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Das schlimmste Gift zerstört deine Nerven – verursacht schwere Neuropathie

Dr. Tenório – Offizieller deutscher Kanal8:48

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Es gibt etwas, das deine Nerven langsam zerstören kann, tag, Jahr für Jahr, ohne dass du es bemerkst. Es ist keine seltene Krankheit, kein Virus und auch keine unvermeidliche Folge des Älterens. Es ist etwas viel gewöhnlicheres, etwas, das vielleicht täglich auf deinem Teller liegt, während du glaubst, es sei harmlos.

Doch im Laufe der Zeit greift dieses stille Gift die feinen Verbindungen deines Nervensystems an. Es verändert dein Gleichgewicht, deine Wahrnehmung und sogar deine Freiheit, dich zu bewegen. Dein Nervensystem ist ein Wunderwerk. Milliarden von Nervenasern verbinden dein Gehirn mit jeder einzelnen Zelle deines Körpers. Dank ihnen kannst du gehen, fühlen, denken, lächeln und reagieren. Aber wenn diese Nerven beschädigt werden, bricht die Kommunikation zusammen.

Alles beginnt mit einem leichten Kribbeln, einem Brennen in den Füßen oder einem Taubheitsgefühl in den Händen. Dann kommen Schwäche, Koordinationsprobleme, Schmerzen und Empfindungsverlust. Das ist der Beginn einer sogenannten peripheren Neuropathie, einer Störung, die Millionen von Menschen betrifft, vor allem nach dem 40. Lebensjahr.

Doch was ist die häufigste Ursache? Zucker, genauer gesagt raffinierter Zucker. Nicht der natürliche Zucker aus Obst, sondern der künstliche Zucker, der in Süßigkeiten, Softdrinks, Backwaren und industriell verarbeiteten Lebensmitteln steckt. Wenn der Körper über Jahre hinweg zu viel Zucker verarbeiten muss, entzünden sich die Nervenzellen, kleine Blutgefäße verengen sich und giftige Stoffwechselprodukte, sogenannte Advanced Glycation Products, lagern sich an Proteine und Gewebe an. Sie wirken wie ein klebriger Belag, der die feinen elektrischen Leitungen deines Körpers langsam blockiert. Viele glauben, dass das nur bei Diabetes passiert. Doch die Forschung zeigt, schon Menschen mit Insulinresistenz oder Prädiabetes können Nervenschäden entwickeln. In Deutschland betrifft das Millionen von Erwachsenen, die gar nicht wissen, dass ihr Blutzucker dauerhaft leicht erhöht ist.

Ein weiterer leiser Zerstörer ist Alkohol. Chronischer Konsum schädigt die Myelinschicht, die schützende Hülle um die Nervenfasern und führt zu einem Mangel an wichtigen Vitaminen, vor allem Vitamin B1 (Thiamin) und Vitamin B12 (Kobalamin). Diese Vitamine sind entscheidend für die Regeneration der Nerven. Wenn sie fehlen, verlangsamt sich der Stoffwechsel der Nervenzellen und der Körper verliert nach und nach die Fähigkeit, geschädigte Nerven zu reparieren. Alkohol verengt außerdem die Blutgefäße und verschlechtert die Durchblutung. Das Ergebnis ist ein stiller, aber fortschreitender Nervenschaden.

Auch bestimmte Medikamente können die Nerven beeinträchtigen, wenn sie über lange Zeiträume eingenommen werden. Ein Beispiel ist Metformin, ein sehr verbreitetes Medikament zur Behandlung von Diabetes. Es ist sicher und wirksam, kann aber bei Langzeitanwendung die Aufnahme von Vitamin B12 im Darm verringern. Ohne ausreichend B12 wird die Myelinschicht dünner und die Nerven leiten Signale langsamer weiter. Deshalb empfehlen Ärzte den B12-Spiegel bei Metformin-Anwendern regelmäßig zu überprüfen.

Ein weiteres Beispiel sind Statine, die den Cholesterinspiegel senken und Herzinfarkte sowie Schlaganfälle verhindern. In seltenen Fällen können sie Muskelbeschwerden oder Krämpfe verursachen. Der Zusammenhang mit Nervenschäden ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Dennoch sollte man bei Symptomen immer den Arzt informieren. Wichtig ist, niemals eigenmächtig abzusetzen, denn der Nutzen überwiegt in den meisten Fällen deutlich.

Auch einige Antibiotika, insbesondere die Gruppe der Fluorchinolone, können in seltenen Fällen Nervenschäden verursachen, wenn sie zu lange oder ohne medizinische Notwendigkeit eingenommen werden. Deshalb gilt: Antibiotika nur, wenn sie wirklich gebraucht werden.

Die gute Nachricht ist, Neuropathie kann verhindert und oft sogar verbessert werden, wenn man rechtzeitig handelt. Und der Schlüssel liegt in drei Dingen: Ernährung, Bewegung und gezielter Nervenschutz.

Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend B-Vitaminen ist die Grundlage für gesunde Nerven. Vitamin B1 hilft, Zucker in Energie umzuwandeln. Vitamin B6 unterstützt die Bildung von Neurotransmittern, also chemischen Botenstoffen. Vitamin B12 regeneriert die Myelinschicht und hält die Signalübertragung stabil. Diese Vitamine findest du in Fisch, Eiern, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und magerem Fleisch. Besonders Menschen über 60 oder Vegetarier sollten ihre Werte regelmäßig überprüfen lassen.

Ebenfalls wichtig sind Omega-3-Fettsäuren, die in Lachs, Makrele, Hering, Leinsamen und Walnüssen vorkommen. Diese gesunden Fette wirken entzündungshemmend und schützen die Zellmembranen der Nervenzellen. Man könnte sagen, sie ölen das Nervensystem, damit die Signale besser fließen.

Und dann gibt es noch eine Substanz, die in Deutschland besonders im Winter häufig fehlt: Vitamin D. Es ist viel mehr als ein Knochenvitamin. Vitamin D wirkt im gesamten Nervensystem. Es hilft, Entzündungen zu regulieren, stärkt die Abwehrkräfte und fördert die Bildung sogenannter Wachstumsfaktoren, die Nerven schützen und reparieren. Wenn der Vitamin-D-Spiegel zu niedrig ist, reagieren die Nerven empfindlicher auf Schmerzen und sie regenerieren sich langsamer. Da die Sonne in Mitteleuropa im Winter schwach ist, leiden viele Erwachsene über 40 an Vitamin-D-Mangel, ohne es zu wissen. Schon 15 bis 20 Minuten Sonne auf Armen und Beinen pro Tag reichen im Sommer meist aus. Im Winter kann der Arzt nach einem Bluttest ein Vitamin-D-Präparat empfehlen. Ausreichend Vitamin D verbessert nicht nur Knochen und Immunsystem, sondern auch Stimmung, Gleichgewicht und Nervengesundheit.

Ein weiterer möglicher Helfer ist Alpha-Liponsäure, ein starkes Antioxidans. Sie kann helfen, schädliche freie Radikale zu neutralisieren, die bei oxidativem Stress entstehen, einem der Hauptfeinde der Nervenzellen. Studien zeigen, dass Alpha-Liponsäure bei manchen Menschen die Nervenschmerzen lindern kann, aber sie ist ein ergänzendes Mittel, kein Ersatz für eine medizinische Behandlung.

Noch wichtiger ist Bewegung. Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert die Durchblutung, erhöht die Sauerstoffversorgung der Nerven und stimuliert den Körper, Stoffe zu produzieren, die die Nervenreparatur fördern. Du musst keinen Marathon laufen. Ein 30-minütiger Spaziergang, etwas Schwimmen oder leichtes Yoga reichen völlig aus. Bewegung ist eine der besten Therapien für das Nervensystem.

Und nun eine ehrliche Frage: Wie oft hast du schon ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl gespürt und gedacht, das geht schon vorbei? Dein Körper versucht mit dir zu sprechen. Jedes kleine Signal ist eine Warnung, und wenn du sie rechtzeitig beachtest, kannst du Jahre des Leidens verhindern.

Wenn du Brennen, Schwäche, Gleichgewichtsstörungen oder Gefühlsverlust bemerkst, geh bitte zu deinem Arzt. Heute gibt es effektive Therapien gegen neuropathische Schmerzen, spezielle Physiotherapie und elektrische Nervenstimulation, die die Regeneration fördern. Doch die beste Therapie bleibt die Prävention.

Auch natürliche Ergänzungen können unterstützend wirken. Kurkuma (Gelbwurz) enthält Curcumin, das Entzündungen hemmt und die Mikrozirkulation verbessert. Ginkgo biloba kann die Sauerstoffversorgung der Nerven fördern. Diese Mittel können hilfreich sein, solange sie in sicheren Dosierungen und unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden.

Aber unter allen Giften ist das Gefährlichste nicht Zucker, nicht Alkohol, nicht Medikamente – es ist Gleichgültigkeit, das Ignorieren der Signale, die der Körper sendet. Nerven regenerieren sich langsam, aber sie regenerieren sich. Jeder Tag, an dem du dich um deine Gesundheit kümmerst, ist ein Tag, den du deinem Körper und deinem Geist zurückgibst.

Schütze deine Nerven und du schützt deine Unabhängigkeit, dein Gedächtnis, dein Gleichgewicht. Reduziere Zucker, begrenze Alkohol, schlafe ausreichend, bewege dich regelmäßig und überprüfe deine Werte für Vitamin B12 und D. Dein Körper wird es dir danken.

Die Wissenschaft ist eindeutig. Die meisten Nervenschäden lassen sich verhindern und selbst wenn der Schaden bereits begonnen hat, kann er gestoppt werden. Das Nervensystem besitzt eine erstaunliche Fähigkeit zur Anpassung und Heilung. Wenn du ihm die richtigen Bedingungen gibst.

Wenn dir diese Informationen geholfen haben, deinen Körper besser zu verstehen, teile sie. Vielleicht hilfst du jemandem, die Warnsignale rechtzeitig zu erkennen, bevor es zu spät ist.

M.