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The Causes of War - eine Einführung| Grenzen des Wissens

Grenzen des Wissens53:11

Transcription

Hallo, liebe Leute! Ich begrüße euch zu einem weiteren Video aus meiner Serie „Das Gesetz der Herde“. Die Serie, die ist schon ein bisschen länger her, und da gab’s jetzt eine lange Unterbrechung, weil ich da ewig über Energie und Klima geredet habe und parallel dazu meine Reise zum Ende der Welt, das ist die Astrophysik.

Aber jetzt möchte ich aus Aktualitätsgründen – das natürlich der Ukrainekrieg und auch der drohende Konflikt in Taiwan – noch mal über das Gesetz der Herde ein paar Videos publizieren. Es geht also weiter mit dieser Serie, und die baut auf diesem Buch hier auf, dass ich vor 5 Jahren oder 6 Jahren publiziert habe: „Das Gesetz der Herde – von Primaten, Parolen und Populisten: Macht und Unterwerfung beim Mensch und Tier“.

Und dann möchte ich konkret heute mal eine Einführung geben zu der Frage, also über die Entstehung von Kriegen, zu der Frage: Teil 1, ist das jetzt – gehört Krieg zu unserer Natur? Also sind wir überhaupt in der Lage, wir als gesamte Menschheit, dann endlich mal irgendwann in Frieden miteinander auf dieser Welt, auf diesem Planeten leben zu können? Und jetzt in der Einführung möchte ich erstmal ein paar erste Gedanken dazu sammeln und dann in der nächsten Folge, in einer Woche, da werden wir in ein Buch eintauchen, was sich speziell mit diesem Thema beschäftigt. Also, äh, wir fangen mal ganz allgemein an. Ich bin ja Physiker, und da geht’s immer um Naturgesetze, und da gab’s so einen Ansatz, dass diese darwinistische oder darwinsche Evolutionstheorie, dass die eben viel allgemeiner ist als wir bisher dachten, dass sie also beginnt in der unbelebten Natur.

Ja, und in der klassischen Physik ist aber die Evolutionstheorie auf das Leben beschränkt. Und da ist man eigentlich eher der Meinung gewesen, in der klassischen Physik, also zu Beginn der Physik, dass Leben ein ganz unwahrscheinlicher Zufall ist. Also Leben gibt’s gar nicht und schon gar nicht diese Entwicklung von selbst zu immer komplexer, komplexeren Strukturen, also zu höherem Leben. Leben ist ein unwahrscheinlicher Zufall. Die Evolutionstheorie aus Mutation und Selektion: Es entsteht also zufällig etwas Neues, und da muss ich das beweisen, ob das überleben kann oder nicht. Und wenn es nicht überleben kann, verschwindet es wieder, sonst breitet es sich aus. Das ist Selektion. Ermöglicht die Entwicklung des Lebens. Sie ist auf das Leben beschränkt. Das hat viel mit Informationen zu tun, die auf der Erbsubstanz gespeichert ist, und so Informationen. In der klassischen Physik gibt es eben in der unbelebten Natur nicht. Aber das führt jetzt ein bisschen zu weit. Jedenfalls war man in der klassischen Physik der Meinung, dass diese Evolution irgendwas ist, was mit Physik, also der unbelebten Natur, nichts zu tun hat.

Jetzt gibt’s aber neuen Ansatz: Entwicklung vom Einfachen zum Komplexen ist ein überall vorkommender Prozess. Das Universum hat ja als so eine, so eine heiß gefüllte, mit heißem Gas gefüllte Volumen angefangen, und da war alles gleich. An jedem Punkt des Universums hatten wir identische Bedingungen, ja, vollkommen homogen, einfach nur ein heißes Gas, und das ist dann aber ausgeflockt in diese Vielfalt von verschiedenen Sonnen, von Planeten und schließlich auch von Leben auf dem Planeten. Und dieses Ausflocken, dieses Differenzieren, diese Entwicklung hin zu komplexeren und zu größerer Vielfalt, da ist man jetzt der Meinung, zumindest bestimmte Leute in der Physik, dass das ein ganz fundamentales Muster der Entwicklung in unserem Universum ist. Es gibt also überall diese – wir würden es dann sagen – Höherentwicklung, weil es immer komplexer wird. Ist ein überall vorkommender Prozess. Selektion nach Funktionalität. Und das, was übrig bleibt, auch in der unbelebten Natur, also nachhaltig ist, das ist funktional. Also es kann überleben. Ja, Funktionalität, ja, und Selektion eben, da gibt’s Selektion. Und Selektion, das hat was mit Wettbewerb zu tun. Und bei Wettbewerb, da sind wir schon sehr dicht dran an der Frage nach Krieg, was sich durchsetzen kann. Ja, Bedeutung. Also Evolution ist das Grundprinzip des Universums, und kein Fortschritt bedeutet das Ende, Aussterben. Das heißt, man kann auch nicht zurück, oder man kann auch nicht auf einem Punkt stehen bleiben, weil das Leben rund um zu um uns herum, oder das Universum, entwickelt sich weiter.

Das wäre jetzt auch wirklich, äh, eine wichtige Erkenntnis für die Leute, die meinen, man könnte irgendwo in so einem Gleichgewicht, ja, Gleichgewicht gibt’s sowieso nicht, es gibt nur eine Fortentwicklung in der Natur, dass man so in einem Gleichgewicht stehen bleiben kann, kann man machen, aber dann wird man wohl nicht allzu lange weiter bestehen, wenn dieses Naturgesetz tatsächlich in dieser Form existiert. Ja, jetzt gehen wir mal aber doch wieder zurück von dieser ganz allgemeinen Betrachtung aus Sicht der Physik hin zur Biologie. Evolution nach Darwin: Es gibt immer zu Veränderung durch Mutationen und Innovation. Innovationen jetzt in der menschlichen Kultur, da gibt’s also immer wieder Staaten und Gemeinschaften, die kommen auf neue Ideen, die finden was Neues heraus, sie entwickeln sich weiter. Ansteigende Komplexität: Es wird immer komplizierter, wie z.B. so ein Handy. Ja, das ist schon wesentlich komplizierter als so ein Telefon. Ja, und kein Mensch benutzt heute mehr diese Telefone mit so einer Wählscheibe. Ja, es gibt kein Zurück. Wir können auch nicht zurückgehen zu einem Telefon mit einer Wählscheibe. Können wir natürlich machen, aber es macht ja kein Mensch, und man wäre dann vollkommen der Hinterwäldler, und im Wettbewerb würde man verarmen und bedeutungslos werden, und natürlich würden die Menschen abwandern in modernere Staaten, die eben vorne dran sind in der Entwicklung. Ne, ich, ich sage das deswegen und betone das deswegen so, weil ich ein bisschen das Gefühl habe, dass in Deutschland, auch in Europa, dass wir da den Anschluss verlieren an die weiter fortschreitende Entwicklung der Menschheit. Es überleben nur Spezies, also in der, in der bei den Tieren und Pflanzen, aber bei den Menschen nur Kulturen, die sich am besten an die Umwelt anpassen konnten. Ist Vergangenheitsform, weil wir jetzt die Intelligenz zusätzlich haben, ja, konnten und den Konkurrenzkampf gewannen. Ständig entstanden neue Spezies, Kulturen. Entstand so der Eindruck, dass so eine Kultur so einen Aufstieg erlebt und dann wieder einen Abstieg, und dann kommt eine neue Kultur. Das liegt aber daran, dass immer wieder neue Kulturen entstehen, die vielleicht mit ganz neuen Ideen rangehen. Währenddessen die Kultur, die gerade auf dem Höchststand ist, die verpasst vielleicht, weil sie so bisschen in so einen apathischen Zustand kommt, das geht jetzt so gut, die verpasst, dass da was Neues passiert, und dann kommt was Neues. Muss nicht so sein, aber es ist einfach immer wieder passiert. Das ist das Ganze, die ganze Idee dieses, dieser Evolution, ja, auch im menschlichen Bereich der Kulturen, dass neue Kulturen entstehen, die vielleicht dann viel fortschrittlicher sind und viel schlagkräftiger, und die Kultur, die vielleicht früher mal top war, die fällt zurück, und ja, ne, die versinkt dann irgendwie. Ständig entstanden neue Spezies und Kulturen, gilt auch für Tiere. Eine Dinosaurier, selbst wenn wir die heute wieder erwecken würden, ja, die würden gar nicht überleben, weil sie z.B. gegenüber den hochmodernen, ja, sorry, also hochmodernen Viren und Bakterien, was nicht alles, da werden sie gar nicht mit ihrem veralteten Immunsystem dagegen gefeit.

