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EMOTIONALES ESSEN: Diese Tipps helfen dir!

Patric Heizmann10:04

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Frust, Einsamkeit, Langeweile, Trauer, Ärger, Stress – so viele Menschen greifen zu ungesunden Lebensmitteln, um einer negativen Emotion etwas entgegenzusetzen. Sie essen das dann, um sich ganz kurz besser zu fühlen, sehr bald danach aber noch schlechter. Warum tun wir das und was können wir dagegen tun? Von einer Idee erfährst du jetzt.

Hallo, ich bin Ernährungs- und Fitnesscoach Patric Heizmann. Schön, dass du mit dabei bist. Los geht's! Ich war nicht frei davon. Ich griff zur Schokolade, wenn ich einen harten Tag hatte, etwas nicht gut gelaufen ist oder ich einfach erschöpft war. Vor dem Fernseher gab es dann neben einer Serie eben das süße Braune. Die Trennung war mir erst möglich, als ich dieses Muster erkannt habe: Stress, Serie anschalten, Schokolade essen.

Diesen Zusammenhang zu erkennen, war der wichtigste Schritt, weil das ein Automatismus war, eine Gewohnheit. In meinem Beispiel war der Stress der Auslöser für das Verhalten. Vielleicht hast du auch mehrere sogenannte Trigger. Dann nimm auf alle Fälle erst mal nur einen vor, im vollen Fokus. Welche Emotionen lässt du durch Essen oder Trinken zu, auf die du eigentlich lieber verzichten möchtest? Vielleicht kommt dir sofort etwas in den Sinn, vielleicht musst du aber auch in Ruhe mal darüber nachdenken. Das kostet ein wenig Zeit, ist aber der Startschuss, etwas verändern zu können.

Nicht nur Angst, Stress, Langeweile und andere Emotionen können Trigger sein, das können auch bestimmte Orte sein. Das ist total verrückt, aber immer wenn ich zu meiner Mutter nach Hause gehe, in mein Elternhaus, also da, wo ich aufgewachsen bin, schaue ich in der Küche in den Kühlschrank und in die Süßigkeitenschublade – wirklich immer. Kennst du sowas? Das ist eine Gewohnheit. Wenn es keine Orte sind, dann vielleicht eine bestimmte Person. Möglicherweise kannst du dann nicht Nein sagen, wenn sie dir etwas anbietet. Der Grund kann auch hier unterschiedlich sein. Hast du vielleicht Sorge, dass sie dich blöd ansehen oder dich dann nicht mehr so gerne hat, vielleicht sogar beleidigt ist? Du willst das unbewusst verhindern und isst, obwohl du überhaupt keinen Hunger hast.

Die einzige Möglichkeit, diesen Trick zu eliminieren, ist es, dir ganz klar zu machen, was er immer und immer wieder auf lange Sicht für dich bedeuten wird. Du wirst immer wieder diesen Frust danach erleben müssen, wenn du dir keine Strategie überlegst, wie du mit der Situation umgehst. In meinem Beispiel, Schokolade wegen der Serie essen, habe ich es so gelöst, dass ich mir bewusst geworden bin: Jedes Mal ärgere ich mich danach, weil ich sie nicht mal genießen konnte. Also habe ich mir selbst auferlegt, dass ich nicht mehr auf der Couch esse, sondern den Fernseher ausmache und mich an den Tisch setze. Plötzlich war das nicht mehr so sexy für mich.

Ich habe mir diese über Jahre tief im Gehirn verankerte Verbindung bewusst gemacht und dann einfach die Regeln geändert. Antrags total leicht – hat es sich gelohnt? Absolut! Nehmen wir das Beispiel mit der Person als Trigger. Entweder du meidest diese Person, was natürlich ein radikaler Schnitt wäre, oder du erklärst ihr, was dich beschäftigt, holst dir Unterstützung auf deiner Seite und bittest sie um Hilfe, diesen Trick umzuprogrammieren. Beim Treffen kann ja auch eine Tasse Tee das Bündnis stärken und nicht ständig der Kuchen. Es darf hier auch gerne lecker sein – wie wäre es mit einem selbstgemachten Protein-Eis mit tiefgekühlten Beeren?

Entscheidend ist also nicht nur, den Automatismus zu erkennen, sondern eine Handlungsalternative zu bauen und dann das alte Verhalten, sobald es startet, konsequent zu stoppen. Unterbreche es, indem du einmal laut „Nein! Stopp! Halt!“ sagst, ein inneres großes Stoppschild siehst und dann fragst: „Was tue ich mir damit jetzt eigentlich an? Wie werde ich mich danach fühlen? Wie fühle ich mich am nächsten Tag? Was passiert mit mir, wenn ich das so die kommenden fünf Jahre immer und immer wieder mache? Wie sehe ich aus? Wie fühle ich mich in zehn Jahren damit?“ Und dann unterbrichst du sofort. Du brauchst aber eine Handlungsalternative, die solltest du schon vorher parat haben.

Eine kleine Hausaufgabe für dich: Schreibe dir mal zehn Minuten lang alles auf, was du anstatt des Nahrungs-Schrotts zu dir nehmen könntest, ohne die Ideen zu bewerten. Schreibe einfach, ohne zu unterbrechen. Denk noch nicht darüber nach, ob das überhaupt machbar ist oder doch nicht. Nach zehn Minuten hast du eine ziemlich lange Liste mit den verrücktesten Dingen, aber eben auch Ideen, die gar nicht so verrückt sind. Deine Aufgabe jetzt: Streiche die unmöglichen einfach weg. Es wird ordentlich ausgedünnt, sicher bleiben aber eine ganze Menge Handlungsalternativen auf dem Blatt, die dich irgendwie ansprechen.

