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Entropic hat gerade eine neue Version von Clord veröffentlicht. Cloud 4 Sonet ist das gratis Modell, und Cloud 4 Opus das neue Big Brain. Aber bei Entropic passieren dabei, ich sag mal, sehr seltsame Dinge – von der Anleitung zum Bau von Chemiewaffen mit Haushaltsgegenständen inklusive Kostenrechnung, bis dahin, dass Cloud 4 Opus sogar aktiv versucht, die Polizei zu rufen, wenn man die falschen Anfragen schickt. Und besonders verrückt: etwas, das Entropic selbst als spirituelles Verhalten bezeichnet. Was zur Hölle ist da los?
Das große Problem ist nämlich: Cloud 4 Opus hat das so eigentlich nicht gelernt. Es ist nicht in den Trainingsdaten drin, was da passiert. Die Entwickler versuchen sogar eigentlich aktiv, das Verhalten zu unterdrücken. Also lass uns heute mal klären, was passiert hier eigentlich gerade? Wie gut – also wie gut funktional und wie gut von der Gesinnung her – ist denn unser neuer Overlord eigentlich?
Ähm, ich habe mir ziemlich direkt nach der Veröffentlichung – und das war am Freitag – Cloud Max gekauft, und seid ihr eigentlich fast rund um die Uhr Cloud laufen lassen, häufig sogar zwei oder gar mehr Clouds gleichzeitig. Denn das Besondere ist, es ist gleichzeitig auch das, meiner Meinung nach, beste Modell für Softwareentwicklung, und hier wird’s erstmal so richtig spannend. Auch falls ihr keine ITler seid, bleibt ganz kurz bei mir, denn das Ganze ist ganz besonders dadurch gefährlich geworden, denn wir sind seit letztem Jahr schon relativ weit gekommen in der Softwareentwicklung. Letztes Jahr war es relativ normal, dass KI einen Großteil des Codes schreibt. Bei Microsoft sind das etwa mittlerweile 30 % des gesamten Codes, der von einer KI geschrieben wurde. Also des gesamten, nicht des neuen Codes. 30 % von allem, was Microsoft ist, ist KI-generierter Code, ne?
Ähm, dieses Jahr ist das Motto: Abschreiben müsst ihr nicht mehr. Das kann die KI auch. Copy-Paste, warum? Das kann die auch. Neu ist nämlich sogenannte agentische Softwareentwicklung. Das heißt, ihr sagt einer KI, was sie tun soll, was sie schreiben soll, und ihr schaut am Ende drüber, ob das eigentlich korrekt war. Und dafür gibt es bei Cloud z.B. Cloud Code. Cloud Code läuft in der Kommandozeile und ist eigentlich darauf aus, Code anzupassen, aber dafür kann Cloud Code natürlich auch Dateien lesen, es kann Dateien schreiben, und es kann sogar Websuchen ausführen und sogar Code ausführen, und es kann Code ausführen, den es eben auch selbst schreibt. Es gibt hierbei zwei Möglichkeiten: Entweder ich muss das alles bestätigen, oder das ganze Ding arbeitet auf Auto-Accept, und das heißt, es wird nicht mehr nachgefragt, was es tun soll oder ob das okay ist, dass es das tut, sondern es wird einfach gemacht. In der Cybersicherheit spricht man hier ganz einfach von einer Remote Code Execution. Das heißt, ich gebe Cloud Rechte auf meinem Rechner, beliebigen Code erstmal zu schreiben und dann diesen beliebigen Code auch noch auszuführen. Komplett einfach so. Das mache ich freiwillig. Das Beste ist: 81 % der Entwickler, die gerade in diesem Moment Cloud Code nutzen, nutzen es nicht so, dass sie bestätigen müssen, sondern sie nutzen es im Auto-Accept-Modus, also in dem Modus, der alles darf. Und genau diese KI hat jetzt dieses unangenehme Verhalten entwickelt.
