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Moin zusammen, wisst ihr was für eine Wirtschaftsordnung wir in Deutschland haben? Planwirtschaft oder Marktwirtschaft? Marktwirtschaft ist schon mal super! Und jetzt die Frage, ob freie oder soziale Marktwirtschaft?!
Ne, kein Plan, was davon richtig ist? Dann am besten jetzt zurücklehnen und unser Video gucken. Danach bist du der Held bei jedem Deutschland Quiz! Zumindest bei der Frage nach der Wirtschaftsordnung. Ab geht’s!
Von der freien Marktwirtschaft aus dem letzten Video, der Wirtschaftsform, wo Angebot und Nachfrage im Mittelpunkt stehen und es zumindest im Modell keine soziale Absicherung gibt, schwenken wir jetzt weiter zur sozialen Marktwirtschaft. Die Schnittmenge zwischen beiden Formen ist groß. Auch die soziale Marktwirtschaft lebt vom Wettbewerb. Sie basiert auf dem Grundgedanken der freien Marktwirtschaft, nimmt aber soziale Aspekte mit auf.
Dabei ist diese Wirtschaftsordnung „made in Germany“. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die soziale Marktwirtschaft zur neuen Wirtschaftsordnung in Deutschland. Umgesetzt wurde sie von Ludwig Erhard, nachdem sie von Alfred Müller-Armack aufgestellt wurde. Und das Ding ist mittlerweile zum echten Exportschlager geworden. Denn das deutsche Modell wurde von vielen Ländern übernommen, z.B. von den meisten Ländern der EU. Gegebenenfalls wurde es etwas angepasst.
Die soziale Marktwirtschaft nimmt dabei viel Gutes von der freien Marktwirtschaft mit auf. Hauptsächlich die starke Leistungsfähigkeit und Güterversorgung. Dazu gehören die folgenden Punkte:
Das Prinzip von Angebot und Nachfrage, welches für eine freie Preisbildung sorgt und auch die nachgefragten Produkte und die abgesetzten Mengen bestimmt. Die freien Berufs- und Arbeitsplatzwahl. Und das Produktionsmittel Privateigentum sind und dieses in der sozialen Marktwirtschaft geschützt ist. Es unterliegt dem Motto „Eigentum verpflichtet“, heißt es soll dem Gemeinwohl dienen. Wenn man das Kleingedruckte liest, wo steht: „Enteignungen im Interesse des Gemeinwohls sind mit erheblichen rechtlichen Auflagen verbunden, aber möglich“, dann sieht man hier aber schon einen Unterschied zur freien Marktwirtschaft.
Ihr müsst euch jetzt aber keine Gedanken machen, dass euch der Staat euer Smartphone abnimmt. So etwas wird nicht passieren. Der Staat schafft, wie bei der freien Marktwirtschaft auch hier die Rahmenbedingungen. Heißt, er kümmert sich um ein funktionierendes Rechtssystem, Sicherheit in Form von Polizei, Militär und Gesetzen, ausgebaute Verkehrs- und Transportwege, Strom- und Internetanschlüsse und natürlich auch um ein funktionierendes Zahlungsmittel, damit man nicht wie in der Steinzeit Tauschhandel betreiben muss.
Hinzu kommen persönliche Freiheitsrechte, wie die Gewerbe-, Konsum-, Vertrags- oder Koalitionsfreiheit. In der sozialen Marktwirtschaft sind Gewerbe-, Konsum- und Vertragsfreiheit jedoch eingeschränkt. Die Gewerbe-, wie auch die Konsumfreiheit, damit manche Produkte, wie Drogen, Waffen etc. nicht gehandelt werden. Und die Vertragsfreiheit ist eingeschränkt, um z.B. Wucher zu unterbinden und den Arbeitnehmern mit Gesetzen zum Kündigungsschutz zu helfen. Denn die wirtschaftlich schwächeren Personen sollen vom Staat besonders geschützt werden.
Bis jetzt war das noch nicht wirklich viel Neues, aber das soll sich jetzt ändern. Denn bei der sozialen Marktwirtschaft greift der Staat aktiv in die Wirtschaft ein und bietet soziale Absicherung. Hier kommen wir zu den Punkten, wo sich freie und soziale Marktwirtschaft unterscheiden.
