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Wie Du Deinen Darm jeden Tag stresst - ohne es zu merken #006

Ruth Biallowons35:54

Transcription

Um zu verhindern, dass eine chronische Erkrankung entsteht, oder um eine chronische Erkrankung zu verbessern, müssen wir aus meiner Sicht immer, immer, immer, immer als Basis über den Darm und die Verdauung sprechen. Dein Darm produziert nahezu 90 % des Glückshormons Serotonin, wenn es gut läuft. Das heißt, dass dort ganz wesentliche Prozesse stattfinden, ganz wichtige Funktionen erfüllt werden, die dafür sorgen, dass du gesund bleibst.

Dann müssen wir noch ein super wichtiges Thema ansprechen, was deinen Darm auf jeden Fall aus dem Gleichgewicht bringt, und das ist das Thema Stress. Herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge des Podcasts „Unheilbar gesund“! Und heute erzähle ich dir, warum wir täglich unseren Darm zerstören mit unserem Leben, und werde dir natürlich auch ein paar Dinge aufzeigen, die du machen kannst, um die tägliche Schädigung zu reduzieren und deine Darmgesundheit wesentlich zu verbessern.

Das Thema Darm und Darmgesundheit, oder sogar das Thema Verdauungsstörungen, ist tatsächlich ein riesengroßes Thema in Deutschland. 20 % – lasst euch das mal auf der Zunge zergehen – 20 % ist die Schätzung, sind in Deutschland aller Menschen an einem Reizdarmsyndrom erkrankt oder leiden unter Symptomen eines Reizdarmsyndroms. Und Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Das Problem ist, dass beim Reizdarmsyndrom immer daran gedacht wird, dass es wahrscheinlich eine psychosomatische Ursache hat, und ich hasse tatsächlich nichts mehr als diesen Dualismus. Also, das heißt, die Trennung von Körper und Psyche. Alles gehört ineinander, alles gehört zusammen. Und deswegen ist natürlich das Reizdarmsyndrom kein psychisches Problem, sondern ein Problem auf körperlicher Ebene, was möglicherweise mit dem Nervensystem und vielleicht auch mit der Psyche zusammenhängen kann. Aber um hier mal Licht ins Dunkel zu bringen, fangen wir doch einfach mal vorne an: Warum ist das Thema Darm so wichtig?

Der Darm ist eines deiner größten Organe. Der beginnt formal tatsächlich hier oben im Mund und endet am After. Das sollte euch allen bekannt sein. Und dazwischen liegt aber sozusagen der Rachenraum, da liegt die Speiseröhre, da liegt der Magen, da liegt der Dünndarm, angeschlossen Leber und Gallenblase und natürlich Bauchspeicheldrüse, und da liegt dann natürlich auch noch der Dickdarm. Und die Funktionen des Darms, die sind mannigfaltig. Früher dachte man natürlich: Ja, der Darm, der ist zum Verdauen da, und man stopft alles oben rein, das wird irgendwie klein gemacht – ganz ominöse Blackbox – und dann irgendwie kommt irgendwas unten raus, das dann in die Toilette mündet. Aber irgendwie müssen ja auch die Nahrungsmittel, die wir essen, verdaut, aufgespalten und so weiter werden. Also, von daher hat der Darm in dieser Hinsicht sehr, sehr viele Funktionen, weil er eben nicht nur irgendwie, sagen wir mal, Stuhl produziert, sondern in diesem Prozess, wenn du oben was reintust, was du isst, und es hinten wieder rauskommt, ganz viele Dinge in der Zwischenzeit passieren. Was man aber immer zunehmend weiß, und das ist tatsächlich total spannend, dass der Darm und das darmassoziierte System mit dem ganzen Körper, mit all deinen Organen und Funktionskreisen kommuniziert, weil der Darm quasi die wichtigste Barriereschicht nach außen ist, die größte Barriereschicht nach außen ist. Wenn man ihn ausbreiten würde, so groß wie zwei Fußballfelder. Der Darm entscheidet, was reinkommt, was abgehalten wird, im besten Fall. Und dort sitzt ein großer Teil, nämlich ungefähr 70 bis 80 %, deines Immunsystems. Dein Darm produziert nahezu 90 % des Glückshormons Serotonin, wenn es gut läuft. Das heißt, dass dort ganz wesentliche Prozesse stattfinden, ganz wichtige Funktionen erfüllt werden, die dafür sorgen, dass du gesund bleibst. Ein großer Anteil, dass du gesund bleibst, haben tatsächlich deine Darmbakterien. Also, das heißt, die Vielzahl der Bakterien, die auf der Darmschleimhaut drauf sitzen und dort wohnen. Man weiß immer zunehmend mehr über diese Bakterien. Also, wie die heißen, ist nicht sehr relevant, oder na ja, mitunter nicht so relevant, aber die Funktion, die diese Bakterien haben, die wird immer mehr bekannt und immer mehr erforscht und wird immer wichtiger in dem Verständnis, wie jetzt sozusagen eine chronische Erkrankung im Körper entsteht.

