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Der WAHRE SINN des LEBENS - DIE ENDSTATION 🚂‼️| Marcel Krass GANZE SERIE☑️ - Sinn des Lebens

ISLAM_DEUTSCHLAND3:52:51

Transcription

[Musik]

Stell dir vor, du kommst heute Abend von der Arbeit nach Hause, bist müde und abgespannt. Rust dich ein wenig aus, mach was zu essen, trinkst einen schönen Kaffee, verbringst den Abend noch mit deinen Freunden. Um 4 Uhr nach schaust du dir noch einen Film an, vielleicht kommt da dein Lieblingsfilm, und danach legst du dich ins Bett.

Am nächsten Morgen wachst du auf und befindest dich in einem fahrenden Zug, und direkt vor dir ist schon das Frühstück aufgebaut. Was willst du machen? Einfach anfangen zu frühstücken? Oder würdest du dich nicht erstmal fragen, wer dich in diesen Zug gesetzt hat und wozu das gut war und wo du Zug überhaupt hinfährt?

Aber jetzt stell dir vor, dass es nicht nur dir passiert, dass es vielen andere Menschen genauso passiert und die fangen alle einfach an zu frühstücken. Ja, denkst du dir dann, kann das ja so schlimm nicht sein, da machst du mit. Nach dem Frühstück kommst du mit den anderen ins Gespräch und ihr unterhaltet euch über alles Mögliche, über Hobbys, Interessen, Zukunftspläne. Aber immer noch stellt sich keiner die Frage, was er in diesem Zug macht.

Am nächsten Morgen warst du in deinem Abteil auf und da steht kein Frühstück mehr. Also sagst du dir: Okay, geh ich ein bisschen Geld verdienen. Und du fängst in diesem Zug an als Kellner und du machst eine richtige Karriere. Nach 2 Jahren bist du Oberkellner, nach 4 Jahren vielleicht Restaurantleiter. Du bist immer noch in diesem Zug unterwegs und von dem Geld, was du verdienst, kaufst du dir ein größeres Abteil. Du heiratest, deine ersten Kinder werden geboren in diesem Zug. Die kennen das schon gar nicht mehr anders, die wachsen auf in diesen Zug und kennen gar keine andere Realität. Deine Kinder werden älter, heiraten selber irgendwann, ziehen in ihre eigenen Abteile und bekommen selber Kinder. Deine Enkelkinder, die zweite Generation, aufgewachsen in diesem Zug.

Und eines Tages, es ist gerade die Hochzeit für eines deiner Enkelkinder geplant und du machst dich schnieke fertig mit Anzug und Krawatte und gehst aus deinem Abteil raus und willst auf die Hochzeitsfeier gehen und plötzlich hält der Zug an. Die Tür geht auf und jemand sagt zu dir: Aussteigen! Wie jetzt? Alle aussteigen? Nein, nein, nein, nein, nicht alle aussteigen, nur du. Du steigst hier aus. Mit welchem Gefühl würdest du jetzt diesen Zug verlassen? In freudiger Erwartung, neugierig, was jetzt kommt? Oder hättest du nicht ein verdammt komisches Gefühl im Magen?

Was, wenn ich dir sage, du sitzt längst in so einem Zug? Dieser Zug heißt Leben und wie alle Züge hat auch diese eine Endstation. Und wenn du nicht mit dem selben komischen Gefühl an dieser Station aussteigen willst, kommst du nicht daran vorbei, dich früher oder später mit der Frage auseinanderzusetzen, wer dich in diesen Zug gesetzt hat und wozu das gut war. Das ist nicht normal, dass Menschen sich diese Fragen nicht stellen. Ein Tier würde sich eigentlich so verhalten. Eigentlich macht das nur ein Tier so. Stell dir mal vor, du würdest dasselbe mit einem Pferd machen. Du gehst auf die Wiese, wartest, bis das Pferd eingeschlafen ist und bringst es dann heimlich in diesen Zug. Wartest, bis es am nächsten Morgen aufwacht und stellst sie so eine Schüssel mit Gras hin. Was macht das Pferd? Das fängt einfach an zu fressen.

Einen Menschen könnte man ein Fünf-Sterne-Buffet direkt vor der Nase aufbauen, der würde keinen Bissen runterkriegen, bis er nicht eine erklärt hätte, wozu das Ganze gut ist. Das ist doch das, was den Menschen auszeichnet, dass er die Dinge nicht einfach so akzeptiert, dass er die Dinge hinterfragt. Das Tier, das lebt einfach. Wo sich hin, das Pferd auf der Wiese, wenn es genug zu essen hat und ein Dach über dem Kopf ist, ist das völlig zufrieden. Das verlangt gar nicht nach mehr. Aber betrachte die meisten Menschen, die haben halt mal mehr als das, was sie zum Überleben brauchen, und sind überhaupt nicht zufrieden.

Wie könnten sie auch? Frag mal einen Menschen nach dem, was er gerade macht. Völlig egal, was sei, dass er in einem Café sitzt, mit dem Auto fährt, telefoniert, spazieren geht, völlig egal. Frag nach dem, was er macht und warum er das macht. Er wird immer in der Lage sein, dir eine Erklärung zu geben. Fragst du ihn aber nach der einzigen Tätigkeit, der er seit seiner Geburt nachgeht, dann ist die häufigste Antwort, die du hörst: Keine Ahnung. Ich weiß gar nicht, warum ich lebe.

Stell dir das mal bei deiner Arbeit vor. Stell dir eine Arbeit vor, der du jeden Tag von 9 bis 5 nachgehst und du hättest überhaupt keine Ahnung, warum du das machst. Du würdest überhaupt keinen Sinn darin sehen. Mit welcher Motivation, mit welcher Zufriedenheit würdest du dieser Arbeit nachgehen? Und jetzt stell dir vor, nicht nur die Zeit von 9 bis 5 würde dir sinnlos vorkommen, die ganzen 24 Stunden, dein ganzes Leben.

Es gibt diesen schönen Ausdruck "Sisyphusarbeit". Sisyphus war ein Held der griechischen Antike und laut der griechischen Sage wurde er von den Göttern bestraft. Die haben ihn dazu verurteilt, bis in alle Ewigkeit einen Stein einen Berg hochzurollen und kurz bevor er oben ankommt, rollt er wieder herunter und das immer so weiter. Was hat diese Strafe so hart gemacht? Doch nicht die Tatsache, dass der Stein so schwer oder der Berg so hoch ist. Das war eine sinnlose Beschäftigung. Das Leben der meisten Menschen unterscheidet sich überhaupt nicht von dem, was Sisyphus gemacht hat.

Und was macht der Mensch, wenn er sich mit einer sinnlosen Tätigkeit konfrontiert sieht? Er lenkt sich ab. Und die Menschen benutzen dazu eine der härtesten Drohungen, die jemals entwickelt wurden: Konsum. Das geht sogar soweit, dass einige Menschen in ihrem Konsum den Sinn ihres Lebens sehen. Denn das ist die zweithäufigste Antwort, die du hörst: Der Sinn meines Lebens ist Spaß haben, Zufriedenheit, glücklich sein. Und es gibt eine ganze Industrie, die dafür sorgt, dass das auch schön so bleibt. Die entwerfen Marketingstrategien und Fernsehserien, um den Menschen von klein auf an so zu erziehen, dass wenn er erwachsen ist, sich keine höheren Fragen stellt als bestenfalls noch Apple iPhone oder Samsung Galaxy. Fragen nach einem höheren Sinn sind überhaupt nicht erwünscht.

Das ist der perfekte Konsument. Das ist ein Mensch, der sich selbst als Tier sieht. Ein Mensch, der in seiner Existenz keinen höheren Sinn sieht als seine materiellen Bedürfnisse zu befriedigen. Das ist der perfekte Konsument. Aber was ist jetzt, wenn er seine Arbeit verliert und das nötige Kleingeld für den Konsum steht nicht mehr zur Verfügung? Oder was, wenn er alt wird, 90, 90 Jahre und als Bett gefesselt? Oder was, wenn er mit 25 Jahren seinen Wagen vor einen Baum setzt und querschnittsgelähmt ist? Dann steht diese Droge, dieser Konsum, nicht mehr zur Verfügung, zumindest nicht in ausreichender Dosis. Die Menschen in solchen Situationen, die sind nicht traurig oder verzweifelt, die sind einfach auf ein Zug.

Oder was ist mit jemandem, der mit 25 Jahren zum Arzt geht und der Arzt sagt ihm: Es tut mir leid, Sie haben eine schlimme Krankheit und bestenfalls noch 7 oder 8 Tage zu leben. Dann geraten die meisten Menschen plötzlich in Panik. Aber warum? Weil nur noch 7 Tage des Lebens übrig sind. Dann kannst du auch jetzt schon in Panik geraten, denn dieser Moment kommt früher oder später, so oder so.

Das ist ja das Paradox an den Menschen. Du siehst Menschen im Alter von 19 Jahren, die haben gerade ihre Ausbildung beendet, die treffen Vorbereitung für ihre Rente. Und keiner von denen weiß, ob er überhaupt das Rentenalter erreicht. Du siehst Menschen, die schließen alle möglichen Versicherungen ab gegen Feuer, Diebstahl etc. etc. und keiner von denen weiß, ob so ein Versicherungsfall jemals eintritt. Die einzige Sache, von der jeder Mensch weiß, dass sie ihm garantiert passiert, genau daran läuft der Mensch achtlos vorbei. Und man hat ja nicht mal immer einen netten Arzt, der einen sieben oder acht Tage vorher warnt.

Man stelle sich mal vor, man sitzt im Garten mit seinem Nachbarn und macht so ein gemütlichen Grillnachmittag, Würstchen, was zu trinken dabei und plötzlich erscheint am Himmel ein schwarzer Vogel mit 10 Meter Spannweite, der kommt herab, schnappt sich dein Nachbarn und verschwindet mit ihm. Du wärst völlig aus dem Häuschen. Aber jetzt stell dir vor, das würde nicht nur dein Nachbar passieren. Irgendwann passiert das auch dem Typ von gegenüber auf der Straße. Und du liest in der Zeitung, dass es immer wieder jemandem passiert. Wie sähe das Leben hier aus? Das gesellschaftliche Leben würde komplett zum Erliegen kommen. Die Menschen werden einfach nur zu Hause, wie gefesselt, wie gebannt und warten auf den Augenblick, dass ihnen dasselbe passiert.

Und jetzt kommt das Schönste: Es gibt solche Vögel, die heißen Herzinfarkt, Autounfall, Gasexplosion etc. etc. Wenn jemand sich wirklich mit diesen Fragen auseinandergesetzt hat und kommt zu der rationalen Entscheidung, dass das alles hier überhaupt keinen Sinn hat, okay, dann soll er danach leben. Aber das machen nur die wenigsten Menschen. Die Wahrheit ist, die meisten Menschen ignorieren diese Fragen, bis es zu spät ist. Die lassen es einfach drauf ankommen. Die treffen keine rationale Entscheidung, die spielen russisches Roulett.

Wer könnte ein jetzt diese Frage beantworten, was der Sinn von dem ganzen hier ist? Das könnte einzig und allein derjenige, der das hier alles Leben gerufen hat.

[Musik]

Hätte man vor 500 Jahren eine weltweite Umfrage durchgeführt und hätte die Menschen gefragt, ob sie sich vorstellen können, dass die Welt, in der wir leben, das Produkt eines intelligenten Konstrukteurs ist, dann hätten die meisten Menschen spontan mit Ja geantwortet. Wenn man dasselbe heute machen würde, dann wäre die Antwort nicht viel anders. Stellt man diese Frage allerdings den Menschen in Europa, da gucken die meisten einen an, als hätte man gefragt, ob man sich vorstellen könnte, dass es einen Weihnachtsmann gibt oder das Monster von Loch Ness.

Es stellt sich die Frage, woher diese ablehnende Haltung kommt. Es muss ja irgendein Argument dagegen geben, sonst könnte man diese Position so einfach nicht vertreten. Es gab im letzten Jahrhundert Wissenschaftler, die haben gesagt: Am Grund des Ozeans gibt's kein Leben. Die haben das aber nicht einfach so gesagt, die hatten eine lange Argumentationskette, die sie dahinführt hat, dass das nicht sein kann. Was spricht jetzt dagegen? Was spricht gegen Intelligenzdesign von dieser [Musik] Welt? Bisher habe ich nur ein einziges wirkliches Gegenargument gehört, ein Argument, wo die Leute sagen: Das passt nicht zusammen, das kann nicht sein. Und das ist: Woher kommt es, dass diese Welt ungerecht ist? Wenn das hier ein vollkommenes Design wäre, dann würden wir doch vollkommene Gerechtigkeit erwarten. Aber das ist überhaupt nicht das, was wir beobachten.

Und das ist richtig. Wir schauen uns an, wie die Menschen in Europa leben und man sieht sofort, dass es nicht allen Menschen in allen Kontinenten genauso gut geht. Offensichtlich ist das ja mal eine Ungerechtigkeit. Aber wie wollte man eine gerechte Welt konstruieren? Diese Welt kann eigentlich so, wie sie aufgebaut ist, überhaupt nicht gerecht sein. Ein siebtes Beispiel: Wir stellen uns einen Mann vor, der einem anderen Menschen das Leben genommen hat, und wir denken jetzt allein in den Dimensionen der Gerechtigkeit. Wir reden nicht über milde, Barmherzigkeit, Resozialisierungsprogramme, das lassen wir alles außen vor. Wir reden allein über Gerechtigkeit. Dann könnte man ja auf die Idee kommen und sagen: Okay, er hat einem Menschen das Leben genommen, dann nehmen wir ihm auch das Leben. Und das könnte man ja gerecht nennen.

Was macht man jetzt mit jemandem, der 100 Menschen das Leben genommen hat? Kann man ihm halt mal das Leben nehmen? Oder was macht man mit jemandem, der einem Menschen das Leben genommen hat, der für die Versorgung von 20 Kindern zuständig war und er selber ist halt ein Einzelgänger, keine Freunde, keine Verwandten, eigentlich würde ihn niemand vermissen? Wäre das Gerechtigkeit, wenn man beiden das Leben nimmt? Diese Welt bietet überhaupt keine Möglichkeit, so etwas wie Gerechtigkeit herzustellen.

Soll wir das jetzt einfach so akzeptieren? Ja, dann hat halt jemand was Ungerechtes konstruiert. Diese Beobachtung sollte einen eigentlich zu einer anderen Schlussfolgerung führen. Wir beobachten nämlich dasselbe in vielen Firmen auf der Welt. Wenn man eine größere Firma kommt und schaut sich die verschiedenen Arbeiter an, dann sieht man einige, die arbeiten vielleicht vier Stunden am Tag und andere, die arbeiten acht Stunden. Man sieht dort Leute arbeiten, die machen einen Job, den könnte jeder machen, man braucht überhaupt keine Qualifikation dafür. Man sieht andere, die mussten jahrelang studieren. Das heißt, man sieht lauter Menschen in lauter verschiedenen Zuständen mit lauter verschiedenen Bedingungen. Ist das alleine schon ungerecht? Ungerecht wäre das erst in dem Moment, wenn diese Menschen am Ende des Monats alle gleich bezahlt werden. Aber wenn am Ende des Monats ein individueller Ausgleich stattfindet für jeden entsprechend seiner Arbeitsleistung, seiner Qualifikation und seiner Arbeitszeit, dann ist es auch nicht mehr ungerecht.

Und dasselbe müsste man bei dieser Welt erwarten. Was man beobachtet ist richtig, Gerechtigkeit gibt es hier nicht. Aber das sollte einen zu der Überlegung bringen, dass irgendwann einmal ein Ausgleich dafür stattfinden muss. Und dieser Ausgleich, der kann ja auf das Atom genau sein und dann ist das gesamte Konstrukt dieser Welt auch nicht mehr ungerecht.

Stellen wir uns mal für einen Moment vor, wie eine gerechte Welt aussehen würde. Ich behaupte, das wäre der absolute Albtraum. Kein Mensch wollte in so einer gerechten Welt leben. Wie sieht eine gerechte Welt aus? Spontan denkt man immer an Menschen in Afrika, wie in Europa. Wir haben so viel, wir haben alles mögliche zu essen und da gibt es viele Kinder, die nagen am Hungertuch, die haben nichts zu essen. Jetzt könnte man ja sagen: Okay, das ist ungerecht. Wir geben den Menschen in Afrika dasselbe zu essen wie in Europa und wir wollen ja vollkommen gerecht sein. Wir machen dieselbe Auswahl, dieselbe Männer, dieselbe Menge, alles exakt gleich.

Jetzt könnten die Menschen in Europa sagen: Ja, wir sehen die Menschen in Afrika, die haben viel weniger Theater im Sommer mit Sonnenbrand oder vielleicht später mal mit Hautkrebs und ähnlichen Dingen, allein aufgrund ihrer Hautfarbe. Wir haben kein Theater damit. Egal wie heiß es draußen ist, bei denen ist alles in Ordnung. Klar, ist das ungerecht. Die Menschen in Afrika, die haben damit einen Vorteil. Man könnte auch das ausgleichen und sagen: Wir geben allen Menschen auf der Welt die gleiche Hautfarbe.

Jetzt kommen wieder die Afrikaner und sagen: Ja, aber in Europa, ich hab doch viel besseres Wetter wie hier, jeden Tag 40 Grad im Schatten und ihr habt das schöne gemäßigte Klima. Kann man auch ausgleichen. Wir machen eine vollkommen gerechte Welt, wir geben allen Menschen das gleiche Wetter.

