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Das ist zum Aus der Haut fahren! Da fühlt man sich gerade blendend und dann kriegt man so was zu hören: „Du bist aber blass“, „Du hast aber ganz schön voll gekriegt“, „Etwas besser“, „Du hast aber rosige Päckchen“ und „Du bist aber brauchen geworden“. Wer sowas noch nicht gehört hat, und bei all diesen Kommentaren geht es um unsere Haut.
Dies ist aber nicht nur als Vorlage für diese dämlichen Sprüche über unser Aussehen gut. Die Haut hat noch viel mehr zu bieten. Und was das betrifft, erwarte jetzt also:
Wie schon eben mitbekommen, dient die Haut zur Repräsentation. Das heißt, sie umschließt uns ja bis zu unserer Oberfläche und das, was andere von uns sehen. Eine frische, nicht so blasse Haut gibt den Eindruck, man ist gesund. Damit dient sie als mechanische Barriere, auch der Abgrenzung zur Außenwelt und dem Schutz vor Umwelteinflüssen wie auch UV-Strahlung. Sie bietet sogar immunologischen Schutz.
Außerdem sorgt sie dafür, dass wir nicht zu viel Wärme oder Wasser an die Umwelt verlieren. Andererseits kann sie durch Schwitzen kontrolliert Wasser zur Kühlung abgeben. Sie dient damit also dem Erhalt des inneren Gleichgewichts, also der inneren Homöostase. Außerdem ermöglicht sie den Stoffaustausch, zum Beispiel auch Gase bei der Hautatmung.
Weiterhin ermöglicht die Haut die Kommunikation mit der Außenwelt, da man mit ihr ja fühlen kann und sie als Tastsinnsorgan funktioniert.
Jetzt aber zum Aufbau: Die Haut besteht grundsätzlich aus drei Schichten: der Oberhaut (Epidermis), der Lederhaut (Dermis) und der Unterhaut (Subkutis).
Die Epidermis ist ein Epithel, was für Deckgewebe steht, und zwar ein verhorntes Plattenepithel, das an Händen und Füßen bis zu einigen Millimetern dick werden kann. Wer rudert, Gitarre spielt, von den Eltern zur Gartenarbeit oder sogar zum Wandern gezwungen wird, dem sagt diese Schicht sicher was.
Dann kommt an den Händen und Füßen teilweise die Glanzschicht, danach die Körnerzellschicht und schließlich die Stachelzellschicht und die Basalzellschicht, die zusammen die Keimschicht bilden.
Die Lederhaut ist ein Bindegewebe und besitzt eine stark ausgeprägte extrazelluläre Matrix. Das ist ein bisschen wie von den Zellen abgetrennter Pudding oder Schleim und Fasern, die dem Gewebe Polsterung und Elastizität verleihen. Allen, die sich mit Grimms ausprobiert haben, sind bestimmt schon mal die Begriffe Kollagen, Hyaluronsäure und Elastin untergekommen. Das sind Bestandteile dieser extrazellulären Matrix.
Die Lederhaut besteht auch aus mehreren Schichten. Sie ist gut mit Kapillaren versorgt, die auch bei der Regelung der Körpertemperatur eine Rolle spielen. Außerdem befindet sich hier der Hauptteil der Schweißdrüsen und der Haarwurzeln mit ihren Talgdrüsen und den Haarbalkenmuskeln.
Die Unterhaut enthält größere Blutgefäße, Nerven und Fettzellen sowie lockeres Bindegewebe. Die meisten Nervenzellen haben ihre Sensoren in den oberen Hautschichten. In der Unterhaut befinden sich nur Druckrezeptoren, die stärkere Berührungen wahrnehmen. Wegen der vielen Fettzellen wird diese Schicht auch Unterhautfettgewebe genannt.
Nur noch mal genauer zu manchen Funktionen: Als mechanische Barriere schützt die Haut gegen Fremdsubstanzen, vor Verletzungen der inneren Organe und auch vor Krankheitserregern. Dann bildet die Haut den Säureschutzmantel, also eine leicht saure Schicht aus Schweiß und Fettsäuren, die viele schädliche Krankheitserreger von der Ausbreitung abhalten.
Zusätzlich wohnen auf der Haut schon jede Menge menschenfreundliche Bakterien und Pilze, die sogenannte Hautflora, die böse Krankheitserreger verdrängen. In der Haut gibt es auch Immunzellen, die Krankheitserreger fressen und dann deren Antigene anderen Immunzellen zur Erkennung präsentieren. Das sind die Langerhans-Zellen.
Es gibt sogar spezielle Antikörper, die in der Haut fremde Antigene erkennen. Diese sind hauptsächlich für allergische Reaktionen verantwortlich und befinden sich auch in Schleimhäuten.
Die Haut schützt sogar gegen zerstörerische Strahlung wie die UV-Strahlung. Die Hornschicht reflektiert und absorbiert einen Teil der einfallenden Strahlung. Sie verdickt sich sogar bei Dauerbestrahlung. Eine Substanz im Schweiß kann UV-Strahlung absorbieren und der braune Farbstoff Melanin in den Melanozyten. Auch Melanozyten stellen mit Verzögerung nach starker Sonneneinstrahlung mehr Melanin her. Daher wird man braun.
Durch Schwitzen und die danach abgegebene Verdunstungswärme kann die Haut kühlen. Durch ihre Fettzellenschicht und das Aufstellen der Haare über die Haarbalkenmuskeln kann sie wärmen bzw. isolieren. Weil die meisten von uns gar nicht mehr so viele Körperhaare haben wie unsere Vorfahren wahrscheinlich hatten, sieht man daher nur noch die traurige Gänsehaut.
Über die Haut können, wie gesagt, auch Stoffe ausgetauscht werden, also abgegeben, aber auch aufgenommen. Das kann je nach dem aktiv oder passiv geschehen. Die Stoffe können dabei fest, flüssig oder gasförmig sein. Was abgegeben oder aufgenommen werden kann, sind auch Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid bei der Hautatmung.
Das ist nicht immer unbedingt gut, denn so können auch Umweltgifte in den Körper gelangen. Dann gibt es noch verschiedene Rezeptoren, mit denen wir über die Haut unsere Umwelt wahrnehmen können. Da wären Schmerzrezeptoren in der Lederhaut, Thermorezeptoren für Wärme und Kälte, Dehnungsrezeptoren in der Lederhaut, Tastrezeptoren und Druckrezeptoren für stärkeren Druck in der Unterhaut.
Auch gibt es die Haarfollikelrezeptoren, die die Aufstellung der Haare wahrnehmen.
Wie ihr gesehen habt, ist die Haut ganz schön fähig. Jetzt versteht ihr vielleicht auch, warum Hautverbrennungen so gefährlich sein können. Also immer schön drauf aufpassen!
Falls ihr euch stattdessen mehr für Haare interessiert, klickt hier rechts. Wir hoffen, das Video hat euch gefallen. Wenn ja, gebt uns den Daumen nach oben. Wir sehen uns im nächsten Video. Haut rein und ciao!