Transcription
Heute geht es um ein Kursziel bei Silber, das mich selber extrem überrascht hat. 326 US-Dollar, so hoch sollte Silber stehen, wenn es während der amerikanischen Handelszeiten nicht ständig manipuliert werden würde. Ob das realistisch ist, dass Silber wirklich auf 326 US-Dollar ansteigt, schauen wir uns jetzt gemeinsam an.
Hallo liebe Hellinvestierten, schön, dass ihr wieder dabei seid bei einem neuen Video und wie im Intro gesagt, 326 US-Dollar wäre der potentielle Silberpreis, wenn in den USA nicht ständige Manipulationen auftreten würden. Ich drücke mich mal ganz diplomatisch aus. Wir werden im Verlauf des Videos mal anschauen, woher diese These kommt und auch ob sie überhaupt haltbar ist. Also, das während der amerikanischen Handelszeiten wirklich ständig manipuliert wird und auch ob JP Morgan – spielt ja auch oft eine Rolle bei der erwähnten Silbermanipulation – ob die wirklich die Absicht haben, Silber massiv zu drücken, oder ob da vielleicht andere Gründe hinter deren riesigen Verkaufspositionen stehen.
Aber erstmal muss ich ein Dankeschön und auch herzliches Willkommen natürlich loswerden für alle neuen Abonnenten hier auf dem Kanal. Ihr seht, der Kanal wächst stark und auch beständig. Wir sind mittlerweile über 97.000 Mitglieder hier im Kanal. Viele kamen durch das letzte, durch das Goldvideo dazu, und die möchte ich natürlich alle begrüßen. Und alle anderen, die es noch nicht getan haben und ein Abo da gelassen haben, überlegt euch mal, ob ihr das Risiko eingehen könnt, solche Videos wie dieses zu Silber zu verpassen. Wenn ihr das Risiko nicht eingehen könnt, ihr wisst, was ihr zu tun habt: Abo da lassen, Glöckchen drücken, und ihr werdet informiert.
Kommen wir jetzt aber mal zum eigentlichen Kern. 326 US-Dollar wäre der theoretische Wert von Silber, wenn während der US-Handelszeiten nicht manipuliert werden würde. Wie komme ich da drauf? Durch die Community. Mir hat jemand ein Video geschickt von Mike Maloney. So sieht der Mann aus. Ich brauche euch gar nicht mal jetzt die ganze Vita von Mike Maloney vorlesen, nur dass ihr mal ein Bild von ihm vor Augen habt, wobei das Bild ein bisschen schmeichelhaft ist. Mike Maloney sieht mittlerweile ein bisschen älter aus, ist auch ergraut, aber er ist der Gründer von goldsilver.com. Das ist ein großer amerikanischer Onlinehändler für Gold und Silber. Mike Maloney hat, laut eigenen Aussagen, wohl auch mehrere Tonnen Silber privat in seinem Bestand. Also, er ist ein großer Silberbulle, könnte man sagen. Und ich muss sagen, ich gucke auch ab und an ganz seine Videos. Früher fast regelmäßig. Mittlerweile fehlt mir die Zeit, dass ich jemanden nur dauerhaft folge. Deswegen gucke ich nur ausgewählte Sachen an. Ich mag bei Mike Maloney, dass er historische Zusammenhänge sehr gut zusammenbringt, dass er da auch die Brücke in die Neuzeit, in die Jetztzeit schlagen kann, aber er ist – und das ist natürlich auch dadurch bedingt, dass er mehrere Tonnen Silber im Bestand hat – ein extremer Silberbulle. Und mir persönlich ist es einfach immer am liebsten, wenn auch so ein, ja, wenn was reflektiert wird. Also, ihr merkt ja bei mir, ich bin positiv gestimmt für Silber, ich bin positiv gestimmt für Gold langfristig, aber trotzdem mache ich auch mal ein kritisches Goldvideo, wenn mir die Stimmung zu euphorisch vorkommt und eine Korrektur bevorstehen könnte. Die haben wir auch gesehen. Also, wenn ihr eins meiner vorletzten Goldvideos mal anschaut, da war ich etwas skeptisch ob der Euphorie. Wir hatten dann auch eine Korrektur bei Gold. Also, es ist durchaus gesund, wenn man sich auch mal kritisch mit einer Geldanlage oder einer Anlageklasse beschäftigt, auch wenn man sie im Bestand hat, weil ich bereite mich lieber auf die Risiken vor als auf die Chancen, weil die Chancen, die sind eh da, da bin ich überzeugt. Aber bei den Risiken finde ich es zumindest immer gut, wenn ich weiß: Okay, was kann schiefgehen? Und wenn es dann nicht schief geht, dann ist es halt so. Da beschwere ich mich dann auch nicht. Aber wenn was schief geht, wenn auch mal was, was ich im Bestand habe, fallen könnte und dann auch fällt, ja, dann weiß ich wenigstens die Gründe und habe mich vorher schon mal psychologisch und psychisch eingestellt.
