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FSP Patientenvorstellung Ösophaguskarzinom

ärztesprech8:30

Transcription

Hallo, liebe Ärztinnen und Ärzte! In meinem neuen Video geht es um die Patientenvorstellung zum Anamnesegespräch: Verdacht auf Ösophagoskarzinom. Letzte Woche hatte mich noch eine Abonnentin gefragt, ob ich zu diesem komplizierten Fall nicht mal eine Patientenaufklärung aufnehmen kann, weil es hier so viele eigenartige und schwierige Fachbegriffe gibt. Das fand ich eine sehr gute Idee und bin dieser also direkt mal nachgekommen.

Generell könnt ihr eure Wünsche zu Videos oder auch Shorts und anderen Inhalten immer gerne äußern. Auf Instagram könnt ihr mir natürlich auch gerne folgen, und dort bekommt ihr auch immer mit, wenn es irgendwas Neues gibt. Ich mache dort regelmäßig Umfragen und informiere euch natürlich immer rechtzeitig darüber, wenn es neue Inhalte, neue Blogbeiträge, neue Videos und so weiter gibt. Also folgt mir einfach noch auf Instagram, und dann seid ihr auch da immer up to date und wisst auch, was so ein bisschen hinter den Kulissen beim Ärzt(e)gespräch passiert.

Ansonsten muss ich auch sagen, habe ich jetzt ein bisschen mehr Zeit wieder für Videoaufnahmen. Das habt ihr vielleicht auch schon festgestellt, dass ich im Moment wieder ein bisschen mehr produziert habe. Das liegt vor allen Dingen daran, dass ich noch eine ganz tolle Unterstützung an meine Seite bekommen habe, dass ich mich jetzt mehr auf Content-Produktion, aber gleichzeitig auch natürlich auf die Vorbereitungen auf die medizinische Fachsprachprüfung konzentrieren kann. Das einmal so als kleine Randinformation.

Dann würde ich euch gerne noch eine Sache vorab zeigen, bevor es dann auch endlich mit der Patientenaufklärung losgeht, und zwar meinen kleinen Notizzettel, bzw. meinen Notizzettel. So sieht der aus. Der ist relativ schön strukturiert, wie ihr seht. Das ist natürlich auch für die Prüfung ganz, ganz wichtig, dass ihr euren Notizzettel so strukturiert wie möglich verfasst. Ihr dürft darauf machen, was ihr wollt, denn der Notizzettel wird nicht bewertet. Wie ihr eure Notizen am besten verfasst, das heißt, so effizient wie möglich, das erfahrt ihr natürlich in unserem Videokurs. Da könnt ihr gerne mal vorbeischauen, da gibt es ein komplettes Video, eine komplette Sektion nur zum Thema Notizen in der FSP, weil das ein ganz, ganz wichtiger Punkt ist. Gut, genug dazu für den Moment. Dann geht es jetzt los mit der Patientenvorstellung. Viel Spaß dabei!

„Schönen guten Tag, Frau Doktor.“ „Schönen guten Tag, Herr Doktor. Ich habe heute einen neuen Patienten aufgenommen, und den Fall würde ich gerne mit Ihnen besprechen. Haben Sie einen Moment Zeit dafür?“ „Perfekt, vielen Dank.“ Es handelt sich heute um den Patienten Herrn Martin Bauer, geboren am 11. März 1963. Herr Bauer wiegt 101,4 Kilogramm und ist 1,86 m groß. Der Patient stellte sich heute bei uns vor, da er seit einem Monat an Odynophagie leidet, die sich progredient entwickelt hat. Das bedeutet, der Patient hatte zu Beginn der Beschwerden Schmerzen bei fester Nahrung, inzwischen aber auch bei Flüssigkeiten. Des Weiteren berichtete Herr Bauer, dass er ein Globusgefühl im Hals habe und die Schmerzen retrosternal lokalisiert seien. Die Schmerzintensität stufte der Patient bei fünf von zehn auf der Schmerzskala ein. Außerdem nannte Herr Bauer eine Pseudo-Hyper-Gitation. Fragen nach Reflux, Nausea oder Emesis wurden vom Patienten verneint.