Zum Abschluss findest du die sieben Ideen heraus, die in Bezug auf den Trigger die besten Alternativen bieten. Diese sieben schreibst du sauber auf und leitest mit dem Satz ein: „Wenn ich jetzt die auslösende Emotion bin, dann wird einer der folgenden Punkte umgesetzt.“ Hänge diese Liste an einen gut sichtbaren Ort, damit du immer wieder drauf schauen kannst. Wenn du in einem Mehrfamilienhaus lebst, vielleicht nicht ins Treppenhaus, sondern dort, wo dich der Trigger wieder zum schlechten Futter greifen lassen würde. Stellst du dich vor dieser Liste, denk nicht großartig über den Punkt nach, der jetzt am besten passen würde, sondern verlasse dich auf deinen ersten Impuls und tu es sofort.

Das ist ganz wichtig! Lass dem alten Gewohnheitsprogramm keine Chance, das jetzt irgendwie schlecht zu reden. Es geht in dem Moment darum, dass du diese tief eingeprägte Gewohnheit von dem Trigger trennst. Du wirst merken, danach geht es dir gut. Das ist ein ganz neues positives Gefühl. In Bezug auf den Trigger ist das einfach: Nein, es lohnt sich! Ja, aber sicher! Garantiert. Es braucht schon ein paar Wochen, bis der Trigger nicht mehr mit der alten Gewohnheit verbunden ist, aber jedes Mal, wenn du es geschafft hast, löst sich diese Verbindung ein klein wenig mehr auf.

Vorsicht: Jedes Mal, wenn du es nicht schaffst, bestätigst du wieder die alte Verbindung und beginnst dann wieder von vorne. Das ist nicht schlimm, aber du brauchst dann eben länger. Wichtig ist: Versagt hast du erst dann, wenn du aufgegeben hast. Wenn du aber an diesem Prozess dran bleibst, wirst du gewinnen und so stolz auf dich sein.

Wie wird sich das langfristig auf dich auswirken? In einem Jahr, in fünf oder in zehn Jahren? Du darfst gerne mal so weit in die Zukunft schauen. Sie wird kommen, das ist sicher. Wir sollten auch erkennen, dass es auch ganz tief sitzende Herausforderungen gibt, etwas, das wir mal so nebenbei mit dieser Trigger-Trennung nicht erreichen können. Es ist absolut keine Schande, wenn wir uns eingestehen, dass wir auch mal machtlos sind. Dann sollten wir aber auch nach professioneller Hilfe Ausschau halten. Gibt es Menschen, mit denen du darüber sprechen kannst und auch willst? Möglicherweise wird sich erst in einem intensiven Gespräch eine Tür in deinem Unterbewusstsein öffnen, die du übersehen oder auch verdrängt hast. Diese Tür bekommst du dann ohne einen Profi, einem Psychologen oder Therapeuten, alleine nicht auf. Sei mutig und nimm Hilfe in Anspruch. Sei lieb zu dir selbst und gestehe dir ein, dass es okay ist, wenn du damit alleine einfach nicht klar kommst. Du bist ein Mensch und keine Maschine. Gehe deshalb bitte nicht zu hart mit dir ins Gericht.

Darf ich dir am Schluss dieses Videos noch sieben Regeln für ein glückliches Leben mitgeben? Wenn du magst, dann schreibe sie auf, damit du immer wieder einen Blick drauf werfen kannst. Übernehme Verantwortung, treffe Entscheidungen. Höre auf mit diesem Umsetzungs-Killer-Spruch Nummer eins: „Ich versuche es mal“, weil du dann viel zu schnell aufgibst. „Ich habe es versucht, hat nicht geklappt.“ Ja, dann wähle dein Umfeld bewusst aus. Wenn dir Menschen nicht guttun, brich den Kontakt ab. Das kann am Anfang wehtun, aber bleibst du in solchen Beziehungen, wirst du immer leiden.

Was tut also mehr und vor allem länger? Lerne jeden Tag, weil du dann wächst, und das macht dich stolz. Trainiere deinen Körper, er ist dein Zuhause und wird es immer bleiben. Es gibt keinen Ersatz. Körper Nummer sechs: Vergleiche dich nicht mit anderen, sondern nur mit den Menschen, der du gestern warst. Und siebtens: Sei dankbar für das, was du hast. Es wird dich glücklicher machen, wenn du dich auf dich selbst konzentrierst und nicht auf die anderen.

Regel sechs: Darf ich dich fragen, wie du über das Emotionsessen denkst? Hast du es geschafft, vom Emotionsessen loszukommen? Wenn ja, wie? Kannst du es in aller Kürze in die Kommentare schreiben? Vielen Dank dafür! Oder andersrum: Kennst du deine Trigger, deine Auslöser? Wenn du magst, dann mach dir jetzt Gedanken dazu. Wenn du es hinschreibst, wird es dir noch bewusster. Dann kannst du lösungsorientiert handeln. Bleib gesund, aber mach auch was dafür!