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[Musik] Meine lieben Zuschauer, die Welt hat sich an das Narrativ eines unaufhaltsam aufsteigenden Chinas gewöhnt, dessen Wirtschaftswachstum die globale Ordnung neu definierte. Doch gerade ist in Peking eine wahre Bombe geplatzt, die nicht nur das Reich der Mitte erschüttert, sondern global weitreichende geopolitische Konsequenzen haben dürfte.
22. Juli 2025: Milliarden aus chinesischen Rentenfonds von lokalen Regierungen veruntreut. Was war passiert? Bis zu 25 der 32 Provinzen des Landes hatten dutzende Milliarden an Rentengeldern aus dem staatlichen Pensionsfonds wegentfremdet. Manche Berichte sprechen gar über hunderte Milliarden. So genau weiß das niemand. Das Chaos ist perfekt und die chinesischen Bürger flippen gerade in den sozialen Medien aus, trotz aller Zensur. "Unsere Gehälter und Renten steigen nicht mehr, die Sozialabgaben aber gehen durch die Decke und wir haben keine Ahnung, was mit dem Geld passiert."
Doch der Grund für den Finanzskandal ist nicht Korruption. Er ist viel schlimmer und vor allem systemisch. Die Provinzregierungen mussten aus purer Not in die Rentenkassen der Chinesen greifen, damit sie überhaupt noch den Betrieb von Schulen und Krankenhäusern aufrechterhalten können, die Gehälter ihrer Beamten bezahlen und ihre horrenten Schulden tilgen. Kurz gesagt, sie stehen kurz vor der Pleite und sie ziehen das Rentensystem des demographisch raschalternden Landes auf bisher ungesehene Weise mit in einen Kollaps mit unvorstellbaren sozialen, wirtschaftlichen, politischen und, wie wir auch sehen werden, militärischen Folgen.
Damit wir das richtig einordnen können: Wenn wir von chinesischen Provinzen sprechen, haben wir es mit riesigen Volksherrschaften an sich zu tun, mit jeweils bis zu 125 Millionen Einwohnern, unter Wirtschaftskraft Frankreichs oder Großbritanniens. Also vielleicht bekommt er jetzt langsam eine Vorahnung davon, welche Welle da weltweit auf uns zukommt, wenn diese Provinzen in die Schieflage geraten.
22. Juli 2025: Chinas Schuldenproblem eskaliert. Rekorddefizit, sinkende Steuereinnahmen, überschuldete Lokalregierungen. Der Rechenschaftsbericht zu den öffentlichen Ausgaben 2024, den Chinas Staatsrat vergangene Woche vorlegte, schlug ein wie eine Bombe. Aus purer Finanznot plünderten Provinzregierungen die staatliche Rentenkasse. Die Schieflage ist auch auf die falsche Politik der Zentralregierung zurückzuführen. Der Dominoeffekt hat gerade begonnen, denn vor allem ist die Finanzkrise der Provinzregierungen nur die absolute Spitze des Eisbergs. Dass der Griff in die Rentenkassen jetzt überhaupt publik wurde, ist die große Ausnahme – ein Unfall der Zensoren.
Die wahre finanzielle Lage Chinas wird durch offizielle Statistiken nämlich noch immer geschickt verschleiert und die tatsächliche Schuldenlast ist eine dreiköpfige Hydra, die wir in diesem Video genau sezieren werden. Hinter den offiziellen Staatsschulden verbergen sich nämlich massive versteckte Schulden von Lokalregierungen und Unternehmen, die folgen einer beispiellosen Immobilienkrise und teuren staatlichen Rettungsaktionen, in deren Folge sich jedoch weitere nicht minder gefährliche Riesenblasen gebildet haben, z.B. im Automobil und ja auch immer mehr im Rüstungssektor. Zusammen bilden sie nicht nur eine finanzielle und wirtschaftliche Zeitbombe, deren Ticken immer lauter wird, sondern vor allem eine geopolitische und, wie wir sehen werden, auch militärische.