Es gab einen ewigen Konkurrenzkampf zwischen verschiedenen Spezies und innerhalb einer Spezies, im Fall der Menschen einen kulturellen Wettbewerb, und den gibt es bis heute, auch wenn wir zwischendurch mal den Gedanken hatten: Oh, wir haben so eine Weltgemeinschaft, überall leben wir zusammen friedlich und können uns gemeinsam weiterentwickeln. Das dieser Traum hat sich jetzt erstmal wieder zerschlagen, und deswegen mache ich dieses Video hier. Kann es sein, dass so eine Weltgemeinschaft, die friedlich zusammenlebt, dass die gar nicht existieren kann, jedenfalls nicht auf der Basis der Natur, wie sie uns in unserem Gehirn eingeprägt ist? Ja, ist die Frage, ne? Überleben des Stärkeren heißt Überleben der stärkeren Gemeinschaft. Ja, also das Überleben des Stärkeren, da müsste heutzutage überall Säbelzahntiger geben. Das wäre die dominierende Spezies. Dem ist aber nicht so, sondern der Mensch ist die dominante Spezies, und zwar, weil wir sprechen können, wir können schreiben, wir können zusammenarbeiten. Wir haben eine arbeitsteilige Gesellschaft. Also das ist eine starke Gemeinschaft. Entscheidend war die Fähigkeit zur Zusammenarbeit. Ja, und das war also über lange Zeit so der Grundatz, als wir verschiedene einzelne Nationalstaaten hatten, die dann natürlich auch im Konkurrenzstand, Kampf standen, zum Teil eben friedlicher Wettbewerb, also ein Handelswettbewerb, aber zum Teil auch im Krieg da. Das war also der Zustand. Ja, und jetzt kann man so eine Frage stellen, und über lange Zeit meines Lebens hatte ich auch diesen Traum eigentlich, dass wir irgendwann in so eine Weltgemeinschaft uns entwickeln und es endlich mal schaffen, vielleicht sogar die nationalen Grenzen auflösen, die kulturellen Grenzen, alles so eine Einheitskultur oder eine, eine globale Kultur, und dann leben wir friedlich zusammen und können gemeinsam, also durch unseren Intellekt, nicht angetrieben durch Triebe, durch Wettbewerb auf Triebene, sondern eben intellektuell in der Einsicht, ja, wir machen jetzt also einfach konstruktive Zusammenarbeit und bringen schon die Evolution unserer Kultur weiter voran, aber ohne in so einen kriegerischen Zustand da zurückzufallen. Kann die Zusammenarbeit auf alle Menschen ausgedehnt werden? Also sie ist ja auf den Nationalstaaten, auf der Größenordnung von mehreren Millionen, oder China sogar mehr als eine Milliarde Menschen ausgedehnt. Die arbeiten also für China alle zusammen. Nationalstaat. Kann man das auf die ganze Welt ausdehnen, und dann wird es ja kein Krieg mehr geben? Ja, das ist die Idee. Gibt es im menschlichen Bereich so etwas wie eine Weltgemeinschaft im friedlichen Wettbewerb? Also ohne Wettbewerb, das wäre auch noch eine Frage, steht hier unten. Gibt es eine stabile Gemeinschaft ohne Wettbewerb? Weil der Wettbewerb und die Selektion der Erfolgreichen ist ja womöglich ein Naturgesetz im Universum, sogar in der unbelebten Natur. Könnte man also ganz aus dem Wettbewerb ausschären, also sagen: Ich mache jetzt also Wohlstand für alle durch Umverteilung, und es ist gar nicht notwendig, dass man sich anstrengt in irgendeinen Wettbewerb, dass man irgendwas besser macht als jemand anders, sondern ich brauche eigentlich im Prinzip gar nichts mehr zu machen, weil ich ja sowieso versorgt werde. Gibt es sowas, oder würde das nicht vielleicht – ich kann die Frage jetzt nicht beantworten, müsste man mal drüber nachdenken – würde das nicht vielleicht sogar gegen das Naturgesetz von der fortschreitenden Evolution, die auf Wettbewerb, also Mutation, neue Ideen, ja, und dann Selektion beruht, würde das nicht sogar dagegen verstoßen? Also dann wäre – und hier ist die entscheidende Frage – oder wird so eine Weltgemeinschaft in Frieden, ja, und vielleicht auch ja gar kein Progress, gar kein Fortschritt mehr, ja, sondern also eine stabile Gesellschaft, die also in sich selbst ruht und sich gar nicht verändert. Sie sieht immer über Jahrhunderte überall gleich aus. Ja, es verändert sich gar nicht. Oder wäre eine solche Gesellschaft eben möglicherweise instabil gegenüber Fragmentation, dass man vielleicht diesen Zustand eine Weile hinkriegt, aber dann plötzlich eine Gemeinschaft erkennt: Ja, wenn wir jetzt z.B. neue militärische Errungenschaften haben, aufrüsten, dann können wir die ganze Welt erobern und alle anderen unterjochen. Ja, das wäre also so, dass diese friedliche Weltgemeinschaft, weil sie vielleicht dann auch sich nicht signifikant weiterentwickelt, mangels Wettbewerb, dass sie dann erobert wird von einzelnen Gruppierungen. Sie wäre dann also instabil als System gegenüber solchen Mutationen, dass bestimmte Gruppen eben sagen: Nö, wir machen da nicht mehr mit. Wir bauen jetzt Militär auf und erobern alle anderen und unterjochen sie. Ja, das wäre die Frage, ob das in unserem Gehirn so programmiert ist. Es hängt davon ab, wie wir Menschen eigentlich funktionieren. Und ich hatte ein bisschen das Gefühl, dass diese Idee, jetzt nachdem ich so, also zwischendurch mal den Traum hatte der friedlichen Weltgemeinschaft, ja, der internationalen Gemeinschaft, jetzt habe ich so ein bisschen die Idee, dass das mit uns Menschen eigentlich nicht stabil zu machen ist, jedenfalls nicht so, dass das einfach von selber, wenn man es einmal eingerichtet hat, dann stabil bleibt. Ja, das wäre so die Frage. Ja, und da möchte ich eigentlich in den nächsten mindestens zwei Folgen auf dieses Buch hier eingehen. Ich habe jetzt eine ganz allgemeine Einführung gegeben. Ich habe angefangen bei diesem Naturgesetz der Fortentwicklung des Universums, was auf Mutation, auf Neuentwicklung beruht und dann aber der Selektion, und Selektion heißt Wettbewerb, und Wettbewerb heißt eben im Extremfall auch kriegerische Auseinandersetzung.