Die Forschung des Darms und die Erforschung des Mikrobioms, also der Vielzahl deiner Bakterien, und die Zusammenhänge zu gewissen Krankheitsbildern, also wie z.B. neurodegenerativen Erkrankungen, also Erkrankungen des neurologischen Formenkreises – es gibt immer mehr Studien dazu oder die Erforschung dazu – wie der Darm mit Autoimmunerkrankungen zusammenhängt, oder die Erforschung dazu, wie der Darm mit so Erkrankungen wie Depressionen zusammenhängt, zeigt ja, wie immens wichtig dieses System für dich und deine Gesundheit zu sein scheint. Das heißt nicht, dass man schon alles weiß, aber das heißt, dass die Erkenntnisse von Tag zu Tag immer größer werden und dass immer mehr Informationen ans Licht kommen, die möglicherweise die These unterstützen: Jede Erkrankung hat ihren Ursprung im Darm. Und schon Paracelsus sagte: Der Tod sitzt im Darm. Also, damals wusste er schon, dass da irgend etwas mit einer Erkrankung oder sogar vielleicht mit dem Tod zu tun haben könnte. Und deswegen wissen wir: Der Darm wird immer wichtiger.

Jetzt ist es aber so, dass die Funktion des Darms durch unsere moderne Lebensweise immer mehr verändert und verschlechtert wird, und dass wir unseren Darm tatsächlich jeden Tag durch unsere Wahl, was wir essen, wie wir leben, wie viel Stress wir haben, wie viel Alkohol wir trinken, ob wir rauchen, ob wir Drogen nehmen, ja, ob wir sehr viel Zucker essen und so weiter, damit quasi negativ beeinflussen. Das bedeutet, wir zerstören durch die Art und Weise, wie wir leben, diese moderne Lebensweise, unseren Darm tagtäglich. Schauen wir uns mal ganz kurz erst mal an, wie quasi das Darmsystem eigentlich funktioniert, weil das ist ja super spannend. Fangen wir mal oben an, wir mit der Verdauung quasi wie in der ersten Klasse. Also, wenn wir essen, tun wir unsere Nahrung oben rein. Wir kauen hoffentlich ausreichend, so dass der die Speise ordentlich zu einem Brei zermahlt wird. Im Mund sind auch schon ganz viele Verdauungsenzyme aktiv, so dass am Ende des Tages hier die Verdauung schon beginnt. Die beginnt nicht erst im Magen. Und deswegen hier ein kleiner Tipp: Achte auf eine gute Esshygiene! Kau deinen Essen richtig, richtig klein. Ja, es kommt immer wieder zu ominösen Geschichten aus Notaufnahmen, und selbst in meiner Zeit habe ich das erlebt, dass Menschen mit einem Art Verschluckungssyndrom, also einem Bolus-Syndrom – so nennt man das – in die Notaufnahme kommen, und dann macht man eine Magenspiegelung und zieht einen ganzen Champignon aus der Speiseröhre. Ja, ein ganz klares Zeichen, dass die Esshygiene auf jeden Fall nicht funktioniert hat und dass derjenige nicht gut gekaut hat. Also, achte aufs Kauen, es ist super, super wichtig.

