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How to: Wie werde ich so reich wie meine (Babyboomer-)Eltern? | WISO

ZDFheute Nachrichten43:31

Transcription

Die Deutsche Wirtschaft in historisch tiefster Krise. Der andauernde Krieg in der Ukraine. Deutschland Hochpreisland. Die Wohnungsmieten in Deutschland sind weiter gestiegen. Die Lage im Nahen Osten droht weiter zu eskalieren. Katastrophe. Ja, alles scheiße gerade. Aber hilft ja nichts. Wir müssen über eure Finanzen reden. Wer? Ihr schaltet jetzt aus. Dran bleiben jetzt. Ich weiß, es ist ein unangenehmes Thema, aber einfach verdrängen ist ja auch keine Lösung. Wie oft habt ihr euch schon eingeredet, dass ihr euch mal in einer ruhigen Minute ins Thema einlest? Dann habt ihr irgendwann ein Video mit Finanztipps angemacht, nichts verstanden und seid doch wieder bei Tiervideos hängen geblieben. Oh Gott, ist das süß. [räuspern] Ah! Ah! Wir ziehen das jetzt durch. Wir reden heute über euer Geld. Denn ohne Moos [musik] nichts los. Oder etwas galanter formuliert. Wenn wir nichts über Geld wissen, können wir auch kein Vermögen aufbauen.

In meiner Kindheit haben wir zu dritt von sehr wenig Geld gelebt, so rund 1000 €. Der Spruch Geld regiert die Welt kommt ja leider nicht von irgendwoher. Viele Träume und Wünsche gehen eben in die Richtung, dass man leider Geld braucht und für das Haus haben wir ja knappe 400.000 bezahlt. Ich glaub T, der hat nicht so viel verdient wie meine Partnerin das ganze Jahr über verdient und bin tatsächlich in zwei Monaten hoch auf 300.000 €. Aber wie machen wir das genau mit dem Vermögensaufbau? Früher so in den 80ern und 90ern war das gefühlt alles klar. Geld aufs Sparbuch, Bausparvertrag, Haus fertig. Das läuft heute anders. Also, was könnt ihr tun, um genauso [musik] vermögen zu werden wie eure Eltern?

Die Baby Boomer. Die Babyboomer, das sind die geburtenstärksten Jahrgänge in Deutschland zwischen 1956 und 1969. Sie sind die reichste Generation, die es je in unserem Land gegeben. Das kann man aber nicht verallgemeinern. Ja, nicht alle in dieser Generation sind reich, manche sogar sehr arm. Aber rein durchschnittlich spielen die Baby Boomer eben in der obersten Vermögensliga. Aber wie kommt ihr dahin? Vielleicht hat dieser Babyboomer ja einen Tipp. Wir müssen in diesem Land wieder mehr und vor allem effizienter arbeiten mit vier Tage Woche und Work Life Balance. werden wir den Wohlstand unseres Landes nicht erhalten können. Ach, Friedrich, die Zeiten haben sich leider ziemlich verändert. Heute gelten ganz andere Spielregeln für den Vermögensaufbau als früher. Und um euch das zu veranschaulichen, habe ich hier mal was vorbereitet. Die beiden hier sind unsere lebendig gewordene Statistik. Echte Durchschnittstypen. Jan und Julia. Was sind das denn für langweilige Namen? Sorry, ich habe mir die nicht ausgedacht. Das sind die populärsten Vornamen der 90er Jahre. Aber wir sind Individum verschieden. Und wer bist du? Ich? Na, ich bin hier der Experte für alles und heute für Finanzen und Wirtschaft. Und wenn ich euch beide so anschaue, eure beste Option. Jan und Julia stehen für euch da draußen. Die, die ihr zwischen 1981 und 1995 geboren seid, sie sind das klassische Millennialpaar. Beiden geht's aktuell gut, wahrscheinlich sogar besser als ihren Eltern damals mit Anfang 30. Sie haben einen höheren Lebensstandard, ein höheres Medianeinkommen, sind besser gebildet, können sich im Grunde auch mehr leisten als ihre Eltern. Gehen oft essen, reisen um die Welt, haben teure technische Geräte, für die ein Boomer früher viel länger arbeiten musste. Das liegt vor allem am technischen Fortschritt. Ich liebe technischen Fortschritt. Meine Siebträgermaschine ist mein ein und alles. Wie sagen wir immer? No coffee, no work. Aber wir reden hier nicht über Lifestyle und Konsum. Das können die zwei sehr gut. Wir reden über Vermögensaufbau und finanzielle Sicherheiten. Nee, nee, nee. Also, darüber reden wir eigentlich nicht voll unromantisch Finanzen. Ihr solltet aber darüber reden, denn beim Vermögensaufbau wird es knifflig für euch Jüngere. Für die jetzigen und kommenden Generationen wird es wahrscheinlich schwerer werden, ein Vermögen aufzubauen. Es liegt einerseits an den gestiegenen Immobilienpreisen und der Schwierigkeit selber Eigentum zu erwerben, was für viele die wichtigste Vermögensform ist. Und die Rolle von Erbschaften wird umso mehr eine Rolle spielen bei den Vermögen der jüngeren und zukünftigen Generationen. Willkommen bei der Lotterie des Lebens. Das einzige Spiel, das wir nur einmal spielen können. [musik] Und wie sieht's aus? Welches Los habt ihr gezogen?

