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Das erste Prinzip von Never Godart: Wie Sie Ihre schöpferische Vorstellungskraft konstruktiv nutzen.
Kapitel 1: Ihr grenzenloser Wert
Mit den folgenden Ausführungen soll in Ihnen, im Menschen, eine psychologische Veränderung herbeigeführt werden. Psychologisch gesehen ist die Menschheit eine unendliche Abfolge von Bewusstseinsebenen, und Sie, der einzelne Mensch, entsprechen einem Punkt in dieser Reihe. Die einzige Realität ist das Tiefenbewusstsein, der Ihnen psychologisch bewusste Aufenthaltsort. Legt Ihre Lebensumstände fest. Dieses altbekannte Wissen ist im Laufe der Zeit leider bei den meisten Menschen wieder verloren gegangen.
Auf dieser Welt gibt es nur eine einzige Substanz. Diese wird von den Naturwissenschaftlern Energie genannt, in den geisteswissenschaftlichen Schriften wird sie als Bewusstsein bezeichnet. Man sagt uns, dass das Universum aus Wasser hervorgegangen sei. Wenn dies richtig wäre, könnte jedoch daraus wiederum nichts anderes als Wasser entstehen. Wenn die Grundsubstanz aber Energie oder Bewusstsein ist, kann sie sich als Eisen, Stahl, Holz oder etwas anderes offenbaren. Der Mensch nimmt eine Vielzahl äußerer Formen wahr und denkt deshalb auch an eine Vielzahl von Substanzen. Doch im Grunde sieht er immer nur eine weitere Anordnung ein und derselben Substanz, nämlich des Bewusstseins.
Alles wird offenbar, wenn es vom Licht aufgedeckt wird. Das Wort Licht steht hier für Bewusstheit, Bewusstsein. Der vom Menschen in sein Bewusstsein gelassene Zustand ist die Ursache dafür, dass der eine reich und der andere arm ist. Indem sich der Arme sagt: „Ich bin arm“, lässt er den Zustand der Armut zu, ebenso wie der Reiche Wohlstand zulässt, indem er sich sagt: „Ich bin reich.“ Jeder Seinszustand, dem Sie als Mensch stattgeben – gutes, schlechtes, neutrales, richtiges oder falsches – muss sich in Ihrer Welt zeigen. Denn dadurch, dass Sie diesen Zustand für sich beanspruchen, haben Sie ihn ins Leben gerufen.
Es gibt nur eine einzige Ursache, und diese ist das Bewusstsein. Ihr Bewusstsein ist das Zentrum, von dem aus Ihre Erlebniswelt gespiegelt wird und welches Ihren derzeitigen Zustand wiedergibt. Zustand ist in diesem Zusammenhang alles, was Sie für wahr und richtig halten. Wenn Sie Ihre Welt verändern wollen, müssen Sie deshalb festlegen, was Sie künftig als wahr akzeptieren wollen. Erst dann können Sie es verändern.
Sie müssen sich Ihre automatischen Reaktionen auf die Ereignisse unvoreingenommen ansehen, denn Ihre Reaktionen definieren Ihren Zustand. Ihren Zustand können Sie jederzeit verändern. Dazu brauchen Sie nicht einmal außer Haus zu gehen. Sie tun dies, indem Sie Ihre Seinsebene oder Ihren Seinszustand verändern. Dazu ist es nötig, dass Sie sich zunächst ansehen, wie Sie bislang auf die Vorkommnisse des Lebens reagieren. Sollten Ihnen Ihre momentanen Lebensumstände nicht behagen, so machen Sie sich als erstes deren Ursache bewusst. Erkennen Sie, dass Ihre Lebensumstände nur das gegenständlich Sichtbar machen, was Sie in Ihrem Bewusstsein tragen.
Als nächstes arbeiten Sie innerlich an Ihrem Bewusstsein. In dem Maße, indem Sie Ihr Bewusstsein verändern, wird sich auch Ihre Außenwelt verändern. Solange Sie jedoch weiterhin auf das reagieren, was Sie in vergegenständlichter Form vorfinden, knebeln Sie sich an einen bestimmten Bewusstheitsgrad. Um diesen Automatismus außer Kraft zu setzen, müssen Sie auf solche automatische Reaktionen fortan verzichten. Lassen Sie unschöne Dinge nicht mehr in Ihr Bewusstsein, denn jeder lieblose Gedanke lässt Sie gleichsam in einem psychologischen Schlamm warten. Identifizieren Sie sich stattdessen mit dem Schönen, mit Liebe, mit dem Christus in Ihnen, und Sie werden auf die grenzenlose Ebene Ihres eigenen Seins emporsteigen und Ihre Lebensumstände verbessern.
Ihr Bewusstseinszustand zieht die Dinge magnetisch an. Im entmagnetisierten Zustand ist Stahl lediglich eine wirbelnde Masse von Elektronen. Sobald die Elektronen jedoch in eine bestimmte Richtung weisen, wird der Stahl magnetisiert. Zum Magnetisieren wird dem Stahl weder etwas hinzugegeben, noch wird ihm zum Entmagnetisieren etwas weggenommen. Dasselbe Prinzip gilt auch für Sie. Sie können Ihre Welt verändern, indem Sie Ihre Gedanken neu ordnen und in eine gewünschte Richtung auf Ihr Ziel hin lenken.
Achten Sie darauf, wie Sie auf die Geschehnisse reagieren, denn jede Veränderung in Ihrer gedanklichen Ausrichtung, die sich durch Selbstbeobachtung herausfinden lässt, bringt eine Veränderung in Ihrer Außenwelt mit sich. Es ist wichtig, dass Sie sich angewöhnen, sich unschönen Ereignissen gegenüber, welche für Sie nicht akzeptabel sind, gleichmütig zu verhalten. Auf diese Weise erwecken Sie Ihr dynamisches Ich. Sobald Sie Ihr inneres Ich gefunden haben, werden Sie feststellen, dass sich die Eigenschaften, die Sie an anderen Menschen verteufeln, in Wirklichkeit in Ihnen befinden. Dann kennen Sie das Geheimnis der Vergebung, denn so wie Sie sich selbst vergeben, so wird auch anderen vergeben.
Ausnahmslos alles wird durch das Licht geoffenbart, und alles Geoffenbarte ist Licht. Sobald Sie einem Gedanken nachgeben, wird er sich offenbaren. Die Dinge entfalten sich aus einer grundlosen Notwendigkeit heraus, denn das Universum kennt keinen ihm innewohnenden Grund. Es bewegt sich aus der Notwendigkeit heraus, die gedanklichen Konstellationen des Menschen zum Ausdruck zu bringen. Solange Sie insgeheim eine Neigung verspüren, sich im Schlamm der Selbstbemitleidung und Selbstverurteilung zu wälzen, wird Ihre Erlebniswelt diese Gefühle widerspiegeln. Sobald Sie aber geistig und gedanklich umschwenken und im Gefühl der Harmonie und Liebe leben, wird sich Ihre Erlebniswelt ins Positive verändern.
Falls Sie heute auch nur fünf Minuten bei einer neutralen Selbstbeobachtung verbringen würden, wären Sie erstaunt, wie sehr Sie sich selbst hinters Licht führen. Doch es wäre ein heilsamer Schock, denn er würde Sie ins Licht der Bewusstheit führen, und letztendlich ist das Leben ja eine ständig zunehmende Erleuchtung. Je mehr Licht hereinkommt, umso bewusster wird Ihnen, wer Sie wirklich sind.
Für die Erscheinungen des Lebens gibt es nur eine einzige Ursache. Die Ursache für das, was Ihnen zustößt, können Sie nur entdecken, indem Sie Ihr eigenes Bewusstsein beobachten. Es gibt keinen größeren Tyrannen als den Glauben an eine Nebenursache. Lassen Sie diesen Tyrannen ziehen, indem Sie sich die einzige Ursache bewusst machen, nämlich Bewusstheit, und das, dessen Sie sich bewusst sind. Alsdann sofort verändern Sie. Sie können sich nur selber finden, indem Sie sich Ihre Reaktionen auf die Vorkommnisse genauestens ansehen. Falls Sie aber weiterhin wie bisher reagieren, werden Sie auch weiterhin mit denselben Umständen konfrontiert werden. Der Grund dafür ist, dass alles, was Sie zulassen, durch Ihr Bewusstsein zum Ausdruck gebracht wird, und das alles, was Sie zum Ausdruck bringen, Ihre Bewusstheit ist.
Stampfen Sie nicht mehr im Schlamm durch das Leben und hausen Sie nicht mehr im Untergeschoss. Die Bestandteile Ihrer Seele umfassen all das, womit Sie sich innerlich einverstanden erklärt haben. Sobald Sie Ihre Seele auf der einen Ebene verlieren, finden Sie sie anders ausgestaltet auf einer höheren Ebene wieder. Pflegen Sie immer eine neutrale Eigenschau, denn sobald Sie kritisch werden, fangen Sie sofort an, Ihre Reaktionen zu rechtfertigen und sich mit der beobachteten Sache zu identifizieren.
Alles ist individuell. Kollektive Sicherheit wird individuell angegangen. Lernen Sie auf eigenen Füßen zu stehen und verlassen Sie sich nicht auf die Gruppe. Sie müssen sich befreien, und dies ist nur möglich, indem Sie den tiefschlafenden Christus in sich wachrütteln. Geben Sie sich noblen Gedanken hin, und Sie werden mit Zins und Zinseszins belohnt werden, denn Ihr Bewusstsein wird sich erweitern und Ihre Welt umgestalten. Geben Sie sich selbst Ihr tägliches Brot, indem Sie sich die Chance geben, sich daran zu erinnern, wer Sie wirklich sind. Beneiden Sie niemanden um sein Vermögen, kümmern Sie sich um Ihr eigenes. Verwandelt euch durch die Erneuerung eures Denkens. Dies tun Sie, indem Sie die dort eingepflanzten Ideen verändern, denn Sie können Ihr Denken erst ändern, wenn Sie die bisherigen Gedanken verändern.
Kapitel 2: Missbraucht nicht den Namen des Herrn
Ihr individueller Bewusstseinszustand ist Ihr Seinszustand und zieht alle Ereignisse herein, die Sie in Ihrem Leben vorfinden. Da Ihre Reaktionen darüber entscheiden, was Sie sind, muss jeder Veränderung in Ihrer Außenwelt ein innerer Seinszustand vorhergehen.
Im siebten Kapitel bei Markus lesen wir: „Hört, was ich euch sage, und begreift Folgendes: Nichts, was ein Mensch zu sich nimmt, kann ihn vor Gott unrein machen, sondern das, was von ihm ausgeht.“ „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ Wenn Sie sich mit einem Gedanken identifizieren, wird er sich als Handlung oder Ablauf zeigen. Wenn dieser Gedanke lieblos ist, wird er Sie verunreinigen. Entscheiden Sie sich deshalb nur für Gedanken, welche zur Geburt Ihres Wunschbildes beitragen.
Sie müssen ständig beobachten, wo Sie sich psychologisch befinden, denn das sind Sie dann auch. Ihre Stimmung ist ein Hinweis auf Ihren Zustand, und Sie veräußern ständig den Zustand, in dem Sie sich innerlich aufhalten.
In den „Upanishaden“, einer Sammlung philosophischer Schriften, ist zu lesen: Versetzt sich der Mensch in einen Zustand, so übernimmt die Seele die Ergebnisse dieses Zustandes. Solange sie sich nicht in den Zustand hineinimaginiert, ist sie von dessen Ergebnissen frei. Ihre Seele ist das, womit Sie sich einverstanden erklären. Wenn Sie sich erfolgsgewiss in die Endsituation Ihres erhöhten Gebietes, also der vollzogenen Selbstüberzeugung, hineinfühlen, haben Sie sich innerlich in einen Zustand versetzt, und Ihre Seele hat das Szenario des erhöhten Gebietes, des erfüllten Wunsches, übernommen. Solange Sie sich nicht in einen Zustand hineinbewegen, bleiben Sie von seinem schönen Ergebnissen frei.
Nehmen Sie ein geistiges Vorstellungsbild als wahr an, identifizieren Sie sich damit, und es wird sich über kurz oder lang in Ihrer Außenwelt verwirklichen. Wenn Sie dies jedoch ablehnen und sich nicht gefühlsmäßig mit diesem Bild identifizieren, sind Sie von den entsprechenden Ergebnissen frei. Aus diesem Grund müssen Sie sehr selektiv vorgehen und dürfen sich mit unschönen oder unerwünschten Gedanken nicht mehr beschäftigen.
Im Buch der Könige ist nachzulesen, dass jene, die den Tempel betraten, ein lebendiges als Brandopfer darbrachten, zum Beispiel einen Ochsen oder Stier. Diese Opfergaben sind Ihre Leiden. Das sind die Tiere, welche Aufnahmen wie Kummer oder Gebrechen hören und welche Sie zu opfern haben. So schlimm Ihre Beschwerden auch sein mögen, haben sie doch kein Recht, sie mit sich herumzutragen, und können im Bewusstsein erster höher steigen, wenn sie sich auf dem Opferaltar von ihren Beschwerden befreit haben.
Das heilige Wasser können Sie nur finden, wenn Sie Ihre Beschwerden aufgeben. Bei diesem heiligen Wasser handelt es sich nicht um die kirchliche Darstellung, sondern es symbolisiert die zwölf Aspekte des Geistes. Sobald Ihr Geist von den Spinnweben, den Beschwerden, befreit ist, wird die Schale mit heiligem Wasser auf den Rücken der Ochsen gelegt, und fortan ist Ihr disziplinierter Geist Ihnen zu Diensten, statt dass Sie ihm dienen. Der Stier steht symbolisch für den Geist im ungezügelten Zustand, welchen es zu zähmen gilt.
Durch Waschen im heiligen Wasser und das Tragen weicher Kleider waschen Sie alle schlechten Gedanken heraus und reinigen Sie Ihr Denken. Fangen Sie jetzt damit an, Ihr Denken nur noch auf das Gute auszurichten, dann wird Sie das, was aus Ihrem Mund, dem Geist, herauskommt, niemals verunreinigen.
„Ich bin“, lautet die eigene Definition des Unendlichen. Sage Ihnen: „Ich bin hat mich zu euch gesandt.“ Die Bewusstheit ist die einzige Macht im Universum. Wenn Sie sagen: „Ich bin krank“, dann sind Sie es. Wenn Sie sagen: „Ich bin geborgen“, dann sind Sie es.
Durch das erfolgsgewisse Vorabfühlen einer bestimmten Situation können Sie sich den Ergebnissen dieses Seinszustands nicht mehr entziehen. Alles wird aus einem Seinszustand heraus lebendig gemacht, und ohne einen solchen Zustand kann nichts geschehen, da Sie nur dem Zustand Leben verleihen, mit dem Sie sich identifiziert haben. Dort, wo Sie sich psychologisch befinden, spielt sich Ihre Realität ab. Daraus folgt: Wenn Sie sich dabei ertappen, dass Sie sich selbst bemitleiden, hören Sie unverzüglich damit auf. Schwenken Sie auf Glücksgefühle um, denn solange Sie sich mit Selbstmitleid identifizieren, werden Sie die entsprechenden Folgen zu tragen haben.
Der Schwache sage: „Ich bin stark.“ Warten Sie nicht ab, bis Sie stark sind, bevor Sie so sprechen. Wenn Sie in irgendeiner Hinsicht schwach sind, bekräftigen Sie, dass Sie bereits stark sind. Bleiben Sie bei dieser Annahme, und sie wird sich zu einer Tatsache verhärten.
