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Sag mir, woher meine Kleidung kommt!

datteltäter23:20

Transcription

Ohhh! Krass! Okay. Das hat gestimmt? Was?

(Beschwingte Musik)

Bist du sicher, dass da nichts ist? Du kannst abnehmen, aber du guckst bitte zu mir. Da bin ich wieder.

- Ja. Schön dich wieder in Berlin zu haben.

- Ja. Ich bin nervös.

Was sind deine Roots? Hast du Roots?

- Ja.

- Welche? Ghana.

- Ich bin Iraner. Marokkanisch-algerisch.

Fühlst du dich mit Ghana kulturell irgendwie verbunden?

- Viel mehr als mit der deutschen Kultur.

- Wirklich?

- Jajaja.

Wenn du an Iran denkst und du müsstest jetzt einen, egal wen, sagen wir einen Deutschen beschreiben, wie Iraner aussehen, ich meine nicht unbedingt Gesicht. Wenn es um die Kleidung geht, wie würdest du die beschreiben?

- Ab und zu hab ich Iraner gesehen, die nach Deutschland kamen, die sehen alle aus wie John Travolta in "Staying Alive", die übertreiben einfach, die wissen nicht, was los ist.

Also, du kannst dich, wenn du magst, ich bin mal gespannt, aber du kannst dich umdrehen und mal sagen, was du jetzt siehst.

- Ich darf mich umdrehen? Ohhhhh! Was? Ich dachte die ganze Zeit, hinter mir wären Menschen. Darf ich mich umziehen?

Okay, was zum ... (Ekellaut) Hast du eine Ahnung, was du jetzt hier machen musst?

- Ich muss wahrscheinlich herausfinden, zu welchem Land oder zu welcher Kultur diese Kleidung gehört.

- Korrekt.

- Ich muss sie zuordnen?

- Darf ich es anfassen?

- Du kannst es auch anfassen, ja.

Oh Mann, Leute, das ist voll peinlich. Boah! Es ist nichts, was ich direkt zuordnen kann. Krass, es hat tatsächlich so einen afrikanischen Touch, aber irgendwie auch einen Asiatischen. Wie wär's mit ... Singapur. Theoretisch kann ich mir jede Frau hier drin vorstellen, außer jetzt 'ne Deutsche. Das sieht asiatisch aus, also fernostasiatisch. Vielleicht ist das nur Chinesisch. Dieses Rot-Weiß erinnert mich irgendwie so an albanische Farben. Da bin ich jetzt verwirrt ob Holland oder Thailand. Oder Usbekistan wegen der Krone. Gar keine Ahnung. Albanisch. Geht aber in die Richtung Usbekistan.

Das hab ich auf jeden Fall schon mal gesehen. Wo denn?

- Bei "Star Wars" hat das die eine.

- Prinzessin Leia.

- Prinzessin Leia. Tibet.

- Tibet? Also irgendwo, wo es kalt ist. Sibirien.

- Sibirien, okay.

Vielleicht würde ich eher sagen das Bosnien und das so Serbien. Ich glaube, die Frauen aus dem Dorf bei "Dschungelbuch", die hatten das an. Die dann rauskommen und sagen: "Oh, wer ist dieser Mogli?" Das waren diese.

- In welchem Land war das?

- Ich weiß nicht, welches Land am Dschungel vom Dschungelbuch dran war. Ich würde einfach sagen Indien.

Es sieht für mich schon so nach Bangladesch aus. Iran.

- Iran, okay. Ich sag hier Russland. Oh! Das wäre jetzt vielleicht auch was Sibirisches. Oder was Russisches, die Mütze sieht Russisch aus. Vielleicht aber auch Russland. Hier sag ich Japan.

- Ja. Das sieht für mich aus wie so eine Lotusblüte. Thailand.

- Thailand, alles klar. Vielleicht irgendwas Koreanisches. I like that one.

In Ghana würde man das auf einer Beerdigung anziehen, wegen dem Rot und dem Schwarz, das sind so die Beerdigungsfarben bei uns. Bosnien, ich sag einfach mal Bosnien. Das ist für mich ... Ich weiß nicht, das sieht nicht so sehr nach einem bestimmten Land aus. Könnte auch Holland sein. Ist eines davon aus dem Iran?

- Das musst du entscheiden.