Jetzt kommen wir aber mal zum eigentlichen Punkt. Mike Maloney hat ein Video veröffentlicht. Ich verlinke euch das gerne mal unten drunter, und da wurde ein Chart gezeigt. Nächste Einblendung. Das ist also mal ein Screenshot aus diesem Video, und ihr seht hier Mike Maloney im Gespräch mit einem, ja, mit einem anderen Silberanalysten, und ihr seht hier zwei Grafiken – nicht zwei Grafiken, besser gesagt zwei Darstellungen, zwei Kursverläufe, eine in rot, eine in blau. Rot können wir getrost ignorieren. Das ist der Verlauf des Silberpreises pro Unze in US-Dollar. Den könnt ihr überall anschauen. Was in blau hier heraussticht: Und ihr seht, dass die blaue Linie massiv stärker gestiegen ist als die rote Linie, vor allem in den letzten Jahren. Das zeigt den ausgeklammerten – oder sagen wir es mal so – den Verlauf des Silberpreises mit einer Ausklammerung des amerikanischen Handels. Also, in der Grafik steht drin – man kann es jetzt wahrscheinlich nicht richtig erkennen –, dass, wenn die amerikanischen Handelszeiten ausgeklammert werden und man nur den Preis von Silber berechnet, indem man den Handel außerhalb der USA heranzieht, also beispielsweise in London, beispielsweise in Asien oder anderen Handelsplätzen, dann wäre der Silberpreis nicht wie aktuell bei so 33 $ pro Unze, sondern bei 326 $ pro Unze, also bei fast zehnmal so viel wie aktuell ausgewiesen. Und die Quintessenz dieser Grafik ist, dass sich daraus schließen lässt, dass während der amerikanischen Handelszeiten primär Silber so stark manipuliert wird, dass es also auf einem Niveau von 33 $ gehalten werden kann und nicht auf dem eigentlichen Niveau von 326 US-Dollar steht.
Wie gesagt, wurde mir geschickt. Ich war selber überrascht über diese statistische Aufarbeitung. Ich habe länger über diesen Chart nachgedacht, dachte mir gleich: Okay, das ist natürlich Material für ein Video für euch, aber ich wollte jetzt diesen Chart nicht einfach hier rausrotzen und sagen: Guck mal, Silber müsste eigentlich zehnmal so hoch sein, sondern irgendwas hat mich gestört. Und so nach zwei Tagen immer wieder Grübeln auf diesem Chart kam es mir: Moment, was ist denn eigentlich der amerikanische Handel? Ich – ich habe es im Video schon mal gesagt – ich habe ja früher viel Rohstoffe gehandelt, also an den amerikanischen Terminbörsen, ob das Agrarrohstoffe waren, Edelmetalle oder auch Industriemetalle oder auch Soft Commodities wie Kakao, also alles mögliche. Und da dachte ich mir: Okay, gibt es denn eigentlich noch einen, einen eigentlichen Handel in den USA? Also, gibt es eigentlich so eine abgeschlossene Handelszeit? Ihr habt natürlich eine Kernhandelszeit, wo am meisten Volumen ist, aber es gibt jetzt nicht mehr so die offizielle Handelszeit, dass ich sagen kann: Okay, von 8 bis 16 Uhr, gerade in New York, weil in New York die Terminbörsen – beispielsweise die NYMEX und die COMEX – wurden auch von der CME Group schon – müsste 2008 gewesen sein – übernommen, und die Handelszeiten wurden deutlich ausgeweitet.