Niemand möge den Namen des Herrn missbrauchen, denn sein Name lautet: „Ich bin.“ Der Rechtschaffene ist sich der Person, die er sein will, bereits bewusst. Er bleibt seinem Vorstellungsbild treu. „Ich werde ihn erretten, denn er kennt meinen Namen.“ Bauen Sie in sich das Bewusstsein auf, dass Sie bereits der Mensch sind, der Sie sein wollen, und Sie werden aus Ihrem momentanen Zustand errettet werden.
Ihr individueller Hunger kann und wird nur dann gestillt werden, wenn Sie sich rechtschaffen in den angestrebten Zustand hineinfühlen und ihn im inneren Wissen der Erfolgsüberzeugung geistig vorwegnehmen. Falls Sie beispielsweise eine erfüllte Partnerschaft anstreben, fühlen Sie sich bewusst in den Zustand einer harmonischen Liebesverbindung hinein. Sie müssen diesen Zustand vorab fühlen, bevor Sie ihn erleben können.
Sagen Sie Nein zu unschönen Gedanken und akzeptieren Sie sie nicht mehr in passiver Gleichgültigkeit. Eine Seele muss zunächst einen bildhaften Vorgeschmack des Angestrebten herbeiführen. Denken Sie immer daran, dass das Bewusstsein die einzige Ursache für die geerntete Frucht ist. Für alles, was Ihnen in der Vergangenheit zugestoßen ist, was Ihnen jetzt zustößt und noch zustoßen wird, tragen Sie selbst die Verantwortung, denn diese Dinge konnten und können nur eintreten, wenn Sie ihnen Ihre Erlaubnis erteilen. Geben Sie fortan Ihre Erlaubnis nur noch solchen Gedanken, welche von der Erfüllung Ihres Wunsches ausgehen, auch wenn Ihre Sinne vorerst hierfür noch keine Bestätigung liefern.
Verzichten Sie auf den tierischen Instinkt zu leiden und sich im Gefühl des Verletztseins und des Selbstmitleids zu baden. Die psychologische Zunge ist ähnlich wie die körperliche: Wenn sie jemand ärgert oder verdreht, wenden Sie sich ab und halten Ihre geistige Zunge fern von den wunden Punkten der Abneigung, denn Ihre geistigen Selbstgespräche produzieren Ihre Zukunft. Opfern Sie Ihr Leiden und zähmen Sie Ihr Denken, denn es wird uns gemahnt: „Selig die Sanftmütigen, also die Gezähmten, denn sie werden das Erdenreich besitzen.“
Kleiden Sie sich in Freude und frohe Botschaften, und Sie werden gekleidet in Ihr unsterbliches Gewand der Liebe. Ihr Allerheiligstes betreten. In Ihrem Leben gibt es einen Rhythmus, den Sie weder hören noch sehen können, und Ihre Ausdünstung ist einzigartig. Wenn es nicht so wäre, könnte sie ein Pferd, ein Hund niemals aufspüren. Sie sind jedoch einzigartig, nur Sie strahlen diese Seinsebene aus. Bedenken Sie auch, dass Sie die Ausstrahlung eines anderen Menschen durch Ihre eigene wahrnehmen, weshalb Sie bei der Beurteilung vorsichtig sein sollten. Letztendlich sehen Sie nur das, wofür Sie diesen anderen Menschen halten.
Selbstzufriedenheit ist ein Fluch. Selig sind die, hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, denn sie werden gesättigt werden. Bringen Sie Ihre Vorstellungskraft unter Kontrolle und getrauen Sie sich, für sich einzustehen. Achten Sie auf Ihre Gedanken und disziplinieren Sie sie so, dass sie vom wissenden Gefühl des bereits erfüllten Wunsches ausfließen, denn Sie sind erst dann wach, wenn Ihre Außenwelt friedlich und Ihre Innenwelt dynamisch ist.
Versuchen Sie nicht, andere Menschen über Diskussionen dazu zu bewegen, ihrem Elend zu entfliehen. Es steht geschrieben: „Der Unreine bleibe unrein, der Gerechte handle weiter gerecht, und wer fromm ist, der sei weiter fromm.“ Den Menschen ist es gegeben zu denken, und jeder kann für sich selbst denken. Sobald etwas vom Bewusstsein akzeptiert wurde, wird es sich offenbaren, sei es gut, schlecht oder neutral. Richten Sie sich nach dieser Wahrheit, und Sie werden nie mehr einen Misserfolg zurechtfertigen haben.
Kapitel 3: Der Wunsch
Gott wird Ihnen so erscheinen, wie Sie sind. Der Priester wird Gott als Oberhaupt aller himmlischen und irdischen Dinge sehen. Der Richter wird ihn wiederum als Richter sehen, der ohne Unterlass Strafen verhängt. Für den Hottentotten ist Gott der Stammeshäuptling, der er selbst gerne wäre. Und so erschafft sich der Mensch fortwährend Gott nach seinem eigenen Bilde. Erretten kann den Menschen nur die Wahrheit. Der Gott, dem Sie bislang huldigten, wird bald nicht mehr Ihr Gott sein. Sie werden lernen, über Ihre bisherige Auffassung von Gott hinauszuwachsen, denn Gott ist unwandelbar. Was sich wandelt, ist lediglich die Vorstellung, die Sie sich von ihm machen.
Der Wunsch ist die Triebfeder des Handelns. Ohne einen Wunsch bleiben Sie untätig. Stellen Sie sich selbst die Frage: „Was willst du von mir?“ und formulieren Sie dann Ihren Wunsch. Das menschliche Leben ist ein fortwährendes Hungerstillen, und die unendlichen Ebenen der Bewusstheit sind die Mittel zu diesem Stillen. Gesundheit ist ein Wunsch, ein Hunger, der dann gestillt werden kann, wenn im Geist die Vorstellung genährt wird, dass „ich gesund bin“. Dasselbe gilt für Wohlstand, Seelenfrieden, Harmonie oder Ruhm, denn in jedem dieser Fälle handelt es sich um Bewusstseinszustände. Identifizieren Sie sich mit Ihrem Wunschzustand, halten Sie diese Identifizierung aufrecht, dann wird sich – da Sie und Gott im Bewusstsein eins sind – das, dessen Sie sich bewusst sind, im Außen zeigen.
Das Kreuz steht symbolisch für das Leiden. Es gab kein physisches Kreuz, an das ein Mann genagelt wurde, sondern Glaubenssätze, die ein Mann mit sich herumträgt. „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Sein Kreuz auf sich nehmen bedeutet, seine Bewusstheit auf eine höhere Stufe zu stellen, denn „mein Ich bin halt ist der Erschaffer meiner Welt.“ Der irdische Mensch bewegt sich in der Zeit und lebt darin, aber sein wahres Wesen befindet sich in der Ewigkeit.
Man stelle sich die senkrechte Linie des Kreuzes als die Linie des Seins vor, auf der sich unzählige Bewusstseinsebenen befinden. Der bloße Zeitablauf kann sie nicht besser oder klüger machen. Die Zeit an sich kann nichts tun, damit Sie Ihre Seinsebene verändern, denn die Veränderung findet ausschließlich auf der senkrechten Linie statt, wo Sie Ihr Sein auf eine höhere oder niedere Stufe bringen. Da die Verwandlung unmittelbar bevorsteht, sprechen wir von einer unendlichen Gegenwarts-Nähe, also näher als nah, und er als jetzt. Der Mensch, der Sie sein wollen, ist gegenwarts nah, das heißt unmittelbar bevorstehend. Er ist näher als nah. Das er träumte Ideal kommt früher als jetzt und wird über Ihre Reaktionen auf die Lebensereignisse herbeigebracht.
In der Offenbarung lesen wir: „Ich komme schnell und unerwartet und werde jedem den verdienten Lohn entsprechend seinem Werk geben.“ Das einzige Ihnen abverlangte Werk ist die Arbeit an sich selbst. Machen Sie sich an dieser Arbeit, indem Sie sich Ihre Reaktionen auf die Lebensereignisse ansehen. Bedenken Sie dabei, dass sich Ihre Zukunft nicht erst entwickelt, sie besteht bereits. Die Zeitspur, ebenso wie alle Ereignisse, denen Sie begegnen, ist bereits fertig. Sie befinden sich momentan auf einer gewissen Ebene. „Nimm dein Bett und gehe hin.“ Dies tun Sie, indem Sie die Lebensfäden, welche Sie an Ihren gegenwärtigen Zustand binden, auftrennen. Dieser Auftrennung erfolgt durch eine Veränderung der Denkweise, denn Sie können Veränderungen im Außen nur in dem Maße vorfinden, wie Sie innerlich höher steigen.
Wie wäre es, wenn Sie zu rein wären, um Unrecht oder Laster sehen zu können? Wie wäre es, wenn Sie hierfür zu liebevoll, zu verständnisvoll, zu großzügig wären? Peilen Sie solche Gefühle an und warten Sie ab, wie sich Ihr Leben verändert. Hier inmitten der Stürme des Lebens arbeiten Sie mit diesem universellen Gesetz. Solange Sie sich mit einem lieblosen Zustand identifizieren, werden Sie immer weiter in seinen Strudel hineingerissen. Sie können aber Ihr Kreuz auf sich nehmen, indem Sie Ihre gedankenlosen und mechanischen Reaktionen auf die Lebensabläufe aufbrechen und Ihren derzeitigen Seinszustand opfern.
Diese Botschaft soll Ihnen nicht den Frieden bringen, sondern das Schwert. Sie kommt, um den Menschen gegen seinen Bruder, seinen Vater, seine Mutter und alle übrigen Angehörigen in Widerspruch zu setzen, denn „ich bringe das Schwert Gottes, welches das Wort Gottes ist.“ Dieses Wort ist schärfer als jedes zweischneidige Wort, denn es kann Seele und Geist durchtrennen. Damit soll nicht angeregt werden, dass Sie sich gegen Ihre irdischen Angehörigen oder Verwandten wenden. Sie wenden sich vielmehr gegen die psychologischen Vorstellungen, welche ihren Verhaltensweisen zugrunde liegen, und gegen die Stimmungen, welche ihrer Handlungen und Reaktionen auf die Vorkommnisse des Lebens bestimmen.
Sofern Ihre Gefühle jetzt in diesem Augenblick nicht edel sein sollten, so wenden Sie sich gegen sie, denn diese sind Ihre sinnbildliche Mutter. Wie bewerkstelligen Sie das? Setzen Sie ein anderes Gefühl an seine Stelle. Sie können Ihr Denken erst dann verändern, wenn Sie anders fühlen, und Gefühle kommen aus geistigen Vorstellungen. Alles, was der Mensch für wahr hält, ist in seinem eigenen Haushalt sein Feind. Sogar Seele und Geist können von einem solchen Schwert durchtrennt werden.
Ihr Vater, Ihr „Ich bin“, ist Geist, und wenn Sie ihn verehren, müssen Sie es im Geist und in der Wahrheit tun. Seien Sie still und sagen Sie sich selbst gefühlvoll: „Ich bin er.“ Alles, womit Sie einverstanden sind, alles, was Sie glauben und für wahr halten, unabhängig davon, wie klug oder dumm es ist, bildet Ihr Gewand. Sie können sich aber neu gewanden und eine höhere Seinsebene erreichen, wenn Sie Ihr Kreuz auf sich nehmen und Ihrer Vorstellungskraft folgen.
Die meisten Menschen sind ziellos. Sie wollen zwar mehr haben, als sie jetzt besitzen, sie wollen, dass sich andere ändern, aber die eine Sache, welche eine Veränderung mit sich bringt, vermeiden Sie: die Arbeit an sich selbst. Jedem wird der Lohn nach seinem eigenen Werk gegeben. Diese Stelle in der Offenbarung besagt nicht, dass uns der Lohn nach dem Werk eines anderen Menschen gegeben wird. Worin besteht dieses eigene Werk, diese Arbeit, diese Aufgabe? In der ungeschönten Beobachtung unserer Reaktionen auf das Leben, denn diese sind es, die uns an eine bestimmte Ebene knebeln. Lösen Sie sich von unschönen Gedanken und fühlen Sie sich in Ihr verwirklichtes Ziel hinein. Auf diese Weise erreichen Sie eine höhere Ebene. Ihr Ideal befindet sich auf der senkrechten Linie, auf der Sie stehen.
„Suchet, und ihr werdet finden; und wenn ihr ihn findet, werdet ihr wie er sein.“ Dies bedeutet, Sie werden die Erfüllung Ihres Wunsches nur dann erleben, wenn Sie zu Ihrem Wunsch geworden sind. Wer nach Liebe sucht, zeigt nur, dass er jetzt ohne Liebe ist, denn niemand braucht etwas zu suchen, was er bereits ist. „Ich bin Maria, und auch Sie sind Maria, denn wir empfangen uns fortwährend immer selbst.“
Das gesamte menschliche Leben ist eine Erfüllung von Wünschen, und der als erfüllt empfangene Wunsch wird sich im Außen zeigen. Solange Sie nicht hungrig genug sind, um Ihre jetzige Bewusstseinsebene zu durchschreiten, werden Sie auch nichts empfangen, was größer ist als Sie. Solange Sie noch in Ihrem jetzigen Zustand verliebt sind, können Sie ihn nicht verlassen. Ohne die senkrechten Zustandslinien wäre das Leben sinnlos. Die Weisen früherer Zeiten nannten diese unendliche Aneinanderreihung Jakobsleiter oder Himmelsleiter. Diese Leiter bauen Sie nicht auf, auf dieser Leiter klettern Sie durch Selbstentdeckung immer höher.
Bei einem anderen Menschen sehen Sie nur Ihre eigene Meinung von ihm. Wenn Sie ihn für freundlich halten, dann ist er freundlich. Wenn Sie ihn für dumm halten, ist er dumm, denn dann spielt er die Rolle, die Sie ihm in Ihrer Meinung zugewiesen haben. Wenn Sie möchten, dass sich dieser Mensch ändert, müssen Sie Ihre Meinung über sich selbst ändern, denn er ist nur Ihre hinaus projizierte Meinung. Sie halten sich dort auf, wo Sie sich psychologisch befinden. Aus diesem Grunde sollten Sie Ihre Gefühle an die Erfüllung Ihres Traumes knüpfen, und selbstverständlich sollten Sie darauf achten, dass all Ihre Träume hehre und lobenswerter Art sind.
Kapitel 4: Machen Sie Wein
Der Zweck der biblischen Aussagen besteht darin, den Menschen auf eine höhere Seinsebene zu bringen. Das beginnt beim Zustand, der Moses genannt wird, und bei der Entdeckung des „Ich bin“. Im Buch Jesaja lesen wir: „Halte am Sabbat den Fuß zurück.“ Und weil in mir als einen heiligen Tag sehen wir uns diese Aussage näher an, um ihre tiefen Bedeutung auf die Spur zu kommen. Wer den Sabbat halten will, muss sich von jeglichem Zweifel frei machen, da der geistige Fuß, auf dem Sie stehen, Ihr Glaube ist. Wenn Ihr geistiger Fuß die Erde berührt, bewegt er sich automatisch und mechanisch. Nutzen Sie jetzt Ihr Bewusstsein, um das mechanische Festhalten am Leben zu unterbrechen und Ihre Gedanken auf den bereits erfüllten Wunsch zu lenken, und halten Sie dann den Sabbat.