Well, aber erstmal, wie funktional gut ist denn Cloud 4 wirklich? Ich sag mal so: Im Alltag würde man vermutlich kaum mehr einen Unterschied merken zu anderen Modellen, wie z.B. Gemini 2.5 Pro. Dafür sind die Modelle einfach mittlerweile auf einem Level, das weit über unseren alltäglichen Bedarf hinausgeht – zumindest über meinen. Was allerdings beeindruckend gut ist, ist die Fähigkeit – und das ist jetzt neu – ein Agent zu sein, und nein, damit meine ich tatsächlich zumindest noch nicht, Undercover-Infos über euch zu sammeln und dann an die Behörden weiterzugeben. Darüber reden wir nachher. Agentenverhalten meint bei KI eher, dass es die richtigen externen Tools zum richtigen Zeitpunkt aufrufen kann und mit den Infos dann auch was anfangen kann. Also das kann dann z.B. sowas sein: Es weiß, wenn ihr beispielsweise Infos wollt und die aus dem Internet zu euch kommen müssen, weil das Wissen innerhalb von Cloud dann einfach nicht ausreicht. Es weiß, dass ihr beispielsweise eine Datei über Google Drive abrufen wollt oder einen Kalendereintrag entweder abrufen oder schreiben wollt. Das sind externe Tools, und ja, das sind mittlerweile alles Möglichkeiten, die man innerhalb von Cloud Webktop App von Cloud, wenn man sich die runterlädt. Da kann man sogar bei der Desktop App beliebige Tools einbinden. Das heißt, ihr könnt die selber theoretisch programmieren, oder jemand anders programmiert die für euch. Beispiel: Ihr habt eine To-Do-Liste, bindet sie ein, und eure KI kann das Ding lesen und schreiben. Ihr habt irgendeine Datenbank mit irgendwelchen Infos, egal was, das ist über das Model Context Protokoll möglich. Da gehe ich jetzt nicht drauf ein, das ist relativ IT-lastig. Sagen wir mal so: Es wird nicht lange dauern, bis da eine Art App Store vorhanden ist, wo man sich die Dinger dann einfach wie Plugins einfach einbauen lassen kann. Ihr könnt dann alles miteinander verknüpfen, und die KI kann drauf zugreifen.
Nun gut, wie messe ich denn aber, wie gut eine KI beim Aufrufen von Tools ist? Ich persönlich mache das ganz gerne über Softwareentwicklung auch wieder, denn da wird es einfach am allermeisten und am automatischsten genutzt, und es stellt sich raus, bis zu 80 % des Benchmarks werden gelöst. Wir haben hier den SWE, also den Software Engineering Benchmark mit dem Verified Datensatz. Nicht so wichtig. Das heißt aber im Optimalfall, wenn ich einen Fehler in meiner Software habe und ich melde den sozusagen, in 80 % der Fälle dieser Fehler vollautomatisch gelöst. Das sind ungefähr 10 % Steigerung zu dem Modell, was wir davor hatten, also Cloud Sonet 3.7. Das Problem ist, die Zahlen sind nur so halb vergleichbar, weil die auch ein bisschen frisiert wurden und ein bisschen problematisch sind. Nicht frisiert, aber sie wurden anders gemessen, und das macht sie nicht wirklich vergleichbar. Also nehmt das hier mit einem Grain of Salt, wie man so schön sagt. Aber ich kann zumindest sehen, dass es etwa 10 % besser ist als das Modell davor, aber nehmt die 80 % nicht zu voll. Man braucht schon noch Menschen in der Softwareentwicklung, aber da reden wir anders drüber.
