerinnere. Und ich bin ihnen so dankbar, dass sie einfach diesen ersten Eindruck ähm mir so wunderwunderschön gemacht haben und so supportive auch waren, obwohl ich zu dem Zeitpunkt bei meiner ähm bei meinem ersten Tag hier in Deutschland auf der Schule noch kein Deutsch gesprochen habe. Und in der Situation hat mir Englisch natürlich sehr viel Selbstbewusstsein geschenkt. Zum Glück, ich habe mich sehr wohl gefühlt, weil viele aus der Klasse gut Englisch gesprochen haben und wir uns die ersten Monate auf Englisch verständigt haben und somit haben sich Freundschaften gebildet auf einer neuen Schule, in einem neuen Land.

Aber ich war auch parallel zu diesem Weib war ich auch sehr gerne alleine, obwohl ich super super viele Freunde hatte und ähm ich hatte oberflächlichere Freundschaften, ich hatte tiefe Freundschaften, also ich hatte keine Schwierigkeiten damit, Freundschaften zu führen und Freundschaften zu knüpfen. Obwohl sich Freundschaften damals bei mir gebildet haben in der Schule, war ich trotzdem sehr, sehr gerne alleine und ich war sehr gerne Beobachterin. Also, ich bin schon mit 15 ganz alleine essen gegangen, ganz alleine Kaffee trinken gegangen. Das war für mich so ein, ich habe das gar nicht hinterfragt. Ich habe es einfach genossen zu beobachten. Ich weiß noch damals ähm die Schule hat keine Ahnung so um 8 Uhr oder 8:30 Uhr angefangen und ich bin immer eine Stunde früher aufgestanden. Natürlich nicht jeden Tag, aber mehrmals die Woche, um in ein bestimmtes Kaffee zu gehen und dort die Menschen zu beobachten. Und das Lustige ist, sehr, sehr viele Menschen, die ich damals im Café beobachtet habe, sehe ich heute in Baden-Baden und denke mir, wow, ich weiß noch genau, wie mich diese bestimmte Person beeindruckt hat. Z.B. eine Mitarbeiterin von einem Laden, wo meine Mutter regelmäßig hingeht und ich sage immer, Mama, genau diese Frau habe ich so gerne damals beobachtet im Café. Ich weiß noch genau, wie sie sich hingesetzt hat mit ihrem Buch, ihrer Zigarette, ihrem kurzen Haarschnitt, mit ihren roten Lippen unter der Woche und einfach gelesen hat und ihren Kaffee getrunken hat mit dieser Zigarette und sie war für mich wie eine Filmfigur. Heute 15 Jahre später ist ihr Sohn schon voll erwachsen. Ich habe sie manchmal mit ihrem Sohn gesehen und äh das ist total verrückt für mich, diese Personen heute zu sehen, wenn ich in meine Heimat komme. Und ich habe es dieser Frau natürlich auch erzählt und auch sehr, sehr gerne erzählt. Also, ich habe da überhaupt gar keine Hemmungen. Ich kann heute wirklich die Person ansprechen und sagen: "Hey, ich habe dich mit 15 beobachtet und für mich warst du eine gewisse Filmfigur, die ich damals gerne beobachtet habe." Also, ich war schon immer so jemand, ich hatte gerne Freundschaften, ich hatte äh gerne mein soziales Umfeld und ich muss auch sagen, in Deutschland war es auch so, dass mich das Soziale so excited hat, dass ich dann das Schulische total vernachlässigt habe, weil mir gefühlt das soziale so viel wichtiger war als das Schulische und ich hatte plötzlich viele Freundschaften.

