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Statistische Signale gibt es an der Börse immer mal wieder. Es gibt eine ganze Menge davon, und wir haben in den letzten zwei Jahren mehrfach erlebt, dass man sie zumindest manchmal in die Tonne treten kann, weil sie einfach nicht funktionieren. Wir denken nur an die zahlreichen Rezessionssignale, und die Rezession ist nach wie vor nicht da. Es gibt allerdings nur ganz, ganz wenige, die eine Trefferquote von 100 % haben. Und das Signal, über das ich heute berichten möchte, ist seit 1943 insgesamt 19 Mal aufgetreten, und 19 Mal hat sich die Börse danach positiv entwickelt. Wenn so ein Ereignis schon stattfindet, da muss ich euch darüber natürlich etwas erzählen. Legen wir los! Ich begrüße euch ganz herzlich, und ich hoffe, es geht euch gut.
„Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“, heißt es. Aber wollen wir mal nicht unfair sein: Die meisten Signale, die wir an der Börse erhalten – wenn also z.B. die Marktbreite gemessen wird, oder wenn die Anleihen in Korrelation zu Aktien sich in eine bestimmte Richtung entwickeln, oder Arbeitsmarktdaten, oder all diese ganzen Signale – haben nun mal häufig eine Trefferwahrscheinlichkeit von 75 bis 80 %, manchmal auch 85 oder 90 %. Es gibt aber somit zwangsläufig immer noch eine Möglichkeit (10, 15, 20 %), dass das Ganze anders kommt als vorher gedacht. Und wir haben es nun mal in den letzten zwei Jahren häufiger erlebt, insbesondere mit Blick auf die Rezessionssignale. Sie sind dann nicht gekommen. Also, die Wahrscheinlichkeit war hoch, aber die Realität war eine andere. Umso mehr freue ich mich, euch heute ein Signal vorzustellen, was viele von euch vielleicht nicht kennen. Ich habe auch eine Vermutung, woran das liegt, warum das zumindest mal im deutschsprachigen Raum nicht so bekannt ist, welches aber eine Trefferwahrscheinlichkeit von 100 % mit sich bringt. Es ist ein sehr seltenes Signal. Es ist seit dem Zweiten Weltkrieg ganze 19 Mal aufgetreten, und 19 Mal sind die Börsen in der Folge gestiegen.
Ich kann auch schon mal vorwegnehmen: Im Schnitt 4,8 % nach einem Monat, 7,6 % nach 3 Monaten, 14,8 % nach 6 Monaten und 23,4 % nach 12 Monaten. Und das ist natürlich, insbesondere mit Blick auf den 6- und auf den 12-Monats-Zeitraum, ziemlich bullish. Und dann noch 100 %! Deswegen an dieser Stelle der wichtige Disclaimer: 100 % in der Vergangenheit heißt nicht 100 % in der Zukunft. Es kann also diesmal auch anders kommen. Insbesondere handelt es sich um einen Durchschnittswert. Vielleicht steigt der S&P 500 nur 5 oder 6 %, oder wie gesagt, das 20. Signal wird dann vielleicht kein erfolgreiches sein. Wir wissen es nicht genau. Ich warne allerdings davor zu sagen: „Diesmal sind die Zeiten ganz anders.“ Versprochen! Auch wenn es gerade echt wild ist – die Zeiten fühlen sich immer irgendwie ganz anders an, wann immer die Börse unter Unsicherheit leidet, dann natürlich, weil ihr die Perspektive fehlt. Momentan ist es besonders unsicher. Aber auch wenn es vielleicht für den einen oder anderen nicht so leicht zu verstehen oder nachzuvollziehen ist: Rein theoretisch ließen sich viele der Probleme, die die Börse derzeit unter Druck setzen, ja relativ schnell, um nicht zu sagen mit ein, zwei Posts auf Truth Social oder sonst irgendwo, lösen. Ich sag nicht, dass es so kommen wird. Nur der Disclaimer ist ganz wichtig: 100 % in der Zukunft – die werden wir niemals bekommen.