Und mancher wird nun vielleicht sagen: Wenn China doch die Luft ausgeht, brauchen wir uns doch weniger Sorgen über Pekings Expansionsgelüste zu machen. Vielleicht wird es dann ja auch Russland nicht mehr im Krieg gegen die Ukraine so stark unterstützen können. Nun, die Antwort darauf lautet: Nein, es könnte das genaue Gegenteil der Fall sein, denn wie ihr am Ende verstehen werdet, wird es vor allem darauf ankommen, wie sich der Westen diesen neuen Sturm stellen wird. Es kommt verdammt stark darauf an, wie wir nun mit China umgehen. Jetzt ist nämlich der Zeitpunkt, um zu handeln, den Hebel anzusetzen, um das Schlimmste zu verhindern.
18. Juli 2025: Bereitet sich Chinas Militär auf einen Krieg vor. Eine neue Welle Säuberungen hat die oberste Führung der chinesischen Streitkräfte erfasst, der sogenannten Volksbefreiungsarmee, kurz VBA. Dennoch sollte man sich vor Augen halten, dass Peking selten auf die richtigen Bedingungen gewartet hat, bevor es die VBA in den Kampf schickte. So intervenierten beispielsweise 1950 chinesische Streitkräfte zur Unterstützung Pyöngyangs im Koreakrieg, obwohl Chinas Wirtschaft und Gesellschaft durch Jahre des Bürgerkriegs verwüstet waren. Im Jahr 1962 griff die VBA Indien an, obwohl Chinas ranghöchster Militärangehöriger kurz zuvor wegen seiner Kritik an Maos katastrophalem Großen Sprung nach vorn entmachtet worden war. Und 1979 entsandte Peking eine schlecht vorbereitete VBA nach Vietnam, wo chinesische Truppen erhebliche Verluste erlitten und nur begrenzte politische Gewinne erzielen konnten.
Heute wie damals könnten chinesische Führer einen Krieg anstreben, selbst wenn die innenpolitischen und wirtschaftlichen Bedingungen ungünstig erscheinen und selbst wenn die VBA nicht kampfbereit ist, denn unter der Oberfläche des ewigen Erfolgsnarrativs der Kommunistischen Partei Chinas hat sich eine Krise von systemischem Ausmaß entwickelt, die wir nicht länger ignorieren können. Es handelt sich nicht um einen zyklischen Abschwung, sondern um das Ende eines jahrzehntelangen, auf Schulden, Lügen und Immobilien basierenden Schneeballsystems. Und dieses System ist gerade am Ende. Die daraus resultierenden internen Verwerfungen erzeugen einen immensen Druck auf die Parteiführung unter Xi Jinping, zwingen sie zu einem neuen, weitaus konfrontativeren geopolitischen Kalkül. Aber der Westen verfügt durchaus über Mechanismen, um diese Entwicklung und Konfrontation zu seinem Vorteil zu nutzen, falls er die richtigen Entscheidungen trifft. Oder er kann alles nur noch viel schlimmer machen und die Welt in eine noch nie dagewesene globale und auch gewalttätige Krise stürzen.
Noch haben unsere Politiker die Wahl und aus diesem Grund werden wir in diesem Zweiteiler genau untersuchen, was sich da in China gerade abspielt, was der Charakter dieser Krise ist und welche Folgen sie für uns alle haben wird. Heute werde ich euch in diesem ersten Teil ihr Ausmaß aufzeigen, denn wie ihr gleich sehen werdet, steckt China in einer noch größeren Wirtschafts- und Schuldenfalle als Europa und die USA. Im zweiten Teil werden wir uns dann auf die geopolitischen Konsequenzen auch für uns konzentrieren und die verschiedenen Szenarien, vor denen die Welt nun steht. Also, haltet euch gut fest, es wird heute turbulent.
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Der Schocker: China hat mehr Schulden als Europa und die USA. Der nun ausgebrochene Rentenskandal zeigt, wie gewaltig der finanzielle Druck ist, unter dem die Provinzregierungen stehen. Nach dem Platzen der Immobilienblase vor 4 Jahren ist ihnen die Haupteinnahmequelle, der Verkauf von Land an Immobilienkonzerne, weggebrochen. Vielen Verwaltungen auf Provinz- und Kreisebene steht das Wasser daher bis zum Hals. Doch die eigentlichen Probleme gehen viel weiter. Auch bei der Zentralregierung wird das Geld allmählich knapp. Zwar liegt die Schuldenquote auf nationaler Ebene offiziell nur bei knapp 25% des BIP. Doch genau das ändert sich gerade in rasendem Tempo.