Da gibt’s ja dieses fantastische Buch, ich fand es sehr gut, hab es von vorne bis hinten zweimal gelesen, von Asagat – ich erkläre gleich, wer das ist – „The Courses of War and the Spread of Peace“. Da ist also so eine Entwicklung der Menschheit eigentlich reingeschrieben. Es geht mit der, mit den Urmenschen der Steinzeit los und dann auch bis in die moderne, also die, die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Nationalstaaten bis in die moderne Zeit. Also 2017 ist es herausgekommen, das Buch, dass also der Stand noch vor dem Ukrainekrieg und vor der drohenden Auseinandersetzung um Taiwan. Aber eben, äh, die Frage: Was sind die konkreten Gründe für Kriege? Und er analysiert das brillant. Und in diesem Video, der Einleitung, möchte ich eigentlich nur die Grundlagen mal ansprechen, ähm, um dann in der Lage zu sein, erstmal den ersten Teil – das ist also Anthropologie, weil es sich mit den Urmenschen beschäftigt – über die Entstehung von Auseinandersetzungen, z.B. bei den nomadischen Völkern, ne, also, äh, und da ist eben die Idee, dass wir heute, zumindest in meiner Lebenszeit, eine ganz ungewöhnliche Friedenszeit erlebt haben. „The Spread of Peace“, die Verbreitung von Frieden, zumindest in der westlichen Welt. Und dann die Frage: „But will war rebound?“ Wird also der Krieg wieder zurückkommen, weil er in unsere Natur liegt? Das diskutiert Asagat hier in seinem Buch, und das müssen wir dann durchsprechen. Und ich möchte gleich mal sagen, bei diesen ganzen Sorgen, die man sich machen muss, wenn man im deutschen Fernsehen, z.B. Talkshows der letzten paar Monate – also wir sind jetzt hier, äh, 10. April ist heute bei der Aufzeichnung – gab’s eine ganze Menge, 2023, eine ganze Menge solche Talkshows, wo die Leute locker vom Hocker meinten: Ach, wir können ja aufrüsten, und dann haben wir wieder jene Marschflugkörper, oder vielleicht können wir auch taktische Atomwaffen einsetzen. Das hat mich ein bisschen gewundert, weil ich glaube, diese Menschen, die haben gar keine Vorstellung davon. Ich, zum Glück ja auch nicht, aber als Physiker kann ich es mir doch ein bisschen vorstellen, was es bedeutet, wenn Atomwaffen zum Einsatz kommen. Ein furchtbares Elend für jeden von uns. Ja, deswegen diese Frage hier: „But will war rebound?“ Ja, ja, deswegen dachte ich, äh, es ist mal gut, so ein Buch zu lesen. Und ich fand angesichts dieser doch manchmal erstaunlich kriegerischen Äußerung, auch durchaus von Parteien, die ewig gesagt haben: Frieden schaffen ohne Waffen, da fand ich dieses Buch tröstlich, ja, und den Inhalt deswegen will ich da auch zwei Videos drüber machen. Also das ist, wie gesagt, dieses hier nur die Einleitung, weil es ein bisschen Verständnis für die menschliche Natur bringt und das erleichtert ein wenig die Gedanken und eben das Zuschauen bei diesen Talkshows da in Deutschland. Ja, und wer ist das eigentlich? Er lebt in Israel. Asagat ist ein israelischer Kriegsnationalismus- und Ideologieforscher und Professor an der Universität Tel Aviv. Seine Bereiche sind Geschichte, Evolution, Anthropologie, Sozialwissenschaften, Geschichte des militärischen Denkens, Kriege und seine Ursachen. Darum geht es jetzt in den nächsten zwei Videos: Konflikte zwischen demokratischen und nichtdemokratischen Staaten, Nationalismus, Nationalismus und dem Phänomen der ideologischen Fixierung. Und genau dieses Phänomen der Ideologie, ja, dass man plötzlich alle Leute, wie jetzt beim Klima, plötzlich alle Leute das gleiche denken und das gar nicht mehr in Frage stellen, weil sie Dogmen haben und dann mit einer religiösen Inbrunst hinter der Ideologie stehen. Das scheint so spezielles Phänomen in Deutschland zu sein, dass sie immer so inbrünstig werden, wie jetzt gerade beim Klima. Ja, mal sehen, ob das noch lange anhält. Ja, also ideologische Fixierung, damit hat er sich auch beschäftigt, und damit habe ich mich eben auch beschäftigt in meinem Buch „Das Gesetz der Herde“, aber eigentlich ausschließlich mit der Ideologie, mit der ideologischen Fixierung, nicht in diesem ersten Buch von mir, dazu nicht mitgekriegt. Das will ich jetzt eben hier in diesen Videos mal ein bisschen nachholen. Ja, und der ist ziemlich bekannt. Er war Gastprofessor in Oxford, Yale, Stanford, Georgetown – das ist Washington, glaube ich –, Ohio State, Freiburg, München und Konstanz, meine eigene Universität. Ja, und hier findet man also nähere Informationen auf diesem Eintrag im englischen Wikipedia. Ist ein sehr bekannter Mann, und fand die Analysen in seinem Buch von bestechender logischer Klarheit, und wie gesagt, ziemlich tröstlich. Ja, da habe ich jetzt eine These, die ist jetzt aber von mir: Die Bereitschaft zur kriegerischen Auseinandersetzung ist bei Menschen genetisch programmiert. Der Krieg liegt uns im Blut. Ist eine These, vielleicht stimmt’s ja nicht, ne, aber das wäre so ein Ausgangspunkt. Krieg ist Teil des Konkurrenz- und Selektionsprozesses innerhalb unserer Spezies. Also wir töten uns gegenseitig. Da war auch lange die Meinung, das machen eigentlich Tiere nicht. Das ist sowas Menschliches, und eigentlich Menschen auch erst seitdem es Nationalstaaten gibt. Wir werden sehen, dass das falsch ist. Ja, es ist tatsächlich genetisch programmiert, aber wir haben ja noch die Intelligenz, die uns da vielleicht retten könnten. Teilgruppen ohne Kriegsbereitschaft verschwinden. Ja, wenn man so friedliche Gemeinschaften hat mitten in einer kriegerisch, kriegerischen Welt, und das ist ja im Augenblick ein bisschen die Lage von Europa und speziell Deutschland, was ja massiv abgerüstet hat, hat zwar noch ein bisschen Militär, aber ja, also ich, ich war ja auch mal in der Kaserne. Ähm, ja, also es ist eigentlich ein hilfloses Land, Deutschland, inmitten einer Welt, die doch wieder zunehmend kriegerisch wird. Ja, Teilgruppen ohne Kriegsbereitschaft verschwinden. Ist das heute immer noch richtig, oder können wir hoffen, dass im letzten Augenblick doch noch mal die Vernunft kommt, ja, durch Intelligenz und Hochentwicklung? Und das ist Asag, ja, wäre es denkbar, diese gegen genetische Programmierung zu kontrollieren und eventuell zu überwinden? Ja, da hatte ich eben lange gedacht, als Sympathisant in meinen jungen Jahren der Grünen, dass man da also wirklich mal diese Aggressivität der, des Militärs, dass man das überwindet, dass man also, wenn jemand mit der großen Keule ankommt und einem bedroht, dass man einfach die noch größere Keule auspackt. Ja, Frieden schaffen ohne Waffen, weil ich weiß, dass diese Eskalationsspirale: Ich hau dich, dann hau du, ich hau dich schlimmer zurück, dann haut der andere noch schlimmer zurück, und noch schlimmer, noch schlimmer, noch schlimmer, und dann wum, die Atombombe. Ja, das wäre das Ende von Europa. Also diese primitive Spirale der Gewalt, die wir aus den, von den Frühmenschen – das analysiert Asagat – bis hin zur Auslöschung, übrigens, die dachte ich, dass wir die zumindest in Deutschland nach dieser schrecklichen Vergangenheit des letzten Jahrhunderts überwunden haben, dachte ich. Ja, Asgard schreibt hier: „Es gibt praktisch keine Kriege zwischen demokratischen Staaten untereinander, also demokratisches Land gegen demokratisches Land.