Irgendwann habe ich eine Enttäuschung erlebt in einer sehr engen Freundschaft. Natürlich, wie wahrscheinlich jede von euch oder jeder von euch, der diese Podcast Folge oder die diese Podcast Folge hört. Oh Gott. Ähm, jeder wurde jeder von uns wurde schon mal enttäuscht von seiner besten Freundin oder seinem besten Freund. Und genau diese große schmerzhafte Enttäuschung habe ich damals ungefähr mit 17 erlebt. Und ab dem Zeitpunkt ist es mir sehr schwer gefallen, ähm mich komplett fallen zu lassen in Freundschaften. Also ich habe zwar weiterhin vertraut und weiterhin gut Freundschaften knüpfen können, aber ich hatte immer so eine ganz, ganz leichte Schutzhülle um mich herum und habe nicht zu 100, nie zu 100% vertraut. Gleichzeitig all die Freundschaften, die in meinem Sozium geherrscht haben, hatten einen Flir von diesen Gossip Girl Serie Intrigen. Und kurz dazu, ich bin nicht mit dieser Serie groß geworden, sondern ich habe sie erst Anfang 20 gesehen, als meine beste Freundin damals gesagt hat: "Hey, wie kann es sein, dass du Gossip Girl noch nie gesehen hast? Lass uns die Serie unbedingt schauen." Und ich kannte vieles nicht, was in Europa bekannt war, weil ich halt eben nicht hier aufgewachsen bin. Und dann habe ich die Serie geguckt und ich meinte zu ihr, irgendwie erinnert mich das voll an unsere Schule und an unsere Freundschaften und an all die Intrigen und so weiter. Also es war irgendwo normal, dass so diese Gossip Girl Freundschaften eben geführt wurden. Mal hier und da ein bisschen Lügen, mal hier und da Intrigen, dann Geheimnisse und all das. Also, das hat mich total an unsere Freundschaftsdynamik so in all den Grüppchen erinnert. Obwohl es damals normal war, solche Freundschaften zu führen, ähm hat es sich natürlich trotzdem ganz schön unruhig angefühlt, irgendwo im Background. Ähm, viele merken das nicht, viele merken das vielleicht ein bisschen oder viele hinterfragen das gar nicht, sondern fühlen sich im Allgemeinen in ihrem Leben etwas unruhig und etwas unwohl. Also, das ist kein komfortables Lebensgefühl, wenn du dich in solchen Freundschaften befindest. Und ich habe das natürlich nicht so glas klar für mich gesehen und definiert zu dem Zeitpunkt. Das hat sich erst entwickelt mit dem Alter und mit all der Entwicklung und innerer Arbeit, die ich durchgeführt habe. Und vor meiner Therapie, ähm ich bin jetzt seit genau 3 Jahren in Therapie im Februar. Ich erwähne das immer wieder, aber für diejenigen, die vielleicht einige Folgen verpasst haben, ich bin jetzt mittlerweile seit 3 Jahren in Psychotherapie und wie man so schön sagt, Therapie kann einen Menschen auch einsam machen. Es können Veränderungen folgen, die die Person einsam machen. Und ich habe das schon vor Therapie gemerkt. Ich habe gemerkt, je mehr ich mich äh schütze, versuche zu schützen oder an mir zu arbeiten, desto mehr wird die Lust einsamer zu werden. Man sagt ja immer so schön, mein Kreis war Anfang 20 so und dann wurde der Kreis immer immer enger und schmaler und kleiner, was die Freunde betrifft. Und genauso hat es sich für mich auch angefühlt. Ich hatte Anfang 20 super viele Freunde. Ich hatte an meinem 23. Geburtstag eine große Geburtstagsfeier. Und es waren so viele Freunde da. Und die nächste große [gelächter] Geburtstagsfeier, die ich gemacht habe, war 7 Jahre später, erst mit 30, weil ich daraus ein wunderschönes Event gemacht habe. Ich habe Kollegen eingeladen, Partner eingeladen und habe es sehr, sehr, sehr genossen in diesem Environment mein Geburtstag zu feiern.

Wenn man jünger ist, natürlich sucht man sich seine Freunde aus anderen Zwecken irgendwo aus und je älter du wirst, desto mehr erlaubst du dir auch irgendwo den Luxus m Picky zu werden, zu entscheiden und zu sagen: "Hey, es interessiert mich nicht, dass du in meiner Klasse bist." Z.B. an der Uni hat es mich überhaupt nicht interessiert, ob ich mit den Klassenkameraden, also meinen Uni Kollegen befreundet bin oder nicht. Und schon in der Oberstufe hat es mich gar nicht mehr so sehr interessiert, muss ich sagen. Ich war mit allen okay, ich habe mich mit allen ganz gut verstanden, aber ich war okay damit, einfach mein Zeug zu erledigen und nach Hause zu gehen und meine Freundschaften woanders zu führen. Also, ich habe meine Freundschaften nie von diesen Faktoren abhängig gemacht. Das war irgendwie schon immer in mir, vielleicht, weil ich eben ähm meine Komfortzone so verlassen habe mit 15 und gezwungen war so ganz alleine in ein ganz neues Environment zu kommen. Und danach war dieses Gefühl von du kannst mir nichts, ich habe schon das Extremste erlebt und es ist okay, wenn ich alleine bin und falls ich alleine bin und ich werde eh nicht alleine sein, weil irgendwie irgendwie hatte ich sowas selbstgenügendes an mir, aber natürlich so durch diese Grüppchen, die sich dann bilden, du fühlst dich davon irgendwo abhängig. Du denkst dir, m, okay, das ist jetzt wahrscheinlich mein Sozium. Und je älter du bist und je mehr du an dir arbeitest, desto mutiger wirst du äh all die Dinge zu cutten. Und das Interessante war, ich hatte mit niemandem Streit, aber ich habe mich von jedem distanziert, der sich für mich unwohl angefühlt hat. Ich habe dann für mich immer mehr herausgefunden, was toxisch überhaupt bedeutet und habe immer ganz, ganz genau drauf geachtet, ähm wie ich mich fühle nach einem bestimmten Treffen mit einer bestimmten Person. Natürlich, wenn man jung ist, ist man in so einer Selbstfindungsphase und man versteht vielleicht nicht immer sofort, dass selbst die Freunde, mit denen du wahnsinnig viel Spaß hast, toxisch sein können und dir nicht gut tun können. Und im Laufe meines Lebens habe ich es immer mehr für mich gelernt und natürlich ist das Ganze mit der inneren Arbeit immer mehr gewachsen. Als meine Healing Journey angefangen hat, wurden die Kreise wie gesagt immer kleiner und kleiner und kleiner. Sobald mich etwas unterschwellig belastet hat oder verletzt hat oder mich unwohl fühlen lassen hat, wurde dieses Verhältnis von mir sofort beendet. Die Schattenseite davon war aber, dass ich es nie so offen und transparent und verletzlich kommuniziert habe, sondern mehr oder weniger einfach verschwunden bin. Sei es Freunde, Freundinnen oder auch Dating Leben. Anstatt offen zu kommunizieren über meine Gefühle oder über meine ja Herzensangelegenheiten, habe ich mich immer so erst sanft distanziert, bis ich dann ganz verschwunden war. Also, ich hatte mit niemandem Streit. Ich hatte aber mit niemandem diese offene transparente Kommunikation. Und das finde ich heute etwas schade, weil ich wirklich gefühlt jeden und alles gekutet habe für mich. Ich weiß nicht, wie sich das für die Person angefühlt hat, wahrscheinlich überhaupt nicht schön, weil ich schließlich einfach verschwunden bin mehr oder weniger. Ich habe zwar an mir gearbeitet und ich habe genau darauf geachtet, wer mich umgibt und ich habe sogar eine gesunde Distanz zu meiner Familie aufgebaut an irgendeinem Punkt und ich spreche mit meiner Familie auch heute sehr offen darüber. Mit Familie meine ich meine Eltern, meinen Bruder meine ich damit nicht. Mit meinem Bruder war ich immer sehr eng und close und er war immer mein Comfort Mensch. Aber auch bei meinen Eltern musste ich eine gewisse Distanz schaffen zwischen uns, damit ich wachse, damit ich mich separiere und auch schütze von ihnen. Und heute sprechen wir so oft darüber und ich sage: "Mama, Papa, das war das Beste, was ich tun konnte zu dem Zeitpunkt und sie geben mir recht." Und ich habe wirklich das, was ich gerade beschrieben habe, Gefühl zu jedem aufgebaut und irgendwann wurde es leider extremer in diesem ganzen Prozess und heute viele Jahre später plus Therapie wird mir klar, dass auch ich natürlich nicht perfekt war und ich kann nicht durchs Leben gehen und mir denken toxisch cut, toxisch cut und toxisch cut, sondern das läuft ein bisschen anders ab. Es geht nicht darum, die perfekten Menschen, die nontoxischen Menschen zu finden. Es geht darum, die Freundschaften auf einer qualitativen Basis zu genießen. Und wenn sie sie für dich nicht genießbar sind, dann ist es okay, dir andere Freunde auszusuchen. Oder wenn Freundschaften expired sind, ist es auch vollkommen okay, solche Sphären für sich zu bilden, die sich für dich gut anfühlen. Aber es ist auch schön mit Menschen offen darüber zu kommunizieren.