Wie dramatisch die Lage inzwischen ist, zeigt ein Blick auf die Gesamtverschuldung Chinas. Rechnet man die Schulden der Lokalregierungen und anderer nichtfinanzieller Entitäten ein, beträgt sie schwindelerregende 300% des Bruttoinlandsprodukts. Aber um ihre Löcher zu stopfen, werden sich die notleidenden Provinzen künftig kaum noch aus dem staatlichen Pensionsfonds bedienen können. Einschlägige Berechnungen zeigen nämlich, dass der Fonds, unter anderem aufgrund der rapide alternden Bevölkerung, 2035 leer sein wird.
Chinas angeschlagene Wirtschaft steht vor einer neuen Bedrohung durch einen Renten-Boikott. Millionen junger Chinesen entscheiden sich gegen die staatliche Rentenversicherung, was zusätzlichen Druck auf ein System ausübt, das bereits durch eine rekordtiefe Geburtenrate und eine alternde Bevölkerung in Schieflage geraten ist. Und das alles ist erst der Anfang. Im vergangenen Jahr sanken nämlich die Steuereinnahmen Pekings um 3,3%. Nur ein relativ kräftiger Anstieg der sogenannten sonstigen Einnahmen sorgte dafür, dass die Gesamteinnahmen der Zentralregierung stabil blieben. Aber diese sonstigen Einnahmen bestehen aus nicht nachhaltigen Quellen. Die Regierung zwang Staatsunternehmen zur Ausschüttung von Sonderdividenden und sogar die Zentralbank zu milliarden schweren Einmalüberweisungen an das Finanzministerium. Das heißt, es ging einfach nur um Bilanzkosmetik des Staatshaushalts, um den Schein zu wahren und die Schwere der Krise nicht öffentlich eingestehen zu müssen.
Klar ist also: Das Regime in Peking lebt mittlerweile von der Substanz und es hat nicht mal die Spur einer Lösung, um aus der Abwärtsspirale auszubrechen. Im ersten Quartal des laufenden Jahres schrumpfen die Steuereinnahmen erneut um 3,4%. Ein wesentlicher Grund ist die schleppende Konjunktur. China geht düsteren Zeiten entgegen. Zum Vergleich: Selbst in Deutschland, das momentan als "Krankenhaus Europas" gilt, stiegen die Steuereinnahmen 2024 um 3,8% und im ersten Quartal 2025 sogar um 9,5%. Und dass die chinesische Wirtschaft schon bald wieder eine größere Dynamik entfalten wird und damit die Steuerquellen wieder sprudeln, darf als ausgeschlossen gelten. Die Preise für Wohnungen und Häuser fallen ungebremst weiter. Der Zollstreit mit den USA und die zunehmend angespannten Beziehungen mit der EU sorgen für zusätzliche Unsicherheit.
23. Juli 2025: Vor wichtigem Treffen zwischen EU und China stehen die Zeichen auf Konflikt.
23. Juli 2025: China erräumt erstmals Überproduktion ein. Vor dem EU-China-Gipfel sehen die EU-Verhandler erste Fortschritte beim Streit über die industriellen Überkapazitäten Chinas. Anders verhält es sich im Streit um wichtige Rohstoffe. "Erstmals räumt Peking ein, dass es ein Problem mit zu vielen und zu großen Fertigungsstätten für die gewerbliche Wirtschaft gibt", sagt ein hochrangiger EU-Beamter, der an den Gesprächen beteiligt ist. Dahinter steht die Erkenntnis, dass die brutalen Produktions- und Preiskämpfe der Unternehmen Nachteile für die chinesische Volkswirtschaft als Ganzes brächten. In der Volksrepublik heißt es in Brüssel, werde die Debatte unter dem Stichwort "Involution", das heißt Rückabwicklung, geführt. Wenig Bewegung sehen die EU-Verhandler dagegen bei den Exportkontrollen für wichtige chinesische Rohstoffe. Vor allem die Beschränkungen bei der Ausfuhr sogenannter Seltener Erden hatte die europäische Produktion, etwa in der Auto- und Energieindustrie, stark beeinträchtigt. An den Restriktionen werde sich vorerst nichts ändern, heißt es in der EU-Kommission.
