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Die Schulden, die fressen sich in das System hinein. Es ist sehr instabil geworden. Und jetzt kommt's: Das Ausland hat das Vertrauen in die Solvenz und in die Werthaltigkeit des Dollars verloren.
Liebe Freunde der World of Value, willkommen zu einer neuen Talkausgabe! Ja, in den letzten Wochen wurde die größte Plaase aller Zeiten angestochen, und ich muss sagen, die Lage ist immer noch angespannt. Äh, das muss man mit, mit Verlaub sagen. Und ich habe mir dafür heute noch mal einen Experten aus der Schweiz dazu eingeladen, von unserem Kooperationspartner Real Unit, den Chief Investment Officer Dr. Diet PZ Petz. Dr. Ditma Petz, habe ich richtig ausgesprochen? Dietma, ganz genau. Steffen, ich bestehe darauf, dass wir uns duzen. Ich heiß Dietma. Ja, DMA. Ich bin, ich bin der Steffen. Wunderbar. Äh, schön, dass du jetzt halt nimmst. Ihr habt wunderbares Wetter in der Schweiz. Ähm, hier in Hamburg ist es ein bisschen bewölkt. Dietma, ähm, äh, bist du auch nach wie vor so besorgt wie ich, das ist ja was da im Moment, äh an den, an den Kapitalmärkten abgeht? Sieht so ein bisschen nach Beruhigung aus, aktuell, aber ähm, äh, das, die Situation ist nicht ganz ohne.
Da gebe ich dir recht. Vielleicht, wie soll ich anfangen? Also, ich hatte in meiner 30-jährigen Karriere ungefähr, also genau genommen, fünf Nahtoderlebnisse in der Finanzwelt, und das erste Mal war 2000, als der DAX dann intraday unter 2200 fiel. Dann hatten wir die große Finanzkrise, dann hatten wir Whatever it takes vom Draghi 2019, was kaum jemand weiß, da hatten wir auch so ein Demon-Event in China, 2020 Corona, und jetzt auch wieder. Ähm, ich habe damals jedes Mal am Freitag nicht gewusst, ob ich am nächsten Montag noch einen Job habe in der Bank bzw. Zugang zum Baggelautomaten. Und diesmal ist es aber ein bisschen anders. Das ist jetzt nicht so eine Nahtoderfahrung, kann ich sagen, sondern dieser Crash, der gerade stattfindet, der war längst, ähm, es war längst bekannt, dass der im Anrollen ist. Das haben viele Indikatoren gezeigt. Wir haben insgesamt, ähm, schon vorher sehr, sehr, ähm, wie soll ich sagen, schlechte Ausprägungen von Vorlaufindikatoren gehabt. Ähm, wir hatten fundamentale Probleme, also nicht erst seit Trumps Tarifankündigung, also Zollankündigung, ist der Texsektor unterdrückt, sondern es hat eigentlich schon begonnen, als die Chinesen ihre, ähm, Manus Deepse veröffentlicht haben, wo so ein bisschen das Techmonopol der Amerikaner angeknackt war.
Aber was ich sagen kann ist, was jetzt gerade passiert: Das hat eher so eine Dimension von Kapitulation. Ähm, Trump ist vorgeführt worden vom Bondmarkt, wie seine Vorgängerin in UK, Liz Truss, vor paar Quartalen. Und ich glaube, der Trump hat einfach unterschätzt, dass egal in welcher Staatsform die Kreditmärkte das finale Wort haben, nämlich: wenn die Kreditmärkte beginnen zu wackeln, da werden Regierungen über Nacht ausgewechselt, und Trump glaube ich hat jetzt gerade so ein Warnschuss für den Bauch bekommen und ist dadurch auch schnell zurückgerudert. M, das ist das eine. Lass, sieht mal, lass, lass noch mal ganz kurz, äh, dieser Warnschuss jetzt, also Trump hat offensichtlich, die hat damit gerechnet, dass die US-Zinsen runtergehen, dass er günstigere Finanzierungskonditionen bekommt. Eingetreten ist aber das Gegenteil. Ähm, für den, für den Laien vielleicht noch mal: kommt das jetzt überraschend, dass sie jetzt doch gestiegen sind, oder was ist da passiert? Ja, es gibt verschiedene Gründe. Ich glaube, wir müssen vielleicht einen Schritt zurück, weil wir haben jetzt so viel Durcheinander, so viel Information, das erschlägt den normalen Investor auch. Also vielleicht noch mal ganz kurz, ähm, zurückgespult. Wir reden darüber, dass die USA eine massive Verschuldung vor sich her schiebt. Äh, dieses Jahr alleine, so ließ man in eine Zeitung, müssen zwischen 8 und 10.000 Milliarden refinanziert werden, und jedes, jeder Prozentpunkt tiefer an Zinsen erspart den USA natürlich zusätzliche Zinskosten. Das stimmt aber alles gar nicht. Die Realität ist: die USA ist so massiv verschuldet, dass es überhaupt keinen Ausweg mehr gibt. Wir reden nicht nur über diese 10 Billionen, sondern wir reden über einen viel größeren Ballon. Und zwar: wir müssen natürlich auch noch die privaten Schulden mit reinrechnen, sind noch mal drei bis vier Billionen oben drauf. Und wovon keiner redet, das ist auch eine bittere Realität: Die Staatsverschuldung der USA, die liegt nicht bei 38 Billionen, sondern weit über 100 Billionen, wenn man alle Komponenten mit reinrechnet, die zinstragend sind, das heißt, wo irgendjemand nachher für gerade stehen muss.