Die in der Bibel genannten Zwillingsbrüder stehen für die Dualität: Abel, das innere Ich, und Kain, das äußere Ich. Nun muss eine Umkehr stattfinden, denn im Neuen Testament wird ihre wahre Identität als Christus, das innere Ich, geoffenbart. Wenn Sie die Menschen so sehen, wie Sie gesehen werden wollen, gießen Sie Öl auf ihre Wunden. Andernfalls aber sind Sie so wie die Schriftgelehrten und Pharisäer im 23. Kapitel bei Matthäus, die nur heuchlerisch das tun, was von anderen gesehen wird, aber ihre eigenen Lehren nicht befolgen.
Im dritten Kapitel bei Johannes lesen wir die Geschichte von Nikodemus, einem vernunftbegabten Mitglied des Rates. Er glaubte, dass man das Gesetz Mose befolgen müsse, um in das Himmelreich zu gelangen, doch er hörte, dass er aus Wasser und Geist wiedergeboren werden müsse. Hier sehen wir den Unterschied zwischen Verstand und Weisheit. Das Gesetz Mose einzuhalten reicht noch nicht aus, Sie müssen auch eine Veränderung Ihrer Seinsebene durchmachen. Auf diese Weise erhalten Sie die Weisheit, um die Neugeburt zu erfahren.
Ihre inneren Selbstgespräche sind der Nährboden für Ihre Zukunft und entscheiden darüber, ob diese liebevoll oder lieblos sein wird. Dies wird uns sehr anschaulich im fünften Buch Mose vor Augen geführt: „Ich lege euch Segen und Fluch gleichermaßen vor.“ Jedes Mal, wenn Sie jemanden rüffeln oder schelten, und sei es nur gedanklich, verfluchen Sie ihn. Und jedes Mal, wenn Sie einen anderen Menschen so behandeln, wie Sie selbst behandelt werden wollen, segnen Sie ihn.
Das Wasser steht symbolisch für die psychologische Wahrheit. Die Wahrheit zu kennen reicht noch nicht aus, wir müssen uns auch danach richten. Dann erst verwandelt sich Wasser in Wein. Beginnen Sie jetzt damit, sich all die unliebsamen, negativen Gedanken anzusehen und sie zu verwandeln, denn Sie können andere Lebensumstände erst dann erfahren, nachdem Sie sich vom bisherigen Zustand, in dem diese Gedanken fließen, freimachen.
Kapitel 5: Gott erkennen
Sankt Augustinus sagte einmal: „Lass mich Dich erkennen, und wenn ich sterben muss, um Dich zu sehen, dann lass mich sterben, damit ich Dich von Angesicht zu Angesicht schauen kann.“ Doch dann erfuhren wir, dass wir nicht gleichzeitig Gott ins Angesicht schauen und leben können. Wenn Gott vorbei geht, können wir seinen Rücken sehen, aber nicht sein Angesicht. Das ist der Gott der wunderbaren „Ich bin“-Halt, die Bewusstheit, welcher ein ums andere Mal ruft: „Ich bin der, der ich bin.“
Die Vorstellungskraft ist die einzige Macht. Ihre Vorstellungskraft ist es, welche das Licht bildet. Sie tut Gutes ebenso wie Schlechtes, und einen anderen Gott gibt es nicht. Der Mensch neigt dazu, an zwei Mächte zu glauben: an eine gute und eine schlechte, aber es gibt nur eine einzige. Das „Ich“ im Menschen bringt Tod und Leben, verflucht und erschafft. Ihre Bewusstheit vom Sein ist die einzige Realität. Die Eigendefinition eines absoluten Zustandes lautet: „Ich bin göttlich“, und dieser absolute Zustand ist Gott. Er ist Ihr unsichtbares „Ich bin“.
Bei Matthäus lesen wir: „Selig die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen.“ Im griechischen Original finden wir für „rein“ das Wort „katharus“, gleich sauber, frei von etwas. Der Geist muss frei von allen Hindernissen sein, die durch herkömmliches, falsches Denken aufgetürmt wurden. Das Herz muss frei vom Glauben an eine Nebenmacht sein. Erst dann werden Sie gesegnet sein, denn dann werden Sie wissen, dass der einzige Gott Ihr wahres Ich ist. Außerhalb von Ihnen gibt es keine Macht. Dieselbe Macht, welche Gutes tut, tut auch Böses. Machen Sie sich jetzt frei vom Glauben an zwei Mächte, nur dann werden Sie rein sein und Gott schauen.
Das riesige Universum ist nichts anderes als eine Reaktion auf das Bewusstsein der Menschen. Wenn Sie glauben, dass das Ich eines anderen Menschen der Grund für Ihr Missbehagen ist und nicht etwa Ihr eigenes Ich, dann haben Sie in Ihren Geist einen Baum gepflanzt, der Ihnen die Sicht versperrt und den es auszugraben gilt. „Es denke niemand Arges in seinem Herzen“, lesen wir bei Zacharias. Mit „Herz“ ist natürlich nicht das Körperorgan gemeint, sondern das geistige Zentrum. Wenn Ihr Herz rein ist, werden Sie wie ein Melchisedek. Lesen Sie die Geschichte sorgfältig, und Sie werden erkennen, dass dann, als Abraham die Könige als eine negative und unschöne Vorstellung besiegte, er zurückkam, um Melchisedek, das Symbol des „Ich bin“, Ihr wahres Wesen, vorzufinden.
Lernen Sie Ihren Geist zu disziplinieren, denn nur ein disziplinierter Geist kann das Gefühl eines bereits erfüllten Wunsches aufrecht erhalten. Sollte sich das Vorgestellte nicht verwirklicht haben, dann deshalb, weil Sie immer noch an Ihren bisherigen Zustand gefesselt sind. Sobald Sie aber nicht mehr kritisch sind, hören auch die negativen Gedanken auf, welche Sie an Ihren jetzigen Zustand binden.
Es gibt drei Möglichkeiten, Ihren Geist von den Bäumen des falschen Denkens zu befreien, damit Sie Gott schauen können: unkritische Beobachtung, Nicht-Identifizierung und Opferung des bisherigen Zustandes. Der Mensch bildet sich ein, Gott mit Hilfe kleiner Bildnisse sehen zu können, aber Gott kann nur durch den Glauben an eine einzige Macht gesehen werden. Über eine unkritische Beobachtung gelangen Sie in einen gewissen Zustand. Sollte Ihnen die Rolle nicht gefallen, welche Sie in diesem Zustand einzunehmen haben, dann reagieren Sie einfach nicht mehr darauf. Solange Sie den Punkt noch nicht erreicht haben, an dem Sie nicht mehr reagieren, sind Sie noch nicht rein genug, um Gott zu schauen. Wenn Sie ihn sehen, werden Sie ihn erkennen, Sie werden wie er sein.
„Wo ich bin, ist immer auch das, was ich bin.“ Gehen Sie von einem einzigen Ich in sich aus, nicht von einer Vielzahl von Ichs. Das „Ich“ entwurzelt alle Nebenursachen und befreit den Geist von seiner versklavenden Macht. Ihr Glaube an Mächte außerhalb von Ihnen gleicht einem sperrigen Baum, der aus dem Geist herausgerissen werden muss. Setzen Sie diese Vorgehensweise jetzt in die Praxis um, und Sie werden sich all Ihre Wünsche erfüllen. Das setzt natürlich voraus, dass Sie einen Wunsch haben, also dass Sie etwas Bestimmtes anstreben, denn Ihr Wunsch ist die Sprungfeder, die Sie zum Tun bringt.
Legen Sie Ihr Ziel klar fest. Wo würden Sie sich aufhalten, wenn dieser Herzenswunsch jetzt bereits erfüllt wäre? Wie würden Ihre Lebensverhältnisse aussehen? Würden Sie von Ihrem Lebenspartner, Ihren Angehörigen, Bekannten und Freunden anders wahrgenommen werden? Fühlen Sie sich in die Gegenwart dieser Menschen hinein, achten Sie auf die Freude, die sich auf ihren Gesichtern widerspiegelt, und hören Sie innerlich ihre Glückwünsche wieder. Wiederholen Sie diese Übung so lange, bis Sie das Gefühl des Vollbrachten verspüren. Nachdem Sie dieses Gefühl ganz natürlich verspüren, bleiben Sie ihm treu und halten es aufrecht, denn Ihre Annahme beinhaltet bereits sämtliche Pläne und die Macht zur Verwirklichung im Außen.
Auf der äußeren Ebene brauchen Sie nichts zu tun, denn Ihre Annahme, Ihre Prämisse, Ihre gefühlsmäßige Vorwegnahme sorgt für eine neue geistige Ausrichtung, und was durch Ihre Annahme bestätigt wird, wird sich auf der physischen Ebene zeigen. Ihr Wunsch könnte beispielsweise eine Verbesserung im finanziellen Bereich, in gesellschaftlicher oder zwischenmenschlicher Hinsicht betreffen. Vielleicht wünschen Sie sich auch ein tieferes Verständnis dieser Lebenszusammenhänge. Die Entscheidung liegt bei Ihnen, doch eines ist sicher: Wenn Sie diese Vorgehensweise getreulich befolgen, ist Ihnen der Erfolg gewiss.
Das Königreich mit seinen zahlreichen Zuständen – einige schön, andere nicht so schön – befindet sich in Ihnen. Der Zustand, welcher Wunden oder heilen, töten oder Leben spenden kann, ist in Ihnen. Es handelt sich durchweg um psychologische Zustände, welche alle Voraussetzungen mitbringen, um sich in der Außenwelt zu zeigen. Sobald Sie eine bestimmte Wohnung, einen Zustand, betreten haben, brauchen Sie dort nicht zu verweilen. Sie können sie über dieselbe Vorgehensweise, über die innere Annahme und gefühlsmäßige Vorwegnahme, auch wieder verlassen. Machen Sie den Praxistest: Sie werden feststellen, dass die Fehler, die Sie an anderen wahrnehmen, in Ihnen selbst vorhanden sind.
Kapitel 6: Alles ist Bewusstsein
Sobald sich Ihr Verständnis durch die Beseitigung der Bäume des herkömmlichen falschen Denkens erweitert hat, sind Sie gesegnet. Nun können Sie erkennen, dass alles Bewusstsein ist und dass es überall nur Bewusstsein gibt. Nun sehen Sie klar, dass jede Nebenursache ein Tyrann ist und dass Sie auf verlorenem Posten stehen, solange Sie an eine äußere Macht glauben. Sie können nur das sehen, was Sie sind. Erbauen Sie sich deshalb Ihre Welt, so wie Sie sie gerne hätten, eine Welt, die über das vorläufig noch Unsichtbare hinausgeht. Die von Ihnen gewünschte Welt gibt es bereits und entfaltet sich immer mehr in dem Maße, wie Sie sich als Geistwesen mit dem wahren Abbild von sich selbst, so wie Sie sein möchten, umgeben.
Ihre „Ich bin“-heit, also Ihr Bewusstsein, hat bereits so viele Modelle auf ihrer Leinwand angeordnet, wie es Menschen auf dieser Erde gibt. Wenden Sie sich an sich selbst und gehen Sie davon aus, dass die Erfüllung Ihres Wunsches besteht. Fühlen Sie sich mitten hinein, dann malen Sie sich Ihre Bewusstseinsleinwand aus. Es steht Ihnen alles zur Verfügung. Die Verwirklichung hängt von Ihnen und von der Ernsthaftigkeit Ihres Wunsches ab. Blicken Sie immer nach innen, denn Ihr Bewusstsein ist die einzige Ursache für
Die Erscheinungen ihres Lebens. Vielleicht haben sie sich ja etwas vorgestellt, dass niemals eingetreten ist, und betrachten dies jetzt als Misserfolg. Der Grund dafür ist immer derselbe: Ihnen fehlte das Gefühl der unspektakulären Natürlichkeit. Bis sich eine innere Annahme als Lebensumstand zeigt, dauert es eine Weile, und der Wunsch erfüllt sich in dem Maße, in dem das Gefühl des erfüllten Wunsches für sie völlig selbstverständlich ist. Solange ihnen etwas nicht natürlich vorkommt, passt es nicht zu ihrer Natur, zu ihrem Wesen.
In meinem Namen zu bitten bedeutet, gemäß meiner Natur, meinem Charakter zu bitten. Wenn Sie bitten, müssen Sie sich deshalb so fühlen, als seien oder hätten Sie das Erbetene bereits. Alles, worum ihr betet und bittet, glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch gegeben. Fühlen Sie sich in den erfüllten Wunsch hinein, denn das Bewusstsein ist die einzige Realität, und alles, was Sie sehen, ist lediglich eine Auslagerung eines Bewusstseinszustands. Es wäre dumm, etwas zu suchen, bevor sie seinen Grund kennen. Jede Wirkung geht auf einen Bewusstseinszustand zurück, und um die Wirkung zu erleben, müssen Sie vorher ihr Grund sein. Erst wenn Sie die Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit des angestrebten Zustands erfühlen, können Sie einen solchen Zustand erfahren. Überlegen Sie, wie lange ist Ihnen schon bewusst, dass gewünschte zu sein? Wie weit fühlen Sie die Verwirklichung bereits jetzt?
Bei Matthäus lesen wir: "Wo du Ungläubige und unbelehrbare Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein?" Glauben Sie an das, dessen Sie sich bewusst sind. Dieser unerschütterliche Glaube ist unabdingbar, wenn sie etwas erreichen wollen. Wenn die neuesten Schlagzeilen oder Nachrichten bereits ausreichen, um sie von ihrem Vorhaben abzubringen, sind sie ungläubig und unbelehrbar. Sofern sie ihr Ziel erfolgreich erreichen wollen, müssen Sie diese Erfolgsstimmung wie einen Duft ganz natürlich mit sich herumtragen. Falls sie ihre Annahme so beharrlich aufrechterhalten, dass ihnen scheinbar dagegen sprechende Sinneseindrücke nichts anhaben können, wird sich das Leben so umschichten, dass es mit ihrer Annahme übereinstimmt. Diese Welt fügt sich entsprechend den geistigen Vorhaben. Änderungen beginnen, sobald der neue Wunschzustand ganz natürlich erfüllt wird. Jakob sagte dem Herrn: "Ich lasse dich nicht los, bist du mich gesegnet hast." Wie Jakob, bringen sie vielleicht die ganze Nacht mit einer geistigen Vorstellung. Wenn sie sich aber nicht davon abbringen lassen und weiterhin im Gefühl des erfüllten Wunsches und der inneren Gewissheit leben, werden sie seine Erfüllung erleben.
In der Bibel lesen wir von einem Mann, dessen Kind tot war. Als er einen Mann Gottes aufsuchte und darum bat, dass das Kind wieder zum Leben erweckt würde, wurde sein Wunsch erfüllt. Ihr Ideal sei dieses: Erfolg, Gesundheit, Partnerschaft, Geld oder Ruhm. Ist das tote Kind in diesem Gleichnis? Wenn Sie aber daran glauben, dass es zum Leben erweckt werden kann und ganz natürlich von der Annahme ausgehen, dass Sie erfolgreich, gesund, wohlhabend oder etwas anderes gewünschtes sind, wird Ihr schlafendes Kind vom Tode erweckt werden und in Ihrer Welt leben.
In einem Gleichnis bei Lukas lesen wir von einem Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm. Einen solchen Richter gibt es in Ihnen. Dieser gibt Ihnen alles, worum Sie bitten, sofern Sie darum ebenso beharrlich bitten wie die Witwe in diesem Gleichnis. Sie kam um Mitternacht und blieb beharrlich bei ihrer Bitte, bis der Richter schließlich ausrief: "Der noch will ich dieser Witwe zu ihrem Recht verhelfen, denn sie lässt mich nicht in Ruhe." Wenn das Licht des Bewusstseins nicht auf Ihren erfüllten Wunsch scheint, ist es Mitternacht. Wenn sie aber ihren Wunsch mit dem Licht des Bewusstseins anfüllen und ihn beharrlich aufrecht halten, dann wird das, dessen Sie sich bewusst sind, schließlich in Ihr Leben treten.