Noch eine Einblendung. In der Einblendung seht ihr aktuell, das sind die Handelszeiten des Silber-Futures, also des Terminkontrakts auf Silber, und ihr seht oben mal CME Globex, und da seht ihr: Sunday bis Friday ist der Handel von 6 PM bis 5 PM, also von 18 Uhr bis 17 Uhr am Folgetag läuft der Handel durch, dann gibt es eine Stunde Pause, und dann läuft er wieder durch. Also, ihr merkt schon, es gibt hier jetzt nicht mehr – und schon seit langem – einen abgeschlossenen Silberhandel. Es gab früher mal so den Handel in den Pits, das heißt so der, wo der Präsenzhandel auf der Börse war, das hat sich mittlerweile alles verschoben durch den elektronischen Handel. Das heißt, die Globex ist ein elektronisches Handelssystem der CME, was rund um die Uhr handelt. Es gibt in dieser Grafik noch andere Darstellungen wie TRS, das ist das Settlement oder auch der Market Price oder ClearPort. Können wir alles ignorieren, weil der Haupthandel eigentlich über die Globex läuft. Das andere sind eher Zusatzhandelsplätze, die aber auch fast rund um die Uhr laufen, wo man außerbörsliche Derivate mit börslichen Derivaten verknüpfen kann und dann entsprechende Abrechnung. Also, wir wollen nicht zu sehr ins Detail gehen, aber ihr merkt schon, das, was mich gestört hat, ist: Es gibt eigentlich in den USA keine Kernhandelszeit mehr für Silber, sondern es gibt einen rund um die Uhr – mit einer Stunde Pause pro Tag – Handel am elektronischen System, da kann die ganze Welt handeln. Es gibt natürlich Handelszeiten, wenn die Börse auf ist, vielleicht New Yorker Zeit 9 bis 16 Uhr, aber ihr merkt schon, ich kann mir hier fast willkürlich irgendwie heraussuchen: Wann ist denn der Handel in den USA abgeschlossen? Mache ich da eine Kernhandelszeit mit am meisten Volumen? Mache ich die nach eigenem Gusto, wie es mir passt, oder nehme ich die gesamte Handelszeit? Und dann meine ich, wäre ja der Silberpreis. Also, wenn ich jetzt hier den US-Handel ausklammerte und sage: In der Stunde, wo in den USA Pause gemacht wird, dann nehme ich jetzt die Preisbildung von irgendeinem anderen Handelsplatz und rechne dann hoch auf theoretisch 326 $. Also, das hat mich extrem stutzig gemacht. Das ist jetzt kein Plädoyer gegen Silber. Ich werde euch auch gleich noch ausführen, warum ich für Silber positiv gestimmt bin.