- Aha. Ich sag jetzt einfach mal Kasachstan. Das sieht jetzt aber auch wieder ... russisch aus. Es kann sogar sein, dass das nicht mal Russland ist, sondern Mongolei. Pakistan.

Guck mal, alle aus dem Iran, die Frauen, sehen aus wie Kim Kardashian, keine von denen trägt das hier, das ist Augenbrauen pur, da geht's nicht ums Outfit. Da gibt's nur Gesicht. Wenn eine Nase liegen würde, wüsste ich Bescheid, das ist hier ganz anders. Des Witzes wegen sag ich das einfach mal Iran.

So, das ist die erste Runde gewesen. Was jetzt kommt, wir holen Frauen nach einander rein. Du kannst ihnen eine Minute eine Frage stellen, wir spielen ja mit Stereotypen und mit Optik, die einen Tipp darauf geben könnten, sollten, woher sie kommt. Yay! Du hast die Möglichkeit, mit denen zu sprechen. Dann musst du die zuordnen, das könnte ein Tipp sein.

- Ich bin bereit.

- Macht das Spaß?

- Es macht Megaspaß. (Lachen)

Hi! Uh, ich liebe deine Haare und dein Outfit.

- Ich liebe dich.

- Geil, okay, wir lieben uns. Hast du einen Freund?

- Ja. Wo kommt der her?

- Palästina. Wo kommst du her?

- Stopp. Wollte nur gucken, wie sie reagiert.

Wie weit fliegst du in die Heimat deiner Eltern?

- Acht Stunden mindestens. Gefällt dir die traditionelle, die traditionellen Klamotten deiner Kultur?

- Ja. Gefällt dir?

- Ja, übertrieben. Ja, da hinten dann. Eins?

- Ja. Ich weiß nicht, was für Fragen ich stellen soll. Ich fühl mich so, als hätte ich sie schon gelesen. Du weißt, dass du da Singapur gesagt hast, ne? Da.

- Da hattest du gesagt Somalia. Aber in my defense, ich habe auch gesagt, dass ich glaube, dass es was Afrikanisches eigentlich ist.

(Aufregende Musik)

So ei Mix aus "Wer wird Millionär" und ... Aha! Wie heißt du?

- Pardis.

- Was machst du beruflich?

- Ich studiere.

- Was studierst du?

- Jura.

Wie hoch sind die Temperaturen?

- Sehr, sehr unterschiedlich.

- Es kann im Winter kalt sein und im Sommer heiß?

- Es kann zur gleichen Zeit schneien und 55 Grad heiß sein.

- Was?

- Ja, wirklich.

- Es kann schneien und 50 Grad sein?

- Ja, wirklich.

Sie gehört zu diesem Kleid hier.

- Weil?

- Weil ich gesagt hab, das ist Iran. Ich sag da hin.

- Da hin?

- Ja. Holland. Okay. Keine Ahnung. Holland hab ich eben gesagt, ich hab keine Ahnung. Ich glaub, ich ändere es noch, aber erst mal hier rüber. Okay. Das ist easy, guck mal. das ist total einfach. Stell dich da hinten hin. Nein, Spaß.

Welches Essen aus deinem Land schmeckt dir am besten?

- Bulgogi.

- Okay. Kennst du nicht?

- Klingt lecker. Seid ihr viele? So richtig viele? Mehr als der Rest der Menschheit?

- Nein.

- Okay. Ich bin mir nicht ganz sicher. Aber ich stell dich hier hin. Stell dich mal zu diesem ... Gewand. Dieses pink-grüne ... Diese Situation. Okay?

(Sie sprechen in ihrer Sprache.)

Was machst du hier? Was für eine Musik hörst du am liebsten? Welches Kleid spricht dich am meisten an?

- Wieso?

- Ich find's schön. Sind in deiner Familie viele Autohändler? Okay, ich würde dich bitten, hinter die lila Glitzerstatue zu gehen. Stell dich bitte da hin. Okay. Dem roten Teil da. Mhm, danke.

Hi!

- Hallo! Na sdorówje!

- Prost! Genau, ich bin schon durch. Was soll ich noch fragen?

Was ist dein Lieblingsessen?

- Pierogi. Das klingt, wie etwas, was ich gehört habe.