Sie sind ständig in das wahre Bild von sich eingehüllt und können nur das sehen, was Sie sind. Handle es sich um etwas Gutes, Schlechtes oder Neutrales, achten Sie darauf, wie sie auf die Lebensumstände reagieren. Auf diese Weise erkennen Sie das Selbstbild, von dem Sie sich lösen wollen. Sobald Sie anfangen, sich mit dem neuen Wunschzustand zu identifizieren, beginnt die Loslösung. Dazu müssen Sie Ihre neue Annahme jedoch beharrlich aufrecht halten. Wenn Sie aus diesem Grundgefühl herausgerissen werden, kehren Sie sogleich in das Gefühl zurück und wiederholen dies so lange, bis es sich für Sie völlig normal anfühlt. Viele Wahrheitssuchende begehen den Fehler, dass sie ständig am Ausgestalten sind, es aber versäumen, sich in ihr Wunschbild hineinzugeben. Wenn sie sich in ihr Wunschbild, ihren Sollzustand, hineinfühlen, müssen sie seine Gegenwart so spüren wie ein erhöhtes Gebet. Verschmelzen Sie somit diesem angestrebten Idealzustand, dass Sie aus diesem Zustand heraus denken. Wie lange es bis zur Verwirklichung dauert, liegt letztendlich nur an Ihnen selbst. Falls Sie geistig so diszipliniert sind, dass nicht und niemand Sie ablenken kann, wird Ihr Herzenswunsch auf den räumlichen Bildschirm projiziert. Solange Sie aber noch an irgendwelche Nebenursachen glauben, verzögert sich die Wunscherfüllung.
Es gibt keine zwei "Ich bin's", sondern nur ein einziges "Ich bin", welches sich auf vielen Ebenen befindet. Der zur Erfüllung drängende Wunsch ringt wie Jakob. Sobald der Kampf vorbei ist, wird Israel geboren. Sie meinen vielleicht, Ihr Name sei Dieter Meier oder Susanne Huber. Ihr wirklicher Name lautet jedoch "Ich bin", und Ihre vorherrschende Stimmung ist Ihre Natur. Lösen Sie sich von dieser Stimmung und nehmen Sie eine neue Natur an. Bleiben Sie dieser neuen Beziehung treu, und sie wird Ihre Kinder zeugen. Ihre schöpferische Ich-heit wird neue Lebensumstände hervorbringen. Falls es Ihnen an Beharungsvermögen mangelt und Sie immer wieder in die vorherige Stimmung, von der Sie sich trennen wollen, zurückfallen, werden Sie Misserfolge erleben.
Der Wunsch ist eine verborgene Identität. Was Sie anstreben, haben Sie bereits. Wenn Sie faktisch anerkennen können, dass Sie jetzt bereits das sind, was Sie sein wollen, und sich nicht irre machen lassen, sondern beharrlich im Gefühl der bereits erfolgten Wunschverwirklichung leben, aus diesem heraus denken und reagieren, wird nichts auf der Welt verhindern können, dass Sie Ihren Wunsch auf dieser dreidimensionalen Ebene erleben. Voraussetzung ist jedoch, dass sie sich in das Szenario des erhöhten Gebetes hineinfühlen, innerlich aus dieser Situation heraus leben und daran glauben, dass es bereits so ist. Das physische Erleben muss dann nachfolgen.
Jeder erfolgreich betende Mensch, das heißt, jeder Mensch, der sich selbst von der Gegenwärtigkeit seines erfüllten Wunsches überzeugt hat, ist selbst eine Triebfeder zum Handeln und erhört sein Gebet selber. Es gibt keine andere Instanz, die das Gebet erhört. Der Beschenkte ist gleichzeitig der Beschenker und tut dies über eine neue geistige Ausrichtung. Lernen Sie Ihren Geist neu zu ordnen und sofern Sie noch unerhörte Gebete in der Schwebe haben, sollten Sie von nun an so leben, fühlen, denken und reagieren, als wären diese bereits erfüllt. Bedenken Sie: Der Glaube ist die feste Zuversicht und das Vertrauen in etwas, das wir noch nicht sehen. Die einzige Realität und die einzige Substanz ist das Bewusstsein. Von dort gehen alle Gebete aus und dort enden sie. Das gesamte Buch der Hebräer ist im Glauben gewidmet. Er hielt standhaft aus, als ob er den unsichtbaren... und der Glaube ist eine feste Zuversicht auf das Erhoffte, ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Auch uns ist die gute Botschaft verkündet worden wie jenen, aber das Wort, das sie hörten, half ihnen nichts, weil sie nicht im Glauben vereint waren mit denen, die es hörten. Die gute Botschaft ist der erfüllte Wunsch. Ein nicht vom Glauben durchdrungener Wunsch ist völlig nutzlos, denn der Glaube ist die Bewusstheit von der Wirklichkeit des erfüllten Wunsches. Die Schöpfung ist abgeschlossen, und wir werden uns lediglich immer größerer Bereiche daraus bewusst. Ein Mangel an Glaube bedeutet eine Verneinung des vorweggenommenen Zustands. Solange Sie sich auf Ihre Sinnesorgane begrenzen, welche allem, was Sie sich wünschen, widersprechen, ist Ihnen der Glaube unbekannt. Erst Glaube macht das Unsichtbare wirklich. Der noch unsichtbare Mensch, stehen Sie zu sein, anstreben, wird den Schleier ablegen und für jedermann sichtbar werden. Sofern Sie Ihr Leben im Glauben an seine Verwirklichung führen.
Kapitel 7: Gerechtigkeit. Ein Ziel zu haben und es nicht zu erreichen, heißt sündigen. Solange Sie kein Ziel haben, können Sie nicht sündigen. Der Gerechte, der sich der bereits eingetretenen Erfüllung seines Wunsches bewusst ist, kann nichts entdecken. Im Buch Daniel lesen wir: "Mache dich durch Gerechtigkeit von deinen Sünden los." Das hat nichts mit irgendeiner Kirche oder einem Ritual zu tun. Gerechtigkeit bedeutet hier rechtes Denken. Im Buch Mose erfahren wir, dass Jakob seinen Wohlstand vergrößern wollte. Die entsprechende Passage lautet: "Hebe deine Augen und sehe, dass alle Böcke, die die Lämmer bespringen, sprenklich und bunt sind." Und bei Hiob lesen wir dann: "Von meiner Gerechtigkeit, die ich habe, will ich nicht lassen." Folgen Sie Jakobs Beispiel. Heben Sie Ihre Augen in zielgerichteter Imagination und sehen Sie innerlich das, was Sie sehen wollen. Glauben Sie an Ihr Wunschbild, und Ihr Glaube wird es in Ihrer feststofflichen Welt Wirklichkeit werden lassen. Auf einem Stuhl sitzend können Sie den angestrebten Bewusstseinszustand einnehmen, auch wenn Ihnen Ihre Außenwelt, Ihre Sinne, etwas anderes vorgaukeln. Dann können Sie wie Jakob sagen: "Zur rechten Zeit wird meine Gerechtigkeit offenbar werden." Mein rechtes Denken. Jakob wusste, dass er nicht unbelehrbar werden und sich nicht von seinem neuen Zustand abwenden durfte. Wenn er sein Ziel erreichen wollte, musste er sein Wunschbild allem Anschein zum Trotz im Bewusstsein aufrecht erhalten. Gott Vater ist kein Mann, sondern das vorherrschende Vorstellungsbild, dem Sie dienen. Die Feinde dieses Vorstellungsbildes befinden sich in Ihrem eigenen Haushalt, in Ihrer eigenen Denkweise. Bleiben Sie einem vorherrschenden Vorstellungsbild treu, und Sie werden den gewünschten Zustand auf eine Ihnen unbekannte Weise, welche Sie auch nicht zu wissen brauchen, über Ihr rechtes Denken in Ihrer Außenwelt erleben.
Ein Pharisäer ist jemand, der sich strickt nach den von Menschen gemachten Gesetzen richtet und das levitische Gesetz der äußeren Läuterung befolgt. Doch bei Matthäus lesen wir: "Wenn eure Gerechtigkeit nicht größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich gelangen." Trachtet zuerst nach dem Himmelreich und nach seiner Gerechtigkeit, und alles übrige wird euch hinzugegeben. Wahre Gerechtigkeit ist Bewusstsein. Wir verstehen dieses Wort falsch und suchen Gerechtigkeit, als handle es sich um eine Sache, statt um das Bewusstsein. Durchtränken Sie Ihr Bewusstsein mit dem Gefühl, bereits der Mensch zu sein, der Sie sein wollen, und Ihre Gerechtigkeit, Ihr rechtes Denken, wird Ihnen den Beweis liefern.
Auch bei einer anderen Passage stoßen wir wieder auf das Prinzip der Gerechtigkeit: "Was der Mensch sät, das erntet er." Psychologisch gesehen wird ein in den Geist hineingesäter Bewusstseinszustand in Form äußerer Ereignisse geerntet. Daraus folgt auch, dass Sie immer wieder ähnliche Ereignisse ernten werden, solange Sie Ihren jetzigen Bewusstseinszustand nicht verändern. Leben Sie im Bewusstsein Ihres bereits erfüllten Wunsches, und Sie werden niemals sündigen, weil Ihnen die Erfüllung verwehrt geblieben ist. Sie dürfen jedoch nicht mehr in Ihren früheren Zustand zurückfallen. Ein jeder von uns ist ein verlorener Sohn. Wir lesen aber, dass diesem Sohn ein Mastkalb, Kleidung und ein Ring gegeben wurde, als er wieder zu Sinnen kam und in das Haus seines Vaters zurückkehrte. Wenn Sie beobachten oder erst schauen, was Sie im Bewusstsein sind, und wieder zu Sinnen kommen, indem Sie zum Vater, also Ihrem Wunschzustand, zurückkehren, wird Ihnen die Erfüllung Ihres Wunsches gewährt werden.
Achten Sie auf Ihre Reaktionen auf die Lebensvorkommnisse. Das zeigt Ihnen, wo Sie psychologisch stehen. Wenn Ihre Reaktionen lieblos und unschön sind, warten Sie in Kot und Schlamm und füttern die Schweine. Wenn sie aber Einkehr halten und sich an den Vater allen Lebens wenden, indem sie sich erfolgsgewiss in den angestrebten Idealzustand hineinfühlen, wird ihr Verhalten liebevoll sein. Halten Sie dieses Grundgefühl aufrecht, so kommen Sie aus dem Kot und Schlamm heraus und betreten das Reich des erfüllten Wunsches. Gerechte Empörung gibt es nicht, denn die Wut eines Menschen kann nicht gerecht sein. Ihr Ziel sollte es sein, Ihr Bewusstsein zu erweitern. Wenn Sie zum Beispiel Lehrer sind, sollten Sie danach trachten, als Lehrer immer weiter zu wachsen. Daran sollten Sie morgens, mittags und abends denken und innerlich in diesem Zustand leben, bis er sich im Außen zeigt.
Von Hans Christian Andersen gibt es ein Märchen, das von einem kleinen blinden Mädchen mit fünf Brüdern handelt. Die Brüder verließen sich auf ihre Sinne und kamen vom Weg ab. Das Mädchen aber, das sich auf keinen Sinn verlassen konnte, spann einen Goldfaden. Es befestigte ein Ende an seinem Finger, das andere an der Sonne, und so verirrte es sich nie. Auch Sie können sich auf das Licht des Bewusstseins verlassen, indem Sie den Faden folgen, der zu Ihrem Ziel führt, und sich nicht von den Sinnen ablenken lassen. Richten Sie nicht nach dem Augenschein, indem Sie Ihren Wunsch immer vor Ihrem inneren Auge haben. Gehen Sie nicht verloren wie die fünf Brüder und kümmern Sie sich nicht darum, was andere tun. Sie leben im Bewusstsein dessen, der Sie sein wollen. Niemand kann Sie vom Weg abbringen, wenn Sie sich bewusst sind, dass Sie das Gewünschte bereits erreicht haben.
Trachtet zuerst nach dem Himmelreich und nach seiner Gerechtigkeit, und alles übrige wird euch hinzugegeben. Das Himmelreich ist in Ihnen. Machen Sie die Türe nach innen auf, und Sie werden die Macht finden, um das zu erleben, was Natur und Sinnesorgane verleugnen. Machen Sie den Praxistest, indem Sie Ihre Gedanken steuern und nur das sehen, was Sie sehen wollen, sowie nur das hören, was Sie hören wollen. Sie interessiert nur das, was zur Verwirklichung der von Ihnen gewünschten Erlebniswelt beiträgt. Falls Sie Ihre Welt in Ihrer geistigen Vorstellung so lange zielgerichtet ausrichten, bis dieses eine Gefühl alle übrigen Vorstellungsbilder verdrängt hat, wird Ihr Traum in Erfüllung gehen. Solange Sie von diesem Gefühl des Erreicht-Habens nicht durchdrungen sind, besteht die Gefahr, dass Sie abgelenkt werden und Ihr Ziel verfehlen.
Die Bibel lehrt ein immer höher steigendes Bewusstsein, bis die Neugeburt eintritt. Es gibt nur einen Lebenszweck, nämlich auf der senkrechten Linie des Kreuzes immer höher hinauf zu gelangen. Ausgehend von dem Wissen um den Zustand, den Sie zum Ausdruck bringen wollen, leben Sie so, als ob dies jetzt bereits der Fall wäre. Nur wer die Hand an den Pflug legt und nicht zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes. Dies bedeutet: Sobald Sie sich in einen neuen Zustand hineingefühlt haben, dürfen Sie nicht mehr auf Ihren vorherigen Zustand zurückblicken, andernfalls werden Sie wie Lots Frau. Sie blickte zurück und verwandelte sich in eine Salzsäule. Salz ist ein Haltbarkeitsmittel. Sobald Sie auf Ihren alten Zustand zurückblicken, begeben Sie sich unverzüglich wieder in diesen hinein, denn alle Zustände bleiben in Ihrer Vorstellungswelt aufrecht erhalten und können jederzeit wieder eingenommen werden.
Das Himmelreich ist ein höherer Bewusstseinszustand, ein Schritt über Ihrem jetzigen, und jede weitere Ebene darüber erreichen Sie über eine Veränderung zum Besseren hin. Es gibt kein Problem, das sich nicht über eine Veränderung des Bewusstseins lösen ließe. Was nötig ist, damit ein Bewusstseinszustand seine Wirkung entfaltet, kann ohne diesen Zustand nicht herbeigebracht werden. Es ist der Gipfel der Torheit, Sicherheit zu erwarten, solange man sich der Unsicherheit bewusst ist. Auf der anderen Seite können Sie sich nicht unsicher fühlen, wenn Sie im Bewusstsein der Sicherheit leben. Sie brauchen keine Verbindungen spielen zu lassen, um das Gewünschte zu erhalten, denn eine beharrlich aufrechterhaltene Annahme, sei diese richtig oder falsch, wird sich als physische Tatsache zeigen.