Also ähm ich komme aus äh Ostdeutschland, habe Arbeitereltern, eine Ausbildung mit Fachabi. Mhm. Einkommen. Ich bin angestellt und verdiene fast 1900 € Netto als Einzelhandelskaufmann. Okay. Ja, also zurücklegen kann er nicht wirklich. Was? Ist doch gut. Und du? Also ich bin Bessi, habe einen Bachelor in BWL, bin angestellt und verdiene ca. 2860 € netto als Marketingfachkraft. Wahrscheinlich erbe ich mal das Haus meiner Eltern. Und ich packe seit 15 Jahren jeden Monat 100 € auf ein Sparbuch und habe so schon fast 20.000 € gespart. Meine Schmama. [gelächter] Boah, weiß ich jetzt nicht, ob das schon als Sugarmama gilt. Leute, der richtige Sugar kommt ja erst, wenn man auch richtig spart. Wie viel Zinsen bekommst du denn auf dein geliebtes Sparbuch, Julia? 0,6%. Oh, immerhin bist du damit nicht allein. Für gut 35% der Deutschen ist das Sparbuch immer noch The Way to go, dicht gefolgt vom Tagesgeldkontor. Auch der Bausparvertrag ist mit 26% immer noch populär. Die meisten sparen sogar auf dem Girokonto. Da gibt es nur dieses blöde Problem mit den Zinsen. Typischerweise werden diese Sparprodukte alle nur sehr gering verzinst oder zum Teil sogar gar nicht. Dann kommt es so, dass die Zinsen, die dort gezahlt werden, häufig niedriger sind als die Inflationsrate, so dass man über einen längeren Zeitraum hinweg an Kaufkraft verlieren würde, wenn man diese Produkte zum Sparen nutzt. Wie jetzt? Was was verlieren? Das haben meine Eltern auch so gemacht mit dem Sparbuch. Ja, genau. Das ist ja das Problem. Zeiten ändern sich, Zinsen schwanken. Sie sind nämlich das Instrument der Zentralbanken, um die Inflation zu steuern und auf wirtschaftliche Krisen zu reagieren. In den 70ern und 80ern gab es zwei Ölpreisschocks. Die gab es nicht [schnauben] nur in Deutschland, die gab es weltweit, die dazu geführt haben, dass die Inflation stark angestiegen ist und damit dann auch der Zinssatz. Und dann gab es speziell in Deutschland zur Wiedervereinigung Anfang der 90er Jahre auch noch einen Inflationsschub, der dann auch noch mal zu einem Anstieg der Zinsen geführt hat. Und dann speziell nach der Finanzkrise 2008 äh sind die Zinsen sehr sehr stark gesunken, weil die Finanzmärkte zusammengebrochen sind und äh man versucht hat dann eben über eine sehr lockere Geldpolitik äh Liquidität in den Markt zu bringen und die Krise zu beruhigen. Und erst seits jetzt 2022 in der Energiekrise die Inflationsrate wieder stark angestiegen ist, hat die Zentralbank dann auch die Zinsen wieder erhöht. Und genau diese Entwicklungen sind der Grund, warum Anlageprodukte wie das Sparbuch nicht mehr funktionieren wie früher, als die Babyboom noch jung waren.

Ist die Inflationsrate höher als das Zinsniveau, wird der [musik] Verlust des Geldwertes nicht ausgeglichen und die Leute können sich weniger kaufen? Also, wenn ich davon ausgehe, dass wir aktuell eine Inflationsrate von 2,2 % haben, dann muss ich mit meiner Wertanlage einen Gewinn erwirtschaften, der größer ist als das, also mehr als 2,2 %. Damit ich am Ende auch Kaufkraft bereinigt um den Effekt der Inflation noch mehr Vermögen habe als davor. Nehmen wir also mal dein Sparbuch, Julia. Wenn du seit 2010 bis 2025 jeden Monat 100 € gespart hast, also sind das 19200 € die [musik] du insgesamt eingezahlt hast. Bei den Zinsschwankungen der letzten Jahre hast du teilweise fast gar keine Zinsen bekommen und hast deshalb heute nur rund 19900 €. Aber ist mehr gewonnen ist doch gut. [musik] Nope. Du musst doch die Inflation abziehen, den Wertverlust des Geldes. Die Inflationsrate liegt aktuell bei 2,1% und bezieht man die Inflationsraten der letzten 15 Jahre mit ein, dann liegt deine Kaufkraft heute nur noch bei gerundet 14200 €. Du hast fast 6000 € verloren. Also ihr da draußen lernt von Julia. Ja, euer Geld liegt auf den Banken [musik] sicher. Verliert aber de facto ein Wert. So baut man kein Vermögen auf.

Wie ist es denn bei euch beiden mit Eigentum? Habt ihr da irgendwas? Immobilien Grundstück, ein bisschen Betong sage ich immer. Das glaubst du wohl? Ach ja, sorry. Durchschnitt. Durchschnitt. 53% der Deutschen wohnen zur Miete und das, obwohl viele den Wunsch nach der eigenen Immobilie haben, soll ja auch eine gute Kapitalanlage sein. Also ähm ich hatte auch schon diesen Traum, also da haben wir jetzt noch nicht so drüber geredet, aber dass wir vielleicht irgendwann, wenn wir Kinder kriegen, uns so ein kleines Haus in Grün kaufen. Ähm Kinder kosten aber auch viel. Also, ich weiß nicht, [musik] ob ihr zwei Ich find's voll schön, dass du die Kinder mit mir vorstellen kannst, Janni. Okay, die beiden brauchen wohl noch ein bisschen. Aber es gibt auch Leute, die nicht nur ihr Leben träumen, sondern auch den Traum von der eigenen Immobilie leben. Ja, ich bin Nico, ich bin 29 Jahre alt. Und ich bin Barbara. Ich bin 26 Jahre alt und wir beide zusammen haben uns letztes Jahr den Traum von eigenen Haus erfüllt. 2025 haben die beiden ein Grundstück bei Bergen auf Rügen gekauft und ein eigenes Haus gebaut. Das [musik] Haus liegt zentral auf der Insel, abseits der beliebten Ferien. Warum wir uns jetzt für unser Grundstück hier in der Nähe von Bergen entschieden haben, liegt einfach daran, dass der Markt gar nicht so ewig für hergibt. Also, wenn du jetzt in Bin z.B. bauen möchtest, äh da wüsste ich jetzt gar nicht, ob es da überhaupt Grundstücke gibt. Ähm und das, was du da bestehend an Immobilien kaufen kannst, das ist für uns unbezahlbar. zwei Zimmerwohnungen und dann für 500 000. Also, [musik] also wir haben hier ein 700 m² großes Grundstück und dafür haben wir ca. 125 000 € bezahlt. [musik] Und für das Haus haben wir ja knappe 400.000 noch mal bezahlt. Also wir liegen knapp über 500.000 1000 € mit dem, was wir jetzt hier ja geschaffen haben. [musik] Denn auch hier in der Insel Mitte sind die Preise in den letzten 30 Jahren deutlich gestiegen. Als wir Nicos Vater mit ins Boot geholt haben, damals die ersten [musik] Immobilien anschauen, da ist er aus allen Wolken gefallen, was die Preise angeht. Meine Eltern hätten sich wahrscheinlich mit dem Geld, was wir jetzt hier bezahlt haben, vier Häuser bauen können. So viel Geld für ein Haus auf Rügen? Ja, aber er ist im Grünen. Da wolltet ihr doch hin. Ja, aber nicht so grün. eher so Speckgürtel von der angesagten Großstadt. Mhm. Die Immobilienpreise sind tatsächlich seit 2010 ca. in den 2010er Jahren bis zur Zinswende, so nennen wir das im Jahr 2022 sehr sehr stark gestiegen. Hab mit teilweise über viele Jahre hinweg zweistelligen Preissteigerungsraten. Das hat natürlich die Städte getroffen, aber ehrlicherweise nicht nur die Städte, sondern auch deren Umland und auch Periphäre Region 500.000 1000 € insbesondere wenn die Grundstückskosten mit eingerechnet sind, sind alles andere als außergewöhnlich. Im Umland der großen urbanen Ballonsräume muss man häufig mit deutlich mehr rechnen, aber es gibt doch Kredite und so. Das kann man nach dann abbezahlen. [seufzt] Also es war schon komplizierter als junger Mensch ein Kredit zu bekommen. Es gibt eben viele Faktoren, die sich die Banken angucken.