Jetzt kommen irgendwann die Chinesen und die sagen: In Europa die Menschen, die sind im Schnitt 12 cm größer als wir, die kommen viel besser an die Sachen oben im Schrank ran. Kann man auch machen. Wir geben allen Menschen die gleiche Größe. Und spätestens jetzt kommen die Frauen und die sagen: Wir haben so viel Theater mit Schwangerschaft und Geburt. Das könnten wir auch ausgleichen. Wir könnten das gleiche aus den Männern geben. Und spätestens jetzt kommen die Männer und sagen: Ja, so schlimm ist an ungerechte Welt aber auch wieder nicht. Aber wir wollen vollkommene Gerechtigkeit herstellen. Wir geben allen das Gleiche.

Und wenn man dieses Spielchen weiterführt, dann kommt man am Ende dabei heraus, dass in einer vollkommen gerechten Welt jeder Mensch exakt die gleichen Eigenschaften hat und in jedem Augenblick exakt das Gleiche tut und exakt das Gleiche empfindet. Und gäbe es nur einen Menschen, der einen Zentimeter größer wäre als die anderen, wäre das schon wieder ungerecht. Gäbe es einen Menschen, der einen Augenblick in seinem Leben glücklicher wäre als die anderen, dann wäre das schon wieder ungerecht. Das wäre eine Welt mit Robotern. Die gerechte Welt wäre ein Albtraum.

Wenn jetzt nichts dagegen spricht gegen einen intelligenten Konstrukteur, was spricht jetzt dafür? Man sollte ja in der Lage sein, ein oder zwei Argumente dafür zu finden. Wir wissen erst einmal, dass diese Welt einen Anfang hat. Heute wissen wir das aufgrund der Urknalltheorie. Aber das ist nichts Neues. Die Menschen in der Antike haben das gleiche schon gesagt. Der griechische Philosoph Aristoteles sagte: Diese Welt, die kann nicht ewig existieren. Und er hat ein ganz einfaches Argument. Er sagte: Wenn die Welt ewig, wenn es sie schon ewig gäbe, dann wären wir heute gar nicht hier. Das ist wie im Supermarkt, wenn man sich an einer Kasse anstellt und man stellt sich vor, die Schlange vor einem ist unendlich lang, man kommt nie an der Kasse an. Stellen uns diese Welt vor mit einer unendlichen Vergangenheit, man kommt nie am heutigen Tag an.

Jetzt sagen wir, die Welt hat ein Anfang. Darauf voll automatisch, dass dieser Anfang auch eine Ursache haben muss. Denn ich glaube, es gibt ein Prinzip, in dem sich alle Menschen auf der Welt einig sind: Von nichts kommt nichts. Da könnte man einen Menschen hier fragen, genauso gut wie ein Eskimo am Nordpol oder im südamerikanischen Dschungel. Von nichts kommt nichts. Kausalität. Wenn es an der Tür klopft, würde man nie akzeptieren, dass das einfach so passiert ist. Wenn hier vor mir ein Glas Wasser stünde und das hüpft plötzlich vom Tisch, akzeptiert kein Mensch, dass es einfach so passiert ist ohne eine Ursache. Wenn man nicht akzeptieren kann, dass es an der Tür klopft ohne eine Ursache, dann kann man noch viel weniger akzeptieren, dass ein ganzes Universum entsteht ohne eine Ursache.

Aristoteles hatte einen Zeitgenossen namens Platon und er hatte ein ganz anderes Argument. Platon sagte: Design ist ein Beweis für einen Designer. Das war sein Argument. Design ist ein Beweis für einen Designer. Ich habe zwei Bilder mitgebracht, beide sind Bilder von Bergen. Der eine Berg, der ist im Laufe der Jahrtausende einfach vor sich hingewachsen. Der andere Berg wurde von Menschenhand minimal designed. Ich zeig mal beide Bilder, mal gucken, ob ihr herausfinden könnt, welcher designed wurde, welcher gewachsen ist. Bild Nummer eins und Bild Nummer 2. Ich denke, niemand hat mehr als eine Sekunde gebraucht, um herauszufinden, welcher von beiden designed wurde.

Design ist eine Sache, die man erkennt und zwar auf Anhieb. Und man würde auch nie eine andere Erklärung außer Design dafür akzeptieren. Man stelle sich einmal vor, man läuft durch die Wüste und man kommt plötzlich an einen Palast und dann fragt man jemand: Wer hat den Palast gebaut? Und der antwortet: Den Palast, den hat gar keiner gebaut. Vorgestern gab's ein Erdbeben und da flogen so Steine raus und die stapelten sich übereinander und als das Erdbeben vorbei war, war der Palast da. Was würde man ihm sagen? Ja, nee, ist klar.

Design zeichnet sich durch eine Genauigkeit, durch Präzision aus. Ein Berg, der kann im Laufe der Jahrtausende erwachsen, wie er will, es ist immer ein Berg, egal wie der aussieht. Damit er aber die Form von vier amerikanischen Präsidentenköpfen bekommt, muss man ihn designen. Dasselbe mit einem Haufen Steine. Ich kann den über übereinander stapeln, wie ich will, das ist immer ein Haufen Steine. Damit der aber aussieht wie ein Palast, muss dem Ganzen ein Design geben. Ein Universum, das kann aussehen, wie es will, es ist immer ein Universum. Ein Universum, das die Möglichkeit bietet, dass Menschen sich daran aufhalten, braucht eine ganz bestimmte Form und das zeichnet Design aus.

Wir wissen bereits, dass dieses Universum einen Anfang hatte, und zwar in diesem Urknall. Am Anfang war dieses ganze Universum in einem Stecknadelkopf großen Materieball, könnte man sagen, und der hat sich irgendwann ausgedehnt. Das macht er nicht einfach so. Eigentlich, wenn ich so eine Masse zusammen habe, die will sich gar nicht ausdehnen, die wird durch ihre eigene Anziehungskraft zusammengehalten. Aber wenn man eine gewisse Energie reinsteckt, fängt die an, sich auszudehnen. Und das ist ja hier passiert. Und das muss eine ganz präzise abgestimmte Energie sein. Man kann nicht irgendeine dafür nehmen.

Man stell sich einmal vor, man hat ein Gummiband und man befestigt einen Stein daran und dann wirft man diesen Stein. Wenn man das nicht fest genug macht, dann fliegt der Stein ein kurzes Stück und kommt sofort wieder zurück. Wenn ich das zu feste mache, dann fliegt der Stein so schnell, dass das Ganze reißt und dasselbe wäre passiert in diesem Universum. Wäre diese Anfangsenergie, durch die sich das Universum ausdehnt, um ein Hunderttrillionstel zu viel gewesen, dann hätte das das ganze Universum auseinandergerissen und es hätten sich niemals Sterne und Planeten gebildet. Wäre diese Energie um 100 Trillionstel weniger gewesen, dann wäre das ganze Universum schon längst wieder zusammengefallen. Präzises Design.

Wir sind heute nur deswegen hier, weil diese Ausdehnung einen ganz bestimmten Wert hat. Das gilt nicht nur für die Ausdehnung. Man könnte die starke Kernkraft betrachten, das die Kraft, die Atomkerne zusammenhält. Wäre diese um ein Hunderttrillionstel stärker oder schwächer, dann hätten sich die Atome, die wir kennen, überhaupt nicht so gebildet. Und man könnte noch 20 weitere Eigenschaften von diesem Universum aufzählen, die alle einen präzisen Wert haben müssen, damit wir hier überhaupt existieren können. Und ich rede nicht davon, dass dann in einem anderen Fall das Wetter einfach ein bisschen schlechter wäre, es gäbe dann überhaupt kein Universum mit Sternen und Planeten.

Sagen wir, wir haben schon ein Universum, dann brauchen wir immer noch einen Planeten, auf dem Leben existiert. Und auch der braucht ganz bestimmte Eigenschaften. Nehmen wir unseren Planeten Erde, der einzige Planet, von dem wir wissen, dass es auf ihm Leben gibt. Wäre diese Erde 5% näher an der Sonne, dann hätte es vor Milliarden Jahren einen gewaltigen Treibhauseffekt gegeben, der alles Leben hier unmöglich gemacht hätte. Wäre diese Erde 5% 2% weiter weg von der Sonne, dann hätte es vor Milliarden Jahren eine gewaltige Eiszeit gegeben und die hätte Leben auf der Erde unmöglich gemacht. Wir leben hier, weil die Erde genau diesen bestimmten Abstand hat.

Wir beobachten auf der Erde die vier Jahreszeiten, von der auch unser Leben abhängt. Die kommen nicht einfach so. Die kommen deswegen zustande, weil diese Erde um weil die Erdachse um einen ganz bestimmten Wert geneigt ist, um 23,5 Grad. Dadurch kommen diese Jahreszeiten zustande. Das müssten nicht 23,5 Grad sein, das könnten auch 75 Grad sein. Warum nicht? Von einem Planeten, kein Problem. Aber dann hätten wir ganz extreme Jahreszeiten, im Sommer 80 Grad im Schatten. Das könnte auch null Grad sein. Warum überhaupt eine Neigung? Ein Planet braucht keine Neigung. Dann hätten wir überhaupt keine Jahreszeiten. Aber wir haben einen Wert, der das Ganze perfekt macht für diese gemäßigten Jahreszeiten.

Normalerweise würde die diese Erdachse im Laufe der Zeit auch anfangen zu kippen, die würde irgendwann 75 Grad annehmen und dann hätten wir unser schönen heißen Sommer. Der Grund, warum das nicht passiert, ist der Mond, der um die Erde kreist. Der zieht die immer so ein Stückchen gerade. Jedes Mal, wenn die Achse so ein bisschen kippt, dann zieht der Mond die wieder in seine Position. Hätten wir diesen Mond nicht, dann wäre die Achse schon lange ein bisschen umgekippt. Das Interessante ist, wie wo dieser Mond herkommt. Man geht heute davon aus, dass vor ungefähr 4 Milliarden Jahren irgendein Komet die Erde getroffen hat, hat die Erde die Erdachse in die richtige Position gekippt von 23,5 Grad und gleichzeitig dafür gesorgt, dass ein Mond entsteht. Und dieser Mond sorgt dann dafür, dass die Erde auch in exakt dieser Position bleibt. Welch ein schönes Ereignis.

Sagen wir, wir haben schon einen Planeten mit dieser mit schönen Jahreszeiten und einer schönen Temperatur. Das alleine würde uns noch nicht viel weiterbringen. Wir haben hier eine Atmosphäre, die perfekt für das Leben geeignet ist. Wir haben eine hauchdünne Ozonschicht, die ist wirklich kaum messbar, aber diese Ozon sorgt dafür, dass wir nicht schon längst an Hautkrebs gestorben sind. Wir haben in unserer Atmosphäre einen Sauerstoffanteil von 21%. Und wir wissen alle, wie wichtig Sauerstoff fürs Leben ist. Ohne Sauerstoff könnten wir gar nicht existieren.

Jetzt könnte man ja sagen: Warum 21%? Ein bisschen mehr wäre doch viel besser. Warum nicht 25%? Wenn das 25% wären, dann würde auf dieser Erde kaum noch ein Baum existieren, denn Sauerstoff ist nur nicht nur gut für die Menschen zum Atmen, der facht auch das Feuer an. 1% mehr Sauerstoff in der Atmosphäre erhöht die Waldbrandgefahr um 70%. Bei 25% wären die meisten Wälder auf diesem Planeten vernichtet. Man könnte ja sagen: Okay, 21%. Vielleicht auch ein bisschen weniger. Wenn man sich nur mal vorstellt, es wären 15%, würden die meisten Menschen schon sterben. Wenn es 18, 19% wären, dann können wir zwar leben, aber wenn man die Treppen nur hochsteigt, dann würde man schon aus der Puste sein. Diese 21% sind der perfekte Wert für uns.

Es ist eigentlich erstaunlich, dass das überhaupt über so lange Zeiträume 21% sind, denn die Menschen verbrauchen ja eigentlich Sauerstoff in jeder Sekunde. Brauchen wir Sauerstoff. Warum wird das nicht weniger? Wissen wir, es gibt Pflanzen, die produzieren Sauerstoff und das ganze ist ein ganz fein abgestimmtes Gleichgewicht. Das, was wir Menschen an Sauerstoff verbrauchen, ist das, was die Pflanzen an Sauerstoff produzieren. Würden die mehr produzieren, dann würde der Sauerstoffanteil steigen, irgendwann soweit, dass zu viel Sauerstoff die Pflanzen vernichten würde. Würden sie weniger produzieren oder die Menschen mehr verbrauchen, würde das ganze in die umgekehrte Richtung gehen. Gehen das ist Gleichgewicht.

Wir haben in unserer Atmosphäre ein Kohlendioxidanteil von 0,04%. Und heute weiß man, dass dieser verantwortlich ist für Treibhaus, ein Treibhauseffekt. Das hat man im 19. Jahrhundert entdeckt. Da gab es einen französischen Mathematiker, der hat man ausgerechnet, wie die Temperatur der Erde eigentlich sein müsste. Er hat sich angeschaut, wie viel Energie kommt von der Sonne, die Erde hat so viel, so viel Land, so viel Wasser, dann müssten es eigentlich so so viel Grad sein. Und er hat ausgerechnet, dass die Erde im Schnitt, müssten es hier -1 Grad sein. Das sind Temperaturen wie in einem Gefrierhaus. Im Schnitt sind es aber jetzt minus sind es aber jetzt + 20 Grad. Dadurch ist er schon auf die Idee gekommen, es muss in der Atmosphäre irgendwas geben, was die Wärme staut, was die hier auf der Erde hält. Und das ist das Kohlendioxid. 0,04%, aber die machen einen Unterschied zwischen -18 Grad und + 20 Grad im Durchschnitt.

Sagen wir, wir haben schon einen Planeten, der all diese Voraussetzungen für das Leben bietet. Da braucht wir noch das Leben selbst. Aber wie das entstanden ist, das haben wir ja in der Schule gelernt. Vor 4 Milliarden Jahren, da gab es in der Atmosphäre viele Blitze und Temperaturschwankungen, die haben das hat Lebensbausteine erzeugt, die sind runtergesunken in den Ozean und da haben sich die passenden Bausteine an der richtigen Stelle gesammelt, sind kombiniert miteinander und dann kam die erste lebende Zelle heraus.

Ich habe hier mein neues Handy. Das alte hat's mit einem Displayschaden dahin gerafft. Das ist jetzt brandneu. Das ist eine interessante Geschichte, wie ich zu diesem Handy gekommen [Musik] bin. Das ist Plastik, die äußere Hülle ist aus Plastik und wie wir wissen, wird Plastik aus Öl hergestellt. Und in diesem Handy sitzt ein Silizium-Chip und Silizium findet man überall auf der Welt, unter anderem auch im Sand. Und Öl und Sand, das findet man an bestimmten Stellen auch auf der Welt, unter anderem im Irak. Und da kommt auch dieses Handy her. Das hat angefangen vor drei, dreieinhalb Millionen Jahren. Da gab es im Irak eine Reihe von Erdbeben und eins von diesen Erdbeben, das hat aus im Erdinneren Lava nach oben gespült und diese Lava kam in Kontakt mit dem Öl. Das reagierte weiter zu Plastik und das lagerte sich dann auf einem Stein an und das floss dann da so herunter, bis auf einem über einem Stein landete, der genau die Form von diesem Handy hatte. Und dann hat von oben geschneit. Das kühlte das Plastik ab und das war das erstarrte in genau dieser Form. Und dann schlug auf der Oberfläche im Irak ein Blitz ein und der Blitz, der hat den Sand umgewandelt in Silizium. Aber nicht in irgendwelches Silizium, in einem Silizium-Chip mit genau der richtigen Programmierung für dieses Handy. Und dann gab es noch ein Erdbeben, der hat diese Plastikhülle über den Chip gestülpt. Dann kam noch ein Blitz, der das ganze verschweißt und das Ding war fertig. Und vor ein paar Tagen, ich lauf so durch Irak, ich gucke auf dem Boden, liegt ein Handy. Wow! Ich schalt ein und rufe meine Frau an. Unglaublich, oder? Nee, das lernt man in der Schule.

[Musik]

Es gab vor ein paar Tagen auf YouTube ein schönes Video über den Aufbau der menschlichen Zelle und die haben das dargestellt wie eine Fabrik mit allem, was da drin passiert. Es gibt eine eine Bauplanabteilung, eine Produktionsabteilung, es gibt eine Lagerung, eine Recycling-Abteilung, es gibt Wartungsarbeiter, die Reparaturarbeiten durchführen, es gibt ein komplexes Sicherheitssystem, das nur, sage ich mal, autorisierte Mitarbeiter in diese Zelle reinkommen. Und das alles in einer Form und einer Komplexität, die man sich überhaupt nicht vorstellen kann. Wenn man die größte Fabrik von Siemens besuchen würde, dann würde man feststellen, dass diese an Komplexität nicht mit der primitivsten lebenden Zelle aufnehmen kann. Wenn man sich nicht vorstellen kann, dass eine Fabrik ganz egal wie groß, einfach so entsteht, dass man die Bausteine zusammenwirft, auch wenn man Jahrmillionen dafür Zeit hätte, dann kann man noch viel weniger akzeptieren, dass eine eine lebende Zelle einfach so entsteht.