Wir kauen im Mund und zerkleinern die Speisen zu einem Brei. Wir schlucken den Brei runter. Der Brei passiert die Speiseröhre, landet im Magen. In der Zwischenzeit, wo wir die ganze Zeit gekaut haben, hat quasi über die Geschmäcker das Gehirn über Nerven den Magen schon aktiviert und gesagt: Hey, jetzt geht die Verdauung los, du musst bitte Säure produzieren, du musst zusätzliche Enzyme produzieren und den pH-Wert ganz sauer machen, weil das, was reinkommt, muss jetzt quasi bitte in Salzsäure – was Magensäure ist – ganz klein gemacht werden. So als würde quasi ein Bandit seine Leiche in einem Säurefass entsorgen. Ist vielleicht nicht der schönste Vergleich, aber ungefähr so ist es. Also, das heißt, in der Säure angekommen, wird die Nahrung noch mal zusätzlich sehr, sehr klein gemacht, zusätzlich zersetzt, und dieser pH-Wert, dass der so sauer ist, hat einen Zweck und ist dienlich, weil dort quasi gesteuert wird, dass die Bauchspeicheldrüse ihre Enzyme abgibt und natürlich auch, dass die Leber anfängt, Gallensäuren zu produzieren. Ja, es hat auch immer was mit dem Transportmechanismus zu tun. Also, wenn die Speisen sehr lange im Magen liegen, kann es sein, dass quasi die Magensäureproduktion nicht stimmt, weil der Transport, also die Motilität von Magen zu Dünndarm, auch pH-Wert-abhängig ist. Also, denk mal drüber nach. Am Ende, wenn im Magen alles erledigt ist, wird der Speisebrei in den Dünndarm manövriert. Hier kommen jetzt quasi noch die Bauchspeicheldrüsenenzyme hinzu, hier kommen die Gallensäuren noch hinzu, und hier werden natürlich auch noch mal Verdauungssäfte aktiv, die jetzt noch die Reste aufspalten, so dass natürlich von unseren Zellen und von den Bakterien jetzt die nächste Arbeit gemacht werden kann. Man glaubt es nicht, und lange Zeit hat man es auch nicht gewusst, aber die Bakterien sind nicht nur einfach da, weil sie einfach da sind, sondern sie haben spezifische Aufgaben. Und eine Aufgabe ist z.B., Nahrungsmittel in bioaktive Formen zu überführen. Das bedeutet, das, was du reintust über die Nahrung, das ist inaktiv und muss von deinen Darmbakterien aktiviert werden. Dazu zählt z.B. Vitamin B12. Das ist ganz spannend. Und die Aufnahme von Vitamin B12 wird nur dann perfekt funktionieren, wenn deine Magensäure gut funktioniert, weil dort ein bestimmter Faktor gebildet wird, und der heißt Intrinsic Factor, und der bindet dann das B12, und so kann es aufgenommen werden, und dann wird es aktiviert und so weiter und so fort. So ungefähr kann man es sich vorstellen. Also, dafür sind die Bakterien zum einen gut. Zum anderen sind die Bakterien natürlich auch dafür gut, aus sogenannten Ballaststoffen – die wir viel zu wenig essen, dazu komme ich gleich noch – sogenannte kurzkettige Fettsäuren zu machen. Und die kurzkettigen Fettsäuren, die heißen z.B. Propionate oder Essigsäuren oder Butyrate, also Buttersäuren. Ja, und diese kurzkettigen Fettsäuren sind entscheidend für deine Gesundheit, weil sie zum einen dafür sorgen, dass daraus Energie gemacht wird, so dass die Zellen, die Darmschleimhautzellen, auch genug Energie haben, um neuen Schleim zu produzieren und Energie zu machen. Und auf der anderen Seite regulieren diese kurzkettigen Fettsäuren dein Immunsystem, wirken antientzündlich. Ja, ein wichtiger Botenstoff über die Darm-Hirn-Achse ist quasi das Butyrat. Ein wichtiger kurzkettiger Fettsäureanteil ist das Propionat, was dein Immunsystem reguliert. Ja, hör dir dazu vielleicht noch mal die Folge zum Immunsystem an, da erkläre ich noch mal ganz genau, wie das aufgebaut ist. Und es ist daher wichtig, dass deine Bakterien Ballaststoffe bekommen. Sie ernähren sich davon und essen dann nämlich nicht deinen Darmschleim auf. Was passiert, wenn du die Bakterien nicht richtig fütterst? Wir sind darauf angewiesen, dass quasi auf der Darmschleimhaut eine Zellschicht – und erstaunlich ist, dass das nur eine Zellschicht ist, also eine Reihe, die alles von außen abhalten soll – ja, das wird die Natur sich nicht ohne Grund ausgedacht haben – eine dicke, fette Schleimschicht oben drauf sitzt. Und diese Schleim wird von den Zellen gebildet, wird aber im Zweifelsfall, wenn du deinen Darm misshandelst und deinem Darm nur Dinge gibst, die ihn entzünden und die ihn sozusagen triggern, von den Bakterien abgebaut, wenn die nicht das richtige Futter bekommen. Und das führt dann dazu, dass dein Immunsystem nicht richtig arbeiten kann. Das führt dann dazu, dass es häufiger Immunreaktionen gibt. Das führt dann dazu, dass immer mehr Unverträglichkeiten entstehen, und auch Allergien, und aus diesen können sich dann im weiteren Verlauf Autoimmunerkrankungen entwickeln. Und dazu jetzt noch mal ein Hinweis zum letzten Podcast mit der Autoimmun- zu den Autoimmunerkrankungen; auch das habe ich dort ausführlich erklärt, wie das funktioniert.

