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Vergiss Self Care: Was dein Nervensystem in unsicheren Zeiten wirklich braucht

Christin Chudy35:02

Transcription

dass anscheinend viele der Zuhörerinnen hier sitzen und abends sagen, ich bin total reizüberflutet, ich habe keine Ahnung warum und ich merke schon, ich werde krantig, ich mache jetzt irgendwie zu. Frage der Kapazität und das heißt, es zeigt eigentlich, wie wenig Halt unser Nervensystem über den Tag verteilt hatte.

[musik]

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Anna Pleaschure. Ich bin Christine Schudi und ich bin heute wieder hier mit einer Gästin und zwar ist das Sonja Koppelin und wir sprechen heute über was, was wir wahrscheinlich alle gerade so ein bisschen spüren. Ähm, dass wir so eine Grundanspannung haben in unserem Kollektiv. Ja, also es ist natürlich gerade die KI, die uns überrollt, ja, wo wir wahrscheinlich noch nicht mal wissen, wo wir in zwei Jahren stehen oder in einem Jahr, ja, weil wir es nicht greifen können, unser Nervensystem es nicht greifen kann, wirtschaftliche Unsicherheit, Kriege, weltpolitische Lage. Und deswegen haben wir uns heute hier oder habe ich heute hier Sonja eingeladen, weil ich gesagt habe, sie ist absolute Expertin fürs Nervensystem und auch für narzisstischen Missbrauch. und sie hat einfach ein sehr ähm eine wahnsinnig große Expertise, was dieses Thema angeht, wie wir uns auch vor diesem kollektiven, sie nennt es kollektives Traumfeld abkoppeln, ja, und wie wir quasi ähm selbst wenn man keine Nachrichten liest, so wie ich, ja, weil ich schon merke, was das mit mir macht als feinfühlige, hochsensible Person, ähm wie man trotzdem dieses ja, diese energetische Schwingung, wie man die ähm von sich fernhält. Und dafür habe ich sie heute hier eingeladen und ich freue mich total, ja, mit ihr heute darüber zu sprechen, wie du eben es schaffen kannst, dich so ein bisschen ja bei dir selber anzukommen, ja, und noch klarere Entscheidung auch in turbulenten Zeiten zu treffen, in herausfordernden Zeiten, in Momenten, wo du vielleicht denkst, die ganze Welt irgendwie um mich herum verändert sich, bricht zusammen, ja, was auch immer und trotzdem in dirank bleibst. Ja, das ist das Thema für heute und ich freue mich sehr, dass du heute hier bist, Sonia.

So, so schön. Danke. Ja, vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich schon sehr auf das Gespräch. Ja, sehr, sehr gerne. Genau.

Also, ich habe's ja gerade schon so ein bisschen gesagt, ähm ne, wir haben so viele Veränderungen gerade auf einmal. Es ist ja auch so ein bisschen wer so an die chinesische Astrologie denkt, ne? ist ja auch das Feuerpferd, ja, so die Numerologie, also die Nummer ein, ja, also wir fangen von vorne an und irgendwie fühlt sich es auch ein bisschen so an und das ist für viele, glaube ich, ganz toll, ja, weil so ganz viele Impulse kommen und ganz viel so wah, ne, sich verändern möchte, aber für viele ist es vielleicht auch ein bisschen überfordernd und ein bisschen wow, das passiert, das passiert und hier ist passiert. Und was passiert dann mit unserem Nervensystem, wenn es permanent diese Signale empfängt, die es nicht einordnen kann, liebe Sonja?

Ja, das ist eigentlich ein super Einstieg, weil genau das ist das Problem der modernen Zeit, was ich immer wieder sehe, dass wir in einer permanenten Reizüberflutung legen leben und Menschen, die vielleicht ein feines Nervensystem haben, egal ob sie hochsensibel sind, ob sie traumatisiert sind, für die ist es eine besondere Herausforderung und gerade normalisiert sich alles so. Und das sehe ich als großes Problem. Wir finden das auf einmal normal. Wir merken gar nicht, wie sich Social Media eingeschlichen hat in unsere Welt. Ich hatte jetzt neulich so ein schönes Beispiel. Ich hab ich höre auch selten Radio, aber ich stelle das Radio an und dann kommt diese Rubrik mit und das interessiert Social Media und ich denke so, Wahnsinn, früher hatten wir nur die Medien und die haben alles bestimmt und auf einmal wird jetzt auf Social Media geguckt, was es da trennt und das hat unser Leben so verändert. Wir müssen uns mal vorstellen, unsere Vorfahren, die haben vielleicht keine Ahnung ein Zehntel, wenn überhaupt davon mitbekommen, was wir gerade hier alles mitbekommen. Das heißt, wir kriegen so viele Dinge mit, die uns überhaupt nicht interessieren. Und genau das macht was für aus uns, denn wir erleben so eine Daueranspannung, die wir oft nicht zuordnen können.

Mhm. Ja, total. Also ich habe das irgendwo mal, ich weiß es leider auch nicht mehr, aber gehört dieses wir kriegen alleine in 10 Minuten oder also es war wirklich eine ganz geringe Zeit, kriegen wir so viel Input an einem Tag wie der Steinzeitmensch in irgendwie weiß ich nicht drei Wochen oder also wirklich so eine total krasse Vergleich, wo man dachte, ah und unser Gehirn und das wäre vielleicht auch noch mal spannend, wenn du dazu noch mal ein bisschen was sagen kannst, unser Gehirn ist ja noch ganz anders sozusagen gestrickt. Ja, also wir sind da, wir sind wir kommen da nicht mit. unser Gehirn, unsere wir sind noch so ein bisschen in der Steinzeit verankert, was das angeht. Magst du das noch mal ein bisschen einordnen?