Was ich auch super spannend finde, sind auch andere Rollen. Beispielsweise im Arbeitsumfeld, Geschäftspartner und Kollegen. Darf man da die Grenze überschreiten und sehr persönlich miteinander werden oder muss eine gewisse Distanz beibehalten werden zwischen Geschäftspartnern und Kollegen? Darf eine Freundschaft zwischen Eltern und Kindern existieren oder nicht? Wie sehe ich das heute als Mutter? Möchte ich, dass meine Tochter meine beste Freundin wird oder sehe ich das anders? Z.B. früher dachte ich, Geschäftskollegen, Geschäftspartner dürfen nicht zu persönlich miteinander werden. Diese Regelung kennen wir alle. Heute sieht es in meinem Kosmos ein bisschen anders aus. Ich weiß noch genau, wie ich immer so mich versucht habe zurückzuhalten bei gewissen Verhältnissen. Ich wusste, okay, das ist jetzt ein Geschäftsverhältnis und das darf nicht zu nah werden. Eine gewisse Distanz muss beibehalten werden. Und irgendwann habe ich mir gedacht, warum zwinge ich mich eigentlich in auf einer gewissen Distanz zu bleiben, wenn wir Menschen sind. Innere Arbeit oder Therapie schenkt dir einfach sehr viel Raum, was sich wie Einsamkeit anfühlen kann. In Wirklichkeit ist es aber keine direkte Einsamkeit. Du tolerierst einfach viel weniger schlechtes. Du hörst dir besser zu, du lernst dich besser kennen und natürlich sortierst du alles um dich herum etwas anders. Und das kann sich manchmal wie Einsamkeit anfühlen. Es ist aber in Wirklichkeit einfach nur dein Raum, der endlich breiter geworden ist und frei gemacht wurde, damit du einfach eine Zeit lang besser und tiefer atmen kannst. Und auf dieser Basis kann man dann völlig neue Freundschaften entdecken, knüpfen und bilden. Und ich habe mich oft gefragt, ob man diese Soloerfahrungen auch manchmal macht, weil man eben irgendwo auch Angst vor den Bindungen hat. Klar, fürs Wachstum auf jeden Fall, aber irgendwo ist man ja wirklich nie alleine. Selbst wenn du auf einer Solo-Reise bist, du bist davon Menschen umgeben und wenn du zu Hause alleine bist mit deinem Handy, bist du von deinem Handy umgeben, wo viele andere Menschen drin sind, genauso wie wenn du Musik hörst oder Fernseh schaust. Also für so eine ganz, ganz harte Solo-Experience müsste man wahrscheinlich irgendwo sein, wo wirklich keine Seele um dich herum ist und wo sich das wirklich wie alleine anfühlt. Ähm, das Thema ist sehr spannend. Ich habe es für mich noch nicht zu Ende entdeckt, weil ich, wie gesagt, ähm nie ein Problem damit hatte, alleine zu sein, aber ich hatte ein Problem damit, echte Bindungen zu schließen. Und vielleicht war das irgendwo auch meine Flucht in dieses alleine sein. Das Naturelle von mir war, die Beobachterin zu sein, aber irgendwo war dieses allein vielleicht auch die Angst vor echten Bindungen, vor so einer gewissen Verantwortung. Ich hatte Angst auch Verantwortung für eine Freundschaft zu übernehmen, äh um sie dann zu pflegen. Also, es war mir dann einfach alles ein bisschen zu viel. Ich wollte einfach äh mich abkapseln und einfach mit meiner inneren Arbeit beschäftigt sein, was auch vollkommen okay ist. Es ist okay, diesen Raum für dich eine Zeit lang zu haben und diese Phase in deinem Leben zu haben, aber schließlich sind wir Menschen von Natur aus sozial. Wir brauchen die soziale Anerkennung. Deswegen ist es, finde ich, schön, ähm das zu lernen, zu lernen, Freundschaften zu führen und zu verstehen, wann eine Freundschaft High Quality wird und wann ist sie nicht gesund für einen.