Sagen wir, wir haben unsere lebende Zelle. Jetzt haben wir hier auf der Welt nicht nur lauter lebende Zellen, wir haben ja Tiere, Menschen, Pflanzen etc. Und auch dafür gibt schon eine Theorie, wie das alles entstanden ist, aus einer einzigen Zelle. Und zwar hat das Leben sich im Laufe der Zeit zufällig verändert in alle möglichen Richtungen und wenn das eine gute Veränderung war, dann hat die sich einfach durchgesetzt und wenn nicht, wenn das schon schlechte Veränderung war, dann sind die ausgestorben, die Lebewesen.

Okay, betrachten wir mal das Leben damals und heute. Das hat angefangen mit einer einfachen Zelle und heute haben wir lauter Menschen und Tiere auf der Welt. Das heißt, irgendwann einmal in der Zwischenzeit muss es ein Lebewesen gegeben haben mit einem Herzen. Das erste Lebewesen, ein Herz. Wie das hieß, wann das genau gelebt hat, spielt alles keine Rolle. Aber irgendwann muss es einmal das erste Lebewesen mit einem Herzen gegeben haben. Okay, was macht das Lebewesen mit dem Herz alleine? Damit kann man ja noch nichts anfangen. Das Herz macht erst dann Sinn, wenn man ein komplett ausgebildetes adernsystem hat. Aber auch das alleine würde einen noch nicht weiterbringen. Das ist immer noch kein Vorteil. Man muss ja irgendwas durch dieses adernsystem durchpumpen, das, was wir Blut nennen. Und das muss irgendwo produziert werden. Im menschlichen Körper findet das das im Knochenmark statt. Und auch Blut ist kein Selbstzweck. Blut transportiert ja Nährstoffe, Sauerstoff etc. Das heißt, man müsste mindestens erwarten, dass dieses Lebewesen auch so etwas wie eine Lunge hat oder irgendetwas anderes, um das um das Blut mit Sauerstoff anzureichern. Und all das muss quasi über Nacht auf einmal da gewesen sein, weil nichts davon für sich alleine genommen Sinn macht. Welchen Sinn macht ein Herz ohne ein adernsystem? Überhaupt kein. Welchen Sinn macht ein adernsystem ohne Herz? Überhaupt kein. Nichts davon macht für sich genommen Sinn. Erst diese Symbiose, das komplette Paket, diese feine Abstimmung aufeinander, das macht Sinn. Und dafür gibt's keine plausible Erklärung.

Sagen wir, wir hätten jetzt schon alle unsere Lebewesen. Jetzt beobachten wir auch das Lebewesen, sich fortpflanzen, unter anderem wie Menschen das auch machen. Und der Mensch an mit einer einzigen Zelle, wie alle die wir hier sitzen. Wir haben einmal angefangen mit einer einzigen Zelle und diese Zelle hat sich geteilt und kopiert. Aus einer Zelle werden zwei, aus zwei werden vier, aus vier werden acht, immer identische Kopien. Es gibt keinen Unterschied, das sind immer alles nur Kopien von der ersten lebenden Zelle. Jetzt beobachten wir aber heute den Menschen und bei dem sind nicht alle Zellen identisch. Die Zelle hier in meinem Kopf, die sieht ja nicht genauso aus wie die am den Fingernagel oder die in meinem Auge. Wenn dieser Zellberg, wenn der anfängt zu wachsen, dann

fangen diese Zellen irgendwann an sich zu spezialisieren? Den Mechanismus kennt man. Man weiß, wie eine Zelle das macht. Aber woher weiß jede Zelle exakt, worauf sie sich spezialisieren muss? Woher wusste diese Zelle in meinem H, dass sie sich auf eine H-Zelle spezialisieren muss? Warum hat die nicht gesagt: "Ich werde eine Augen-Zelle, die kann das genauso gut"? Warum hat die mein Fingernagel nicht gesagt: "Ich werde eine Augen-Zelle"? Woher wusste sie, dass sie sich genau auf diesen Fingernagel spezialisieren muss?

Es deutet darauf hin, dass das Ganze von irgendwoher gesteuert wird. Das Ganze passiert nicht einfach so.

Schauen wir uns jetzt einmal das Gesamtpaket an und lassen mal statistische Berechnungen außen vor. Schauen wir uns einfach nur dieses Universum an, diesen Planeten und das ganze Leben, was darauf existiert. Wonach sieht das ganz spontan aus? Nach einem chaotischen Zufallsprodukt oder nach intelligentem Design? Sieht das aus wie ein loser Haufen Steine oder nicht viel mehr wie ein [Musik] Palast?

Es hat in der Menschheitsgeschichte eine paradoxe Entwicklung gegeben. Wir sind heutzutage in der Lage, den Aufbau dieses Universums und die Funktionsweise besser zu erklären als je zuvor. Das hat aber interessanterweise überhaupt nicht dazu geführt, dass die Menschen noch eher davon überzeugt sind, dass das ganze ein Produkt intelligenten Designs ist. Das Gegenteil ist passiert. Wie das passieren konnte, ist mir nicht, ist mir schleierhaft.

Man stelle sich einmal vor, ein Forscher wäre mit seinem Jeep in den südamerikanischen Dschungel gefahren und der hätte den mit im Dschungel einfach stehen gelassen, wäre abgehauen, den Weg nicht zurückgefunden, was auch immer. Und jetzt hätten einige Eingeborene, eine Indianer, einige Indianer, die hätten jetzt diesen Jeep gefunden, mit steckendem Schlüssel, und die hätten sich reingesetzt, wer jetzt einmal rumgefahren. Das sind Indianer, die haben noch nie was von Zivilisation, Technologie, die haben noch nie Zeitung gelesen, die haben nichts damit am Hut, die sind völlig isoliert aufgewachsen. Die setzen sich in diesen Jeep und drehen ein paar Runden. Was würden die wohl von diesem Jeep halten? Die würden sofort sagen: "Wow, das ist intelligentes Design. Das muss irgendjemand intelligentes uiert haben." Vielleicht würden einige sogar sagen: "Das hat ein himmlisches Wesen herabgesendet." Aber das spielt nicht mal eine Rolle. Es wäre denen zumindest klar: Das ist intelligentes Design.

Jetzt machen wir einen Zeitsprung. Wir gehen 100 Jahre in die Zukunft und unsere Indianer sind inzwischen zivilisiert, haben sich weiterentwickelt. Die haben Schulen, Universitäten, Forscher, Wissenschaftler, Ärzte, Ingenieure, Mechaniker etc. Die können inzwischen an diesem Jeep jede Glühbirne und jedes Kabel erklären. Würde die das jetzt zu der Schlussfolgerung bringen, dass dieser Jeep nicht mal das Produkt eines intelligenten Designs ist? Das wäre eher das Gegenteil der Fall. Je mehr sie sich mit diesem Aufbau beschäftigen, desto mehr müsste denen klar sein: "Wow, was für ein faszinierendes technisches Gerät. Das kann niemals einfach so entstanden sein."

Das gilt noch viel eher bei diesem Universum. Ich könnte vor Menschen vor 5000 Jahren akzeptieren, dass die mir sagen: "Das Universum ist einfach so entstanden." Da hatte man nämlich eine ganz andere Vorstellung davon. Da dachte man, die Erde ist einfach so eine Scheibe, da ist eine Käseglocke drüber, da sind ein paar Löcher drin für die Sterne, und die wird manchmal dunkel und hell. Ja, das kann mir jemand als Zufallsprodukt verkaufen, ohne weiteres. Aber heute, nachdem was wir alles über dieses Universum wissen, niemals, niemals.

Es mag für einige Leute rational aussehen, einen überzeugend zu sein, dass das ganze irgendwie einfach so sich zusammengesetzt hat. Aber meiner Meinung nach ist die Vorstellung, dass irgendwann aus dem Nichts ein Universum wie dieses und im Laufe von 13,8 Milliarden Jahren durch eine Verkettung der aberwitzigsten Zufälle Leben wie dieses entstanden ist, das ist das irrationale, was ein Mensch glauben kann.

Stell dir vor, du siehst einen Menschen, der gerade dabei ist, eine Maschine zusammenzusetzen. Irgend ein verrücktes Teil mit lauter Kabeln und Schaltern, Hebeln, Knöpfen, Zahnrädern, oben drauf ein paar Glühbirnen. Und der wäre wie verrückt dabei. Und dann würde er das einschalten und schaut sich so eine Glühbirne an und tauscht die aus gegen etwas hellere und dann ist er zufrieden. Dann gehst du zu ihm hin, klopfst ihm auf die Schulter und sagst: "Hey, cooles Teil, was macht es?" Und er sagt dir: "Keine Ahnung." Und dann fragst du ihn: "Warum baust du das zusammen?" Und er sagt: "Ich weiß nicht." So einen Menschen würde man wohl ohne zu zögern als verrückt bezeichnen. Denn wir kennen den Menschen, der läuft keine fünf Schritte ohne irgendeinen Sinn.

Als die Menschen zum ersten Mal Pyramiden gesehen haben, wussten sie sofort, dass irgendjemand das mit einem konkreten Ziel gebaut hat. Man würde nie auf die Idee kommen, dass da vor 5000 Jahren ein paar Ägypter waren und einer von denen hat ein paar Steine im Keller und hat er zu seinen Kumpels gesagt: "Hey, ich habe super Steine, wir bauen mal eine Pyramide." Wenn man so etwas sieht, weiß man, es hat einen Sinn. Und je präziser eine Sache konstruiert ist, desto sicherer kann man davon ausgehen, dass das Ganze irgendeinen konkretes Ziel [Musik] verfolgt.

Genauso müsste man auch davon ausgehen, dass dieses Universum ein Ziel verfolgt. Es ist unvorstellbar, dass jemand etwas so genau konstruiert, so frei abgestimmt, und das einfach zum Spaß macht. Gleichzeitig müsste man davon ausgehen, dass dieser Jemand uns mitzaht, was das Ganze überhaupt soll. Warum hat er uns überhaupt hier reingesetzt?

Man stelle sich mal vor, jemand öffnet eine Firma und stellt 1000 Leute ein und die kommen alle am ersten Tag und keiner sagt den, was von ihnen erwartet wird. Das wäre das Rezept für das perfekte Chaos. Und genauso müsste auch der Mensch die ganze Zeit zu Hause sitzen und damit rechnen, dass jemand vorbeikommt und ihm erklärt, was das Ganze hier soll. In dem Moment, wo er realisiert, dass er bewusst in dieses Universum gesetzt wurde, dürfte er sich eigentlich keine andere Frage stellen. Es ist nicht normal, dass er einfach so in seinen Tag hineinlebt.

Man stelle sich mal vor, man legt sich abends schlafen und wacht am nächsten Tag in einem fahrenden Zug auf. Was würde man machen? Aufstehen und frühstücken? Man würde sich doch zuerst einmal fragen, wer einen in diesen Zug gesetzt hat und wozu das gut war. Und genauso müssen das auch die Menschen in dieser Welt machen. Sie müssen einfach nur darauf warten, dass jemand ihnen erklärt, was der Sinn von dem Ganzen ist.

Ist denn schon mal jemand vorbeigekommen, um uns zu erklären, warum wir hier sind? Jede Menge. Es davon gegeben, die kommen auch heute noch immer wieder, und jeder hat eine andere Erklärung. Die können also nicht alle recht haben. Wie kann aber, wie kann man aber jetzt jemanden erkennen, der glaubwürdig ist?

Stellen wir uns noch einmal vor, wir sitzen in diesem fahrenden Zug, wir sind gerade aufgewacht und wir sitzen in unserem Abteil und wir rechnen damit, dass die Tür aufgeht und uns erklärt, was das ganze soll. Und genau das passiert. Die Tür geht auf und der Typ aus dem Nachbarabteil kommt rein und sagt im: "Hey, ich bin dein Nachbar, ich bin heute morgen auch aufgewacht und ich habe mich so gefragt, was das ganze soll und ich glaube, der Sinn von dem Ganzen ist..." Den würde ich gar nicht weiter zuhören. Das ist eine eigene Philosophie. Woher soll er wissen, warum wir in diesem Zug sind? Diese Frage kann einzig und allein derjenige beantworten, der uns hier reingesetzt hat.

Okay, stellen wir uns vor, das passiert. Jemand kommt, der von dem geschickt wurde, der uns hier reingesetzt hat. Das behauptet er zumindest. Die Tür geht auf und er sagt: "Ich habe eine Botschaft für dich. Dieser Zug hat 28 Wagons und 70.000 Schrauben." Danke schön, nette Information. Aber was soll ich damit anfangen? "Du sollst mir erklären, warum ich hier bin." Wie lange der Zug ist, das finde ich irgendwann selber raus.

Oder stell dir vor, die Tür geht auf und jemand kommt rein und sagt dir: "Ich bin von dem geschickt worden, der uns hier reingesetzt hat, und ich soll dir mitteilen, warum du hier bist. Das mache ich aber, nachdem du ein Jahresabo bei mir abgeschlossen hast. Wenn du mir einmal pro Jahr 899 € überweist, kriegst du jeden Monat eine Zeitung 'Sinn des Lebens'." Sorry, aber der will mich über den Tisch ziehen. Wenn er tatsächlich von demjenigen geschickt wurde, der uns hier reingesetzt hat, dann wird auch von dem bezahlt werden. Was will er Geld von mir haben?

Jetzt schauen wir uns noch mal all die Menschen an, die uns zu zu uns gekommen sind und angeblich um uns zu erklären, warum wir hier sind. Und wir streichen all die Leute raus, die einfach nur ihre eigene Philosophie, ihre eigen Gedanken präsentiert haben. Und all die Leute, die überhaupt keine richtige Erklärung haben, warum wir hier sind. Und dann noch mal all die Leute, die offensichtlich mit ihrer Botschaft Geld machen wollten. Dann bleibt noch genau eine Kategorie von Menschen über. Das waren Menschen, die wurden von dem geschickt, der das sie alles erschaffen hat, mit einer Botschaft, warum wir hier sind, und die keinen Cent von den Menschen verlangt haben, weil derjenige, der sie geschickt hat, sie viel besser bezahlen kann. Und das waren Propheten. Das waren die Menschen, die man gemeinhin als Propheten kennt.

Bisher hatte das Ganze noch überhaupt nichts mit Religion zu tun. Diese Überlegung, dass das Welt, dieses Universum einen Schöpfer haben muss und dass das Ganze auch irgendeinen Sinn haben muss, diese Überlegung kann jeder anstellen. Bisher hierher hatte das Ganze noch überhaupt nichts mit Religion zu tun. Denn diese Überlegung, die kann jeder Mensch auf der Welt anstellen. Auf die Idee, dass dieses Universum einen Schöpfer haben muss und dass das Ganze auch demzufolge ein Ziel verfolgt, auf diese Idee kann wirklich jeder kommen. Der Eskimo im Nordpol genauso wie der Indianer im südamerikanischen Dschungel.

Die Frage allerdings, welchen Sinn das verfolgt, warum wir hier sind, diese kann man nicht mehr ohne Religion beantworten.

Jetzt haben wir heute drei verschiedene Religionen und jede von diesen Religionen beruft sich auf ein Erbe der Propheten. Jede dieser Religion behauptet, dass ihre Botschaft von Propheten stammt. Jetzt haben die aber drei leicht unterschiedliche Versionen vom Sinn des Lebens. Die können also nicht alle recht haben.

Vergessen wir also für einen Augenblick diese Religionen. Schauen wir uns einfach nur mal das an, was diese Propheten gesagt haben. Man stellt fest, dass das gar nicht so verschieden ist. Alle hatten im Endeffekt die gleiche Botschaft.

Was haben die gesagt? Zum einen kamen diese Propheten mit einer Nachricht, wer das ganze hier erschaffen hat. Und sie haben den Menschen mitgeteilt, dass es kein Planet war oder ein Stern oder ein Baum oder sonst irgendein Objekt in diesem Universum. Es war jemand außerhalb dieses Universums, ein allmächtiges, göttliches Wesen. Das ist keine Überraschung. Das wussten wir auch vorher. Dafür brauche ich auch keinen Propheten, dass er mir das mitteilt. Das weiß ich auch, wenn ich einfach nur dieses Universum betrachte. Und genauso haben sie uns mitgeteilt, dass es davon nur einen einzigen gibt. Auch das ist keine Überraschung. Man stelle sich einmal vor, es gäbe zwei allmächtige, göttliche Wesen und einer von denen sagt: "Ich erschaffe ein Universum." Und der andere sagt: "Nee, gibt's nicht." Was passiert jetzt? Gibt's ein Universum oder nicht? Es kann nur einen davon geben.

Und genauso haben sie uns mitgeteilt, dass als logische Konsequenz davon dieser eine Gott der einzige ist, der es verdient hat, angebetet zu werden. Das war der erste Teil.

Der zweite Teil umfasst so etwas wie eine Lebensordnung. Man könnte auch sagen Gesetze, Gebote oder, wenn man es technisch ausdrücken wollte, eine Bedienungsanleitung für den Menschen. Und auch das ist keine Überraschung. Man sollte eigentlich damit rechnen. Denn es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Menschen und dem gesamten Rest des Universums. Betrachten wir einmal die Erde. Die Erde läuft seit 5 Milliarden Jahren um die Sonne herum. Könnte die Erde irgendwann sagen: "Boah, 5 Milliarden Jahre, das ist aber jetzt eine lange Zeit. Ich mache erstmal Pause." Nein, die Erde folgt einer bestimmten, einprogrammierten Ordnung. Sie kann sich nicht außerhalb davon bewegen.

