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Erziehung 2.0: Wie Eltern alles richtig machen (Ganze Folge) | Quarks

Quarks44:07

Transcription

[Musik] Wissenschaftler erforschen die Entwicklung von Kindern, gerade in den ersten Lebensjahren, wenn die Weichen für das gesamte Leben gestellt werden. Doch welche Rolle spielt dabei die Erziehung? Viele Eltern sind verunsichert, wollen alles richtig machen, um ihren Kindern die besten Voraussetzungen für ein glückliches Leben zu geben. Doch worauf kommt es wirklich an? Kinder, die zu unregelmäßigen Zeiten ins Bett gelegt wurden, neigten mit größerer Wahrscheinlichkeit zu Verhaltensauffälligkeiten. Das Smartphone muss da nicht unbedingt an sich schädlich sein, sondern es ist wichtig, dass das Kind noch viel Zeit mit anderen Dingen verbringt. Beide Familien haben eine ganz eigene Lösung dafür gefunden, und zu keiner könnte man sagen, sie sei irgendwie weniger gut. Herzlich willkommen bei Quarks!

Wir Eltern wollen natürlich das Beste für unsere Kinder, doch noch nie war die Verunsicherung so groß wie heute. Früher, bei unseren Eltern, war es vielleicht so, dass es feste Strukturen gab; vielleicht haben sie sich auch weniger Gedanken zum Thema Erziehung gemacht. Aber heute, wenn wir konfrontiert werden mit unzähligen Ratgebern, mit Begriffen wie „Tigermutter“, „Tyrannenkinder“ oder „Helikopter-Eltern“, der Druck ist enorm: von den Nachbarn, von den Lehrern, und hinzu kommen natürlich unsere eigenen Ansprüche. Denn wir Eltern wollen, dass aus unseren Kindern irgendwann glückliche und erfolgreiche Erwachsene werden.

Nun, im Zusammenhang mit dem Thema Erziehung sind wir auf eine aufschlussreiche britische Studie gestoßen. Die hat nämlich verfolgt, was aus Kindern geworden ist. Was einmal aus ihnen wird, wie ihr Leben verläuft, hängt ganz entscheidend von ihrer Erziehung ab. Welche Rolle Erziehung spielt, zeigt eine einzigartige Studie in Großbritannien mit 70.000 Menschen über 70 Jahre. Die Studien sind ein nationaler Schatz; manche sprechen von den „Kronjuwelen der britischen Wissenschaft“, weil sie so außergewöhnlich sind und einen so enormen Zeitraum umfassen. Großbritannien 1946: Der Krieg ist gewonnen, aber die Versorgungslage ist schlecht; viele Kinder sterben früh. Die Regierung will wissen, woran das liegt, und beschließt, nach den Ursachen zu suchen. [Musik] Eine Armee sogenannter „Gesundheitsbesucher“ startete aus und klopfte bei Müttern im ganzen Land an die Tür, die in der ersten Woche im März ein Kind bekommen hatten, um sie zu ihrer Schwangerschaft und ihrem Baby zu befragen. Fast 14.000 Mütter in ganz Großbritannien geben bereitwillig Auskunft zur finanziellen Lage, hygienischen Verhältnissen und natürlich zu ihren Babys.

Eines dieser Kinder von 1946 ist Pedrosa Melvin aus Cheltenham in Südengland. Für meine Mutter war das eine harte, schwierige Zeit, denn damals gab es für Mütter keine finanziellen Hilfen; sie musste Jobs als Haushaltshilfe annehmen, damit wir halbwegs über die Runden kamen. Die Studie bewirkt, dass arme Mütter Hilfe bekommen; weniger Kinder sterben. Doch es ist erst der Anfang. Die Leiter der Studie erkannten hellseherisch, dass diese Kinder zu einem besonderen Zeitpunkt geboren worden waren, so kurz nach Kriegsende, und so kamen sie auf die Idee, diesen Kindern weiter zu folgen, um zu überprüfen, ob die sozialen Maßnahmen auch tatsächlich griffen. Die Kinder von 1946 werden von nun an regelmäßig wissenschaftlich untersucht und befragt. Ich bin dann immer aus dem Unterricht gerufen worden, für medizinische Untersuchungen oder Intelligenztests. Lückenlos wird das Leben der Kinder dokumentiert: wie sie in der Schule abschneiden, ihre Freizeit verbringen, welche Jobs sie annehmen. Zu den ersten Studienteilnehmern kommt zwölf Jahre später eine zweite Gruppe dazu; drei weitere werden folgen. Das Wissen, das diese Studien gesammelt haben, ist einzigartig, denn kein anderes Land der Welt folgt mehreren Generationen von Kindern so detailliert, so dass man sie sehr gut vergleichen kann. Manche Kinder sind glückliche Erwachsene geworden, andere nicht. Die Langzeitstudie gibt zum ersten Mal einen Blick in die Gründe. Die Journalistin Helen Pearson hat die Studien fünf Jahre lang analysiert und forscht weiter. Das Gesamtbild ist leider ernüchternd, denn es zeigt, dass Kinder, die in arme Verhältnisse hineingeboren werden, generell einen schwierigeren Lebensweg vor sich haben. Sie haben statistisch gesehen schlechtere Schulnoten, schlechtere Jobs und verdienen weniger