Es gibt sehr viele Gründe, warum wir darauf achten sollten, dass unser Darmsystem stimmt. Wenn quasi die Bakterien alles aufgedaut, verdaut, genutzt haben und so weiter, wird der Speisebrei oder der Brei, der dann noch übrig ist, sozusagen in den Dickdarm transferiert. Und im Dickdarm wird im Prinzip nur noch Wasser entzogen, da passiert nicht mehr ganz so viel. Ja, und dann wird quasi hoffentlich regelmäßig, nämlich einmal am Tag am besten, oder ein bis zweimal am Tag, eine schön geformte Wurst in die Toilette abgelassen. Und das ist auch wirklich total wichtig, weil wenn wir nämlich Leute fragen: Hey, wie ist eigentlich deine Verdauung?, dann kommt immer die Antwort: Gut. Das ist ungefähr so, als würde ich meinen 16-jährigen Sohn fragen: Wie war es heute in der Schule? Ja, die einzige Antwort ist auch: Gut. Dann habe ich aber immer noch nichts erfahren. Wollen wir mal definieren, was eigentlich eine gute Verdauung ist? Weil das ist tatsächlich total unterschiedlich. Ganz viele Leute haben ganz unterschiedliche Ideen dazu, was eine gute Verdauung ist. Und formal betrachtet ist eine gute Verdauung eine Verdauung, die täglich passiert. Denk daran, dass die Verdauungsleistung, also der Stuhl, auch ein Entgiftungsorgan ist, oder der Darm ein Entgiftungsorgan ist, und der Stuhl sozusagen der Entgiftung dient. Der Stuhl sollte formt sein, er sollte mittelbraun sein, ja, sollte nicht zu hell sein, dann könnten Gallensäuren dabei sein, und er sollte aber auch nicht zu dunkel sein oder schwarz sein, weil das könnte ein Zeichen sein, dass Blut dabei ist. Und es sollte leicht gehen, also man sollte weder pressen müssen, und optimalerweise auch kein Toilettenpapier benutzen müssen. Wenn du jetzt auf der Toilette sitzt und du brauchst unzählige Mengen von Klopapier, oder dein Stuhl schwimmt immer oben im Becken, ja, oder der ist plötzlich ganz hell, dann weißt du schon mal: Hier stimmt etwas nicht. Was auch nicht in Ordnung ist im Verdauungsakt, ist z.B. die Tatsache, dass du dich nach dem Essen immer aufgebläht fühlst, dass du dich nach dem Essen immer voll und total erschöpft und müde fühlst, oder dass nach dem Essen z.B. ein Kreislaufproblem auftritt und du Herzrasen bekommst oder Schweißausbrüche bekommst und so weiter. Das könnten alles Zeichen dafür sein, dass erstens die Lebensmittel, die du zu dir nimmst, nicht zu dir passen, dass du zu viel gegessen hast, dass du nicht gut gekaut hast, oder auch, dass deine Verdauungsleistung einfach nicht optimal funktioniert. Und für eine optimale Verdauungsleistung brauchen wir – und das ist die Regulation und die Basis einer jeden Verdauung – eine gute, ausgeglichene Funktion im vegetativen Nervensystem. Anspannung und Entspannung müssen sich die Waage halten. Und nur in dem Entspannungsnervenanteil, dem Anteil vom Vagus, passiert Verdauung, weil er steht für verdauen und schlafen. Rest and digest. Sind wir die ganze Zeit maximal im Stress, im Fight-and-Flight-Modus, dann wird unsere Verdauung nicht mehr gut funktionieren. Und das bedeutet, die Beweglichkeit des Darms wird schlechter, das bedeutet, die Ausschüttung von Verdauungsenzymen wird schlechter, es bedeutet aber auch, dass du weniger Magensäure bilden kannst und dass der pH-Wert im Magen nicht mehr optimal ist, um die Speisen so aufzudauen, dass dein Dünndarm und die Bakterien, die da sitzen, diese Dinge optimal nutzen kann. Jedes unverdaute Ding im Dünndarm ist ein immunologischer Trigger. Das bedeutet, du musst dir mal folgendes Gedankenspiel vorstellen: Du isst einen Brokkoli, stell dir mal die grünen Knöpfchen vor, und du kaust ordentlich, und es wird alles aufgespalten, und du hast noch dieses kleine grüne Brokkoli-Knöpfchen, das kommt so im Dünndarm an. Die Bakterien wissen: Ah ja, das ist der Brokkoli, wunderbar, das kann ich benutzen, da sind Ballaststoffe drin, Vitamine, Nährstoffe, das dau ich auf, das präsentiere ich meinem Immunsystem. Das Immunsystem sagt: Hey, das kenne ich, das ist ein Brokkoli, das ist unser Freund. In diesem Moment verträgst du Brokkoli, und das ganze System ist absolut in Frieden und hat überhaupt kein Thema. Nimm jetzt mal an, dass quasi deine Verdauungsleistung nicht so gut ist und dein Brokkoli als Doppelbrokkoli daherkommt – zwei grüne Knöpfchen kleben noch aneinander – dann kommt das im Dünndarm an, und die Bakterien: So, was ist das? Das kenne ich nicht, ein Doppelbrokkoli, das habe ich ja noch nie gesehen, oh Gott, das ist der Feind! Und daraus entwickelt sich möglicherweise eine Antwort im Immunsystem, die Entzündung heißt. Eine Entzündung fördert Entzündungszellen – also hört euch den Podcast dazu noch mal an – und lockt am Ende des Tages B-Zellen herbe, die Antikörper produzieren und sich jetzt merken, dass dieser Doppelbrokkoli eine absolute Katastrophe war, der Feind. Ich übertreibe jetzt ein bisschen, aber so kannst du es dir vielleicht merken und vielleicht besser vorstellen. Jetzt schwimmen diese Antikörper gegen diesen Doppelbrokkoli in deinem Körper herum, auf der Suche nach neuen Doppelbrokkolis, die wir dann auch genau und sofort angreifen können. Und wenn jetzt quasi dieser Mimikry-Effekt eintritt, eine Verwechslung – deine Antikörper denken, die Schilddrüse ist der Doppelbrokkoli – und greifen die Schilddrüse an, dann entsteht so eine Autoimmunerkrankung. Und das ist sozusagen der Shortcut, wie es durch eine schlechte Verdauungsleistung und eine Immunaktivierung durch unverdaute Lebensmittel möglicherweise die Folge einer Autoimmunerkrankung sein kann. Und eine Autoimmunerkrankung ist ja nicht nur ein Hashimoto oder eine Schilddrüsenautoimmunerkrankung, sondern es kann ein Rheuma sein, es kann eine Gelenkentzündung sein, es kann eine Kollagenose sein, wie Lupus, ja, also eine Kollagenerkrankung. Und all diese Dinge lassen sich sozusagen so natürlich auch verhindern, wenn sie so entstehen können. Also, deshalb sorge dafür, dass alles, was du isst, möglichst vollumfänglich aufgedaut wird, verbessere deine Verdauungsleistung.