Dabei sind Nico und Barbara finanziell ein stabiles Team. Beide haben sichere Jobs. Nico als Beamter und Barbara ist Tierphysiotherapeutin. Also als Eigenkapital hatten wir 100.000 € und zusammen haben wir ein Netto Haushaltseinkommen von 6000 €. Das ist mehr als wir haben. Bringen wir mal die Lampe an. So, dann pass mal auf. Müssen mal den Hammer. Nico spart, seitdem er 18 ist und hat auch schon früh in Wertpapiere investiert. So konnte er relativ viel Geld ansparen. Trotzdem sind 100.000 Eigenkapital gar nicht so viel, wenn man ein Haus finanziert. Das sollte erstmal reichen. Dann nehmen wir noch die Dübel. Gut. Gut. Also, man hat sehr hohe Baunebenkosten, die dann ja immer anfallen bei einem Neubau und damit muss man eben mit dem Eigenkapital arbeiten. Das heißt, das Eigenkapital geht schon für die Baunebenkosten drauf, weil das eben nicht von der Kreditsumme umfasst wird. Ja, wir haben natürlich die Grunderwerbsteuer gehabt, die als Nebenkosten angefallen sind in Höhe von 7500 €. Es sind Bodenarbeiten dazu gekommen, die auch zu den Baunebehenkosten zählen und insgesamt kann man bestimmt sagen, dass wir Baunehmenkosten in Höhe von 20.000 € hatten. Um ihren Eigenkapitalanteil bei der Bank zu erhöhen und so einen besseren Kredit zu bekommen, machen die beiden viel selbst. Na, ein Glück, ein Glück ist das mittig. Dann haben wir schon mal ein Problem weniger. So und dann müssen wir eigentlich nur noch die Halterung ranschrauben. Von der Bank haben wir 20.000 1000 € angerechnet bekommen für eben unsere Eigenleistung, die wir erbracht haben oder erbringen mussten. Ja, was haben wir alles selber gemacht? Wir haben selber tapeziert, wir haben selber gestrichen, wir haben uns um gespachtelt, wie gespachtelt. Oh Gott, stimmt ja, das war schrecklich. Am Spachteln. [gelächter] Ja, am Anfang schon und irgendwann wird's dann halt echt nervig, weil es ist halt ja, es sind viele Wände und die waren am Anfang schon ein bisschen schief. Aber gut, das ist ja normal. Ich meine, wir sind auch keine Experten, wir sind ja auch wirklich haben das ja in Eigenleistung gemacht und wir sind ja keine Handwerker vom Beruf. Deswegen man muss sich sehr viel aneignen und da hat jeder seine Wege und ob man da mit KI irgendwie guckt, wie man das macht. Chat GBT fragt. Ja, aber im Endeffekt haben wir es gemacht. Ja, ist das so. Wir Experten nennen das Muskelhypotheke. Ja, im Prinzip ist die Muskelhypothek die getane handwerkliche Leistung. Ja, wie sie denn beim Handwerker berechnet würde, abzüglich der Materialkosten, das ist meine Muskelhypothek, denn ich mache selbst, ich muss eben letztenendes den Lohnteil nicht bezahlen und kann das dann eben als Sicherheit in die Finanzierung mit einbringen und häufig wird das dann tatsächlich auch als Einkapital angesehen in dieser Konstellation. Da nimmt man so viel Geld für die Finanzierung in die Hand und da muss man trotzdem noch so viel selber machen. Sind wir mal ehrlich, das können wir nicht. Ey, die Lampe im Flur habe ich ganz alleine angebracht. mit einem Tutorial und drei Wutanfällen in zwei Wochen. Beim letzten Mal hast du sogar geweint. Das hat ich nichts zu suchen. Soll ich dir das halten? Nico und Barbara haben von der Bank am Ende einen Kredit über 400.000 € bekommen und zahlen dafür 3,6% Zinsen pro Jahr. Damit sind es über 600.000 1000 € die sie insgesamt wahrscheinlich abfinanzieren müssen. Also, es hat sich schon komisch angefühlt so ein Vertrag abzuschließen, wo man ja einen ganzen Schlag Schulden auf einmal hat. Prüfen noch mal, ob alles fest ist. Monatlich zahlen Sie jetzt 1700 € ab. Wenn ihre Rate so bleibt, zahlen die zwei den Kredit über 30 Jahre. so uns ist es wichtig spätestens zur Rente denn eben mit der Baufinanzierung durch zu sein, dass wir dort abgesichert sind und dass wir da nicht mehr fürs Haus bezahlen müssen. Ja, man ist durch diese finanzielle Belastung und äh dadurch, dass man endgültige Unterschriften gesetzt hat, ist man natürlich äh aufeinander irgendwo angewiesen. Ähm dadurch, dass wir nicht verheiratet sind, äh ist das noch mal ein anderes Risiko. Ich glaube, wir haben auch viele Szenarien einfach durchgespielt, die passieren könnten und sind so auf vielen Risiken schon auf dem Weg gegangen. Ich find sie schön. Find du sie nicht schön? Doch, die macht ein sehr schönes Licht. Man weiß am Ende einfach, wofür man es tut. Man weiß, dass man am Ende, wenn man fertig ist mit Kreditzahlen, hat man sein Eigentum. Schon schön so ein eigenes Haus, aber selbst dieser Kredit ist dann noch so teuer. Sei doch nicht so negativ. Wenigstens eine erkennt den Ernst der Lage und die zahlen das jetzt einfach ab bis zur Rente. Das ist ein heftiges Commitment und da müssen wir auch wirklich offen und ehrlich und vor allem fair mit unseren Finanzen umgehen. So ist es. Einen Kredit zusammenaufnehmen ist krasser als heiraten, Leute. Nur dass man das Geld nicht für eine schöne Feier ausgibt und die Bank lässt sich so ein Darlehnen gut bezahlen.