Geld. Kinder aus armen Verhältnissen hinken damals wie heute in ihrer Entwicklung ihren reicheren Altersgenossen ein Jahr hinterher, und das schon mit drei Jahren. Aber das ist zum Glück nur die eine Seite der Medaille. Die Studien zeigen ganz klar: Unter den Kindern aus armen und schwierigen Verhältnissen hatten diejenigen mit interessierten und liebevollen Eltern, die sich um die Zukunft ihrer Kinder kümmerten, eine deutlich größere Chance auf ein gutes, erfolgreiches Leben, trotz schwieriger Startbedingungen. Regelmäßiges Vorlesen, etwa, das zeigen die Studien, reduziert das Risiko der Kinder, später arm zu sein. Einer Studie, die mir besonders gut gefällt, hat die Bettgehzeiten von etwa 10.000 Kindern untersucht. Das Ergebnis ist: Kinder, die zu unregelmäßigen Zeiten ins Bett gehen, neigten mit größerer Wahrscheinlichkeit zu Verhaltensauffälligkeiten. Allerdings kann auch die beste Erziehung die Bildungslücke zwischen armen und reichen Kindern nur um die Hälfte schließen; auch das haben die Studien gezeigt. Trotzdem: Eltern haben es in der Hand, das Steuer für ihre Kinder wenigstens zum Teil herumzureißen. Auch Petric Melvin in Cheltenham ist der Aufstieg geglückt; sie arbeitet sich hoch von der Sekretärin zur Schatzmeisterin einer Schule, vor allem dank ihrer Mutter. Meine Mutter sagte immer während all der Untersuchungen und Intelligenztests: „Magst du immer über dem Durchschnitt sein“, und das hat sich bei mir festgesetzt, denke ich.

All diese Studien zeigen, dass die Erfahrungen der frühen Kindheit den weiteren Lebensweg eines Menschen entscheidend prägen, und das unterstreicht, wie extrem wichtig die Kindererziehung ist, gerade in diesem ersten Lebensjahr. Das aus ihren Kindern einmal glückliche und gesunde Erwachsene werden wollen, alle Eltern, und das Rezept, das sie befolgen müssen, ist eigentlich nicht sehr schwierig. Es heißt im Wesentlichen: Aufmerksamkeit und Zuwendung. Armut in der Kindheit ist der größte Einflussfaktor für das spätere Leben; das ist in Deutschland leider genauso wie in Großbritannien. Doch, und das konnte die britische Studie eindeutig beweisen: Eltern, die ihren Kindern Aufmerksamkeit schenken, die mit ihnen sprechen, die ihnen zuhören, vorlesen, die machen vieles richtig; sie können so die Entwicklung des Kindes positiv beeinflussen. Und dafür braucht man keinen Erziehungsratgeber, sondern ein wahrhaftiges Interesse an seinen Kindern, und das ist gerade in den ersten Lebensjahren wichtig. Warum? Die Erfahrungen eines Kindes in dieser Phase haben einen enormen Einfluss auf das spätere Leben. Die Persönlichkeit, der Sinn für Moral und Gerechtigkeit oder die Fähigkeit, sich in einen anderen Menschen hineinzuversetzen, werden in dieser Phase geprägt. Und es gibt hierzu ein Experiment – ich gebe offen zu, ich musste mir diesen Versuch mehrfach ansehen, ist wirklich süß. Wissenschaftler aus Heidelberg und Leipzig untersuchen nämlich, wie schon kleinste Kinder diese Fähigkeiten entwickeln. Kinder beobachten ständig ganz genau die Welt und wollen sie begreifen. Das Schwierigste dabei: verstehen, was in den Köpfen anderer Menschen vor sich geht. Entwicklungsforscher wie Sabine Braun haben herausgefunden, dass Kinder schon sehr früh lernen, sich in andere hineinzuversetzen. Carla ist 12 Monate alt. Mit diesen Spielzeugen will Sabine Braun testen, ob Carla die Vorlieben anderer Menschen erkennen kann. Carla wird mehrfach gezeigt: Der Mann ist besonders von Tieren fasziniert, die Frau guckt auf die Autos. [Musik] Zehn Mal beobachtet Carla, dass die Frau immer nur auf die Autos reagiert, der Mann immer nur auf die Tiere. Doch erkennt Carla diese Vorlieben? Befragen kann man die Einjährige dazu ja nicht. Deshalb passiert am Schluss etwas Neues: Anders als bisher schaut der Mann nun plötzlich auf das Auto und die Frau auf die Tiere. Kann man an Carlas Blickverhalten erkennen, dass sie den Wechsel der Vorlieben bemerkt hat? Ganz schön, dass wir sehr genau, viel genauer als vorher, analysiert haben, was oben passiert, und sie guckt sich auch genau die Objekte noch einmal an, und in ihrem Köpfchen arbeitet jetzt gerade: Was ist denn hier los? Das ist ja ganz anders als vorher. Schon die zwölf Monate alten Babys registrieren, dass, wenn es plötzlich einen Wechsel in der Vorliebe gibt, zum Beispiel gucken die immer wahnsinnig interessiert in die Gesichter und schauen sich genau an, worauf man guckt und wie man drauf guckt, auch die Emotionen, mit denen man guckt. Das ist also ganz spannend, schon für die Allerkleinsten.