Angenommen, unsere Vorfahren haben sich unglaublich gesund ernährt. Die haben genügend Eiweiße gegessen, die haben gute Öle gegessen, die haben Ballaststoffe gegessen. Und in früheren Zeiten – da gibt’s ganz gute Daten zu – war die Ballaststoffzufuhr die zwischen 50 und 100 g im Schnitt. In der heutigen Zeit – jetzt halte ich fest – liegt der Durchschnitt der Ballaststoffzufuhr zwischen 5 und 15 %. Das heißt, es ist ein Bruchteil dessen, was früher verzehrt wurde, was wir aber brauchen, um unsere Darmbakterien zu füttern. Und nur so können wir sie auch anzüchten. Also, diese Idee von Probiotika, die wir reinschütten, und dann siedelt sich auf ominöse Weise irgendwo das Bakterium natürlich richtig, ja, in seiner Funktion an – diese Idee ist überholt, das funktioniert so nicht. Wollen wir die richtigen Bakterien kultivieren, dann müssen wir sie füttern. Das ist im Prinzip wie unser Haustier. Wir müssen dem Hund das richtige Essen geben, sonst gedeiht er nicht. Wir müssen die Pflanze gießen, sonst gedeiht sie nicht. Wir müssen der Pflanze Dünger geben, sonst gedeiht sie nicht. Wir müssen unserem Mikrobiom die richtigen Nahrungsmittel geben, sonst gedeihen die Bakterien nicht. Und du stellst dich schlecht auf für eine schlechte Immunantwort, für eine hohe Entzündungsbereitschaft, für die Entstehung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, für die Entstehung von Krebs – vor allen Dingen Darmkrebs – und natürlich auch für die Entwicklung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten bis hin zu Allergien und einem sogenannten Reizdarmsyndrom.

Was unterscheidet uns jetzt von unseren Vorfahren, die mit den 50 bis 100 g Ballaststoffen am Tag? Die Industrie, die Nahrungsmittelindustrie, hat die Nahrung so verändert, dass es kaum noch natürliche Lebensmittel da draußen gibt. Natürlich gibt es die, und wir kaufen die auch, und wir finden die auch, und wir können die auch in toller Qualität bekommen, aber es gibt so viel Schrott da draußen, der sich quasi in die alltägliche Ernährung eingeschlichen hat, dass quasi allein dieser Faktor dazu beiträgt, dass unser Darm tagtäglich geschädigt wird. Wodurch? Erstmal dadurch, dass die Mikroben, das Mikrobiom, die Nahrungsmittel einfach nicht mehr erkennen. Das ganze Zeug ist so stark verarbeitet, da sind so viele Bindemittel drin, da sind so viele Zusatzstoffe drin, das kennt der Körper nicht. Das heißt, unser Immunsystem muss unweigerlich darauf mit Entzündungsreaktion reagieren, und es tut es auch. Wenn du jeden Tag Fastfood isst, wenn du jeden Tag verarbeitete Lebensmittel isst, wenn du jeden Tag sehr viel glutenhaltiges Getreide – wenn dein Darm nicht in Ordnung ist – oder Kuhmilch als Milch trinkst – wenn der Darm nicht in Ordnung ist – dann triggert das Entzündungsreaktionen, die deinen Darm weiter zerstören. Das heißt, der erste Tipp ist: Versuche so wenig verarbeitete Lebensmittel zu essen, versuche so clean und so naturbasiert zu bleiben, versuche auf die Qualität deiner Lebensmittel zu achten und eine sehr hohe Qualität als Standard anzustreben, wenn es dir möglich ist. Das ist ein super wichtiger Punkt. Wir essen zu wenig Ballaststoffe, das habe ich natürlich schon gesagt, ja, das kann man natürlich auch darüber ändern, dass wir die Ballaststoffzufuhr bewusst erhöhen und Lebensmittel konsumieren, die ganz viele Ballaststoffe enthalten, sowas wie Haferkleie oder Leinsamen und Chiasamen und Flohsamenschalen oder Akaziensfasern. Alles Dinge, die wir tun können oder die wir essen können, die wir zu uns nehmen können, um unsere Bakterien quasi zu füttern. Das wäre ganz, ganz toll. Aber vorsichtig, ein kleiner Disclaimer: Wenn du nicht gewohnt bist, viele Ballaststoffe zu essen, kann die abrupte Zufuhr von zu viel Ballaststoffen dazu führen, dass es ein ganz schlimmes Problem gibt, nämlich Verstopfung und Blähungen. Das will ich dir nicht antun, und deswegen hier noch ein weiterer Tipp: Bitte erhöhe deine Ballaststoffzufuhr langsam. Fang mit winzigen Mengen an, auch wenn sie dir so erscheinen, als wäre es nichts. Ja, nimm eine Messerspitze, nimm eine Teelöffelspitze, erhöhe auf einen halben Teelöffel oder ein Drittel, und versuch dich erst langsam einzuschleichen. Stell es dir so vor, als würdest du deine Bakterien trainieren, und zwar als würdest du ins Gym gehen. Jetzt stell dir vor, du gehst ins Gym und dein Trainer sagt: Hey, ist die Beinpresse, drück mal 50 kg für den Anfang. Manche können es, manche würden sich total überfordern und mit Ultra-Muskelkater oder wie auch immer geartetem Muskelfaser-riss im Bett liegen bleiben für die nächsten Wochen. Also, gib deinen Bakterien die Chance, dass sie sich an die Ballaststoffzufuhr gewöhnen können. Mach es langsam, das ist total wichtig.

