Transcription
In diesem Video spreche ich über fünf Anzeichen, dass dein Nervensystem gerade heilt, obwohl es sich für dich alles andere als nach Heilung anfühlt. Denn wenn dein Nervensystem anfängt zu heilen, ist es vermutlich nicht so, wie du es dir wirklich vorstellst. Du würdest deinen Heilungsprozess wahrscheinlich daran messen, ob es dir besser geht, ob du dich besser fühlst, ob du dich vitaler fühlst und ob du das Gefühl hast, auf dem richtigen Weg zu sein. Aber das sind genau die falschen Fragen, denn Heilung im Nervensystem fühlt sich eher nach chaotisch, super emotional und komplettes Durcheinander an. Und das Schöne daran, das ist wahrscheinlich der beste Beweis, dass tatsächlich was arbeitet und gerade etwas passiert.
Aber warum solltest du überhaupt auf mich hören? Sicher nicht, weil ich ein paar Bücher zum Thema Nervensystem gelesen habe oder ein paar Kurse besucht, sondern weil ich seit über 20 Jahren mit Tausenden von Patienten und tatsächlich auch mit mir selbst daran gearbeitet habe, das Nervensystem aktiv, positiv zu beeinflussen und wieder in die Regulation zu bringen. Und das erste, was man lernen darf, ist, dass man nicht mehr gegen den Körper arbeitet, sondern mit ihm. Denn nur so kann er auch wieder in eine gute Regulation zurückkommen. Ich bin also nicht hier, um dir zu sagen, was du tun sollst, sondern um dich daran zu erinnern, dass dein Körper genau weiß, was er tun muss, um wieder in die Balance zu kommen.
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Das Nervensystem ist wirklich mittlerweile ein super super großes Thema. Alle möglichen Coaches und Begleiter sprechen über das Nervensystem und zum Glück kommen auch immer mehr Ärzte auf den Trichter, dass das Nervensystem für die Heilung bzw. die Genesung einer Krankheit oder das in die Balance kommen super super wichtig ist. Ich gehe einmal ganz kurz auf das Nervensystem ein, bevor wir zu den fünf Zeichen kommen, denn du solltest verstehen, wovon wir hier heute reden. Es gibt zwei Anteile in deinem Nervensystem. Das ist einmal der Stressnerv, der sogenannte Sympathikus und es gibt den Entspannungsnerven, den sogenannten Parasympathikus. Beide Nervensystemanteile sind permanent aktiv, aber die Anteile überwiegen je nach Situation. Wenn du Stress hast, klar ist dein Stressnerv sehr aktiv. Er steuert deine Fight und Flight Response, also Flucht und Kampf. Im Körper werden alle Funktionen hochgefahren, die du brauchst, um zu kämpfen oder zu fliehen. Dazu gehört der Puls, der Blutdruck, die Verdauung wird eingestellt, der Schlaf wird eingestellt, deine Muskeln spannen sich an, deine Pupillen werden weit und du bist richtig in Alarmbereitschaft. Ich denke, dass du weißt, wovon ich rede, denn so einen Zustand hat sich ja jeder mal von uns erlebt. Und der schlimmste oder die schlimmste Ausbringen dieser Stresssituation ist eine Panikattacke. Da ist dieses System völlig außerannt und Bannt. Dann kannst du es dir vielleicht noch besser vorstellen.
Der zweite Anteil, der Parasympathikus oder auch Vagusnerv genannt ist der Entspannungsnerv und er ist aktiv, wenn wir schlafen und verdauen. Also steht für Rest und digest. ist also im Schlaf und auch bei der Verdauungsleistung super super wichtig. Wenn wir niemals in diesen Entspannungsmodus kommen können, weil wir immer nur im Stressmodus hängen, dann wird auch irgendwann der Schlaf schlecht, dann wird auf jeden Fall irgendwann die Verdauung schlecht und das kann sehr, sehr langsam gehen, das kann schleichend gehen, es kann abrupt kommen. Ja, aber meistens sammeln wir ja im Prinzip über unser ganzes Leben sehr viele Situationen an, wo wir ganz ganz viel im Stress sind und wenig in der Entspannung und niemand von uns lernt auch, was man machen muss, um jetzt in die Entspannung zu kommen. Wir halten das für selbstverständlich. Ja, das funktioniert schon mit dem Schlafen und dem Verdauen. Aber diese Funktion kann verloren gehen, wenn wir im chronischen Stress sind. Und da unser Leben mittlerweile ja nicht mehr so artgerecht ist, wie es sein müsste, damit dieser wundervolle Körper, in dem du zu Hause bist, sich wieder regulieren kann oder nicht dauerhaft im chronischen Stress hängt, müssen wir aktiv dafür arbeiten, dass Anspannung und Entspannung sich in unserem Körper abwechseln.