Meine Mutmaßung, warum dieses Signal nicht so häufig besprochen wird, ist, dass es so furchtbar schwierig auszusprechen ist – für selbst wahrscheinlich für einen Native Speaker. Also, es heißt Zweig-Martin Zweig heißt der Mann, der das Ganze entwickelt hat – schon vor vielen, vielen Jahrzehnten: Zweig Breadth Thrust. Also gleich zwei „TH“. Also „Breath“, „Bread“ könnte man auch einfach sagen. Die meisten machen sich ja gar nicht die Mühe mit dem „TH“. Was hantiere ich denn hier rum? Also, die hier ist die Marktbreite gemeint, und der Thrust, also der Schub – das kennt ihr aus Top Gun. Wie viele Aktien steigen im Verhältnis zur Gesamtzahl der Aktien? Wenn innerhalb von 10 Handelstagen dieses Verhältnis von 0,4 (also nicht mal die Hälfte der Aktien) steigt, auf 0,615 steigt, dann kommt es zu einem positiven Signal. Und wie bereits erläutert: Seit 1943 gab es 19 Signale, das letzte am 3.11.2023. Wie wir wissen, es hat funktioniert. Die Aktien sind danach gestiegen. Trefferquote: Also 100 %, nach 6 und nach 12 Monaten. An dieser Stelle der Hinweis: Dieses Signal war dann häufig ein Signalgeber für alle Aktienbörsen, was aber auch daran liegt – gemessen wird es an den US-Börsen –, dass die US-Börsen, und das ist nach wie vor, würde ich mal sagen, in der Breite immer noch so als große Taktgeber gelten für die ganze Welt.
Ich habe aber in den letzten Wochen einige Zuschriften bekommen von denjenigen, die gesagt haben: „Na ja, aber vielleicht bin ich doch bisschen zu sehr nur in US-Aktien investiert. Vielleicht sollte man auch so eine Erholung wie jetzt mal nutzen und dann darüber nachdenken: Möchte ich wirklich 60, 70, 80 % in US-Aktien?“ Wenn man sagt: „Ja, auf jeden Fall“, okay. Wenn man sagt: „Ich würde gerne diversifizieren und dort diversifizieren, dort investieren, wo die Wachstumsraten deutlich höher sind als in Europa“, dann sprechen wir über Asien. Und Asien sind ja nicht nur Emerging Markets. Es gibt Asia ETFs, und zwar eine ganze Reihe. Und hier muss man wissen, welche man kauft. Es gibt sie mit Japan, es gibt sie ex Japan und so weiter. Genau das werde ich – vielen Dank auch für die positiven Rückmeldungen in den letzten Wochen dazu – im Report kostenlos am Mittwoch für euch besprechen. Ihr könnt euch hier unter diesem Video dafür eintragen. Ich nehme die Asien ETFs unter die Lupe für euch. Tragt euch gerne ein!
So fast schon ironisch ist es natürlich: Ja, das hat die Bild-Zeitung – upsala – äh, letzte Woche… Oh, ihr seht, ich bin kein ähm… ich bin kein Mitglied, kein abonniertes Mitglied. „Seltenes Kursphänomen“, hat die Bild-Zeitung wann geschrieben? Na ja, laut Kurstafel mal am 21. April. „Schlechtes Omen: Das Todeskreuz macht Börsenangst, und das bedeutet es für Anleger.“ Also, dieses Todeskreuz ist tatsächlich aufgetreten, aber im Gegensatz zu dem Signal, welches ich heute für euch bespreche, hat es eine Trefferwahrscheinlichkeit < 50 %. Sonst würde man es gar nicht besprechen. Können wir auch einfach eine Münze werfen. Aber man sollte es auch nicht überbewerten. Ja, also seitdem sind die Börsen einiges äh gestiegen, sowohl in den USA als auch in Europa. Aber nehmt es wie es ist. Ja, vielleicht wird das Todeskreuz den Zweig Breadth Thrust Indicator besiegen. Wer weiß es? Man muss ja auch immer auf die Historie schauen. Theoretisch könnten Kurse ja auch 6 Wochen fallen und sich dann erst deutlich erholen. Dann wäre ja immer noch die Trefferwahrscheinlichkeit auf Sicht von 6 