Ich habe innerhalb der letzten Jahre gelernt, Freundschaften auf einer ganz anderen Ebene zu führen und zwar mit sehr schönen gesunden Grenzen und auch ohne Erwartungen. Ich finde, in einer gesunden Freundschaft gibt's kein beleidigt sein. Warum meldest du dich nicht? Heute genieße ich einfach den Kontakt mit meiner Freundin, ganz egal, wie oft sie sich in diesem Monat gemeldet hat bei mir. Ich bin für meine Freundin oder meinen Freund zu 100% da, wenn man mich nachts anruft. Ich stehe sofort auf und bin für meine Freundin oder meinen Freund da, aber ich habe keine Erwartungen an meine Freundschaften, dass sie etwas müssen oder irgendwelche Verpflichtungen haben. Versteht ihr, was ich meine? Ich würde nie auf die Idee kommen, heute ähm beleidigt zu sein, dass eine Person sich bei mir weniger meldet oder gar nicht meldet oder dass wir uns wochenlang, Monate lang nicht gesehen haben, weil ich verstehe, dass jeder Mensch sein eigenes Leben hat. Und ich liebe solche Freundschaften, wo solche Kleinigkeiten keine Rolle spielen. Wenn wir ein Treffen haben, dann ist es ein schönes, mehrwertreiches Treffen. Wir tauschen uns aus und wir ergänzen uns und ähm bringen einfach sehr viel Mehrwert gegenseitig füreinander. Und das sind für mich tolle Freundschaften und die basieren auch auf einer Authentität, wo man auch, wenn etwas im Raum steht, das sofort ansprechen kann und darüber reden kann. Und wenn man irgendwie zu einem gewissen Zeitpunkt energetisch nicht zueinander passen sollte, dann ist es okay, wenn man weniger Kontakt hat oder gar keinen Kontakt hat an ab irgendeinem gewissen Punkt. Ich finde es nur schade, wenn man sich nicht ausspricht. Heute führe ich Freundschaften auf einer ganz anderen Basis. Und für mich bedeutet diese High Quality Freundschaft auf jeden Fall Grenzen, gesunde Grenzen in einer Freundschaft. Ich respektiere ihre oder seine Grenzen und genau das gleiche erwarte ich auch andersrum. Ich werde in einer Freundschaft, egal wie viele Jahre sie bereits dauert und ich habe einige Freundschaften, die seit Jahren schon in meinem Leben sind, werde ich nie auf die Idee kommen, meine Freundin oder meinen Kumpel unangenehm fühlen zu lassen durch bestimmte Grenzenüberschreitungen von mir. Ähm, sei es gewisse Themen, ich würde niemals in ihr Privates so mich drängen und sagen, warum hast du mir das nicht erzählt? Warum hast du mir du hast das gar nicht erwähnt, du hast das nicht erzählt. Das alles ist für mich eine emotionale Unreife. Wenn man emotional reif ist, dann respektiert man die Zeit von deinem Gegenüber, von deiner Freundin oder deinem Freund und genießt die gemeinsame Zeit, die sich auf viel Mehrwert basiert. Und das heißt nicht, dass man jedes einzelne Treffen diese High-Quality-Gespräche haben muss oder Mehrwert austauschen muss. Man kann in Freundschaften ja einfach nur chillen, die Zeit miteinander verbringen und zusammen alleine sein auch irgendwo oder einfach nichts machen, einfach die Zeit miteinander genießen.

