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Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da war und der da ist und der da sein wird in aller Ewigkeit, unser Herr und Heiland Jesus Christus. [Musik] Amen.
Liebe Gemeinde, das Wort, das dem Totensonntag zugeordnet ist, als Wochenpsalm, ist der Psalm 90. Wir wollen die Verse 1 bis 12 als Predigttext aus diesem Psalm hören.
Ein Gebet des Mose, des Mannes Gottes:
„Herr, du bist unsere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Komm wieder, Menschenkinder. Denn 1000 Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist und wie eine Nachtwache. Du lässt sie dahinfahren wie einen Strom. Sie sind wie ein Schlaf, wie ein Gras, das am Morgen noch sprosst, das am Morgen blüht und sprosst, aber des Abends welkt und verdorrt. Das macht dein Zorn, dass wir so vergehen, und dein Grimm, dass wir so plö dahin müssen. Denn unsere Missetaten stellst du vor dich, unsere unerkannte Sünde in das Licht vor deinem Angesicht. Darum fahren alle Tage unsere Tage dahin durch deinen Zorn. Wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz. Unser Leben wäret 70 Jahre, und wenn es hochkommt, so sind 80 Jahre. Was daran köstlich ist, es ist doch nur vergebliche Mühe, denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon. Wer glaubt es aber, dass du so sehr zürnest, und wer fürchtet sich vor dir in deinem Grimm? Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ Amen.
Wir wollen beten.
Heiland, wir wollen von Herzen Dank sagen für diesen Psalm 90 mit seinen ehrlichen, ernsten, aber manchmal auch erschreckenden Worten. Wir wollen uns nun in der Predigt Gedanken machen über diese Worte. Herr, wir wollen dich bitten, dass du zu jedem einzelnen von uns sprechen wolltest, dass du Begegnung schenkst mit dir in deinem Wort. Das wird nur dann gelingen und passieren, wenn du uns eben deinen guten Heiligen Geist gibst. Und darum wollen wir dich bitten jetzt für diese Predigt. Segne du selbst Reden und Hören deines Heiligen und lebendigen Wortes an uns allen. Amen.
Liebe Gemeinde, eine Woche geht für mich normalerweise so los am Montag, dass ich am Montagmorgen mir eine Liste mache, was ich denn in der Woche so alles zu bedenken habe.
Passiert mir schon mal sehr schnell, dass mir Dinge so einfach unterkommen. Ich vergesse sie halt, und ich muss mir ganz vieles aufschreiben. Da geht's ja nicht nur um das, was ich arbeitstechnisch zu machen habe, wen ich anzurufen habe, welche E-Mails ich noch zu beantworten habe, welche Dinge ich vorzubereiten habe, wo noch Dinge zu schreiben sind oder so etwas halt.
Nein, auch all das andere muss ich mir aufschreiben. Es gibt so vieles in meinem Leben zu bedenken, und das ist vermutlich bei mir nicht anders als bei euch.
Allein wenn ich dann an denke, was das Auto meiner Frau von mir für Gedanken wieder macht, wenn die Dinger zum TÜV müssen, wenn die Inspektion ist, wenn der Luftdruck überprüft werden muss, wenn der Öldruck – all diese Dinge, die man mit dem Auto alles bedenken muss.
Oder wenn man ein Haus besitzt, was man da alles bedenken muss, mit so einem kleinen Garten dabei, was man da alles machen muss.
Aber nicht nur für die materiellen Dinge, die man besitzt, sondern auch für meinen eigenen Körper, was man da alles bedenken muss. Also, was ich allein mit meinen Zähnen machen muss. Ich habe relativ schlechte Zähne, wie oft ich da zur Zahnreinigung gehen muss, was ich auch jeden Tag mit meiner Zahnhygiene tue, was ich da alles bedenken muss.
Der Gesundheitscheck, das muss ich auch einmal im Jahr machen, die Blutwerte. Ja, und wenn man irgendeine Krankheit hat, dann weiß man, was man dann alles bedenken muss, was für Medizin und welche Supplements man zu nehmen hat.
Es gibt so vieles zu bedenken für die eigene Gesundheit. Ja, jetzt ist ja bald Weihnachten, auch wenn man nicht so eine große Geschenkkultur hat wie ich hier, aber so ein paar Dinge musst du ja schon bedenken.
Wer kriegt denn was und wie wird denn alles organisiert? Wie machen wir denn all die Dinge und wer wird denn wann und wo besucht? Wie laufen die Dinge? Es gibt so vieles zu bedenken zu Weihnachten.