Ja, für gewisse Dinge sind wir Menschen auch nicht ähm ausgelegt. Wir sind natürlich, wir können ganz vieles verändern, aber das Nervensystem mag z.B. nicht so gerne Druck und Stress oder eben nur in einem gesunden Maß. Und wenn das auf einmal die Baseline wird und das haben wir in den letzten Jahren so ein bisschen äh in diesem kapitalistischen System verkannt, es war immer höher, schneller, weiter, egal wo man ähm hingeguckt hat. Ich liebe ja Pferde über alles. Da hat man es in der Zucht erkannt, höher, schneller, weiter. Ähm, man hat aber nicht darauf geachtet, dass z.B. Pferde eine gewisse Stabilität bekommen. Und genauso geht's uns Menschen noch gerade auf. Die Stabilität ist vollkommen weg, überall höher, schneller, weiter. Die KI, die kann auch oder diese ganze Online Welt, die sich gebildet hat, das ist ein ganz anderes Zeitempfinden. Ich habe neulich mit jemanden gesprochen, wo ich gesagt habe, ja, aber mein Bereich arbeitet anders. Der arbeitet 100 mal schneller wie ein Unternehmen beispielsweise, was vielleicht so jetzt Social Media mal so als Visitenkarte benutzt. Und deswen müssen wir uns einfach bewusst sein, was das mit uns macht, dass wir eigentlich ständig das Gefühl haben, wir sind ständig irgendwo angedockt, so energetisch betrachtet, könnte man fast sagen. Man hat das Gefühl, es schwingt auf einmal irgendwas. Ich glaube auch, dass das viel natürlich auch mit Internetverbindung und so weiter, Elektronik und Code zu tun hat. Dieses Gefühl, das schwingt andauernd irgendwas mit, was das Tempo vorgibt und ich habe das Gefühl, ich kann da gar nicht aussteigen, weil es zur Normalität geworden ist.

Mhm. Ja, das erklärt auf jeden Fall auch total, was ich eingangs gesagt habe, dass ich jetzt z.B. auch gar keine Nachrichten gucke und du jetzt scheinbar ja auch nicht so viel oder ne, du meintest, du du hörst selten mal Radio und trotzdem aber man das Gefühl hat, diese Grundanspannung ist einfach da und das hat gar nicht so unbedingt was mit einem selber zu tun, sondern das ist eigentlich was was genau was einfach wie so eine energetische Schwimmung genau ist, die wir einfach wahrnehmen.

Ja. Ja. Ja. Voll spannend. Und du nennst das so dieses kollektive Traumfeld und ähm kannst du noch mal so ein bisschen differenzieren zwischen diesem individuellen Trauma und Nervensystem und dem Kollektiven und wie sich das auch wieder so ein ja wie so ein Tanz ist bzw. ja auch vielleicht ein gegenseitiger Einfluss.

Mhm. Ja, das ist einfach ein Prinzip von der Mehrheit und wir sehen das ja immer wieder. die Mehrheit, die sich vielleicht nicht so bewusst weiterentwickeln möchte, die nicht ihre alten Wunden angeht, sondern in unserer Gesellschaft ist das ja eigentlich eher so, wir kehren das mal unter den Teppich oder wir sprechen die unbequemen Dinge nicht an. Wir merken aber gerade alle, dass so ein Elefant im Raum ist und wir kriegen das überall serviert. Ja, dafür braucht man auch keine Nachrichten hören, was da in der Politik und in der Weltgeschichte alles los ist. Und dieses kollektive Traumfeld, je mehr Menschen sich davon im eben anstecken lassen und Trauma oder solche Nervensystemzustände, die sind eben ansteckend, weil wir neigen immer dazu, uns dort anzuschließen, was für uns vertraut ist. Und das klingt jetzt erstmal komisch, aber das Nervensystem hat Überlebensmechanismen und das ist einer davon zu sagen, ah, das kommt mir vertraut vor, so da springe ich mal mit drauf, weil das ist sicherer, da kann ich mich anpassen, dann gehöre ich zur Gesellschaft dazu. Das ist ein Überlebensmechanismus und solange wir uns dessen nicht bewusst sind, docken wir eben immer wieder sozusagen, nenn es an das kollektive Traumfeld oder an genau diese ungesunden und unbewussten Zustände an und desto ja instabiler wird es überall und das kriegen wir halt aktuell gerade zu spüren.

Mhm. Ja. Ja, das ist total spannend, was du gerade gesagt hast, dieses Thema, dass wir an was andocken, was vertraut ist, ne? Und du meinst ja wahrscheinlich damit so, wenn wir eben z.B. unser Nervensystem entwickelt sich ja oder ist ja gerade sehr abhängig auch von dem anderen Nervensystem, wenn wir noch klein sind, ja, da können wir uns noch nicht selber regulieren, da können wir noch nicht selber auf uns acht geben und uns irgendwie beruhigen, wenn wir Angst haben, wenn wir wütend sind, was auch immer. Und wenn wir dann ein ja Eltern oder Elternteile haben, die eben das sehr stark ablehnen und die sagen, ne, nee, du darfst dich jetzt nicht sicher fühlen in dir und mit deinen Gefühlen, mit deinen Emotionen, dann ist das was für uns vertraut ist, ja, dass wir eben nicht sicher sind, ja, mit dem, wie wir uns gerade fühlen, dass wir uns nicht geborgen und halt, ne, halten, also wirklich in uns selbst Heimat finden, sondern dass wir das Gefühl haben, okay, wir müssen eigentlich immer na außen irgendwo andocken. Ja, und deswegen finde ich das so schön, das noch mal so, also das für mich auf jeden Fall auch gerade noch mal so eine schöne Perspektive, dass wir dann eben auch das kollektive Traumfeld nehmen, wo wir sagen, ach, okay, da ist gerade so viel Unsicherheit, da sind Kriege, da ist Hass, da ist Wut, da ist was auch immer, da docke ich an.

