📱

Get Our Mobile App

Take your business learning on the go!

Download on the App StoreGet it on Google Play

2 Jahre Deutsch gelernt... und IMMER NOCH NICHT fließend? (Mach das!)

Benjamin - Der Deutschlehrer9:29

Transcription

Wenn du schon seit ein, zwei oder sogar dre Jahren Deutsch lernst und immer noch nicht fließend sprechen kannst, dann liegt das wahrscheinlich nicht daran, dass du zu dumm bist und auch nicht daran, dass Deutsch zu schwer ist, sondern wahrscheinlich daran, dass du genau die Fehler machst, die alle anderen auch machen. Viele lernen jahrelang weiter, ohne zu merken, dass sie eigentlich feststecken.

In diesem Video zeige ich dir jetzt fünf echte Gründe, warum du wahrscheinlich immer noch nicht fließend sprechen kannst, aber vor allem auch, wie du das ab heute löst. Ich hoffe, ihr seid bereit. Los geht's.

Wir beginnen direkt mal mit dem ersten Punkt und den habe ich genannt, du bist ein Sprachkonsument. Du lernst nämlich ständig etwas über die Sprache, aber viel zu wenig in der Sprache. Du schaust Grammatikvideos, du lernst Regeln, du hörst Podcasts und denkst dir, irgendwann kommt das Sprechen schon von ganz alleine. Nein, kommt es nicht. Input, also lernen, ist natürlich wichtig, aber wenn du kaum sprichst, dann bringt das nichts. Wenn du flüssig sprechen willst, dann musst du Gedanken schnell in Sprache umwandeln können. Und wie kannst du das in Zukunft machen? Es gibt die sogenannte 80/20 Regel. Ab jetzt möchte ich, dass du 20% deiner Zeit damit verbringst, neue Regeln, Wörter und Grammatik zu lernen und 80% damit diese Regeln anzuwenden, also zu benutzen. Ganz einfach kann man das z.B. machen und so habe ich auch viele Sprachen gelernt, indem du Selbstgespräche führst. Natürlich wäre es ideal, wenn du einen deutschen Muttersprachler hättest, mit dem du das trainieren kannst und der dich dann auch noch korrigiert. Aber nicht jeder hat diesen Luxus. Du kannst aber auch ohne Probleme mit dir selbst sprechen. Kommentiere z.B. deinen Alltag auf Deutsch. Sag laut, was du gerade machst oder denke es. Das zwingt dein Gehirn nämlich dazu, aktiv zu werden. Und dann, wenn du das immer und immer wiederholst, kannst du diese Strukturen auch spontan in Gesprächen verwenden und so wirst du dann flüssiger.

Punkt Nummer 2 ist, du bist vielleicht ein heimlicher Übersetzer und das ist der absolute Killer. Du übersetzt immer noch alles im Kopf. Okay, wie sagt man das auf Deutsch? Hmmm, vielleicht so. Wenn du so denkst, dann wirst du niemals fließend klingen. Fließendes Sprechen braucht natürlich Geschwindigkeit und Übersetzen ist immer langsam. Wenn du also Sätze in deiner Muttersprache baust und die dann übersetzt, ist das immer langsam und klingt vor allem auch unnatürlich. Wie können wir diese Probleme jetzt lösen? Spätestens ab B1 Niveau solltest du am besten komplett damit aufhören, Wörter in deine Muttersprache zu übersetzen. Wenn du z.B. ein Bild von einem Apfel siehst, dann denk nicht: "Ah, Apple, das ist Apfel," sondern denke es einfach nur auf Deutsch. Und wenn du ein deutsches Wort nicht verstehst, dann schau dir die Definition auch auf Deutsch an. Lerne ganze Sätze, die du immer wieder brauchst, damit du sie in wichtigen Situationen spontan produzieren kannst. Also höre ab jetzt auf aus deiner Muttersprache ins Deutsche zu übersetzen oder umgekehrt.