Ein wichtiges Thema ist auch noch, dass natürlich ganz viele Dinge in der Umwelt vorkommen, die auch das Mikrobiom empfindlich stören. Und dazu gehören so Sachen wie Pestizide und Fungizide, also Schadstoffe, mit denen Pflanzen besprüht werden, damit sie keine, ja, Ungeziefer befallen und so weiter. Dieses Besprühen mit z.B. Glyphosat oder solchen Substanzen, die übrigens zu der Kategorie der Antibiotika gehören, deswegen die Darmbakterien darauf natürlich besonders sensibel reagieren, sind, dass sie quasi aktiv die Pflanze daran hindern, gute Pflanzenstoffe zu bilden. Das heißt, die Pflanze ist auch nicht mehr so hochwertig, das ist das eine, und wenn wir die Dinge essen, zerstört es unweigerlich unser Mikrobiom, das ist das andere. Und tatsächlich gibt es – wenn man das misst – auch hohe Glyphosatbelastungen, zum Teil sogar bei Kindern. Und das stört sozusagen die Entwicklung des Mikrobioms, aber auch die Kommunikation Darm-Hirn empfindlich, was zu Entwicklungsstörungen führen könnte. Schau bitte nach Möglichkeit, dass das Obst und das Gemüse, was du konsumierst, nicht gespritzt ist. Das wird meistens der Fall sein, wenn es biologisch angebaut wurde. Ganz sicher sind wir uns nicht, aber meistens ist es so. Ich achte persönlich darauf, dass ich immer Bio-Qualität wähle, wenn es möglich ist.