Viele meiner Patientinnen sind auf jeden Fall im Nervensystem erkrankt. Dazu zählen viele erschöpfte ME CFS L Covid oder Postwagpatienten, aber auch ganz normale Patientinnen, normale Frauen oder Männer, die halt den ganzen Tag unter chronischem Stress leiden und zunehmend Probleme bekommen. Wenn wir dann anfangen mit ihnen zu arbeiten und da tun wir verschiedene Dinge, gibt es eben immer wieder Situationen, wo sie sagen: "Oh mein Gott, das hilft ja alles gar nicht, das ist ja total blöd, das will ich nicht mehr machen." Ja, und weil wir davon ausgehen, dass Heilung linear verläuft. Also bedeutet, wir fangen unten, wo es ganz ganz schlecht ist, an und dann machen wir irgendwas ominöses, was unseren Körper ja jetzt dahinbringen müsste, dass er schnell wieder gesund wird und die Heilung geht dann einfach nur schräg nach oben im Koordinatensystem. Aber so ist es tatsächlich leider nicht. Ich würde es mir auch anders wünschen, aber so ist es nicht. So suggeriert es uns natürlich schon auch die Pharmaindustrie, die sagt, hier hast du ein Problem, hier nimmst du eine Pille und dann unterdrücken wir das Ganze. Dann ist ja quasi die Problematik weg, aber so ist es auch da in der Regel nicht, weil da drunter bleiben Dinge zurück, die wir erstmal nicht sehen, bis sie was Neues produzieren. Die Heilung verläuft eigentlich Innenwellen hoch und runter, hoch und runter. Und was das Nervensystem braucht, um zu heilen, ist Energie und Sicherheit. Und deshalb kann es auch zu chaotischen Zuständen kommen, weil das Nervensystem kennt ja nun jetzt den vielleicht vermeintlich sehr sehr schlechten Zustand, aber das Bekannte, das mag es, weil das ist sicher vermeintlich. Das kennt er, das Ungewisse, wo wir jetzt hin wollen, wenn wir etwas verändern und wenn wir etwas therapieren, das ist unsicher für das Nervensystem und produziert erstmal wieder Stress. Und das bedeutet, auch wenn wir etwas Gutes tun, kann es zu Chaos, Emotionalität und natürlich durcheinander kommen. Und wir sollten deshalb aber nicht die Therapie und diesen Weg massiv abbrechen sofort, sondern wir müssen im Nervensystem und dem Körper Zeit geben in einen Heilungsprozess einzusteigen und den Weg dann langsam aber stetig weg aufgehen zu können.
Lass uns die fünf Zeichen angucken. Erstes Zeichen, du fühlst mehr. Emotionen, die lange unterdrückt waren, Beschwerden, die lange unterdrückt waren, Schmerzen, die vielleicht lange unterdrückt waren, kommen wieder an die Oberfläche. Du spürst intensiver, du weinst vielleicht öfter. Es kommen Dinge hoch, die dein Nervensystem, deine Seele jetzt verarbeiten möchte. Und es tut es nicht, um dir zu schaden, sondern weil es weiß, du schaffst es jetzt. Hier ist ganz wichtig, dass man eben dann nicht hingeht und diese Dinge unterdrückt, nur weil sie so unangenehm sind, sondern wir helfen unserem Nervensystem dadurch, dass wir ihm durch diese unangenehmen Situationen begleiten und nicht hängen lassen. Du darfst fühlen, wir fühlen alle viel zu wenig. Wir dürfen Trauer, wir dürfen Wut, wir dürfen Angst, wir dürfen alle möglichen Gefühle fühlen. Das ist unglaublich wichtig. die müssen aus dem Körper rauskommen. Also, solltest du in einem Heilungsprozess sein, in einem Therapieprozess und du fühlst plötzlich mehr, dann feiere dich. Auch wenn die Gefühle oftmals overwhelming, also überwältigend sein können oder auch mal Angst machen, du bist auf dem richtigen Weg.
