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Der Magen ist von innen mit der Magenschleimhaut ausgekleidet. Sie bildet einerseits die Magensäure, die zur Nahrungsverdauung und zur Abwehr von mit der Nahrung aufgenommenen Keimen notwendig ist. Andererseits schützt sie die Magenwand vor der Magensäure, indem sie eine Schleimschicht auf der Mageninnenseite bildet. Sie sondert ebenfalls einen Stoff ab, das Bicarbonat, der die Säure abpuffert, also ihre Wirkung abschwächt. Der Magen sorgt so dafür, dass er sich nicht selber verdaut.
Es kann passieren, dass die Magenschleimhaut zu viel Säure produziert oder dass ihre Schutzmechanismen gegen die Säure nicht mehr gut genug funktionieren. In beiden Fällen kann die Säure die Magenschleimhaut und schließlich die Magenwand angreifen. Das führt zu Entzündungen der Magenschleimhaut, auch Gastritis genannt.
Es gibt zwei Formen von Gastritis: die akute und die chronische. Eine akute Gastritis löst meist deutlich spürbare Magen-Darm-Beschwerden aus, die aber in der Regel nach ein paar Tagen von selber wieder abklingen. Eine chronische Gastritis kann auch unbemerkt bleiben. Manchmal wird sie erst entdeckt, wenn es zu Magengeschwüren kommt, die Beschwerden verursachen.
Verschiedene Ursachen können zu einer Gastritis führen: Die häufigsten sind eine Infektion mit Helicobacter-pylori-Bakterien oder die längerfristige Einnahme einer bestimmten Art von entzündungshemmenden Schmerzmitteln, kurz den NSARs. Dazu gehören Acetylsalicylsäure, oft abgekürzt als ASS, Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen. Helicobacter-pylori-Bakterien siedeln sich im Magen an und müssen nicht unbedingt spürbare Auswirkungen haben. Nach Schätzung sind in Deutschland ungefähr 40 von 100 Menschen mit diesen Bakterien infiziert, jedoch entwickeln davon nur wenige eine Gastritis. Das Bakterium kann die Schleimhaut direkt schädigen und zusätzlich zu einer verstärkten Magensäureproduktion führen, die die Schleimhaut weiter angreift. Die genannten Schmerzmittel-Wirkstoffe können die Schleimhaut ebenfalls direkt schädigen, die Schleim- und Bicarbonatproduktion reduzieren und auch die natürliche Schleimhaut-Reparatur und -Erneuerung hemmen. Das Präparat Kortison verstärkt diesen Effekt noch.
Weitere mögliche Ursachen für eine Magenschleimhautentzündung können sein: übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen, und die Ernährung. Sind Speisen zum Beispiel zu stark fett- oder zuckerhaltig oder scharf, regt das die Magensäureproduktion an. Anhaltender Stress ist ebenfalls ein Faktor, der zu erhöhter Säureproduktion führen kann. Eine seltenere Ursache einer Gastritis ist der sogenannte Galle-Reflux. Dabei fließt Gallenflüssigkeit aus dem Dünndarm in den Magen zurück und schädigt die Magenschleimhaut. In der Folge kann sich im Magen oder im Zwölffingerdarm ein Geschwür, auch Ulkus genannt, bilden. Ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür kann zu ernsthaften Komplikationen wie Blutungen führen. Wenn eine Gastritis chronisch wird und die Schleimhaut dauerhaft entzündet ist, kann sich auch eine Blutarmut entwickeln. Sehr selten entsteht ein bösartiger Tumor.
Kurz zusammengefasst: Eine Magenschleimhautentzündung kann verschiedene Ursachen haben, die jedoch alle dazu führen, dass die Magenschleimhaut nicht mehr richtig arbeitet und entweder zu viel Säure produziert oder aber ihre Selbstschutzmechanismen, wie die Schleimproduktion, die Säureabpufferung und auch ihre Reparatur- und Erneuerungsmechanismen nicht mehr ausreichend funktionieren. Dadurch greift Magensäure die Schleimhaut an, was zur Magenschleimhautentzündung führen kann. Es gibt dabei die akute Gastritis, die nur kurz anhält, mit deutlichen Magen-Darm-Beschwerden oder die chronische, dauerhafte Variante. Die kann lange unbemerkt verlaufen aber auch ernstere Folgen haben. Die häufigsten Auslöser sind eine Infektion mit Helicobacter-pylori-Bakterien oder eine bestimmte Art entzündungshemmender Schmerzmittel. Übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen und eine zu fett- oder zuckerhaltige Ernährung oder der Konsum zu scharfer Speisen können ebenfalls Ursache sein.