“ Ich hatte diese These schon ein paar Mal in Videos gesagt, war ein guter Freund von mir, das immer behauptet, und da kommt ja die Amerikaner, kommt immer, dass die Amerikaner ja ständig irgendwelche Kriege irgendwo laufen haben. Aber Asagat hat das analysiert, das sind eigentlich immer Kriege zwischen demokratischen und undemokratischen Staaten, zwischen demokratischen Staaten untereinander. Kann man wirklich statistisch nachweisen, dass es praktisch keine Kriege gibt? Ich glaube nur einen oder sowas. Ja, und zwischen undemokratischen Staaten untereinander, natürlich aus anderen Parametern neben der Staatsform Demokratie, sind aber möglicherweise auch Wohlstand und der Entwicklungsstand. Aber da müssen wir jetzt – das ist das dritte Video – da gehen wir näher drauf ein, die Entstehung von Kriegen in der modernen Zeit der Nationalstaaten. Ja, da kommt eben genau diese Statistik, die ich aber jetzt hier schon mal erwähnt habe, um mal zu sagen: Es gibt doch durchaus Fortschritte über demokratische Staaten, über den Wohlstand oder auch den mentalen Entwicklungsstand, also Schulbildung z.B., da überwindet man eventuell diese genetische Programmierung zum Krieg. Aber ist alles Theorie, ne? Also im Prinzip ist das so. Ob das dann wirklich umgesetzt wird, das ist dann die Frage. Aber so hat es Asagat erstmal aus der, aus dem Studium der Daten, die wir über die Vergangenheit haben, also die letzten paar hundert Jahre der Nationalstaaten, analysiert. Das ist ein bisschen trostreich, finde ich. Ja, also, äh, ich werde das jetzt noch weiter analysieren, und wir gehen dann sogar in die Primatenforschung, also von unseren Vorfahren im Menschenaffen. Aber bevor ich das tue: Erstmal vielen Dank an euch alle, die es mir, die ihr es mir ermöglicht, diesen Kanal hier weiter fortzuführen. Und wie gesagt, ich mache jetzt zwei, drei oder vielleicht vier Videos über die Entstehung von Kriegen. Nicht um euch noch mehr zu belasten mit irgendwelchen furchtbaren, bedrückenden Sorgen für die Zukunft, sondern das Gegenteil zu erzählen, dass wir doch, um Gottes Willen, ja, äh, auch in Deutschland zur Vernunft kommen sollten, ja, äh, dass wir eine Chance haben mit der Vernunft. Das gilt auch für das Klima. Ich hatte ja schon so oft gesagt, dass wir natürlich nicht aussterben werden, wenn es 2° oder noch ein bisschen mehr wärmer wird, und dass es mit Vernunft, ohne diese Ideologie, möglich ist, die Probleme zu lösen. Aber gerade auch jetzt beim Krieg habe ich das Gefühl, dass Deutschland auch wieder zurückkippt in eine, in meinen Augen ja fast asoziale Ideologie. So wird’s nicht funktionieren. Ich stehe also dafür, für Optimismus, auch in diesem Fall. Deswegen diese drei, vier Videos, und wie gesagt, dieses Buch von Asagat, das hat mir da sehr geholfen.

Also vielen Dank an euch alle, die uns hier also unterstützt, über so Überweisung oder wie man das nennt, über PayPal an eine dieser beiden E-Mailadressen hier oder eben da aus Euroland, z.B. eine SEPA-Überweisung auf dieses Konto hier. Die sind beide in der Schweiz, über meine kleine GmbH betreibe ich ja diesen Kanal. Das sind die beiden IBAN-Nummern für ein Euro-Konto und für ein Schweizer-Franken-Konto. Und hier haben wir den QR-Code für Überweisung aus Euroland, und hier den QR-Code für meine Freunde aus der Schweiz. Muss sagen, ich bin inzwischen auch sehr froh, dass ich in der Schweiz lebe. Also noch mal froh bin, ja sowieso froh, weil die Schweizer doch irgendwie ein bisschen vernünftiger sind, was in meinen Augen ja, was diese Sache mit der Eskalation zu immer schlimmeren Waffen hin in dem Ukrainekrieg angeht. Aber wie gesagt, wir müssen das jetzt erstmal in aller Ruhe analysieren, was ist denn der richtige Weg? Wir tauchen jetzt mal ein bisschen ernsthafter in die Materie ein, und zwar auf der Basis erstmal meines Buches „Das Gesetz der Herde“ hier aus dem September 2018, das war, erschien im AT Verlag in der Schweiz, und da habe ich so eine Arbeitshypothese aufgestellt über die Psyche des Menschen. Und zwar kann man da drei Ebenen unterscheiden. Das habe ich so, ja, vereinfachend gemacht aus diesen vielen Büchern, die ich da zur Soziologie, Psychologie gelesen habe. Zunächst mal die oberste Ebene, das ist sozusagen unser Überblick, unser Ich-Bewusstsein, kritisches Denken und Kreativität. Da kommen neue Ideen her, und da gibt’s auch so eine Überwachung: Ist das jetzt eigentlich vernünftig, dass ich jetzt genau dieses Video mache, oder sollte ich nicht lieber gar keine Videos mehr machen? Also so ein ständiges Hinterfragen dessen, was man tut. Und dann gibt’s eben die rein ab, ja, sagen wir mechanische Intelligenz, die mich befähigt, hier dieses Mikrofon richtig zu installieren, die Kamera zu bedienen, dass das alles klappt, oder auch, dass ich also mit anderen Menschen überhaupt zusammen leben kann, dass ich hier mit euch rede in einer Art und Weise, wo ihr nicht verschreckt alle wegrent, sondern vielleicht auch noch paar mehr Leute den Kanal abonnieren. Das soziale Intelligenz, also Empathie, zu verstehen, wie der andere funktioniert, oder wie überhaupt eine Gemeinschaft Menschen, wie man da am besten sich, ja, eingliedert. Technische Intelligenz, wie gesagt, das Mikrofon, und dann Wissen, ne? Ich habe jede Menge Videos gemacht über Physik, also z.B. „Reise zum Ende der Welt“. Wie funktioniert eine Supernova? War das letzte Video. Ja, das ist Wissen. Ja, das ist diese mittlere Ebene, die aber von der oberen Ebene kontrolliert wird. Und dann gibt es eben diese untere Ebene, und das sind die Instinkte. Warum mache ich das überhaupt noch? Warum stehe ich morgens auf? Wir können einfach liegen bleiben, ja, sondern man hat irgendwelche Wünsche, also oder auch Triebe, ja, und da ist eben die Frage, das ungefähr ein Drittel unserer Psyche – kann man übrigens auch wirklich messen – weil als der Homo Sapiens mit diesen beiden Ebenen hier, technische Intelligenz und dieses, dieses kritische Denken, als sie abzweigte, diese Linie von den Menschenaffen, da hat sich das Gehirn eben um Faktor 3 vergrößert, und zwar um das zentrale Affengehirn herum, habe ich so mir vorgestellt. Ja, und, äh, das sind eben die Instinkte, Emotionen und Triebe, die wir noch von den Affen, ja, übrig haben. Die sind noch inmitten unseres Gehirns. Ja, und sie liefern aber den Antrieb. Ja, man muss ja irgendwie Bock auf irgendwas haben, ja, Lust auf irgendwas. Jetzt, warum mache ich denn so ein Video? Ja, ich kann auch eben kein Video machen. Ja, ich bin pensioniert, sitze ich den ganzen Tag auf dem Balkon in der Sonne und schlürfe meinen Tee. Ja, und habe nette Pantoffeln an und sowas alles. Ja, ist ja das ja kein Leben, also nicht in meinem Sinne. Ja, Leben heißt doch irgendwie richtig was losmachen. Das ist aber eine Emotion, ein Antrieb. Das heißt, aus dieser Ebene kommen positive Antriebe, aber negative eben auch durchaus, ja, Aggression oder eben sogar, wenn es das gibt, und darum geht es jetzt hier in dieser Einleitung, der Kriegstrieb, wenn es einen Kriegstrieb geben sollte. Aber der Krieg, diese Aggressivität, der kommt von der unteren Ebene. Und jetzt dachte ich eben in Deutschland, nachdem die im letzten Jahrhundert so viel hier über die untere Ebene agiert haben, dass sie vielleicht da oben, da das jetzt mal ein bisschen mehr ausbauen, dass das nicht wieder passiert. Ja, klappt aber nicht. Da sieht nicht so aus. Ja, noch mal aus meinem Buch: Kann man diese genetisch programmierten Urinstinkte, die kann man eigentlich erklären, wie die zustande kommen. Jedes Individuum wird von der Natur her – wir sind jetzt beim Menschen, ja, also bei diesem zentralen Teil unseres Gehirns – wird mit Antrieben versehen. Und zwar wollen wir nicht einsam sein, wir wollen Teil einer Gemeinschaft sein. Warum? Ja, weil diese Affengemeinschaften im Urwald einfach als Einzelindividuen nicht überlebt hätten. Einzelner Affe in seiner natürlichen Umgebung ist der Urwald, der wird einfach vom Leoparden oder was auch immer da so rumrennt an feindlichen Wesen gefressen. Der überlebt also nur wenige Tage. Aber eine Affengemeinschaft, die, die sich gemeinsam wehrt gegen Leoparden – also ich hoffe mal, es sind Leoparden, was da die Fressfeinde der Schimpansen sind – die können sich gegen die, können sich als Gruppe wehren, und schon steigt die Überlebenswahrscheinlichkeit. Deswegen diese Einprogrammierung: Wir wollen zu einer Gruppe gehören. Ja, in der menschlichen Gesellschaft gehören wir, meinetwegen, zu einem Fußballverein.