Anzeichen Nummer 2: Die Hassel Culture verliert plötzlich ihren Reiz. Du kennst dich völlig anders. Du bist früher immer der Macher gewesen oder die Macherin gewesen. Durchgerannt, durchgerannt, durchgerannt. Noch mehr Projekte, noch mehr Projekte. Du hast ja gesagt und ja gesagt und Amen zu allem und du hast immer alles genommen und irgendwie hatte ich das auch definiert und es hat dir auch irgendwie was gegeben und du konntest das auch eine sehr lange Zeit gut durchhalten, aber du merkst jetzt in deinem neuen Prozess, dass das gar keinen Spaß mehr macht, dass du den Anreiz verloren hast, dass du gar nicht mehr weißt, warum habe ich das eigentlich immer so gemacht. Das macht ja gar keinen Sinn. Und dieses höher, schneller, weiter, was uns die Leistungsgesellschaft, der Job, der Chef im Büro und so weiter aufgelegt haben, verliert seinen Reiz. Das ist ein super Zeichen. Also du wirst bewusster für die Situationen, in denen du dir nichts Gutes getan hast. Denn Hasselcultscher ist chronischer Stress und chronischer Stress ist die Basis aller Volkskrankheiten, aller Erkrankungen, die du kennst. Deswegen ist es super, wenn du hier wach wirst und dich fragst, ist das richtig? Was tue ich eigentlich für mich? Aus welchem Grund mache ich das eigentlich? Wozu dient mir das? Und dieses Hinterfragen zeigt dir, du bist auf dem richtigen Weg. Am Anfang weiß man vielleicht noch nicht, wie man die Situation verändert, aber fang langsam an zu reduzieren, Dinge langsamer und bewusster zu machen und fang auch mal an dich zu fragen, was brauchst du eigentlich wirklich, damit es dir richtig gut geht? Das wird deinem Nervensystem zusätzlich Unterstützung bringen.
Anzeichen Nummer 3: Sehnsucht nach dem Alleinen. Du dachtest immer, du bist total gesellig, du ist bist mit super vielen Menschen zusammen und auf einmal sehnst du dich nach allein sein. Ja, nicht weil du die anderen Menschen nicht mehr magst, sondern weil du plötzlich merkst, dass du zu dir kommen möchtest, dass du dich besser kennenlernen möchtest und du merkst vielleicht auch, dass die Menschen, die noch in der Hasselkultscher drin stecken, die noch in den totalen Stress drin stecken und Stress ist ansteckend über Kortisol im übrigen. schwitzen das aus und das infiziert eine ganze Gruppe. Diese Menschen spürst du jetzt intensiver, die stressen dich sozusagen und du möchtest dich gar nicht mehr so anstecken lassen, sondern du möchtest eigentlich mehr Zeit mit dir selbst verbringen, Gedanken denken, deine Bedürfnisse erforschen, deinen Körper wieder mehr spüren können und das geht am besten alleine oder in einer Gesellschaft, wo die Menschen eben nicht chronisch gestresst sind. Auch dieses Anzeichen ist extrem gut. Lass dich nicht verunsichern, wenn Leute dir sagen, ah, du bist ja nicht mehr so gesellig oder was ist denn eigentlich mit dir los? Bleib hier auf deinem Pfad, sag, du hast immer viel gegeben, du hast immer viel nach außen gegeben und es ist jetzt an der Zeit, dass du auch was für dich tust. Und bleib da dran. Auch das ist ein super Zeichen, dass dein Nervensystem sich holt, was es braucht.
Anzeichen Nummer 4: Zeichen und Symptome deines Körpers verändern sich. Bislang konntest du immer super schlafen. Plötzlich wachst du immer nachts um 3 Uhr auf. Bisher war dein Durchfall immer nur morgens da und jetzt kommt er auch abends. Schmerzen wechseln von A nach B, vom Knie zur Schulter, zum Rücken und zum Kopf und wieder zurück. Oder du bekommst plötzlich Hautausschlag oder verträgst Dinge nicht mehr. Auch das sind keine negativen Folgen, es sei denn, du nimmst Medikamente und das haben die als Nebenwirkung. Ja, das muss man kurz überprüfen. Aber auch hier passieren Dinge und Reorganisationsprozesse in deinem Körper. Deine sechs Körpersysteme möchten in Regulation kommen und brauchen auch dafür Zeit und Musse. Auch hier können sich Dinge erstmal kurz verschlechtern, bevor sie besser werden. Sie können sich verändern, bevor sie besser werden. Also auch da bleibt bitte dran. Werd nicht panisch. Macht nicht nach zwei Tagen gleich so: "Oh, funktioniert alles nicht. Das äh kann ich ja gleich lassen, das erlebe ich leider bei vielen, vielen Patienten. Wir haben verlernt zu verstehen, dass der Körper Geduld und Zeit benötigt, damit eine Regulation möglich ist. Wir können Hormonen nicht so umstellen. Wir können Darm Sachen nicht so umstellen. Dafür brauchen wir halt einfach Zeit. Und wenn Dinge sich verändern und die machen dir Angst, fang doch mal an einfach ein bisschen zu beobachten. Nicht in Panik zu observieren, sondern zu sagen, okay, was zeigt er mir denn heute? Was könnte das denn sein? könnte das zusammenhängen und gibt deinem Körper Verständnis, denn er möchte nicht krank sein, er möchte gesund sein. Und das ist die Grundannahme, mit der wir hier in dieses Spiel einsteigen. Und deshalb dürfen Symptome im Heilungsprozess auf jeden Fall wechseln. Es ist ein gutes Zeichen.