Jo ist bereits drei Jahre alt und schon einige Schritte weiter. Wie für sein Alter typisch zeigt er Hilfsbereitschaft, wenn sich ein anderer die Finger einklemmen und sein Unbehagen noch dazu deutlich zum Ausdruck bringt. [Musik] Als derselben Person danach gleich noch ein Missgeschick passiert, hilft der Dreijährige, indem er zum Trost einen Ballon abgibt. Doch Kinder prüfen sehr genau, ob ihre Hilfsbereitschaft tatsächlich gebraucht wird oder der andere seine Not vielleicht nur vorspielt. „Dass ich mir nur diesen Ärmel einklemmen und sofort ist ihre Reaktion, dass er eben ein bisschen verschmitzt guckt, das nicht ganz ernst nimmt und einfach eine Weile braucht, bis sie, bis sie dann merkt: Okay, vielleicht sollte ich diese Kiste aufmachen, damit dass es hier weitergeht.“ „Und ich habe das sehr schön sehen, dass sie einfach etwas länger brauchen, um da einzugreifen. Das Kind weiß, dem Forscher ist zuvor nicht wirklich etwas passiert, und wenn ihm nun der Ballon wegfliegt, dauert es länger, bis er getröstet wird. Und auch hier sieht man sehr schön, dass sie einfach jetzt anfängt zu zögern; sie kommt erst zu mir, dann guckt sie auf diesen Ballon, dann ist die Zögerlichkeit zu mir, wie darüber. Sie braucht einfach ein bisschen länger, bis sie sich dazu entscheidet, mir dann doch zu helfen; dabei die Balance, zu mir darüber zu gehen.“ Aber auch dann setzen Kinder ihr Mitgefühl in konkrete Hilfe um. Psychologen nennen das „Handeln aus Sympathie“: Ich kann also mich in die andere Person hineinversetzen und kann für die andere Person fühlen und mitfühlen; kann also entscheiden, was für die Person das jetzt Gewinnbringende wäre. „Um diese Nutzer, also diese Kinder, zeigen nach unserem Dafürhalten den klaren Ausdruck von Sympathie.“ Aber können Kinder mit drei Jahren sich schon in jemanden hineinversetzen, der etwas völlig Anderes denkt als sie selbst? Das ist die Sally, und das ist Andy. Sally hat ein graues Kleid und rote Schuhe. Die beiden haben die Kiste, und die haben einen kaum dass da kommt, und was die auch noch haben, ist ein Ball. Genau, mit dem spielen die beiden. Sie nehmen den Ball und tun ihn in die Kiste. Der Ball ist in der Kiste. Und jetzt geht die Sally raus, auf den Spielplatz spielen, und kann nicht mehr hören und sehen, was hier drin passiert. Und Andy, der geht er an, nimmt den Ball aus der Kiste und tut den Ball in den Korb. Jetzt kommt die Sally vom Spielplatz zurück und sucht den Ball. Was glaubst du denn, versucht die denn jetzt nach dem Ball, und warum geht die zum Korb? Gibt die falsche Antwort, wie alle Dreijährigen, denn in diesem Alter vermuten Kinder noch, dass andere immer das Gleiche denken wie sie selbst. Erst Kinder ab fünf Jahren, wie Elsa, können bei diesem Spiel richtig vorhersagen, dass Sally am falschen Ort nach dem Ball sucht. „Super Satz! Was glaubst du denn, wo sie nach dem Ball sucht? Hier drin, und warum glaubst du, sucht sie da drin?“ Also der Knackpunkt an der Aufgabe ist der, dass das, was das Kind über die Welt weiß, nicht das ist, was sie über die Welt weiß. Und wenn das Kind vorher sagen muss, was sie als Nächstes tut, dann muss es verstehen, dass in Sallys Kopf was anderes vorgeht als in ihrem eigenen Kopf. Sich in andere hineinversetzen. Mit jedem Jahr lernen Kinder das etwas besser. Auch durch Beobachtung von Erwachsenen. Kinder lernen nicht nur dann, wenn wir versuchen, ihnen etwas beizubringen, sondern Kinder lernen aus ihrer Umgebung, und das auch aus der sozialen Umgebung, im Grunde ständig. Weil Kinder vor der Aufgabe stehen, sich in das soziale Gefüge einzufinden, sich in die Kultur, in der sie aufwachsen, einzufinden, die Regeln, die Umgangsweisen, die Verhaltensweisen zu lernen. Das heißt: Wenn wir Erwachsenen uns um Kinder bewegen, mit Kindern zusammen sind, dann müssen wir davon ausgehen, dass Kinder diese Informationen in sich aufnehmen, und das gibt uns als Erwachsenen natürlich eine Vorbildfunktion und damit auch eine gewisse Verantwortung. Deshalb wird es für Forscher spannend bleiben, sich in Kinder hineinzuversetzen und zu lernen, was in deren Köpfen vor sich geht.