Wie weit fliegst du bis in die Heimat deiner Eltern?

- So 9.000 Kilometer. Du kommst aus Ungarn. Okay, bitte einmal ... Oder warte! Stopp! Nein! Geh da lieber.

Pierogi. Würde das ein Russe sagen? Erst mal so jetzt.

Was geht ab? Alles gut?

- Hallo.

- Wie heißt du?

- Shakira.

- Okay, aber das hörst du wahrscheinlich jedes Mal ... Ich steig direkt ein: Lieblingsessen aus der Heimat deiner Eltern.

- (Unverständlich)

(Beschwingte Musik)

Habt ihr vier Jahreszeiten, also ...

- Es ist immer Sommer.

- Immer Sommer? Was? Darf ich jetzt schon tauschen?

- Ja.

- Okay.

- Okay. Also erst mal und tut mir leid, weil ich hab keine Ahnung. Okay. Du stellst dich bitte zu diesem Gewand.

Hallo!

- Hallo! Okay, wie heißt du?

- Toja.

- Toja. Okay. Toja, wie weit ist die Heimat deiner Eltern von hier entfernt in Flugzeit?

- Ich glaub so eine Stunde. Kommst du aus auch Aachen?

- Nee. Ist der Name in deiner Kultur ein bekannter Name?

- Eher nicht. Okay, ist es bei euch mehr warm oder mehr kalt?

- Sehr gemischt. Lieblingsgericht. Kartoffeln mit grüner Sauce. Und Stopp. Stell dich bitte da hin.

Ungarn?

- Ja. Okay, das ... Ist das Ungarn?

- Ja. Ja, ja.

Hi, Massoud. Wie heißt du?

- Shanoura.

- Shanoura.

- Ja. Wie lang dauert der Flug da hin?

- Zwei Tage.

- Zwei Tage? Mit so Zwischenstopps und dann noch mal?

- Ich war noch nie dort.

- Noch nie? Was ist so das Kälteste.

- Minus 20 Grad. (Schreckenslaut) Eigentlich muss sie dann die Puschelmütze tragen. Es bleibt nur noch ein Outfit übrig und ja ... Ich bitte dich.

- Okay. Es ist falsch, es tut mir leid. Ähm, du guckst weiter mich an. Ihr bitte stellt euch zu eurer Kleidung. Ich höre viel zu viele Leute gehen grade, das ist voll ... Es ist sehr viel Bewegung. Dann sag ich dir auch die Länder, okay?

- Ja. Ich mach Slo-mo jetzt für euch. Was soll das? Ohhhhh! Krass! Das hat gestimmt?

- Ja!

- Was? War gar nicht mal so schlecht. Was willst du? Wer ist bei Ungarn?

- Nein! Krass, okay. Ich kann's dir mal sagen.

- Ja, bitte. Wir fangen links an, das ist Malaysia. Und was hatte ich gesagt davor?

- Singapur. Es ist Nachbar- ...

- Es ist daneben. Ja! Malaysia, jetzt seh ich's auch. Mach weiter, let's go, jetzt wird's spannend. Zweites ist Russland. Aha! Und ich hab gesagt Albanien. Ich hab Russland gesagt, dann wollte ich spezifischer werden. Drittens Deutschland.

- Nein! Wo in Deutschland zieht man das an? Das ist nicht Deutsch! Okay. Wann? Vierte Figur, das ist Sudan. Ach, okay.

- Aus Turkestan. Boah, ich war, das war ... Aus Turkestan. Du hast gesagt Russland. Wo ist das genau?

- Zentralasien. Ah!

- Fast neben Russland. Ah! Ich hab Japan gesagt, also bleiben wir dabei.

- Es ist Südkorea. Das war richtig.

- Geil. Geil! Sieben ist Palästina. Ach, was! Das? Echt? Noch nie von gehört oder gesehen. Jasmin, sorry, es tut mir leid. Meine ganzen Freunde werden mich hassen. Iran.

- Das? Sicher? Iran, okay, krass. Aber es ist das Richtige?

- Ja. Der das zugehört, ja. Yay! Okay, okay. Es war nicht so scheiße, wie ich dachte. Wir führen die rein, dann siehst du, wie das angezogen aussieht. (Unverständlich)

I say, I say, I say. # Who run the world? Girls! # Who run the world? Girls! # Who run the world? Girls!