Und der andere Aspekt, und das bringt mich jetzt zur, äh, Anomalie: warum fällt der Dollar und die Zinsen steigen? Das ist, dass das Ausland auch ausstehende Dollarkredite hat, und zwar im Volumen von offiziell 13 Billionen. Ja, das ist also die offizielle Zahl, und da gibt's noch sogenannte Off-Balance-Sheet-Verpflichtungen, die bewegen sich so im Bereich 70 Billionen. Also alles zusammengefasst: Kann man jetzt drüber streiten, wie viel, aber einfach mal um eine Zahl zu nennen: Die USA, die sitzt auf einem verzinslichen Berg an Schulden, das weit über 200 Billionen Dollar hinausgeht. Und das funktioniert natürlich nicht. Das hat in der Geschichte noch nie funktioniert. Immer wenn ein Staat an die Grenzen der Verschuldung gekommen ist, dann ist was ganz Blödes passiert. Und zwar: dann ist die Währung, ähm, abverkauft worden. Die, die Berechnungen sehen einfach vor, dass, wenn jetzt die USA um diese fälligen Staatsanleihen zu refinanzieren, die werden ja nicht zurückgezahlt, sondern nur durch neue Schulden wieder, äh, in die Zukunft verlagert, und auch die Zinsen, die jetzt aufgelaufen sind, die werden ja auch durch neue Schulden, ähm, äh, finanziert. Das ist ja so ein Schneeballsystem. Der Punkt hierbei ist: die, jeder zusätzliche Dollar an Schulden, der führt jetzt zur Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts. Das heißt also, dieser, da gibt's ein Fachbegriff: marginaler Nutzen von zusätzlichen Schulden. Der ist jetzt dieses Jahr negativ geworden, wenn man eben alle Schulden mit reinrechnet. Und das ist der Anfang vom Ende. Das heißt: die Schulden, die fressen sich in das System hinein. Es ist sehr instabil geworden. Und jetzt kommt's: das Ausland hat das Vertrauen in die Solvenz und in die Werthaltigkeit des Dollars verloren.
Mit diesem Schock, der jetzt passiert ist, ähm, hat man eigentlich einen, also es war ein globaler Deflationsschock, den der Trump ausgelöst hat, und sehr, sehr viele haben einen Margin Call bekommen. Das heißt also, sie mussten ganz schnell Dollarliquidität haben, aber so viel gibt's jetzt gar nicht. Also es liegt da nicht unter der Matratze irgendwo. Das heißt, sie waren gezwungen, ähm, Dollaranlagen zu verkaufen, zu liquidieren, und damit die, ähm, die Nachschusspflicht bei den Banken, äh, zu erfüllen. Und das erklärt, warum der Dollar jetzt so, äh, unter Druck gekommen ist, aber auch warum US-Anlagen so unter Druck gekommen sind. Es ist durch die Bank weg ein massiver, absoluter Vertrauenseinbruch in die Solvenz des US-Staates.