Glaube, dass die richtigen Menschen und die richtigen Freundschaften leicht in deinem Leben bleiben, aber da gehört natürlich eine gewisse Pflege mit rein. Und ich finde, wenn dir jemand am Herzen liegt oder lag, ist es wichtig, offen zu sprechen und offen zu kommunizieren. Und das ist mir sehr, sehr viele Jahre schwer gefallen. Ich habe z.B. letztens erst vor einer Woche habe ich meine ehemalige beste Freundin getroffen zum Abendessen, die ich seit 7 Jahren nicht gesehen habe, weil unsere Freundschaft damals auseinandergegangen ist. Wir hatten keinen Streit, wir sind nicht im schlechten auseinandergegangen, aber da wurde einfach etwas nicht ausgesprochen, nicht ehrlich und transparent ausgesprochen. Und ich muss von meiner Seite aus sagen, dass sie sogar damals angeboten hat, dass wir uns noch mal treffen und ich habe es damals mit 23 nie getan, weil ich einfach nicht in der Lage war, über meine Gefühle offen, ehrlich und transparent zu sprechen. Und das habe ich innerhalb der letzten Jahre gelernt und somit hat sich mein Leben natürlich noch mal super krass verändert. Und ich habe für mich verstanden, okay, du warst auf dem Weg ähm der Heilung auf dieser Healing Journey, aber du hast auch ein bisschen m übertrieben, ist vielleicht das falsche Wort. Es war genauso notwendig für diese Zeit für uns alle. So im Endeffekt, das ist alles genauso gekommen, wie es kommen musste. Aber von meiner Seite kann ich auch aus sagen, dass ich einfach auch nicht perfekt war und auch nicht richtig gehandelt habe und in der Situation auch nicht eine gute Freundin war, weil die Freundschaft, wenn sie beendet werden muss, dann hab wenigstens den Anstand und Respekt mit der Person, mit der du viele Jahre eng warst, ähm offen und ehrlich zu kommunizieren, ohne irgendwie dieses unterschwellige oder auf Krampf Netz sein, sondern einfach offen und ehrlich und das ist mir sehr, sehr schwer gelungen und es war sehr, sehr schön für mich, sie wiederzusehen, weil es sich einfach sehr vertraut angefühlt hat, obwohl wirklich 7 Jahre dazwischen liegen und ähm ich habe ganz anders mit ihr gesprochen, ganz anders mit ihr kommuniziert und ich habe auch viele Verhältnisse durch diese Skills von mir, die neuen Skills, die mich endlich befreit haben, habe ich viele Verhältnisse einfach ähm gerettet. Ich hatte z.B. viel eine Zeit lang mit meiner Freundin auch so eine gewisse Pause, wohl nichts vorgefallen ist. Dann haben wir gesprochen und uns wurde im Gespräch klar, dass wir beide völlig verschiedene Perspektiven auf die Situation hatten. Und ich denke mir so oft, dass so viele Verhältnisse in meinem Leben kaputt gegangen sind, weil ich eine gewisse Perspektive hatte, die gar nicht existiert hat. Hätte ich es einfach nur kurz angesprochen, hätte ich einfach nur ein kurzes, offenes, ehrliches Gespräch mit der Person gehabt, dann wäre ich vielleicht völlig schockiert darüber gewesen, wie sie die Situation gesehen hat oder wie ihre Perspektive war. Natürlich im Endeffekt passiert alles aus einem Grund, dass es jetzt keine irgendwie Reue oder ähnliches, aber auch so eine adäquate Reflexion über sich selbst, weil ich finde das immer wahnsinnig wichtig, weil Reflexion ist ja nicht nur rumanalysieren, sondern Fakten basierend über sich selbst und die Situationen zu sprechen. Fakt ist, ich war selber in dem Fall auch eine Art toxische Freundin, aber zu dem Zeitpunkt wusste ich es nicht besser und habe alles um mich herum als toxisch betitelt.

Und ich muss auch ehrlicherweise sagen, ich fand ähm Menschen mit Kanten immer sehr spannend und catchy. Mich haben solche Menschen fasziniert, interessiert. Ich habe gerne mir ihre Geschichten angehört und auch ähm je spicier desto besser. Hier steht trashiger desto besser. Ich habe es richtig genossen und ich habe gerne mit ja so edgy Menschen Kontakt gehabt, aber irgendwann, wo ich so die in diesem Healing war, war ich so richtig gleich so abgeschreckt, so. Oh. Oh, da bitte nicht in diese Tür rein, sofort die Tür schließen. Du bist jetzt gerade auf einer Healing Journey, du konzentrierst dich voll und ganz auf Non-Toxic Environment und heute sehe ich das viel entspannter so, versteht ihr? Das war so eine krasse Einschränkung von ich kapsle mich ab, ich habe diese Schutzhülle und keiner kommt hier rein und geht alle weg von mir und auf gar keinen Fall mich irgendwie mit eurer Tox-Toxizität berühren. Aber heute denke ich völlig anders darüber. Also Toxizität kommt in verschiedenen Dosierungen. Für mich kann ein Löffel Honig schon toxisch sein. Für jemand anderen ist es erst bei einer ganzen Dose Honig toxisch. Jeder entscheidet für sich selbst, was für ihn toxisch ist und wie viel er vertragen kann. Wichtig ist nur, dass man diese Dosis für sich ehrlich einschätzt, weil manchmal schwimmen wir in Toxizität und uns ist es gar nicht bewusst oder wir merken das gar nicht, weil das schon, wie ich es immer gerne sage, zu Körpertemperatur, Zimmertemperatur wird. Du merkst gar nicht, dass du eigentlich in einem sehr toxischen Pool schwimmst. Und um das zu merken, musst du adäquat dein Leben einschätzen können. Wie oft bist du unruhig? Wie oft fühlst du dich im wahren, komfortabel, frei, entspannt? Und dann hast du eigentlich schon die Antwort darüber. Du kannst nicht Freunde um dich herum haben, die dich nicht supporten. Du kannst nicht neidische Freunde um dich herum haben. Und beim Thema Neid ist es auch sehr spannend, weil da muss ich auch sagen, ich habe oft mich mit bekannten Freunden unterhalten im Laufe meines Lebens und man sagt ja immer so schön: "Teile eine schöne Nachricht in deinem freundschaftlichen Gespräch mit und achte auf die Reaktion von deinem Gegenüber". Und ich finde, das kann man auch sehr, sehr oft missverstehen, weil es kann sein, dass ich meiner Freundin oder meinem Kumpel von einem Erfolgserlebnis erzähle, einer krassen Sache in meinem Leben und mein Gegenüber einen traurigen Gesichtsausdruck in dem Moment macht und ich das aber als Neid wahrnehme. In Wirklichkeit ist diese Person in dem Moment einfach kurz traurig, weil sie das vielleicht auch möchte. Sie ist vielleicht auch im kreativen Bereich und verfolgt auch ähnliche Träume oder halt vielleicht nicht ähnliche, aber sie hat sich einfach wiedergefunden in diesem Gespräch und wurde kurz traurig darüber, weil sie sich das selber auch wünscht und das ist okay. Man soll Menschen ihre Gefühle erlauben und Neid ist in dem Sinne was komplett anderes. Ich sage euch, was Neid ist. Ihr trefft euch mit einem Freund oder einer Freundin und ihr merkt, dass diese Person jegliche Art von Erfolg von anderen diskreditiert im Gespräch. Ihr habt gar nicht danach gefragt und es kommt ständig unterschwellig. Ja, hast du gesehen, wie schlecht das bei ihr ist, wie sie das gemacht hat, das und sobald jemand irgendwie eine Stufe von Erfolg erreicht hat, äh rutscht es der Person aus. Also, sie kann sich gar nicht zusammenreißen, weil das einfach ihr ihre Psyche das so rausspuckt, dass sie gar nicht merkt, wie sie sich selber verplappert sozusagen. Und genau das ist Neid. Und von solchen Menschen sollte man sich fernhalten. Vor allem, wenn du Ziele verfolgst, Träume verfolgst. Du solltest Freunde um dich herum haben, die dir das von Herzen und aufrichtig gönnen.