Und auch für all diejenigen, die in Silber investieren möchten, ich blende es euch mal ein: Link unten drunter. Im jüngsten Report könnt ihr direkt lesen – wenn ihr eure E-Mail eingetragen habt – ich habe mir mal den Markt für Silber-ETFs – bzw. ETFs gibt es nicht auf Silber, sondern sogenannte ETCs – wenn man da über einen Umweg ein Produkt schaffen muss, was nur einen Bestandteil hat, und das ist in dem Fall Silber – und wenn man bei diesen Silber-ETCs am deutschen Markt einen Fehler macht, dann kommt man nicht in den Genuss der Steuerfreiheit nach 12 Monaten. Und das wäre schade, denn wo können wir in Deutschland überhaupt noch Steuern sparen bzw. was ist in Deutschland überhaupt noch steuerfrei? Das ist bei Silber der Fall, aber nur wenn man das richtige Produkt wählt. Und dieses richtige Produkt habe ich für euch im Report mal herausgesucht, auch begründet, warum es steuerfrei ist. Deswegen alle, die auf der Suche sind nach speziellen Investments in Silber über börsen-gehandelte Produkte, guckt euch mal den Report an.
Aber kommen wir jetzt mal zurück. Die eigentliche Problematik ist ja, dass hier bei Silber also willkürliche Zeiten herausgesucht werden können, und dann kann ich es hochrechnen. Ich mache das jetzt schon, schon seit 20 Jahren. Das heißt, vor 20 Jahren – so ziemlich genau 2005 – habe ich mein erstes Silber gekauft, und damals – die Älteren erinnern sich – Ted Butler und seine ganzen, ich will nicht despektierlich sagen, Geschichten. Ich habe das damals aufgesogen, und da kam ja ständig diese Manipulation und Silber wird unterdrückt, und Silber war damals bei 5 bis 6 $, als ich die ersten Bestände oder die ersten Unzen damals aufgekauft habe, und ich habe das alles geglaubt, ich war da überzeugt davon, aber dann durch Studium von internationalem Finanzmanagement, durch Unternehmertum in der Finanzbranche, durch Austausch bin ich da sehr, sehr skeptisch geworden gegenüber diesen Manipulationsvorwürfen. Werden wir auch gleich noch drauf ein – werde ich gleich noch drauf eingehen, aber ihr merkt schon: So ein hochgerechneter Chart, wo man nicht weiß, welche Zeiten werden da herangezogen, und vor allem vor dem Hintergrund, dass in den USA rund um die Uhr oder fast rund um die Uhr Handel am elektronischen Handelsplatz läuft, finde ich schon bisschen Schönrechnerei, und da bringt es uns eigentlich auch gleich mal dazu zu diesem generellen Manipulationsvorwurf, dass ja Silber unterdrückt wird, weil halt die Banken oder andere Großspekulanten entsprechend Silber stark verkaufen.
Ihr habt vielleicht mal von den COT-Daten gehört. Blende ich euch mal ein. Ist eine Grafik, die stammt von Wellenreiter und sieht jetzt erstmal ein bisschen wild aus in grau – oder nennen wir es mal eher in Silber. Das ist der Preisverlauf von Silber. Und die drei Linien, die ihr seht, also in rot, die Large Speculators, das sind Börsenteilnehmer oder Marktteilnehmer, die Positionen handeln, die so groß sind, dass sie gemeldet, gemeldet werden müssen an die Börsenaufsicht. Die CFTC, die Commodity Futures Trading Commission, aggregiert also diese Daten und veröffentlicht dann Woche für Woche entsprechend die Positionierungen der Großspekulanten. Das sind also die rote – oder ist die rote Linie hier. Dann haben wir die blauen, das sind die Commercials, das sind in der Regel Unternehmen, die irgendwie mit der Verarbeitung oder Produktion von Silber zu tun haben. Gibt es auch für andere Rohstoffe. Und dann gibt es die Small Speculators, die grüne Linie, das sind die Privatanleger, das sind die Positionen so gering, dass die nicht melden müssen. Also, eigentlich das Augenmerk liegt hier immer drauf: Was machen so die Commercials, diejenigen, die mit der physischen Ware wirklich zu tun haben im Alltag, weil sie Industrieunternehmen sind oder Bergbauunternehmen? Und was macht die rote Linie? Und ihr seht aktuell, die rote Linie kann man jetzt nicht ein großes Extrem ablesen, aber die sind eher auf der Long-Seite, also auf steigende Kurse eingestellt, und die Commercials eher auf der Short-Seite, auf fallende Kurse eingestellt. Und aus diesen Daten wird dann immer wieder gerne