Während des Anamnesegesprächs sind mir zittrige Hände des Patienten aufgefallen, weswegen ich ihn sofort nach seinem Genussmittelverhalten gefragt habe, und dabei habe ich folgende Informationen erhalten: Herr Bauer trinkt drei bis vier Flaschen Bier täglich und gelegentlich auch Schnaps. Dazu gab er an, 10 bis 20 Zigaretten seit 35 bis 36 Jahren täglich zu rauchen. Die Frage nach Drogen wurde vom Patienten verneint. In der vegetativen Anamnese fand sich eine Obstipation, zusätzlich auch eine zweimalige Melena die letzten Tage. Außerdem berichtete er über Hyperhidrose, Inappetenz, einen Gewichtsverlust von 4 oder 5 Kilo in den letzten vier Wochen sowie unruhigen Schlaf und aufgrund des unruhigen Schlafes auch Vertigo. Darüber hinaus berichtete Herr Bauer noch von einer erektilen Dysfunktion.

In den Vorerkrankungen nannte er einen Diabetes mellitus seit 14 Jahren, eine Lymphadenopathie, die scheinbar mit den aktuellen Beschwerden aufgetreten ist, weswegen er ja auch schon beim Hausarzt war, die besteht also seit vier bis fünf Wochen, sowie ein Vorhofflimmern seit sieben Jahren. Der Patient wurde zweimal operiert; bei ihm wurde eine Cholezystektomie vor vier Jahren und eine Kreuzbandplastik vor 15 Jahren durchgeführt. Die Medikamentenanamnese ergab eine Einnahme von Metformin 1000 mg dreimal täglich sowie eine Einnahme von Marcumar, eine Tablette morgens. Darüber hinaus berichtete er, dass er mehrfach die Woche Ibuprofen einnimmt, wenn er einen Kater habe. Die Frage nach Allergien ergab, dass unser Patient allergisch auf Hundehaare reagiert. Die allergische Reaktion äußert sich hier mit einer allergischen Rhinitis.

In der Familienanamnese fand sich ein Kolonkarzinom beim Vater, der daran gestorben sei, weswegen sich der Patient Sorgen macht, dass er ebenfalls an einem Karzinom leide, sowie eine koronare Herzkrankung bei der Mutter, die ebenfalls daran gestorben sei. Herr Bauer hat zwei gesunde Kinder, ist geschieden, Lagermitarbeiter Beruf, hat angegeben, dass er vor kurzem seinen Führerschein verloren habe, ebenfalls aufgrund von Alkoholkonsum, und hat deswegen Angst, seinen Job zu verlieren.

Aufgrund der anamnestischen Angaben habe ich daher einen Verdacht auf einen Ösophaguskarzinom. Differentialdiagnostisch könnten hier auch Achalasie oder auch Ösophagusvarizen oder auch ein Nahrungsmittelkarzinom in Betracht kommen. Zur weiteren Abklärung empfehle ich daher eine körperliche Untersuchung. Das bedeutet, dass wir vor allen Dingen die Vitalparameter überprüfen sollten; das sind vor allen Dingen Körpertemperatur, Blutdruck, Atemfrequenz, Herzfrequenz und auch der Blutzucker. Für das Labor sollten wir natürlich auch etwas Blut abnehmen, und dort sollten wir ein Blutbild bestimmen lassen, die Gerinnungsparameter, Leber- und Nierenfunktionswerte sowie TSH. Die wichtigste Untersuchung, die wir hier durchführen müssen, ist natürlich eine ÖGD, eine Ösophago-Gastro-Duodenoskopie, und gleichzeitig sollten wir auch eine Biopsie durchführen.

Ein Ösophagoskarzinom kann in der Prüfung immer mal wieder dran kommen, daher möchte ich euch bitten, diesen Fall auf jeden Fall auch vorzubereiten. Trainiert die wichtigsten Symptome, sprecht die Leitsymptome, bereitet euch darauf vor, was der Patient für Fragen stellen könnte, wie z.B.: „Warum ist mein Stuhl schwarz? Könnte es auch Krebs sein, wie bei meinem Vater? Muss ich jetzt im Krankenhaus bleiben? Was passiert jetzt mit mir?“ Außerdem solltet ihr hier natürlich im Arzt-Arzt-Gespräch auch immer darauf vorbereitet sein, dass die Prüfer euch Fragen zum Falsch-positiv stellen können, zur Diagnose oder auch generelle Fragen zur Medizin.

Dann hoffe ich sehr, dass euch dieses Video bei eurer Prüfungsvorbereitung hilft und ihr einiges an Wortschatz dazu lernen konntet. Wenn ihr weitere Videowünsche habt, lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen. Folgt mir auf Instagram, damit ihr immer up to date seid, und dann freue ich mich ansonsten, wenn ich euch bei eurer Prüfungsvorbereitung helfen kann. Bis dann!