Dann müssen wir noch ein super wichtiges Thema ansprechen, was deinen Darm auf jeden Fall aus dem Gleichgewicht bringt, und das ist das Thema Stress. Ich habe am Anfang gesagt, dass die Regulation des Darmsystems, des Verdauungssystems, am vegetativen Nervensystem hängt, also am der Funktion des Entspannungsnerven. Und wie ihr sicherlich alle von euch selber auch wisst, und ich weiß das von mir auch, sind wir die meiste Zeit total im Stress. Wir rennen, wir haben total viele Aufgaben, wir sind die ganze Zeit unter Feuer, vielleicht sind wir auch die ganze Zeit bei Instagram und scrollen hoch und runter, und die ganze Zeit ist unser Nervensystem aufgeregt. Das führt dazu, dass wir zu wenig Regenerationszeit haben, und das führt auch dazu, dass die Verdauungsleistung nicht adäquat abläuft. Natürlich verdaut man was, aber man verdaut es nicht adäquat, und das führt dazu, dass der Darm sozusagen nicht mehr in die Regeneration kommt. Das führt zu Entzündungsreaktionen wegen der unverdauten Speisen – habe ich gerade schon mal ganz ausführlich erklärt – und das führt auch dazu, dass die Verdauungsleistung im Magen schon eingeschränkt wird. Das kann natürlich auch dazu führen, dass Fehlbesiedlungen wahrscheinlicher werden, dass schlechte Keime, Parasiten, Viren und so weiter, von der Magensäure nicht mehr getötet werden. Das ist ein Negativaspekt, ja, ähm, den Stress auch mitbegünstigt. Stress führt zu Entzündungen, Entzündungen können zu Verstopfung führen, sie können aber auch Durchfälle hinterlassen. Ja, und so quasi nimmst du über das Thema Stressmanagement positiv Einfluss auf deine Darm- und Verdauungsregulation. Ganz, ganz wichtig! Deswegen wirken z.B. bei Menschen, die mit einem Reizdarmsyndrom diagnostiziert wurden, Hypnose-Verfahren z.B. ziemlich toll, oder Entspannungsverfahren, Atemtechniken, Yoga. Yoga, vor allen Dingen bei jungen Frauen, extrem gut untersucht, weil es zu einer Entspannung des Nervensystems führt und dein Darm unmittelbar davon profitiert. Also, wenn du das noch nicht praktizierst, wenn du noch nicht mit den Themen Entspannungsmanagement oder Stressmanagement vertraut bist, also gewohnt bist, das zu machen, dann schau doch mal, welches Verfahren für dich passen könnte. Und wenn du ein Thema mit dem Darm hast, dann solltest du auf jeden Fall lernen, wie du deinen Darm entspannst. Du kannst deinen Darm natürlich, oder deinen Bauch natürlich, darüber unterstützen, dass du auch von außen Maßnahmen ergreifst, also z.B. sowas wie eine Darmmassage machst, z.B. mit warmem Kümmelöl. Ja, und dann immer schön Richtung Ausgang streichen, von rechts unten nach links unten, mit einem leichten, sanften Druck, immer in diese Richtung streichen, so dass der Darm lernt, sich in die richtige Richtung zu bewegen. Eine super Sache! Man kann auch eine ganz tolle Bauchauflage machen, mit einem feuchten Wickel nach Kneipp. Gib mal Leibwickel nach Kneipp ein, auch eine ganz, ganz tolle Sache, um die Motilität, also die Beweglichkeit deines Darms und die Verdauungsleistung deines Darms positiv zu beeinflussen. Man kann natürlich auch mit Verdauungsenzymen arbeiten, oder man kann natürlich auch auch mit so Dingen wie Bitterstoffen arbeiten, die auf der einen Seite die Verdauungsleistung verbessern und auf der anderen Seite auch die Motilität, also die Bewegung des Darms, ein bisschen fördern. Das tun vor allen Dingen Bitterstoffe, wenn du sie vor dem Essen nimmst. Da gibt’s ganz tolle Präparate da draußen, auf Apfelessigbasis, ohne Alkohol. Google doch mal, findest du sicherlich ein paar ganz tolle Ideen. Aber du verbesserst sie natürlich auch dadurch, dass du vor dem Essen ein paar Mal tief durchatmest und tatsächlich deine Speisen richtig klein machst, richtig klein kaust, ja, so dass sie eben nicht wie ein ganzer Champignon deine Speiseröhre verstopfen können.

Das heißt, die wichtigsten drei Dinge, ja, die deinen Darm zerstören, die wir bis jetzt genannt haben, sind Stress, die falschen Lebensmittel und sind tatsächlich auch Dinge, die sich auf Lebensmitteln befinden, die dein Mikrobiom zerstören. Dein Mikrobiom wird natürlich auch negativ beeinträchtigt, wenn du Alkohol trinkst. Es gibt immer mehr Daten dazu, dass Alkohol wirklich absolut schädlich ist. Sogar das eine Glas Wein am Tag wird uns jetzt vermaledeit und abgeraten in den neuesten Studien. Was natürlich auch das Mikrobiom zerstört, sind Antibiotika-Therapien. Manchmal lassen sich Antibiotika-Therapien nicht vermeiden, ganz klar, aber wenn man eine braucht, dann kann man z.B. begleitend bereits ein Probiotikum dazu nehmen und die Darmbakterienzerstörung ein bisschen reduzieren. Und danach sollte man aber gucken, dass man wieder gut Futter bekommt für die Bakterien, und das ist so, dass die wieder wachsen können. Ja, so kann man seinen Darm auch wieder restaurieren. Was die Darmschleimhaut ganz besonders gerne mag, ist tatsächlich Aloe Vera. Ich liebe Aloe Vera und empfehle auch ganz, ganz vielen Leuten in der Darmtherapie Aloe Vera. Wichtig ist nur hier: Wenn du einen Saft kaufst, dass du diesen gereinigt kaufst von Aloinsäure und dass er einen sehr hohen Anteil an dem Wirkstoff Aloin hat. Ich verlinke dir mal hier in den Shownotes auf jeden Fall meinen Lieblings-Aloe-Vera-Saft, den kannst du darüber kaufen, wenn du möchtest, musst du aber nicht. Du kannst auch andere nehmen, schau nur darauf, dass er biologisch ist. Das ist mir ganz, ganz wichtig.