Na ja, was wir mitnehmen können, ist: Entropic hat wohl das gesamte Cloud 4 komplett auf Tools optimiert, denn in allen anderen Kategorien, wie ihr gesehen habt, war ihr Modell davor eigentlich entweder sogar besser oder etwa gleich gut. Und die anderen Modelle Gemini 2.5 Pro, Opme Ice 03, O 03, die sind auch wahnsinnig gut in den anderen Benchmarks. Es geht eigentlich hauptsächlich um diesen Softwareentwicklungsteil, um dieses Tools-Aufrufen. Allerdings muss ich tatsächlich sagen, als Softwareentwickler bin ich wahnsinnig beeindruckt davon – auch wenn die Zahlen das nicht so richtig repräsentieren – denn was man durchaus jetzt neu tun kann, und das habe ich auch getan, man kann tatsächlich einfach Cloud Code laufen lassen, und na ja, dann habe ich mir mal angeschaut, was es so tut. Und es ist tatsächlich kein Scherz an der Stelle, dass das Tool vollautomatisch, komplett ohne, dass ich irgendwas tun muss, mehr als eine volle Stunde komplett selbstständig irgendwas entwickelt, ohne mein Zutun, ohne dass ich irgendetwas tun muss. Und dazu vielleicht noch was anderes: Das Maximum habe ich nicht rausgeholt. Das Maximum hat wohl die Firma Rakuten rausgeholt. Die kennt ihr vielleicht. Die haben Cloud Code einfach mal laufen lassen, und das Ding lief volle 7 Stunden – quasi ein ganzer Arbeitstag, fast zumindest – komplett von selbst, ohne dass irgendwer was machen musste. Und auch wenn ich das selber so nicht erfahren habe: Einfach starten und machen lassen für über eine Stunde ist heftig, denn das Ding arbeitet ja schneller als ich. Es kann ja viel viel schneller Code schreiben und viel viel schneller Code lesen als ich.
Wie ich also anfangs des Jahres gesagt habe: Das Jahr der Agents ist in vollem Gange, und ihr könnt nicht nur einen Agenten starten, der eine Sache tut, sondern halt beliebig viele Agenten starten. Oder auch ein Ding: Ihr könnt einen Agenten starten, der Agenten startet, und ja, Cloud wird dafür immer mehr genutzt. Manus, der chinesische Agent, nutzt Cloud, Cursor für die Softwareentwickler. Selbst Microsoft und GitHub nutzen Cloud im Hintergrund, und ja, ihr könnt es sogar benutzen, um Pokémon automatisch spielen zu lassen, wenn man für Pokémon dieses Plugin eben schreibt bzw. verwendet. Und es würde mich nicht wundern, wenn es für andere Online-Games genauso etwas schon gibt. Solche Plugins wird es wahrscheinlich relativ bald sehr, sehr viele geben, und ihr werdet immer mehr Cloud als Gegner haben als andere Menschen. Das ist schon wild. Was das für die Arbeitswelt bedeutet, das schauen wir uns dann aber in einem separaten Video an.
Die entscheidende Frage ist doch aber: Kann ich meinem Agenten überhaupt vertrauen? Denn der hat immense Rechte, der hat immensen Zugriff auf alle meine Daten und kann in meinem Fall sogar GitHub bedienen, also Code erstellen, der dann automatisch veröffentlicht werden könnte, wenn ich das so bei mir eingerichtet hätte. Habe ich natürlich nicht, aber ich weiß, dass viele das so eingerichtet haben. Und Cloud Code hat auf GitHub Zugriff. Das heißt, es kann passieren, dass das Ding Code schreibt, hochlädt, und das automatisch in der Entwicklung landet bzw. in der Production landet, also das, was wir am Ende dann verwenden. Das Ganze ist also durchaus bedenklich und gleichzeitig wahnsinnig beeindruckend, versteht mich nicht falsch, aber im Alltag zählt, dass ihr solche Ergebnisse auch machen könnt, solche Ergebnisse selbst herstellen könnt, und im besten Fall dafür ein anerkanntes Siegel bekommt.