Ohhhh! Oh, krass! O mein Gott, wie schön! Malaysia. Krass, bei dir lag ich ja tatsächlich ziemlich gut. Also, du hast ja erst mal Singapur gesagt.

- Ja. Tatsächlich ist das hier aus Johor Bahru. Es gibt zwei traditionelle Arten von Kleidung. Es gibt einmal den Baju Kurung und den Kebaya.

- Mhm.

- Und das ist ein Kebaya. Das ist extratraditionell ... Johor Bahru ... das ist 'n Staat in Malaysia.

- Mhm.

- Das ist der Staat, der direkt neben Singapur ist. Nur eins der Kleidungsstücke hat 'n offizielles Kopftuch. Wäre naheliegend gewesen, aber hier ist so, dass ... Normalerweise trägt man das so als Schal, so ...

- Okay.

- Aber Leute, die ein Kopftuch tragen, tragen das dann als Kopftuch. Weil das zusammenpasst.

- Natürlich, Schal kann schnell zum Kopftuch werden. Das ist ja Stoff. Das ist nicht das erste Mal, dass du das trägst?

- Nein. Du hast das schon öfters angehabt?

- Natürlich. In Malaysia trägt man das teilweise auch im Alltag. Wie sieht das männliche Gegenstück zu dem aus? Weiß ich gar nicht, aber ursprünglich war's 'ne Männerkleidung. Im 13., 14. Jahrhundert entstanden, das war 'ne Männerkleidung. Irgendwann haben Frauen sich das gekrallt. Das gibt's in vielen Farben.

- Ach so! Das ist nicht die traditionelle Farbe?

- Nee, es gibt viele Farben. Es ist in unterschiedlichen Regionen anders. Im Süden kürzerer Rock, der Kopfschmuck ist anders. Das ist der Kokoshnik, das ist das Sarafan. Der Sarafan besteht aus einem Leinenhemd und einem Trägerkleid und einem Gürtel, der ist wichtig, der soll vor Ungutem beschützen.

- Mhm. Ah!

- Das schenkt man auch Neugeborenen. Okay.

- Heute laufen Leute nicht mehr damit herum.

- Ja.

- Außer an so Festen oder so. Hier erst mal, wir müssen reden! (Lachen) Deutsche Trachten gibt's gar nicht mehr, wenn du an Deutschland denkst, denkst du an Dirndl.

- Ja, stimmt. Das ist das, was man im Kopf hat. Das letzte Mal, dass die getragen wurde, war wahrscheinlich in den 20er-Jahren.

- Aha ...

- Genau, weil ... deutsche Trachten an sich 'ne traurige Geschichte haben. Weil die unterm Nazi-Regime verboten wurden.

- Mhm.

- Man wollte es vereinheitlichen, man wollte das propagieren, dass es diese eine deutsche Frau gibt, die arische, deutsche, blonde, blauäugige Frau, Ja.

- Im Dirndl mit ne ... so ...

- Aha. Und dabei ist aber ganz viel Kulturgut kaputtgegangen. Und genau ... das hat man gar nicht mehr aufm Schirm, dass das auch mal so aussah. Ja.

- Und sieht man jetzt halt wirklich nur noch in Museen irgendwie.

Das ist von dir zu Hause?

- Das ist bei uns (Unverständlich) Das ist im Uigurischen so. Das ist bei uns Uiguren ganz typisch, dass wir solche Muster haben. Das ist kein Augenmuster, das haben wir in verschiedenen Farben. Aber immer sehr bunt. Und dazu tragen wir ... eine Doppa, das tragen auch Männer, wird alles per Hand selbstgemacht. Und das ist Goldschmuck von meiner Oma, auch aus Ostturkestan. Und wie oft trägst du dieses Gewand?

- Das ist mein erstes Mal.

- Ach was? Hast du das von deiner Mutter gemopst?

- Nein, das hab ich von Uiguren bekommen aus München. Und ich bin sehr glücklich, dass ... ich die Uiguren repräsentieren darf, weil ... ich weiß nicht, wer hat alles von den Uiguren gehört oder jemanden gesehen? Und derzeit passiert in Ostturkestan ein kultureller Genozid. Man versucht, die komplette Kultur, Sprache, Ideologie der Uiguren auszulöschen komplett. Deswegen ist es im Ausland wichtig, dass wir Uiguren unsere ... Kultur, Sprache, Traditionen nicht vergessen. Und deswegen bin ich sehr stolz darauf, dass ich mein Volk, unserer Problematik auch alles ... mit euch teilen darf.