bis 12 Monaten gegeben. Also, ich sag’s euch nur mal: Dieses Todeskreuz – who knows. Es passt zur Stimmung, ist für mich nicht so interessant. Natürlich haben die Nachrichten nicht so viele… weil „Todeskreuz“ klingt natürlich nicht so geil wie dieser Indicator. „There’s an ultra rare bullish signal on the verge of flashing in the stock market“, schreibt hier Yahoo Finance bzw. Business Insider. Das ist genau das… wer noch ein bisschen nachgoogeln möchte. Also, er heißt Martin Zweig. Er hat das Ganze na ja, erfunden. Es ist ja relativ simpel. Hier stehen übrigens auch noch mal die Key Takeaways: Ähm, sehr selten aufgetreten. Am Donnerstag hat es dieses Signal gegeben. In den letzten 80 Jahren hat es immer funktioniert, auf 6- und 12-Monats-Sicht. Und nehmt es einfach als einen Hinweis von vielen, aber nehmt es nicht um zu sagen: „Ich kaufe jetzt im großen Stil Aktien, weil auf Sicht von 12 Monaten werden sie 23 % steigen.“ Noch mal: Es gibt für mich genügend Szenarien, in denen das Ganze sich ganz leicht ausgehen kann. Ich glaube z.B., dass wir es kurzfristig nicht mit einer erhöhten Inflation, sondern mit einer sehr, sehr viel niedrigeren Inflation zu tun haben werden, was dann auch Jerome Powell gesichtswahrend… ich finde, der Mann beweist relativ viel Rückrad momentan. Aber es gäbe ihm die Möglichkeit, dann die Geldpolitik auch deutlich zu lockern. Und wenn das der Fall wäre, und jetzt malen wir uns nun mal aus: Donald Trump schreibt: „Mein Freund Elon hat doch…“, schreibt er noch: „Mein Freund Elon“, egal, wir wissen es nicht, was hinter den Kulissen passiert. „Mein Freund Elon hat über Freihandelszonen gesprochen. I like it. I’m officially the guy for Freihandelszonen.“ Also, wer weiß das schon? Am Ende des Tages macht es keinen Sinn, sich hier nur auf die Schlagzeilen zu stürzen, sondern was hat Sinn gemacht? Genau das, was wir hier auch besprochen haben: Korrekturen > 20 % kauft man in einem langfristigen Portfolio.
Wenn ihr mich jetzt fragen würdet: Hier im DAX, im Entschuldigung, S&P 500 oder auch im DAX – ja, die Notierungen sind nicht von heute, sondern für Freitag. Ich mache das hier für euch am Wochenende, weil ich mir sage: Nur weil draußen die Sonne scheint, kann ich ja nicht einfach frei machen. Also, Wahnsinn, wie schnell sich die Notierung mal wieder erholt haben, in einem Umfeld, wo viele vermutlich jetzt immer noch drauf gucken: „Sag mal, was ist denn ja eigentlich los?“ Ich denke, die Börse – das, das ist hier alles – Börse ist unfassbar rational bei solchen Dingen. Und auch wenn die Börse hier vielleicht einigermaßen bullisch ist, vielleicht ist das ja der rationalste Gedanke. Donald Trump weiß, dass die Zölle mit China am Ende des Tages Verhandlungsmasse sein können. Und Stand jetzt – vielleicht hat sich das bis Montag geändert – ja, Donald Trump sagt: „Hey, ich verhandle mit den Chinesen, wir sind auf dem guten Weg.“ Und die Chinesen sagen: „Wir haben kein einziges Telefonat geführt.