Kinder lernen ständig, von klein auf, und das Verhalten der Eltern ist dabei ganz wichtig. Nehmen Sie eine ganz konkrete Situation: Eltern sprechen mit ihren Säuglingen. Das läuft in etwa so ab: „Bist du traurig?“ Es ist ganz automatisch so, dass die Mimik übertrieben ist, die Aussprache übertrieben ist. Das machen wir irgendwie intuitiv, und wir spiegeln damit dem Kind die Gefühle: Mimik, Worte und Tonfall, da stimmt alles überein, und genau dadurch lernt das kindliche Gehirn Gefühle zu erkennen und auszudrücken. Aber jetzt stellen Sie sich die identische Situation vor, nur diesmal schaut Papa aufs Smartphone: „Bist du traurig?“ Merken Sie was da passiert? Irgendwie passt nichts mehr zusammen: also das Gefühl des Kindes, die Mimik des Vaters, und das Gehirn des Kindes bekommt also eine falsche Information. Und wenn so etwas häufiger passiert, dann ist zu befürchten, Experten meinen, Kinder lernen nicht mehr ihre Gefühle richtig einzuschätzen, und auch ihr Einfühlungsvermögen könnte darunter leiden. Und inzwischen ist es so: Nicht nur Papa steht auf Smartphone, das Smartphone erobert auch die Kinderzimmer. 70 Prozent der Kita-Kinder sind heute mehr als eine halbe Stunde täglich am Smartphone ihrer Eltern, und natürlich wollen die noch länger, und es gibt Streit. Und man muss feststellen: Wir Eltern sind die erste ältere Generation, die überhaupt mit dem Problem Smartphone & Co aufwächst, und für viele von uns stellt sich die Frage: Wie soll man eigentlich damit umgehen? Anja besucht ihre Freundin Larissa in der Nachbarschaft. Die sechs Kinder spielen zusammen. Irgendwann kommt dann immer wieder dieselbe Frage: Ob Smartphone oder Tablet, Hauptsache digitale Medien. Zum Leidwesen der Eltern, dann kann man das schlecht kontrollieren, dann sind sie sich so selbst überlassen, und natürlich suchen sie jede Möglichkeit, um zu spielen und spielen dann so nebeneinander. Es gibt keine Kommunikation; jeder für sich spielt, kann ein Foto machen, und dann kommt da im Tempel zum Beispiel Herzchen oder kein Hund oder manchmal Kanal. Was auffällig ist, ist das, so dass normales Miteinander leidet. „Also die bugsieren sich in diese Spiele hinein und haben, ich kämpfe gegen Beispiel für, ist eigentlich irgendwie komisch die, ich gerade das rausgekommen und dann hat man die jetzt schon auf Maxi-Level angesprochen, man 50 davon um den Maxi-Level zu haben.“ Meine ich, wenn es nach ihnen ginge, könnten sie das viel häufiger machen. Die Eltern schränken die Bildschirmzeit aber ein; darüber gibt es ständig Streit. Wir sind anders groß geworden; wir waren viel draußen, und das ist das „Neumodische“, was wir noch nicht kennen; es ist noch nicht so erforscht, und ich weiß nicht, welche Auswirkungen das auf meine Kinder hat. Viele Wissenschaftler sind besorgt: Die ständige Beschäftigung am Bildschirm könnte Einfluss haben auf wichtige Entwicklungsprozesse, die im Gehirn der Kinder ablaufen. Mit diesem Prozess der Hirnreifung beschäftigt sich Neurobiologin Nicole Strüber seit vielen Jahren; sie verfolgt die Forschung auf diesem Gebiet der frühen Kindheit. „Es ist so, dass da die ganzen Nervenzellen miteinander verbinden, und dann die Nervenzellverbindungen, die immer wieder genutzt werden, die werden stabilisiert, und die, die nie genutzt werden, weil keine entsprechenden Erfahrungen stattfinden, die werden dann abgebaut, beseitigt; es wird aufgeräumt. Und deshalb ist es auch so wichtig, dass Kinder in der frühen Kindheit ganz viele Erfahrungen machen.“ Welche Erfahrungen wichtig sind, hängt vom Alter ab. So müssen kleine Kinder erst lernen, dass es einen Unterschied gibt zwischen Spiel und Wirklichkeit. Digitale Medien überfordern sie noch. Im Kindergarten und Grundschulalter perfektionieren Kinder ihre Bewegungsabläufe; dafür brauchen sie viel Übung und die Möglichkeit, etwas auszuprobieren. Im Spiel mit anderen lernen sie außerdem Gefühle kennen wie Scham und Stolz. Kinder müssen in dem Alter so viel lernen: Sie müssen lernen, sich in andere Menschen hineinzuversetzen; sie müssen ihren Körper beherrschen, die Sprache verwenden, und für all das ist natürlich Zeit erforderlich. Das Smartphone muss da nicht unbedingt an sich schädlich sein, sondern es ist wichtig, dass das Kind noch viel Zeit mit anderen Dingen verbringt. Es gibt zum Beispiel Studien darüber, dass Kinder, die früh viel fernsehen, dass die schon eine verringerte Fähigkeit haben, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Auch bei älteren Kindern und Jugendlichen finden noch wichtige Entwicklungsschritte statt: Sie lernen jetzt Risiken einzuschätzen, sich selbst