Es ist ein Teufelskreis. Gerade um angesichts dieser geopolitischen Konfrontationslage mitzuhalten, muss das chinesische Regime nach außen den Schein der Stärke bewahren und ist daher gezwungen, offiziell ein immer stärker verzerrtes und irreführendes Bild der Stabilität zu zeichnen. Doch je weiter das öffentliche Eingeständnis der zahlreichen Schieflagen hinausgezögert wird, desto ferner rücken die dringend notwendigen Reformen, also die absolut notwendigen echten und systemischen Reformen, nicht schicke Butemkin'sche Reformchen. Der Punkt ist: International kann Peking im Grunde genommen niemanden mehr verarschen.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat zur Korrektur der speziellen chinesischen verzerrten Darstellung von Wirtschaftsstatistiken sogar das Konzept des erweiterten Defizits eingeführt. Und siehe da: Diese Kennzahl, die außerbudgetäre und versteckte Kreditaufnahmen der Lokalregierungen mit einbezieht, bezifferte das wahre Defizit Chinas für das Jahr 2024 auf schwindelerregende 13,2% des BIP.
28. Juni 2025: Der IWF bestätigt, dass das tatsächliche Staatseffizit Chinas 13,2% beträgt und nicht die von Peking angegebenen 3%. Tief vergraben im Artikel 4 Bericht des IWF für 2024 findet sich das "erweiterte Defizit", der Versuch Chinas, tatsächliche Haushaltslage wiederzuspiegeln, indem versteckte außerbudgetäre Kreditaufnahmen, hauptsächlich durch lokale Finanzierungsvehikel (LGFVs), berücksichtigt werden. Die reale Zahl: 13,2% des BIP im Jahr 2024. Zum Vergleich: Dies ist ein Niveau, das mit dem Defizit der USA auf dem Höhepunkt der Covid-Pandemie vergleichbar ist, mit dem entscheidenden Unterschied, dass China solche Defizite seit über einem Jahrzehnt stillschweigend anhäuft. Mehr noch: Der IWF hat sein Konzept der klaren Zahlen auch auf die Staatsverschuldung angewendet. Und jetzt haltet euch fest: Die erweiterte Staatsverschuldung Chinas betrug demnach 124% des BIP und übertraf damit sogar die der USA, auf die ja jetzt alle wegen Trumps Ausgabenorgie starren.
Ich hoffe, ihr versteht jetzt langsam, mit welcher gewaltigen Bombe wir es zu tun haben. Und niemand hat ein Rezept dafür, wie man diesen Countdown stoppt. Aber damit wirklich verstehen können, wieso derzeit wirklich niemand in Peking gegen einen echten Ausweg aus der Schuldenspirale kennt, müssen wir in die Niederungen ihrer, wie soll ich sagen, wahrlich hinterhältigen Ursachen herabsteigen. Die chinesischen Politiker haben ihre Landsleute sozusagen über Jahre ihr eigenes Grab schaufeln lassen und damit in Sachen Gier und Skrupellosigkeit durchaus die für die Finanzkrise 2008 verantwortlichen Wallstreet-Bankster in den Schatten gestellt.
Der große Pakt mit dem Schuldenteufel. Der Kern des chinesischen Schuldenproblems liegt in den sogenannten LGFVs, Local Government Financing Vehicles, also in etwa kommunale Finanzinstrumente. Diese Zweckgesellschaften im Besitz von Lokalregierungen wurden systematisch aufgebaut, um offizielle Verschuldungsgrenzen zu umgehen. Sie halten eine versteckte Schuldenlast, die auf 8 bis 10 Billionen US-Dollar oder auf bis zu 70 Billionen Yen geschätzt wird. Obwohl diese Schulden formal als Unternehmensschulden klassifiziert sind, werden sie implizit vom Staat garantiert und finanzieren öffentliche Infrastrukturprojekte. Der IWF warnt, dass viele dieser LGFVs bereits nicht mehr überlebensfähig sein, da ihre operativen Einnahmen nicht ausreichten, um die Zinszahlungen zu decken. Von einer Tilgung der Schulden mal ganz zu schweigen. Also anders ausgedrückt: Es handelt sich in den meisten Fällen um krasse Fehlinvestitionen, die sich nie rechnen werden. Unzählige schwarze Löcher, in denen die Produktivressourcen des Landes vernichtet werden. Und genau darum geht es vor allem bei der chinesischen Schuldenkrise: Ressourcen, also Arbeitskräfte und Mittel, sind so falsch allokiert, dass sie nicht ausreichend Wert erzeugen, um ihren Preis zu rechtfertigen.