Mhm. Äh, Dietma, was ich, äh, was ich daran nicht ganz verstehe ist, ähm, die Schulden sind ja schon lange, lange, lange bekannt. Alles, was du gerade auch, äh, dargestellt hast, ist ja, ist ja völlig richtig und auch den anderen Kapitalmärkten bekannt. Aber jetzt kommt doch tatsächlich jemand und sagt: ich versuche ernsthaft dieses Schuldenproblem noch mal zu lösen mit einem, mit einem massiven Sparprogramm. DO. Ähm, ich versuche die Handelsbilanz wieder in Ausgleich zu bringen, und ausgerechnet das soll jetzt der Anlass sein, dass die Märkte sagen: nee, also das ist ja, das ist ja eigentlich jetzt doch eine Bankrotterklärung, wir haben kein Vertrauen mehr in den US-Dollar. Das, das macht doch irgendwie keinen Sinn, oder? Das macht, da hast du völlig recht. Grundsätzlich macht das keinen Sinn, aber wir müssen ja sehen: wir haben jetzt eine Zeitenwende erlebt, und zwar: wir leben jetzt in dem Zeitalter der Deglobalisierung, und vorher hatten wir die, den US-Dollar als Weltleitwährung, und um die Weltwirtschaften mit Dollarliquidität zu versorgen, musste die USA ein Handelsbilanzdefizit fahren. Und wie macht man das? Das macht man, indem man die Jobs oder die Fabriken outsourcet, auslagert, offshore geht. Und wir haben jetzt durch die letzten Ereignisse der letzten Jahre, ähm, eine Schubumkehr im System. Das heißt, Trump will jetzt die, äh, Fabriken wieder zurückholen, und die ganze Dollarliquidität, die im System vorher drin war, die wird jetzt abgesaugt, und, ähm, vereinfacht ausgedrückt, das führt dazu, dass man in, in USA jetzt einen inflationären Schock erleben wird und im Rest der Welt, insbesondere bei Europa, einen deflationären Schock. Und das war früher anders, aber weil wir jetzt eben diese Rückabwicklung der Globalisierung erleben, ist alles auf dem Kopf gestellt worden, und das, was vorher ein Vorteil war, also die expandierende Geldmenge, äh, US-Liquidität, die ist jetzt zum Schrecken geworden.
Mhm. Ähm, aber große, große Teile der Welt sind ja, sind ja nach wie vor in US-Dollar verschuldet. Sieht man einfach mal so Länder wie die Türkei oder afrikanische Länder, und die müssen ja auch ihre Schulden mit ihnen tilgen. Das heißt, die Nachfrage nach dem US-Dollar ist ja, ist ja nach wie vor da. Außerdem haben jetzt Unternehmen, äh, stellen Überlegungen an, ihre, ihre Produktionsstätten in die USA zu verlagern, äh, aufgrund der Zölle, was auch wieder eine Nachfrage nach dem, nach dem US-Dollar bewirkt. Äh, die Zinsen sind relativ hoch, also zumindest als bei uns in der Eurozone. Also auch hier eine gewisse Nachfrage nach dem US-Dollar. Ähm, ähm, von daher noch mal: wie kann es kommen, dass der US-Dollar da so stark unter Druck ist, aktuell, gerade, gerade zum Euro? Ja, mit, ich glaube, mit, mit minus fast 10% seit Jahresbeginn. Das ist ja sagenhaft! Ja, also was viele nicht wissen, aber es gibt, also du hast grundsätzlich völlig recht. Das ist die Betrachtung aus der Realwirtschaft, und das stimmt völlig. Ähm, was man aber auch akzeptieren muss, ist die Tatsache: Es gibt im Prinzip zwei Finanzkreisläufe in der Welt. Das eine ist der rein realwirtschaftlich basierte, also da wo, Möbel hergestellt werden, Dienstleistungen, Autos gebaut und so weiter, also wo reale Werte geschaffen werden. Und dann gibt's einen, einen rein finanzwirtschaftlichen Kreislauf, da wo nichts produziert wird, wo man praktisch nur Zahlen hin und her schiebt. Und das Problem, was wir jetzt sehen, das kommt genau aus dieser Ecke. Dieser