Anzeichen Nummer 5, ganz wichtig, du beobachtest dich mehr, als dass du anfängst alles sofort zu fixen. Was bedeutet das? Viele meiner Patientinnen sind auf dem Trip, dass sie irgendwas spüren und sofort etwas tun müssen. Auf dem Trip war ich auch lange Jahre für mich selbst. Ich hatte irgendwas, Bums, das musste sofort weg. Ich hatte da was, das musste sofort weggemacht werden. Man nimmt sich gar nicht mehr die Zeit zu ergründen, was möchte mein Körper mir damit sagen? Was liegt da drunter, was habe ich gemacht, was zu vielleicht diesem oder diesem Problem geführt haben könnte. Also versuche hier ganz bewusst deinen Körper eher zu beobachten und nicht sofort zu verurteilen und nicht sofort zu fixen. Der kleinste Kopfschmerz braucht keine Tablette. Trink erstmal was, vielleicht ein paar Elektrolyte, mach einen Spaziergang um den Block. Nimm ein warmes Bad oder ein kaltes Bad. Kühl den Nacken oder den Kopf, je nachdem, was dir gut tut. Probier es erstmal so, den Körper zu unterstützen. Oder ein Durchfall, der einmal kommt, ist sicherlich kein Problem. Hält er lange an, muss er geklärt werden. Da sind wir uns alle einig. Aber schau mal, vielleicht hast du etwas aufgewärmtes vom Vortag gegessen, was nicht so gut gekühlt war und deshalb reagiert dein Körper so. Oder du hast vielleicht Rückenschmerzen und möchtest direkt zu einer Tablette greifen und fragst dich aber nicht, was ist denn da passiert? Also fang an dich zu fragen. Habe ich gestern z.B. sehr viel gesessen, war ich sehr angespannt, hatte ich ganz stark angespannte Muskulatur. Auch das können alles Hinweise sein. Wenn es akute Symptome sind, dann sollen die sofort abgeklärt werden. Das ist natürlich völlig klar. Aber wenn es keine Symptome sind, die erstmal beängstigend sein müssen oder die beängstigend sind und die auch nicht lebensbedrohlich sind, sollte man erstmal schauen, was möchte mein Körper mir sagen? Also beobachte bewusst ohne zu bewerten, ohne zu verurteilen und gib deinem Körper mit deinem Support, der eigentlich natürlich aus dir intuitiv rauskommen sollte. Hör mal in dich rein. Support und schau mal, was passiert. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er dir danken wird, wenn du ihm so zuhörst.
Also, fassen wir noch mal zusammen. Die Bonuszeichen sind alte Copingstategien und Tools funktionieren nicht mehr. Alles verändert sich. Das, was du früher mal gemacht hast, passt nicht mehr. Du brauchst neue Wege und neue Strategien. Super, super wichtig machen. Du wirst sie finden. Du findest ganz viele Informationen auf meinem Kanal. Wahrscheinlich ist etliches dabei, was man anders machen könnte. Du vergisst dieses dauerhafte Analysieren. Du wirst ruhiger. Dein Nervensystem beruhigt sich. Du wirst auch freier von diesen Gedanken und kannst befreiter aufspielen, wenn dein Körper möglicherweise doch mal das ein oder andere Zipperlein zeigt. Und es ist auch völlig in Ordnung, wenn du gerade durcheinander bist in dieser Situation, denn es ist ungewohnt. Aber vertrau dir, vertrau deinem Körper, der ist das unglaublichste, was diese Erde hervorgebracht hat an biologischen Systemen. Tiere sind natürlich auch unglaublich, ja, aber es ist einfach so unglaublich, was ein Körper verpackt, was wir ihm tagtäglich antun, was diese Welt mit uns macht und trotzdem leben wir noch und sehen noch ganz passabel dabei aus. Also, vertrau wieder mehr auf dich. Ich bin mir sicher, du wirst erstaunliches erleben und ich würde mich mega freuen, wenn du hier mal in die Kommentare schreibst, was dir eigentlich passiert ist, als dein Nervensystem angefangen hat zu heilen und zu regulieren. Ich bin mega gespannt und wenn du da tiefer einsteigen willst, dann würde ich dir jetzt im Anschluss die Folge zum Nervensystem empfehlen, weil da gehe ich noch mal ganz detailliert auf die Systeme ein und du wirst sicherlich noch sehr, sehr viele Tipps und Tricks mitnehmen können. Also bis bald. Deine Rut.
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