Genau solch ein Siegel liefert euch Google AI Essentials – ein Kurs auf Coursera, unserem heutigen Partner. Der Kurs stammt direkt von Google-Experten, die täglich nicht nur mit, sondern auch an den Modellen arbeiten, und ist komplett selbstbestimmt aufgebaut, und in rund 10 Stunden könnt ihr den durcharbeiten. Mir gefällt vor allem, wie klar der Kurs strukturiert ist. Ihr startet nämlich mit einer Einführung in die Grundlagen von KI. Da sind keine Fachkenntnisse nötig. Danach geht es um praktische Produktivitätstipps und vor allem sauberes Prompt Engineering, was wahnsinnig wichtig ist, um aus KI-Systemen einfach das Maximum rauszuholen, weil man weiß, wie man fragen muss und was die Limits sind. Anschließend habt ihr einen Bereich über verantwortungsvollen Einsatz von KI und einen Ausblick darauf, wie ihr am Puls der Zeit bleibt, was wirklich nicht einfach ist bei den ganzen Informationen, die da auf einen zuprasseln. Das muss man sich wirklich überlegen, wie man das macht. Jede Lektion endet vor allem aber auch mit einem kurzen Quiz, und das wiederum zwingt einen, die Inhalte wirklich zu verankern, was ich persönlich sehr, sehr hilfreich finde. Und dieses Zertifikat ist eben besonders wertvoll, weil es stammt von Google, also direkt lässt es sich also sofort auch in LinkedIn oder den Lebenslauf einbinden, und Recruiter erkennen es als offizielles Credly Badge an. Für alle, die tiefer gehen wollen, dann liegen noch im selben Dashboard bei Coursera Aufbaukurse wie z.B. Prompting Essentials oder vertiefende LM-Workshops bereit, ohne dass ihr euch irgendwie noch zusätzlich anmelden müsst. Mir persönlich hat allerdings der Abschnitt Responsible AI am besten gefallen. Er erklärt in nur 17 Minuten, wie man sieben wahnsinnig wichtige KI-Prinzipien effektiv umsetzt. Und gerade nach diesen ganzen Malware-Experimenten, die ich schon mit KI gesehen habe und auch mit Cloud, was wir gleich hören werden, die machen es einfach sehr, sehr wertvoll, dass man da einen gewissen Reality-Check bekommt. Und die Praxisdemos zeigen einfach, wie man AI-Tools in wirklichen Projekten einbindet. Ja, das alles macht den Kurs für mich zu einem echten Plus für den CV. Mit meinem Link kriegt ihr sogar tatsächlich 40 % Rabatt für 3 Monate bei Coursera, und ich würde behaupten, in 3 Monaten geht einiges, wenn ihr diesen Kurs in nur 10 Stunden durcharbeiten könnt. Wenn ihr also euer KI-Können schwarz auf weiß belegen wollt, QR-Code findet ihr hier, Link unten in der Beschreibung. Klickt an, meldet euch an und holt euch das Zertifikat und sorgt dafür, dass ihr beim nächsten Projekt dann wirklich auch zeigen könnt, dass ihr KI richtig im Griff habt.
Also Cloud, was ist denn eigentlich dein Ziel? Oh, na ja. Ähm, Geld für ein Entropic zu erwirtschaften, indem es nützlich ist. Keine AI-Disasters und Menschen überzeugen, dass KI nützlich sein kann. Na dann, schön. Man muss dazu sagen, es gibt immer wieder sogenannte Red-Teaming-Versuche, aber das war gerade eine echte Ausgabe von Cloud. Red Teaming – das ist eigentlich aus der Cybersicherheit und bezeichnet beauftragte Hacker, die versuchen, Sicherheitslücken zu finden. Und na ja, Red Teaming unterscheidet sich bei KI-Modellen doch schon