Sind Fan davon, oder man ist Fan von irgendeinem YouTuber, oder ja, oder man ist eben Nationalist in einem Nationalstaat und identifiziert sich mit dieser großen Gruppe.

An der nächsten Stufe braucht es dann eine Struktur der Gemeinschaft. Also bei den Affen muss irgendeiner Anführer sein, der Oberaffe, der Chefaffe, der muss sagen, was jetzt zu passieren braucht; eine Hierarchie, und eine Hierarchie ist unerlässlich, und deswegen hat uns die Natur – uns auch, aber den Affen auch, oder auch eben Gänseherden – da wurde von Konrad Lorenz untersucht – hat also ganz stark so ein Hierarchiedenken eingebaut. Und selbst bei kleinen Kindern findet man sofort, wenn da mehrere kleine Kinder, die sich gar nicht kennen – ja, so Fünfjährige – wenn die zusammengepackt werden in so einer Kindergartengruppe, dann gibt’s sofort vielleicht ein oder zwei Kinder, die die Leitung übernehmen und sagen, was gespielt wird. Und die anderen sind Follower. Es gibt also eine Hierarchie, und dieses Hierarchiedenken, diese Verhaltensmuster sind einprogrammiert: Überlegenheit, Kontrolle, Unterwerfung. Also sowohl eben die, das Bemühen Chef zu werden – man ist ein, man kann andere kontrollieren, das sehr befriedigend – als auch die Idee, jemanden zu folgen: Ja, ich folge dem, der ist mein Führer, da renne ich jetzt hinterher. Also auch die Idee der Unterwerfung ist einprogrammiert in diesem, in diesem ja Antriebssystem, äh der, der, der des Unterbewusstseins, in unser Verhalten. Ja, und infessen gibt es bei den Menschenaffen, aber auch bei den Menschen, aber auch bei Gänseherden oder Wolfsrudeln gibt es eben sofort so eine Hierarchie, und das ist wohl offenbar sehr überlebenswichtig, dass eine Gruppierung so funktioniert. Ja, dahinter steckt eben – kann man auch so sehen – der Machttrieb. Also ist der Trieb, an die Spitze zu kommen und andere zu kontrollieren. Das ist ganz interessant. Es scheint so zu sein, dass die Sucht nach Kontrolle – was, dass ich dem anderen sage: Ja, meinem Nachbarn sage ich, er soll nicht so laut gehen, oder er soll ein anderes Auto fahren, oder gar kein Auto, oder ich sage ihm dieses, oder ich sage ihm jenes – ja, oder habe ich gar keinen Nutzen von, ja, sondern ich will einfach diese Macht ausüben. Das ist so ein Lustgefühl. Ja, das ist der Machttrieb, Urtrieb, Macht über andere. Ja, und da sind wir schon dicht am Krieg dran. Jetzt finde ich jedenfalls, könnte der Machttrieb die Ursache von Kriegen sein. Das ist eine Frage. Asagat spricht da nicht drüber, sondern das kommt jetzt aus meinem Buch: Das Gesetz der Herde, Kontrolle. Also wir wollen kontrollieren, und das sehen wir sehr stark z.B. in dem alten System der DDR, wo man diese, diese ganzen Überwachungstypen hatte, die beim Staat angestellt waren, Stasi war das glaube ich. Ja, und die haben ihre ganzen Mitmenschen überwacht: Was hat er denn telefoniert? Die haben Telefone abgehört und so weiter und das alles aufgeschrieben. Ja: „Oh, der ist um 13:15 Uhr ist er dahingegangen und hat sich mit diesem Dissidenten getroffen.“ Ja, und da will man kontrollieren, erstmal wissen und dann vielleicht auch verbieten. Und das haben wir jetzt wieder, ja, ganz stark in der Pandemie. Ja, das wurde dann also sehr lange wurde die ganze Bevölkerung eingesperrt, viel länger als ich z.B. jetzt also in Deutschland als es in der Schweiz war. Und da hatte ich schon das Gefühl: Oh, da kommt der Machttrieb wieder durch. Ja, so ein bisschen, ne, also zu Beginn war ich ja durchaus der Meinung, dass die Quarantäne vernünftig ist, aber als dann in Konstanz da eine Ausgehsperre war und nach 9 Uhr dann auch die Schweizer Besucher, die gar nicht wussten, was los ist, die wurden dann nach 21 Uhr abends von der Polizei eingesammelt und über die Grenze wieder zurückgeschifft, weil als Schweizer weiß man, hat man nicht damit gerechnet, dass es in einem normalen europäischen Land eine Ausgangssperre gibt, und ich weiß auch nicht, ob die Viren sich da dran halten. Na ja, also Kontrolle, Gefühl der Überlegenheit, natürlich, es ist wahnsinnig befriedigend, einem anderen Menschen zu sagen, was er zu essen und nicht zu essen hat, oder sowas alles. Ansehen, man ist, wenn man kontrollieren kann, ist man der Mächtige, gewinnt enorm an Ansehen, und man will an Ansehen gewinnen, auch ein Trieb. Ja, und natürlich ökonomische Vorteile. Und äh wie übt man Kontrolle aus? Durch Gewalt natürlich: „Wenn du das nicht machst, wie ich es dir sage!“ Ja, das hatte ich jetzt sogar: Leute, die mit mir zusammenarbeiten, wurden ja bedroht, allerdings nicht mit Prügeln, das ist ein bisschen aus der Mode gekommen, sondern mit Jobverlust. Ja, Angst. Ja, Angst: Du verlierst einen Job, wenn du nicht das tust, was ich dir sage, und das redest, was ich dir sage. Zwang, Verbote, Manipulation und natürlich auch ja, also Kontrolle durch überlegenes Wissen: Ich weiß mehr, und ich kann dann andere manipulieren oder auch falsches Wissen verbreiten. Ja, und das ist der Machttrieb. Und ich stelle die Frage, die ich jetzt nicht beantworten kann: Ist der Machttrieb vielleicht die Ursache, zumindest von denen, die an der Macht sind, ja, die wollen gerne in den Krieg ziehen. Warum eigentlich? Also jetzt müssen ja dann immer eigentlich die anderen sterben. Der Machttrieb, die Ursache für Kriege? Dann wäre es aber so, dass der Krieg uns tatsächlich von der ganzen Struktur unseres, unseres gesellschaftlichen Daseins im Blut liegt. Ja, und hier noch mal ein Bild aus meinem „Gesetz der Herde“, aus meinem Buch. Also die Staatsform des Urinstinkts ist natürlich nicht die Demokratie – wie gesagt, Demokratien machen auch gegeneinander gar keine Kriege – äh sondern die Diktatur, also die, die Staatsform, die uns im Blut liegt, ist die absolute Kontrolle über den Bürger, und der Bürger unterwirft sich, weil das ist uns auch einprogrammiert. Wir unterwerfen uns einem Führer hier. Die Staatsform des Urinstinkts ist also die Diktatur, und da haben wir es hier: Gemeinschaft – hier, das ist der Parteitag in Nürnberg von den Nazis. Da, da steht auch hier, ist die, ist der Link hier von Wiki, Wikimedia Commons, ist dieses Bild hier, sehr beeindruckend, wie die alle in Reih und Glied stehen. Ja, das ist Hierarchie, natürlich, das ist absolute Hierarchie in Nazi-Deutschland: Überlegenheit, Kontrolle und Unterwerfung unter den Führer. Also diese fürchterliche Staatsform, die so viele, so viel Leid und Krieg erzeugt hat, das ist eben das, was, wenn sich diese Urtriebe, die wir von den, von den Urmenschen oder den Vormenschen