große finanzwirtschaftliche Ballon, der hat, keiner weiß genau die Zahlen, aber um den nur mal ein Gefühl zu geben: wenn man nur das US-Bankensystem mal nimmt, dann reden wir über knapp 25.000 Milliarden, was dieses Volumen angeht. Und da drüber gibt's ein sogenanntes Schattenbankensystem. Das ist mehr als dreimal so groß, und da bewegt sich die ganze Musik. Da wird Liquidität geschaffen. Das hat nichts mit der Realwirtschaft zu tun, aber das ist eine Quelle für Liquidität, die auch die Immobilienpreise, Aktienpreise, Bitcoin und so weiter trägt. Ja, und was wir jetzt sehen, dass eben dieser große Ballon, der ist, oder diese große Pyramide, die ist jetzt ins Wanken geraten, und die reißt auch gerade die Realwirtschaft mit in diese Turbulenzen rein. Und wenn man es jetzt wirklich nur auf die finanzwirtschaftliche Sphäre mal beschränkt, also wir reden davon, dass jetzt sehr, sehr viele, ähm, gehebelte Finanzmarktteilnehmer, also Hedgefonds klassisch, die haben durch diese dramatischen Entwicklungen in der letzten Woche, die haben viele extrem gehebelte Marktteilnehmer wie Hedgefonds oder Banken dazu gezwungen, einfach zu jedem Preis zu verkaufen, um Liquidität zu bekommen, um diese Nachschusspflichten zu erfüllen. Und was man eben sieht ist: dieser, dieser massive Euro-Dollar-Verlauf, der hat ja nichts damit zu tun, dass plötzlich Europa so ein Star geworden ist. Ich meine, die strukturellen Probleme sind ja weiterhin da. Man sieht's einfach, dass es eine massive Kapitalrotation gab. In Europa musste massiv deleveraged werden, und das führte dazu, dass eben Dollaranlagen abverkauft wurden. Und wenn man es z.B. sieht auch im Schweizer Franken, also wo es sehr, sehr auffällig ist: überall ist der Goldpreis gestiegen, massiv, außer in Schweizer Franken, und das zeigt einfach, dass die Nachfrage nach Kreditsicherheiten, äh, massiv gewesen ist. Früher war der Dollar ein adäquates, ähm, äh, Instrument als Kreditsicherheit, und da ist jetzt auch das Vertrauen rausgegangen. Äh, und Gold hat jetzt diese Funktion übernommen, bzw. der Schweizer Franken. Deswegen ist Gold in Schweizer Franken gar nicht so gestiegen im Vergleich zu Euro oder Dollar. Man sieht einfach, und das kann man vielleicht so ein bisschen vergleichen: in der gesamten Welt, dadurch dass man jetzt so enorme Schulden angehäuft hat, das ist ein Wettkampf unter Ertrinkenden. Die Leute, die Ertrinkenden, die versuchen jetzt einen Platz in einem Kanu zu finden. Und dieses Kanu, das war früher der US-Dollar, und jetzt hat man mal reingeschaut und sieht: dieses Kanu ist voll mit Pestleichen, und deswegen schwimmen jetzt alle, ähm, Richtung, sorry, Richtung Gold und versuchen das als Rettungsanker zu finden. Also so sehr vereinfacht ausgedrückt. Das ist jetzt die Situation, warum das Vertrauen rausgegangen ist. Der Dollar, durch diese geopolitischen Verschiebungen, hat nicht mehr die Bedeutung wie früher. Früher war er als Anker im Welthandel einfach gesetzt. Jetzt kam letzte Woche China raus, hat ihr eigenes Zahlungssystem angekündigt. Das heißt, man braucht gar keine große Dollarliquidität mehr in diesem Bereich. Ähm, aber was macht man jetzt mit dieser ganzen Überschussdollarliquidität? Also es ist, es ist überall kracht es jetzt gerade im Gebälk, und keiner weiß so richtig, was die nächste Welle sein wird. Aber eins ist klar, ähm, der Schaden, der angerichtet worden ist, jetzt die letzte Woche, der ist noch längst nicht vorbei. Das fängt gerade erst an.