Oder betrachten wir ein Tier. Ein Löwe in der Steppe, der Hunger hat und direkt vor seiner Nase läuft ein Zebra her. Was wird der Löwe machen? Er wird auf jeden Fall versuchen, dieses Zebra zu fressen. Und er hat keine Wahl. Das ist eine einprogrammierte Ordnung. Wenn er Hunger hat, geht er auf das Zebra los. Wenn er kein Hunger hat, bleibt er faul in der Sonne liegen. Er hat keine Wahl. Er hat eine bestimmte Lebensordnung und er muss dieser Lebensordnung folgen. [Musik]

Der Mensch ist anders. Der Mensch hat die Wahl, ob er im Kreis herumläuft oder auch nicht. Der Mensch kann ein Zebra jagen oder auch nicht. Der Mensch hat das, was wir für einen freien Willen nennen, und das unterscheidet ihn vom gesamten Rest des Universums. Jetzt kann man sich nur schwer vorstellen, dass der Schöpfer von all dem hier eine bestimmte Ordnung für jedes Objekt, für jedes Atom in diesem Universum vorgesehen hat, nur für den Menschen nicht. Deswegen müsste der Mensch damit rechnen, dass dieser Schöpfer ihm auch irgendwann mitteilt, was er für ihn als Ordnung vorgesehen hat.

Jetzt stelle man sich noch einmal die Erde vor, die seit 5 Milliarden Jahren um die Sonne läuft, und wir stellen uns mal kurz vor, die könnte das tatsächlich. Die könnte sagen: "Ich mache jetzt Pause, ich habe keine Lust mehr, um die Sonne zu laufen." Was wäre das Ergebnis? Das Ergebnis wäre ein einziges Chaos. Dasselbe passiert auch, wenn der Mensch meint, er kann sich eine eigene Lebensordnung überlegen und die von seinem Schöpfer komplett ignorieren.

Jetzt wissen wir zumindest, was derjenige, der uns erschaffen hat, von uns erwartet. Aber welchen Sinn hat das Ganze? Einfach nur, um ein Chaos zu verhindern? Und das hätte er einfacher haben können. Einfach kein Universum erschaffen, dann gibt's auch kein Chaos. Das kann also nicht alleine der Sinn von dem ganzen hier sein.

Welchen Sinn hat das jetzt? Welchen Sinn könnte das Leben machen? Welchen Sinn hat Schule? Oder mal anders gefragt: Wenn es nach der Schule kein Leben gäbe, wenn das Leben einfach mit der Abschlussklasse aufhört, würde Schule dann einen Sinn machen? Sicherlich nicht. Oder was wäre, wenn es zwar ein Leben nach der Schule gibt, aber die Art und Weise, wie wir das Leben in der Schule verbringen, was wir lernen und welche Noten wir bekommen, würde überhaupt keine Rolle spielen für das Leben danach? Würde es dann einen Sinn machen, zur Schule zu gehen? Auch nicht. Schule macht deswegen einen Sinn, weil das, was wir in der Schule lernen und die Noten, die wir bekommen, eine Bedeutung haben für das Leben danach. Und genauso kann dieses Leben nur dann einen Sinn machen, wenn die Art und Weise, wie wir dieses Leben führen, einen Unterschied macht für das Leben danach.

Und genau das war der dritte und letzte Teil der Botschaft dieser Propheten. Denn die haben den Menschen mitgeteilt, welchen Unterschied es am Ende macht. Man kann das schön vergleichen, wirklich mit der Schule, eigentlich nur mit zwei Unterschieden. Das Leben nach der Schule, das dauert vielleicht 60 oder 70 Jahre. Das Leben, was hier nachkommt, das dauert [Musik] ewig. Und wie das Leben nach der Schule verläuft, dafür gibt es etliche verschiedene Möglichkeiten. Wie das Leben, was hier nachkommt [Musik] verläuft, aber der Schöpfer von all dem, der hat mich ja überhaupt nicht gefragt. Ja, richtig, der hat dich auch nicht gefragt. Das kannst du schön finden oder auch nicht so schön finden, aber du kannst nichts daran ändern. Das ist wie, wenn es regnet. Ob dir das gefällt oder nicht, spielt überhaupt gar keine Rolle. Das einzige, was du machen kannst, ist dich entsprechend anziehen. Es nützt ja auch nichts, wenn du sagst: "Dann glaube ich halt nicht dran." Oder hilft es jemandem, der vom Dach eines Hochhauses springt, wenn er einfach sagt: "Ich glaube nicht an die Schwerkraft"?

Dass du diese Ewigkeit verbringst, darauf hast du überhaupt gar keinen Einfluss. Ob du das glaubst oder nicht, ist völlig egal. Einen Einfluss hast du einzig und allein darauf, wie du diese Ewigkeit verbringst. Und das ist auch das eigentliche Leben. Die Bezeichnung "Leben" für das, was wir hier auf der Erde machen, ist eigentlich irreführend. Das eigentliche Leben ist das, was erst kommt. Aber für dieses Leben gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. Wie soll man jetzt entscheiden, welche Möglichkeit für dich, Frage, kommt? Dafür wurde dieses Leben quasi davorgeschaltet. Und die Art und Weise, wie du das führst, entscheidet, wie das Leben danach aussieht. Einen anderen Sinn hat das hier überhaupt nicht. Das ist der einzige Grund, warum wir hier sind.

Dieses Leben ist also nichts weiter als eine Art Prüfung. Und der Tod ist nicht das Ende des Lebens. Das ist nur das Ende der Prüfung. Danach gibt es die Zeugnisse. Wenn man das Ganze hier als Prüfung betrachtet, dann versteht man auch den Aufbau dieser Welt. Man versteht, warum das Ganze hier so konzipiert ist. Wenn man das Leben hier betrachtet, dann sieht man die ganz Ungerechtigkeiten in dieser Welt und man denkt: "Was kann das Ganze für einen Sinn machen?" Betrachtet man das aber als Prüfung, dann ergibt das einen Sinn.

Das ist sowieso eines der größten Missverständnisse der Menschen, die meinen, sie wären hier auf diesem Planeten, um das Leben zu genießen. Aber das ist völlig ausgeschlossen, unmöglich. Meint wirklich jemand, dass diese Welt konzipiert wäre, damit der Mensch das Leben genießt? Frag doch mal einen 70 oder 80 Jahre alten Menschen, und völlig egal, wen, egal ob arm oder reich, frag ihn nach dem Leben, und er wird dir sagen: "Das Leben, das sind ein paar glückliche Momente, überschattet von einer Million Momenten der Sorge." Das ist die Wahrheit. Das Leben ist nicht zum Genießen. Das Leben ist nur eine Prüfung.

Und wie prüft man jetzt einen Menschen, ob er beispielsweise großzügig ist? Das geht doch nur dann, wenn ich auf der einen Seite Menschen habe, die so viel Geld haben, dass sie davon locker etwas abgeben können, und auf der anderen Seite brauche ich Menschen, die so wenig haben, dass sie etwas benötigen. Anders kann man das doch gar nicht prüfen. Und wenn man das Ganze so betrachtet, dann ergibt diese Welt einen Sinn. Es muss all diese Unterschiede geben. Aber all diese Menschen befinden sich ja in der gleichen Situation. Derjenige, der viel Geld hat, der hat nicht viel Geld, um das Leben zu genießen. Er wird damit geprüft. Und derjenige, der nichts hat, der hat nicht kein Geld, um da bestraft zu werden. Er wird geprüft. Beide befinden sich in exakt derselben Situation. Und für beide kommt es einzig und allein darauf an, wie das Endresultat aussieht.

Jetzt haben wir eben gesagt, es gibt verschiedene Religionen, die mit dieser Botschaft bekamen sind, die sich auf Propheten berufen, die von demjenigen geschickt wurden, der das hier alles erschaffen hat. Und wir haben jetzt eine ganze Kette von Propheten, nicht nur einen einzigen. Die Frage ist jetzt doch: Wen von diesen Propheten muss ich jetzt akzeptieren? Nun, akzeptieren musst du alle. Man kann sich nicht vorstellen, dass der Schöpfer von all dem hier einen Propheten schickt und überlässt dann den Menschen die Wahl, ob er ihn akzeptiert oder nicht. [Musik] Akzeptieren musst du alle. Daran führt kein Weg vorbei. Folgen kannst du allerdings nur einem einzigen, und das ist der letzte in dieser Kette. Denn der letzte hat quasi die aktuelle Botschaft. Das ist genau wie mit den Gesetzen hier. Es gab auch im Jahre 1960 eine Straßenverkehrsordnung, sicherlich um einiges simpler gestaltet als heute, aber es gab damals eine gültige Straßenverkehrsordnung. Aber könnte ich heute sagen: "Ich lebe nach dieser Straßenverkehrsordnung und fahre auf diese Art und Weise durch die Welt." Nein, die war damals gültig, aber es gibt im Jahre 2013 eine neue. Also muss ich die aktuelle befolgen. Und dasselbe gilt für die Gesetze des Schöpfers von Himmel und Erde. Es ist kein Unterschied.

Die Frage ist also jetzt: Wer war der letzte in dieser Kette? Einer der ersten von diesen Propheten, das war Abraham. Und das ist einer, der von allen diesen Religionen, die sich auf Propheten berufen, akzeptiert wird. Daran unterscheiden wir uns nicht. Und wenn man sein Leben und seine Botschaft betrachtet, dann sieht man sehr schön genau das, was wir eben erwähnt haben. Abraham war einer, der in einem Volk gelebt hat, was Planeten und Sterne angebetet hat. Und er war der einzige unter ihnen, der gesagt hat: "Das alles verdient ist nicht angebetet zu werden, sondern nur derjenige, der diese Planeten und Sterne erschaffen hat." Und er war derjenige, der zu jeder Zeit bereit war, sich unter die Lebensordnung, unter die Anweisung und die Gebote diesen einen Gottes zu unterwerfen. Man denke allein an die Geschichte mit seinem Sohn, als er aufgefordert wurde, seinen Sohn zu opfern. Da hat er nicht eine Sekunde überlegt, ob das sinnvoll wäre oder ob das vielleicht moralisch verwerflich wäre. Er hat das ohne zu zögern gemacht. Das war seine Botschaft: Es gibt einen einzigen Gott, der es verdient hat, angebetet zu werden, und seine Anweisung ist Folge zu [Musik] leisten.

Nach ihm kam der Prophet Moses. Und seine Botschaft war die gleiche. Er hat auch seinem Volk eine komplette Lebensordnung gegeben, eine lange Reihe von Geboten. Und das erste von denen ist: "Du sollst nur einen einzigen Gott anbieten." Das war seine Botschaft.

Nach ihm kam der Prophet Jesus. Und seine Botschaft war die gleiche. Als er von einem Mann gefragt wurde: "Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erlangen?", da antwortet er ihm: "Die Gebote befolgen." Und erzählt ihm die Gebote von Moses auf. Und als er von einem Pharisäer gefragt wird: "Was ist das oberste Gebot?", da antwortet er ihm: "Höre Israel, der Herr, Herr Gott ist ein einziger." Und das ist dieselbe Botschaft wie vorher.

Jesus war aber nicht der letzte Prophet. Etwa 600 Jahre nach Jesus hat noch einer gelebt, der mit exakt der gleichen Botschaft gekommen ist. Der auch seinem Volk gesagt hat, sie sollen nur einen einzigen Gott anbeten und seine Lebensordnung befolgen. Und dieser Mann hat im heutigen Saudi-Arabien gelebt, in einer Stadt namens Mekka. Und sein Name war Mohammed Abdah. Und ich hätte fast gesagt, der Prophet des Islam. Aber das wäre irreführend. Denn Islam ist exakt das gleiche, was all die Propheten vorher verkündet haben. Es bedeutet nichts anderes als einen einzigen Gott anzubeten und seine Ordnung zu befolgen, völlig egal, wer mit dieser Ordnung gekommen [Musik] ist.

Im Jahre 1978 hat ein Amerikaner namens Michael Hart ein Buch veröffentlicht über die 100 einflussreichsten Menschen in der Geschichte. Und er hat sich mit dem Leben von zahlreichen Personen auseinandergesetzt und er ist am Ende zu dem Entschluss gekommen, an die Spitze seiner Liste den Propheten Mohammed zu setzen. Und er wusste, dass das viele Kritik hervorrufen würde und er fühlte sich deswegen gezwungen, eine Einleitung zu schreiben und sich dafür quasi zu rechtfertigen. Und er erwähnt viele Details aus dem Propheten Mohammed. Er begründet dieses abschließend damit, dass Mohammed die einzige Person war, der es gelungen war, nicht nur ein weltliches Reich zu gründen, sondern auch ein spirituelles. Er wäre auf zwei grundsätzlich unterschiedlichen Ebenen erfolgreich, einmal auf der säkularen Ebene, auf der politischen Ebene, würde man heute sagen, und auf religiöser Ebene. Und das war einmalig in der Geschichte der Menschheit.

Lam Mertin, ein französischer Autor, hat 1854 ein Buch geschrieben: "Histoire de la Turquie". Und er schreibt über den Propheten: "Wer könnte es wagen, irgendeinen großen Mann in der modernen Geschichte mit Mohammed zu vergleichen? Die meisten berühmten Männer schufen Waffen, Gesetzen oder Reiche. Sie gründeten, wenn überhaupt, nichts mehr als materielle Macht, die meistens vor ihren Augen zerfiel. Dieser Mann dagegen erschütterte nicht nur Armeen, Gesetzgebungen und reiche Völker und Dynastien, sondern Millionen Menschen in einem Drittel der damals bewohnten Welt. Und mehr als das, er erschütterte die Altäre, die Götter, die Religionen, die Vorstellungen, Glauben und Seelen. Und er schreibt weiter: Ein Philosoph, Vorkämpfer, Gesetzgeber, Krieger, Bezwinger von Ideen, Wiederhersteller von rationalen Doktrinen und ein einer Verehrung ohne Bildnisse, der Gründer von 20 weltlichen Reichen und einem geistigen. Das ist [Musik] Mohammed."

Andy Besant, eine englische Autorin, schreibt in einem Buch 1932: "Es ist für keinen, der das Leben und die Stellung des berühmten Propheten von Arabien studiert und weiß, wie er lehrte und lebte, möglich, etwas anderes außer Verehrung für jenen großen Propheten, einen der großen Gesandten Gottes, zu empfinden. Und obwohl vieles, was ich in Worte fasse, vielen bekannt ist, fühle ich doch selbst immer, wenn ich es lese, einen neuen Weg der Bewunderung, ein neues Gefühl der Verehrung für jenen großen arabischen Lehrer."

All diese Autoren waren keine Muslime, sonst würde es auch einen nicht überraschen, so etwas von Ihnen zu lesen. Fragt man heute viele Menschen, was sie von dieser Person Mohammed halten, dann hört man in der Regel zwei verschiedene Antworten. Entweder muss er ein Betrüger gewesen sein, der 23 Jahre lang sein Volk über den Tisch gezogen hat, oder er war ein Verrückter, der 23 Jahre lang halluziniert hat. Es ist die Frage, wie Menschen zu solch unterschiedlichen Einschätzungen einer Person kommen. Michael Hart, Lam Mertin und Bessent auf der einen Seite und viele andere Menschen auf der anderen Seite. Ich denke, der Unterschied zwischen diesen beiden Gruppen liegt darin, dass Michael Hart, Lam Mertin und Andy Besant sich wirklich mit dem Leben des Propheten beschäftigt haben.

Der Prophet hat als einfacher Schafhirte gearbeitet und wurde später Händler. Im Alter von 25 Jahren hat hat er seinen, man könnte sagen, damaligen Arbeitgeber geheiratet. Es war eine wohlhabende Frau, für die er Geschäfte erledigte. Und er hat sie mit 25 Jahren geheiratet, wo sie 40 Jahre alt war. Als er selber 40 geworden ist, kam er mit einer Botschaft zu seinem Volk. Und diese Botschaft enthielt eine Fülle von Informationen. Sie enthielt ein komplettes Staatsrecht, so etwas wie eine Verfassung, eine politische Ordnung, ein Gesetzbuch, ein bürgerliches Gesetzbuch, ein Handelsrecht. Es enthält Anweisungen für das Benehmen der Menschen untereinander, für das Miteinander der Menschen, für das spirituelle Bewusstsein, für die Verbindung zwischen Seele und ihrem Schöpfer. Informationen aus den unterschiedlichsten Gebieten, alle vereint in einem Buch. Und das, obwohl er selber weder lesen noch schreiben konnte.

Die Frage ist jetzt: Woher hatte er diese Information? Woher kam dieses Wissen überhaupt zu ihm? Wie kommt jemand, der sich nie mit diesen Dingen auseinandergesetzt hat, der nie lesen oder schreiben konnte, plötzlich mit einem Buch, das die Grundlage war für ein Weltreich, das 1300 Jahre Bestand hatte und immerhin von Spanien bis Indonesien und vom Kaukasus bis Südafrika ging? Er selber hatte dafür ganz einfache Erklärung. Er sagte: "Diese Informationen stammen von Gott und dass er derjenige ist, der dies offenbart hat."