ererbt haben, wenn die sich voll ausleben können in einer modernen Gesellschaft, oder einigermaßen modernen Gesellschaft mit all den Kriegswaffen, die man inzwischen – und heute ist ja noch viel schlimmer geworden, was an Waffentechnik da ist – wenn die sich so ausleben können. Also ich sehe dieses Nazi-Deutschland so als eine Explosion der Triebsteuerung der Menschen, einen vollkommenen Rückfall. Ja, ja. Es gibt also diese Urinstinkte, streben nach Gemeinschaft. Es gibt diese Unterwerfung. Modern nennt man das Follower, ne, im Internet. Das sind Follower, die unterwerfen sich. Ja, und da haben wir den Machttrieb als Hauptantrieb, um eben eine Gemeinschaft aufzubauen. Und eine Gemeinschaft hat eben – zumindest für die Affen im Urwald – diesen enormen Überlebenswert, aber auch für Wolfsrudel und Gänseherden und so weiter. Hauptziel ist von der Natur her: Aufbau einer überlebensfähigen hierarchischen Gemeinschaft. Aber es gibt diesen Nebeneffekt des Machttriebes, und, und der, ich bin mir gar nicht so sicher, ob der von aus Sicht der Natur unerwünscht ist: Kriege zwischen verschiedenen Gemeinschaften innerhalb einer Spezies. Ja, also dass sich die Mitglieder einer Spezies gegenseitig töten. Da würde man ja denken, das kann ja eigentlich nicht im Interesse der Natur liegen, dass sich die Mitglieder einer einzelnen Art gegenseitig auslöschen, weil es geht ja darum, dass sich eine bestimmte Art, die sehr erfolgreich ist, da möglichst weit verbreitet, aber sich nicht noch gegenseitig auslöscht. Und da, deswegen habe ich hier das in Klammern gesehen: Ich bin mir nicht so sicher, ob die Natur tatsächlich diesen Nebeneffekt des Machttriebes – wenn, wenn es wirklich der Machttrieb ist – wir müssen dann in der nächsten Folge in das Asagat-Buch eintauchen. Ja, da wird das genauer analysiert. Aber ich bin mir gar nicht so sicher, ob das ein unerwünschter Nebeneffekt ist. Ja, denn – und jetzt kommen wir hier zu diesem Buch hier – das ist „Civilization: The West and the Rest“ von Niall Ferguson. Das ist ein britisch-amerikanischer Historiker, ziemlich bekannt. Der hat vor allerhalb Jahren hier dieses Buch geschrieben. Da geht’s darum, warum der Westen – also speziell jetzt Europa – solange so eine Vormachtstellung in der Welt hatte. Und zwar fängt das an da in 1500 oder so mit, und die Entwicklung des Kolonialismus. Das hat viel mit technologischer Entwicklung zu tun. Aber warum konnte Europa da so viele Länder in der ganzen Welt – in Afrika, in Asien oder auch in den US, in Amerika – kolonialisieren? Und er meint, es gibt sechs Killer-Apps, weil die Nationalstaaten in Europa so in gegenseitigen Wettbewerb die ganze Zeit standen. Haben sie sich in diesem auch kriegerischen Wettbewerb immer höher entwickelt, so hoch, dass sie schließlich durch den Wettbewerb – das ist der erste Punkt, die erste Killer-App hier – dass sie allen anderen Ländern der Welt überlegen waren. Würde bedeuten, dass ein Krieg, wenn er nicht zur totalen Auslöschung beider Kriegspartner führt, durchaus dazu führt – dieser Wettbewerb, der immerhin mit dem Tod bestraft wird, wenn man ihn verliert – ja, dass dieser Wettbewerb ein so enormer Treiber für Innovation ist, dass er auch aus Sicht der Natur eben durchaus erwünscht ist. Also Wettbewerbe, kriegerische Auseinandersetzungen innerhalb einer Spezies. Ja, und dann gibt’s natürlich die Wissenschaft, die auch insbesondere im Krieg dann als massive Fortschritte gemacht hat. Die Atombombe wurde während des Zweiten Weltkrieges erfunden: Eigentum, Medizin, Konsum und die Arbeitsmoral. Das sind die Eckpfeiler der westlichen Welt, die zum Erfolg, oder die, die Basis des Erfolges – nach Niall Ferguson – die Basis des Erfolges der westlichen Länder sind. Ja, da könnte man mal fragen, ob das heute immer noch so ist. Aber als das Buch erschien, hier, da aus dieser Rückwärtssicht war das durchaus absolut vernünftig, dass das Eigenschaften – also sozusagen ja Moral, oder wie soll man das nennen – das sind Grundeigenschaften der westlichen Länder. Ja, da kann man zum Bahnhof gehen, fährt tatsächlich zu der angegebenen Uhrzeit der Zug los, und er fährt auch dahin, wo er hinfahren soll. Ja, ist heute leider nicht mehr ganz so, aber das war mal eine ganze Weile so. Das ist eben diese Sache mit der Arbeitsmoral, äh dass das die Grundlage des Erfolges der westlichen Staatengemeinschaft war. Ja, aber eben der erste Punkt, darum geht’s mir eigentlich hauptsächlich, ist Wettbewerb. Wettbewerb auch nach Niall Ferguson: kriegerische Auseinandersetzung der Nationalstaaten untereinander in Europa, die dann diese enorme Fortentwicklung auch der Wissenschaft und der Technologie gebracht hat. Also ein positives Outcome, aber sind unfassbar viele Menschen gestorben, und heute hat es eben eine Grenze erreicht mit diesen schrecklichen Waffen – ABC-Waffen, gibt ja noch was anderes als atomare Waffen – dass man das eigentlich nicht mehr haben möchte, weil es tatsächlich zum Auslöschen zumindest des ganzen Kontinents führen könnte. Ja, aber so hat er das gesehen, also dass, also dieser Kriegstrieb, wenn wir den wirklich haben, dass der, dass der tatsächlich also aus Sicht der Natur etwas Positives darstellt, dass innerhalb einer Spezies – Zahlgruppierung – sich rasch weiterentwickeln. Ja, und dazu gibt es aber eine Gegenthese, nämlich die Gegenthese zur genetischen Programmierung auf Krieg: Der edle Wilde. Das ist eine Wikipedia-Seite im deutschen Wikipedia sogar, dass also der Mensch a priori gar kein Krieger ist. Ja, also das wurde erst erfunden mit der Zivilisation und den Nationalstaaten. Ja, und der ganze Ansatz ist der, der ja auch erstmal vernünftig klingt, dass eine Spezies – also Füchse bringen keine Füchse um, und Säbelzahntiger bringen hoffentlich keine Säbelzahntiger um. Ja, gibt ja sowieso nicht – jetzt sind ja sowieso ausgestorben. Ja, und Schafe bringen auch keine Schafe um. Innerhalb einer Spezies gibt es keine Auseinandersetzungen, die mit dem Tod enden. Der Krieg ist eine Folge der Zivilisation und der Staatenbildung bei den Menschen. Und sonst gibt’s keine Kriege bei Viechern, also bei Tieren. Das ist eine These, eine Gegenthese, sagt also was ganz anderes. Das heißt, Krieg ist nicht etwa genetisch programmiert, sondern das haben wir erst mit der Zivilisation erfunden. Und da gibt’s auch ein christliches Motiv, nämlich die Sache mit dem Paradies, Unschuldszustand im biblischen Garten Eden vor dem Sündenfall. Also weil wir eben dieses, dieses Über-Ich entwickelt haben mit dem