zu kontrollieren und die Gefühle und Gedanken anderer noch besser nachzuvollziehen. Dafür brauchen sie Kontakte mit Gleichaltrigen. Im sozialen Miteinander wird zum Beispiel Oxytocin freigesetzt, und das richtet ganz viel im Gehirn aus und verstärkt auch das Lernen im Miteinander. Und ja, diese ganzen Erfahrungen brauchen Kinder, damit sich die Nervenzellen stabilisieren, und natürlich wird kein Oxytocin ausgeschüttet, wenn man am Smartphone spielt. Die Kinder von Anja und Larissa haben noch keine eigenen Smartphones; bislang dürfen sie nur am Wochenende an die digitalen Geräte ihrer Eltern. Doch die Eltern befürchten, dass sie das nicht mehr lange durchsetzen können. Man hat schon einfach mal gesehen, wie sich das jetzt entwickelt, aber sie wollen dranbleiben. Smartphones & Co gehören zwar heute zu unserem Leben; wichtig ist aber, dass den Kindern noch viel Zeit für andere Dinge bleibt. Das Gehirn entwickelt sich ab der Geburt in einem rasenden Tempo: Also die Nervenzellen, das Verhalten bei einem Zweijährigen – da gibt es mehr Verbindungen als bei einem Erwachsenen – geprägt durch die Erfahrung. Denn: Was man nutzt, das bleibt; der Rest stirbt dann allmählich wieder ab. Und das ist der Grund, warum Erfahrung bei Kindern so wichtig ist. Also Kinder sollten sich bewegen, sprechen, singen, Gefühle kennenlernen; all das stabilisiert die entsprechenden Nervenzellverbindungen. Aber jetzt stellen Sie sich vor, das Kind hängt ständig vor dem Bildschirm: Da fehlt etwas, da passiert genau das nicht. Und Bildschirm ist ein Thema. Warum? Schauen Sie sich mal die Statistik an: Inzwischen haben Jugendliche fast alle ein eigenes Smartphone; aber selbst hier: Die zehn- bis elfjährigen, über 60 Prozent haben ein Smartphone, und konfrontieren uns Eltern damit: Wie sollen wir umgehen? Wie sieht die Erziehung aus? Manchmal ist es ja in Kinderzimmern verdächtig ruhig. Das mag vielleicht bequem sein für Eltern, aber wir sollten irgendwie dafür sorgen, dass unsere Kinder mit Medien umgehen lernen, sie manchmal rausholen in die Offline-Welt. Wir haben für Sie im Internet einige nützliche Hinweise zusammengestellt.

Nun, all das sind Probleme, die man früher nicht hatte. Erinnern Sie sich noch an Ihre Kindheit? Wir haben im Archiv gekramt und uns angeschaut, wie Erziehung und Kindheit früher aussahen. Die 60er Jahre: Mutter kümmerte sich um den Haushalt und die Kinder; Vater brachte das Geld nach Hause. Als Kind waren wir gewohnt zu gehorchen, ohne lange Diskussionen, und es gab klare Regeln. [Musik] In der Schule herrschte Disziplin und Ordnung; doch der Leistungsdruck war noch nicht so hoch. Es war die Zeit des Wirtschaftswunders; die Zukunft schien sicher. Auf der Straße waren die Kinder die eigenen Chefs – eine Welt ganz ohne Erwachsene. Fast alle hatten mehrere Geschwister: also jede Menge Kinder zum Spielen. Gab es Streit, mischten sich Erwachsene nicht gleich ein; ging ja auch so. Früher waren die Regeln klar: Papa geht arbeiten, Mama führt den Haushalt, und gegessen wird, was auf den Tisch kommt. Aber all das, diese festen Strukturen, haben sich verändert. Heute wird diskutiert; es gibt jede Menge Meinungen, und die gehen zum Teil auseinander, und es ist schwer, sich in diesem Dschungel überhaupt einen Überblick zu bewahren. Eine Methode, die immer wieder im Gespräch ist, ist das sogenannte „Attachment Parenting“, heißt so viel wie „bindungsorientierte Erziehung“. Der Grundsatz: Die Bedürfnisse des Kindes stehen im Mittelpunkt, und dafür gibt es klare Regeln. Aber funktioniert das auch im Alltag? Wir haben im niederbayerischen Dingolfing eine Familie besucht. Das ist Annelie, und das ist Anni. Lisbeth nutzt es als Trampolin; denn zum Schlafen geht sie ins Familienbett mit Mama und Papa. Seit ein paar Monaten sind sie zu viert hier; da wurde Julius geboren und schläft natürlich auch im Familienbett. Tom und Nadja Bauers Methode: So viel Nähe wie möglich. Sie machen „Attachment Parenting“, bedürfnisorientierte Erziehung. [Musik] Die Methode beruht auf den Erfahrungen von William und Martha Sears, die sich als Eltern von acht Kindern als Experten sehen. Ihre Empfehlungen: Stillen zehn bis zwölfmal am Tag, so lange das Kind möchte; viel Körperkontakt durch ständiges Tragen bei Tag, im Tragetuch, bei Nacht im Familienbett; kein Schlaf- oder Sauberkeitstraining; das Kind allein entscheidet, und die Eltern sollen lernen, ihr Baby zu lesen; das heißt frühzeitig zu erkennen, wann es sich nicht wohlfühlt, damit es gar nicht erst beginnt zu weinen. „Bedürfnisorientierte Erziehung heißt für mich, dass man einfach aufeinander eingeht, dass man sieht, welche Bedürfnisse sind gerade vorhanden. Weil ich sage, die Babys, die haben schon die, handelt die Chefrolle, weil wir haben einfach meisten Bedürfnisse. Bei Annelie war ganz klar der Chef als Baby; sie schrie viel, schlief nie länger als eineinhalb Stunden.