Das kann natürlich erstmal jeder behaupten und das ist richtig. Das ist zunächst einmal nur eine Behauptung. Wie kann man aber herausfinden, ob das eine richtige Behauptung sein könnte, ob er die Wahrheit gesagt hat? Wie würde man das bei einem Gericht machen, wenn ein Mensch vor Gericht steht und eine Aussage macht? Wie würde man das beurteilen? Ich denke, im wenig, im Wesentlichen würde man dazu drei Kriterien benutzen. Zum einen: War das ein glaubwürdiger Mensch? Wenn er sowieso unglaubwürdig ist, brauche ich mir das nicht lange anhören. Hatte er vielleicht ein Motiv zu lügen? Hätte er irgendeinen Grund, was ihn dazu veranlassen könnte? Geld oder was auch immer? Und natürlich zu guter Letzt: Ist das, was er behauptet, überhaupt möglich? Selbst der glaubwürdigste Mensch, wenn er kommen würde und behauptet, er würde auf dem Mond Delfine züchten, dann würde man das nicht glauben.

Okay, fangen wir hinten rum an. Der Prophet Mohammed sagte, er wäre ein Gesandter Gottes und er bekommt Offenbarung. Ist das unmöglich? Es wäre nur dann vor einem Menschen unmöglich, wenn er sagen würde: "Es gibt überhaupt keinen Gott." Und das müsste erstmal bewiesen werden. Und allein die Tatsache, dass ein ein diese Vorstellung nicht gefällt, ist kein Beweis gegen einen Gott. Und wenn man das nicht beweisen kann, dass es keinen Gott gibt, dann spricht doch zunächst einmal nichts dagegen. Es wäre sogar er umgekehrt. Die Tatsache, dass jemand kommt und behauptet, er wäre von Gott geschickt, ist er ein Hinweis darauf, dass Gott überhaupt existiert.

So würde man auch im normalen Leben vorgehen. Vor ein paar Jahren hat sich mein Sohn mal so eine Weltkarte geholt mit allen Ländern auf dieser Welt und ich habe mir die mal angeschaut und es gab tatsächlich einige Länder, von denen ich noch nie etwas gehört hatte, irgendwo da in in Südostasien, so ein paar kleine Inseln, das waren komplette Staaten und Ländernamen, die mir völlig unbekannt waren. Wenn ich mir vorstelle, vor 10 oder 15 Jahren, hätte ich eine Person getroffen und diese Person hätte sich vorgestellt als Botschafter, als Gesandter von einem dieser Länder, die ich überhaupt nicht kannte, dann wäre das für mich erst einmal ein Beweis gewesen, dass so ein Land existiert. Ich hätte nicht von vorne rein gesagt: "Ach, das stimmt nicht, kenne ich nicht, oder kann doch nicht sein." Es ist umgekehrt so: Wenn jemand sich als gesandt von jemandem vorstellt, dann ist das eigentlich erstmal ein Hinweis darauf, dass derjenige, der ihn geschickt hat, dann auch tatsächlich existiert.

Vor ein paar Tagen hat sich jemand bei mir vor der Tür vorgestellt. Das war ein Vertreter einer Stromfirma. Jetzt kannte ich die Firma schon, aber gehen wir davon aus, ich kannte sie nicht. In dem Moment, wo diese Person bei mir vor der Tür stand, wäre ich davon ausgegangen, dass es so eine Firma gibt. Es wäre also zunächst einmal logischer anzunehmen, dass wenn jemand kommt und behauptet, er ist ein Gesandter Gottes, dass es erst einmal zumindest ein Hinweis ist, dass es tatsächlich einen Gott gibt, der Leute zu den Menschen schickt.

Betrachten wir seine Person. War er glaubwürdig? Diese Frage kann man am besten von seinen Zeitgenossen beantworten lassen. Die Menschen damals haben ihm den Titel "Al-Amin" gegeben. Und "Al-Amin" bedeutet auf Deutsch so etwas wie "der Vertrauenswürdige". Und es war nicht so, dass zur damaligen Zeit alle anderen Menschen nicht vertrauenswürdig waren. Es gab viele davon, aber man hat ihm diesen Titel gegeben, weil er besonders dadurch ausgezeichnet wurde, weil man damals gesagt hat: "Wenn es hier in dieser Stadt, in diesem Land eine Person gibt, die wirklich vertrauenswürdig ist, dann ist das Mohammed." Es gab einige andere, die waren auch vertrauenswürdig, aber er war besonders. Er war der letzte, von dem man sich einen Vertrauensbruch hätte vorstellen können. Darum nannte man ihn Al-Amin. Damals war das so, dass wenn Leute verreisten, dass sie ihre Wertgegenstände bei jemandem zur Aufbewahrung gaben. Und der Prophet Mohammed war da bekannt dafür. Man hat das bei ihm gerne gemacht, weil man wusste, wenn man ihm etwas gibt, man bekommt das wieder zurück. Selbst als zu einem offensichtlichen Konflikt zwischen ihm und seinem Mitbürgern kam, selbst zu dem Zeitpunkt haben Leute ihm immer noch etwas anvertraut, auch wenn es seine Gegner waren. Der Grund dafür war, weil sie wussten, dass Mohammed das niemals verunreinigen würde. Selbst wenn er unser Gegner ist, wen, wenn wir ihm etwas anvertrauen, er wird das niemals verunreinigen. Er würde niemals Unrecht mit Unrecht vergelten. Das war sein Charakter.

Er hat sich aus Wertgegenständen oder solchen Dingen auch überhaupt nichts gemacht. Er ist am Ende bettelarm gestorben. Und er war bekannt dafür, dass er, wenn er etwas besaß, es so schnell wie möglich unter den Leuten verteilte. Man sagte damals über ihn: "Er hat also, er hat gespendet wie der Wirbelwind." Er war so schnell dabei, wenn er etwas hatte, er hat gesehen, dass er das unter die Leute brachte. Er hat einmal seiner Frau etwas gegeben, einen kleinen Betrag, den sie spenden sollte. Und als er später kam und hat gesehen, dass sie das noch nicht gespendet hatte, war er schockiert. Er sagte zu seiner Frau: "Was denkst du, wenn ein Prophet damit am Tag der Auferstehung erwischt wird?" Er hat sich aus diesen Dingen nichts gemacht. Wenn jemand zu ihm hinkam, er hat ihm gegeben, wenn er das hatte. Das war überhaupt gar.

Kein Problem. Einmal kam einer seiner Gefährten bei ihm rein und er hat gesehen, wie er lebt. Der hatte so eine einfache Matratze auf dem Boden. Matratze ist zu viel gesagt, das war so etwas aus Palmenblättern zusammen gesteckt, irgendwie so eine Art Palmenmatratze. Und wenn er sich drauf gelegt hat, hat man die Abdrücke hier gesehen. Und an der Wand hing so ein Köcher mit Pfeilen drin und irgendwo noch so ein Wasserschlauch, und das war alles.

Und der kommt rein und fängt an zu weinen. Das war der Führer einer Nation. Und er sagt zu ihm: "Hast du gesehen, wie die Herrscher von Rom und Persien leben? Die hatten Schlösser und Paläste und was weiß ich nicht alles." Aber er hat ihm geantwortet: "Das ist für die Leute in dieser Welt. Wir bekommen das später." Das war nicht sein Ziel, er ist dem nicht hinterher gelaufen.

Man sagte damals über ihn, wenn man ihn um einen Gefallen gebeten hat, dann war er immer bereit, das zu tun. Man hat ihn beschrieben als jemanden, wenn ein kleines Mädchen kam, das konnte ihn an die Hand nehmen und quer durch die ganze Stadt ziehen, um für ihn irgendeine Sache zu erledigen. Einmal kam selbst eine verrückte Frau zu ihm, die war nicht beinnen, und sie hatte irgendein Anliegen, und er ist einfach mitgegangen, hat das für sie erledigt. Selbst wenn man ihn auf grobe Art und Weise um etwas gebeten hat, dann hat er einem gegeben. Selbst wenn man ihn beleidigt hat, er hat das niemals erwidert.

Einmal kam ein Beduine zu ihm, packt ihn von hinten am Kragen, an dem Kragen, reißt ihn herum und sagt: "Mohammed, gib mir was von dem, was dir gegeben wurde." Und er hat das, er hat das so rau gemacht, dass der Abdrücke von seinem Kragen sich hier an dem Hals abgebildet haben. Er drehte sich um, lächelte, und der Beduine hat etwas bekommen.

Als er nach Medina ausgewandert wurde, nachdem die Muslime 13 Jahre verfolgt wurden in Mekka, haben sie am Anfang zum Aufbau einer Gemeinschaft sich Geld geliehen. Und nach einigen Tagen kam einer dieser Personen, von denen sie sich etwas geliehen hatten, kam zum Propheten Mohammed, und das war noch vor der Frist, das Geld war noch gar nicht fällig. Er geht zum ihm, er sitzt mit seinen Leuten, packt ihn am Kragen, sagt: "Mohammed, wo ist mein Geld? Ich kenne euch, ihr verzögert immer eure Rückzahlung von Schulden." Und einer seiner Gefährten, einer der Gefährten des Propheten Mohammed, er stand auf und wollte ihn töten. "Wie kann das sein? Wie geht er mit dem Propheten um?" Aber Mohammed sagt zu ihm: "Lass ihn. Geh mit ihm, gib ihm sein Geld und gib ihm noch etwas dazu, weil du ihm Angst eingejagt hast." Okay, er geht mit und gibt dieser Person das Geld zurück und noch etwas dazu. Und diese Person fragt: "Was ist das hier? Wieso habt ihr mir noch mehr gegeben?" Und der antwortet ihm: "Das hat der Prophet mir gesagt. Das ist das, was dir zusteht, und noch etwas mehr, weil ich die Angst eingejagt habe als Ausgleich." Und dann sagt derjenige: "Weißt du, wer ich bin? Mein Name war Seid." Und der andere fragt, der jüdische Rabbi: "Er ja, warum hast du den Propheten so behandelt?" Er sagte zu ihm: "Ich habe bei ihm alle Anzeichen eines Propheten gesehen, bis auf zwei: Seine Geduld überwiegt seinen Zorn, und je unverschämter man ihm gegenüber ist, desto freundlicher wird er. Aus diesem Grund habe ich ihn so behandelt, und ich habe festgestellt, dass er ein Prophet ist." Und er hat den Islam angenommen.

Und seinen Charakter sieht man, als die Muslime die Stadt Mekka zurückerobert haben. Sie waren dort 13 Jahre lang, und die haben nichts angestellt, außer ihre Religion zu predigen, und sie wurden von den Leuten in Mekka auf das Übelste behandelt. Das fing an mit einer einfachen Verleumdung, und das ging hin bis Folter und Tod und alles, was dazwischen, was man sich dazwischen vorstellen konnte, 13 Jahre lang. Und sie haben es nie erwidert, sie haben es einfach so ertragen. Wenn man diese 13 Jahre betrachtet, dann gibt es keine Zweifel daran, wer die wer wen angegriffen hat. Das war eine ganz eindeutige Sache. Es kam allein von einer Seite. Die Muslime haben sich nie gewehrt. Nach 13 Jahren sind sie geflohen, weil sie es nicht mehr aushalten konnten. 10 Jahre später kehren sie siegreich zurück. Was würde eine Armee in der heutigen Zeit machen? Ein Land, eine Nation, was 13 Jahre lang auf das Übelste unterdrückt wurde und kommt nach 10 Jahren siegreich zurück, was machen die? Rauben, plündern. Das ist die Realität. Aber was machte der Prophet Mohammed? Er kommt zurück in seine Heimatstadt und er fragt die Leute: "Was erwartet ihr, was ich jetzt mit euch mache?" Aber die Leute kannten ihn, sie wussten, er vergilt nicht Unrecht mit Unrecht. Und sie haben selbst da noch gesagt: "Nur das Beste." Und er sagte zu ihnen: "Euch ist vergeben, euch soll kein Leid geschehen." Und damals war die Sache erledigt, und innerhalb von kurzer Zeit konvertierte die ganze Stadt zum Islam.

Betrachtet man diesen Charakter von diesem Menschen, ich glaube, wenn es jemanden gab, der glaubwürdig war, dann war es der Prophet Mohammed. Hätte man einen solchen Menschen heute in seiner Nachbarschaft wohnen, das wäre der beliebteste Mensch überhaupt. Und würde man einen solchen Menschen in der Presse verleumden und schlecht über ihn reden, dann wären es nicht seine eigenen Anhänger, die ihn verteidigen würden, das wären die Nachbarn, die ihn kennen, völlig unabhängig von ihrer Religion.

Kommen wir zu seinem Motiv. Hätte er ein Motiv haben können, überhaupt so etwas wie einen Betrug zu inszenieren? Er kam mit einer Botschaft, mit einem Buch, das all diese Informationen enthält, und es ist immer noch die Frage, woher das stammt. Gehen wir davon aus, es stammt nicht, so wie er sagte, von Gott selber als eine Offenbarung. Dann gibt es noch die Alternative: Er hat sich mit den Leuten damals zusammengesetzt, er hat einige wissenschaftliche Dinge von den Griechen erfahren, vielleicht auch was etwas über die Staatskunst, über Kriegskunst, über andere Dinge. Er hat sich halt mit verschiedenen Leuten zusammengesetzt, um diesen ganzen Betrug zu inszenieren. Das ist die Alternativtheorie, denn irgendwoher müssen ja diese ganzen Informationen kommen.

Okay, sagen wir, er war ein Betrüger. Welches Ziel hat er dann mit diesem Betrug verfolgt? Er hat ein gutes Leben geführt, er hatte eine wohlhabende Frau und einen guten Job. Das war in der Zeit, bevor er Prophet war. In dem Moment, wo er anfing, seine Botschaft zu verkünden, hat sich das alles geändert. Er ist am Ende blearm gestorben. Er war beliebt bei seinem Volk, er war ein gern gesehener Gast. Als er mit seiner Botschaft kam, hat sich das geändert. Die Leute haben ihn gehasst und versucht, ihn zu töten. Welches Motiv hätte er also haben können? Ein Betrüger verfolgt immer irgendein Ziel, in der Regel ist das Geld oder vielleicht die Macht zu erlangen oder was auch immer, aber es muss ja ein Motiv dahinter stecken. Und noch dazu haben die Menschen ihm allein, damit er aufhört, alles angeboten, was man sich vorstellen kann. Nach einigen Jahren, als sie gesehen haben, dass diese Botschaft sich verbreitet, kam seine Gegner zu ihm und haben ihm gesagt: "Hör mal zu, was soll das alles? Warum machst du das? Welches Ziel verfolgst du? Willst du Geld damit haben? Okay, wir machen dich zum Reichsten, wir sammeln Geld und du bist der Reichste von uns. Willst du die Macht haben? Wir machen dich zum König." Und er war beliebt bei seinem Volk, also man hätte ihn gerne als König gehabt, man hatte keinen Zweifel an seinem Rechtsbewusstsein. "Willst du eine Frau damit erobern? Sag uns einfach, welche, wir wären die passende Frau, geben sie dir. Ist alles kein Problem, nur hör auf damit, diese Botschaft zu verkünden." Ein Betrüger hätte erstmal sofort diese Gelegenheit genutzt. Jetzt hat er sein Volk da, wo er sie haben will. Er sucht irgendein weltliches Ziel, er sucht irgendwie Geld, Macht oder was auch immer, und jetzt sind sie bereit, ihm alles zu geben. Okay, setzen wir uns an einen Tisch und verhandeln. Ich möchte das und das und das und das haben, dann höre ich auf. Und hätte ja nichts weiter machen müssen. Er hätte sich all das ganze Leben sparen können, all das, was nachher passiert ist, all dieses das Unrecht, was er ertragen musste, die Kriege, die gegen ihn geführt wurden, das hätte er sich alles sparen können. Was war seine Antwort? Er hat ihn ausrichten lassen: "Selbst wenn sie mir die Sonne in meine rechte Hand und den Mond in meine linke Hand geben, höre ich nicht damit auf, diese Botschaft zu verkünden." Ein Betrüger antwortet so nicht.

Was könnte ein Motiv sonst noch sein für seinen Betrug? Die Gesellschaft zu verbessern durch eine Lüge und vor allen auf diese verrückte Art und Weise? Wenn er wirklich einfach nur eine Weltverbesserungsbewegung in Gang hätte setzen wollen, es hätte viel einfachere Möglichkeiten dafür gegeben. Er hätte beispielsweise an den arabischen Nationalismus plädieren können. Er kam aus einem hoch, er stammte aus einem hochgeachteten Stamm, aus einer großen Familie, und man hätte ihm gefolgt, wenn er an das Herz und die Seele der Araber plädiert hätte. Die Leute wären ihm gefolgt, und das ist in der Zeit danach oft passiert. Aber er hat diesen Weg nicht gewählt. Er hätte einen Klassenkampf inszenieren können. Es gab damals eine klassische Zweiklassengesellschaft, reich und arm, und er hätte sich mit den Armen verbinden können, verbinden können und einen Aufstand gegen die Reichen inszenieren. Auch das wäre eine Möglichkeit gewesen, wie später die Kommunisten gemacht haben, und er hat auch diesen Weg nicht gewählt. Er hätte an die Moral der Menschen appellieren können. Damals war die Moral am Boden: Wein, Glücksspiel, Frauenmissbrauch etc., alles, was man sich vorstellen kann. Und auch das hätte als eine Art Weltverbesserungsbewegung getaugt. Er hätte das Unrecht kritisieren können. Damals gab es himmelschreiendes Unrecht in der Gesellschaft, und auch das wäre einfach gewesen. Und das wären alles Dinge, wo es leicht für ihn gewesen wäre, eine Bewegung zu inszenieren, um damals etwas in der Gesellschaft zu bewirken. Und das sind auch alles Dinge, die nachhin passiert sind, in anderen Ländern, in anderen Gesellschaften, auch selbst in diesem Land. Aber all diese einfachen Wege hat er nicht gewählt. Er hat einen Weg gewählt, der eigentlich auf die Idee, würde nie ein Mensch kommen. Es ist leicht für einen Menschen, sich in die Gesellschaft hier, in die Mitte der Stadt zu stellen und ich sag mal, gegen einen Krieg zu protestieren oder gegen ein bestimmtes Unrecht oder für eine Umweltschutzorganisation zu werben oder für sonst irgendeine moralische Angelegenheit. Das ist alles leicht. Aber würde es einem Menschen leicht fallen, sich irgendwo hinzustellen und den Leuten zu verklickern, er wäre ein gesamter Gottes, der Botschaften von einem Engel bekommt? Wer kommt auf so eine Idee?