Ja. Ja. Und die Frage ist eben immer, wie man damit umgeht. Ich hatte auch eine ganze Zeit lange, wo ich gesagt habe, ich konnte wirklich keine Nachrichten ansehen. Es hat mich viel zu sehr getriggert. Ich bin allerdings Gesellschaftswissenschaftlerin und das interessiert mich natürlich schon noch diese Tendenzen. Ich mache ja auch viel im Bereich systemische Beratung, wo ich dieses Thema einfach verstehen muss, um zu verstehen, wie sich das auf uns individuell auswirkt, weil das ist auch einfach ein Teil meiner Arbeit, gesellschaftlich was zu bewirken und nicht irgendwie nur individuell mit den Menschen zu arbeiten. und ähm dieses es zu sehen und zu wissen, es ist da und es nicht zu leugnen, aber gleichzeitig einen gesunden Umgang damit zu finden, das ist etwas, was finde ich in unserer Gesellschaft auch viel zu sehr fehlt, weil es bedeutet nicht einfach, okay, das ist schrecklich, ich möchte das alles ausblenden. Und das ist ja oft in der spirituellen Szene so, dass man sich dann so ein Anker sucht mit alles wird gut und da wird ganz viel hinein interpretiert, was passiert und dann passiert's wahrscheinlich doch nicht und das rüttelt noch mal so am Urvertrauen, sondern zu verstehen, das ist da, ich kann hinsehen, aber ich kann diese inneren Zustände oder diese Überflutungszustände, die dann eben stattfinden, auch irgendwie halten und kann damit leben mit dem, was gerade ist.

Mhm. Ja, super wichtig. Und ich glaube, das ist ja das, was auch viele aus meiner Community berichten, dass sie eben so diese innere äh Angespanntheit, diese Wachsamkeit, ja, dass sie die spüren, obwohl eigentlich im Außen in Anführungsstrichen alles gut ist in dem Sinne, dass jetzt in ihrem Umfeld jetzt keine nahen Verwandten irgendwie erkrankt sind oder, ne, das alles funktioniert, die Kinder, ne, gehen zur Schule, sind prinzipiell gesund, ja, und trotzdem haben sie so ein Gefühl von innerer Anspannung und das ist ja eigentlich das, was du sagst, dass dieses das zu lernen, dass das eben nicht mehr so das nicht mehr zu haben, ist natürlich einfach gesagt, dass es ist, aber eben in dieses in diese sicher, also diese Sicherheit im eigenen System zu kultivieren, das dann ist es eigentlich vielleicht nicht so wichtig, wie viel Input wir von außen holen, weil wir eben schaffen uns selber da so so ein Stück weit zu entkoppeln oder wie wirst du das beschreiben und was wäre vielleicht auch so ein kleiner Impuls schon natürlich ohne jetzt das die gesamten den gesamten Weg zu zeigen, das können wir auch in der Podcast Folge gar nicht leisten, aber was wäre vielleicht schon so ein kleiner Impuls, was die was die Frau, die sich jetzt hier gerade oder die Person, die sich gerade wieder erkannt machen könnte, die sich eben so innerlich so angespannt fühlt, obwohl eigentlich in Anführungsstrichen alles gut ist.

Ja, du hast es schon gesagt und das ist wirklich auf Ressourcen zu zählen. Ob das jetzt ein gesundes Umfeld ist, was durch Freunde z.B. ähm geprägt ist oder dass man auch ein Hobby hat, was einfach eine richtige Ressource ist. Und ein Hobby zu haben beispielsweise ist die eine Sache, aber es auch richtig fühlen zu können. Für mich ist es der Moment, wo ich mit dem Hund spazieren gehe oder mit dem Pferd im Gelände bin. Diese Verbundenheit mit mir selbst und mit der Natur zu spüren, das reguliert auch unser Nervensystem. Und das sind so die kleinen Sicherheitsanker und die kann man dann Stück für Stück z.B. auch ausbauen. Das ist super super wichtig. Ja, also es geht hier jetzt nicht um eine konkrete Methode, sondern es geht gerade bei der Nervensystemarbeit eher, wie man so sein Leben umgestalten kann. Und das ist in diesen Zeiten, die so unberechenbar sind, ist das eben besonders wertvoll. Keine konkrete Methode an sich, sondern die Art und Weise, wie ich lebe und dass ich Ressourcen für mich zur Verfügung habe, gerade wenn die ja scheinbar in der Außenwelt so wild wie jetzt gerade es ist, immer weiter wegbrechen.