Auch hier spielen die Kreditzinsen wieder eine entscheidende Rolle. Die sind seit Juli 22 wieder gestiegen. Meine Eltern haben ja auch ein Haus, obwohl die auch nur durchschnittlich verdient haben und die hatten das safe früher abbezahlt. Haben die es früher so viel leichter? Es war nicht per se leichter früher, es war anders. Man kann sagen, die Erwerbsnehmenkosten, das was eben initial in die Finanzierung eingebracht werden musste, also Erwerbsnehmenkosten [schnauben] plus den Eigenkapitalanteil in der Finanzierung, da dauert es heute deutlich länger [musik] in der Ansparphase. Mit Blick auf die Finanzierung haben eben die Baby Boomer Generation deutlich höhere Fremdkapitalzinsen gesehen. Schwankt natürlich immer wieder. War aber teilweise in den 80ern zweistellig, ne? Das heißt, mehr als das doppelte, teilweise das dreifache des [musik] Zinsniveaus mussten damals bezahlt werden. Damals waren aber die Erwerbsnebenkosten deutlich geringer. Das liegt zum einen daran, dass sie natürlich in Relation zum Kaufpreis der Immobile gemessen werden, aber es liegt zum anderen auch daran, dass beispielsweise die Grunderwerbsteuersätze damals deutlich deutlich geringer waren als heute in vielen Regionen in Deutschland. Während Haushalte für den Erwerb einer Eigentumswohnung in einer Stadt von 1980 bis 1990 unter zwei Jahresgeälter für den Eigenkapitalbedarf aufwenden mussten, sind es 2015 bis 2024 mehr als dre Jahresgeälter [musik] gewesen. Millennials haben also fast doppelt so lange fürs Eigenkapital gespart wie die Babybummer in den 80er [musik] Jahren.

Das ist alles mega aussichtslos. Wir werden für immer zu Miete wohnen und arbeiten müssen, bis wir um Du hast wenigstens was gespart. Es recht ja trotzdem für nichts und außerdem wir sitzen h auch im selben [musik] Boot. Ich will meine Mama. Nee Julia, nicht deine Mama. Das Haus von deiner Mama. Stimmt, das Haus von meinen Eltern. Und ich stehe dann für immer in deiner Schuld oder was? Julia hat den Joker Aussicht auf ein Erbe. Noch nie wurde so viel Vermögen in Deutschland vererbt wie heute. 2023 wurden bei den Finanzämtern Erbschaften und Schenkungen über 120 Milliarden Euro veranlagt. Ihr Millennials werdet also doch noch reich. Wir erwarten in den kommenden Jahren große Vermöggenstransfers, die von den Boomern an die Millennialgeneration weitergegeben werden. Das bedeutet aber auch, dass die Ungleichheit innerhalb der Generation der Millennials größer wird. Angesichts der ungleichen Verteilung der Vermögen zwischen Ost und West werden Erbschaften auch die Sogleichheit fortführen. Ostdeutsche haben eine niedrigere Wahrscheinlichkeit zu erben [musik] als Westdeutsche und wenn sie Erbschaften erhalten, sind diese im Schnitt auch weniger wert. Da habt ihr es. Meine Eltern im Osten, die können gar nichts vererben. Die haben bei fucking null angefangen. Ich mache mich doch nicht komplett abhängig von dir und deinen Eltern, Julia. Ich lade mir jetzt so eine so eine Trading App runter und dann hat sich das. Ich mag die Initiative, aber Bo, immer dieses beschissene, aber ich kann es nicht mehr hören. Okay. Okay.