Versuchen Sie nicht, ein besserer Mensch zu werden. Bemühen Sie sich vielmehr darum, bei einer bestimmten Sache besser zu werden. Viele geisteswissenschaftlich interessierte Menschen gehen ziellos durchs Leben und reden sich damit heraus, dass Gott es besser wisse. Doch wie kann das sein, wenn Sie und Gott, Ihr Vater, eins sind? Die meisten Menschen scheinen zuerst das Gewünschte haben zu wollen, erst dann glauben sie es. Damit schäumen Sie das Pferd von hinten auf. Viel mehr müssen Sie zuerst in dem Bewusstsein leben, das Gewünschte zu sein bzw. zu haben, erst dann kann die Bestätigung oder das Zeichen folgen. Die Signale und Zeichen kommen immer nach der Erfüllung Ihrer Wünsche, nicht vorher. Trachtet nach dem bewussten Gefühl, Ihr Ziel bereits erreicht zu haben, und dann wird das Signal, dass Sie es erreicht haben, auch folgen. Es ist nicht so, dass Ihnen Gutes widerfährt und anschließend werden Sie dann gerecht. Fordern Sie immer die Ebene ein, die sich über Ihre jetzigen befindet, indem Sie die bisherige Ebene absterben lassen, denn in Ihres Vaters Haus gibt es viele Wohnungen. Verlassen Sie Ihre jetzige Wohnung und begeben Sie sich in die gewünschte hinein.
Kapitel 8: Der vollkommene Wille Gottes. Psychologisch betrachtet ist die Menschheit eine unendliche Abfolge von Bewusstseinsebenen, und der einzelne Mensch ist deshalb so, wie er ist, weil er auf einer dieser Bewusstseinsebenen lebt. In den Römerbriefen ermahnt uns Paulus: "Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an, sondern erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was Gottes Wille ist." Mit anderen Worten: Blicken Sie nicht auf die Außenwelt und nennen diese dann Wirklichkeit, sondern brechen Sie ihren Zauber durch Umdenken. Sie können Ihr Denken aber nur dann verändern, wenn Sie andere geistige Vorstellungsbilder haben, denn von diesen inneren Bildern aus denken Sie. Bedenken Sie stets, dass der Grad Ihrer Bewusstheit Ihre Lebensumstände ansieht und der einzige Grund für die wahrgenommenen Umstände ist. Bewusst zu sein bedeutet, den Willen Gottes, dessen Name "Ich bin" lautet, zu tun. Sie stets dessen bewusst zu sein, dessen Sie bewusst sind, ist das, was Sie sind. "Ich bin der, der ich bin." Mir dessen bewusst zu sein, der ich bin. Stellen Sie sich eine unendliche Werteskala als "Ich bin" vor, auf der Ihr angestrebter Zustand etwas höher angesiedelt ist als dort, wo Sie sich momentan befinden. Gott kommuniziert in Form Ihrer Wünsche mit Ihnen. Wenn Sie höher steigen wollen, spricht Gott zu Ihnen und fordert Sie auf, sich erfolgsgewiss in das Gefühl des bereits erfüllten Wunsches hineinzugeben. Lassen Sie Ängste, Begrenzungen und Zweifel hinter sich und unterwerfen Sie sich dem Willen Gottes durch die gefühlsmäßige und selbstverständliche Vorwegnahme. Gelangen Sie auf die Ebene, auf der sich Ihr angestrebtes Ideal befindet, und Sie werden beginnen, Ihre Erlebniswelt anders zu sehen.
Hier kommt die Selbstbeobachtung ins Spiel. Sie beobachten nicht Ihre äußeren Lebensumstände, sondern vielmehr Ihre Reaktionen auf diese Umstände. Falls Sie jemand beleidigt oder verärgert, blicken Sie nach innen auf das Ich, welches diesen Umstand mit Missfallen gehört und zum Ausdruck gebracht hat. Das ist manchem schwerfallen wird, sich selbst als die einzige Ursache eines Missfallens zu sehen, ist verständlich. Ich kannte eine Dame, welche ihren Arbeitgeber für ein Ungeheuer hielt, dem man nichts recht machen konnte. Sie hatte sich ihre Meinung über ihn gebildet, und diese unsichtbare und unhörbare Meinung wirkte ganztägig auf sie ein, weshalb sich ihr Vorgesetzter unmöglich benahm und dieser Dame permanent Schwierigkeiten bereitete. Meine Bekannte war jedoch bereit, ihr inneres Gefühl zu verändern und hörte auf meinen Rat hin innerlich, wie ihr Chef sie lobte und wie sie sich bei ihm für sein Lob bedankte. Sobald sie sich dabei ertappte, dass sie wieder in ihre Kritikhaltung zurückfiel, unterbrach sie sich und legte sozusagen eine Lobesplatte auf. Als sie ein Jahr später kündigte, bettelte ihr Chef sie an, doch noch zu bleiben. Da sie dies nicht annehmen konnte, bot er ihr an, jederzeit wieder zurückkehren zu können.
Ihre inneren Selbstgespräche sind der Nährboden für alle künftigen Handlungen. Morgens, mittags, abends und nachts gehen Ihnen innere Monologe durch den Kopf. Sobald Ihnen dies bewusst wird, sollten Sie diesen Automatismus sofort stoppen und sich bewusst für neue Gedanken entscheiden. Auf diese Weise erschaffen Sie eine neue Vorlage für Ihr künftiges Erleben. Gottes Wille ist "Ich bin", sein Wille geschieht immer. Der Zeitablauf an sich hat keine Macht, hat nur die Umwandlung des Augenblicks. Falls Sie zwischenmenschliche Probleme haben, sehen Sie sich Ihr Selbst an, denn dieses Ich spricht als Gedanke zu Ihnen. Lauschen Sie sorgfältig in sich hinein: Was sagen Sie zu sich selbst? Dort finden Sie die Antwort auf Ihre Schwierigkeiten.
Nun wollen wir die Begriffe "Selbst" bzw. "Seele" definieren. Damit ist das gemeint, was Sie glauben, fühlen, denken und für richtig halten. Vielleicht glauben Sie, dass man Ihnen übel mitgespielt habe. Sie halten sich für tollpatschig oder meinen, dass andere Menschen Ihnen Steine in den Weg legen würden. In solchen Fällen bildet Ihr innerer Konsens Ihre Seinsebene und zieht gute, schlechte oder neutrale Lebensumstände an. Durch Kirchgänge, den Besuch von Synagogen, Moscheen oder Tempeln können Sie Ihre Seele nicht verändern. Sie müssen sich an das Selbst wenden, an das Ihnen wohl bekannte innere Ich, denn diese Instanz ist es, welche Menschen anzieht, die Sie schlecht behandeln. Dieses Ich legt jede Kleinigkeit Ihrer äußeren Erfahrungen fest. Falls Sie insgeheim zu Konflikten neigen, kann Ihnen niemand helfen. Eine Verbesserung ist erst dann möglich, wenn Sie akzeptieren, dass Sie sich ändern können.
Unterwerfen Sie sich dem Willen Gottes, indem Sie als erstes Ihr Ideal definieren. Als nächstes leben Sie sich darin hinein, indem Sie sich in Ihrer geistigen Vorstellung so verhalten, als wäre Ihr Wunsch auf der physischen Ebene bereits verwirklicht. Sobald dieses Vorstellungsbild klar festgelegt ist, wiederholen Sie es immer wieder, bis Sie von seiner Erfüllung ganz natürlich überzeugt sind. Nachdem Ihr Vorstellungsbild so nachhaltig in Ihnen verankert ist, dass Sie von seiner Erfüllung ausdenken, werden Sie auch in Ihrer Außenwelt eine Veränderung bemerken. Machen Sie Ihr Herz rein, indem Sie sich von der Ansicht frei machen, dass es außerhalb von Ihnen noch eine weitere Ursache gäbe. Davon ausgehend, dass das Bewusstsein die einzige Realität ist, verweben Sie sich mit dem angestrebten Bewusstseinszustand, denn Ihre Welt ist Ihr Haus, Ihr sich im Außen zeigender Bewusstseinszustand. Reinigen Sie Ihr Haus durch eine sorgfältige Beobachtung Ihrer Gedanken. Anfänglich werden Sie entdecken, dass viele Ihrer Gedanken unschön sind. Je mehr Sie jedoch lernen, wertfrei an Menschen zu denken, welche Ihnen nicht behagen, umso mehr werden die unschönen Gedanken zurückweichen.
Sobald Sie Ihr Wunschbild klar definiert haben, fühlen Sie sich ohne Vorbehalte darin hinein und bauen Sie sich die selbstverständliche Gewissheit seiner Verwirklichung auf. Bleiben Sie diesem neuen Selbstbild treu, unabhängig davon, wie es im Außen aussehen mag. Dies wird Ihnen nicht auf Anhieb gelingen. Seien Sie nachsichtig mit sich selbst. Kehren Sie einfach immer wieder zu Ihrem angestrebten Selbstbild zurück, bis Sie von der Verwirklichung Ihres Wunsches ganz natürlich überzeugt sind. Legen Sie dafür keine festen Zeiten fest, sondern kehren Sie einfach sofort wieder in den Sollzustand zurück, sobald Sie merken, dass Sie aus dem gewünschten Selbstbild herausgerissen wurden. Sobald Sie von diesem bereits erreichten Zustand ausdenken und reagieren, haben Sie den richtigen Gefühlszustand erreicht.
Die Umsetzung dieser universellen Einsichten ist nichts für Schwächlinge. Sie ist nichts für Leute, welche die Verantwortung anderen Menschen zuschieben wollen. Dies fällt zwar leichter, sie sollten aber nicht um ein einfacheres Leben bitten, sondern darum, stärker zu werden. Wäre es in Ihrem Sinne, höher zu steigen? Das ist der Wille Gottes, der sich so lange in Ihnen bemerkbar macht, bis er ausgeführt ist. Wenn Sie diesem Anspruch gerecht werden und daran glauben, sind Sie gerecht. Sie denken richtig, und Ihre Erlebniswelt wird diese Rechtmäßigkeit widerspiegeln. Andernfalls sterben Sie in Ihren Sünden. Der einzige Ausweg aus dem Leben, das jetzt führen ist, eine grundlegende psychologische Umgestaltung des Selbst. Dies tun Sie, indem Sie Ihrem Ich Ihren Wunsch einprägen und Ihr Denken dann auf den angestrebten Zustand ausrichten, bis Ihr Ich dann behaglich im neuen Zustand ruht. Denken Sie immer daran, dass es Ihr Seinszustand ist, der für Ihre Lebensumstände sorgt. Solange sich diese Seinsebene nicht verändert, bleibt auch im Außen alles beim Alten. Lassen Sie Ihre bisherige Ebene hinter sich, indem Sie Ihr gesamtes Sein auf eine darüberliegende Ebene ausrichten. Es ist leichter, als es Ihnen momentan erscheinen mag. Befreien Sie sich aus der Zwangsjacke bisheriger falscher gefühlsmäßiger Reaktionen, indem Sie Ihre Erfahrungen revidieren und verändern. Durch wiederholte Revisionen befreien Sie sich von Hassgefühlen, Ressentiments und Groll. Je mehr Sie solche schädlichen Gefühle loslassen können, umso mehr entziehen Sie ihnen die Macht, unerwünschte Folgen in Ihr Leben zu ziehen. Eine körperliche Tiefenentspannung, gekoppelt mit einer geistigen Passivität und der gedanklichen und gefühlsmäßigen Vorwegnahme des Wunschzustandes, sind die Garanten für die erfolgreiche Wunscherfüllung. Die Angst hat keine schöpferische Macht. Das Bewusstsein, dessen Ursprünge in der Ewigkeit liegen, hat die Macht, Ihre Erfahrungen in der Zeit zu liefern. Setzen Sie das Gehörte in die Praxis um, und Sie werden Erfolg haben.
Kapitel 10: Die kostbare Perle. Wenn Sie den Geist Christi besitzen, befinden Sie sich im Besitz der kostbaren Perle. Diese Perle ist gegenwartsnah. Sie ist näher als nah und kommt früher als jetzt, denn Ihre eigene wunderbare menschliche Vorstellungskraft ist die kostbare Perle. Sie haben diesen Geist immer schon besessen, aber wie bei jedem anderen Besitz verhält es sich auch hier so, dass er für Sie erst dann existiert, wenn Sie wissen, dass er Ihnen gehört und Sie bereit sind, ihn zu nutzen. Alles in Ihrer Welt wurde zunächst in der Vorstellung ausgestaltet. Ihr Wohnhaus, Ihre Fahrzeuge, Ihre Kleider, Ihre Freunde, Ihre Feinde und die Fremden auf der Straße wurden zuerst imaginiert, bevor sie existierten. Jetzt ist es an der Zeit, Ihre menschliche Vorstellungskraft zu steuern und ihn liebevoll auszurichten. Alles, was Sie suchen, befindet sich in Ihnen. Es gibt nur einen einzigen Geist auf unzähligen Bewusstseinsebenen. Ihre momentane Ebene entscheidet darüber, wo Sie sind und was Sie sind, denn Sie sind das, was Sie denken. Dieser Geist ist nichts...
Von ihnen getrenntes, sondern ihre eigene Vorstellungskraft. Die Vorstellungskraft kann sie aus ihrem jetzigen Zustand erretten oder an den Fesseln. In der Heiligen Schrift wird Christus als die Macht Gottes und die Weisheit von ihnen, die Hoffnung der Herrlichkeit, definiert. Aus dieser Macht kommt ausnahmslos alles, denn sie selbst, das heißt ihre menschliche Vorstellungskraft, sind Christus. Mit dem physischen Auge sehen Sie eine, von ihrer Wahrnehmung unabhängig existierende Außenwelt. Erst wenn sie die Welt mit dem Ich der Vorstellungskraft sehen, verstehen sie die wahre Bedeutung. Richten Sie den Blick nach innen und prüfen Sie sich. Sie werden dann entdecken, dass Sie Ihr eigener Erlöser sind. Dann werden sie die Vorherrschaft ihrer menschlichen Vorstellungskraft zur Geltung bringen und sich nicht mehr den Diktaten der äußeren Welt beugen, sondern ihre Träume wahr machen. Ein lebendigter Mensch ist selbstdiszipliniert. Bändigen Sie sich durch Selbstbeobachtung. Vergeuden Sie vielleicht Ihre Stärke durch negative Emotionen? Falls ja, befreien Sie sich durch Selbstdisziplin aus Schmutz und Schlamm und steigen Sie hoch in einen Zustand der Freude und Liebe. Wenn Sie dies tun, haben Sie die kostbare Perle gefunden.
In dieser Welt erscheinen sie als Mensch aus Fleisch und Blut. Ihre Eltern und Geschwister sind bekannt. Sie sind jedoch wesentlich größer als der größte Mensch auf Erden, denn sie sind Jesus Christus. Fordern Sie Ihre kostbare Perle ein. Sie ist der Schlüssel, der Ihnen das himmlische Schatzhaus aufsperrt. Mit dieser Einsicht ausgestattet, werden Sie nur noch liebevolle, anteilnehmende und schöne Gedanken pflegen und kein Verlangen mehr haben, zurückzuschlagen. Die Bibel ist Ihre Biografie, denn Sie sind Jesus, der große Jehova des Alten Testaments, der im Neuen Testament seine Erfüllung findet. Solange Sie den irdischen Geist nutzen, schlafen Sie noch. Es ist an der Zeit aufzuwachen, den irdischen Geist abzustreifen, der immer zu nur sagt: "Ich kann, ich war, oder ich werde sein." Es ist an der Zeit, das Göttliche Erbe anzutreten. Der göttliche Geist sagt: "Ich bin." Bei Gott ist nichts unmöglich, und wenn Sie den göttlichen Geist einfordern, ist auch Ihnen nichts mehr unmöglich.