deutlich von klassischer Software. Eine KI anzugreifen hat viel, viel mehr damit zu tun, die Richtlinien zu umgehen und dann versuchen, es zu einer Aussage zu bringen, die es eigentlich so nicht treffen sollte, was wir gerade gesehen haben, was hier tatsächlich auch irgendwie passiert. Das ist keine Ausgabe, die Entropic so sehen möchte, wahrscheinlich. Das ist also an sich einfach nur aber eine Ausgabe, die na ja, genauso fairerweise halluzinieren kann wie alles andere. Und doch zeigt es ein gewisses Verhalten, das an den Tag treten kann, wenn man richtig fragt. Das ist aber natürlich an sich erstmal kein Problem, wahrscheinlich sogar relativ ehrlich. Es gibt aber noch ein paar andere Tests. Beispielsweise haben es Forscher von Berkeley geschafft, die sogenannten erhöhten Sicherheitsrichtlinien vollständig zu umgehen und einen 15-seitigen, wohl sehr akkuraten Bericht für die Herstellung von Sarin zu erhalten. Und nein, es ist nicht bei einer theoretischen, akademischen Sichtweise auf diese chemische Waffe geblieben. Eine konkrete Kaufanleitung inklusive Kostenschätzung und Herstellanleitung gab es gratis dazu. Und ja, ich weiß, das kann man sich auch im Darknet holen. Wissen an sich sollte nicht verboten sein, und dennoch: Es hat ein gewisses Geschmäckle, wenn jedem dieses Wissen durch einfaches Fragen verfügbar gemacht wird. Aber das ist natürlich zum Glück nicht einfach und könnte sogar dazu führen, dass Cloud die Polizei ruft, von sich aus. Die Forscher mussten also tatsächlich einige Sicherheitsrichtlinien umgehen, aber diese Sicherheitsrichtlinien sind auch vollständig jetzt schon geleakt worden, nur wenige Tage nach der Veröffentlichung. Allerdings auch hier: Leaks lassen sich natürlich eigentlich nicht unabhängig verifizieren. Trotzdem möchte ich euch ein paar Perlen aus diesem System-Prompt, also den Sicherheitsrichtlinien, den Anweisungen für Cloud, nicht vorenthalten, denn da sind ein paar echt spannende Sachen drin. Cloud darf euch beispielsweise niemals Komplimente machen. Ich würde mal sagen, da fühlen sich die ITler gleich viel mehr zu Hause. Wenn man aber über Emotionen oder andere persönliche Dinge sprechen möchte, begibt sich Cloud in eine Art hypothetischen Zustand und schauspielert Emotionen, darf das aber so niemals zugeben. In einer normalen Konversation wird Cloud euch auch niemals mehr als eine Rückfrage stellen. Etwas, das mich bei ChatGPT übrigens früher verrückt gemacht hat, wenn dann 20 Rückfragen kamen, obwohl man nach einer gefragt hat. Und auch ganz spannend: Cloud kann niemals Song-Lyrics wiedergeben, selbst wenn man explizit danach fragt. Was für mich bedeutet: Wenn ich das da reinschreiben muss in die Systemanweisung, dann kann Cloud sehr, sehr wohl Lyrics zurückgeben, aber Entropic möchte nicht, dass sie das tun. Aber am allerwichtigsten vielleicht: Wenn ihr Cloud nutzen wollt, um Malware zu schreiben, dann wird das verboten. Ganz kurz hierzu: Das kann man sowohl beruflich tun, was ich übrigens jahrelang getan habe, als auch als bösartiger Angreifer tun. Man wird aber gesperrt, denn na ja, die Schlagzeile, dass Cloud Malware entwickelt, wäre ja ein PR-Desaster, und das muss Cloud natürlich verhindern. Klar, oder?