Mhm. Ja, wenn man, wenn man deinen Ausführungen weiterdenkt, dann kommt ja jetzt eigentlich die Stunde der Edelmetalle. Also, wenn das Vertrauen in den US-Dollar, falls es jetzt schon soweit sein sollte – ich bin da persönlich noch nicht so ganz sicher. Ich glaube, ich glaube, der Dollar wird da doch Last Man Standing sein, aber dass es dann irgendwann Richtung Gold geht, da bin ich absolut bei dir. Ähm, aber du scheinst das Momentum ja jetzt schon zu sehen, dass das Gold jetzt noch mal, noch, noch mal massiv auch eine Unterstützung erhält und eventuell auch Silber. Äh, was sind deine Gedanken dazu? Ja, das ist natürlich jetzt sehr viel passiert schon. Das heißt, im Moment, so rein technisch betrachtet, sieht das schon ein bisschen überverkauft aus. Also nach den klassischen Indikatoren wie, äh, RSI oder MACD, also diese Momentum-Indikatoren, sieht so aus, als wird das jetzt langsam sich zu Ende laufen. Also, es ist erst der Beginn, das ist ja ein Prozess, das ist nicht von heute auf morgen alles, ähm, vorbei, wie man bei einem Lichtschalter, sondern dieser Vertrauensprozess, der, ähm, der braucht ja eine gewisse Zeit. Da sind ja sehr, sehr große Portfolioallokationen dahinter. Also ich meine, ganz einfaches Beispiel: wenn der Trump jetzt, ähm, ernst macht mit seiner, ähm, Ankündigung, Grönland zu übernehmen – ich kann mir nicht vorstellen, dass ein dänischer Pensionsfonds noch US-Aktien haben will. Das gleiche mit Kanada. Und das sind ja jetzt nur, ähm, Vergeltungsaktionen. Wenn man keine US-Aktie mehr kauft. Aber da gibt's natürlich die ganze Härte der Leute, die das Front-Running betreiben, die sagen: "Oh, wenn das mal so kommt." Und wir dürfen noch nicht vergessen, also ich glaube, der S&P hat eine Marktkapitalisierung von 45 Billionen, äh, und ungefähr 19 Billionen US-Aktien, das sind die Europäer, die, ähm, also die das halten. Also wenn jetzt so ein paar ängstliche Asset-Allocator, so institutionelle, anfangen zu sagen: oh, sehr unsicher, wir gehen mal auf Nummer sicher und wir gehen USA underweight, dann wird das schon massive Flows auslösen, und das kann dann schon, ähm, massiv sein. Ich sag nicht, dass es das Ende der USA ist, das ist viel zu früh, aber ich glaube schon, dass jetzt so viele Leute begonnen haben, Sachen zu hinterfragen, die jahrzehntelang als gegeben angesehen waren und jetzt einfach sagen: vielleicht ein bisschen weniger Risiko. Das gleiche mit den Magnificent Seven. Ähm, das ist ja auch sowas, da hat sich im Prinzip die komplette Überschussliquidität angesammelt, und es gibt so einen Liquiditätszyklus, der ungefähr so, ja, dreieinhalb Jahre im Schnitt läuft, und das sieht man auch sehr schön bei den Mag Seven, dass die tatsächlich nach diesem Zyklus sich auch bewegen. Also Tesla, Amazon und Co. Ja. Mm. Ja, genau, Meta und so, die ganzen Tech-Buden, die ja überproportional, äh, oder proportional stark gestiegen sind. Und hier ist natürlich auch so, ähm, ich kann mir nicht vorstellen, dass, ähm, Meta beispielsweise spektakulär noch mal ansteigen wird, wenn von der EU eine Digitalsteuer kommt, als Vergeltungsaktion. Ähm, wir müssen einfach sehen, dass das eben ein Großteil der Umsätze in diesem Mag Seven sind auch in Europa, äh, werden auch in Europa generiert. Also insofern, das ist eine Gemengelage, die hat's früher nicht gegeben, und jetzt passieren so viele Sachen gleichzeitig, und das wird bei vielen einfach für eine erhöhte Vorsicht sorgen, und die, die sagen: ja, lieber einen Tag zu früh als eine Stunde zu spät.