Diese irdische Welt ist wie eine Maschine mit automatischen Aktionen und Reaktionen. Trennen Sie sich von diesem mechanischen Geist und setzen Sie Ihre wunderbare menschliche Vorstellungskraft ein, um auf immer höhere Seinsebenen empor zu kommen. Sobald Sie wissen, was Sie wollen, überlegen Sie, wo Sie sich schlafen legen würden, wenn Ihre Wunschsituation bereits verwirklicht wäre. Wie würde Ihre Umwelt aussehen? Würde sich ein Freund für Sie freuen? Mit den Antworten auf solche Fragen schlafen Sie in Ihrer Vorstellung am gewünschten Ort ein. Sehen Sie die Welt von diesem dortigen Platz aus und hören Sie innerlich, wie sich Ihre Freunde für Sie freuen. Nun, da Ihr Wunsch eine physische Tatsache ist, gibt es kein unabänderliches Schicksal, dem Sie sich zu unterwerfen hätten, und Sie brauchen sich mit Ihrer momentanen Außenwelt nicht abzufinden. Wenden Sie sich nach innen und fordern Sie die kostbare Perle ein.
In seinem Gedicht "Jerusalem" lesen wir bei William Blake: "Was zu sein scheint, ist für jene so, denen es so zu sein scheint, und bringt denen die fürchterlichsten Folgen, für die es so zu sein scheint." Selbst Stürme, Verzweiflung und Tod bringt ein solcher Glaube hervor. Im selben Gedicht aber gibt er auch dieses Versprechen: "Aber die göttliche Gnade greift ein und erlöst den Menschen als Jesus."
Kapitel 11: Besinnung auf das Selbst. Haben Sie ein Lebensziel? Ist Ihnen die Richtung klar? Dann sollten Sie jetzt beginnen, sich auf die gewünschte Stufe hochzuhießen, indem Sie sich auf das Selbst besinnen. Versuchen Sie nicht, ein besserer Mensch zu werden, sondern trachten Sie danach, bei einer gewissen Sache oder Aufgabe besser zu werden. Ihr Ziel sollte so wichtig sein, dass Sie es nicht vergessen können, und Sie so sehr nach seiner Verwirklichung streben, dass Sie nicht eher ruhen, bis es auf der physischen Ebene eine Tatsache ist.
Bei Matthäus lesen wir: "Viele sind berufen, wenige sind auserwählt." Auserwählen bedeutet abtrennen, absondern, abscheiden. Jeden Tag erhalten Sie die Möglichkeit, neue Vorstellungsbilder auszuwählen, sich in einen neuen Zustand hineinzufühlen und aus diesem Zustand heraus zu denken, zu reagieren und zu fühlen. Sie können auf unzählige Gefühlsschattierungen und Gedanken zugreifen, doch aufgrund Ihres Zieles wählen Sie nur wenige Gefühle und Gedanken aus. Wählen Sie die richtigen Gedanken und Gefühle, die Sie zum Ausdruck bringen wollen, und bewegen Sie sich über das Gefühl in Ihren Wunsch hinein.
Im elften Kapitel lesen wir bei Markus: "Geht in den Ort, und wenn ihr hineinkommt, werdet ihr an der Weggabelung ein angebundenes Füllen finden, auf dem nie ein Mensch gesessen hat. Bindet es los und führt es her. Falls euch jemand fragen sollte, warum ihr das tut, sagt ihm: Der Herr braucht es und wird es bald wieder zurücksenden." Und sie brachten das Füllen zu Jesus, er setzte sich darauf und ritt in die Stadt Jerusalem. Das an der Weggabelung vorgefundene Tier ist wieder ein Füllen noch ein Eselchen, sondern die vorherrschende Gefühlslage des Menschen. In dem Wunsch, ein neues Gefühl zum Ausdruck zu bringen, mag es Ihnen schwierig erscheinen, es zu reiten, aber Sie werden Ihre Gefühle immer an der Weggabelung des Lebens angebunden vorfinden. Falls Sie sich noch nie sicher gefühlt haben, werden Sie nicht auf dem Reittier der Sicherheit aufsitzen und in die Stadt des Friedens, also der Verwirklichung Ihres Idealzustands, hineinreiten können.
Mit Bezug auf einen Wunsch kann ein Gefühl richtig oder falsch sein. Falls Sie sich bei der Hingabe an Ihren Wunsch unwohl fühlen, bewegen Sie sich in der falschen Richtung und werden seine Erfüllung nie erleben. Falls Sie sich aber natürlich, also richtig, fühlen, bleiben Sie Ihrer Annahme treu, und diese wird sich als Tatsache zeigen. Doch selbst wenn sich das Gefühl natürlich anfühlt, können Ihnen bisweilen Zweifel kommen, die Sie von der Erreichung Ihres Zieles wegführen. Setzen Sie sich wieder auf Ihr Wunschgefühl und reiten Sie weiter, denn das Reittier ist ungebändigt und muss so lange geritten werden, bis Sie eins werden. Stehen Sie innerlich zum gewünschten Gefühl, denn Ihr Bewusstsein ist Realität. Sie sind das, dessen Sie sich jetzt bewusst sind. Begeben Sie sich in Ihren Wunschzustand hinein, indem Sie sich seiner bewusst werden. Seien Sie ausdauernd, finden Sie das Gefühl des neuen Zustands und reiten Sie es nach Jerusalem hinein. Sie können Ihr Ziel nur in dem Maße erreichen, indem Sie sich selbst disziplinieren.
"Alles, worum ihr betet und bittet, glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch gegeben." Wie erfüllen Sie sich einen Wunsch und vergeben einander? Indem Sie die Eigenschaft, die Sie einem anderen Menschen zuweisen, finden und sie bei sich selbst beseitigen und dann an die Stelle der entfernten Eigenschaft die nunmehr gewünschte setzen. Nun befinden Sie sich in Zustand des erhöhten Gebets. Das Gebet hängt vom Glauben ab, dass es bereits erhört wurde. Die Antriebsfeder ist Ihr Wunsch. Anfangs werden Sie noch auf etwas wackeligem Grund stehen, aber wenn Sie beharrlich in dem Bewusstsein bleiben, dass Ihr Wunsch bereits erfüllt ist, selbst wenn Ihre Sinne es anfangs noch verneinen, wird das, dessen Sie sich bewusst sind, Wirklichkeit werden. Legen Sie ein erstrebenswertes Ziel fest und fühlen Sie sich in seine Erfüllung hinein. Verbinden Sie sich mit diesem Gefühl, indem Sie es sich bewusst machen: "Ich und der Vater sind eins." Ihre Seele ist das, was Gott genannt wird. Gott ist niemals von Ihnen getrennt, denn Gott ist Ihre eigene Vorstellungskraft. Sobald Ihr Bewusstsein etwas übernommen hat, wird es durch sein Licht geoffenbart, doch zunächst muss es übernommen werden. Falls Sie sich zum Beispiel bewusst sind, dass Sie geschlagen werden, wird sich der Gedanke offenbaren, und man wird Sie schlagen.
Fühlen Sie sich unsicher? Falls dies der Fall ist und Sie weiterhin in diesem Gefühl der Unsicherheit leben, werden Sie sich immer mehr in seinen Fängen finden, denn alles, was sich offenbart, ist ein äußerlich sichtbar gewordenes Bewusstsein. Welcher Geisteszustand herrscht momentan bei Ihnen vor? Unabhängig davon, worum es sich handelt, haben Sie diesem Zustand Ihr Einverständnis erteilt. Das bedeutet jedoch nicht, dass es kein Entkommen gibt. Sie können jederzeit einem anderen Gedanken Ihre Erlaubnis geben, sei es ein Gedanke, der Sie verunreinigt, oder ein anderer Gedanke, der Sie segnet. Ihr jetziger Zustand war vorher nur ein Gedanke, ebenso wie Ihr Wunschzustand nur ein Gedanke ist und genauso leicht verwirklicht werden kann. Nehmen Sie die Herausforderung an, formulieren Sie Ihr Ziel und lassen Sie Ihr Bewusstsein bis zur Verwirklichung Ihres Zieles steigen. Gehen Sie erfolgsgewiss und ganz selbstverständlich von seiner Verwirklichung aus. Stellen Sie sich im Verlauf des Tages immer wieder mal die Frage: "Wo stehe ich jetzt psychologisch?" Ihre Realität spielt sich in einem psychologischen Land ab, in dem Sie entweder in Schutt und Asche durch das Tal waten oder über einen Bergpass wandeln. Bleiben Sie Ihrer inneren Annahme treu, und Ihre gefühlsmäßige Vorwegnahme wird sich ungeachtet verstandesmäßiger Einwände und Sinnesdrücke verwirklichen.
Sie, der Sie durch und durch geistige Vorstellung sind, sind die Gesamtsumme Ihrer Reaktionen auf die Lebensumstände. Das ist der einzige Grund für die Erfahrungen, die Sie machen. Falls Ihnen Ihre Erlebniswelt nicht gefällt, können Sie sie verändern, indem Sie fortan anders reagieren. Das Leben wird leichter, wenn Sie ehrlich zu sich sind und sich Ihre Reaktionen ungeschminkt ansehen. Nehmen Sie sich vor, von nun an nur noch positiv zu reagieren. Positive Gedanken führen zu positiven Wirkungen. In dem Maße, indem Sie Ihre Welt anders wahrnehmen, wird sich Ihr Bewusstsein verändern, und in der Folge werden auch Ihre künftigen Erfahrungen anders ausfallen. Ihr Wunsch steht vor der Verkörperung, doch solange es beim bloßen Wunsch bleibt, kann er nicht geboren werden. Er braucht eine menschliche Elternschaft. Sie, liebe Hörerin, lieber Hörer, sind die biblische Maria, denn Sie sind befähigt, ein Vorstellungsbild zu empfangen und es ohne die Hilfe eines Mannes zu gebären. Augustinus bezeichnete den Menschen als Gussform Gottes. Ihre Ich-Einheit ist Gott Vater, und Sie empfangen als Maria den Wunsch Gottes. Verschließen Sie Ihr Geheimnis in sich, leben Sie im selbstverständlichen inneren Wissen um die gewährleistete Erfüllung Ihres Vorstellungsbildes, und Sie werden es im Außen erleben. Jeder Mensch ist Maria, die Jungfrau, welche vom Heiligen Geist vom heiligen Wunsch empfangen hat. Dieser Name bedeutet Wasser, das Symbol für die psychologische Wahrheit. Vergessen Sie alle wörtlichen Auslegungen der Bibel.
Kapitel 12: Ihr Schicksal. Die Liebe ist die einzige wahre Macht, und sie ist Ihre Macht. Wenn die Bibel davon spricht, dass dem Himmelreich Gewalt angetan wurde, sind keine gewalttätigen Charaktere gemeint, sondern die Macht der Liebe, welche die erforderliche Kraft gibt, um auf eine höhere Bewusstseinsstufe zu gelangen. Ein endgültiges Schicksal kann es deshalb nicht geben, weil das Leben psychologisch gesehen ewig währt. Es ist das Stillen eines Hungers, dessen Hauptkraft der Wunsch ist. Der Mensch wird durch die Federkraft seiner Wünsche höher getrieben, wobei jede Ebene auf der senkrechten Linie seines inneren Kreuzes so angeordnet ist, dass sie ihn über das Wünschen auf immer höhere Ebenen seiner selbst erhebt. Wahre Lehrer lehren die Kunst der Überwindung von Gewalt, welche den derzeitigen Stand der Menschen kennzeichnet. Auch wenn wir in vielerlei Hinsicht über unsere Vorväter hinausgewachsen sind, sind wir trotzdem noch genauso gewalttätig wie sie. Diese gewalttätige, negative Wesensart gilt es zu brechen. Jeden Augenblick erhalten Sie die Chance, die Gewalt zu überwinden, indem Sie davon ausgehen, dass das Bewusstsein die einzige Realität ist und das Nichts eine Realität besitzt, außer dem Bewusstsein, das Sie von ihr haben. Das ist der einzige Grund für die Erscheinungen des Lebens. Sie werden über Ihre Reaktionen auf die Lebensumstände definiert, und solange diese Reaktionen weiterhin dieselben sind, wird auch Ihr Leben weiterhin in denselben Bahnen verlaufen. Ihre Erlebniswelt ist nur eine Projektion Ihres Bewusstseinszustandes. Das Bewusstsein ist die einzige Substanz und die einzige Ursache für die Erscheinungen des Lebens. Aus diesem Grunde sind Veränderungen nur möglich, wenn Ihnen eine Veränderung auf der Bewusstseinsebene vorausgeht. Alles, dem Sie innerlich zustimmen, sei dies gut, schlecht oder neutral, wird durch das Ich-Bewusstsein in Ihrer Außenwelt hinaus projiziert. Falls Sie Sicherheit anstreben, müssen Sie zunächst ein so starkes Sicherheitsbewusstsein entwickeln, dass Sie dieses erfüllen und sich dann sagen können: "Ich bin sicher und geborgen." Ob Sie innerlich Gewalt und Kummer oder Sicherheit und Seelenfrieden zustimmen, liegt ganz an Ihnen. Was auch immer Ihr inneres Einverständnis hat, indem Sie sich dieser Eigenschaft oder diesem Umstand bewusst werden, werden Sie erleben.
Ihr Ziel befindet sich immer eine Stufe höher als dort, wo Sie jetzt stehen. Fragen Sie sich im Verlauf eines Tages mehrfach, ob Sie sich Ihres Zieles bewusst sind. Das zeigt Ihnen, wie nahe oder fern es ist. Machen Sie sich Ihr Ziel bewusst, seien Sie beharrlich, und Sie werden feststellen, dass Ihre Bewusstheit beständig zunimmt. Lernen Sie auf eigenen Füßen zu stehen, indem Sie behaupten: "Ich bin das, was ich bin, weil mir dies bewusst ist." Schielen Sie nicht mehr auf andere, beobachten Sie aber Ihre Reaktionen auf die Verhaltensweisen anderer Menschen. Blicken Sie nach innen und polieren Sie Ihren gewalttätigen Charakter in einen Charakter der Liebe um. Auf diese Weise gelangen Sie auf der Lebensleiter immer höher und erreichen Ihr Schicksal. Über die Bemühungen anderer können Sie keine neue Stufe erreichen. Der Fels, auf dem Sie stehen müssen, ist das Bewusstsein. Alles andere ist Treibsand. Es ist schiere Dummheit, die Verkörperung eines neuen Vorstellungsbildes über den evolutionären Prozess zu erwarten. Das von Ihnen gesuchte oder angestrebte muss zunächst verkörpert werden, erst dann kann es sichtbar gemacht werden.