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22. Juli 2025: Ein Zurückschneiden der Industrie wird China nicht so schnell aus der Deflation herausholen wie beim letzten Mal. Die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns ist sehr hoch und wenn es tatsächlich scheitert, würde dies bedeuten, dass Chinas gesamtwirtschaftliches Wachstum zurückgehen wird. Analysten gehen davon aus, dass Peking zunächst die High-End-Branchen ins Visier nehmen wird, die es einst als die neuen drei Wachstumsmotoren bezeichnet hatte, die nun aber von den staatlichen Medien für Preiskämpfe kritisiert werden: Automobile, Batterien und Solarzellen. Ihre Expansion beschleunigte sich in den 2020er Jahren, als China Ressourcen aus dem krisengeschüttelten Immobiliensektor in die fortschrittliche Fertigung umleitete, um die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt in der Wertschöpfungskette nach oben zu bringen.
Chinas industrieller Komplex, der ein Drittel der weltweiten Produktion ausmacht, scheint jedoch insgesamt aufgebläht zu sein. Die meisten Sektoren weisen eine Kapazitätsauslastung von weit unter 80% auf, welche als gesund gelten. Wenn Geld billig und reichlich vorhanden ist, glaubt jedes Unternehmen, dass es nicht bankrott gehen wird und seine Konkurrenten vernichten kann. An Transformation und Modernisierung ist an sich nichts auszusetzen, aber das Problem ist, dass alle auf dieselben wenigen Sektoren abzielen. Der Handelskrieg der USA hat solche Branchen als aufgebläht entlarvt. China steht vor einer schwierigen Entscheidung zwischen einem stärkeren, aber kürzeren Preisverfall, während Produktionskürzungen zu Arbeitsplatzverlusten führen, oder einer längeren Phase von Überkapazitäten und Deflation, die den Einbruch auf dem Arbeitsmarkt nur hinauszögert.
Die Wurzeln der heutigen Krise reichen bis zur Fiskalreform von 1994 zurück. Damals zentralisierte Peking die Steuereinnahmen, überließ den Lokalregierungen jedoch die Verantwortung für über 80% der öffentlichen Ausgaben, während ihnen nur etwa 50% der Einnahmen verblieben. Dieses strukturelle Ungleichgewicht schuf ein fiskalisches Monster, ein tiefes systemisches und chronisches Defizit auf lokaler Ebene, während die Zentralregierung mit überschüssigem Geld prahlen kann und folglich weit über ihren Verhältnissen wirtschaftet. Und um diese Lücke zu schließen, ging Peking einen großen Pakt ein und machte damit alles nur noch schlimmer. Den Lokalregierungen wurde gestattet, außerbudgetäre Einnahmen zu generieren. Dies geschah über zwei Kanäle: die bereits erwähnten LGFVs und, was noch entscheidender war, die sogenannte Landfinanzierung. Dieses Modell, bei dem Nutzungsrechte für staatliches Land an Immobilienentwickler verkauft wurden, entwickelte sich zur Haupteinnahmequelle der Lokalregierungen. Es befeuerte über Jahrzehnte ein beispielloses infrastrukturgetriebenes Wachstum und machte den Immobiliensektor zum Eckpfeiler der chinesischen Wirtschaft. Doch nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Staatsfinanzierung und auch der privaten Vermögenschöpfung. Alles im Staat China baute auf einer großen und im Inneren hohlen Säule auf. Dieses Modell schuf eine fatale Abhängigkeit von einem ewig boomenden Immobilienmarkt. Was die pseudokommunistischen Planer aber schon wieder nicht bedacht hatten: Nichts boomt ewig. Sie schufen damit unter anderem eine Nation der unfertigen Häuser und die Achillesverse des gesamten Systems. Im berüchtigten Jahr 2020 zog die Regierung die Notbremse. Mit der Einführung der "drei roten Linien" wurde die Liquiditätszufuhr für überschuldete Immobilienentwickler abrupt gedrosselt, was die Blase zum Platzen brachte. Giganten wie Evergrande, das nun liquidiert wird, und Country Garden brachen unter Schuldenbergen von Hunderten von Milliarden Dollar zusammen.