Jeder Mensch in deinem Leben bringt am Ende des Tages Schatten mit und du entscheidest aber in wie weit diese Person reinkommt oder wo die Grenze liegt. Du kannst also eine Person wirklich gerne mögen und sie trotzdem bis zu einer gewissen Grenze in dein Leben reinlassen und ähm du entscheidest für dich auch, was für dich toxisch bedeutet. Das ist aber auch, wie gesagt, eine Kunst für sich. Also je mehr du an dir arbeitest, desto besser arbeitet dein Filter und irgendwann catcht dich die Person und ihr habt irgendwie so ein Zeitvertreib. Ist toll, ihr geht essen, kommuniziert über Sachen, es ist catchy, es ist kantig und so weiter. Und dann merkst du, oh, das ist jetzt gerade too much, was diese Person macht und es ist okay, mir jetzt Distanz vor der Person zu nehmen, weil ähm wie gesagt, mich kann jemand catchen, aber sobald ein Punkt kommt, wo ich merke, okay, die Person führt Freundschaften nicht wie ich, sie respektiert Grenzen nicht wie ich, also kann diese Freundschaft für mich nicht weitergehen. Und es ist klar, dass ich auch da für mich entscheide, öffne ich mich jetzt oder nicht. Das ist auch noch mal so ein Punkt. Nur weil ich gesagt habe, Transparenz in Kommunikation ist schön und wichtig, heißt es nicht, dass du das bei jeder einzelnen Person machen musst. Du entscheidest immer noch, ob du von deinen Gefühlen mitteilen möchtest oder nicht. Und es kommt dir auch immer drauf an, was der Background hinter diesem verhinter diesem Verhältnis ist. Vielleicht war das eine flüchtige Bekanntschaft. Du hast schnell erkannt, okay, irgendwie passt es für mich gerade nicht und es ist okay. Du musst dann nicht unbedingt von deinen Gefühlen erzählen, wenn du das nicht möchtest. Ich weiß noch eine Zeit lang, wo ich in diesem ganzen Prozess war von Persönlichkeitsentwicklung, habe ich mich teilweise gezwungen dann irgendwann, also bei mir ging es ins Extreme, dann versteht ihr? Also am Anfang, wenn ich am Anfang gar nicht von meinen Gefühlen gesprochen habe, vor allem mit Menschen, die so ein bisschen weiter weg waren. Ich meine, in meiner Partnerschaft konnte ich das relativ früh sehr gut, weil er das immer so mehr oder weniger verlangt hat und mich dahinführt hat und gesagt hat: "Hey, wir müssen offen kommunizieren, weil sonst kommen wir nicht weiter. So, sonst distanzieren wir uns voneinander." In der Partnerschaft habe ich es dann schneller gelernt, natürlich, weil du mit der Person zusammen lebst, aber alles was ein bisschen weiter lag und mit meinen Eltern konnte ich das natürlich auch immer, weil es meine Eltern sind, aber alles was ein Tick weiter lag, äh wie ich schon gesagt habe, also Freunde, selbst wenn es beste Freunde waren oder halt Dating Leben davor, das sind ja weiterliegende Personen, da ist es mir sehr, sehr schwer gefallen und irgendwann, als ich dann gezielt daran gearbeitet habe, habe ich mich teilweise gezwungen gefühlt von mir selbst offener zu reden. Und irgendwann habe ich auch durch Therapie verstanden, du musst nicht mit jedem über deine Gefühle sprechen. Du entscheidest das immer noch selbst. Und natürlich umso wichtiger dir die Person ist, umso mehr Dinge verbinden euch, desto wichtiger ist es dir auch dich auszusprechen. Und das ist die Superkraft, die ich für mich die letzten Jahre entdeckt habe mit Menschen, die dir wichtig sind, offen zu sprechen. Gleichzeitig arbeitet dein Filter auf falsche Freunde viel schneller und viel effektiver und gleichzeitig hast du auch viel mehr Mut, Menschen anzusprechen, die dich interessieren. Z.B. z.B. früher, ich habe ja irgendwann Events besucht und auch immer mehr Menschen kennengelernt und am Anfang fand ich das immer sehr spannend, auch ganz alleine auf Events zu gehen, weil ich mir dachte, entweder ich werde heute neue Freundschaften knüpfen oder ich werde einfach so eine mysteriöse Beobachterin sein und das war auch schön für mich. Aber was ich mich nicht getraut habe, war Menschen, die mich gecatcht haben, sei es energetisch oder auch irgendwie schon davor durch Verfolgung, weil auf Social Media bekommst du ja auch einen Weib mit von einer Person. Ich habe mich nicht getraut auf diese Person zuzugehen, weil ich mir dachte, ich will nicht stören und sie unterhalten sich gerade und warum soll ich da? Also ich war immer so ein bisschen distanzierter, weil ich irgendwie auch die Freundschaften nie so richtig bilden musste, sondern sie haben sich naturell gebildet in meinem Leben. Und heute habe ich mir wirklich gezielt, selbst beigebracht, die Menschen, die mich interessieren, anzusprechen. Selbst wenn ich das Gefühl