M. Ja. Ja. Total wichtig. Also das heißt im Endeffekt so vielleicht wie so ein kleinen Ressourcenpool für sich zu schaffen nach und nach, wie du sagst, ist jetzt auch nichts, was man an einem Tag wahrscheinlich so einmal für sich klar hat und ne, irgendwie ist man total von total disreguliert und angespannt auf einmal so völlig entspannt und ne, weil das ist ja auch was was natürlich viele meiner Community beschäftigt, dass einfach, ne, die dann sobald es halt irgendwie an Intimität geht, an Sexualität, an irgendwie Beziehung eben dieses angespannte nicht weggeht, sondern eben immer noch so dieses, [gelächter][japst] ne, ich muss festhalten, Ich muss kontrollieren, ich muss es irgendwie im Griff haben. Und das heißt eigentlich so nach und nach sich so zu schauen wirklich zu auch immer wieder, ich glaube es ist ja auch ganz viel dieses Thema selbst mitgefühlt zu schauen, was tut mir gerade gut, was brauche ich gerade unabhängig von dem, was jetzt vielleicht im Außen gerade gesagt wird auf Social Media, was gerade trendet, ja, sondern wirklich immer wieder hinzuschauen, was brauche ich gerade und selbst wenn es einem dann aber auch schwer fällt, und das ist vielleicht auch noch mal so eine Frage, die ich dir gerne stellen würde. Weil ich, also ich kenne das von mir auch so ein bisschen, wenn ich dann manchmal so das Gefühl habe, okay, ich mache jetzt so meine, ne, ich greife auf meine Ressourcenliste zurück, so ungefähr. Ich weiß genau, was mir gut tut, ich gehe tanzen, genau, ich gehe in die Natur. Das ist auch auf jeden Fall was, was ich definitiv empfehle. Und dann trotzdem habe ich aber manchmal so diesen Gedanken, reicht das jetzt schon oder muss ich noch irgendwas anderes machen? Und da kommt, glaube ich, so ein bisschen dieser Optimierungs das Thema ich natürlich sehr stark, ja, das haben auch meine die Frauen in meiner Community sehr stark, dieses ich funktioniere, ich muss es ich muss auch das jetzt gut machen. Ja, ich muss jetzt auch quasi mein Nervensystem gut regulieren. Ja, was willst du da so sagen? Was was könnte da helfen in diesen Momenten?

Aus Sicht des Nervensystems kommt jetzt das, was so viele in der Mindset Branche und so crasht, nämlich das weniger mehr ist, weil du hast schon richtig gesagt, sobald noch Selbstoptimierung dazu kommt und ich muss dies und ich muss das tun, sagt das Nervensystem eigentlich, ich habe überhaupt keine Kapazität dazu. Ist ja toll, dass wir all diese Ressourcen und Hobbys haben, aber ich spüre es einfach nicht und viel zu viele Menschen versuchen sich dann da reinzudrücken, weil das ist ja so, was die ganze Selfcare Branche und so auch sagt, ne? Das musst du machen oder dann musst du dies oder das machen, wenn du es nicht spürst. ähm dann bringt dir das alles gar nichts. Und gerade in dem Fall, den du so schön äh beschrieben hast, dass anscheinend viele der Zuhörerinnen hier sitzen und Abend sagen, ich bin total reizüberflutet, ich habe keine Ahnung, warum und ich merke schon, ich werde krantig, ich mache jetzt irgendwie zu. Frage der Kapazität und das heißt, es zeigt eigentlich, wie wenig Halt unser Nervensystem über den Tag verteilt hatte. Und wenn man da einfach mal im Moment innerhalten kann und gucken kann und zu sagen kann und ehrlich mit sich ist und sagt, wo hatte ich heute keine Unterstützung, habe ich gemerkt, dass meine Kollegen einfach mich dermaßen anstecken und mir der Job nicht mehr gut tut. Merke ich einfach, dass mein Partner mich wirklich nicht unterstützen kann oder ein Gespräch mit der Mutter, was unheimlich Energie zieht, dann ist das eigentlich das, was das Nervensystem in diesem Moment sagt. Und ich bin die letzte, die sagt, regulier das jetzt mal alles weg, damit du dich wieder gut fühlst, sondern da genauer hinzuschauen und zu gucken, okay, was kannst du denn in deinem Leben verändern, was dir vielleicht mehr Kapazität bringt? Und ich war ja mal in meinem Leben wirklich in der Zeit, wo ich nur noch im Überlebensmodus war, nach einer ganz ganz schwierigen Beziehung, wo ich auch komplett von null starten musste. Ich hatte meine Pferde nicht mehr, ich musste mein Umfeld verlassen. Ähm, und da war das Nervensystem nur noch im Anspannung. Also, da hätte ich mit irgendwelchen Selfcare Tipps oder sogar mit Hobbys kam ich da gar nicht weit, sondern es waren eigentlich die kleinen Momente, wo ich geguckt habe, wo kann ich entschleunigen, wo fühle ich mich sicher, die ich immer wieder trainiert habe, die dann dazu führen, dass ich etwas verändert. Also, das sind dann ganz selten die großen Dinge und gerade wenn man merkt, ja, ich fahre gerne Fahrrad und das hilft mir auch ansonsten oder bei mir, ich gehe gerne reiten, aber ich kann gerade nicht. Dann ist die Frage, welche kleine Sache kannst du denn machen, die dein Nervensystem gerade nicht überfordert, was es auch annehmen kann gerade?