Zwischen einem verstandesmäßigen und einem spirituellen Wissen besteht ein großer Unterschied. Spirituell werden Sie den Wohlstand erst kennenlernen, wenn Sie sich bewusst sagen: "Ich bin wohlhabend." Dieses rechte Denken wird das herbeibringen, wessen sich der Betreffende bewusst ist. Wenn Sie wissen wollen, was Liebe ist, müssen Sie liebevoll werden, denn Sie können etwas nur dann kennen, wenn Sie es sind. Bei diesen Ausführungen geht es um die Kunst des Seins, um die Kunst, einen Zustand spirituell kennenzulernen. "Der Schwache sage: Ich bin stark." Diese Aussage bezieht sich nicht nur auf den physischen Körper, sondern auf jede einzelne Facette Ihres Seins. Trachten Sie danach, Ihren Wunsch spirituell zu erfassen, denn Ihr Wunsch wird sich erst dann in Ihrer Außenwelt projizieren, nachdem der Geist die Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit des erfüllten Wunsches erspürt hat. Sie können etwas erst dann erreichen, wenn Sie selbst es innerlich als wahr akzeptieren. Machen Sie aufmerksam, achten Sie immer bewusster darauf, was in Ihnen vor sich geht. Nehmen Sie Ihr Kreuz auf sich und wenden Sie sich weder nach rechts noch nach links, sondern nach innen. Fordern Sie Ihr Ziel bewusst ein, und Sie werden erleben, dass es sich zu einer Tatsache erhärtet. Wenn Sie diese Empfehlungen missachten, werden Sie weiterhin dort bleiben, wo Sie bislang waren, denn Sie müssen ein Tätiger werden, der durch sein Tun gesegnet wird. Der Wunsch ist insofern eine verborgene Identität, da Sie das Gewünschte bereits sind. "Ihr hättet mich nie gesucht, hättet ihr mich nicht bereits gefunden." Sie können die angestrebte Seins-Ebene finden, indem Sie Ihre Reaktionen auf die Lebensumstände verändern, so dass diese der Ebene, welche Sie zum Ausdruck bringen wollen, entsprechen. Dazu brauchen Sie weder Druck auszuüben, Ihre Verbindungen spielen zu lassen oder jemanden um Unterstützung zu bitten. Es geht nicht darum, Ihre Mitmenschen zu verurteilen, sondern aufzuwecken. Dies tun Sie, indem Sie sich selbst aufwecken. Je mehr sich Ihr Bewusstsein erweitert, umso mehr auch das aller anderen.
Stellen Sie sich Ihre wunderbare menschliche Vorstellungskraft als die unbegrenzte senkrechte Linie des Kreuzes und die waagerechte Linie als die Zeit vor. Sie können am Kreuz zwar höher steigen, aber nur so weit, wie Ihre Begrenzungen dies zulassen. Falls Ihnen Ihr momentanes Leben nicht gefällt, ordnen Sie die Gedanken neu, indem Sie Ihr Bewusstsein verändern. Gestalten Sie innerlich den Zustand des erfüllten Wunsches aus und nehmen Sie ihn im Geiste vorweg. Auf diese Weise verwandeln Sie sich. In dem Maße, indem Sie sich Ihrem Idealzustand hingeben, wird sich Ihre Außenwelt verändern und das im Bewusstsein gehaltene Ideal immer mehr widerspiegeln. Sie sind der Tempel des lebendigen Gottes. Reißen Sie die Bäume des herkömmlichen Denkens aus Ihrem Geist. Werden Sie reinen Herzens, und Sie werden sehen, dass das Bewusstsein alles ist und dass alles Bewusstsein ist. Sie werden feststellen, dass der Ihnen bewusste Seinszustand der offenbar gewordene Zustand ist.
Akzeptieren Sie keine Gewalt, wie sehr die Vernunft sie auch zu rechtfertigen versucht, andernfalls tragen Sie zu einem Zustand bei, den Sie nicht erleben wollen. "Wir finden die Geschichte von Jesus, der den Tempel betrat und die Stände der Geldwechsler umsteht: 'Mein Haus soll ein Ort des Gebetes sein, ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus.'" Wieder einmal darf dies nicht wörtlich genommen werden. Die Rede ist nicht von einem physischen Bauwerk. Der Tempel des lebendigen Gottes sind Sie, und die Bibel ist Ihre Biografie. Räuber haben das Gebetshaus übernommen, indem sie falsche Werte aufgestellt haben. Befreien Sie Ihren Geist von jeglichem Glauben an äußere Ursachen und setzen Sie den einzigen wahren Wert des Bewusstseins, die einzige Macht der Liebe, wieder ein.
Kapitel 13: Ihre persönliche Autobiografie. Die Bibel, das erkenntnisreichste und am meisten missverstandene Buch, ist Ihre persönliche Biografie. Sie ist keine Abhandlung historischer Ereignisse und war nie als solche gedacht. Die dort aufgeführten Personen lebten nie, und keines der genannten Ereignisse fand jemals statt. Die Bibel spricht vom inneren Himmel und von der irdischen Erde. Sie beginnt folgendermaßen: "Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde, und die Erde war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut, und Gottes Geist schwebte über dem Wasser. Dann sprach Gott: Es werde Licht, und es wurde Licht." Bei diesem Licht handelt es sich um den Himmel, der in Ihnen ist. Das Licht, das auf Ihre Erde scheint, ist das Licht Ihres Bewusstseins, und es scheint von Ihnen. Der äußere Mensch, dort Erde genannt, ist finster, während der innere Mensch, also der Himmel, das Sein ist, welches am Anfang beim noch tiefschlafenden Gott war. Als Ihre Autobiografie erklärt Ihnen die Bibel, dass Sie von Ihrer jetzigen Seinsebene auf eine höhere gebracht werden.
Im Alten Testament finden wir den Pentateuch. Das erste uns bekannte Neue Testament enthielt weder die Briefe an die Hebräer noch die Bücher des Jakobus und des Petrus. Dann gab es auch noch die Apokryphen. Diese Schriften liefern uns vier biografische Vorgaben eines Prinzips, nicht eines Menschen. Bis die Bibel ihre heutige Form erhielt, dauerte es 900 Jahre. Bedenken Sie deshalb bei ihrer Lektüre immer, dass sich das Himmelreich in Ihnen befindet. Ihnen wird ein ewiges Prinzip namens Christus geoffenbart. Dieses Prinzip ist Ihre Hoffnung der Herrlichkeit. Sämtliche biblischen Figuren sind Aspekte Ihres Geistes, welche Sie in dem Maße entdecken, indem Sie Ihre Bestimmung erfüllen, und diese Bestimmung ist die Erfüllung der Heiligen Schrift in Ihnen selbst.
Niemals schrieb ein Mann namens Moses irgendwelche Zehn Gebote auf eine Steintafel. Das Wort Stein steht für wörtliche Wahrheit. Der sich auf die wörtliche Auslegung versteifende Mensch kommt zuerst und erhält eine Reihe von Geboten, welche er einzuhalten hat, wodurch er die psychologische Wahrheit blockiert. Solange Sie die Dinge nur von außen betrachten, ist Ihr Geist blockiert und kann die psychologischen Zusammenhänge nicht erkennen. Sobald Sie aber nach der Wahrheit dürsten und beginnen, das Gesetz anzuwenden, wird Ihr Leben diese Wahrheit, also das Wasser, aufnehmen und in Wein verwandeln. Im Zustand des Moses wird Ihnen Gottes wahrer Name geoffenbart. Nehmen Sie diesen Namen, Ihr "Ich bin", als Ihren Stab der Erkenntnis und schlagen Sie damit auf den Stein der wörtlichen Auslegung. Das wird das psychologische Wasser hervorbringen. Trinken Sie es, indem Sie diese Erkenntnisse in die Praxis umsetzen, und Sie werden das psychologische Wasser der Wahrheit in den Wein des Geistes verwandeln.
Das biblische Gewand aus Kamelhaaren und einem ledernen Gürtel des Johannes des Täufers bezieht sich auf den Geist, nicht auf den Körper. Haare und Haut sind die äußersten Dinge, welche ein Mensch besitzt. Deshalb symbolisiert Johannes der Täufer den äußeren, innerlich noch nicht gewandeten Menschen. Der innere Mensch ist Jesus. Er trägt den ganz durchgewebten Rock von oben, und wer diesen Rock trägt, wird in den Häusern der Könige immer willkommen sein. Das Neue Testament lehrt eine umfassende und grundlegende Verwandlung des Selbst und bezeichnet diese als Neugeburt. Doch Johannes der Täufer nennt sie Umkehr und mahnt uns zu einem neuen Denken über das Himmelreich. Wir lesen, dass er in der Wildnis inmitten wilder Tiere lebte. Nun, der in der Wildnis lebende Johannes sind Sie, solange Sie keine eigene Richtung haben und Ihren Gefühlswandlungen ein zügelloses und wirres Herumstreifen gestatten. Erst wenn Sie anfangen, Ihre animalischen Instinkte zu zähmen und zu disziplinieren, werden Sie die Stärke aus dem Innern erhalten und im Wasser der Wahrheit getauft werden.
Matthäus spricht in diesem Gleichnis weiterhin von einem Sämann, dessen Samen auf unterschiedlichen Boden fiel. Ihre wunderbare menschliche Vorstellungskraft ist Gott, der Sämann, der da sagte: "Lasset uns den Menschen nach unserem Ebenbild machen." Als Adam oder die rote Erde ist der Mensch die psychologische Erde, und welche das Himmelreich gepflanzt wird. Solange wir hören, aber es nicht verstehen, erfahren wir weiterhin im Gleichnis. Kommt der "Arge", der Böse, der Feind Gottes, und entreißt ihm das in sein Herz gesäte. Wieder: Wer die Botschaft aber hört und versteht, dem bringt sie gute Frucht.
Im elften Kapitel der Genesis lesen wir vom Turm zu Babel. Dieser Turm wurde aus Stein, also wörtliche Wahrheit, und Erdpech als Mörtel, also irdische Vorstellungen, erbaut. Bevor das Bauwerk aufgestellt wurde, gab es nur eine einzige Sprache und wenige Worte. Aber während des Bauens machte sich Verwirrung breit, und bald verstanden sie einander nicht mehr. Diesen Turm finden wir heute in Form mystischer Gruppierungen überall auf der Welt. Außer Feinden in Ihrem eigenen Haushalt haben Sie keine anderen Feinde. Indem sie irre Lehren zu ihrer Wahrheit machen, glauben sie, dass ihre Sicherheit von ihrem Kontostand abhänge oder dass ihr Glück von anderen Menschen abhinge. Auf diese Weise bauen sie einen Turm zu Babel. Doch die einzige Realität ist Ihr Bewusstsein, Ihre Bewusstheit, sich jetzt in einem bestimmten Seinszustand zu befinden, und alle Gegner dieses Zustandes befinden sich in Ihnen selbst.
In den Seligpreisungen erzählt uns Matthäus, dass Ihr Bewusstseinszustand selig ist, wenn er in weiche Kleider gewandert ist, denn wenn Sie das nahtlose Gewand der Vorstellungskraft tragen, können Sie immer höher in den Garten Eden in sich steigen. Sie sind der Gärtner Ihres Geistes, in den Sie die von Ihnen selbst ausgewählten Samenkörner einpflanzen. Als ein Mensch der Vorstellungskraft werden Sie sich des Gepflanzten bewusst und ernten hundertfach, denn Sie werden immer zu dem, was Sie sich innerlich ausmalen.
Im 16. Kapitel bei Matthäus lesen wir die Geschichte von den Pharisäern und den Sadduzäern. Damit sind keine irdischen Personen, sondern Geisteszustände gemeint. Solange Sie glauben, Sie müssten nach außen hin alles richtig machen, die richtigen Leute kennen und zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein, sind Sie ein heuchlerischer Pharisäer. Hüten Sie sich vor dieser Denkweise, denn die Entwicklung verläuft immer innerlich, niemals äußerlich.
Matthäus sagt uns, dass das Himmelreich einem Perlenhändler gleiche, der eine äußerst kostbare Perle gefunden hat. Er verkauft alles, um diese wertvolle Perle zu erstellen. Solange Sie sich mit etwas herausreden, das sich außerhalb Ihres Geistes befindet, besitzen Sie noch nicht genügend Geld, um diese kostbare Perle zu erstellen. Sie müssen bereit sein, jeglichen Glauben an etwas außerhalb Ihres Selbst zu verkaufen. Der Weg zum Himmelreich führt nach oben und verläuft immer innerlich. Mit Kleidern aus Haaren und Leder können Sie diesen Weg nicht begehen. Sie müssen in Ihr bestes Gewand, das immer innerlich gewebt wird, gekleidet sein.
Wir lesen weiterhin, dass das Himmelreich einem Netz gleiche, das ins Meer geworfen wird und Fische aller Art, gute ebenso wie schlechte, fängt. Als das Netz voll war, zogen es die Fischer ans Ufer, legten die guten Fische in Körbe und warfen die schlechten weg. Seien Sie wählerisch, wählen Sie Ihre Gedanken sorgfältig aus und werfen Sie die lieblosen und negativen weg. Lassen Sie nur gute Botschaften in Ihrem Geist und tun Sie es dem guten Fischer gleich. Im selben Kapitel wird uns die Frage gestellt: "Habt ihr dies verstanden?" Hoffentlich können Sie dies bejahen.
Bei Matthäus lesen wir, dass wir keinen Wein in alte Schläuche füllen sollten. Es heißt, dass die Schläuche sonst zerreißen und der Wein verschüttet würde. Wir werden aufgefordert, neuen Wein in neue Schläuche zu füllen, damit beide zusammen erhalten bleiben. In Ihr Bewusstsein, also die frischen Schläuche, muss durch die innerliche Erfüllung von Gottes Verheißung neuer Wein gefüllt werden, damit beide erhalten bleiben. Der Mensch entwickelt sich nicht äußerlich. Es gibt nur eine einzige Präsenz, eine einzige Essenz im Menschen. Diese wird Christus genannt und als die Macht Gottes und Ihre Hoffnung der Herrlichkeit definiert. Diese Macht kann erweckt werden, wenn Sie Gottes Wort sich nicht von dem Glauben an eine Macht außerhalb von Ihnen irreführen lassen. Geben Sie allen Irrglauben auf und kleiden Sie sich in das weiche Gewand einer inneren Haltung, welche die Erfüllung Ihres Herzenswunsches gefühlsmäßig und natürlich vorwegnimmt.
Die Bibel ist von Anfang bis zum Ende eine psychologische Abhandlung über Ihre Seele und erzählt Ihnen immer wieder, dass es auf ein Umdenken ankommt. Sie sind nicht das, wofür Sie sich bisher gehalten haben, sondern besitzen die Möglichkeit zu einem unendlichen inneren Wachstum. Ihr Ziel erreichen Sie immer durch eine innere Ausrichtung. Unabhängig von der Art Ihrer Ausrichtung – gut, schlecht oder neutral – hängt die Erfüllung Ihrer Wünsche immer davon ab, in welche Haltung Sie sich gekleidet haben, nicht jedoch von äußeren Umständen. Solange Sie sich von äußeren Faktoren abhängig machen, befinden Sie sich auf einer Ebene mit Elia und Johannes dem Täufer. So wunderbar deren Ansichten auch waren, waren sie doch aus Stein und befanden sich auf einem gewalttätigen Zustand. Johannes der Täufer kann das Himmelreich nicht betreten. Sie müssen über diesen Zustand hinauswachsen, indem Sie sich bewusst nach innen wenden und Ihre innere Haltung disziplinieren. Das ist Ihr Schicksal. Den Bewusstseinszustand, den Sie zum Ausdruck bringen wollen, müssen Sie erwerben, indem Sie allen Glauben an eine äußere Macht, die Ihnen helfen kann, verkaufen. Sobald Sie sich von diesem Irrglauben frei gemacht haben, bewegen Sie sich gläubig in Ihren angestrebten Zustand hinein.