abgeleitet, dass beispielsweise hier Manipulationen stattfinden, weil Großbanken – man kann das also noch ein bisschen feingranularer aufdröseln und sagen: Wer sind denn die vier größten Händler, wer sind die acht größten Händler – und da treten dann in der Regel auch Großbanken auf, eine HSBC oder auch eine JP Morgan. JP Morgan ist im Silbermarkt einer der allergrößten Player, auch durch die Übernahme von Bear Stearns. Und JP Morgan spielt also eine ganz große Rolle, hat auch oft große Short-Positionen, also Positionen, wo auf fallende Kurse gesetzt wird, und da heißt es dann: Okay, guck mal JP Morgan, die manipulieren den Silberpreis, weil die ja short sind, das heißt auf fallende Kurse setzen, und dann kommen eben auch Headlines zustande, wie beispielsweise diese hier – hier von Goldreporter, eine Seite, die ich extrem schätze. Also, wer von euch Edelmetall-affin ist, sollte bei Goldreporter wirklich mal regelmäßig immer wieder reinschauen, weil die interessante Daten und auch Berichte haben. Und ihr seht, das ist jetzt zwar schon älterer Artikel von 2023, aber JP Morgan mit Milliarden-Put auf Silber. Also, da wird dann auch immer wieder darüber geschrieben, wenn JP Morgan oder andere Großbanken beispielsweise große Leerverkaufspositionen haben und auf entsprechend fallende Kurse setzen.
Ich habe jetzt mal bewusst die Headline hier von Goldreporter genommen, weil ich finde, die sind nicht so marktschreierisch wie viele andere, die daraus ein riesen Ding machen, sondern da wird das schon sachlich und wirklich vernünftig eingeordnet, was passiert. Aber ihr merkt schon, solche Überschriften kommen dann natürlich zustande, wo es heißt: Okay, die Banken sind wieder auf der Seite der Manipulation. Jetzt müsst ihr aber wissen, ich habe es nicht umsonst vorhin gesagt. JP Morgan ist eine riesengroße Bank, aktuell im Silbermarkt, hat auch an den amerikanischen Terminbörsen, beispielsweise an der COMEX in New York – wissen viele nicht – eins der größten Silberlager, wenn nicht aktuell das allergrößte. Also, da reden wir von hunderten Tonnen, da reden wir von weit über 100 Millionen Unzen, die da physisch eingelagert sind. Und deswegen muss ich sagen, ist es für mich immer schwierig, an diese einfache Geschichte der Manipulation bei Silber zu glauben, weil nur, weil JP Morgan, die Ware verkauft hat auf fallende Kurse, heißt das ja nicht, dass sie aktiv auf fallende Kurse setzen, weil sie haben dagegen eine große Long-Position im physischen Bereich, beispielsweise in ihren Lagern oder Lagerhäusern im Eigennamen oder für Kunden, aber das sind viele Absicherungsgeschäfte drin. Außerdem JP Morgan: Riesenbank, das heißt, die haben auch noch außerbörsliche Derivate, Swap-Geschäfte, Optionen, was es da gibt, und wir wissen gar nicht, was die alles im Handelsbuch haben, aber teilweise wird dann die Absicherung getätigt über die gehandelten Terminprodukte oder Terminkontrakte an den Börsen. Also, das, was ich nicht im Handelsbuch sehe, wird abgesichert über das, was ich sehen kann, weil JP Morgan es offenlegen kann oder offenlegen muss. Und ich finde es aber zu kurz gedacht zu sagen: Okay, ich greife aus diesem komplexen System eine, eine Zahl raus, und das ist die Short-Position und ignoriere, dass JP Morgan eine riesige Long-Position hat im physischen Silber und noch ein riesen Handelsbuch für Kunden, für Hedgefonds, für alle möglichen Institutionen, wo auch noch außerbörsliche Derivate drin sind, die ich auch nicht sehe. Also, ihr merkt schon, das Bild ist komplexer, und deswegen bin ich kein – bin ich jetzt nicht so überzeugt davon, dass JP Morgan hier im großen Stile und dauerhaft wirklich manipuliert, weil, ich habe es euch gesagt, seit 20 Jahren investiere ich in Silber. Auch bei großen Rücksetzern. Silber ist in der Zeit von 5 $ auf jetzt 33 $ gestiegen. Also, da waren die Manipulatoren aber nicht wirklich erfolgreich in diesen letzten 20 Jahren. Das ist ja auch eine wirklich starke Rendite, die da erfolgt ist. Und deswegen muss ich sagen: Eher mal Vorsicht bei diesen schön gerechneten Kurszielen, die dann begründet werden mit Manipulation des Silberpreises.