Hm. Ja, super schön. Danke auch fürs Teilen äh von deiner persönlichen Erfahrung. Das passt ja auch zu diesem, was du wo du dich ja auch sehr jetzt gerade auch, ne, du machst ja auch diese Arbeit schon länger. Du bist schon seit 2016 unterwegs und jetzt bist du gerade auf das ganze Thema ähm ja, Narzissmus, wie man damit umgeht, ne? Und das war wahrscheinlich das, ne, dieses Gefühl so, okay, von komplett disreguliert, okay, wie komme ich überhaupt wieder in diese Verbindung mit mir selbst und eben da zu hören, dass weniger oft mehr ist und dass es die kleinen Schritte sind und zu schauen, wie kann ich eben genau, ich muss jetzt nicht von heute auf morgen sowieso alles ändern und aber auch ich muss jetzt nicht genau vielleicht das Pferd reiten, weil das habe ich vielleicht gerade nicht mehr ja [gelächter] die Möglichkeit und wie kann ich dann aber vielleicht den kleinen Schritt gehen, der mir gerade gut tut. Ja, mega mega wertvoll also und also wirklich glaube ich eine ich hatte eine Erfahrung mit einer narzisstischen Person ist natürlich immer eine Interpretationssache Anfang letzten Jahres und ich war so hochmütig zu sagen vorher, das würde mir nie passieren [gelächter] und dann ist es mir passiert und ich habe gedacht, es war keine Beziehung, also keine Liebesbeziehung, aber es war eine sehr enge Freundin und ähm das ist auf jeden Fall was, also ich kann dich sehr gut nachführen in diesem und ich glaube, ich habe wahrscheinlich ich nicht mal annähern, so ne, das so intensiv gehabt, aber ich kann sehr gut nachfühlen, wie heftig man einfach, also wie heftig sowas auch sein kann fürs Nervensystem, ne? Wie wie krass das Nervensystem da auch ähm drunter leidet unter so einem Einfluss und dann zu gucken, okay, wie kann ich mich eben mehr halten lassen? Und ich glaube, hier möchte ich vielleicht noch mal ein bisschen reingehen, weil das ist auch was, was viele, viele, viele meiner Hörerinnen betrifft. Dieses, ich mache alles alleine, ich bin stark, ich bin unabhängig, ich bin eine richtig erfolgreiche, reflektierte Frau, ja, ich kann das alles alleine und ich muss mir gar keine Hilfe holen und das ist auch tatsächlich mein Thema häufig, ja, das oder war lange mein Thema. Ich bin da gerade dabei, das zu ändern. Was wirst du denn hast du da für dich, also war das bei dir auch so und hast du für dich oder ist es bei deinen Kundinnen so? musst jetzt gar nicht über dich reden, aber hast du dafür hast du vielleicht noch ein Thema oder noch ein Impuls, der hier helfen könnte, wenn man diesen Mechanismus hat?

Ja, also ich glaube, damit sind wir nicht allein. Es geht vielen Menschen so und das kommt eben daher, dass man in der Kindheit wirklich nicht genügend Halt hatte, nicht genügend Regulation, viel zu früh erwachsen sein musste und irgendwann entsteht dieser Mechanismus, ehe ich jemand anderem vertraue, weil ich kann mein Umfeld sowieso nicht vertrauen, das ist unberechenbar, dann mache ich es doch lieber selbst. Und das wird irgendwann sehr sehr schwierig, weil wir uns immer mehr aufladen und so ist eigentlich der Prozess zu dem wir kommen wollen, nämlich nenn es mehr Entspannung, entfüllter erfüllter Leben, lebendiger zu sein, mehr Freude zu empfinden, was auch immer das ist, das ist ja sehr individuell, was wir für Ziele haben. Wir kommen davon immer mehr weg, weil wir brauchen sichere Nervensysteme und sichere, ich nenne das ja so schön in meinem Buch, Ankermenschen, die uns mal kurz ihr Nervensystem leihen und es ist natürlich immer schwierig in so einem Freundeskontext das zu verlangen, weil die Freundin ist keine Therapeutin und da merke ich es gibt so viele tolle Angebote und ich appelliere ja auch wirklich an die Intelligenz meiner Kunden. Also, ich weiß, dass die selber wissen, ob sie jetzt Therapie, Coach oder zur Heilerin gehen oder ein Onlinekurs sich holen, aber es gibt diese, das sind auch Ressourcen und wir müssen aufhören, ich weiß, der Markt hat sehr gelitten in den letzten Jahren, was da passiert ist, aber wir müssen aufhören uns auch noch diese Ressourcen zu nehmen, die alle sozusagen bereit stehen und das ist eigentlich der Punkt, an den wir kommen müssen zu verstehen, ich brauche einen Vorbild und ich habe vielleicht ein chronisch reguliertes Nervensystem schon seit der Kindheit und ich brauche einfach jemanden, der mir mal zeigt, wie es geht, weil du hast schon angesprochen, genauso funktioniert es beim Baby. Das Baby ähm leih sich in erster Linie das Nervensystem der Mutter und deswegen kommt es auch im Erwachsenenalter so oft dazu, dass wir so reagieren wie unsere Mutter oder dieses Stresslevel einfach haben und wir so denken, es kann noch nicht sein, ich mache alles, ich habe alle Selbsthilfebücher gelesen, alle Podcasts gehört und es geht aber nicht weg, dass ich so hyperreaktiv bin einfach und auf einmal komische Symptome bekomme von schwitzen über Herzklopfen. Ja, weil wir brauchen schon jemanden, der uns das vorlebt. Und ich finde, das darf in dieser Zeit keine Schwäche sein und da darf auch nicht dürfen auch nicht mehr alle Leute über einen Kamm geschert werden, weil die Ressourcen brechen uns hier weg, wie die Fliegen kippen gerade alle um, weil gerade auch die Therapeuten und Coaches unter so einer Belastung in dieser Zeit sind. Aber dieses, nenn es auch nicht Hilfe, das ist vielleicht auch so ein bisschen hm für viele klingt das vielleicht nach Opfermodus. Nenn es doch bitte Ressource. Ich glaube, dann wird's leichter, eine Ressource in Anspruch zu nehmen, die mir zeigt, hey, so funktioniert das. Für mich das natürlich normal mein Leben lang. Ich habe Tennistrainer, ich habe Reittrainer. Für mich ist es so normal. Ich würde es halt in vielen Bereichen auch gar nicht hinterfragen. Aber vielleicht ist es gerade in einem bestimmten Thema. Manchmal haben wir das nur in Lebensbereich, ja, in der in der Partnerschaft, ich schaffe alles alleine. Im Business, ich schaffe alles alleine. Da mal genauer hinzugucken und zu gucken, wem darf ich denn hier jetzt eigentlich wieder vertrauen?