“ Zwei Jahre war Nadja mit ihr nur zu Hause; niemand sonst konnte das quirlige Kind beruhigen. Annelie völlig auf die Mutter fixiert, Tag und Nacht. „Danke, liebe Zauberinsel!“ Mittlerweile bleibt sie auch mit Tom allein. Der engagierte Vater war zeitweise sehr verunsichert. „Am Anfang nicht ganz verstanden, teilweise gezweifelt, wenn bedingt es gibt, und dass das Kind nur und Mama, dann muss die Mama Glas im Haus G9 besteht, dass sie ist nicht einfach auf ihn fixiert wird.“ „Das Lesen Kinder beim Julius ist ja anders, du konstant sind wir zum Essen gehen, und Pastoren ist passiert nichts. Julius ist entspannter, flexibler als seine Schwester, aber auch er hängt vor allem an der Mutter. Ich sag nur zu 90 Prozent dieser angehören.“ Also wie viel Stunden das sind, kann ich nicht aufbrechen. [Musik] Für andere ist das nicht immer nachvollziehbar. Nadja und Tom wissen das. [Musik] „Ja, also mir erzählen mal gar nicht so viel, was man da machen kann, weil glaubt ist das Verständnis. Ja, es ist einfach unsere Sache, und wir machen muss so auch, deswegen können wir über seine erklären.“ Dabei geht es ihnen gar nicht so sehr darum, die Regeln von Attachment Parenting einzuhalten; sie haben ihren eigenen Weg gefunden. „Wo ich verhallt ist ein Typ bin, ist es die Dinge zu dogmatisch zu betrachten. Ich könnte 400.000 Ratgeber lesen, aber ich fühle mich mit dem, so wie ich mache, wohl. Ich habe ja keine Gäste waren in Pentling machen lässt wissen, dass definiert ist, mir macht man jetzt wieder bei mir, das für richtig finden, und gibt es bestimmte, die sind zu wenig und zu viel, aber das muss er für sein Kind selber entscheiden.“ Genau das ist vielleicht das Erfolgsrezept der Bauers: Nicht die Regeln, sondern ihr eigenes Gefühl entscheidet. „Du brauchst Hilfe, das schaffst du, du schaffst du, darfst du in den Käme, dann probieren sie mal alleine.“ Demnächst wird Annelie in den Kindergarten gehen und sicher auch ganz viel alleine schaffen. Alleine schaffen. Nun eigentlich ist genau das das Ziel der Erziehung, nämlich unsere Kinder so zu unterstützen, dass sie am Ende eigenständige Persönlichkeiten sind. Und Eltern wollen ihre Sache so gut machen wie keine Generation davor; da wird viel diskutiert. Das ist genau der Grund, warum es diese unzähligen Ratgeber gibt. Aber wie stehen eigentlich Kinder selbst zu Erziehungsfragen? Wir haben einen Versuch gemacht: Haben nämlich die Rollen vertauscht. Vier Kinder aus Köln gaben einen Tag lang Eltern Erziehungstipps. [Musik] Hallo, ich bin die Fällen, wenn acht Jahre alt, und wir wollen heute ein Experiment machen; wir wollen die Leute beraten, für Erziehungstipps. Ich bin der Josef, und ich würde meine Kinder sehr streng ziehen. Ich bin Gucke, ich bin neun Jahre alt, und ich würde meine Kinder für die Selbst vorbereiten. Ich bin wenn du, und ich bin acht Jahre alt, und ich würde meine Kinder nicht zu streng und auch nicht zu locker erziehen, also beides. [Musik] Jetzt betreut. [Musik] Bei dir bekomme ich jetzt Jungs-Tipps. Sie können sich in setzen. Ja, ich habe zwei Kinder zu Hause, eine 7, der andere 5, sind zwei Jungs, und die streiten sich ganz schön viel, auch schon mal ganz schön handfest. Ich bin mir nicht sicher, ob ich da wirklich dazwischen gehen soll, weil es tut dann vielleicht ja auch ganz gut, sich zu streiten. Hast du da vielleicht einen Tipp, was ich da machen kann? Ja, ich habe einen Kämmer auf jeden Fall: Du solltest dazwischen gehen und sagen: „So, jetzt geht einer in dieses Zimmer und einer in dieses Zimmer“, und die Vimpelcom, ob du kannst, den einen das Wohnzimmer schicken, unter den anderen in das Kinderzimmer, und dann sagst du: „Ich vollkommen fünf Minuten wieder, wenn ihr euch beruhigen könnt, können wir den Streit klären“, aber sie soll mit danach mit denen auch beiden reden. Ja, ja, das bringt mich weiter, glaube ich, danke schön. Manche Platz. Ja, wir haben noch zwei Söhne im Alter von drei und vier Jahren; ihren Sitzungen viel zu viel von der Glotze. Was machen wir damit, die nicht viel zu bieten? Einfach verbieten, dann heimlich gucken, oder schon mal ein Kabel verstecken, dass dies nicht finden oder mein Papa, der hat die Anschaltung verstellt, der hat verstellt, dass sich andere Sachen machen muss, dann wird das Ding angeht, oder ich wurde einfach Stecker ziehen, eine ganze