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6. Mai 2025: Als der Sturm hereinbrach, wie Covid Chinas dysfunktionales Finanzsystem entlarfte. Eine Stanford-Studie hat untersucht, wie die wechselhafte Politik der chinesischen Zentralregierung während der Covid-Pandemie ihre fiskalischen Schwachstellen offenlegte und eine Liquiditätskrise der lokalen Regierungen ausgelöst hat. Die Studie zeigt, wie Chinas Kurswechsel in der Politik der Zentralregierung während der Pandemie, insbesondere die "drei roten Linien" und die Anweisung an die LGFBs, unverkäufliche Grundstücke selbst aufzukaufen, die seit langem bestehenden Schwachstellen in den lokalen öffentlichen Finanzen verschärft haben. Was zuvor ein schwieriger Balanceakt war, wurde schnell unhaltbar.
Die Ursache für die anhaltende Schuldenkrise der LGFBs in China ist das mangelhafte Steuersystem des Landes. Vor der Pandemie verschleierte das System Defizite, indem es sich auf LGFBs stützte, um außerbilanzielle Einnahmen zu generieren, vor allem durch Grundstücksverkäufe, die durch einen boomenden Immobilienmarkt angekurbelt wurden. Diese Regelung ermöglichte es Peking, einen Großteil der Steuereinnahmen zu kassieren, während die Kommunen Wachstum anstrebten. Als sie jedoch Covid kam und der Immobiliensektor zusammenbrach, kollabierte die Fassade. Aber das sollte erst der Anfang sein.
Dieser erste Kollaps hatte verheerende Folgen für die Finanzen der Lokalregierungen. Die Einnahmen aus Landverkäufen, die 2021 noch bis zu 38% der gesamten lokalen Einnahmen ausmachten, brachen bis 2024 um 44% gegenüber ihrem Höchststand ein. Damit versiegte die wichtigste Einnahmequelle, die das System jahrzehntelang am Laufen gehalten hatte, und stürzte die Provinzen in einen harten fiskalischen Winter. Einen Winter, bei dem keinerlei Anzeichen auf einen Frühling zu erkennen sind. Und noch mal zur Erinnerung: Wenn wir von Provinzen reden, haben wir es mit wirtschaftlichen Entitäten zu tun, die mit den großen Mitgliedsländern der EU vergleichbar sind.
Und es geht nicht nur um die akute Ansteckungsgefahr für das Bankensystem des Landes. Die Schulden der LGFBs, der Immobilienfirmen und Hypotheken machen fast 40% der Bilanzsumme aller chinesischen Banken aus. Bereits eine Ausfallrate von 5% könnte ein Dominoeffekt im gesamten Bankensystem auslösen. Nein, viel gravierender sind die tiefen Gräben, die dadurch in die chinesische Gesellschaft gerissen wurden. Zusammen mit der tiefen Verunsicherung durch die verrückte Zero-Covid-Politik ist auch der Aufstiegstraum der Mittelschicht zerplatzt. Eine ganze Generation junger Menschen sieht sich einer trostlosen Zukunft gegenüber und die soziale Unruhe nimmt stetig zu. Der implizite Gesellschaftsvertrag der Kommunistischen Partei Chinas – politischer Gehorsam im Austausch für wirtschaftlichen Wohlstand – wird systematisch gebrochen, was eine fundamentale Legitimitätskrise für das gesamte Regime schafft und die Folgen sind für die gesamte Welt gravierend.