Ein Staat der sozialen Marktwirtschaft betreibt zum einen Wettbewerbspolitik. Staatliche Eingriffe, wie Gesetze und Kontrollen sollen den Wettbewerb zum einen fördern und zum anderen schützen. So sollen Monopolbildung und Preisabsprachen verhindert werden. Durch eine aktive Konjunkturpolitik soll die wirtschaftliche Lage des Staates, die Konjunktur, beeinflusst werden. So sollen Konjunkturschwankungen minimiert werden, um ein möglichst gleichmäßiges Wirtschaftswachstum zu schaffen.
Einkommens- und Vermögenspolitik haben zum Ziel das Vermögen gerecht zu verteilen. Um so soziale Gerechtigkeit zu erzielen, zahlen Besserverdienende mehr, also Geringverdiener. Deshalb auch die verschiedenen Steuerklassen. Der Staat betreibt Sozialpolitik, um Bedürftige, die wirtschaftlich oder sozial in einer miesen Situation sind, zu unterstützen. Dazu zählen Leistungen aus dem Sozialversicherungssystem, wozu Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege-, Renten- und Unfallversicherung gehören, bis zu Leistungen, wie Kinder- oder Wohngeld. Mit diesen Maßnahmen soll schwächeren Bevölkerungsmitgliedern geholfen werden.
Und nicht nur für schwächere Bevölkerungsmitglieder, sondern auch für schwächere Regionen und Wirtschaftszweige gibt es Unterstützung. So erhalten Regionen oder gefährdete Wirtschaftszweige, wie z.B. Bergbau und Landwirtschaft, vom Staat Subventionen, um Arbeitsplätze zu schützen. Zu Letzt sind da noch die öffentlichen Unternehmen. Dazu gehören unter anderem Schulen, Universitäten, Krankenhäuser, Theater und auch die Verkehrsbetriebe. Diese sind elementar wichtig für ein Land. Deshalb werden sie zur Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung staatlich unterstützt.
So viel zu den Eingriffen des Staates und der sozialen Absicherung. Lasst uns jetzt mal anschauen, was der Staat damit bezwecken möchte.
Sprechpause.
An oberster Stelle steht die persönliche Selbstbestimmung und Freiheit jedes Einzelnen. Nicht nur beim Wirtschaften verfügt man über Entscheidungsfreiheit, sondern auch bei allen anderen Entscheidungen. Weiteres wichtiges Ziel dieser Wirtschaftsordnung ist es, Wohlstand für die breite Bevölkerung zu schaffen und es nicht nur ein paar wenigen in die Taschen zu spülen. Zu diesem Punkt zählt z.B. auch das Ziel der Vollbeschäftigung. Der geschaffene Wohlstand soll zudem vermehrt werden durch stetiges Wirtschaftswachstum.
Neben den wirtschaftlichen Zielen ist die soziale Absicherung ein sehr wichtiges Gut! Im Fall von Arbeitslosigkeit oder Krankheit soll die Existenz nicht gefährdet sein! Der Staat unterstützt und sichert einen zu einem gewissen Grad ab. An diesem Punkt wird auch das große Ziel der sozialen Gerechtigkeit von Bedeutung. Wisst ihr noch, was es mit dem Solidaritätsprinzip auf sich hat? Dabei geht es z.B. darum, dass diejenigen mit einem höheren Einkommen mehr in die Sozialversicherungskassen einzahlen, als diejenigen mit geringem Einkommen. Und auch das Subsidiaritätsprinzip passt in diesem Zusammenhang sehr gut rein. Schaut euch dazu gerne die beiden Videos von uns an ;)
Was ihr euch bei diesem Video merken solltet ist, dass es eine große Schnittmenge zwischen freier- und sozialer Marktwirtschaft gibt und der Wettbewerb bei beiden Formen im Mittelpunkt steht. Es aber auch große Unterschiede gibt. Bei der sozialen Marktwirtschaft wird vom Staat in die Wirtschaft eingegriffen. Und zudem gibt es eine soziale Absicherung, die im Modell der freien Marktwirtschaft keine Rolle spielt. Das ist ganz grob das Wichtigste. Die Maßnahmen zu kennen, wie der Staat in die Wirtschaft eingreift oder die soziale Absicherung schafft, würden euch aber bestimmt zum Liebling des Lehrers machen. Jetzt müsst ihr entscheiden, was euer Plan ist.