Hm. Ja, ja, super schön. Danke dir, äh das noch mal so auszuholen und das auch noch mal einzusortieren. Und ich glaube, dass genau ist auch immer ganz wichtig auch hier wieder das Selbstmitgefühl, ne, dass es ja auch ein Mechanismus ist, ein Überlebensmechanismus, ja, dass wir gelernt haben, wir müssen stark sein, wir müssen alles alleine schaffen und dass es am Ende jetzt auch nichts ist, wofür wir uns in erster Linie erstmal abwerten sollten und genau sich auch Hilfe zu holen oder Ressourcen zu suchen, die eben ja uns dabei helfen, vielleicht auch dieses Selbstmitgefühl zu entwickeln und wirklich in diese Verbindung mit uns selbst zu kommen. Und das ist, glaube ich, auch ganz häufig ja, das das kann ich mir vorstellen, es wird da werden auch unsere wird sich unsere Arbeit auch überschneiden, dass du auch sagst, dass wir die Antworten häufig auch nicht so im Kopf finden und dass es eben auch so wichtig ist, eben auch eine somatische, eine energetische eine Arbeit zu machen, die eben tiefer geht als das, was der Kopf der das Gehirn greifen kann. Und gerade meinemer Community sind eben sehr viele reflektierte Frauen, die waren sich, ne, was du gerade auch gesagt hast, viel lesen, die schon alles verstanden haben. Und was also vielleicht noch mal so, kannst du noch mal so eine ganz also gerade wenn, wenn eben diese Überforderung da ist, wenn wir merken und vielleicht auch du hast es schon genannt, aber vielleicht noch mal auszuführen so, woran merken wir überhaupt, dass wir nicht, dass wir nicht reguliert sind? Du hast gesagt, Herzrasen, ähm ne zittern oder schwitzen hast du glaube ich genannt. Woran merken wir das und wie kommen wir, also wie machen wir wirklich in dem Moment vielleicht sogar was körperliches? Vielleicht wenn wir jetzt gerade nicht reiten gehen können oder den langen Spaziergang machen können, weil wir vielleicht den nächsten Termin haben, ja, in 3 Minuten. Was können wir machen, wenn wir merken, ich bin gerade überreiz und vielleicht auch so ein bisschen abgeschnitten von mir selbst?

Ja, ich glaube, es gibt eine Riesensymptomliste, aber ich glaube das, wo ich sich jeder angesprochen fühlt, es ist einfach diese Unruhe im Kopf einfach oder dass man versucht ständig Antworten zu finden. Das ist z.B. der Klassiker von meinen Kundinnen, die wissen auch super super viel, aber es verändert sich halt nichts. Und das sind diese Momente, wo wir unruhig werden, zum Teil körperliche Symptome haben, aber manche Menschen sind auch schon im Freeze, im Shutdown, die denken, oh, jetzt bin ich aber auf der Couch, schlafen dann aber vielleicht direkt aus Erschöpfung ein oder gucken permanenten Netflix hintereinander, um irgendwie das Gefühl zu haben, oh, dieser unangenehme Zustand, der da gerade in mir ist, den kriege ich eben nur weg, wenn ich mich ablenke. Und bei mir haben die ganz simplen Sachen, die ich auch immer versuche, in den Alltag integrieren, weil du hast es schon gesagt, ja, ein Pferd oder Hund zu haben, ist vielleicht auch gerade in der heutigen Zeit ein Privileg, es haben zu dürfen oder wie ich die Natur irgendwie hier in Bayern vor der Nase zu haben. Ich weiß, es ist ein Privileg, aber es sind die ganz ganz kleinen Sachen, wo wir diese Sachen anfangen können zu unterbrechen. Und das ist bei mir z.B. Was immer hilft, ist länger ausatmen als einatmen, einfach weil wir dadurch in die Regulation gehen und das können wir immer wieder nutzen. Aber was man dazu sagen muss, was vielleicht auch ein bisschen so falsch propagiert worden ist, ist wahrscheinlich wird sich dein Nervensystem gegen eine Regulation erstmal wehren, weil es das nicht kennt. Und das ist dann eben kein Punkt, wo man aufgeben sollte, sondern ich glaube, das ist gerade der Punkt, wo man sich mal überlegen sollte, brauche ich vielleicht jemanden, der genau diese blinden Flecke erkennt, der die Expertise hat, der mich da begleiten kann, weil ich glaube, es merken jetzt viele, es ist ein komplexes Thema und das Nervensystem funktioniert wie so eine Art Trainingscenter, könnte man sagen, und je öfter man Dinge wiederholt, desto mehr kann es lernen. Aber es ist natürlich auch wichtig, da Menschen an der Seite zu haben, die da in dem Moment z.B. sagen, okay, ist das vielleicht ein altes Muster und brauchst du vielleicht gerade meinen Halten ein bisschen vom Außen, um das ähm etablieren zu können oder lernen zu können auch?

M. Ja. Ja. Super spannend, dass du das auch noch mal sagst, dieses das ist ja passt ja so ein bisschen zum Anfang, was wir gesagt haben oder was du gesagt hast, dieses ist für uns so, dass wir andocken an dem, was wir kennen, ne? an dem, was gewohnt ist, an dem, was sich wie zu Hause anfühlt. Und genauso natürlich, wenn wir uns jetzt nicht mehr so verhalten oder unser Nervensystem sich nicht mehr so fühlt wie das, was wir gewohnt sind, was sicher, vermeintlich sicher anfühlt. Natürlich ist da erstmal ein Widerstand. Ja, natürlich ist da erstmal so ein, oh Gott, ja, unsicher, Unsicherheit. und das zu erkennen. Ich, also ich würde jetzt auch aus meiner Erfahrung sagen, weiß ich nicht, ob ich das geschafft hätte ohne eine Begleitung, ohne jemand, der mich da spiegelt und sieht in diesen blinden Flecken, wie du es schön genannt hast.