Menge, und die wissen nicht, wo das rein gehört. Du sonst noch los? Hallo, wie geht’s? Und Erziehungstipps, Lisas der mit dem Teilen. Er bekommt jetzt bald ein weiteres Geschwisterkind, einen kleinen Bruder; müssen wir eben jetzt schon beibringen zu teilen, oder glaubst du, erlernt das dann, wenn das Kind da ist? So bei mir war das so, als meine Eltern mir versucht haben, Teilen beizubringen, da war es beim Anfang erst noch total blöd für mich, aber dann habe ich was geteilt, und dann hatte ich das Gefühl gehabt, dass das Spaß macht, anderen eine Freude zu machen. Wer, wie der Weiße beschreibt, in einem Geschwisterchen kommt, mein ist wichtig oder Ahnung. Ich stehe jetzt von meiner letzten Prüfungen und dem dann endgültig auch Lehrerin. Was muss ich denn beachten? Also, was es für euch eine gute Lehrerin, für mich, dass eine gute Lehrerin, dass sie nicht zu streng uns, aber sie muss schon ein bisschen streng sein, dass die Kinder auch ein bisschen Druck kriegen, dass sie arbeiten. Und wie ist man am besten streng? Zum Beispiel jetzt, wenn ein Kind die ganze Zeit quatscht und du siehst, er hat fast gar nichts gearbeitet, dann dürfte er nicht in die Pause, weil er schon die ganze Zeit Pause gemacht hat. Markieren, welche guten Sachen kann man noch machen? Wir uns in Sachen kann nicht punkten; ich weiß gar kein Thema ist gerade keins. Also man sollte mit den Kindern auch einmal im Monat oder so einen Ausflug machen, im Park oder so, und im Schuljahr 12 Mal, um so was wie Museum. Unsere Lehrerin ist mit uns z.B. im Zoo gegangen; das fand ich toll. Also Ausflüge und aber auch ein bisschen streng sein. Erziehungstipps. Guten Morgen, ich habe…

Mir okay. Also, ich habe vier Kinder, und leider ist mein mittlerer Sohn geistig behindert. Und man merkt das immer, wenn er draußen spielen geht. Auf dem Spielplatz wird er von anderen Kindern immer sehr gehänselt und auch leider mal geschlagen. Wie kann man damit vielleicht besser umgehen? Das ist jetzt eine sehr schwierige Frage. Ich möchte ihn sehr gerne helfen. Also, ich wurde auch sehr oft gehänselt. Ich weiß nicht warum, aber ich habe gelernt, die einfach zu ignorieren oder einfach dem aus dem Weg zu gehen. Und wenn die mich schubsen oder schlagen, schlage ich die Antwort zurück, so als Verteidigung. Du könntest ihn beim Kampfsport anmelden, aber da bin ich mir nicht so sicher. Vielleicht hat er da auch ein bisschen Angst. Das versuche ich ja meinen Sohn auch immer zu sagen: Versucht euch zu wehren! Aber meistens sind die immer zu zweit, zu dritt. Das ist das Unfaire, noch Gewalt ist. Ich kenne so einen Spielplatz, da sind ganz viele Kinder, die verstehen sich sehr gut. Auf wenn sie sich nicht kennen, die machen einfach ihre eigenen Sachen und kümmern sich nicht um die anderen. Ich glaube, das wäre ein sehr guter Spielplatz. Das ist der Elefantenspielplatz. Haben Sie davon schon gehört? Ein Elefantenspielplatz? Okay, dann bedanke ich mich bei dir. [Musik] [Musik]

Was für tolle Kinder! Kinder stellen übrigens ihren Eltern durchaus ein gutes Zeugnis aus. Es gab eine repräsentative Befragung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Und schauen Sie mal: 75 Prozent dieser jungen Erwachsenen sagen, sie würden ihre eigenen Kinder in etwa so erziehen, wie sie selbst erzogen wurden. Also, diese Zahl macht Hoffnung und zeigt: Wir können etwas entspannen. Aber nur etwas, denn es gibt ja noch das Reizthema Schule und Hausaufgaben. Nun, es gibt viele Eltern, die machen sich Gedanken darüber. Es gibt viele Studien, da spricht man dann von bildungsnahen und bildungsfernen Familien. Aber was fehlt, ist der Blick in die Familie. Und ein Forscher will genau das ändern. Nachdem ich über viele Monate Familien zum Thema Hausaufgaben befragt und beobachtet habe, sie machen mit beim Forschungsprojekt: Melvins Familie aus Lotte in Westfalen und aus Hasbergen, die Familie verlassen, zwei Familien und zwei Kinder, die ganz unterschiedliche Interessen haben. [Musik]