Dennoch Trading ist nicht ohne. Vor allem, wenn man weder eine Ahnung vom Finanzmarkt noch einen angesparten Notkroschen hat. Ich kenne da jemanden, bei dem ist es nicht so gut ausgegangen. [musik] Seit fast 20 Jahren ist Jules professioneller Musiker. Jules ist ein Pseudonym. Seinen echten Namen möchte er hier nicht nennen, denn seine Finanzstory ist keine, mit der man gerne an die Öffentlichkeit geht. [musik] Also, ich habe schon mit dem Arbeiten angefangen mit 15 und noch während der Schule und bin danach auch direkt ins Ausrand gegangen, dann in Australien, hat dann dort gearbeitet und kurze Zeit später hatte ich angefangen dort Straßenmusik zu machen und es hat super funktioniert. Jules verdient gut, arbeitet hart und lebt bescheiden. Er verbringt die Hälfte des Jahres in Frankreich, spielt dort an beliebten Touristenorten, wird für Hochzeiten und Events gebucht. Die andere Hälfte des Jahres reist er mit seinem Fahrrad um die Welt. Wenn ich meine Saison vollendet habe, dann liegen meine Fixkosten pro Monat bei 60 €. 60 € das sind 40 € ähm Auslandskrankenversicherung und das sind 20 € Handyvertrag. Das war's. Ich habe ja auch keinerlei Verpflichtung wieder eine Ehefrau oder Kinder und das hilft natürlich unglaublich die Sparrate hochzuhalten. Als selbständiger Musiker muss Jules selbst fürs Alter vorsorgen und beginnt sein Geld in Wertpapiere anzulegen. Die größte angesparte Summe, die ich angespart hatte, [musik] die lag bei ungefähr so 160.000 €. Fängst natürlich grün an, ne? Und dann kommst du mal in ETFs, dann machst du mal äh noch mal Aktien. Ähm aber alles damals noch relativ konservativ, also ohne großen Hebel, ohne Multiplikatoren, ohne die Risiken, die mit Derivaten einhergehen. Insgesamt äh habe ich dann über die Jahre ist das Depot gewachsen auf vielleicht so 200.000 1000 € und dann war ich gerade auf einer Ratur zusammen mit äh mit einer Partnerin und äh habe dann dit Trading angefangen. Über eine Neobroker App fängt Jules mit dem sogenannten Daytrading an, dem kurzfristigen Handel mit Wertpapieren. Er kauft und verkauft sie innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums, um mittels geringer Kurschwankungen Profit zu machen. Manchmal bin ich morgens aufgewacht und dann waren im ersten Trade habe ich mich habe ich mich vertan und dann waren es 10 000 € weniger und ich wusste aber kein Problem hole ich nachmittag wieder rein 30.000 1000 plus so eine Tage hatte ich. Es gab Tage, die hatte ich so viel verdient wie meine Partnerin das ganze Jahr über verdient. Ich habe durchgeknüppelt und bin tatsächlich von Mitte April, da war war ich stand ich bei 110 000 bis Ende Mai, also in zwei Monaten hoch auf 300.000 €. Ja, guter [musik] Mann. So macht man es doch. sich ein bisschen was leinen und dann alles auf so ein Turboding setzen. Meine Damen und Herren, Ran Vap und wenn du dann in diesem Hoch bist und dass du auch stolz bist auf dich und dann auch erleichtert bist, dann kommt natürlich auch noch das Gefühl von Euphorie noch mit dazu, ne? Euphorie, ich habe es ja jetzt verstanden und dann verliert man natürlich auch absolute die Relation zum Geld, ne? Das ist dann irgendwann [musik] ganz komisches Gefühl. Irgendwie bist du total euphorisch, aber kannst gar nichts mehr, weiß gar nichts mehr, was eigentlich noch Wert hat und es wurde dann eigentlich noch krasser die Zeit, die ich dann wirklich verbrachte. Und es war dann jeden Tag, den die Börse offen hatte, Montag bis Freitag von 8 Uhr morgens, wenn du aufwachst gleich, dein Alarm geht gleich an deinem Telefon bis abends, bis das Ding zu hatte, jeden verdammten Tag. Mal gewinnt Jules, mal verliert er. Doch als es im Juni 2025 im Nahen Osten krieselt und der DAX fällt, geht Jules All in. Er setzt rund 200.000 € mit mehreren Turbozertifikaten auf den weiteren Fall des deutschen Aktienindex mit 50fachenem Hebel. Das heißt, Gewinne wie Verluste werden um das 50fache verstärkt. Ich saß vorm Bildschirm, ich ich wettete, ich ich war überzeugt davon, dass das Ding noch runtergeht. Bis zur letzten Minute, ne? Bis zum Börsenschluss saß ich da und bin deswegen auch nicht rausgegangen. Habe immer noch mal nachgekauft und dann liegst du im Bett und hoffst irgendwie das Ding nicht über eine bestimmte Schwelle kommt, weil du ganz genau weißt, wenn du morgens aufwachst und der über dieser Schwelle steht, du alles verlierst sozusagen. Doch der Dax fällt nicht weiter und Jules verliert fast seine ganzen Ersparnisse. Und als dann 8 Uhr war, da waren dann von den 210 000 noch 200 übrig. Was Jules passiert, ist es leider gar nicht so selten. Laut der Bundesfinanzaufsicht erlitten drei von vier Kleinanlegern Verluste mit Turbozertifikaten. Beim Turbozertifikat wette ich auf kleine Kursanstiege oder Kursrückgänge einer Aktie oder eines anderen Wertpapiers und kann dann unter Umständen sehr große Gewinne machen, wenn die Wetter eintritt, aber eben auch sehr große Verluste bis hin zum Totalausfall, wenn die Wetter nicht eintritt. Das ist also wirklich ein sehr spekulatives Produkt, was eigentlich für Prianliegende nicht geeignet ist. Jules hat die Wette verloren. Mein größter Fehler war einfach der aus dieser Euphorie abzuleiten, den Markt verstanden zu haben, dann gierig geworden zu sein oder überheblich geworden zu sein und dann alles gesetzt zu haben. Ich war wütend, dass ich nicht habe sehen können, dass das auch meine Altersvorsorge war, wie was ich da verloren habe. War auch sch natürlich Schamgefühle mit dabei, weil ich bin halt Uugal aufgewachsen und jeder Pfennig zählt. [musik] Was würde ich darüber denken? Als kleiner Jules so früher am Computerladen gearbeitet für 5 € die Stunde. Würd der darüber denkt, wenn er erfahren würde, dass Alter Jules jetzt hier so viele Stunden Arbeit auf dem Kopf gehauen hat für für nichts. Was es auch mental mit einem macht, die versteckten Kosten, so nenne ich das mal. Versteckte Kosten sind halt solche Sachen wie: "Ey, ich sehe meine Freunde nicht mehr so regelmäßig, ey, ich verliere gerade meinen Kopf, ich bin nicht mehr echt selbst. Man verliert Lebenszeit. Das wird dafür wird einem kein warn ein einem keiner vor diesem schnellen Abstieg.