Ja. Ja. Okay. Ähm, ja und ich meine, wir haben jetzt ja ganz viel gesagt, vielleicht hast du noch ähm, weil ich habe irgendwie so das Gefühl, es ist rund, aber vielleicht bist du auch noch, hast du noch irgendwie ein Impuls. Ähm, aber vielleicht noch mal so eine Sache, die wir vielleicht noch nicht besprochen haben oder die wir vielleicht schon gesagt und die du gerne noch mal herausstellen würdest, wenn jetzt du, wenn jetzt hier gerade jemand zuhört, die gerade das Gefühl hat, dass sie den Boden unter den Füßen verliert, dass ihr wieso die Wurzeln entrissen werden, weil ich weiß, ich war neulich auf einer Party und auf einer Geburtstagsfeier und ich habe von wirklich vielen Menschen gehört, dass sie arbeitslos sind, dass sie ihren Job verloren haben. Also auch das passiert ja gerade. Ja, das dürfen wir alles nicht, also das sehen wir ja noch nicht, die Auswirkung, also nur in kleinen Teilen, das wird ja jetzt immer mehr und ich will sogar keine Panik machen oder ne, jetzt irgendwie noch mehr hier die Menschen, die zuhören, verunsichern, aber vielleicht auch nicht mal nur, wenn jetzt wirklich was wegbricht, sondern auch dieses Gefühl, was wir gesagt haben, ne? Dieses energetische wah, das kollektive Traumfeld, das kollektive Nervensystem ist so angespannt. Ähm, wenn du der eine einzige Sache jetzt noch mitgeben könntest, was wäre das?

Ja, das hätte ich jetzt sowieso zum Schluss gesagt. Also gut, dass du das anstößt und zwar diese Doppelbelastung in der wir gerade leben, die zu verstehen, weil viele Menschen, die Trauma erlebt haben und wir sind hier leider fast alle traumatisiert in welch egal in welcher Form, stellen sich immer

die Schuldfrage und zwar an, wenn irgendwas unbequemes passiert, inwiefern bin ich denn da jetzt schuld? Oder es kommen dann auch so Loyalitätskonflikte? Das Beispiel von dir ist ganz gut. Also es könnte jetzt tatsächlich passieren, dass man dann auf der Party denkt, oh Gott und mir geht's so gut. Und dieser Gedanke war nur einmal irgendwie da und auf einmal merkst du wirklich, wie dann dein Business einbricht oder so. Sowas ist nicht unüblich. Das ist eine irgendwie eine Schuldfrage, die dahinter steckt.

Und ähm ich möchte den Menschen einfach zeigen, unter was für schwierigen Voraussetzungen wir hier gerade eigentlich sind, weil zum ersten Mal bricht uns die Struktur weg, unser ganzes Sozialsystem. Ich meine, ich rede da schon seit Jahren wirklich drüber. Ähm und das ist einfach eine besondere Herausforderung, wo wir jetzt gerade sind, wo wir auf der einen Seite Mitgefühl gegenüber unserem Umfeld haben müssen, aber auf der anderen Seite uns abgrenzen müssen und gucken, was ist aber gerade bei mir jetzt noch stabil, was will ich wirklich, was tut mir gut, was sind meine Ressourcen, was möchte ich in der Welt bewirken? Weil die Menschen, die fühlen sich ja bei meiner Arbeit sehr oft getriggert, wenn ich über narzisstischen Missbrauch bin. Ich bin jemand, der die Dinge ganz äh konkret anspricht und nicht wegschaut, dann fühlen sich ja viele getriggert. Aber was man nicht vergessen darf, ist, dass das Momentum ist, wo wir anfangen können, gesunde Systeme zu bauen, gesunde Beziehungen zu bauen und so weiter und so fort. Und es gibt so viele Menschen, die klammern an diesem alten gerade fest. Also, wenn irgendjemand irgendwas bewegen kann in irgendeiner Form, der sich jetzt angesprochen fühlt, der soll das bitte machen, egal ob es im Ehrenamt ist oder ähm nebenbei selbständig machen oder an der Arbeit oder was weiß ich, weil genau die, die wahrscheinlich hier gerade diesen Podcast hören, die brauchen wir und wir müssen uns bewusst sein, dass jedes Mal, wenn dieser Stress oder dieses Unbequeme kommt jetzt gerade in solchen Gesprächen, dass das ein Abbild von der Realität ist und das ist tatsächlich so, aber wir sind nicht daran schuld.

Ja, und vielleicht haben wir gerade noch die Ressourcen, wo wir sagen können, okay, ich bin aber gerade so stabil, ich kann da was draus machen, ich kann da was draus bauen. Ja, und das ist, glaube ich, das Wichtige in dieser Zeit gerade, wo man sich dann auch nicht mehr so mitreißen lässt, ne, wo man irgendwie versteht, so, ich finde ja Sinnhaftigkeit auch weiterhin einfach total wichtig, gerade in dieser Zeit, wo alles wegbricht, ja, neue Dinge zu entwickeln, innovativ, kreativ zu sein. Ich glaube, das hilft uns wirklich aus dieser Krise hier raus. Ja.