Bleibt noch die Alternative: Er könnte ein Verrückter gewesen sein. Er könnte sich das alles eingebildet haben und das bevorzugen. Tatsächlich einige als als nähere Theorie als bessere Erklärung, denn sein Charakter passt nicht zu einem Betrüger. Wenn man sein Leben betrachtet, kommt man niemals auf die Idee, er hätte jemanden betrügen können. Dann könnte er sich das immer noch eingebildet haben. Er hat halluziniert, es kam irgendein Engel, und er hatte Visionen davon, und das hat er verkündet. Aber kann man sich vorstellen, dass jemand eine Botschaft bringt, die Grundlage ist für einen Staat, der 1300 Jahre Bestand hat, und das alles gründet sich einfach nur auf Einbildung, weil irgendjemand halluziniert hat? Macht das einen Sinn? Und noch dazu muss man ja erklären, woher all diese Informationen kommen, was er gebracht hat. Das hatte Bestand, man hat durch, man hat einen Staat darauf aufgebaut. Er hat viele geschichtliche Informationen in seiner Botschaft erhalten, vieles von dem, was er sagte, macht Sinn. Woher kam das? Auf der einen Seite haben wir die Erklärung, er hat sich mit den Griechen oder mit den Ägyptern oder mit den Römern oder mit wem auch immer zusammengesetzt. Auf der anderen Seite war ein Verrückter. Das passt beides nicht zusammen. Ein Verrückter, der hätte sich nicht mit anderen Leuten abgesprochen, der ist der Überzeugung, er bekommt das alles schon. Man müsste das beides irgendwie versuchen zu kombinieren. Man hat auf der einen Seite die ganzen Informationen, die er sich von Menschen geholt hat, auf der anderen Seite einen Verrückten. Das passt nicht zusammen.

Es gab eine interessante Begebenheit, als er in Medina wohnte und als sein Sohn geboren war. Er hat einen Sohn namens Ibrahim, und der ist im Alter von Monaten gestorben. Und am selben Tag passierte eine Sonnenfinsternis. Und die Leute sind schon auf die Straße gegangen und die haben gesagt: "Hey, guck mal, das ist ein Zeichen Gottes. Die Sonne verdunkelt sich, weil der Prophet traurig ist." Was hätte ein Verrückter gemacht? Er hätte dieses Zeichen selber für wahr gehalten. Der wäre rausgegangen, hätte gesagt: "Wow, das ist wirklich ein Zeichen Gottes, ich wurde bestätigt." Was hätte ein Betrüger gemacht? Ein Betrüger hätte diese Situation ausgenutzt. Die Leute waren schon auf der Straße und sie waren bereit, das als Zeichen göttlicher Fügung zu akzeptieren. Und was macht der Prophet Mohammed? Er geht raus zu den Leuten und sagt ihnen: "Sonne und Mond haben nichts damit zu tun, ob ein Mensch geboren wird oder stirbt." Das wäre die Gelegenheit gewesen für einen Betrüger. Es wäre das Zeichen für einen Verrückten gewesen, und der hat das so von vorne abgelehnt.

Was ist jetzt die plausibelste Erklärung von allem? Wenn man das alles betrachtet, das einfachste ist, er hat die Wahrheit gesagt. Das ist die naheliegendste Erklärung. Wenn heute jemand kommen würde und würde behaupten, er ist ein Prophet, ein Gesandter Gottes, was würden die Leute von ihm verlangen? Wunder, Zeichen, irgendetwas in diese Richtung. Bring uns ein übernatürliches Phänomen. Und das haben auch die Leute damals gemacht. Und es aber nicht so, dass es damals, dass es daran gemangelt hat, dass er ein Prophet war, dem im Gegensatz zu anderen Propheten keine Zeichen gegeben wurde. Aber die meisten Wunder, die man von Propheten kennt, die sieht man heute nicht mehr. Und das ist der Unterschied zum Propheten Mohammed. Das größte Wunder von ihm, was der eigentliche Beweis für seine Prophet für sein Prophetentum ist, das ist heute noch vor unserer Nase erhalten. Das ist nämlich der Koran.

Ich lese euch mal ein Gedicht vor: "Kaninchen, oh Kaninchen, du bist nur zwei Ohren und eine Brust und der Rest von dir ist Graben und buddeln." Was haltet ihr davon? Klingt komisch, oder? Ich habe noch eins: "Der Elefant und was ist der Elefant und was lehrt dich, was der Elefant ist? Er hat einen strähigen Schwanz und einen langen Rüssel, ein geradezu unbedeutendes Geschöpf unseres Herrn." Das klingt noch nicht viel besser. Das klingt, als hätte das eines meiner Kinder geschrieben. Das Erstaunliche ist, diese Gedichte stammen nicht von einem Kind. Das haben nicht nur erwachsene Männer geschrieben, sondern Männer aus einem Volk, das die besten Poeten der damaligen Zeit hervorgebracht hat. Nicht, dass sie nicht in der Lage waren, bessere Poesie zu schreiben. Die waren Experten darin, und die haben wunderschöne Sachen geschrieben. Mit diesem Ergebnis kamen sie, als versucht haben, etwas ganz neuartiges zu kreieren, etwas, was es noch nie in der Poesie gegeben hat, eine Form von Literatur, die einmalig ist, die man nicht einordnen kann in irgendeine Kategorie, die damals bekannt war. Diese Männer waren Araber, und sie haben vor etwa 1400 Jahren gelebt. Und in der arabischen Geschichte gibt es nur ein Buch, das dieses Kunststück fertig gebracht hat, in einer Kategorie zu schreiben, die es noch nie gegeben hat, die in keine bekannte Literaturkategorie eingeordnet werden kann, und das ist der Koran.

Der Koran ist für die Muslime das wörtliche, eine wörtliche Offenbarung Gottes. Es ist nicht eine Inspiration oder eine ungefähre Wiedergabe, sondern es ist das, was wir glauben, was Gott direkt offenbart hat, was er direkt gesagt hat. Es ist nicht die Formulierung eines Menschen. Es hat deswegen auch einen ganz eigenen Stil. Man kann es nicht vergleichen mit anderen heiligen Büchern. Wenn man den Koran zum ersten Mal liest, dann erwartet man häufig etwas in Richtung der Bibel, aber es ist was ganz anderes. Er ist eine Anleitung für den Menschen und gleichzeitig nicht einfach nur eine lose Anreihung von Geboten. Die Verse im Koran, die Gebotscharakter haben, die eine direkte Anweisung enthalten, das sind bestenfalls 500 insgesamt, vielleicht 10%. Der Rest drumherum, das sind Weisheiten, Geschichten, Lehren, die die Menschen helfen sollen, diese Gebote überhaupt erst zu befolgen. Und das macht die Struktur des Korans einzigartig.

Wenn man jetzt sagt, dass dieses Buch direkt von Gott offenbart wurde und dass er der Autor ist, dass nie ein Mensch Hand daran angelegt hat, dann ist das mit ganz bestimmten Erwartungen verbunden. Wenn mein Sohn z.B. ein Gedicht schreibt oder irgendeine Geschichte, dann kann man das immer am Stil erkennen. Man liest das und man müsste nicht wissen, dass mein Sohn das geschrieben hat, man würde trotzdem erkennen, das ist ein Kind. War auch, wenn man es vorher nicht weiß, hängt mit der Wortwahl zusammen, mit der Formulierung, mit der Komplexität. Das kann man immer unterscheiden von dem, was ein Erwachsener geschrieben hat. Und genauso, wenn man das Werk eines professionellen Autors anschaut, dann wird man auch das immer unterscheiden können von dem, was jemand geschrieben hat, der vielleicht überhaupt keine Erfahrung hat. Man kann es einfach am Stil erkennen. Und genau das gleiche ist auch mit der Erwartung verbunden, die man gegenüber Gottes Wort hätte, wenn man es lesen würde. Würde man sagen: "Okay, es muss eine menschliche Sprache sein, denn sonst könnten wir ja nichts damit anfangen." Aber gleichzeitig muss es auf eine Art und Weise formuliert sein, die sich völlig von den anderen abhebt. Genauso wie ein professioneller Autor immer von einem Kind zu unterscheiden ist, genauso kann man Gottes Wort immer von dem einer eines Menschen unterscheiden.

Okay, dann schauen wir uns das Ganze einmal an. Was hat die Araber dazu gebracht, dass sie überhaupt versucht haben, solche Gedichte zu schreiben, und wieso waren sie nicht in der Lage dazu, den Stil des zu imitieren? Die arabische Sprache, wie wahrscheinlich alle Sprachen auf der Welt, kann man in zwei große Bereiche unterteilen. Der eine ist die Prosa, das ist die normale Erzählung, das sind Geschichten, die darin geschrieben werden, Erzählungen, Märchen, normale Nachrichtensendungen, selbst normale Gespräche, die würden alle in den Bereich der Prosa fallen. Der zweite große Bereich ist die Lyrik, das, was wir als Poesie kennen. Das sind, das sind auch ist auch eine Literaturform, aber in Versen geschrieben, das zeichnet sie aus, häufig mit einer Reimstruktur verbunden, aber nicht unbedingt. Und das sind die beiden großen Bereiche: Prosa und Lyrik. Und die Araber haben ihre Lyrik, den Bereich der Poesie, noch weiter unterteilt in 16 Unterkategorien und nannte das damals "Buhur". Buhur bedeutet sowas wie Meere. Sie haben dieses Wort gewählt, weil es für unter anderem für die Betonung der verschiedenen Verse steht, wie Wellen auf dem Meer. Und jedes arabische Werk, was wir bis heute kennen, auch aus der Zeit vor dem Islam, lässt sich eindeutig in eine dieser Kategorien einteilen. Es stimmt entweder aus der Prosa oder aus einem der Bereiche der Lyrik. Die einzige Ausnahme ist der Koran. Und deswegen hat man bis heute für den Koran noch eine eigene Kategorie. Deswegen ist die arabische Sprache die Sprache, die drei Kategorien hat: Prosa, Lyrik und Koran. Das ist nicht einfach eine Form des, sondern es ist, weil es in keine der anderen Kategorien reinpasst. Der Koran ist in Versen geschrieben, deswegen würde man erst einmal sagen, okay, er ähnelt der Lyrik, der Poesie. Versucht man ihn aber einzuordnen in irgendeine von diesen 16 bekannten Kategorien, dann passt er nirgendwo rein. Alle diese Kategorien haben bestimmte Regeln, das heißt, man kann einfach nachschauen, ob ein Werk da reinpasst. Und gleichzeitig erzählt er viele Geschichten, was er zu Prosa passt. Schaut man sich aber die Definition der Prosa an und vergleicht das mit dem Koran, passt er nicht hinein. Er ist weder das eine noch das andere. Es ist wirklich eine separate Kategorie. Und das haben versucht, das haben die Leute damals versucht nachzumachen. Die haben gesagt: "Okay, wenn der Koran so geschrieben ist und irgendein Mensch muss den ja geschrieben haben, so wie sie geglaubt haben, dann sollten wir ja auch dazu in der Lage sein." Und das Interessante ist, sobald sie das versucht haben, klang das immer irgendwie komisch. Sie kamen dann mit diesen Gedichten à la "Kaninchen, oh Kaninchen". Klar, es ist eine Sache, man könnte sagen, es passt in keine Kategorie, aber es ist Unsinn. Deswegen hat man jedes arabische Stück Literatur kann man deswegen entweder in die Prosa einordnen, in die Lyrik, oder es ist totaler Unsinn, mit Ausnahme des Korans. Der Koran ist das einzige Buch, das es fertig gebracht hat, etwas außerhalb jeglicher Kategorien der Literatur zu bringen. Und das auch als Herausforderung im Koran erwähnt. Denn die Leute haben damals zuerst gesagt: "Okay, das ist das Buch von irgendeinem Menschen. Es hat sich einen Dichter ausgedacht oder jemand diktiert diese Verse." Und schon im Koran steht: "Okay, wenn ihr glaubt, das hat sich jemand ausgedacht, dann bringt ein Buch wie dieses. Macht doch das Gleiche. Das sollte doch, ihr solltet doch dazu in der Lage sein, wenn ein Mensch sich das ausgedacht hat, müsst ihr das doch auch können." Okay, ein ganzes Buch ist vielleicht etwas viel. "Wenn ihr das nicht könnt, dann bringt zehn Suren." Zehn Suren ist ein Kapitel im Koran, und es gibt sehr kurze davon, einige sind nur drei Zeilen. Das sollte doch machbar sein, wenn jemand ein ganzes Buch sich ausdenkt. Da müsste doch sein Gegner in der Lage sein, sich zumindest ein paar Verse auszudenken. Okay, zehn Suren ist immer noch viel. "Bringt eine Sure, nur eine einzige Sure." Das steht im Koran: "Wenn ihr meint, das stammt nicht von Gott, bringt eine Sure wie diese." Und das ist eine Herausforderung, die gültig ist bis zum heutigen Tag. Wenn jemand meint, das hat ein Mensch verfasst, dann bringt eine Sure wie diese. Der Koran ist 1400 Jahre alt, und bis zum heutigen Tag haben wir nichts, was vergleichbar ist mit einer einzigen Sure. Man sieht heute viele Menschen, die sich bemühen, den Islam zu widerlegen, und es gibt, wer weiß, welchen Aufwand, den sie dafür betreiben. Es wäre ganz einfach: drei Zeilen wie eine Sure im Koran, die ganze Geschichte wäre erledigt. Mehr braucht man eigentlich nicht zu machen. Wofür das ganze Geld investieren? Oder drei Zeilen. Aber diese Herausforderung ist gültig bis zum heutigen Tag.

Der Koran vereinigt Prosa und Lyrik auf keine ganz erstaunliche Weise. Er ist in Versen geschrieben, mit einer bestimmten Reimstruktur. Und ein Kennzeichen der Poesie ist, dass sie eigentlich sehr wenig Information enthält. Man könnte sich nicht vorstellen, dass ein Buch aus dem Bereich der Wissenschaften, beispielweise aus der Biologie, in Gedichtform geschrieben werden kann. Das wäre theoretisch möglich. Man könnte das mal versuchen. Sagen wir, ich wollte einen Baum beschreiben in einem Biologiebuch, und ich würde das jetzt in Gedichtform machen. Und na gut, ich bin jetzt kein großer Poet. Kleiner Vierzeiler: "Der Baum, man glaubt es kaum, hat eine Rinde, die ich ziemlich grünlich finde." Wie gesagt, ich bin kein herausragender Poet, aber das könnte man ja als Beschreibung für einen Baum in so einem Buch finden. Dann, wenn man es in Poesie schreiben wollte. Es fällt aber sofort auf, dass eigentlich in diesen vier Zeilen wenig Information steckt. Eigentlich geht es nur darum, dass der Baum eine grüne Rinde hat, und das kann man viel kürzer formulieren. Wenn man das in Form der Poesie macht, wird das sehr aufwendig, es werden viel Zeilen raus, man muss viele Wörter einfügen, die eigentlich gar nichts gar kein Informationsgehalt haben. Und das ist ein Kennzeichen der Poesie. Poesie zeichnet sich dadurch aus, dass sie in der Regel sehr schön klingt, aber wenig Information enthält. Und die Prosa ist in der Regel umgekehrt. Man achtet nicht so sehr auf die äußeren Stil, auf die Schönheit, aber man kann viel Information verpacken. Der Koran vereint beides. Er klingt schön wie die Poesie und übertrifft diese noch bei weitem, und gleichzeitig hat er den Informationsgehalt der Prosa und übertrifft diesen noch bei weitem. Es ist das einzige Buch, das diese Kombination in dieser Art und Weise zustande gebracht hat.

Wenn man jetzt sagt, der Koran übertrifft die Poesie oder er hat einen unnachahmlichen Stil, eine äußere Schönheit, die jeder erkennt, dann ist das nicht erstaunlich. Wenn ein Muslim das sagt, das ist sowieso klar, und wahrscheinlich würde jeder Anhänger einer Religion das von seinem Buch genauso behaupten. Das also nicht weiter verwund. Ich, das erstaunliche am Koran ist, dass dasselbe sind die Gegner gesagt haben, dass der Muslim sagt, ist normal, aber dass die Gegner, die erbitterte Feinde vom Koran waren, dasselbe gesagt haben, das macht das Ganze schon wieder erstaunlich. Das ist eigentlich das glaubwürdigste Lob, was du bekommen kannst, dass ein Fan von dir dich lobt, das ist nicht erstaunlich. Wenn ein Gegner das tut, dann kannst du sicher sein, dass er das ehrlich meint. Und die Araber damals, die wussten, wovon sie reden. Sie waren Experten auf dem Gebiet der Literatur und Poesie, und sie waren überwältigt von der Schönheit dieses Buches. Wenn sie zusammen saßen und das Buch wurde zitiert, sie konnten sich seiner Schönheit nicht entziehen. Einmal saßen die ganzen Gegner des Islam versammelt, und der Prophet liest eine Sure aus dem Koran, und sie enthält einen Vers, sich niederzuwerfen. Alle hören wie gebannt zu bis zu dieser Stelle und werfen sich nieder. Wenn der Prophet in seinem Haus den Koran gelesen hat, sind die Führer seiner Gegner gekommen, haben sich nachts versammelt und wollten auch diese Verse hören. Und wenn sie sich dann da getroffen haben, waren sie erschrocken, dass die alle auf einmal gekommen sind und diese Schönheit zu bewundern. Und irgendwann haben sie gesagt: "Okay, wenn die Leute uns erwischen, dann meinen noch, wir sind auch Anhänger von ihm." Aber sie konnten sich dem nicht entziehen.

