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Heute schauen wir uns mal an, was so typisch an einer lateinamerikanischen Stadt ist. [Musik] Alles klar?
Für lateinamerikanische Städte richten wir unseren Blick mal auf den Mittel- und Südamerikanischen Kontinent. Das ganze betrifft also Städte wie Bogotá in Kolumbien, Lima in Peru und Mexiko-City in Mexiko. Fangen wir dazu mal mit der Geschichte an.
Gegründet wurden einige lateinamerikanische Städte schon vor der Kolonialzeit. Die Ureinwohner von Mittel- und Südamerika, also vor allem die Azteken, Inka und Maya, haben teilweise schon ziemlich krasse Machtzentren gehabt. Dazu gehören z.B. die Städte Tenochtitlán von den Azteken oder Machu Picchu von den Inkas. Heutzutage sind davon aber nur noch Ruinen zu sehen. Denn ab dem sechzehnten Jahrhundert begann der Kolonialismus in Lateinamerika. Das heißt, die Spanier und Portugiesen sind über den Atlantik rübergeschippert und haben die Ureinwohner unterworfen oder vertrieben. Viele Siedlungen der Inka, Maya und Azteken wurden dabei zerstört, und woanders neue Städte von den Spaniern und Portugiesen gegründet. Manche Städte wurden sogar auf den Ruinen der alten Siedlungen errichtet. Das ist zum Beispiel bei Tenochtitlán klar der Fall. Daraus wurde Mexiko-City.
Festhalten kann man also, dass lateinamerikanische Städte klar von der Kolonialzeit geprägt sind. Marken, okay. Wie sieht denn dann jetzt so eine typische lateinamerikanische Stadt aus? Dafür muss man erst mal wissen, wie die spanischen und portugiesischen Conquistadoren damals die Städte eigentlich erbaut haben. Die haben sich da nämlich ein relativ einfaches Modell ausgedacht. Im Mittelpunkt der Stadt gibt es dabei einen großen quadratischen Platz, der unbebaut bleibt. Dieser Platz wird auch Plaza Mayor, also Hauptplatz, genannt. Drumherum liegen regelmäßige Quadrate mit einer Länge und Breite von rund 100 Metern. Auf Spanisch werden diese Häuserblöcke übrigens Quadras genannt. Die einzelnen Quadras werden durch große Straßen voneinander abgegrenzt. Es entsteht also eine Art schachbrett-förmiger Grundriss. Wichtige Repräsentationsgebäude, also Kirche, Rathaus, Gericht und Krankenhaus, wurden dabei direkt um den Plaza Mayor angeordnet. Die anschließenden Quadrate bewohnte die Oberschicht. Hier wurden dann palastartige Gebäude mit ziemlich großen Innenhöfen gebaut. Danach folgten die einfachen Häuser der Mittelschicht. Diese wurden auch Patiohäuser genannt und hatten häufig einen kleinen Innenhof mit Garten. Am Stadtrand haben wir schließlich die Hüttensiedlungen der armen Bevölkerung. Im Portugiesischen nennt man die auch Favelas. Insgesamt gab es damals also ein krasses soziales Gefälle vom Stadtkern zum Rand hin. Horizontal gesehen, sah damals die Gliederung der Stadt also ungefähr so aus.
Okay, was hat sich denn jetzt im Vergleich zu früher verändert? Tatsächlich ne ganze Menge. Der große Wandel kam vor allem mit dem Beginn der Industrialisierung Ende des neunzehnten Jahrhunderts. Weil immer mehr Arbeiter gebraucht wurden, wuchsen die Städte enorm an. Um die Menschenmassen unterzubringen, wurden die Patios der Mittelschicht umgebaut und in mehrere kleine Wohnungen unterteilt. Hier siedelten sich dann vor allem arme Arbeitssuchende an, die neu in der Stadt waren. Das führte dazu, dass sich Armenviertel nun auch mitten in der Stadt bildeten. Die Mittelschicht wollte hier nicht länger leben und zog stattdessen in Richtung Stadtrand. Hier entstanden neben den Armenvierteln aus der Kolonialzeit neue Wohnviertel für die Normalverdiener. Und wie sieht's bei der Oberschicht aus? Die sehr zentralen Wohnhäuser der Oberschicht wurden im Laufe der Zeit in Geschäftshäuser umgewandelt. Rund um den Plaza Mayor hat sich also ein Geschäftszentrum entwickelt, mit vielen Hochhäusern. Die Oberschicht selbst wollte der immer voller werdenden Stadt entfliehen und zog deshalb in eigene abgeschottete Gebiete, die teilweise weit außerhalb der Stadt liegen. Hier siedelten sie sich in sogenannten Gated Communities an. Mit der Zeit bildeten sich in der Nähe der Gated Communities auch kleinere Geschäftszentren, speziell für die ganz Reichen. Dadurch war es für die Oberschicht gar nicht mehr nötig, den langen Weg zum Geschäftszentrum beim Plaza Mayor zu fahren.
Abgesehen vom schachbrettartigen Aufbau der Stadt hat sich also im Vergleich zu früher fast alles verändert. Während man früher versuchte, möglichst nah am Zentrum zu wohnen, ist nun das Gegenteil der Fall. Diesen Prozess nennt man auch… super organisiert? Perfekt.
Fassen wir nochmals zusammen: Lateinamerikanische Städte sind ziemlich stark geprägt vom Kolonialismus. Durch den haben sie einen typischen schachbrettartigen Aufbau erhalten, mit dem Plaza Mayor in der Stadtmitte. Die Verteilung der einzelnen Bevölkerungsschichten innerhalb der Stadt hat sich aber krass gewandelt. Während es früher ein soziales Gefälle vom Stadtkern zum Stadtrand hingab, lebt die Oberschicht mittlerweile in Gated Communities außerhalb der eigentlichen Stadt. Diesen Prozess nennt man… sucht Organisation? Googles passende Aufgaben zu diesem Video, dann klicke jetzt hier. Und ohnedies im Klappert dort findest du Aufgaben auf Klausur-Niveau und mit einfachen Lösungswegen. Solltest du das verstehen, also klick hier und hol dir das. Bis gleich!