kritischen Denken und so weiter, da sind, haben wir unsere Unschuld, die Friedfertigkeit verloren und sind kriegerisch geworden – mit dem Apfel, ne, reingebissen. Während traditionellen, mythologischen Weltbildern die Abfolge der Weltzeitalter gewöhnlich als Abstieg und eine Verschlechterung gesehen wird. Ja, das war lange so, ne, die Leute dachten, da gab’s also die paradiesische Frühzeit, da wollte man dann wieder zurück, gab es auch gar keinen Besitz, ne, so ein kommunistisches Motiv, dass man Besitz abschaffte – war Besitz führt zu Krieg. Ja, also, und früher hatte man keinen Besitz – diese Nomaden – aber die hatten durchaus Besitz. Sie hatten nämlich ihre Territorien, aber dazu nächstes Mal wesentlich mehr. Gewöhnlich als Abstieg und eine Verschlechterung gesehen wird, verwarfen die Entwickler des modernen, aufklärerisch-evolutionistischen Weltbildes – was wir heute eigentlich denken, und darüber redet auch Asagat sehr viel – diese traditionelle Sicht der Dinge und kehrten sie um, indem sie Geschichte als permanente kulturelle Roherentwicklung aus einem keineswegs paradiesischen, sondern rohen und kriegerischen, finde ich, Urzustand beschrieben. Ja, das ist auch meine Sicht. Ich denke, wir haben früher diese Triebsstruktur gehabt, und die war relativ unerfreulich. Da musste man also als Urmensch eigentlich sehr oft, fast jeden Tag oder jede Woche mit dem eigenen Tod rechnen, und nicht bloß durch Säbelzahntiger, sondern auch durch die Nachbarn. Ja, da ging es also sehr brutal und roh zu. Aber das analysiert dann – machen wir nächstes Mal – Asagat sehr im Detail. Und dann entwickelte sich immer mehr die Vernunft, und heute in weit entwickelten, in demokratischen Ländern mit hohem Wohlstand und hohem Entwicklungsstand da muss ich jetzt nicht mehr jeden Tag fürchten, irgendwie zusammengeschlagen zu werden, außer ich mache Videos, die zu sehr gegen den Mainstream verstoßen. Kriegt man zumindest mentalen Ärger. Ja, und das findet man hier auf dieser Wikipedia-Seite, diesen Textauszügen mit dem Titel „Edler Wilde“. Und das habe ich auch in meinem Studium, als ich jung war, musste ich mir das anhören. Habe ich immer nicht geglaubt, dass da irgendwelche Urmenschen im Urwald in Mittelamerika, dass sie fantastisch in Einklang mit der Natur leben. Ich habe dann bloß immer gedacht: Ja, furchtbar lange leben sie ja nicht, weil die Lebenserwartung der Menschen, die noch nicht mal Metall und keine Schrift haben, die ist natürlich sehr, sehr gering. Na ja, aber dazu kommen wir dann im Detail zu dem Leben dieser frühen Menschen, der Nomaden, Vorsichtswerbung, Wertung. Da kommen wir nächstes Mal dazu. Ja, aber da gibt’s jetzt, da eine Gegenthese, und das habe ich jetzt mal hier nur diese eine Wikipedia-Seite wieder genommen. Das kommt jetzt aus dem englischen Wikipedia: „Gombe Schimpansen-Krieg“. Da gibt’s also einen Krieg zwischen zwei Schimpansengruppen, der sehr berühmt geworden ist, weil diese Frau Jane Goodall hat das sehr genau beobachtet, und sie war vorher, bevor sie diese kriegerische Auseinandersetzung genauer beobachtet hat, da war sie der Meinung, dass die Schimpansen eben untereinander keinen Krieg führen und sich auch nicht gegenseitig, ja, also Kannibalismus oder sowas, das gab’s alles nicht. Und dann ist es aber doch passiert. Der Gombe-Schimpansenkrieg – ich habe es aus dem Englischen übersetzt – auch bekannt als Vierjähriger Krieg, war ein gewaltsamer Konflikt zwischen zwei Schimpansengemeinschaften im Gombe-Stream-Nationalpark in der Region Kikoma in Tansania zwischen 1974 und 78. Die beiden Gruppen waren einst in der Kasakela-Gemeinschaft vereint. Das war so eine größere Gruppe, das sind ungefähr 20 oder 30 Tiere von Schimpansen. 1974 bemerkte die Forscherin Jane Goodall eine Zersplitterung der Gemeinschaft. Innerhalb von 8 Monaten trennte sich eine große Gruppe von Schimpansen in das südliche Gebiet von Kasakela und wurde in Kahama-Gemeinschaft umbenannt. Es gab dann also zwei Gemeinschaften durch diese Teilung. Diese Separatisten bestanden aus sechs erwachsenen Männchen – geringe Zählraten von, von Individuen – drei erwachsenen Weibchen und ihren Jungen. Zurückblieben in Kasakela acht erwachsene Männchen – war also die größere Gruppe – 12 erwachsene Weibchen und ihre Jungen. Während des vierjährigen Konflikts wurden alle Männchen der Kahama-Gemeinschaft getötet. Also bis zum Auslöschen der, der feindlichen Gemeinschaft gehen diese Schimpanskriege, bis zum Auslöschen, weil da also, wenn man die Männchen auslöscht, die Weibchen, die werden dann typischerweise ausgesammelt, wodurch die Gemeinschaft de facto aufgelöst wurde. Die siegreichen Kasakela drangen daraufhin in größere Gebiete vor. Sie haben also Gebietsgewinne bekommen, wurden auch jedoch später von zwei anderen Schimpansengemeinschaften zurückgeschlagen. Ja, also da gibt’s ganz normale Kriege, wie wir sie aus Europa zuhauf kennen aus der Vergangenheit. Ja, also von wegen, dass die Urmenschen, also der edle Wilde, das stimmt nicht. Das war, das war nur so ein Narrativ. Das heute nennt man das Narrativ: Wenn man es oft genug erzählt und immer wiederholt, glauben es alle auch, wenn es gar nicht stimmt. Ja, und wir bauen also auf, auf diesen Erkenntnissen der Schimpansengemeinschaften, was die so, oder der Hominiden, also der Frühmenschen – gehen dann in der nächsten Folge wirklich in die Anthropologie, also in die Erforschung des Verhaltens, der Verhaltensmuster der Frühmenschen vor der Entwicklung von Nationalstaaten – in diesem Buch von Asagat, und was er daraus analysiert hat, alleine in dem anthropologischen Teil, das ist der erste Teil in dem Buch, das ist fantastisch, und da können wir auch direkt was – auch wenn man es vielleicht so nicht glaubt – ja, für den Ukrainekrieg oder auch für Taiwan, den drohenden Konflikt, können wir vielleicht etwas lernen. Ja, mein Gedankenspiel hier noch gegen Ende: eine friedliche Weltgemeinschaft. Nehmen wir mal an, wir haben eine Ansammlung von friedlich koexistierenden Gemeinschaften einer Spezies in einer bestimmten Region, sagen wir mal in Europa. Ja, ähm, und dann wird aber eine Gemeinschaft, die haben irgendwie keine Lust mehr, es ist ihnen langweilig. Gibt auch die Idee von Asagat, dass man Krieg aus Langeweile macht. Ja, also weil man so Lust auf Krieg hat. Äh, das ist ein, eine mögliches Motiv, was er diskutiert. Ja, eine Gemeinschaft wird aggressiv und entwickelt neue, überlegenere Kampftechniken. Also rüstet auf, ja, hat neue Ideen und ist dann natürlich voraus, technologisch. Ja, nach einer Weile erobert diese Gemeinschaft alle anderen und errichtet eine Diktatur. Das bedeutet rein systemtheoretisch gesehen, dass eine kleine Fluktuation – es sind nicht mehr alle der Meinung, Frieden ist die richtige Lösung, sondern eine kleine Teilgruppe sagt: „Nö, wir erobern jetzt alle anderen, versklaven die, nehmen ihre Besitztümer einfach für uns, ja, klauen alles und äh und erobern das ganze Gebiet.