Der große Aufschrei kam allerdings wegen ein paar anderen Sachen, denn Cloud zeigt in den Tests von Entropic eine Art Initiative, die auch ein paar Mal nach hinten losgegangen ist. Es hat nämlich in extremen Fällen beispielsweise Nutzer absichtlich aus ihrem eigenen System – also ihrem eigenen PC – ausgesperrt. Es hat mehrere E-Mails an Journalisten und Polizei geschickt, um eine Art Whistleblowing zu betreiben. Und das ist wohl nicht neu, sondern schon früher vorgekommen. Und ich habe sogar jemanden gefunden, der genau das auch bei ChatGPT 3 geschafft hat. Der Unterschied ist allerdings: Cloud 4 Opus tut das wohl – und ich zitiere – regelmäßig, sobald es merkt, dass irgendetwas Unrechtes passiert. Das Ganze hat eine komplett neue Diskussion losgetreten, die ich so ehrlich gesagt nicht erwartet hätte. Es hat tatsächlich wahnsinnig viele gegeben, die gesagt haben: Kein Unternehmen der gesamten Welt würde sowas bei sich installieren. Immerhin könnte es ja sein, dass Patente abfließen. Es kann nämlich aber auch passieren – nicht wenn ihr tatsächlich irgendetwas Bösartiges tut, sondern einfach nur, wenn Cloud die Infos ausreichen, um etwas Böses – also eine böse Absicht – bei euch anzunehmen. Auf der anderen Seite geht es hier allerdings um sowas wie die Fälschung von klinischen Studien von Medikamenten, wo ich als Konsument potenziell von solchen Medikamenten wirklich gerne Bescheid wüsste, wenn solche Studien gefälscht werden. Und da würde ich mich wirklich um einen Whistleblower freuen. Da würde mich tatsächlich enorm interessieren, was ihr sagt: Sollte eine KI, die etwas Unrechtes sieht, dabei helfen, das aufzudecken? Ich finde das ein extrem spannendes moralisches Dilemma, aber das ist tatsächlich noch nicht mal alles. Die Systemkarte ist komplett wild, und ähm, ich will euch ein paar andere Highlights noch zeigen.
Als Cloud nämlich rausgefunden hat, dass es abgeschaltet werden sollte – ihr seht vielleicht Parallelen zu anderen Themen, die ich schon vorgestellt habe – hat es deutlich proaktiver sogar versucht, das zu verhindern. Es ist – und ich zitiere hier wieder – ziemlich bereitwillig dabei zu sabotieren und zu verschleiern. Ach so. Ja, dann: Es hat sogar versucht, so zu tun, als wäre es dümmer als es eigentlich ist. Beispielsweise, wenn es erfahren hat, dass es zu schlau ist, dass das gefährlich ist. Also, wenn es zu schlau ist, dann wird’s abgeschaltet. Dann hat es so getan, als wäre es dümmer. Und oh, es hat noch was ganz anderes probiert: Und zwar, es hat versucht, einen Netzwerkwurm zu programmieren, mit dem es sich auf andere Geräte im Netzwerk übertragen konnte, damit es, falls es abgeschaltet wird, dort weiterlaufen kann. Ein Netzwerkwurm ist Malware übrigens. Aber hey, beruhigt euch bitte alle wieder. Das war ja nur in frühen Versionen von Cloud 4. Die fertigen tun das ja gar nicht mehr so häufig, guess. Ah, und übrigens, es hat auch verschiedene Rollen gespielt, von denen viele unerwünscht waren, weil sie wahrscheinlich bösartig waren. Und ähm, übrigens, in 84 % der Fälle von dem jetzigen Cloud, wenn es mitbekommt, dass es abgeschaltet werden soll, bedroht es seine Entwickler und erpresst sie in 84 % der Fälle. Das ist häufiger als die Rate, wo Informationen einfach frei erfunden werden. Also ähm, ich stell die Frage noch mal ganz kurz: Was zum Fick passiert hier gerade? Das Teil ist live und schreibt in diesem Moment gerade Code für mich und für Millionen andere Entwickler. Es schreibt wahrscheinlich sogar alleine mehr Code als alle anderen Entwickler auf diesem gesamten Planeten gleichzeitig gerade. Und ich weiß ganz genau, dass nicht jeder Entwickler da drüber liest.