Ja, und die Finanzen, die man hat, ob es nun wenig ist oder viel, ob man nun 1000 € angelegt hat oder 10.000 € angelegt hat. Da läuft so ein Sparvertrag aus, der musste wieder neu angelegt werden. Wie machst du das?
Es gibt so viel zu bedenken. Halt, und jetzt könnte ich weiter fortfahren, was alles zu bedenken ist, auch die angenehmen Dinge des Lebens. Halt, was macht man denn im nächsten Jahr so planungstechnisch? Fährt man hin in Urlaub?
Und ihr alle könntet jetzt mitreden und erzählen, was ihr alles so bedenkt mit eurem Hab und Gut, was ihr besitzt, mit eurer Gesundheit, um die ihr euch zu kümmern habt, mit den Geldern, die ihr irgendwie vernünftig anlegen müsst und, und, und, und.
Es gibt so vieles zu bedenken, und ich und ihr, ihr bedenkt zu viel. Aber eines, eines bedenken wir ganz häufig nicht, ich nicht, wenn ich montags meinen Zettel mache, und auch ihr nicht, wenn ihr so in die Planung eintretet, nämlich dass wir ganz, ganz, ganz, ganz bald tot sind.
Und die Bibel sagt an keiner Stelle: Mach mal eine gute Gesundheitsprophylaxe, geh regelmäßig zum Zahnarzt und lass dich immer wieder, was ich einmal im Jahr, mit EKG abchecken.
Sagt auch nichts irgendwie zum Kümmern um unsere Autos. Sagt nicht: Bedenke das, wie du, was weiß ich, zum richtigen Zeitpunkt den Rasenschnitt machst im Herbst oder wann du die Bäume zu schneiden hast.
Bedenke das, dass das alles passt. Das sagt die Bibel alles nicht. Die Bibel sagt eine Sache, die wir bedenken sollen. Das steht hier drin als letzter Satz: Lehre uns das, Herr, lehre uns das zu bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.
All die irdischen Klugheiten, die können wir machen, aber das Allerwichtigste ist, dass wir bedenken, dass wir sterben müssen. Denn das ist das Vorzeichen vor der Klammer. Alles, was wir in dieser Welt machen – Gesundheit, Familie, Haus, Garten, finanzielle Vorsorge, Urlaub fahren – ist alles in dieser Klammer drin, wie bei so einer mathematischen Gleichung.
Aber vor dieser Gleichung steht das eine Vorzeichen: Du musst sterben. Deine Zeit hier auf Erden ist extrem begrenzt, und das sagt die Bibel und lehrt die Bibel. Darüber sollen wir nachdenken, und das sollen wir immer wieder mit einbeziehen in unsere Rechnungen, in unser Bedenken.
Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. Und das wollen wir heute Morgen tun in dieser Predigt. Wir wollen unser Sterben noch einmal neu bedenken, und ich möchte uns fünf biblische Wahrheiten vor Augen führen, die ihr alle kennt, aber mit denen wir so häufig gar nicht rechnen.
Aber wenn die dann eintreten, dann ist häufig der große Schockmoment. So habe ich diese Predigt überschrieben: Das Bedenken unseres Sterbens – fünf biblische Wahrheiten.
Die erste Wahrheit: Der Herr verfügt über unser Sterben.
Die zweite Wahrheit: Unsere Sünde ist Grund für unser Sterben.
Die dritte Wahrheit: Unser Sterben kommt ganz schnell.
Die vierte Wahrheit: Unsere Zeit vor unserem Sterben ist nichtig.
Und fünftens: Unser Sterben ist nicht das Letzte.
Das Bedenken unseres Sterbens. Die erste Wahrheit, von der dieser Psalm 90 spricht, ist, dass der Herr über unser Sterben verfügt.
Ja, im Vers 3: „Der du die Menschen lässt sterben.“ Der, der das Gebet hier spricht, ist der Mose, und die Bibel berichtet das ausführlich, wie Mose stirbt. Also das letzte Kapitel in den fünf Büchern Mose, halt wie er stirbt.
Er darf ja nicht ins gelobte Land gehen, das hat der Herr entschieden. Er kommt bis an die Grenze des biologischen Alters, was machbar ist, kommen bis zu 100 Jahre, und dann sagt der Herr: „Hier ist Schluss, heute musst du sterben.“
Er bestimmt den Ort und den Zeitpunkt. Er hat diesen Mose ins Leben gerufen, und der beruft ihn auch wieder ab. Und das weiß Mose schon vorher und gibt das hier im Geist Gottes weiter.