Habe, sie haben einen völlig anderen Weib als ich und keine Ahnung, ob die Freundschaft oder die Bekanntschaft überhaupt zwischen uns matchen wird, aber ich mache es, weil mich die Person aufrichtig interessiert. Warum soll ich mir das nehmen? Ich finde es sehr schön, wenn wir neugierig auf Menschen sind.

Ich war letztens erst auf einem Event, wo die Sitzordnung so gefallen ist, dass ich in einer Ecke saß, wo ich niemanden kannte. Da waren Frauen und Männer. Und auf den ersten Blick hätte ich mir vielleicht denken können, m ich weiß gar nicht, äh also die Vibes waren total unterschiedlich zwischen uns, aber die Menschen, also die Frauen, die gegenüber saßen mit ihren, da war ein Partner dabei, glaube ich, und auch einfach so Freunde, die Gruppe hat mich irgendwie gecatcht und interessiert und ich bin dann einfach so viel neugieriger und offener in die Gespräche gekommen.

Und ich muss sagen, früher sind mir Small Talks so schwer gefallen. Ich habe teilweise Kopfschmerzen von Smalls bekommen. Ich wollte, wenn reden, dann gleich über was Diepes. Also, es ist mir super schwer gefallen, ähm mir eine Small Talk vorzustellen. Aber natürlich lernst du immer dazu. Natürlich, wenn du immer wieder gewisse Veranstaltungen besuchst und immer wieder in Situationen kommst, wo Small Talk unvermeidbar ist, fängst du an ganz anders damit umzugehen. Und heute sehe ich Small Talks als sehr spannende Tür zu neuen Menschen.

Und heute mit 30 könnte ich theoretisch sagen: "No new friends" und der Kreis bleibt klein. Aber warum? Ich bin sozial geprägt. Ich habe Neugier gegenüber neuen Menschen. Ich möchte immer weiter Menschen kennenlernen. Vor allem Menschen, die meine Interessen auch teilen. Ich habe z.B. nicht viele Freunde, mit denen ich meine Leidschaft zur Psychologie teilen kann. Also gehe ich dorthin, wo ich ähnliche Menschen treffen werde. Also, was heißt ähnliche Menschen? Menschen mit ähnlichen Interessen, was die Pausen angeht in Freundschaften.

Ich finde, Freundschaften dürfen ganz ruhig pausiert werden, wenn sie pausiert werden müssen. Es kommt wahrscheinlich nicht oft vor, aber wenn mal eine Pause kommt, dann darf die Freundschaft dann auch irgendwann wiederkommen, wenn man sich ausgesprochen hat und wenn man das Gefühl hat, man passt energetisch wieder von neu oder nach wie vor. Es ist alles in Ordnung, solange man sich selbst treu bleibt und solange beide Seiten sich selbst treu bleiben und man zusammen wächst.

Noch ein interessantes Thema: Freundschaft zwischen Eltern und Kindern. Ich sage euch, wie ich es sehe. Früher habe ich das gar nicht hinterfragt. Ich dachte mir, meine Mama ist meine beste Freundin. Ich bin ihre beste Freundin. Wir sind Besties. Und natürlich mache ich mal ein TikTok und schreibe da drauf. Hoffentlich wird meine Tochter mein mein Bestie. Aber ich wünsche mir nicht, dass meine Tochter und ich beste Freundinnen sind. Ich bin ihre Mutter. Ich bin ihre Mutter und ich bin mir meine Aufgabe bewusst. Und es geht nicht um das Strenge oder um die Autorität, sondern um Mama sein. Ich bin nicht ihre beste Freundin, ich bin ihre Mama.

Das entscheidet natürlich jede Familie für sich selbst, aber ähm basierend auf all dem Wissen, was ich immer weiter sammle und diese Entwicklung, die ich anstrebe, habe ich für mich verstanden, dass eine Rollenverteilung anders sein sollte. Das sind deine Eltern, das sind nicht deine besten Freunde und ähm es hat nichts damit zu tun, dass man Angst haben muss, seine Eltern anzurufen, weil ihr müsst euch vorstellen, ich habe immer gedacht, meine Mama ist meine allerbeste Freundin, wir sind Besties, aber ich habe trotzdem Angst gehabt, sich sie anzurufen, wenn ich mal in einem Problem steckte irgendwo nachts, weil ich mir dachte, sie wird mich schimpfen. Ich nenne die Dinge einfach beim Namen. Ähm, ich wünsche mir, dass meine Tochter mich immer anruft, egal was sie angestellt hat. Und ich wünsche mir, dass ich ihre Mama bin und nicht ihre beste Freundin. Das ist meine Meinung. Äh, ich finde Mama und Papa haben wunderschöne Rollen. Die müssen nicht als best friends betitelt werden in einer Familie.