Okay, also doch nicht zocken, wenn du noch einmal aber sagst. Also, die Broker Apps haben natürlich vor Nachteile. Also klar, man kann dort sehr sehr günstig ETFäne abschließen oder ETFs kaufen. Das ist auch vernünftig. Auf der anderen Seite verführen einen die Broker Apps dazu, andere Wertpapiere zu handeln, Kryptoanlagen, gehebelte Produkte, besonders riskante Produkte. All diese Produkte werden natürlich vom Broker wärmstens empfohlen, weil der weiß natürlich genau, wenn da Anleger Geld investieren, dann können sie das in z d Jahren wieder anderweitig anlegen und mit jedem hin und her passiert eins Taschenlehrer. Das ist das durch diese Hin und her Broker Free verdienen die Broker natürlich ihr Geld. Ja, was denn jetzt? investieren, aber irgendwie doch nicht. Wenn ich nicht auf Risiko gehe, habe ich bei meinem Gehalt höchstens ein Fünfer im Monat. Nathan, du kannst uns doch nicht einfach nur sagen, was wir alles nicht machen können und uns dann unserem Schicksal überlassen. Leute, das würde ich doch nie tun. Aber wir leben nun mal in einer Leistungsgesellschaft. Höer, schneller, weiter. Los, Jan, du musst einfach dafür sorgen, dass du mehr verdienst. Um Vermögen aufbauen zu können, spielt das Gehalt nämlich immer noch die wichtigste Rolle. Ja, wir denn? einfach mehr verdienen. Wieso? Deutschland, Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Machst wie Mona hier. Wer ist Mona?

Hallo, ich bin Mona. Ich bin 34 Jahre alt, bin armuts betroffen und als Arbeiterkind aufgewachsen und hab heute drei Studienabschlüsse und verdiene ziemlich gutes [musik] Geld. In diesem kleinen Dorf auf dem Land in Thüringen wächst Ramona Wuttig auf. Sie wird kurz nach der Wende 1991 geboren. Meine Mutter ist kurz nach meiner Geburt gestorben und das hat bedeutet, dass ich bei meinen Großeltern aufwachsen musste, weil mein Vater weggegangen war und das hat [musik] ein großes Loch in unsere Familie gerissen. Monas Großeltern sind sehr arm. Nach der Wende ist ihr Opa der Alleinverdiener der Familie und arbeitet im Niedriglohnsektor. Hier stand das Haus, in dem ich aufgewachsen bin. Das war ein Haus, wo [musik] eigentlich man heutzutage niemand mehr hätte leben lassen können. So ganz grundsätzliche Dinge gab es dort einfach nicht, wie z.B. fließend warmes Wasser, eine Dusche, ein Telefon. Internet ja sowieso nicht, auch keine Heizung. Unsere Fenster waren kaputt. Ähm, deswegen konnten wir auch nicht richtig lüften. Hier bin ich zur Schule gegangen, habe hier meine zehnten Klasse Abschluss gemacht und habe eher mittelgute Gefühle, wenn ich hieran denke. Ich war jahrelanges Mobbingopfer und ich habe viele sehr schlimme Erfahrungen gemacht. Man hat mir meine Armut stark angesehen. Ich hatte ganz schlechte Zähne. [musik] Ich habe gestunken nach Schweiß und nach Rauch. Ich hatte so Klamotten vom Polenmarkt, hat man damals gesagt an und zusätzlich dazu hatte [musik] ich halt ja habe ich mir die Haare bunt gefärbt und war halt nicht so [musik] typisch passend äh für den Klassenverband. Obwohl ich gut in der Schule war, haben mich meine Lehr Kräfte eher nicht unterstützt. Ich habe dann eher so Sprüche gehört wie, na ja, du kannst schon mal lernen, wie man Harz 4ant Antrag ausfüllt. Dass es für sie auch einen anderen Weg geben könnte, [musik] glaubt Mona damals nicht. Das nächste Gymnasium ist fast eine Stunde mit dem Bus entfernt. Meine Großeltern wollten ich mir das nicht antun. Es gab nur den Weg hier wegzugehen. Es hört sich richtig unfair nach einem echtsteinigen Weg an. Ja, Mona ist da leider keine Ausnahme, sondern fast der Regelfall. Die Ausstiegswahrscheinlichkeiten aus der Arm sind sowohl in Ost als auch in Westdeutschland gesunken. Das heißt, es ist unwahrscheinlicher, wenn man einmal von Armut betroffen ist, die Armut zu verlassen und das insbesondere in Ostdeutschland. So nämlich alles kacke. J weiter zuhören bitte.