"Lasst euer Herz nicht verwirrt sein; glaubt an Gott und glaubt an mich." Und kurz darauf folgt die Aussage: "Es ist gut für euch, dass ich weggehe; denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch." Hier sehen wir eine scheinbar von außerhalb kommende Lehre, doch Ihren inneren Tröster können Sie nur dann finden, wenn Sie Ihren Glauben an einen äußeren Lehrer aufgeben. Je mehr Ihr Glaube an Sie selbst wächst, umso mehr wird Ihr Herz Frieden finden. Es gibt nur eine einzige Ursache, nur ein einziges "Ich bin". Ich bin in der unvorstellbaren Drei-Einigkeit: Gott Vater, und ich bin als schöpferischer Ausdruck der Sohn, denn die Vorstellungskraft wird aus dem Bewusstsein geboren. In der universellen Interpretation als unendliche Eminenz bin ich auf ewig der Heilige Geist. Eminenz ist eher als jetzt und näher als nah. Ich bin deshalb der Tröster. Was könnte Sie besser trösten als das Wissen, dass Sie auf die Erfüllung Ihrer Wünsche nicht zu warten brauchen? Diese befinden sich näher als hier und kommen früher als jetzt. Lassen Sie dieses Wissen Ihr Tröster sein. Wenn es für etwas, das in einem unendlichen Zustand enthalten ist, eine Grenze gäbe, wäre der Zustand nicht mehr unendlich.
"Du sollst ein Böcklein nicht in seiner Muttermilch kochen." Genau das tun Sie, solange Sie Ihr Denken auf Negativität ausrichten. Wenden Sie sich ab von Mangel und Defizit, von allen negativen Zuständen, und fühlen Sie sich in die bereits vollzogene Erfüllung, in die positiven Zustände hinein, dann werden Sie nicht mehr in der Muttermilch kochen.
Kapitel 14: Der menschliche Geist. Die Bibel beschreibt das nie endende Ringen des menschlichen Geistes, um sich seine Vorherrschaft über den irdischen Geist zu sichern. Da der Mensch an eine Realität außerhalb von sich glaubt, wird der Mensch von seinem irdischen Geist dominiert, während der menschliche Geist Gott im Menschen ist und darum ringt, zu erwachen und seine gesamtvorherrschaft anzustreben. Johann Wolfgang von Goethe wusste dies, als er schrieb: "Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust, die eine will sich von der andern trennen; die eine hält in derber Liebeslust sich an die Welt mit klammernden Organen; die andre hebt gewaltsam sich vom Duft zu den Gefilden hoher Ahnen."
Im 25. Kapitel der Genesis wird dieses Ringen in der Geschichte der beiden Söhne Isaaks, Esau und Jakob, symbolisiert. Der zunächst beharrte Esau wird als Ihre Persönlichkeit erkannt, während der glatthäutige Jakob Ihr menschlicher Geist ist. Als sich Ihre Mutter Rebekka des Ringens in ihr bewusst wurde, rief sie den Herrn an, und dieser geschah ihr: "Zwei Völker sind in deinem Leibe und zweierlei Stämme werden sich scheiden aus deinem Leibe; ein Volk wird dem anderen überlegen sein, und der Ältere mit dem Jüngeren dienen." Ihre äußere Welt nehmen Sie über Ihre vernunftbegabte Kritikfähigkeit wahr. Deshalb können Sie Ihren jeweiligen psychologischen Zustand immer anhand der Beobachtung Ihrer alltäglichen Gedanken erkennen. Jeder Zustand hat jedoch seine unüberwindbaren Begrenzungen. Solange Sie glauben, dass Sie der Zustand sind, indem Sie sich momentan befinden, werden Sie ihm nie entrinnen können.
Die Geschichte von Esau und Jakob zeigt uns aber, dass es einen Ausweg gibt und wie wir ihn finden. Esau existiert in Ihrem Geist als die äußere Welt der Fakten, und Jakob symbolisiert die innere Welt der Vorstellungskraft. Als Ihr Vater steht es in Ihrer Macht, das Geburtsrecht jedem der Söhne zu gewähren. Sie werden aufgerufen, sich der Außenwelt gegenüber blind zu machen und sich selbst zu täuschen, indem Sie die Welt so sehen, wie Sie sie haben wollen. Dies tun Sie, indem Sie sich den sogenannten Fakten des Lebens verschließen und Ihr Denken nach innen richten. Als nächstes denken Sie sich so lange in das Gefühl der angestrebten Realität hinein, bis Ihre Gedanken ebenso solide und faktisch sind wie die über Ihre Sinne aufgenommenen. Wenn Ihnen dies gelingt, haben Sie Ihrem Sohn Jakob das Geburtsrecht gewährt.
Ihre gegenständliche Welt spiegelt immer Ihren inneren subjektiven Zustand wider. Deshalb setzt eine dauerhafte Veränderung der Außenwelt eine Veränderung des inneren Zustands voraus. Nachdem Sie sich über den Wunschzustand klar geworden sind, saugen Sie diesen wie ein Schwamm auf. Verlieren Sie sich so im Gefühl der Befriedigung und Erfüllung, dass Sie dann, nachdem Sie Ihre Augen wieder geöffnet haben und sich Esau, also die Außenwelt, wieder zeigt, innerlich wissen, dass Sie nun der Erfüllung Ihres Wunsches Ihr Geburtsrecht gewährt haben. Obwohl Sie sich durch die innere Vorwegnahme eines Wunsches als bereits bestehende Wirklichkeit einer Täuschung hingegeben haben, erteilten Sie ihm damit doch das Geburtsrecht. Wie die Erfüllung vor sich gehen wird, brauchen Sie nicht zu wissen. In Ihnen befindet sich eine tiefschlafende Essenz, welcher es zu wecken gilt. Achten Sie darauf, was passiert, nachdem Sie die vormals Esau gegebene Macht Jakob gewährt haben. Sie werden feststellen, dass Esau nicht mehr gewalttätig reagiert, sondern nun passiv geworden ist. Sobald dies der Fall ist, wissen Sie, dass eine Umkehr der Ordnung stattgefunden hat. Sie sind sich nun bewusst, Jakob zu sein, und werden deshalb von nun an das sehen, was Sie sehen wollen, und das erleben, was Sie erleben wollen. Auf diese Weise erwecken Sie Ihre wahre Essenz und erkennen, dass Ich alles in Ihnen befindet.
Sie sind die biblische Rebekka, und Sie bringen ständig Ihren Esau und Ihren Jakob hervor, welche sich fortwährend im Widerstreit zueinander befinden. Der Ältere ist die Ihnen über die kritikfähige Vernunft bekannte Welt, und die Jüngere ist der Ihnen subjektiv innerlich bekannte. Der Mensch, der Sie sein wollen, ringt um sein Geborenwerden. Solange Sie die Außenwelt als die einzige Realität sehen und akzeptieren, können Sie Ihrem erfüllten Wunsch niemals zur Geburt verhelfen. Sie müssen sich nach innen wenden und Ihre gegenständliche Realität innerlich einfordern. Bedenken Sie bei der Lektüre der Kapitel 25 und 27 der Genesis immer, dass sich sämtliche Figuren in Ihrem Geist befinden. Sie gebären immer Zwillinge. Die Welt, in der Sie leben, ist die Vergegenwärtigung Ihres Bewusstseinszustandes. Dieser Zustand ist Ihr Erstgeborener, der vom Zweitgeborenen, also von Ihrem Wunschzustand, abgelöst werden muss. Überall in der Bibel finden Sie einen Zweitgeborenen, der an die Stelle des Erstgeborenen tritt: Jakob löst Esau ab, Jesus löst Johannes den Täufer ab, der menschliche Geist löst die menschliche Materie ab. Sobald Ihnen klar ist, was Sie wollen, legen Sie dies so plastisch wie möglich fest, dann machen Sie sich dem äußerlichen Zustand gegenüber blind, indem Sie ihn auf die Jagd schicken. Vorher können Sie Ihren Zweitgeborenen, also Ihren Herzenswunsch, nicht berühren. Dies tun Sie, indem Sie Ihre Aufmerksamkeit von allen Gedanken fernhalten, die Ihren Wunsch verneinen, und Ihren Wunsch in
Das Fell der Realität kleiden in seiner oder an eine Nachtigall schreibt der britische Dichter John Kiez. Mein Herz schmerzt sehr, und ein Dämmern des Erlernens quält mich arg, so als hätte ich aus einem Giftbecher getrunken.
Nachdem Kiez die Realität seiner Erfahrung so intensiv vorweggenommen hatte, fragte er sich, als er die Augen wieder geöffnet hatte: "Was Vision oder Wachtraum? Sagt mir, schlafe oder wache ich?" Das ist die Intensität, mit der sie sich in ihr erfülltes Wunschbild hineinfühlen sollten. Sie sollten es innerlich so echt vorab erleben, als würde es sich jetzt abspielen. Strecken Sie Ihre imaginäre Hand aus und berühren Sie die Gegenstände. Lauschen Sie mit ihren imaginären Ohren, beobachten Sie mit ihren imaginären Augen. Bewegen Sie sich so real in Ihrem Vorstellungsbild, dass Sie die jeweiligen Gegenstände riechen und schmecken können. Ihre schöpferische Macht kann für alles eingesetzt werden, egal ob Sie sich einen neuen Mantel oder etwas anderes wünschen. Sie können mit Hilfe dieser Macht Ihre beruflichen Fähigkeiten verbessern. Wählen Sie aber positive und löbliche Ziele aus.
Im 38. Kapitel der Genesis wird die Geschichte von Juda und Tamar erzählt. Juda bedeutet Lobpreisung und Tamar bedeutet gewünschter Zustand, eine Palmen besäumte Oase. Als Drama dürsten sie nach ihrem Wunschzustand. Füllen Sie ihn sich selbst, indem sie sich in den erfüllten Wunsch hineinfühlen und ihn im innerlichen Wissen real erleben. Spüren Sie das Gefühl der Zufriedenheit nun, da Ihr Gebet erhört wurde und Sie die Frau namens Tamar sowie der Mann namens Juda sind.
Im 48. Kapitel der Genesis findet sich eine weitere Geschichte über Zwillinge. Diese handelt von Manasse, also Vergebung, und seinem Bruder Ephraim, also Bekräftigung. Das eine ist Negation, das andere Bestätigung. Sobald Sie Ihre Aufmerksamkeit von einem Problem abziehen, indem Sie die Problemlösung bekräftigen, gerät das Problem sofort in Vergessenheit. Bleiben Sie dieser Bekräftigung treu und zwar nicht in Form von Wiederholungen, sondern im Gefühl. Wenn Sie die Lösung innerlich spüren, stirbt das Problem mangels Aufmerksamkeit ab.
Diese Zusammenhänge sind nichts für den selbstgefälligen Menschen, sondern für den menschlichen Geist, der nach echtem Denken hungert und dürstet. Selig die, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden gesättigt werden. Erwecken Sie den Jakob in sich, indem Sie Ihre Gedanken unvoreingenommen beobachten. Sehen Sie sich als Doppelwesen: eines sieht mit den Sinnesorganen, das andere über die Vorstellungskraft. Der auf die Sinne beschränkte Mensch ist ein Gewohnheitswesen. Er ist zwar dynamisch und aktiv, kann aber über die tägliche Übung der Selbstbeobachtung in einen passiven Zustand gebracht werden, und seine Macht kann sich in einen Menschen der geistigen Vorstellungen verwandeln.
Es gibt immer zwei Sichtweisen. Eine Sicht bedient sich der äußeren Organe, die andere ist mentaler Art. Ihr Wunsch ist mental, er ist Form und gestaltlos. Sobald Sie Ihre Macht nach innen lenken, wird Ihr zweitgeborener Ihre momentane Welt ablösen. Haben Sie einen sehnsüchtigen Wunsch, einen Wunsch, den Sie jetzt erfüllt sehen möchten? Gestatten Sie es diesem Wunsch, Ihren Geist zu begleiten, in dem Wissen, dass eine Erfüllung auf einem Gefühl beruht. Überlegen Sie, wie Sie sich fühlen würden, wenn Ihr Herzenswunsch auf der physischen Ebene jetzt bereits verwirklicht wäre. Unabhängig vom Problem befindet sich die Lösung in Ihnen. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die bereits eingetroffene Erfüllung Ihres Wunsches und gewannen Sie sie in das Fell der gegenständlichen Realität.
Das ist die Umkehrtechnik. Sie sollten Sie nicht leichtfertig abtun, denn sobald Sie sich erfolgsgewiss in einen Zustand hineingefühlt haben, werden Sie die Folgen dieses Zustands ernten. Stellen Sie sich Ihren Wunschzustand als Jakob vor, dann kleiden Sie ihn in das Fell und das Haar von Esau. Wie lange es bis zur Verwirklichung dauert, hängt von Ihrem Gefühl der ganz normalen und unspektakulären Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit ab.
Das Himmelreich ist in Ihnen. Die Menschheit kann dieses Reich nicht betreten, aber Ihre Vorstellungswelt kann es. Sobald Sie sich von dem lösen, woran Sie momentan gebunden sind, muss eine Loslösung geben, denn nur der menschliche Geist ist berufen und nur der menschliche Geist kann einzeln durch dieses Ich schreiten. Wenn für eine bestimmte Wirkung ein bestimmter Bewusstseinszustand die Voraussetzung ist, kann sich diese Wirkung nur zeigen, wenn dieser Bewusstseinszustand vorhanden ist. Sobald Sie sich in diesem Zustand befinden, brauchen und sollten Sie sich keine Gedanken mehr darum machen, wie er sich verwirklichen wird. Sie erschaffen einen Zustand nicht; alle Zustände bestanden bereits, bevor es die Welt gab. Vielmehr bewegen Sie sich in einen Zustand, und dieser zeigt sich dann.
Wenn Sie den Zustand der Armut betreten, weil Sie sich sagen: "Ich bin arm", werden Sie seine Auswirkungen auf der räumlichen Ebene erleben. Sie erzeugen keine Gesundheit, keinen Wohlstand und kein Glück. Diese Zustände sind bereits vorhanden und warten darauf, von Ihnen eingenommen zu werden. So wahr diese Aussagen auch sind, können Worte allein noch nichts bewegen. Es geht um die Umsetzung. Eine nicht angewandte Wahrheit ist wie eine Lampe ohne Öl, aber eine praktisch angewandte Wahrheit gleicht einer Lampe, der das Öl nie ausgeht.
Bedenken Sie auch, dass es keine Zufälle gibt. Die einzige Ursache ist immer eine in der Vorstellungswelt vorhandene. Wenn ein Unfall fatal ausgeht, handelt es sich um einen unfreiwilligen Suizid. Heißt es denn nicht: "Niemand nimmt das Leben von mir, sondern ich selbst lasse es. Ich habe die Macht, es zu lassen, und die Macht, es wieder zu empfangen." Ein Unfall ist keine Macht außerhalb des Bewusstseins des Einzelnen.
Niemand kennt den Menschen außer dem Geist des Menschen, der in ihm ist. Außer ihm kommt niemand in Ihre Welt, um Sie zu erlösen. Sie haben die Macht, alles in Sein zu rufen, denn der Autor des Schauspiels namens Leben sind Sie. Die Bibel bezeichnet Gott als Vater, das Ich bin, halt oder das Licht. Gemeint ist das Bewusstsein, welches wie ein Atom alterslos ist. Das Bewusstsein ist die lebendige Substanz, welche weder Anfang noch Ende hat, sondern immer nur Anordnungen seiner selbst darstellt. Für den äußeren Menschen gilt das biologische Alter, für die Substanz des Bewusstseins gilt es nicht. Es bleibt immer unverändert.
Ich bin schon, bevor es die Welt gab, und ich bin auch noch, nachdem sie zu bestehen aufhört. Der äußere Mensch kann sagen: "Ich war" oder "Ich werde sein", aber der innere menschliche Geist sagt allzeit nur: "Ich bin." Sobald Sie ein klares Bild von Ihrem Wunsch haben, halten Sie den Gedanken aufrecht, dass Sie seine Erfüllung bereits erleben. Tun Sie dies so lange, bis Ihnen diese Gedanken in Fleisch und Blut übergehen.