Ich habe aus meinen Erfahrungen gelernt, dass Freundschaften ein wunderschöner, großer, breiter Raum sein können. Die müssen kein geschlossener, fester Kreis sein. Das Leben hat so viel Schönes und spannendes zu bieten. Es wäre schade, sich das zu nehmen. Und auch je mehr wir uns mit uns selbst auseinandersetzen, mit unseren Schattenseiten, mit all den Gefühlen, die in uns existieren dürfen, desto besser arbeitet auch der Filter, desto schneller erkennst du, welcher Mensch dein Mensch ist und welcher vielleicht nicht unbedingt. Und desto neugieriger bist du auch auf all die neuen Kontakte und Freundschaften.

Und je sicherer ich psychisch wurde, desto weniger Angst habe ich vor Menschen. Ich meine, heute haben wir ein freundschaftliches Verhältnis, wenn die Person mich morgen enttäuscht oder was auch immer, ich gehe damit ganz anders um. Es ist okay. Es ist okay. Ich beende dann einfach den Kontakt und dieses Verhältnis und es ist okay. So ist das Leben. Das Leben ist nun mal nicht so berechenbar, wie wir uns das manchmal wünschen. Aber wie schade wäre es, sich davon abhängig zu machen? Das ist wie als würden wir jeden Tag mit einem Helm rumlaufen. Wir können uns nicht von allem absichern, aber wir können trotzdem Verhältnisse mit einer Aufrichtigkeit starten und mit einem gewissen Vertrauen. Wir müssen nicht skeptisch sein bei Menschen und uns von jeder Seite schützen. Wir dürfen diese Verhältnisse frei führen und auch sie genießen. Und wenn sie eines Tages zerbrechen oder wenn man wieder hintergangen wird, dann weiß man wenigstens, dass man mit offenem Herzen vertraut hat und aufrichtig dieses Verhältnis angegangen ist.

Aber ich verspreche euch, je sicherer ihr euch in euch seid in eurer inneren Welt, je mehr ihr euch mit euch beschäftigt und je mehr ihr euch selber auch erlaubt all das zu fühlen, was ihr fühlt, werdet ihr auch ganz andere Menschen anziehen. Da wird kein schwaches Ego im Spiel sein, da werden keine beleidigt sein und eingekränkt sein und eingeschnappt sein und da was gehört und hier intrigen. wird alles nicht mehr passieren, weil ihr die Verhältnisse auf einer ganz anderen qualitativen Ebene führen werdet und ihr werdet auch sofort, sobald ihr euch nicht komfortabel fühlt, das ansprechen, respektvoll und höflich ansprechen. Und selbst wenn man mal patzig ist, dann sagt man ganz offen und ehrlich: "Entschuldigung, ich hatte einen schlechten Tag. Ich äh wollte mich noch mal aussprechen. Ich wollte dir noch mal sagen, wie ich mich gefühlt habe. Es tut mir leid, falls ich irgendwie die Grenze überschrichritten habe oder ähnliches." Man lernt ganz anders im Sozium zu existieren. Und das sind für mich echte coole tolle Freundschaften, wo man einfach aus so einer qualitativen Haltung handelt und die Freundschaften führt. Und das ist genau, was ich anstrebe.

Und ich bin schon so aufgeregt darauf, weil ich habe irgendwie im Bauch gefühlt, dass in meinem Leben sich neue Freundschaften bilden werde werden, weil ich meinen Interessen immer mehr nachgehe. Aktuell befinde ich mich wirklich in einer Phase, wo ich sage: "Hey, ich möchte mir nichts nehmen, was mich interessiert und bewegt und ich werde diesen Interessen nachgehen." Ähm ganz egal, in welchem Lebensabschnitt ich mich befinde, weil es ist alles möglich, wenn du dir bewusst die Zeit für dich nimmst. Und ich bin mir sicher, dass in all den äh Hobbys und Interessen noch mal neue Freundschaften knüpfen werde. Und das macht das Leben für mich interessant. Und es war nicht immer so. Deswegen wollte ich euch von meiner Perspektive heute ein bisschen erzählen und auch von meiner Reflexion auch erzählen, ähm wie ich mal war und wie ich heute bin, wie ich die Freundschaften damals gesehen habe und wie ich sie heute sehe.

Ich hoffe, die Folge hat euch gefallen. Wir können auch noch mal die in dieses Thema gehen und wir werden bestimmt öfter darüber sprechen. Ich werde euch immer wieder gerne updaten darüber, weil was ich auch so toll finde, ist, dass unsere Meinungen und Perspektiven und Sichtweisen auf Dinge ändern dürfen und eigentlich auch sollen, weil wir uns ja weiterentwickeln. Und das ist genau das Spannende am Leben, was unser Leben einfach lebendig hält.

Ja, Leute, ich hoffe, die Folge hat euch gefallen und das war unser erstes Mal hier bei mir zu Hause im Wohnzimmer. Ähm ich hoffe, ihr habt euch genauso wohl gefühlt wie im Hotel. Wahrscheinlich macht es für euch nicht mal einen Unterschied, [gelächter] aber ich habe mich schon persönlicher heute gefühlt, weil ich einfach mich mit euch bei mir zu Hause befinde und ähm ja, obwohl es schon spät abends ist und ich mich leider heute etwas angeschlagen fühle, hoffe ich trotzdem, dass ich die Folge gut gemeistert habe und dass ihr viel Mehrwert daraus ziehen konntet. Ich freue mich schon auf die nächste Folge und bis dann.