“ Was aber dadurch so oder so klar wird: Es ist Verhandlungsmasse. Das sind die beiden wichtigsten Handelspartner. Ich habe gar keinen Zweifel daran, dass China mehr als nur Konkurrenz ist für die USA. Das gilt… wozu soll man den Begriff Feind benutzen? Aber in dem Moment oder in diesem Umfeld macht’s wahrscheinlich am meisten Sinn. Ein absoluter Dorn im Auge. Die Globalisierung war für alle ein Riesengewinn. Niemand hat davon absolut betrachtet so viel profitiert wie die USA. Aber für die USA ist es ein Problem, dass das Handelsbilanz-äh Defizit ein Problem ist, und dass die USA von der Globalisierung noch mehr profitiert haben als die USA – falls sie über Jahre hinweg enorme Wachstumsraten haben. Das ist nun mal für den Primus auch ein Problem. Wird uns das langfristig beschäftigen? Wahrscheinlich schon. Wird es dazu führen, dass Unternehmen keinen Handel mehr treiben können? Wahrscheinlich nicht. Was ich allerdings auch sagen möchte abschließend: Dass diese Erholung sehr schnell vonstatten gegangen ist, jetzt, weil es dieses Signal gegeben hat am letzten Donnerstag. Jetzt zu sagen: „Jetzt muss ich rein in Aktien!“ Meine Güte, wir sind nicht mehr weit von den Allzeit-Hochs entfernt. Vielleicht steigen wir direkt durch. Taktisch für einen aktiven Anleger – Achtung! Der langfristige Anleger hat ja das Tief auf jeden Fall genutzt. Bin ich… wenn man 20, 25 % Kursverlust in einigen Aktien – mehr auch in Qualitätsaktien – nicht nutzt, dann hat man eben auch mal eine Chance verpasst, muss man auch sagen. Einfach, wie hier genannt: Scheuklappen auf, kaufen bei > 20 % Verlust im Index kaufen. Macht nicht alles, aber dafür hat man ja Cash an der Seitenlinie. So, im aktiven Depot ist das jetzt natürlich nach dem Kursgewinn nicht unbedingt das Niveau, wo man dann auf breiter Front einsteigt. Wenn man sagt: „Ich war halt zu spät“, ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir hier in den nächsten Tagen oder Wochen noch mal Rücksetzer sehen, die dann aber wahrscheinlich kaufenswert sein werden. Das gilt sowohl im DAX, das gilt auch im Nasdaq 100. Ja, vielleicht haben sie auch noch ein bisschen Aufwärtspotenzial, und dann geht’s noch mal 1000 oder 1500 Punkte tiefer. Das wäre das klassische Szenario, trotz der Nachrichten, die vermeintlich alle neu sind. So, jetzt kennt ihr den – einmal noch – Zweig Breadth Thrust Indicator. Vielleicht sagt mir auch nur „Zweig Bread Thrust“, das wäre noch einfacher.
Letzter Hinweis für heute: Ich freue mich, einige von euch wiederzusehen, ich hoffe, ihr freut euch auch, und zwar alljährlich auf der Invest in Stuttgart. Den Link dazu… ach, ihr findet das auch… so, jetzt habe ich mir das Datum… es müsste der 8./9. Mai sein, oder 9./10.? Was ist denn…? Freitags/Samstags? 8./9. Mai auf jeden Fall bin ich da. In den letzten Jahren wunderbare Gespräche mit vielen von euch geführt, viele auch dann dort immer mal wieder gesehen. Jedes Jahr habe ich einen Vortrag mit dem äh Goldesel gemeinsam. Das wird am Freitag sein, am Freitag auf der Bühne der Invest, wenn die Invest eröffnet wird, um 9:30 stehe ich da. Und am Samstag werde ich mit meinen beiden Kollegen von By the Dip, also Timo Bauzus und Sebastian Hell, äh im großen Saal – ich glaube, im mit dem Goldesel, also Michael Flender – bin ich auch im großen Saal. Da wird es am Samstag dann quasi ein Live By the Dip Podcast geben. Also, sucht euch was aus. Ich werde am Freitag und Samstag meine Gedanken gerne mit euch teilen. Bis dahin hat sich die Börse ja auch ein bisschen weiterentwickelt. Momentan gibt es einiges zu besprechen. Und für so ein paar private Gespräche über die Börse in der Regel… ähm, was soll ich euch sonst groß erzählen? Modetipps könnt ihr von mir nicht bekommen, und Frisurtipps auch nicht. Also, ich freue mich, wenn der eine oder andere von euch und die eine oder andere von euch vorbeischaut. Macht’s gut! Ich wünsche euch einen schönen Montagabend. Bis dann und ciao!