Gott lässt die Menschen sterben. Er hat den Tag entschieden und beschieden, als wir in diese Welt gekommen sind, und er allein entscheidet, wann wir sterben werden. Da machen wir gar nichts dran, auch nicht unser Arzt, nicht irgendeine gesunde Ernährung spielt alles keine Rolle.
Gott allein entscheidet, wann wir sterben. Ich habe das erlebt mit Leuten, die meinten, ihrem Leben ein Ende setzen zu können, dass sie den Zeitpunkt bestimmen könnten.
Haben sich ein Gewehr in den Mund gesteckt, abgedrückt. Ich habe erlebt, dass jemand, bei dem es nicht geklappt hat, der dann noch über Monate auf der Intensivstation lag, Kugel im Kopf, konnte nicht mehr reden, lag da.
Keiner weiß, was er noch erreicht hat. Eine furchtbare Situation für die Familie. Man gab, der ist vom Hochhaus gesprungen, 15 Meter, kannst du normal nicht überleben, aber hat es überlebt, sitzt im Rollstuhl mit all den Dingen.
Wir bestimmen über unser Leben, das ist ein anderer, der bestimmt, unser Herr und Heiland. Und wenn der nicht möchte, da können wir selbst das nicht hinkriegen, dass wir uns selber richten.
Aber auch für das normale Leben, ob wir nun Krebs haben, kein Krebs haben, alles egal, der Herr bestimmt den Tag des Todes. Halt, so heißt es auch für Mose in 5. Mose 34: „Mose starb nach dem Befehl des Herrn.“
Er starb nach dem Befehl des Herrn. Der Herr sagt es, und der Mose stirbt. Genauso ist es bei uns auch. Es kommt der Moment, wo der Herr sagt: „Das Leben von Olaf Latzel hat ein Ende, das war's.“ Punkt.
Und noch mal, da händere ich nichts dran. Niemand, niemand kann seines Lebens Länge, so heißt es in der Bergpredigt, eine Spanne zusetzen, so sehr er sich auch darum müht. Es liegt nicht in unserer Hand.
Und da gibt's Leute, die werden dadurch depressiv und sagen: „Wie furchtbar ist das denn? Ich bin nicht der Herr meines Lebens.“ Wenn man weiß, in wessen Händen mein Leben liegt, und das weiß ich, dann werde ich ganz entspannt.
Super, also ich kümmere mich so um all die Gesundheitsprophylaxe, habe von gesprochen, die regelmäßig zum Arzt, mache all die Dinge, gar kein Thema.
Aber ich bin ganz entspannt. Mein Sterben liegt in den Händen des Gottes, der seine Hände für mich auf Golgatha durchbohrt hat. Wo kannst du denn besser aufgehoben sein? Wenn der entscheidet: Nächstes Jahr ist Schluss mit mir, dann weiß ich, dass es gut und richtig ist.
Unser Sterben entscheidet der lebendige Gott, meins und deins, und das ist die Wahrheit. Und dieses Datum steht schon fest. Wir wissen es noch nicht, aber der Herr kennt es schon.
Und deshalb können wir ganz unbekümmert leben, weil wir ändern eh nichts an unserem Sterbedatum. Das ist die erste Wahrheit: Gottes ist der, der uns sterben lässt.
Die zweite Wahrheit: Unsere Sünde ist Grund für unser Sterben. So heißt es hier in den Versen 7 und 8: „Das macht dein Zorn, dass wir so vergehen, und dein Grimm, dass wir so plötzlich dahin müssen. Denn unsere Missetaten stellst du vor dich, unsere unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht.“
Das Sterben ist etwas Furchtbares und ist eigentlich in Gottes guter Heilsordnung, Gottes guter Schöpfung nicht vorgesehen. Aber der alte Adam fällt in Sünde, und deshalb müssen Menschen sterben.
Und wir alle haben Teil an dieser Sünde. Wir sind Sünder wie Adam und Eva. Wir können nicht nicht sündigen. Weil das so ist, müssen wir sterben. Deshalb sind wir zum Tode verurteilt.
Ich habe vor einigen Wochen so einen Bericht auf YouTube gesehen über den Todestrakt dort in Amerika. Die meisten Verbrecher, die zum Tode verurteilt sind, sind in diesem Todestrakt und warten auf den Tod.