Es gab einen besonderen Poeten unter den Arabern, sein Name war Al-Walid, und er zählte zu den besten Poeten der damaligen Zeit. Und die Poeten damals hatten eine bestimmte Form der Poesie, das war, um jemand anderen zu beleidigen. Heute kennt man das aus Rap-Wettbewerben, diesen Disstrack oder wie man das nennt. Das sind Verse nur, um einen anderen fertig zu machen. Und die waren damals Experten auf diesem Gebiet. Wenn die das gemacht haben, dann konntest du nur noch auswandern. Also in Arabien war deine Geschichte erledigt. Und die Gegner des Islam haben ihn losgeschickt: "Okay, mach das mit dem Koran. Hör dir an, wie er klingt, und dann sag irgendwas Schlechtes darüber. Mach irgendeine von diesen schönen Poesien, um das Ganze zu beleidigen, und die Leute werden dem gar nicht mehr weiter folgen." Und er hat gesagt: "Okay, mache ich." Er geht zum Propheten und möchte von ihm etwas vom Koran hören. Und der Prophet liest für ihn nur einen einzigen Vers. Al-Walid sitzt da und sagt: "Kannst du das wiederholen?" "Ja, klar." Der Prophet liest den gleichen Vers noch einmal. Nur ein Vers. Und Al-Walid: "Kannst du das wiederholen?" "Ja." Und er liest denselben Vers noch einmal. Nur ein einziger Vers. Und da sagt Al-Walid, der gekommen ist, um das Ganze jetzt runterzuputzen: "Ich schwöre, dass niemand von euch Poesie besser kennt als ich. Keiner kann es in diesem Bereich mit mir aufnehmen. Trotzdem schwöre ich, dass die Worte Mohammeds nichts ähneln, was ich bereits kenne. Seine Worte haben eine Süße, die mit einer Schönheit verziert wurden. Zu Anfang sind sie wie die Früchte eines Baumes, und zum Ende hin haben sie eine tiefe Verwurzelung. Sie erobern und werden nie besiegt werden, und sie räumen alles bisher Dagewesene aus dem Weg." Das war der beste Poet der damaligen Zeit. Die Leute, die ihn losgeschickt haben, waren an ihm verzweifelt. Sie hatten die Hoffnung, dass er jetzt irgendwas sagen würde, was dem ganzen Spuk ein Ende bereiten würde. Und obwohl er ein Gegner war und er ist als Nichtmuslim gestorben, war das das, was er über den Koran sagte. Er konnte nichts anderes darüber sagen.

Die Bewegung sieht man aber am besten auf die Gegner des Korans, wenn man die Leute betrachtet, die den Islam angenommen haben. Wir haben die berühmte Geschichte von Omar. Das ist der zweite Kalif des Islam, und er ist eines Tages aus seinem Haus gegangen, um den Propheten zu töten. Er hat gesehen, was der Islam an der Gesellschaft verursacht. Da sind einige Leute, das waren für ihn fanatische Anhänger, und die folgen nicht mehr der Religion der Vorväter. Und er wollte dem ganzen Spuk ein Ende bereiten. Nimmt sein Schwert, geht raus und sagt: "Okay, Feierabend, heute werde ich den Islam besiegen." Und er hört, dass seine Schwester den Islam angenommen hat. Dann geht er erstmal zu ihrem Haus und er hört, wie innen drin etwas vom Koran rezitiert wird, etwas, was er so noch nicht kannte. Er geht rein, fängt einen Streit mit seiner Schwester an, und irgendwie tut ihm das dann leid. Er schlägt sie, sieht sie, fängt an zu bluten. Und dann sagt er: "Okay, jetzt müssen wir uns mal zusammensetzen und unterhalten. Kannst du mir noch mal das zeigen, was du eben gelesen hast?" Und dann hört er die ersten Verse aus der 20. Sure des Korans. Und derjenige, der nach 5 Minuten vorher ausgezogen war, um den Propheten zu töten, beschließt den Islam. Er hört nur ein paar Verse aus einem Kapitel, aber das hat ihn schon überzeugt, dass das die Wahrheit sein muss. Er geht direkt zum Propheten und nimmt den. Und das sind nicht nur Geschichten. Damals passieren, das passiert geh heute noch. Es gibt heute in Amerika einen Konvertiten, der heißt Abdullah. Der lernt jetzt Koran auswendig, und der hat seine Geschichte erzählt, wie er zum Islam gekommen ist. Er hieß früher Mike, und das war nicht einfach irgendein Amerikaner. Das war ein Neonazi, einer von dieser dieser weißen Überlegenheitsbewegung, knallhart, aber richtig, wie man sich vorstellt, mit Tattoos am ganzen Körper. Und er erzählte, er hat den Islam angenommen. Es war an einem Tag, als er Streit hatte mit seiner Mutter, und er hat sie so feste geschlagen, dass sie ernsthaft verletzt war. Und entweder die Mutter oder einer von der Familie wollte die Polizei rufen. Da hat er keine Lust drauf. Er geht aus dem Haus raus und will eigentlich sich erstmal irgendwo verstecken, erstmal seine Ruhe haben und geht in die Bibliothek. Okay, jetzt kann man nicht einfach so in der Bibliothek rumstehen, das sieht auch komisch aus. Sagt er: "Okay, ich muss mir ein Buch nehmen." Er greift ins Regal und zieht einen Koran heraus. Ja gut, jetzt kann man auch nicht einfach mit einem Buch darum stehen, man muss wenigstens so tun, als wenn man liest. Und er setzt sich hin und schlägt das Buch auf. Und er sagte: "Ich habe den Koran nicht gelesen, der Koran hat mich gelesen." Er sitzt den ganzen Nachmittag in der Bibliothek und liest nur den Koran. Er die Bibliothek nicht, er bis er den Islam angenommen hat. Versuch ein Buch zu finden auf dieser Welt, dass diese Wirkung auf die Gegner hat, dass Leute, die 100% die hundertprozentige Gegner waren, um 180 Grad herumdreht und sie zu verehren. Macht so ein Buch findet man heute nirgendwo auf der Welt. Dieses Buch hat nicht nur einzelne Menschen verändert, sondern die ganze arabische Insel. Wenn man die Geschichte betrachtet, dann waren die Araber damals ein Volk von Beduinen. Das waren einfach ein paar Leute in der Wüste, die nichts Besseres zu tun hatten, als den ganzen Tag Krieg gegeneinander zu führen. Das war deren Hobby. Die waren völlig unbedeutend in der Geschichte damals. Es gab das große Reich der Römer und das große Reich der Perser, aber um die Araber hat sich

Keiner gekümmert. Und dann kam dieses Buch, und 100 Jahre später waren die Araber eine Weltmacht. Sie haben ein Reich gegründet, das von Spanien bis Indonesien ging. Wenn man das auf die heutige Zeit übertragen würde, dann wäre das so, als wenn es irgendwo in Südamerika im Dschungel so ein Indianervolk gäbe, so ein paar Indianerstämme, die den ganzen Tag Krieg führen. Und dann kriegen die ein Buch, und 100 Jahre später sind die USA und Russland besiegt, und sie regieren die Welt. Das war der Effekt des Korans. Er hat, was man damals nie für möglich gehalten hätte, die ganzen arabischen Stämme zusammen vereint. Das waren alles erbitterte Feinde, jeder hat um die Vorherrschaft gekämpft. Aber der Koran ist gekommen, hat daraus eine Einheit geschaffen. Und nicht nur das, er hat daraus ein Reich erschaffen, was man bis dahin gar nicht kannte.

Der Koran wurde nicht auf einmal offenbart. Er hat eine ganze Geschichte. Das ging über einen Prozess von 23 Jahren. Und normalerweise würde man erwarten, wenn ein Mensch ein Buch über 23 Jahre schreibt und mit so vielen unterschiedlichen Situationen, wo man am Anfang noch angesehen war in der Gesellschaft, irgendwann ausgestoßen, dann wird man plötzlich zum Anführer. Es hätte irgendeinen Effekt, der sich auszeichnen würde in diesem Buch. Man würde das irgendwie erkennen. Man erkennt die Psychologie des Menschen an seinem Stil. Der Koran hat einen konstanten Stil über 23 Jahre, erinnert sich niemals. Und allein das ist schon ein Zeichen dafür, dass nicht irgendein Mensch das geschrieben hat. Und noch dazu ist er komponiert worden auf eine völlig erstaunliche Art und Weise. Ich glaube, kein Buch auf der Welt macht das auf diese Art. Wenn man normalerweise ein Buch schreibt, dann fängt man vorne an, Kapitel 1, Kapitel 2, Kapitel 3 bis zum Ende. Es wäre völlig widersinnig mit dem zehnten Kapitel anzufangen, dann das dritte zu schreiben, dann ein Teil von dem 25. und dann das Ganze am Ende zusammenzubringen, denn das würde chaotisch aussehen. Aber der Koran wurde genauso offenbart. Die ersten Verse, das sind die Verse aus der 96. Sure, aber nur der Anfang. Das Ende wurde später offenbart. Und dann kamen Verse aus dem Bereich zwischen der 70. und 80. Sure, dann mal komplette Suren, dann manchmal Verse mittendrin, manchmal zuerst das Ende und dann der Anfang. Und das Ganze wurde am Ende von 23 Jahren harmonisch zusammengefügt. Es liest sich wie aus einem Guss. Welcher Mensch könnte auf diese Art und Weise ein Buch verfassen?

Jetzt könnte man ja auf die Idee kommen, das hat jemand von vornherein geschrieben, einmal zusammen komponiert und dann hat er Stück für Stück mit dieser Offenbarung gekommen. Aber selbst das funktioniert nicht, denn der Koran nimmt häufig Bezug auf spezielle historische Momente, das heißt, auf Ereignisse, die jetzt erst gerade passiert sind im Laufe dieser 23 Jahre. Es kann niemand von vornherein komponiert haben. So ist es tatsächlich im Laufe von 23 Jahren auf diese Art und Weise entstanden. Und trotzdem bewahrt er eine ganz präzise Struktur, die sogar manchmal in der Anzahl bestimmter Wörter widerspiegelt. Wenn man den ganzen Koran betrachtet und man würde die Anzahl, man würde nachzählen, wie oft das Wort "Leben", wie oft das Wort "Diesseits und Jenseits" vorkommt, dann stellt man fest, es sind beide Male 115 Mal. Die Wörter "Engel" und "Satane" kommen beide 88 Mal vor. Die Wörter "Tod" und "Leben" kommen jeweils 145 Mal vor. Das Wort "Monat" in der Einzahl kommt 12 Mal vor, das Wort "Tag" in der Einzahl 365 Mal. Betrachtet man die Wörter "Landmasse" und "Meer", dann stellt man fest, das Meer kommt 32 Mal vor, Landmasse 13 Mal. Erstmal keine Übereinstimmung. Das Verhältnis zwischen diesen beiden entspricht aber genau dem Verhältnis von der Landmasse zum Meer auf unserem Planeten. Man kann das alles in einen Bereich des Zufalls verweisen, aber wenn man das auf vielen Ebenen hat, dann hört es irgendwann einmal auf. Und man, man könnte sowas auch nicht nachzählen, besonders nicht, wenn man ein Buch auf diese Art und Weise verfasst. Man würde irgendwann durcheinander kommen. Aber am Ende von 23 Jahren hat man eine ganz präzise Auswahl.

Der Koran ist ein Buch, das einem beim Lesen, egal wie oft man es liest und egal wie lange, nie langweilig wird. Und das wird man bei keinem anderen Buch auf der Welt finden. Es gibt eine Reihe von Muslimen, auch heute noch, die lesen alle vier Tage den Koran von Anfang bis Ende komplett durch, und das jahrelang bis zu ihrem Tod. Wir hören nie auf damit. Du wirst nicht ein einziges Buch auf der Welt finden, mit dem das möglich wäre. Rein theoretisch, es gibt, ich habe selber schon Bücher gelesen, spannende Romane oder was auch immer, die ich mehrmals gelesen habe, drei, vier, fünf Mal, sieben Mal, vielleicht, wenn es besonders hoch kommt, zwanzig Mal. Aber mehr macht man das nicht. Irgendwann wird es langweilig. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, wenn ich jemandem sagen würde, er sollte ein bestimmtes Buch alle vier Tage bis zu seinem Lebensende durchlesen, er würde lieber 10 Jahre ins Gefängnis gehen. Beim Koran ist das nicht so, und die Leute machen das freiwillig. Es ist keine Pflicht in unserer Religion, sie machen das, weil sie das genießen. Es gab Leute, die haben den Koran in einem ganzen Tag durchgelesen, von Anfang bis Ende, ohne Unterbrechung.

Der Koran hat einen Stil und eine Wortwahl, die man so nicht verbessern kann. Wenn man irgendein Buch nehmen würde, dann würde jedem Menschen ein Verbesserungsvorschlag einfallen. Man würde sagen, man kann einen bestimmten Abschnitt nehmen, den man kürzer verfassen könnte oder anders formulieren. Oder vielleicht könnte man sagen, na ja, das hätte man ausführlicher darstellen können, oder das wäre überflüssig. Mit dem Koran ist das auch nie passiert. Es ist noch nie ein Sprachwissenschaftler gekommen, der sich mit dieser Sprache auskennt und ernsthaft behauptet hat, man könnte irgendein Wort im Koran weglassen oder hinzufügen oder ändern, und das Ganze wäre dann eine Verbesserung. Es geht mit jedem Buch auf der Welt, das geht nur nicht mit dem Koran. Das heißt, wenn man "vollkommen" oder "perfekt" definiert als "nicht möglich zu verbessern", dann ist der Koran definitiv perfekt. Und interessanterweise erwähnt das direkt am Anfang. Wenn man den Koran aufschlägt, dann findet man in der zweiten Sure, im zweiten Vers: "Dies ist das Buch, ohne Zweifel, darin eine Rechtleitung für die Gottesfürchtigen." Auf Arabisch, und dieses arabische Wort, das für Zweifel verwendet wird, das ist die schwächste Form von Zweifel. Und der Koran sagt direkt am Anfang: "In diesem Buch gibt es keine Zweifel." Wir reden nicht über Fehler, Missverständnisse oder Dinge, die sich widersprechen. Es gibt nicht einen einzigen Grund daran zu zweifeln. Das kann jeder an den Anfang seines Buches schreiben. Ja klar, das ist richtig. Es macht aber keiner. Die Wahrheit ist, wenn Menschen ein Buch schreiben, sie schreiben er etwas hinein, wenn ihr Verbesserungsvorschläge habt, schreibt uns eine E-Mail. Das einer das zu Anfang in sein Buch schreibt, von vornherein klarstellt: Hier gibt es niemals Verbesserungsvorschläge. Was auch passiert ist, das hat bis jetzt nur ein einziger gewagt, und das ist der Autor des Korans. Das ist natürlich ein, ein herausforderndes Statement. Es wird hier niemals einen Grund zu zweifeln geben.

Das ist besonders gefährlich, wenn in diesem Buch noch Aussagen sind, die die Zukunft betreffen. Man stelle sich einmal vor, eine einzige von diesen Aussagen würde sich irgendwann als falsch herausstellen. Bei einem menschlichen Autor wäre das überhaupt gar kein Problem, der hat sich halt vertan. Beim Koran wäre die ganze Idee sofort, man hätte der ganzen Idee den Bogen, alles wäre zunichte gemacht. In so einer Situation würde ein Mensch auch gar nicht erst hingehen, das zu wagen, über zukünftige Ereignisse überhaupt irgendeine Aussage zu treffen. Im Koran ist das nicht so. Im Koran ist das gleich, ob das Zukunft oder die Vergangenheit betrifft. Das macht eigentlich keinen Unterschied, denn derjenige, der diesen, der dieses Buch geschrieben hat, kannte die Zukunft.

Start am Anfang, als der Prophet mit seiner Mission anfing. Er stieg einmal auf einen Hügel und rief alle Stämme aus Mekka zusammen, aus der Stadt, in der er geboren wurde. Und er hat sie alle versammelt und hat ihnen in einigen wenigen Sätzen die Botschaft des Islam überbracht. Und einer der Anführer, die dort versammelt waren, hat ihm auf extremste beleidigt. Sofort kam eine Offenbarung im Koran, dass diese eine Person und seine Frau niemals den Islam annehmen. Und das ist die 111. Sure im Koran. Jetzt könnte man sagen, ja gut, das ist kein Wunder, das war ja ein Erzfeind. Ja, das ist richtig. Aber man könnte sagen, die meisten der Erzfeinde und Feinde des Islam haben ihn später angenommen. Die eigenen Kinder von dieser Person, er hatte vier Söhne, zwei davon haben den Islam angenommen. Wir haben eben die Geschichte von Umar gehört, der auch ein Erzfeind war, und er geht eines Morgens aus einem Haus und innerhalb von 5 Minuten wird seine Meinung geändert. Man würde so eine präzise Aussage überhaupt gar nicht erst machen, präzise mit Namen. Diese Person, Abu Lahab, das war sein Name, und seine Frau werden diese Botschaft nie annehmen. Der, dieser Mensch hat danach noch 10 Jahre gelebt. Wäre ein einziges Mal auf die Idee gekommen, den Islam anzunehmen, wäre die ganze Idee zerstört. Man macht sowas nicht. Man würde so eine Voraussage niemals machen.