Lasse liest sehr gerne und oft, und sogar jeden Morgen auch die Tageszeitung. Melvin fasziniert alles, was mit Landwirtschaft zu tun hat. Er spielt gerne draußen und begleitet den Bauern aus der Nachbarschaft regelmäßig bei der Feldarbeit. Aber da gibt es noch etwas: Die Hausaufgaben – für beide eine Herausforderung. Besuch von Forschern der Universität Osnabrück. Sie haben ganz unterschiedliche Familien über zwei Jahre begleitet, um herauszufinden, wie sie im Alltag mit der Herausforderung Hausaufgaben umgehen, was eigentlich konkret in der Familie passiert. Das ist relativ unerforscht; da gibt es wenig empirisches Wissen über. Und diese Lücke möchten wir füllen. Wir möchten wissen: Was machen die Familien? Was machen Eltern und Kinder konkret miteinander? Und wie ist auch Erziehung in der Familie eingebunden, in den Familienalltag, ins Zusammenleben von Eltern untersucht haben die Forscher die Zeit von der Einschulung bis ins zweite Schuljahr lang. Wie klappte es bei Melvin zu Schulanfang? Also, ist ein grundsätzliches Ingo, ihm fehlte halt einfach diese Spielzeit und diese Bewegung, die er halt aus der Kita gewohnt war: So rausgehen, spielen, toben, rennen, klettern, halt das machen, wozu er Lust hat und nicht dann Unterordnung, was sagen jetzt gerade im Unterricht ist. Damit Melvin genug Zeit zum Spielen bleibt, haben seine Eltern für die Hausaufgaben feste Zeiten eingeführt. Ich glaube, er braucht auch die Struktur: Nachmittags essen, eventuell noch mal kurz zehn Minuten spielen, je nachdem wie die Tagesform war, und dann aber konzentriert an die Hausaufgaben setzen. Was die fertig sind. Auch bei Lasses Familie wollen die Forscher erfahren, wie sich das Hausaufgaben-Thema in den ersten zwei Schuljahren entwickelt hat. Das ist immer noch so ein kleines Organisationsproblem, bis daran denken, an die Aufgaben, ja doch, das zieht sich so durch, macht das ganze nicht das Passende, es nicht da, oder es ist nicht aufgeschrieben. Aber gut, das liegt jetzt aber auch, wenn das das Verantwortung sind, dann entweder darum zu kümmern und man sind noch organisieren kann, oder dann muss man eben beim nächsten Tag danach machen, aber zu verschmerzen.

Um genau herauszufinden, wie das mit den Hausaufgaben im Alltag funktioniert, wurden die Familien auch gebeten, Videotagebücher zu führen. Heute, als Zweitklässler, arbeitet Lasse allein an seinen Schulaufgaben. Doch ein Video aus dem ersten Schuljahr zeigt, dass Lasses Mutter anfangs noch Starthilfe bei den Hausaufgaben leistete. Sie hat eine pädagogische Rolle beim Bearbeiten der der Hausaufgaben. Sie hilft ihm, indem sie die Aufgaben formuliert, indem sie eben Aufgaben stellt und Arbeitsimpulse gibt, ähnlich wie eine Lehrerin, ähnlich wie eine Pädagogin das machen würde. Die Starthilfe hat Erfolg. Schon bald macht Lasse seine Aufgaben zunehmend selbstständig in der Schreibecke seines Kinderzimmers. Bei Melvin finden die Hausaufgaben am Esstisch statt. Seine Mutter achtet auf die zügige Erledigung. Doch zwischendurch erlaubt Melvins Mutter auch kleine Spielpausen. Sie sind der Szene zwei Minuten, eine Minute weg gewesen, und in der Minute konnte melden sie sich eine kleine Auszeit nehmen und kehrt dann aber auch wieder zurück in die Hausaufgaben und macht dann auch wieder mit. Also, dieser Wechsel raus aus den Hausaufgaben ins Spiel und wieder zurück ist was was hier recht prägnant ist. Dadurch, dass die Mutter sohn Toleranz seine Tage legt ihn auch mal einfach machen zu lassen, wenn er ein bisschen abschleift und erst dann, wenn sie zu viel wird, auch wieder regulierend eingreifen. Und wie funktionieren die Hausaufgaben heute? Lasse erledigt sie inzwischen ganz selbstständig. Die Mutter ist schon lange nicht mehr dabei. Auch Melvin macht seine Hausaufgaben nun alleine, aber weiterhin am Esstisch. Zwei Familien, zwei Strategien. Also, zunächst mal finde ich es bemerkenswert, wie unterschiedlich beide Familien eine ganz ähnliche Aufgabe bearbeiten. Beide machen sie auf ihre Art und Weise gut. Man sieht bei beiden Kindern, dass sie mit den Hausaufgaben gut zurechtkommen und dass sie diese Aufgaben gut bearbeiten können. Beide Familien haben eine ganz eigene Lösung dafür gefunden, und zu keiner könnte man sagen, sie sei irgendwie weniger tauglich. Es gibt da nicht nur einen Weg. So das Fazit der Forscher. Und Lasse war noch diese Botschaft wichtig: Nicht nur auf Noten gucken! Das Zauberwort heißt bedingungslose Liebe. Und ja, es gibt nicht diesen einen Weg, denn jedes Kind ist anders, jede Familie ist anders. Und klar, da macht man natürlich auch Fehler, aber das ist gar nicht so wichtig. Kinder haben nämlich sehr feine Antennen. Sie spüren, ob die Eltern sie wirklich annehmen, sie wirklich lieben. Und das zeigt sich zum Teil auch bei einem Konflikt, der gehört auch dazu. Sie sprechen immer von der Reibung oder der Herzenswärme. Nun, bei aller Theorie, vielleicht ist das Wichtigste das eigene Vorlieben. Wenn man selber aufrichtig ist, wenn man selber wahrhaftig oder eigenständig ist, dann überträgt sich das auch auf die Kinder. Vertrauen Sie also auf sich und ihre Kinder. Das wird schon klappen. Danke fürs Zuschauen und wie immer: Bleiben Sie uns treu, empfehlen Sie uns weiter. [Musik]