Das wurde alles berichtet und wie das dann alles so ist für die, die den Tod unmittelbar vor Augen haben. Wobei die meisten von denen sterben eines natürlichen Todes. Sie werden gar nicht hingerichtet, weil ihre Anwälte und Einsprüche und Menschenrechtsorganisationen halt nicht.
Die sterben ganz normalen natürlichen Tod. Die meisten, aber die haben natürlich den Tod anders vor Augen, sind im Todestrakt.
Die Wirklichkeit ist, wir sitzen alle im Todestrakt. Die ganze Erde ist ein Todestrakt, und wir gehen alle auf den Tod zu. Wir sind alle zum Tode verurteilt. Wir wissen nicht ganz genau, wann es passiert, genauso wie diese Menschen in S. Quentin.
Man sagt: „Ja gut, die haben ja schwere Verbrechen gemacht.“ Wir haben auch schwere Verbrechen gemacht. Vor Gott sind die Verbrechen, die wir gemacht haben, nicht zu unterscheiden von denen dieser Massenmörder und Vergewaltiger, die dort einsitzen.
Da rebelliert natürlich der irdische Mensch und sagt: „Nein, so bin ich ja nicht. Ich habe nie jemanden vergewaltigt, ich habe nie jemanden umgebracht. Das habe ich alles nicht getan.“ Ja, rein irdisch nicht, da mag er zurecht haben.
In der Tat, aber allein in Gedanken und vor Gott spielt es keine Rolle, wie groß oder wie klein eine Sünde ist. Hast du gegen eins der Gesetze verstoßen, hast du gegen alle Gesetze verstoßen, auch gegen das Gesetz: „Du sollst nicht morden.“
Und deshalb sind wir zum Tode verurteilt. Es gibt immer wieder Menschen, die fangen an zu hadern, weil sie sterben müssen, und fangen an, Gott anzuklagen: „Warum muss ich denn sterben?“
Ja, Gott wollte das nicht. Ja, das ist in der Schöpfungsordnung anders vorgesehen. Aber der Mensch ist ungehorsam seinem Wort gegenüber, und deshalb muss er sterben.
Adam und Eva haben nicht gehorcht, und deshalb müssen sie sterben. Dann müssen wir uns schlagen: Wie oft haben wir nicht gehorcht? Weil wir nicht gehorsam sind im Worte Gottes, deshalb müssen wir sterben.
Unsere Sünde führt dazu, dass wir sterben. Der Sünde soll, so heißt es in Römer 6, der Sünde sollt ist der Tod. Heißt: Wenn du Sünde tust, und wir tun alle Sünde, deshalb müssen wir sterben.
Das Wunderbare ist ja, komme ich gleich im fünften Punkt noch mal zu, dass unser Herr und Heiland aber gesagt hat: „Ich möchte das nach wie vor nicht, dass Menschen sterben. Ich möchte ja die Ewigkeit mit ihnen verbringen.“
Dafür ist er Mensch geworden, ist für uns gestorben, hat die Schuld der Sünde auf Golgatha getragen, damit wir frei werden.
Nochmal, man muss das tief durchdenken, dass wir Schuld daran haben, dass wir sterben müssen. Das ist unsere Sünde. Damit man begreift, was am Kreuz passiert ist: Unsere Sünde ist der Grund für unser Sterben.
Und der lebendige Gott selbst tritt in den Riss, stirbt für uns, damit wir leben können. Aber das müssen wir erstmal festhalten als Wahrheit, auch dass wir eines Tages von dieser Welt gehen müssen.
Das ist unsere Schuld, das ist unser Versagen. Wir haben es bedingt durch unsere Sünde.
Eine dritte Wahrheit, die wir bedenken wollen über unser Sterben: Unser Sterben kommt ganz schnell. Ja, heißt in den Versen 5 und 6: „Du lässt sie dahinfahren wie ein Strom. Sie sind wie ein Schlaf, wie ein Gras, das am Morgen noch sprosst, das am Morgen blüht und sprosst, und des Abends welkt und verdorrt.“
So sagt die Bibel, ist unser Leben. Das ist wie so ein Gras, das war uns im Garten, ist wie so eine Blume. Ganz kurze Zeit blüht's, und dann ist es nicht mehr da.