Ich bin positiv gestimmt für Silber, das kann ich euch ganz ehrlich sagen. Aber bei Silber ist es so: Die Fundamentaldaten sind überzeugend. Wir haben ein riesiges Defizit, wir haben ein Angebot, das stagniert, obwohl der Preis sich in den letzten Jahren verdoppelt hat. Wir haben eine Nachfrage, die trotz der Preisverdopplung steigt, 16 % um etwa – oder Steigerung etwa – in den letzten 9 Jahren. Das ist jetzt zwar nicht die Welt, aber es reicht, dass wir ein massives Defizit haben und dass die Nachfrage nur bedient werden kann durch den Abbau der Lagerbestände, beispielsweise an der CME oder auch an der LBMA in London oder auch in Shanghai. Also, das heißt, das Silber wird aufgesogen vom Markt, und wir werden an den Punkt kommen, wo es einfach nicht mehr genug Silber in den Lagerbeständen gibt, und dann wird der Preis noch viel stärker steigen, als wir in den letzten Jahren gesehen haben oder in den letzten zwei Jahrzehnten. Das ist für mich der fundamentale – die fundamentale Ausgangslage, warum ich positiv gestimmt bin, aber nicht, dass Silber jetzt hier großartig manipuliert wird, weil ich finde, das ist zu kurz gedacht. Ich bin offen jetzt für eure Gegenargumente. Ich weiß, diese Manipulationsstory, viele hängen an der, und leider wird zu oft Leuten Silber verkauft, weil hier eine Manipulation angeblich stattfindet. Und ja, es gab Manipulation. Wir hatten in den USA Verurteilungen wegen Manipulation bei Gold und Silber. Das war aber auf einer ganz kurzen Zeitskala, das heißt, dass da Händler eingegriffen haben im Handel von wenigen Minuten oder einer Stunde, aber über Jahre und Monate hinweg haben wir bisher keine Belege, dass da wirklich richtig manipuliert wird, sondern ganz im Gegenteil, ich finde, wenn man das System versteht, wie es gehandelt wird und dass Banken große Long-Positionen im physischen Bereich halten und auch ganz andere Derivate auf dem Handelsbuch haben, dann versteht man, dass da natürlich am börslichen Markt entsprechende Absicherungsgeschäfte getätigt werden, die nach außen aussehen, wie wenn hier spekuliert oder manipuliert wird – doch heftige Verkäufe – aber in Wirklichkeit stehen natürlich andere Positionen dagegen. Also, das ist meine Einstellung. Die Manipulation würde ich da mal ganz hinten anstellen.
Wie gesagt, ich bin da nicht überzeugt, bin aber auf Gegenargumente immer gerne aus. Also, lasst uns gerne in den Austausch gehen, und dann darf ich mich jetzt von euch verabschieden. Ich bin Sebastian Hell. Ihr seht mich wieder, wieder im nächsten Video, und bis dann.