Heute führt Mona ein völlig anderes Leben als früher. Sie lebt jetzt in der Stadt und teilt sich mit ihrem Mann und ihren Katzen eine Vierzimmerwohnung mit fließend warm Wasser, Internet, Telefonfang. Meiner Kindheit haben wir zu dritt von sehr wenig Geld gelebt, so rund 1000 €. Ich alleine habe heute mehr als das dreifache davon. Mona arbeitet in Teilzeit als Projektmanagerin, sitzt im Erfutter Stadtrat für die Grünen und kann sich Dinge leisten, die früher für sie Luxus gewesen wären. Reisen, Konzerte [musik] und ihre vielleicht größte Leidenschaft. Ich kaufe mir ständig Bücher, Hardcover, Softcover, völlig egal, was ich lesen will, kaufe ich mir. Doch bis hierhin war es ein langer Weg. Mit 16 ist Mona klar. Sie will ein anderes Leben als ihre Großeltern und dafür braucht sie Abitur. Bin selbständig zum Jugendamt gegangen und habe ähm um Hilfe gebeten, dass ich ausziehen kann. Die haben mit meinen Großeltern gesprochen und wir sind gemeinsam übereinekommen, dass ich bis nach Erfor ziehen darf. Und da habe ich dann in der zehnten Klasse äh ein Zugticket in die Hand genommen, bin nach Erfurt gefahren, ins Internetcaffe und habe dort nach Wohnungen gesucht. In Erfurt geht Mona aufs Gymnasium, doch sie kommt inhaltlich nicht mit, fühlt sich nicht wohl im Klassenverband und bricht die Schule wieder ab. bin auf vom Gymnasium gegangen und habe eine Ausbildung gemacht, aber mir war trotzdem immer klar, ich möchte studieren und ich möchte das irgendwie schaffen und wenn ich die dümmste im Studium bin, aber irgendwie kriege ich mich da schon reingemogelt [gelächter] und dann habe ich geguckt, wie ich doch noch an dieses Abitur rankomme, weil weil ich das einfach so dringend wollte. Mona findet in Hessen eine Schule, wo man das Abitur im Fernstudium neben der Arbeit machen kann. 2014 hat sie es in der Tasche. Dann habe ich einen Bachelor in Soziologie und Politikwissenschaft abgeschlossen, ein Master in Soziologie, dann Schwerpunkt auf Statistik und quantitative Methoden. Dann habe ich noch, während ich dann schon in Vollzeit gearbeitet habe, ein Bachelor in Psychologie an der Fernunihagen angefangen und beendet. Und gerade macht Mona neben ihrem Job noch ein Fernstudium in Jura. Auf Social Media spricht sie über soziale Ungleichheit und die Hürden, mit denen Armutsbetroffene wie Sie konfrontiert sind. Hätte ich nicht diese Energie und die Kraft gehabt, mich da durchzuboxen bis zum letzten, dann wä es auch nichts geworden. Und das kann man auch keinem verdenken, diese Energie nicht aufzuwenden, weil das ist immens kraftraubend und ich war auch zwischendurch oft am Boden und andere, die aus gut situierten Familien kommen, die vielleicht auch schon akademischen Abschluss haben, für die ist dieser Weg eben ähnlich vorgezeichnet, dass sie das machen können, wie mein Weg vorgezeichnet war, dass ich auf diesem Dorf oder zumindest da in der Nähe bleibe und nur ein kleine Möglichkeiten habe dessen, was ich mal werden kann.

Ein Thema ist Mona besonders wichtig. [musik] Finanzbildung hat ganz viel mit sozialer Gerechtigkeit zu tun. Ich konnte nicht mit Geld umgehen. Das einzige, was ich konnte, war mit wenig Geld möglichst lange umzugehen. Und ich habe lange geglaubt, dass ich sowieso nie vernünftig Geld haben werde, deswegen muss ich das auch nicht können. Also irgendwie Vermögen aufbauen. Dann habe ich aber mit Ende 20, als ich gemerkt habe, ich verdiene doch ganz gut Geld, [musik] angefangen, mich damit tiefer auseinanderzusetzen, Kursen gemacht, Bücher gelesen. Heute hat Mona ein System für ihre Finanzen. Sie legt jeden Monat gezielt etwas für ihre Altersvorsorge in einem ETF Sparplan zurück und hat verschiedene Unterkonten, die sie für verschiedene Themen bespart, wie ihre Katzen.

Und das Reisen. Ich will mich einfach nur immer sicher fühlen in dem, was ich tue. Dazu gehört aber auch, dass ich eben gewisse große Risiken wie riesige Kredite nicht aufnehme und nur Sachen mir leiste, die ich mir auch leisten kann. Okay, sie ist krass, aber trotzdem, du glaubst doch nicht, dass du mir jetzt hier so eine unrealistische American Dreammäßige Geschichte vorsetzen kannst und dann ist das ganze Problem gelöst.

Da hast du recht. Nee, das ist nicht so. Was habe ich? Du hast Recht. Das, was Mona geschafft hat, war früher leichter. Kinder, die ab den 80ern geboren wurden, haben schlechtere Chancen auf einen sozialen Aufstieg als frühere Generation. Ich hatte recht. Aber was auch zutrifft, ist, dass heute viel mehr Menschen Fachhochschule oder Hochschulreife haben als früher. Bei der Altersgruppe, in die Jan und Julia fallen, waren es 2024 sogar fast 57%. Bei den älteren dagegen nur 26%. Wenn Jan also mit seinem Fachappi noch ein berufsbegleitendes Studium macht, könnte er sein monatliches Bruttogehalt steigern und dann endlich auch was zurücklegen oder, wenn es richtig gut läuft, irgendwann auch in Wertpapiere investieren.

Wichtig ist dabei breit streuen. Das kann man mit so Indexfonds, ETFs. Bei einem Indexfond oder auch ETF investiert man in viele verschiedene Aktien gleichzeitig, nämlich in alle Aktien, die in diesem Index sind. Am DAX sind es 40 Titel und dann gibt es so Weltindices, da sind es 3000 bis 4000 Aktien und in dieses Bündel an Aktien investiert man gleichzeitig und damit hat man eben eine sehr, sehr breite Risikostreuung, wenn man so ein Indexfond so ein bisschen vergleichen will mit einem Roulettspiel, ne? Roulettspiel kann man auf rot oder schwarz setzen und bei einem Indexfond setzt man auf rot und schwarz. Das heißt, eine Aktie gewinnt immer. Das ist ein bisschen vereinfacht, aber so funktioniert es.

