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Ein solcher Totenkopf gehört für dich höchstens auf das T-Shirt eines Heavy Metal Fans. In diesem Video lernst du, warum es auch ganz gut ein Barockdichter stehen würde. Oh yeah, [Musik]
Barock ist eine literarische Epoche, die etwa von 1600 bis 1720 dauerte. Den Barok gibt es nicht nur in der Literatur, sondern auch in der bildenden Kunst und in der Architektur. Schon mal in so einer Kirche gewesen? Dann warst du schon mal in einer Barockkirche. An Gold und Ausschmückung wurde dann nicht gespart.
Schauen wir uns mal die historische Situation an. In der Mitte Europas gab es das heilige römische Reich deutscher Nation. Dieses Reich war aber keine Einheit, sondern ziemlich zerstückelt. Der Kaiser war schwach und die Herrscher der vielen kleinen Gebiete hatten oft ziemlich gegenläufige Interessen. Besonders extrem waren die konfessionellen Unterschiede. Diese Unterschiede führten zum 30-jährigen Krieg. Der Krieg begann als Religionskrieg zwischen Katholiken und Protestanten, artete dann aber zu einem Krieg um die Vorherrschaft in Europa aus. Er dauerte von 1618 bis 1648 und forderte mehrere Millionen Opfer. Außerdem gab es auch im Zusammenhang mit dem Krieg Hungersnöte, Krankheiten und solchen. Daran starben ganze Bevölkerungsteile.
Das alles führte zu einem Lebensgefühl der Menschen, das stark von der Vergänglichkeit geprägt war. In der Literatur und bildenden Kunst schlug sich das im sogenannten Vanitas Motiv nieder. Damit ist das Bewusstsein von der Nichtigkeit, Hinfälligkeit oder auch Vergeblichkeit des menschlichen Lebens gemeint. Anders gesagt, wenn um einen herum die Menschen wie die Fliegen sterben, hat man nicht gerade das Gefühl, dass das eigene Leben besonders bedeutend ist.
Damit hängen noch zwei weitere Punkte zusammen, die man als zwei Seiten des barocken Denkens verstehen kann. Die eine Seite lät sich im Schlagwort Mementori fassen. Das heißt so viel wie Gedenke des Todes. Gemeint ist damit, daß der Mensch sich seiner Sterblichkeit immer bewusst sein soll und er soll sein Leben auf das Jenseits ausrichten. Damit ging natürlich auch eine stärkere Religiosität einher. Die andere Seite entspricht der Devise Karpedem und das heißt so viel wie genieße den Tag. Damit ist gemeint, daß der Mensch sein kurzes Leben in vollen Zügen genießen soll. z.B. im Rausch, aber auch in erotischer Hinsicht. Diese zwei Vorstellungen werden vor allem in der Barock Lyrik umgesetzt.
Das barocke Lebensgefühl hatte aber auch Folgen für das grundsätzliche Literaturverständnis. Gegen das Chaos und die Unsicherheiten im Leben wurde nach Halt und Ordnung gesucht. Deshalb wurden im Barock sogenannte Regelpoetiken verfasst. Da stand dann sozusagen drin, wie gute Literatur auszusehen hat. Heutzutage geht's ja an der Kunst oft darum, originell oder innovativ zu sein. Das war im Barock gerade nicht so. Es kam nicht auf Neuartigkeit an. Wahres Künstlerum bestand eher darin, das Bekannte kunstfertig zu variieren. Oft waren die Dichter übrigens auch nicht besonders einfallsreich, was die Formen anging. In der Lyrik benutzten sie vor allem das Sonett, das mit seiner zweiteiligen Form zum antitätischen Denken der Zeit pasße. Und als Versmaß griffen die Dichter vor allem auf den Alexandrina zurück.
So, jetzt noch mal das Wichtigste in Kürze. Die Epoche des Barok dauerte etwa von 1600 bis 1720. Der 30-jährige Krieg führte zu einem Lebensgefühl, das von der Unbeständigkeit des Daseins geprägt war. In der Literatur schlug sich das unter anderem in den drei zentralen Motiven der Vanitas, des Mementomori und des Karpedienem nieder. Außerdem orientierten sich die Dichter lieber an Regeln guten Dichtens, anstatt originell zu sein.