Wohin mit den Überschussmenschen? In den Krieg. Für Millionen chinesische Familien ist der Traum vom Eigenheim zum Albtraum geworden. Die Verschuldung der privaten Haushalte ist auf über 60% des BIP explodiert und nähert sich dem Niveau reicher Industrienationen an, ohne jedoch das entsprechende geschaffene Gegenwerte vorhanden sind. Mehr als 60 Millionen Erwachsene sind mit ihren Zahlungen im Verzug oder bereits zahlungsunfähig.
Der Kern des Problems ist die Immobilienfalle. Unglaubliche 65% aller Haushaltskredite sind Hypotheken, oft für Immobilien, deren Wert seit dem Crash drastisch gesunken ist. Viele Familien stecken in negativen Eigenkapitalpositionen fest. Ihre Schulden sind höher als der Wert ihres Besitzes. Dies hat das Vertrauen der Verbraucher zerstört und ist ein Hauptgrund für die schwache Binnennachfrage, die die chinesische Erholung noch mehr lähmt. Die Krise hinterlässt tiefe psychologische Spuren. Sie schafft angesichts der mangelnden Ventilations- und Partizipationsstrukturen im totalitären System eine Kultur der stillen Verzweiflung, in der finanzieller Druck zu sozialer Scham, Überlebenskämpfen mit Nebenjobs und dem führt, was Forscher als "Shisi" oder sozialen Tod bezeichnen.
18. Juli 2025: Schulden und Scham. Warum sich Millionen Menschen in China trotz einer starken Wirtschaft gefangen und allein fühlen. Schulden sind in China nicht mehr nur ein wirtschaftlicher Indikator. Sie sind eine psychologische Belastung, die das soziale Gefüge verändert. Was als immobiliengetriebener Boom der Mittelschicht begann, sieht nun wie eine Schuldenfalle aus. Arbeitsplatzunsicherheit ist weit verbreitet, insbesondere bei jüngeren Arbeitnehmern und Arbeitnehmern mit geringerem Einkommen. Staatliche Unternehmen kürzen die Löhne und Lehrer erhalten seit Monaten keine Gehälter mehr.
Chinas seit langem versprochener Wandel zu einer konsumorientierten Wirtschaft, das heißt, in der die Nachfrage der Konsumenten statt Zentralplanern die Wirtschaft steuert, wird durch Untätigkeit und Einschüchterung behindert. Die emotionale Belastung ist enorm. Wer auf der schwarzen Liste landet, wird von der Nutzung von Hochgeschwindigkeitszügen, Hotels und vielen anderen Aspekten der Infrastruktur und des sozialen Lebens ausgeschlossen. Die Krise trifft die junge Generation derzeit mit besonderer Härte, aber die Alten werden ihr Fett auch noch abbekommen. Wie ihr gleich sehen werdet, steht die große chinesische Rentenkrise noch bevor und dann Gnade dem Land Gott.
Zurzeit ist es vor allem die Jugendarbeitslosigkeit unter 16- bis 24-Jährigen, die seit Jahren auf einem alarmierend hohen Niveau verweilt. Große Teile einer ohnehin geschrumpften Generation degenerieren in ihre Fähigkeiten, sich produktiv in die Gesellschaft einzufügen. Das ist besonders fatal in einem Riesenland, dessen Bevölkerung in atemberaubendem Tempo altert und das sich große Sorgen machen muss, wer die hunderten Millionen neuer Rentner in den kommenden Jahren versorgen soll. Für eine Regierung, die den Boomgenerationen Wohlstand und den jungen Menschen Aufstiegschancen versprochen hat, stellt dies ein enormes soziales und politisches Risiko dar. Die Unfähigkeit, eine sinnvolle Arbeit zu finden, führt zu weit verbreiteter Desillusionierung. Dies äußert sich in passiven Widerstandsbewegungen wie "Tang Ping" (zu Deutsch: flach liegen), bei der junge Menschen aus dem Leistungsdruck aussteigen und das Narrativ der Kommunistischen Partei von harter Arbeit und nationalem Ehrgeiz ablehnen. Das stellt eine leise, aber sehr tiefgreifende Herausforderung für die Legitimität der Partei dar. Der wirtschaftliche Zusammenbruch ist der Nährboden für wachsende soziale Unruhen im ganzen Land und verwandelt sich somit in eine direkte Bedrohung für die Macht der Kommunistischen Partei.