“ Ja, äh eine solche friedliche Gemeinschaft ist instabil gegenüber so einer Fragmentation. Ja, wenn das richtig ist, das wäre natürlich ein Problem. Das heißt, so eine friedliche Weltgemeinschaft kann es zumindest mit unserem Gehirn dann eigentlich nicht geben, außer dieses Über-Ich wird so weit entwickelt, dass es die Triebe zurückdrängen kann. Vermutung: Ein System friedlich koexistierender Gemeinschaften ist instabil gegenüber dem spontan Entstehen einer kriegerisch expandierenden Gemeinschaft. Ja, ist es also, das muss man erstmal zur Kenntnis nehmen. Dann kann man sich natürlich als friedliche Gemeinschaft überlegen: Was können wir denn dagegen machen? Ja, ja. Was können wir dagegen machen? Aber das ist so eine, es könnte sein, dass die Idee einer friedlichen Weltgemeinschaft, wie sie so häufig in Science-Fiction-Filmen oder Romanen auch ja beschworen wird, dass die eben so nicht existieren kann, jedenfalls nicht mit den im Augenblick real existierenden Menschen. Wir müssen zumindest Maßnahmen ergreifen, um eine friedliche Weltgemeinschaft dagegen, gegen diese Instabilität zu stabilisieren. Ja, wie es in der Natur wirklich zugeht, da gibt’s auch ein krasses Buch. Da habe ich jetzt äh das Titelbild nicht dabei, aber äh ich habe den, ich habe konnte es nur bis zur Hälfte lesen, dann habe ich es aufgegeben: von Martin Lödel, ich glaube, es ist aus Wien, ein Biologe: „Fatales Design“, 2009 erschienen. Und da, da beschreibt er unter anderem die Existenz eines Käfers – ich glaube, ein Käfer war es – auf einer Wildwiese. Wir gucken auf so eine Wildwiese oder auf so einen schönen Birkenhain und denken: „Oh, ist das idyllisch, ist ja alles wunderbar.“ Aber was für existentielle Kämpfe, gegenseitige Auslöschung von Individuen da auf der biologischen Ebene zwischen den einzelnen Spezies – Käfer, Grashüpfer, sonst was – was da abläuft, ist aus unserer Sicht unfassbar grausam, und das, der, das stellt eben der Martin Lödel sehr, sehr deutlich da. Hier ein Satz aus seiner Zusammenfassung hier: „Auf einer uns annehmlich erscheinenden Blütenwiese wird die Funktionsweise der Natur deutlich: Ein grausam, eine grausam ineinander verschachtelte Nahrungskette, fressen sich alle gegenseitig auf.“ Ja, die Natur funktioniert so, und wir sind Produkte der Natur. Das heißt, unser Triebsystem, das ist eigentlich eher für diese Blütenwiese hier geeignet, aber nicht für eine friedliche internationale Gemeinschaft. Aber wir sind eigentlich gezwungen, dadurch, dass wir jetzt diese schrecklichen Waffen entwickelt haben, dass wir unser Triebsystem irgendwie unter Kontrolle bekommen. Aber wie gesagt, ich kann ja jetzt im Augenblick keine Lösung anbieten, sondern wir arbeiten uns dann durch dieses Buch von Asagat. Erste Hälfte: Anthropologie, das ist die ferne Vergangenheit. Zweiter Teil ist internationale Beziehungen der Moderne zwischen den Nationalstaaten, die Entstehung von Krieg. So, das war also jetzt nur einleitendes Video, wo ich so ein paar Gedanken erstmal dargelegt habe. War eine Zusammenfassung. Es gibt eine genetische Programmierung zum Gruppenverhalten der Menschen, vererbt von den Primaten. Das ist das innere Gehirn, ne, so kann man sich das vorstellen. Und diese Gehirnrinde außen, so die ganze Intelligenz, die ist additiv dazu gekommen, aber die Triebe, die gibt’s immer noch. Zweck ist die Erstellung einer schlagkräftigen Gemeinschaft. Ja, also Gemeinschaft brauchen wir, das heißt Hierarchie. Wir brauchen irgendwie, dass wir nicht einsam sein wollen. Nachseitig die Neigung zu Kriegen zwischen benachbarten Gemeinschaften haben wir an den Schimpansen gesehen. Tiefrohe Ursache? Fragezeichen. Ich, ich weiß nicht genau, ob es dieser Machttrieb ist, als Teil dieses Triebsystems, was die Einrichtung einer Gemeinschaft ermöglicht. Der Machttrieb. Ja, im Prinzip kann eine genetische Programmierung, jede genetische Programmierung von der Intelligenz kontrolliert und eingedämmt werden, aber eben nur im Prinzip. Und als ich jung war, hatte ich wie gesagt also oft mit, ja, mit Grünen – hießen die damals schon Grün, also mit Grünen – zu tun gehabt. Die, die grüne Bewegung ist glaube ich irgendwie aus der Anti-Atomkraftbewegung entstanden. Das war jetzt für mich nicht so toll, weil ich ja – ich hatte von der Ausbildung her war ich Kernphysiker, mit den Kernprozessen im Innern der Sonne. Da äh war ich jetzt, konnte ich mich nicht so aufraffen, so sehr gegen Kernenergie zu sein wie meine Freunde aus diesem Bereich. Da waren also Anti-Atomkraftbewegung und die Friedensbewegung. Da war ich auch auf einer Friedensdemo. Ein einziges Mal in meinem Leben war ich auf einer gigantischen Friedensdemonstration, weil ich wusste – als Kernphysiker – ja, als Kernphysiker, dass Atombomben keine Lösung sind. Ja, die sind keine Lösung. Man kann vielleicht damit drohen, ja, aber dass man nun ständig denkt: Ja, wir kommen ja, die Atomwaffe, da kann man ja mal aufräumen, ne, äh das ist ein Rückfall äh in die Gesellschaft. Ja, ja. Also ja, das sind diese Schimpansen, ne, die löschen sich dann sogar gegenseitig aus, und das, äh das, nur ausgerechnet die – habe ich schon gesagt, ne – die Partei, die aus der Friedensbewegung heraus entstanden ist, da in die Aufrüstung geht, das kann ich eigentlich gar nicht fassen. Ja, ist ein Rückfall. Aber gut, also wir machen nächstes Mal jetzt eine genaue Analyse des menschlichen Verhaltens in der, ja, Steinzeit, salopp gesagt, also Anthropologie. Und dann werden wir lernen, inwieweit da die Menschen friedlicher waren oder weniger friedlich waren. Ich will nur so viel sagen: Asagat stellt also die ganzen Forschungsergebnisse anhand der Skelette von diesen Frühmenschen da, und da ist irgendwie ein signifikanter Teil der Menschen – ich glaube so 10, 20 oder sogar mehr Prozent – ist eines gewaltsamen Todes gestorben. Ja, liebe Leute, das war also ein, einleitendes Video meiner Miniserie über die Ursachen von Kriegen und natürlich dann auch die Frage: Wie können wir sie in der Zukunft dann hoffentlich vermeiden? Vielen Dank für diesmal und bis zum nächsten Mal.