Mhm. Sieht mal, ihr sitzt ja mit der Real Unit in der Schweiz, ist ja auch ein eigentlich ein Schweizer Produkt, was ihr da aufgesetzt habt. Schlägt denn jetzt die Stunde der Schweiz? Kann man das so sagen, dass die Schweiz jetzt noch mal so ein, ein Comeback hat? Es war ja nach dem Ende des Bankgeheimnisses ja ein bisschen, bisschen still geworden um die Schweiz, aber könnte das jetzt wieder die Zeit sein, dass das Kapital wieder massiv in die Schweiz drängt? Das ist eine schwierige Frage. Also, das, da gibt's verschiedene Dimensionen. Ähm, das Erste ist die Realwirtschaft in der Schweiz. Die wird natürlich jetzt auch gerade, wie zwischen zwei Mühlsteinen, ähm, durchgedreht. Man hat den verrückten Nachbarn im Norden, der anscheinend in so einem Selbstzerstörungswahn sich befindet. Dann hat man die Zölle von Trump, die gerade der Pharmaindustrie sehr, sehr zu schaffen machen. Dann hat man, wie es ja historisch immer der Fall war, ähm, die Schweiz als sicheren Hafen, das heißt, der Schweizer Franken steigt enorm. Das wird auch die Exportindustrie, die ja sehr bedeutsam ist, belasten. Also insgesamt für die Schweizer ist das eine, eine Kombination aus wirklich nicht so tollen Sachen. Ja, das Zweite ist, ähm, die, wenn man rein die finanzielle, finanzielle Sphäre anschaut, ähm, das Land ist zu klein um sämtliche Kapitalflüsse der Welt zu absorbieren. Das heißt, wenn die Krise so weitergeht und das Ganze eskaliert, und wenn wir nicht bald koordinierte Aktionen der Notenbanken erleben, dann könnte das schon der Fall sein. Dann wird die Schweiz irgendwann gezwungen werden, auch Kapitalverkehrskontrollen einzuführen, wie in den 70er Jahren. Das geht gar nicht anders. Ja, sonst hat man hier eine Inflation, die man sich auch nicht vorstellen kann. Das ist das Zweite. Und das Dritte ist ja, ähm, die Schweiz, weil sie sich historisch immer aus diesen ganzen Verrücktheiten herausgehalten hat, immer neutral war, hat jetzt wieder ein riesen Potenzial daran anzuknüpfen. Wie bei der Real Unit: wir haben z.B. unsere kompletten, ähm, Edelmetall, äh, Bestände, die sind alle in dem Bunker in der Schweiz gelagert, und das ist für alle Fälle ist das der sichere Ort, den wir uns vorstellen können. Ähm, wir würden im Moment keinen anderen Ort auf der Welt finden, wo wir diese großen Gold- und Silberbestände lagern möchten. Also daher, das ist für uns eine ganz klare Botschaft: die Schweiz setzt weiterhin darauf, und einfach, dass hier anders als in anderen Teilen der Welt auch die Eigentumsrechte bis zum Schluss verteidigt werden. Da hat die Schweiz natürlich auch ein super Trackrecord. Wenn die Leute aus dem Norden wieder einfallen oder aus dem Westen, äh, Napoleon oder wer auch sonst, äh, man kann sich arrangieren, ist natürlich schwierig, aber die Schweiz hat immer bewiesen, ähm, dass sie sich aus diesen ganzen Verrücktheiten raushält, und deswegen funktioniert das hier auch so gut. Ja, das Schöne, was ich rausgehört habe: noch besteht die Möglichkeit, sich am Real Unit in der Schweiz zu beteiligen. Noch gibt's keine Kapitalverkehrskontrollen. Diesmal das war hoch. Ja. Ja, vielleicht nur als Ergänzung: die, diese Kapitalverkehrskontrolle, die muss nicht von der Schweiz kommen, die kommt ja von der EZB, das ist ja angekündigt worden für Oktober 2025. Insofern, ähm, bis dahin kann man noch handeln, aber danach glaube ich, dann wird's, dann einfach schwieriger werden. Ab Oktober 2025 sind schon konkret Kapitalverkehrskontrollen angekündigt? Nee, also das ist die, die Einführung der digitalen Zentralbankwährung, aber um den Prozess lückenlos zu machen, damit es keine Schlupflöcher gibt, ist die Erwartung bei vielen, dass man da eben auch nicht mehr so einfach sein Geld, ähm, in andere Regionen schaffen kann. Also das ist eigentlich so der, der letzte Termin. Äh, dann hat der Zug den Bahnhof verlassen. Ja. Ja. Also dazu werden wir dann auch noch mal, äh, sprechen müssen. Also ich habe da jetzt konkret auch noch nichts gehört, aber die Möglichkeit besteht natürlich, bin ich, bin ich absolut bei dir, und was wir alles so in den letzten Wochen und Monaten erlebt haben, ist die Wahrscheinlichkeit wahrscheinlich gar nicht so gering. Wie auch immer, noch besteht die Möglichkeit, das Geld in den sicheren Hafen der Schweiz zu bringen. Vielen Dank an Dr. Dietma Petz, Chief Investment Officer der Real Unit aus der Schweiz. Vielen Dank, Dietma. Danke dir, Steffen. Bis bald. Alles Gute. Bis bald. Danke.