9. Januar 2025: Chinas interne Konflikte. Die zunehmende Gewalt, die zu einer Aggression gegenüber dem Ausland führen könnte. Eine Zunahme von Anschlägen aus Rache an der Gesellschaft zeigt die wachsende Unzufriedenheit im Land. Die KPCH könnte versuchen, diese Wut auf ein anderes Ziel zu lenken. In einem zutiefst mangelhaften wirtschaftlichen und politischen System bleibt es ungewiss, ob China seine wirtschaftlichen Probleme überwinden kann. Wenn nicht, könnte die KPCH zu militärischen Abenteuern greifen.
Während China mit seinen internen Herausforderungen zu kämpfen hat und versucht, die Aufmerksamkeit von innenpolitischen Unruhen abzulenken, wird die Wahrscheinlichkeit einer externen Aggression, insbesondere gegenüber Taiwan, immer größer. Wenn China es nicht schafft, die grundlegenden Ursachen der Instabilität im eigenen Land anzugehen, darunter die erstickende Unterdrückung abweichender Meinungen durch die KPCH, werden die Folgen weit über seine Grenzen hinaus zu spüren sein.
Problem: Die tiefgreifende interne Krise zwingt die Machthaber in Peking zu einer radikalen Neubewertung ihrer globalen Strategie. In der Tat kann sich ein wirtschaftlich geschwächtes und innerlich unsicheres China als gefährlicher und unberechenbarer auf der Weltbühne erweisen als ein prosperierendes. Ähnlich wie Wladimir Putin 2022 die Ukraine angegriffen hat, weil er wusste, dass sich das wirtschaftliche und demographische Zeitfenster für seine imperialen Pläne immer schneller schließt, führt auch der wirtschaftliche Niedergang Chinas zu einer Verschiebung seiner Prioritäten: von der Projektion wirtschaftlicher Macht hin zur Demonstration militärischer Stärke und der Nutzung von Abhängigkeiten als Waffe.
Die Parallelen zu Russland sind frappierend. Zu groß ist die Versuchung, wirtschaftlich enttäuschten Teilen der Bevölkerung durch Krieg einen neuen Sinn zu geben. Inmitten der schwersten Fiskalkrise seit Jahrzehnten trifft die chinesische Führung in der Tat eine bemerkenswerte Entscheidung: Sie priorisiert die militärische Aufrüstung über fast alles andere. Dieser "Kanonen statt Butter"-Ansatz ist kein Widerspruch, sondern eine logische Konsequenz der Krise. Sie spiegelt den Versuch Xi Jinpings wider, schwindende wirtschaftliche Legitimität durch nationalistische und militärische Legitimität zu ersetzen.
Und deswegen werden wir uns den zweiten Teil dieses Videos ansehen, was dies für die Welt, für Taiwan, für Europa und für die USA bedeuten wird. Und was der Westen tun kann, ja, tun muss, um dem vom Niedergang der eigenen Machtambitionen getriebenen Drachen Einhalt zu gebieten. Ich werde dazu die drei wahrscheinlichsten Szenarien aufzeigen und welchen Einfluss wir auf sie haben. Wir werden analysieren, auf welche Art und Weise Xi das chinesische Militär gerade aufgrund der wirtschaftlichen Zwänge momentan stark transformiert und wieso die Neue Seidenstraße, das Aushängeschild von Pekings globalem Einfluss, zum größten weltweiten Schuldentreiber geworden ist, mit fatalen Konsequenzen.
Also, vergesst bitte nicht das Abo und das Glöckchen zu checken, um den zweiten Teil ja nicht zu verpassen. Schreibt mir doch schon mal in die Kommentare, welche Szenarien ihr nun auf China und die Welt zukommen seht. Wusstet ihr vom Ausmaß der chinesischen Schulden- und Wirtschaftskrise, von den einbrechenden Steuereinnahmen und dem Kollaps der Rentenkassen? Wer wird in diesem globalen Wettbewerb der schlechtesten Karten am Ende den Kürzeren ziehen? Europa, China oder die USA? Und was bedeuten all diese Aussichten für die Weltwirtschaft?
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