Okay, aber wie sucht man das denn aus? Also dieses ETF Index Dings, woher weiß man, was man da nimmt? Kann ich da einfach zur Beratung bei einer Bank oder? Das ist so eine Sache mit Finanzberatungen. War ja klar. Das Problem mit der Finanzberatung in Deutschland ist, dass es keine Finanzberatung gibt, sondern im Wesentlichen nur Verkaufsgespräche. Sparkasse, Volksbank, Privatbank, die wollen Ihnen Produkte verkaufen. Ja, die verdienen an dem Verkauf von Rentenversicherung viel, viel mehr, als wenn man Ihnen ETF verkaufen würde. Und deswegen werden Rentenversicherungen, Bausparverträge, Vermögensverwaltungen ebenso gerne verkauft wegen der hohen Provision. Das ist das Problem.

Ihr könnt darauf achten, dass möglichst viele Aktien in euren ETFs sind. Weltaktien ETFs z.B., da sind ganz viele Aktien von internationalen Unternehmen drin. Dann ist das Risiko besonders breit gestreut. Aber aber was ist denn mit Krisen und Kriegen? Mir kann auch keiner erzählen, dass es garantiert ist, dass die immer im Wert steigen. Ja, und wenn man vielleicht auch gar nicht in Rüstung investieren will, ist es da nicht am Ende auch mit drin? Man kann die ETFs schon nach bestimmten Kriterien auswählen, aber ja, ETFs sind auch nicht was für jeden. Das sind am Ende auch Aktien. Deswegen bleibt ein Risiko. Die schwanken in ihrem Wert. Ihr solltet auf keinen Fall euren Notgroschen da anlegen. Nur, wenn ihr was übrig habt und nicht kurzfristig große Gewinne erwartet. Denn ganz wichtig, auch für ETFs braucht man einen langen Atem. Wir Experten nennen das Buy and Hold. Also was am Markt am besten funktioniert ist kaufen und liegen lassen und dann muss man das Auf und Ab auch einfach aushalten. Die meisten Jahre waren positiv, also in 60% der Jahre war man nach 5 Jahren im Plus. Ja, und es gab natürlich einzelne Jahre, die waren besonders schlecht und wenn man natürlich sich anschaut vom Höchstpunkt zum niedrigsten Punkt, konnte man auch mal 50% verlieren. Oftmals hat man nach 4, 5 Jahren äh diesen Verlust schon wieder ausgeglichen, wurde wieder aufgeholt.

Wäre da nicht Gold oder so besser? Soll doch so sicher sein. Das stimmt nicht. Das ist auch nicht ohne Risiko. Die Goldpreise schwanken zum Teil sogar relativ stark. Als Anlageform würde ich es nicht empfehlen. Ist unterm Strich riskanter als eine breit diversifizierte Anlage. Marktinmarkt. Ich will aber Gold nicht verteufeln. Also man kann das beim Unser Rat ist 5 bis 10 % vom Portfolioanteil, was man langfristig investieren möchte. Kann man in Gold investieren, mehr aber auch nicht. Es zahlt keine Dividenden, es [musik] gibt keine Zinsen. Es ist im Grunde eine Wette auf eine Wertveränderung, die kann eben auch schiefgehen. Ja, genau. Und bei Edelmetallen wie Gold funktioniert auch das achte Weltwunder nicht. Das, was der Zinseszins. Ach, wie ich ihn liebe, den Zinseszins. Zins Zins bedeutet, es gibt Zinsen auf eure Zinsen. Oder bei Wertpapieren, eure Gewinne erwirtschaften neue Gewinne. Wie das jetzt? Lass mich mal dahin. Kommt mal her. Beispiel. Ein Welt ETF hat im Schnitt gut 7% Rendite, also Gewinn im Jahr gemacht. Angenommen, das ginge so weiter. Wir nehmen deine 20.000 1000 € Startkapital Julia und packen jeden Monat mit einem Sparplan 100 € dazu. Nach 15 Jahren hättet ihr knapp 88.000 €. Nach 30 Jahren wären es über 270.000 €. Und das, obwohl ihr insgesamt nur 56.000 € eingezahlt hättet. In den ersten 15 Jahren baut ihr das Fundament. In den zweiten 15 Jahren baut das Fundament den Wolkenkratzer. Das ist der Unterschied zwischen sparen und investieren. Und wenn Jan bald auch monatlich etwas beisteuern kann, dann wird [musik] es alles noch viel besser aussehen. Genau.

Doch nicht alles so hoffnungslos, oder? Okay, also ich löse auf jeden Fall mein Sparbuch auf und lege das Geld bis auf 3000 € von Notfälle an und lesen mich noch mal ein, welche Wertpapiere ich wirklich gut für mich finde. Und ich mache diesen berufsbegleitenden Bachelor und lege 25 bis 30 € pro Monat in dem Sparplan an. Ja, sehr gut. That's the spirit. Und was noch? Und wir reden miteinander über Geld. Und wir überlegen uns eine Anlagestrategie. Sie werden so schnell erwachsen. Also junge Menschen, die ein Vermögen aufbauen möchten, sollten möglichst früh damit anfangen. Grundsätzlich sollte man sich nicht entmutigen lassen, aber setzt nicht am Anfang euer gesamtes Hab und Gut. Guck mal, dass alle Schulden weg sind. Stell abzahlen, dann bisschen Notkroschen aufbauen. Ich würde Menschen raten, in ihre Bildung zu investieren. Informiert euch, habt Geduld und hört nicht unbedingt auf eure Eltern. Also es ist auch heute noch möglich ein Vermögen aufzubauen wie die Babyboomer. Nur müssen die meisten dafür länger und anders sparen als früher. Und die Startbedingungen sind unfairer geworden, aber wer nichts tut, [musik] verliert garantiert. Das Wichtigste, redet über Geld, auch gerade in Partnerschaften. [musik] Informiert euch aktiv über Finanzen, entwickelt eine Anlagestrategie und bleibt am Ball. So kann die Lücke kleiner werden. Darum geht es. Ach Friedrich, die Zeiten sind wackelig geworden. [gelächter] Die Welt steht Kopf. Was soll man tun? Alles auf Anfang würde ich sagen. Ach, ich fange an. Ja. Aha. Ihr könnt darauf achten, dass möglichst viele. Chuldigung, wir Experten nennen das Buy and Hold.