Punkt Nummer 3 und das ist einer der wichtigsten überhaupt ist die sogenannte Perfektionsblockade. Viele Schüler wollen einfach zu früh, zu perfekt sprechen. Sie wollen erst dann den Mund aufmachen, wenn alles 100% korrekt ist. Also sagen sie lieber gar nichts oder sie korrigieren sich alle 2 Sekunden selbst. Und das solltest du dir unbedingt merken. Perfektion ist am Anfang der Feind vom flüssigen Sprechen. Du trainierst so maximal vorsichtiges, blockiertes Sprechen und das will keiner. Wie könnt ihr das aber trainieren? Ihr könnt z.B. will ein paar Mal am Tag eine Ein-Minuten-Challenge machen. Nimm dir ein Thema, egal was, z.B. was du gestern gemacht hast. Nimm einen Timer, eine Minute, fang an zu sprechen und höre nicht auf. Und genau das ist der Deal. Du darfst nicht stoppen, um Fehler zu korrigieren. Fließend sprechen bedeutet am Anfang oft erstmal weiterreden, auch wenn noch nicht alles perfekt ist.

Der vierte Punkt: Du behandelst Deutsch wie ein Mathematikproblem. Du lernst Regeln, aber keine Bausteine. Viele Lernende bauen ihre Sätze im Kopf zusammen. Ein bisschen wie eine mathematische Gleichung. Du denkst z.B.: Okay, ich brauche das Verb, das ist reflexiv, geht mit der Präposition auf, auf braucht Akkusativ und so weiter. Bis du das im Kopf alles fertig gebaut hast, ist das Gespräch schon lange vorbei. Denn Muttersprachler sprechen nicht in Regeln, sondern in Mustern. Genauso machst du das auch in deiner Muttersprache. Du setzt ja nicht die Grammatik zusammen, sondern du sprichst in einem fertigen Muster, was du schon kennst. Es bringt also nicht so viel, wenn du jetzt isoliert das Verb und vielleicht auch noch in deine Muttersprache übersetzt, sondern am besten lernst du zwei, drei wichtige Sätze, die du damit bauen kannst. Z.B. "Ich freue mich darauf" oder "Ich freue mich, dich zu sehen." Lerne also lieber diese zwei, drei Strukturen anstatt nur das einzelne Verb, denn diese kannst du natürlich in Gesprächssituationen auch sehr schnell spontan benutzen. Noch ein Beispiel mit einem einfachen Nomen. Lerne z.B. nicht das Wort "die Entscheidung", sondern lerne lieber Kombinationen mit diesem Wort, die Muttersprachler auch wirklich benutzen. Z.B. "eine Entscheidung treffen" oder "eine wichtige Entscheidung treffen." "Ich muss bald eine wichtige Entscheidung treffen." Denn wenn du solche Wörter immer isoliert, also alleine lernst, dann musst du beim Sprechen einfach super lange nachdenken, bis du einen Satz bauen kannst. Wenn du z.B. eine Serie schaust und du hörst einen schönen Satz, schreib dir den ganzen Satz auf, sprich den ein paar Mal nach und versuche ihn komplett zu lernen. Und wenn du einen sehr analytischen Kopf hast, dann solltest du auch mal einen Grammatikurlaub machen. Was meine ich damit? Du solltest mal eine Zeit lang, vielleicht ein paar Wochen, aufhören, alles grammatikalisch zu analysieren. Akzeptiere bei typischen Phrasen einfach: "So sagt man das auf Deutsch." Punkt.

Gut, dann kommen wir jetzt zum letzten Punkt und das ist: Du hast keinen Fokus. Du lernst zu breit anstatt gezielt. Ein bisschen Grammatik, ein bisschen Businessdeutsch, ein bisschen Umgangssprache. Du berührst also 1000 Themen, aber automatisierst keines davon. Wie können wir dieses Problem lösen? Schreib dir auf, über welche fünf Themen du in deinem echten Leben am meisten sprichst. Dein Job, deine Hobbys, deine Familie und dann lerne gezielt Vokabeln und Sätze, die für diese Themen wichtig sind. Das ist sozusagen die Basis deiner Sprache. Wenn du diese Basis nicht automatisierst, dann bringt es dir auch nichts, wenn du 20 neue wichtige Adjektive aus dem C1 Niveau lernst. Also automatisiere erstmal eine Basis, die aus deinem Alter kommt und darauf kannst du dann weiter aufbauen.

So Leute, das waren dann schon die fünf Gründe, warum du wahrscheinlich immer noch nicht flüssig Deutsch sprichst. Welcher Punkt hat dich am meisten angesprochen? Welcher Punkt hat dich am meisten motiviert? Schreibt das gerne unten in die Kommentare. Gut Leute, dann hoffe ich, dieses Video hat euch gefallen. Lasst wie immer gerne ein Like und ein Abo da und wir sehen uns schon bald mit einem neuen Video wieder. Macht's gut, Leute, und tschüss.