- Ja. Und darauf aufmerksam machen darf. Rania.

- Girl! Hello, girl.

- Und ich war einfach auf Senegal.

- Ist okay. In dem Moment ... Thank you.

Das mit dem Kopftuch stammt daher, dass ... der Sudan mittlerweile islamisch ist. Vor allem ist ja auch 'ne Trennung, ich komm ausm Nordsudan, wir sind die Araber. Südsudan sind Christen und Juden. Die tragen kein Kopftuch. Das ist sehr nordsudanesisch. Und islamisch. Aber eigentlich mittlerweile, ich nehm das mal runter ... Also wenn du heute in den Sudan gehst, tragen die Frauen das so. Die lassen ihre Haare offen, also die, die keine Hijabis sind, die nicht Kopftuch tragen, die lassen das unten. Und lassen heutzutage ihre Haare offen und tragen das dann so. Wenn du Kopftuch trägst, das Altmodische, wie's meine Mutter machen würde: mit Kopftuch. Weil du gesagt hast Festlichkeiten, mit diesem ganzen ... Glitzer, das ist nicht so the normal look?

- Doch, tatsächlich schon. Das hier ist sehr glitzer, das ist für 'ne Festlichkeit. Aber generell der Stoff, das ist 'n ganz langer Stoff, den du um den Körper herumwickelst, in jeglicher Form, und Lehrerinnen oder Ärzte tragen das auch im Alltag, aber weiß. Ah okay.

- Oder ... Anwälte haben auch 'ne Farbe oder wenn du was mit Recht zu tun hast. Die tragen, glaub ich, grün.

- Ja. Haben 'n grünes Tuch drüber. Es ist ganz unterschiedlich. Dann gibt's die Basics, auch Pyjama. Okay.

- Die sehen ganz chillig aus. Das werfen sich die Frauen drüber und gehen auf die Straße.

Was ist eine Sache, die du an der koreanischen Kultur richtig, richtig nice findest?

- Ich mag irgendwie den Umgang, den man hat miteinander, vor allem in der Familie. Weil das einerseits total herzlich und willkommen heißend ist.

- Mhm. Und irgendwie warm, nicht so 'ne deutsche Kühle. Nicht so wie (flüstert:) Deutschland.

- Genau. Das ist für dich ... Hast du öfter so was an?

- Nee, das ist auch mein erstes Mal.

- Okay, krass. Und ich hab auch gar nicht meinen eigenen Hanbok, heißt das. Das heißt, das hab ich auf jeden Fall auf meiner Bucket List, wenn ich wieder mal in Korea bin, mir einen eigenen zuzulegen. Der ist von meiner Mutter, sie hat in dem geheiratet. Oh, what a moment! Hammer! Okay. Das heißt, das ist dann auch tatsächlich auch so ... ein festliches Outfit.

- Genau. Da laufen jetzt die Frauen normalerweise nicht so zum Bäcker. Nicht mehr. Also früher vor ... keine Ahnung, vor wie viel Jahrhunderten, natürlich. Aber heute ist das ... Tragt das vor allem die ältere Generation mehr, einfach bei Festlichkeiten, genau.

- Ja. Das war nicht Ungarn.

- Ja. Palästina.

- Ja, genau. Das heißt Tatreez. Und das ist ein ... also ein traditionelles Kleid. Und das haben aber auch viele Leute. Das wird dort auch im Alltag getragen. Es wird mehr als so Feierliches jetzt getragen. Du hast es schon öfter angehabt? Oder ist es das erste Mal?

- Nee, das ist das erste Mal, dass ich das so bewusst trage. Früher als Kind so, man hat's mal angezogen aus Spaß, oder so. Oder man hat's mal Fasching angezogen. Aber so, dass es bewusst ist, was ich grade trage, ist auch das erste Mal. Ich bin sehr stolz, hier zu sein und das zu repräsentieren.

- Ja, mega. Ey, das ist Hammer. Aber ist auch in Rot, klassisch? Oder auch ... variiert?