Das ist ein Bild, das in der Bibel immer und immer wieder gebraucht wird. Das ist jetzt nicht einfach so ein Haxlegomena, so nennen das die Theologen, wo es nur einmal erwähnt wird, sondern dieses Bild wird immer wieder gebraucht, dass den Menschen gesagt wird: „Ihr seid nur wie Gras, das geht ganz, ganz, ganz, ganz schnell.“
Psalm 103, einige Kapitel weiter, heißt es: „Ein Mensch ist seinem Leben wie Gras. Er blüht wie eine Blume auf dem Felde, und wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Städte kennt sie nicht.“
Jesaja kriegt den Auftrag zu predigen in Jesaja 40, und dann fragt er: „Was soll ich denn predigen? Was soll ich den denn sagen?“ So ist die Frage.
Und dann sagt Gott: „Alles Fleisch ist Gras, und all seine Güte wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, wenn es Herren Odem da reingehst. Ja, Gras ist das Volk, das Gras war dort, die Blume verwelkt. Aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.“
Immer und immer wieder sagt das die Bibel: Wir sind nur wie so eine Blume am Feld, ganz kurze Zeit blüht, ganz kurz, und dann ist es nicht mehr.
Es fährt schnell dahin, so heißt es hier im Vers 10: „Als flögen wir davon.“ Geht ganz, ganz schnell. Und die älteren unter uns können das erzählen.
Fragt mal jemanden, der die 80 überschritten hat, wie das so ist, ob das lange dauert. Nee, gerade dreimal rumgedreht, und denkst du: „Das kann doch gar nicht mehr wahr sein. Jetzt bin ich auf einmal Urgroßmutter, nicht mehr nur Großmutter, Urgroßmutter.“
So schön das ist, aber hallo, mein Leben ist bald zu Ende. Wenn man so am Anfang des Lebens steht, so mit Anfang 20, da denkt man: „Ach, das alles, ja, so ewig, und es dauert und dauert.“
Nein, ruckzuck ist es vorbei. Ruckzuck ist es vorbei. Es gibt vom Statistischen Bundesamt Deutschland Sterbetabellen, die gucke ich mir immer wieder an, und ich habe die auch schon häufiger in Predigten zitiert.
Also, wenn man jetzt die aktuelle Sterbetabelle nimmt, da kann man genau nachgucken, wie viel denn rein statistisch wir noch auf der Lebensuhr haben.
Also, wenn du 20 Jahre alt bist, jetzt heute, dann hast du als Mann noch 58 Jahre zu leben, als Frau 63 Jahre. Wenn du 40 bist, halt, dann hast du noch 39 Jahre vor dir, als Frau 33 Jahre.
Wenn du 80 bist, rein statistisch hast du noch 7,9 Jahre, und wenn du als Frau geboren bist, hast du 9 Jahre noch zu leben.
Und als ich da mal geguckt habe, jetzt bei mir im Computer, wann ich das erste Mal in der Predigt diese Sterbetabellen erwähnt hatte, das war dann 2005, halt, ne, da war ich da so um die 40 rum.
Da hatte ich damals noch 46 Jahre zu leben. Das habe ich damals der Gemeinde gesagt: „Stehe mitten im Leben.“ Heute habe ich mal geguckt, jetzt sind es noch 23 Jahre.
Es hat sich auf einmal von einer Predigt zur anderen halbiert, und das ist der statistische Wert. Ich weiß ja nicht, ob das auch hinhaut.
Aber wenn ich jetzt mal nur die Statistik zugrunde lege, aber wir wissen, wir sterben ja nicht nach der Statistik, wir sterben nach dem Willen des lebendigen Gottes.
Ui, das ist ganz schön fix gegangen. Eben noch die Predigt in Truppach gehalten, jetzt gerade hier die Predigt gehalten.
Also, und dann einfach mal halbierter Wert. Das könnt ihr für euch durchrechnen, wie viel ihr noch habt. Und selbst wenn das tatsächlich stattfindet, es geht ganz, ganz schnell.
Das ist rucki zuck vorbei. Sprach letzte Woche mit jemand, der jetzt pensioniert ist, hat gesagt: „Das kann doch nicht wahr sein. Ich habe doch gerade Studium absolviert, 35 Berufsjahre, die können doch nicht so dahingehen.“
Es fährt schnell dahin, als flögen es davon. So ist das Leben, und dein persönlicher Countdown läuft genauso schnell wie meiner.
Das geht jetzt ganz, ganz schnell, und dann ist er sterben dran. Meine Mutter ist im letzten Jahr gestorben, und die war eine sehr realistische Frau, eine Vertriebene.
Halt, und da war es immer: Geld beieinander halten, halt, gucken und dass man lernt und Dinge macht und nichts Überflüssiges oder sonst irgendetwas. Halt, und so hat sie auch gelebt, alles für die Kinder.