Ja. Total äh wichtig, was du sagst. Also, ich hätte das jetzt nicht in dem Moment mit dem Schuldgefühl, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ich das vielleicht in ein anderen Situation gehabt hätte und ähm das ist glaube ich super ja schön auch noch mal runtergebrochen zu sagen, okay zu gucken, okay, wenn ich gerade die Ressourcen habe, das ist vielleicht noch mal wichtig zu betonen. Also, wenn ich natürlich gerade super disreguliert selber bin und merke einfach, wow, ne, dann ist es vielleicht jetzt nicht der richtige Moment zu sagen, okay, ich bin jetzt super kreativ, ja, weil das meistens dann auch nicht direkt so float. Ja, ist ja auch logisch, weil unser Nervensystem gerade sagt überleben, ja, da ist nichts mit Kreativität. Aber genau wie du sagst, wenn wir eben vielleicht uns selber, weil wir es vielleicht auch schon viele Jahre äh gelernt haben, wie wir das machen, ja, wie wir mit unserem System, wie wir es halten, wie wir uns halten, wie genau dann zu schauen, okay, wie können wir das jetzt auch positiv sehen, wie können wir vielleicht eine und nicht in so einer Toxic Positivity, sondern zu schauen, okay, wie können wir daraus vielleicht auch was ja genau diese Energie nutzen, ja, diese Energie des Umbruchs nutzen für was, was ja eigentlich eh schon seit Jahren entstehen möchte, ja, oder seit Jahrenzehnten, Jahrhundert. [räuspern] [gelächter] Also ähm ja, total schön.

Und ich würde vielleicht noch ergänzen, was ich so merke, was ich glaube, was auch so ein kollektives m ja, wie so ein Ruck gerade noch mal so das durchs Kollektiv geht, ist so mein Gefühl, äh ist so wirklich auch dieses Thema Gemeinschaft, also dass wir uns wieder mehr verbinden, wirklich menschlich verbinden und vielleicht nicht nur über Social Media, auch wenn da natürlich Menschen dahinter stecken in den meisten Fällen jetzt auch wird sich auch ändern, aber weil ja auch so viele KI produzierte Inhalte mittlerweile Social Media fluten, aber solange noch auch ein Mensch dahinter steckt, ja, sich wirklich mit den Menschen zu verbinden, in diesen Austausch zu gehen, in dieses wirklich einander sehen, einander halten und auch in ne auch in einem wirklich vielleicht in einem Raum zusammenzusitzen und nicht nur über irgendwie Zoom, was natürlich auch schön sein kann, aber ne so, weil weil auch das ne reguliert ja wieder und auch das ist ja wieder was, wo wir merken, okay, auch wenn gefühlt alles um uns rum zusammenbricht, wir sind trotzdem hier und wir haben uns. Und das hast du ja, glaube ich, auch am Anfang gesagt, so dieses okay auf Freundinnen zugehen, ne? auch uns mal halten lassen, uns mal Unterstützung holen. Ich glaube, das ist auch noch ein ganz wichtiger Punkt, den ich auch gerne hier noch mal adressieren möchte. Ja, genau.

Und ich glaube auch, da werden sich in nächster Zeit, das merkt man ja schon, sortieren sich ja jetzt auch so alternative Modelle von Lebensgemeinschaften und so. Das finde ich super gut. Ähm, das wird zwar noch ein bisschen systemisch ausgebremst, sage ich mal, aber ich glaube, das ist auch wieder, das bedeutet jetzt glaube ich nicht nur, dass offline Veranstaltungen stattfinden, aber ich glaube, das ist in den letzten Jahren auch so ein bisschen aus dem Ruder ver gelaufen, dass viele genau das, was wir hier vielleicht machen, auch als Isolation genutzt haben, als Reaktion auf Trauma, uns gar nicht gemerkt haben, sozusagen. Ich glaube auch, dass es da wieder klar die klare Tendenz oder es ist unsere Aufgabe zu sagen und zu ermutigen: "Hey, ne, du kannst ja aber jetzt nicht nur online und hier konsumieren und so weiter und so fort, sondern die Menschen wirklich ermutigen, wieder rauszugehen und da echte Verbindung zu schaffen, egal in was für einem Kontext." Ja.

Ja. Ja, super schön. Ja, liebe Sonja, vielen lieben Dank. Ich fand das sehr, sehr spannend und aufschlussreich und freue mich total, dass du heute hier warst. Und vielleicht möchtest du noch so kurz sagen, ja, wenn Menschen in deiner Welt tiefer eintauchen möchten, äh wo sie dich dann finden, bzw. Also, ich werde das auch verlinken in den in den Showotes, aber ich möchte vielleicht selber noch mal eine Herzensempfehlung aussprechen, nämlich dein Podcast, echt feinfühlig und der ist auf jeden Fall sehr sehr empfehlenswert für all diese Themen, ja, die wir gerade besprochen haben und auch gerade, wenn du vielleicht auch Erfahrung hast mit narzisstischen Menschen, dann ist das jetzt auch was, wo du ja auch wahrscheinlich noch mehr Content jetzt auch veröffentlicht wirst, aber du hast schon ganz ganz viel, du hast ja auch schon ewig diesen Podcast und Genau, aber vielleicht magst du noch irgendwas zu irgendwas noch einladen. Ja, ansonsten ist eigentlich das, wo man mich antrifft, ähm Social Media, da teile ich auch die meisten Sachen. So, da bin ich auf jeden Fall sehr aktiv. Genau. Ich verlinke deinen Instagramkanal unter diesen in dieser Folge. Ja, ich danke dir und freue mich auf jeden Fall, dass wir uns hier begegnet sind und wünsch dir ja ein reguliertes Nervensystem in diesen herausfordernden Zeiten weiterhin und ganz viel Kreativität und auch dir, liebe Hörerin. Ich hoffe, du hast da oder lieber Hörer, hast da was äh jetzt hier für dich mitnehmen können und teil es auch gerne in den Kommentaren. Bei Spotify kannst du kommentieren oder bei YouTube. Äh und ich freue mich auf jeden Fall, ja, dass du hier warst und bin dir sehr, sehr, sehr dankbar, liebe Sonja. Ja, vielen Dank für die Einladung.