Den kann man zweimal am Tag trinken. Der wird von den meisten Leuten sehr sehr gut vertragen und hilft wahnsinnig gut, um den Darm zu restaurieren. Was auch wahnsinnig gut hilft, um schlechte Keime zu vertreiben, ist tatsächlich Chlorophyll. Chlorophyll ist der grüne Blattfarbstoff, und der bindet Sauerstoff, und das mögen die meisten Keime, die da ohne Sauerstoff leben, nehme ich nicht so gerne. Also, das heißt, schlechte Keime lassen sich vielleicht über Chlorophyll-Tropfen – auch da gibt’s gute Biopräparate auf dem Markt – vertreiben. Wichtig ist, dass du natürlich sehr viel trinkst, um deine deinen Darm zu unterstützen. Der Dickdarm zieht Wasser raus, und wenn du nicht genug Wasser hast, wird der Stuhl immer härter. Der Stuhl wird auch härter, wenn Entzündungen da sind; das könnte ein Zeichen sein. Und Durchfall könnte ein Zeichen für Lebensmittelunverträglichkeiten sein. Da könnte eine versuchsweise Auslass- ja, der wichtigsten sogenannten Antigene – eine gute Idee sein, um zu gucken, wie es dir damit geht. Antigene sind immer Eiweißstrukturen, und die Eiweißstrukturen, die am häufigsten sozusagen triggern, sind tatsächlich die glutenhaltigen Getreide: also Gliadin aus dem Gluten, das Kasein aus der Kuhmilch. Das ist ein anderes Kasein als das Kasein aus Schaf und Ziege; also Schaf und Ziege sollte eigentlich kein Problem sein. Probier es aus! Und wenn der Darm ganz arge Probleme hat, dann kann es manchmal vorübergehend sinnvoll sein, die Lektine – also die Eiweißbestandteile aus den Schalen von Obst und Gemüse – zu reduzieren. Aber ich bin kein Befürworter von einer dauerhaften Auslasstherapie, sondern es sollte immer geguckt werden, wenn ich etwas weglasse, dass gleichzeitig auch der Darm ordentlich behandelt wird, die Verdauungsstörung ordentlich behandelt wird, so dass im Zweifelsfall am Ende dieses Prozesses möglichst das meiste wieder vertragen wird.

Was ich ganz oft in der Praxis höre, und das ist eigentlich total absurd – ich denke mir immer so: Hey, das habe ich jetzt nicht, das hast du jetzt nicht gesagt – ist tatsächlich die Frage: Wenn wir eine Darmtherapie machen und jemand kommt mit einer massiven Beschwerdesymptomatik zu mir und wir machen eine Strategie: erstmal Auslass-Darmtherapie. Der Patient setzt das um, der Darm wird besser, die Beschwerden verschwinden, er ist total happy. Kommt am Ende die Frage: „Und wann kann ich jetzt eigentlich wieder alles essen?“ Und diese Frage ist ja so absurd, weil dieses „alles essen“ hat ihn doch ganz offensichtlich dahin gebracht, wo er war, nämlich in die Situation, dass er zu mir in die Praxis kommen musste, um seinen Darm repariert zu bekommen. Und die Verknüpfung ja von dem, was ich mir antue, was mein Darm damit dann auch macht und zerstört, und ich kriege es weg durch die richtige Ernährung und die richtigen Maßnahmen, dann will ich doch nicht dahin wieder zurück, oder habe ich irgendwas falsch verstanden? Keine Ahnung. Ich glaube, wir sollten uns von der Idee verabschieden, dass wir alles vertragen müssen. Weil was ist denn eigentlich schon alles? Dreiviertel der Sachen im Supermarkt sind Schrottleute! Das kann man doch nicht anders sehen. Die sind verarbeitet, die sind versetzt mit Scheiße, da sind E-Stoffe drin, da sind Zusatzstoffe drin, da sind Farbstoffe drin. Das ist kein Lebensmittel! Ja, das verdient das Wort „Lebensmittel“ doch schon gar nicht; das ist ein Todmittel; das macht dich am Ende des Tages irgendwann tot. So, und auch wenn ich es jetzt so drastisch sage, so ist es ja. Lebensmittel sind Dinge, die deine Oma mit Sicherheit als Lebensmittel erkannt hätte. Und Lebensmittel sind die Dinge, die keine Inhaltsangaben haben. Ja, also es gibt einen Instagrammer, der nutzt das Wort „Gottes Nahrung“. Ja, das kann man so nennen: Das, was die Natur uns geschenkt hat. Das ist total wichtig, das zu differenzieren. Also, wir sollten so clean wie möglich essen. Wir sollten gucken, was wir ordentlich vertragen. Höre auf dein Bauchgefühl! Bei einer Darmsymptomatik müssen wir sozusagen unsere Verdauung optimieren, unser Stressmanagement anpassen und natürlich gucken, wie wir unseren Darm unterstützen können. Aber um zu verhindern, dass eine chronische Erkrankung entsteht, oder um eine chronische Erkrankung zu verbessern, müssen wir aus meiner Sicht immer – und zwar immer, immer, immer – als Basis über den Darm und die Verdauung sprechen. Und wir können mit ganz vielen tollen Möglichkeiten mittlerweile das Darmsystem positiv beeinflussen. Und wieso quasi die Mikrobiomanalyse und wieso möglicherweise auch die Dreingabe von Probiotika mit Vorsicht zu genießen ist und warum ich das kritisch sehe und wie man es vielleicht betrachten könnte, das erzähle ich dir dann in der nächsten Folge. Das heißt, ich danke dir jetzt erstmal fürs Zuhören. Teil doch diese Folge bitte mit jemanden, der auch Darmprobleme hat, und ich würde mich wahnsinnig freuen, um das Projekt immer weiter zu entwickeln, wenn du meinen Kanal abonnierst. Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag und bis bald! [Musik]