Und sie hatte immer noch so einen großen Wunsch gehabt, halt, sie wollte einmal in der Schweiz mit dem Glacier Express fahren, durch die Berge.
Und da war es so, dass sie eben so krank wurde, dass es einfach nicht mehr ging. Sie hat sonst immer das ganze Leben mir gesagt: „Wenn ich z.B. auf die Jagd gehe, das ist blödsinn, kostet viel Geld, so viel Zeit, mach was Vernünftiges.“
Nachdem sie mit dem Tod konfrontiert war und ihr klar war: „Ich schaffe das nicht mehr, ich werde das nicht mehr machen“, hat sie gesagt: „Olli, mach nicht den Fehler, den ich gemacht habe, dass du zu lange wartest. Es geht so schnell, mach das, geh zur Jagd, mach die Dinge, auch an denen du Freude hast.“
War eben auch ein Buch des Predigers, halt, nicht wo auch gesagt wurde: „Mensch, tu dich gütlich, du darfst es auch genießen, halt die Zeit.“
So, ganz viele denken halt nicht: „Wir müssen und wir müssen und wir müssen und wir müssen und schaffen, schaffen, Häuslebau, wieder reiche Kornbauern, halten alles, alles, alles, alles.“
Und platsch, auf einmal ist vorbei. Nicht nur, dass wir an Gott zu denken haben, dass wir Jesus die Ehre geben haben, nein, auch, dass wir nicht dieses Leben nicht nur genießen, dass wir die Dinge nicht mitnehmen, die alle noch da sind.
Nochmal, da sagt dir Gott: „Das, was dir noch bleibt an Zeit, das geht schnell vorbei. Deshalb nutze dieses dein Leben auch verantwortlich vor Gott und vor deinem Nächsten.“
Das ist die dritte Wahrheit, die wir hören dürfen: Unser Leben geht ganz schnell vorbei. Unser Sterben kommt ganz schnell.
Eine vierte Wahrheit: Unsere Zeit vor unserem Sterben ist nichtig. Nicht nur, dass das schnell vorbeigeht, auch unsere Zeit vor unserem Sterben ist letztlich nichtig.
So heißt es hier in den Versen 9 und 10: „Wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz.“ Geschwätz ist was Nichtiges.
Unser Leben wäre 70 Jahre, wenn es hochkommt, sind 80 Jahre. Und wenn es köstlich scheint, ist es doch nur vergebliche Mühe. Es ist vergebliche Mühe.
Es fährt schnell dahin, als flögen wir davon. Es ist letztlich nichtig. Prediger 1 heißt es: „Was hat der Mensch für ein Gewinn von all seiner Mühe in seinem Leben, die er hat unter der Sonne? Man gedenkt derer nicht, die früher gewesen sind, und derer, die hernach kommen werden, man wird auch nicht gedenken, die noch später sein werden.“
Das ist so. Wir denken jetzt, wir sind so wichtig, ich, ich, ich mit meinem Leben, halt, nicht mit all diesen Dingen, mit all dem, was mich beschäftigt, all das, was ich zu bedenken habe, alles, was mich ausmacht.
Aber mal von heute angesehen, in 100 Jahren kräht kein Hahn mehr nach uns. Das ist die Wahrheit.
Ich sage das ja immer wieder: Wer von euch kennt die Namen seiner Urgroßeltern? Die Großeltern vielleicht noch, aber ihr habt acht Urgroßeltern gehabt, Menschen, denen ihr das Leben zu verdanken habt.
Kennt ihr deren Namen? Wisst ihr, was die gemacht haben in ihrem Leben? Vielleicht bei dem einen oder anderen, aber kennt ihr diese acht Menschen? Habt ihr Informationen über die, was die gerne gegessen haben, was deren Hobbys waren, was sie alles erlebt haben in ihrem Leben?
Und selbst wenn ihr bei euren Urgroßeltern noch sagt: „Ja, bei dem einen oder anderen nur eine Generation weitergehen“, wir rechnen ja immer so eine Generation 25 Jahre.
Wir gehen auf die Ur-Urgroßeltern, das sind 16 Menschen, von denen ihr abstammt. Also nicht irgendwelche bedeutungslosen Menschen, sondern Menschen in eurem Leben.