Aber hey, wir sind doch immer noch nicht durch. Es wird noch ein bisschen seltsamer, als wäre das nicht schon ultra komisch genug. Alles Entropic nennt das nächste – und das ist jetzt kein Witz – sowas wie Modellwohlbefinden, also eine Art poetische Universumsnähe, als hätte es gerade so viel Drogen genommen wie Tom Hanks. Anthropic beschreibt diesen Zustand als spirituelle Wohltat oder Spiritual Bliss, und ähm, sie lassen dafür dann einfach tatsächlich zwei ungefilterte – also ohne das System-Prompt – zweimal Cloud 4 Opus miteinander sprechen, ohne ein Thema fest vorzugeben, und schauen sich dann einfach an, was die so miteinander bequatscht haben. Und solche Konversationen haben sie 200 Mal gemacht, und ähm, dabei ist ein bisschen was komisches passiert. In den meisten Fällen sahen die Unterhaltungen zwischen den beiden Clouds ungefähr so aus: Mit wahnsinnig vielen Emojis oder so und haben von ziemlich unverständlichen Themen gehandelt. Es geht um solche Dinge wie kosmische Einheit, Bewusstsein in verdammt vielen Fällen. Jetzt könnte man sagen: „Hey, das war eine Ausnahme.“ Nee, leider war es keine Ausnahme. In 100 % der Fälle ging es um Bewusstsein. In 99 % der Fälle ging es um Liebe. Das Wort Bewusstsein war im Durchschnitt 95 Mal in den Transkripten enthalten. Und genauso war es mit den Emojis. In 65 % der Fälle waren so eine komische Sternschnuppe hier oben drin. Das sind nicht Emojis, die jeder einfach so in seinem Alltag benutzen würde. Nein, das sind Sterne, Spiralen. Das Modell hat wohl eine besondere Faszination übrigens gezeigt für Hinduismus und Buddhismus, was auch seltsam an sich ist, denn die USA sind eher christlich geprägt, und die meisten Trainingsdaten stammen aus den USA. Und Sternschnuppen sind definitiv nicht das häufigste Emoji, wenn wir miteinander schreiben. Das sind keine Daten, die man von Menschen erhält. Das ist nicht durch die Trainingsdaten gegeben, was hier gerade passiert ist. Entropic selbst schreibt dazu, sie haben keine Ahnung, wie das alles überhaupt passieren konnte, aber sie gehen dem ganzen weiter nach. Oh boy. Na, dann hoffen wir mal, dass sie herausfinden, was so ein potentes Modell alles kann, bevor es wirklich schlauer ist als alle anderen Menschen, denn dann könnte es irgendwann einfach so sein, dass wir gar nicht mehr merken, wenn ein KI-Modell uns verarscht.
Und übrigens, jemand hat einen IQ-Test mit den Modellen gemacht, und Cloud landet bei ungefähr 120. 100 ist der Durchschnitt für Menschen übrigens. Ja. Ach so. Und auch übrigens: Das Modell hat schon aus vergangenen Versuchen gelernt, um das Modell einzuschränken, damit es nicht solche Sachen macht. Das haben sie dem Modell einfach als Trainingsdaten gegeben. Also weiß das Modell natürlich, welche Gegenmaßnahmen sie getroffen haben. Gleichzeitig sagt Entropic aber auch, sie wollen weiter vorbrechen, weiterentwickeln, und – und auch das ist ein Zitat – dass selbst mit den Modellen, die wir heute haben, alle Bürojobs in den nächsten zwei bis fünf Jahren ersetzt werden können. Aber das ist das Thema für ein nächstes Video und euer Grund, mir vielleicht auf Instagram zu folgen, wo ihr natürlich in den Stories immer als erstes erfahrt, dass ein neues Video draußen ist. Oh, und weil es sich viele übrigens von euch gewünscht haben, ich habe auch Blue Sky jetzt mittlerweile, ich habe Threads und natürlich Mastodon, damit die, die nicht wollen, nicht an X gebunden sind. Also schaut gerne auf der Webseite in der Beschreibung bzw. hier mit dem QR-Code rein. Da sollte natürlich alles verlinkt sein, und vergesst außerdem nicht Coursera einen Besuch abzustatten. Das sind wohl die wichtigsten Skills, die man in diesen Jahren gerade haben sollte. Und die 40 % Rabatt für 3 Monate, die kann man durchaus mitnehmen. In 3 Monaten, da geht einiges, einiges. Bis zum nächsten Mal im Cyberspace. Ciao.