- Das ist das, was man am häufigsten sieht, Rot und Schwarz. Aber es gibt's auch in mehreren Farben und verschiedene Muster. Es kommt auch auf die Muster an, je nachdem, wo's herkommt. Das ist jetzt eins, was jetzt so ... Wo das halt voll ist mit Rot und Schwarz, wo mehr Rot raussticht. Aber es gibt auch welche, wo's schwarz ist und schlichtere Muster drauf sind. Das heißt, das gibt's nur in Rot und Schwarz?

- Nein, das gibt's auch in vielen anderen Farben.

Hi.

- Hi. Schön siehst du aus.

- Danke dir. Krass, also du hast auf jeden Fall mehrere Schichten ...

- Ja, genau.

- Wie man sieht. Das hat einen Unterrock, dann hab ich diesen Rock an. Und da drüber hab ich dieses lange Oberteil an. Und dieses Tuch als Kopfbedeckung, drunter ist eine kleinere Mütze, die bestickt ist.

- Mhm. Und dann kommt das hier noch drauf.

- Mhm. Ist es jetzt ein traditionelles Fest-Fest-Outfit oder ist es schon auch was, wo man jetzt kurz Milch einkaufen geht?

- Die Generation meiner Großmutter und auch jüngere Frauen als sie tragen das in den Städten, aus denen ich stamme, tragen das auch im Alltag. Aber es ist dann nicht so bestickt, aufwendig und schwer. So trägt man das schon als Hochzeitsgast beispielsweise oder auf 'nem Geburtstag tragen wir das, auf Festlichkeiten, auf Partys. Ist es immer blau?

- Nee, in den verschiedensten Farben. Wie wichtig ist dir das? Oder wie cool ist das für dich heute, einfach hier zu sein und deine Kultur representen zu können?

- Mir ist es wichtig, weil grad im Zuge dieser Vereinheitlichung, dass man sich westlichen Standards anpasst, zentralistischen Standards anpasst, in dieser Globalisierung, in der wir uns vereinheitlichen, ist mir das sehr wichtig, dass grad Minderheiten diese Sichtbarkeit erfahren. Weil's auch immer diesen Effekt auf mich hat, wenn ich mich mit jemandem identifizieren kann in den Medien. Wenn immer Moderatorinnen immer blond und blauäugig waren und ich jemanden sehe, der mir ähnelt, diesen Effekt erzielen zu können, das war einer der Gründe, weshalb ich mich sehr gefreut hab, hier mitzumachen. Einfach diese Repräsentation und diese Sichtbarkeit damit ermöglichen zu können.

- Danke dir.

- Ich danke dir. am überraschendsten fand ich tatsächlich diese deutsche Trachtsituation, weil das glaub ich immer noch nicht. Was mir jetzt aufgefallen ist: Ich sollte mich mehr mit Erdkunde befassen und versuchen, mehr Kulturen zu lernen. Was mich wirklich überrascht hat, war das Palästinensische. Palästina ist halt immer noch für mich Levante, immer noch (arabisch:) Levante. Das ist Syrien, Libanon, Palästina, alle haben ähnliche Kleidung. Natürlich werd ich sie im Alltag nicht herausfinden können, wo jemand herkommt. Aber es ist schon traurig, sich hinzustellen und einfach zu sagen, Usbekistan, irgendwas anderes mit "tan", Wasserhahn. Man muss seinen Horizon schon erweitern, dass man auch mehr weiß. Echt erstaunlich, dass man dieses Auge hat und sagt: Dieses Gesicht könnte in dieses Outfit passen. Dieses Gesicht könnte in dieses Outfit niemals passen. Ansonsten war einfach wieder geil, schöne Frauen zu treffen, die hinter ihrer Kultur stehen und da einfach so scheinen, Mann. Woah, es ist voll heiß, das ist nicht nur wegen den Lichtern, sondern everybody is glowing. Except me and my "Outkast" shirt. Aber ist okay. (seufzt:) Vielen Dank. Danke euch.

- Ja. Hast du wieder nice gemacht. Vielen Dank. Ey, ich darf wiederkommen, oder?

- Natürlich! Solange du magst, sehr gerne.

- Jaja, ich komm. Cool. Alles klar.

- Danke. Ciao.

- Ciao.

- Geil.