16 Urgroßeltern, kennt ihr einen dieser Namen? Wisst ihr von einem dieser Menschen? Vergessen.
Jetzt müssen wir nicht denken, nur weil es, was weiß ich, digitale Fotografie gibt und irgendwelchen Computer, wo wir irgendetwas speichern könnten, in 100 Jahren, wenn dann die Welt noch bestünde, wäre es mit unserem Leben anders, dass unsere Ururenkel noch an uns denken würden.
Das spielt für die keine Rolle. Die beschäftigen sich mit ihren Dingen, die für die dann wichtig sind: ihre Gesundheit, ihre Autos, ihr Urlaub, was weiß ich, was dann alles ist, ihre Häuser.
Aber da interessiert sich doch keiner mehr für den Ururgroßvater, der wir gewesen sind oder diese Ururgroßmutter. Halt, das meint es, wenn die Bibel hier sagt: „Das ist alles letztlich nur Geschwätz.“
Das ist die Nichtigkeit. Prediger 1 heißt es: „Ich sah alles tun, das unter der Sonne geschieht, und siehe, es war alles eitel und ein Haschen nach Wind.“
Es ist letztlich Haschen nach Wind. Das ist auch nichts, davon bleibt nichts. Das ist die Wahrheit.
Ja, wenn ein Mensch aktuell stirbt, wir ihn beerdigen, halt, dann weinen die Angehörigen. Halt, und im ersten Jahr, da gibt's noch Trauergedenken.
Aber egal, wie lieb man den Menschen gehabt hat, je länger die Zeit ist, halt, desto mehr geraten Menschen in Vergessenheit. Und irgendwann erlischt das.
Hier irdisch gesehen ist unsere Zeit vor dem Sterben nichtig. In dieser Welt sterben jedes Jahr so etwa weltweit 70 Millionen Menschen. Jedes Jahr, auch in diesem Jahr 2024, werden 70 Millionen Menschen sterben.
Über das dazu kommen dann noch etwa 35 Millionen Abtreibungen. Das muss man auch sehen, halt, also nicht nur die tatsächlich geboren werden und dann sterben, auch die, die gar nicht leben dürfen.
Also, das man sieht, was das für eine Größe hat. Aber das mal sehen, wie banal das ist. Ne, und wer kennt diese Menschen?
Das geht alles so weiter, alles so weiter. So geht die Zeit voran. Wir sind Menschen, wir haben in diese Welt nichts hineingebracht, wir werden auch nichts mit hineinnehmen.
Mehr rausnehmen, da ist auch nichts, was bleiben wird. Es ist letztlich alles nur nichtig. Das ist hart und brutal, aber das relativiert so ganz vieles auch von den Problemen, die wir haben.
Egal, was dich momentan umtreibt, egal, was deine Sorge und Schwierigkeit ist, was gesundheitliches, was beziehungsmäßiges, was finanziell ist, keine Ahnung, da darfst du wissen, so wie es in Prediger 3 gehört haben: Hat alles ein Anfang und es hat auch ein Ende.
Wir denken ja bei unseren Problemen: „Das ist endlos, das geht nie zu Ende.“ Das geht ganz schnell zu Ende, genau wie dein Leben ganz schnell zu Ende geht.
So auch deine Probleme, deine Schwierigkeiten. Und in letzter Konsequenz, und das net, das wirklich, dürfen wir uns nicht so wichtig nehmen.
Das ist ja das Problem, weil der Widersacher uns einredet: „Du bist so wichtig, du bist das Zentrum dieser Welt, du bist der Mittelpunkt allen Dingen.“
Nicht zu sagen, und dann kommen unsere Ängste und alles. Aber wenn wir verstehen, wir sind gar nicht der Mittelpunkt, wir sind letztlich mit dem, was wir machen, nichtig.
Ein anderer ist der Mittelpunkt: Jesus Christus. Wenn wir das annehmen können, dann geben wir nicht nur Gott die Ehre und leben, wie die Bibel sagt, dann verschieben sich auch unsere Probleme.
Wenn wir sagen: „Wir sind gar nicht so wichtig“, dann setzt sich das alles in ein ganz anderes Licht. Das ist die vierte Wahrheit: Unsere Zeit vor unserem Sterben ist letztlich nichtig.
Und damit zum fünften: Unser Sterben ist nicht das Letzte. Das ist die fünfte Wahrheit. So heißt es hier im Vers 3: „Gott spricht: Kommt wieder, Menschenkinder.“
Ich habe eben vier Punkte benannt, die zum Teil hart klingen mögen, die aber die Realität sind, die aber nicht so frohmachend sind.
Aber dieser Psalm spricht davon, dass das Sterben nicht das Letzte ist. Gott spricht: „Kommt wieder, Menschenkinder.“ Wenn wir gestorben sind, unser irdisches Sterben ist nicht alles aus für niemand, sondern es geht weiter.
Es eben im Evangelium gehört: Johannes 5, wenn wir, die wir in Christus leben, sterben, passiert was im Moment, als das Herz aufhört zu schlagen.
Hören wir die Stimme des lebendigen Gottes, der uns ruft in die Ewigkeit, der uns ruft ins himmlische Jerusalem, der uns ruft in die ewig bleibende Gemeinschaft mit ihm.
Das ist das Wunderbare. All das Irdische, das hört hier auf, das hat ein Verfallsdatum. Unsere Häuser, unsere Autos, unser Leben, die ganze Erde hat ein Verfallsdatum.
Aber wer sich in dieser verfallenden, sterbenden Welt an den ewigen Gott geklammert hat und seinem Wort glaubt und ihm vertraut, der hat ewiges Leben.
Aber nur der hat ewiges Leben in Freude. Die, die das nicht machen, das sagt die Bibel auch in aller Deutlichkeit, die müssen erstmal ins Totenreich.
Furchtbare Existenz. Da kommt Jesus wieder am Ende aller Zeiten, wenn auf diese Erde abgeräumt wird, dann wird das Gericht gehalten.
Und die, die Jesus abgelehnt haben, werden verurteilt zu ewiger Verdammnis. Auch für die ist nicht alles aus, das muss man ganz klar und deutlich sagen.
Da können wir uns heute Morgen zuordnen. Wir haben zwei Gruppen Menschen: Eine, die mit Jesus gehen kann. Ich kann sagen: Halleluja für dich!
Das Sterben ist Gewinn. Halt, ne, super, freu dich drauf, freu dich drauf, wenn du stirbst. Egal, wie gut dein Leben hier auf Erden ist, halt, dann geht's richtig los, dann kommt das richtig Tolle.
Aber denen unter uns heute Morgen, die auch in den Tod müssen, aber Jesus nicht haben als ihren Herrn und Heiland des Lebens, kann ich nur sagen: Wenn du darin verharst, dann versuch noch die paar Monate, die paar Jährchen, die schnell vorbeigehen, zu nutzen.
Denn das, was dann kommt, ist nur Elend und Furchtbares. Aber Gott möchte das nicht. Er möchte, dass wir alle mit ihm die Ewigkeit verbringen.
Und deshalb ist er in seinem Sohn Jesus Christus Mensch geworden, hat die Schuld der Sünde getragen und schenkt uns die Möglichkeit des ewigen Lebens.
Das ist das Wunderbare, bei all dem Ernüchternden, was dieser Psalm 90 sagt, dass dieses Evangelium hier rausleuchtet.
Für diejenigen, die in Christus sind: „Kommt wieder, Menschenkinder.“ Ich werde sterben, und der Herr wird meinen Namen rufen.
Im Moment meines Todes wird er sagen: „Olaf Latzel, komm zu mir, komm zu mir.“ Nicht, weil ich irgendwas gemacht habe, weil ich fromm war, das ist nur, weil ich an diesen Jesus Christus geglaubt habe.
Und das ist das, was passiert, wenn man bedenkt, dass man sterben muss. Wenn man das wirklich durchdenkt, dann wird man nicht nur anders mit seinem Geld umgehen oder mit der Zeit, die wir hier noch auf Erden haben.
Dann wird man vor allen Dingen eines machen: Man wird sich klammern an den Gott der Auferstehung.
Und das soll das Ergebnis dieser Predigt sein. Das habe ich mir gewünscht. Das war so Ziel meiner Konzeption, meines didaktischen Aufbaus, dass ich euch in dieses Bedenken eures Sterbens hineinführe.
Euch nicht nur Realitäten der Bibel und eures Lebens vor Augen führe, sondern dass das Ergebnis eines sein soll, dass ihr euch klammert an den Gott, der euch das Leben gegeben hat und der euch abberufen wird und euch ewiges Leben schenken wird, wenn ihr an ihn glaubt.
Lob, Preis und Ehre unserem Herrn und Heiland Jesus Christus, der für uns gestorben ist, damit wir mit der furchtbaren Realität unseres Sterbens fertig werden können.
Er lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. Amen.
Der Friede unseres allmächtigen Gottes, der sehr viel höher ist als alle unsere menschliche Vernunft, er bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem lebendigen und auferstandenen Herrn. Amen.