Deswegen machen auch Wahrsager das, diese Schlitzohren und Betrüger, diese ja, Magier, Wahrsager, die in ihre Kristallkugel reinschauen. Die machen sowas gar nicht. Die machen immer sehr allgemeine Voraussagen, die sich eigentlich immer erfüllen. Ich kann einem Menschen einfach sagen, er wird mal mehr Geld haben, mal weniger. Es geht einmal gesundheitlich besser oder schlechter. Es gibt mal Probleme in der Ehe und mal nicht. Es ist keine großartige Herausforderung, wenn ich sage: Okay, du wirst irgendwann im nächsten Jahr wird es einmal in deiner Ehe Krisen. Ja, das passiert jedem Menschen. Das sind Dinge, die sich immer erfüllen. Aber etwas so präzise zu sagen, machen die nicht. Deswegen machen die es immer so allgemein. Und wenn sich es sich tatsächlich mal nicht bewahrheitet, dann war die Zukunft halt in dunkle Nebelwolken gehüllt oder was immer. Ich habe mal einen Wahrsager im Fernsehen gesehen, es war eine Wahrsagerin, die hat den Sieger der Fußballweltmeisterschaft vorausgesagt. Sie meinte, Brasilien. Natürlich jetzt kein gewagtes Statement, denn Brasilien ist sowieso eine berühmte Fußballmannschaft. Und prompt ist Brasilien im Halbfinale rausgeflogen, und Frankreich ist Weltmeister geworden, was niemand erwartet hätte. Zwar in den 90er Jahren. Für die ist das kein Problem. Sie ist eine normale Wahrsagerin, sie kann immer irgendeine Ausrede finden. Aber Gott selber kann das nicht. Wäre ein einziger Fehler darin, eine einzige Aussage, und es wäre sofort ein Beweis, dass diese ganze Behauptung von diesem Buch als Offenbarung Gottes zunichte gemacht worden wäre.

Und das ist nicht das Einzige. Es gab in der Zeit des Propheten ein Ereignis bei den Römern. Die Römer befanden sich mit den Persern im Krieg, und es gab eine bestimmte Schlacht, wo die Römer von den Persern vernichtend geschlagen wurden, waren am Boden zerstört. Und die Gegner des Islam haben sich gefreut, denn sie haben die Römer, die als Christen waren, in der Nähe des Islam eingeordnet. Beides waren Buchreligionen, beide berufen sich auf Propheten, beide haben eine ähnliche Botschaft, beide haben einen ähnlichen Moralkodex. Das heißt, die haben gesagt: Okay, die Römer, die sind ähnlich wie die Muslime, und die Perser, das waren Götzendiener, genau wie die Gegner des Islam. Und deswegen haben die Gegner sich damals gefreut, haben gesagt: Wow, dasselbe machen wir mit euch. So wie die Perser die Römer besiegt haben, so werden wir die Muslime besiegen. Als sie dies sagten, kam eine Offenbarung im Koran, und zwar in der 30. Sure. Nennt sich die Römer: "Die Römer sind besiegt im nahen, im nahegelegenen Land, und sie werden nach ihrer Niederlage siegreich sein in einer Anzahl von Jahren." Dieses Wort "Anzahl von Jahren", das kann man aus dem Arabischen nicht genau übersetzen. Dieser Ausdruck bedeutet einen Zeitraum zwischen 3 und 9 Jahren. Es sind mindestens 3 Jahre, höchstens 9 Jahren, nicht mehr und nicht weniger. Jetzt könnte man sagen, okay, die Idee, dass die Römer irgendwann noch einmal die Perser besiegen, na ja, das kann ja passieren. Aber wie soll man wissen, dass das genau in einem Zeitraum von 3 bis 9 Jahren passiert? Es hätte auch vorher sein können oder später. Ein normaler Mensch würde so eine Voraussage überhaupt nicht machen. Er würde das allgemein halten: Irgendwann werden sie siegreich sein, und das kann sich irgendwann erfüllen. Aber in diesem Zeitraum, in dieser Präzision, würde man das nicht wagen.

Und die Muslime damals haben sogar Wetten darauf abgeschlossen. Als diese Offenbarung kam, haben einige gewettet mit ihren Gegnern, dass es passieren wird. Und die Gelehrten haben unterschiedliche Meinungen vertreten, was das betrifft. Einige sagen, damals war Wetten noch nicht verboten, denn eigentlich darf man das im Islam nicht. Es gab andere, die haben gesagt, das war keine Wette auf die Zukunft. Wenn das im Koran steht, ist sowieso garantiert, dass es passiert. Selbst wenn die Römer und die Perser damals ausgestorben wären, in einem Zeitraum von 3 bis 9 Jahren wären neue Römer gekommen, neue Perser, die hätten gegeneinander gekämpft, und die Römer haben die Perser besiegt. Das wäre auf jeden Fall passiert, weil eine Offenbarung im Koran.

Es gab kein Zweifel. Der Koran sagt über sich selbst, dass er niemals verändert wird, dass er bewahrt bleibt. Wir finden diesen Vers in der 15. Sure: "Wir haben die Ermahnung herabgesandt und wir werden sie bewahren." Gott selber sagt: "Dieser Koran, der wird von mir bewahrt." Und das ist, was wir auch heute noch sehen. Wir haben heute nach 1400 Jahren immer noch exakt denselben Koran wie zur damaligen Zeit. Das ist an sich schon erstaunlich, denn die meisten heiligen Schriften wurden damals verändert. Ich glaube sogar, der Koran ist mit die einzige heilige Schrift, die innerhalb von 1400 Jahren nicht verändert wurde. Alle Schriften vorher, die wir auch akzeptieren, wurden alle mehr oder weniger von den Menschen verändert. Es wurde immer wieder gemacht. Das war also das, was man erwarten würde. Auch damals mussten die Muslime das erwarten, dass das irgendwann passiert. Das ist immer passiert. Warum also nicht mit dem Koran? Und vor allen Dingen, warum sagt der Koran das von vornherein: "Das wird mit diesem Buch nicht passieren"? Es gibt auch keine Hoffnung, dass es irgendwann einmal passieren könnte. Sagen wir mal, es gäbe eine Bücherbombe, die würde allen schriftlichen und alle elektronischen Aufzeichnungen vernichten. Die Muslime wären die Einzigen, die ihre heilige Schrift innerhalb eines Tages wiederherstellen können. Heute haben wir so viele, wir haben Millionen von muslimischen Kindern auf der Welt, die kennen den ganzen Koran auswendig, jeden Vers. Und das ist auch dieser Effekt, dass wenn man irgendwo hinkommt, man macht einen kleinen Fehler, man findet sofort jemanden, der in der Lage ist, diesen zu korrigieren.

Es gab eine Geschichte im, ich glaube im 14. Jahrhundert war das, ungefähr in Bagdad, im Irak war das. Damals war Irak von den Muslimen beherrscht. Und es gab jemanden, der hat die verschiedenen Religionen gesehen: Judentum, Christentum, Islam und wollte herausfinden, was von beiden die Wahrheit ist. Und da hat er gesagt: Okay, ich bringe kleine Änderungen in ihrer Schrift ein und schau mal, was passiert. Und das hat er mit der Tora gemacht. Er hat minimal was geändert und es jemandem gegeben zum Kopieren, und das wurde kopiert, die Leute haben es abgeschrieben und verteilt. Und er hat es schon bald gefunden, dass selbst die Gelehrten damit geprägt sind. Und er hat dasselbe mit der Bibel gemacht. Ein paar ganz kleine Änderungen, minimal, hat es jemandem gegeben zum Kopieren, und es wurde kopiert und verteilt, und die Gelehrten haben damit gearbeitet. Und er hat dasselbe versucht mit dem Koran. Eine minimale Änderung hier und da, gibt es das jemandem zu kopieren. Er geht hin, will seine Kopien abholen, und er sagt ihm: "Das ist nicht der Koran, bitte schön." Und daran hat er erkannt, das muss die Wahrheit sein, das ist die Wahrheit, die bewacht bleibt.

Gefährliche Aussagen betreffen natürlich nicht nur die Zukunft oder zukünftige Ereignisse. Das sind natürlich auch Dinge oder Aussagen über das Universum, die sich irgendwann als falsch herausstellen können. Und das ist eigentlich auch das, was man erwartet, wenn man das Wort "heilige Schrift" hört, dann sagt man: Ja, okay, das hat sowieso ein Mensch geschrieben, denn irgendwo steht drin, dass die Erde eine Scheibe ist, oder dass der Himmel eine Käseglocke ist, oder irgend so etwas. Kennen wir alle schon. Die Erfahrung hat man auch häufig vorher gemacht. Aber der Koran ist anders. Die Aussagen über das Universum, die man darin findet, stimmen manchmal in geradezu erstaunlicher Weise mit den letzten Entdeckungen überein. Und das ist eine Besonderheit, die wir tatsächlich nur so im Koran finden. Wir kennen oder wir wissen heute, dass das Universum nicht so entstanden ist, wie wir das so sehen, und dass alles einmal vereint war zu einer einzigen, und dann hat sich das Universum ausgedehnt, und dann haben sich Sterne und Planeten gebildet. Und man findet ähnliche Aussagen dazu im Koran. Man findet die Aussage in der 21. Sure, Vers 13: "Haben die Ungläubigen nicht gesehen, dass Himmel und Erde eine Einheit waren, die wir zerteilt haben?" Und man würde sagen: Ja, okay, das kann man heute sehen. Oder in der Sure 51, Vers 47: "Wir haben den Himmel mit Kraft gebaut und wir dehnen ihn aus." Auch das ist eine Sache, die man heute so bestätigen würde. Noch vor 100 Jahren hätte das andere zu Zweifeln gegeben. Als Einstein seine Theorie aufgestellt hat, hat er einige Berechnungen durchgeführt, und er kam am Ende dieser Berechnung zu dem Ergebnis, dass das Universum sich entweder ausdehnt oder zusammenzieht. Das kann nicht statisch sein. Und das hat ihn so verrückt gemacht, dass er selber noch was geändert hat, damit es statisch ist, damit sie das nicht irgendwie bewegt. Und er hat später erst festgestellt: Ah, das war ein Irrtum. Als man nämlich gemerkt hat, dass das sich tatsächlich ausdehnt. Für Einstein war das eine Überraschung. Für Muslime nicht. Wir haben das schon im Koran gelesen.

In Sure 10, Vers 5 wird gesagt: "Er ist derjenige, der die Sonne zu einer Leuchte gemacht hat und den Mond zu einem Licht." Das arabische Wort für das Licht des Mondes ist "nur", und "nur" bezeichnet ein Licht, was reflektiert wird, was ausgeborcht ist, was nicht von sich selbst heraustritt. Und das ist das, was wir heute wissen. Der Mond scheint nicht selber, sondern er reflektiert nur das Licht von der Sonne.

In Sure 39, Vers 5 wird gesagt: "Er hat Himmel und Erde in Wahrheit erschaffen. Er lässt die Nacht über den Tag rollen und den Tag über die Nacht." Dieses, dieses arabische Wort für "rollen", das bezeichnet, oder man benutzt das, wenn man etwas um eine runde Sache herumwickelt. Das ist der Ausdruck. Das heißt, es wird gesagt, dass Nacht und Tag sich um ein rund, um eine Kugel, um ein, um ein rundes etwas wickeln. Das ist der Ausdruck. Das arabische Wort für Ball, "Kur", kommt übrigens auch daher. Es bezeichnet etwas wie einen runden Körper. Und das wissen wir heute, dass die Erde ein runder Körper ist, Kugelgestalt hat. Sonst könnten sich auch Nacht und Tag überhaupt nicht in dieser Form, wie es im Koran beschrieben wird, darüber rollen oder wickeln. Dieses Wort kann man nur so verwenden. Hätte sich irgendwann herausgestellt, dass die Erde keine Kugel ist, wäre dieser Vers nur schwer zu erklären.

In Sure 78, Vers 6 und 7 wird gesagt: "Haben wir die Erde nicht zu einem Lager gemacht und die Berge zu gemacht zu Nägeln?" Das ist eine Sache, die selbst ich nicht wusste, die mich überrascht hat, was dieser Ausdruck eigentlich im Koran soll. Denn ein Berg sieht nicht aus wie ein Nagel, vielleicht umgekehrt. Aber insgesamt würde man das damit nicht verbinden. Macht man jedoch einen Schnitt durch die Erde, dann stellt man fest, dass Berge tatsächlich wie Pflöcke sind, wie Nägel in der Erdkruste. Den Berg, den man oben sieht, das ist nur die Spitze, der geht viel tiefer in die Erde hinein. Berge haben so etwas wie Wurzeln und sind länger als der Berg selber. Und wenn man es dann durch diesen Schnitt betrachtet, ja, dann sieht ein Berg tatsächlich aus wie ein Pflock in der Erdkruste. Man sieht daher an einigen Beispielen im Koran, dass die Wörter, die benutzt werden, und die Phänomene, die beschrieben werden, in erstaunlicher Weise damit übereinstimmen mit dem, was wir heute entdeckt haben. Und das ist außergewöhnlich für eine heilige Schrift, die vor 1400 Jahren aufkam.

Wenn das ein Mensch geschrieben hätte, da würde man erwarten, dass vielleicht das eine oder andere sich als richtig stellt und vielleicht auch der eine, oder der andere Fehler sich eingeschlichen hat. Und genau das merkt man im Koran nicht. Es gab damals einige Völker, die haben auch Herausragendes herausgefunden. Beispielsweise die Griechen. Die waren wunderbar Astronomen. Schon im vierten Jahrhundert vor Christus hat Eratosthenes, ein griechischer Astronom, berechnet, wie groß der Umfang der Erde ist, und er kam auf einen Wert von 40.000 km. Das ist erstaunlich genau. Besser weiß man das heute nicht mehr. Und die haben auch auf anderen Gebieten haben die Griechen Herausragendes geleistet, besonders was die Astronomie betrifft. Allerdings haben sie auch genauso viele Fehler gemacht. Sie waren weit davon entfernt, ein wirklich korrektes Verständnis vom Aufbau dieses Universums zu haben. Hätte man also jetzt gesagt: Okay, damals ist vielleicht der Prophet hingegangen und hat bei den Griechen was gelernt und vielleicht noch bei den Ägyptern oder bei den Sumerern oder bei den Hebräern oder wo auch immer, dann würde man erwarten, dass er von ihnen die richtigen Vorstellungen genauso wie die Fehler übernimmt. Und das müsste sich auch im Koran zeigen. Erstaunlicherweise hat er überall die richtigen Vorstellungen herausgenommen und die Fehler alle weggelassen, denn die findet man nicht im Koran.

Sagen wir, es wäre theoretisch möglich, dass er es von anderen Personen gelernt hat. Da müsste er selber in der Lage sein, die Fehler von dem Richtigen zu unterscheiden. Das heißt, er müsste selber erstmal ein herausragender Wissenschaftler sein auf unterschiedlichen Gebieten: Chemie, Medizin, Geologie, Astronomie. Und er hatte all das schon irgendwo lernen müssen. Und dieser herausragende Wissenschaftler, das soll der Prophet gewesen sein. Ein Mensch, der als Schafhirte gearbeitet hat, später als Kaufmann, und der bis zu seinem Tod nicht lesen und schreiben gelernt hat. Ich weiß nicht, ob das wirklich die plausiblere Erklärung ist.

Betrachten wir das Ganze rein logisch. Wer könnte diesen Koran überhaupt verfasst haben? Prinzipiell gibt es drei Möglichkeiten: Er könnte von Gott selber stammen. Er könnte vom Propheten stammen. Oder er könnte von irgendeinem anderen Araber stammen. Nicht-Araber scheiden eindeutig aus, denn die hätten diese sprachlichen Fertigkeiten nicht besessen. Bei einem normalen Buch, was würde man machen, wenn man herausfinden will, wer das geschrieben hat? Irgendein Buch aus der Bibliothek, was macht das Buch? Man schaut rein, was dort steht. Und wenn da drin steht: "Der Autor ist XY Z", dann geht man davon aus, es war XY Z. Okay, machen wir das mit dem Koran. Was steht im Koran, wer das Buch geschrieben hat? Und wir finden diese Information an vielen Stellen. In am Anfang von Sure 20: "Eine Offenbarung von demjenigen, der die Erde und die hohen Himmel erschaffen hat." Das ist eine klare Aussage. Der Autor sagt über sich selber, er ist der Schöpfer von Himmel und Erde. Bei einem normalen Buch würde man das auch einfach so jetzt erstmal akzeptieren. Bei dem Koran wird das immer noch irgendwie zweiflerisch auf die Leute wirken. Jeder kann das in ein Buch schreiben. Ja, klar, das ist richtig. Es macht aber keiner. Wann würde man überhaupt erst auf die Idee kommen, dass man das Ganze anzweifelt? In einem normalen Fall wäre das erst dann, wenn jemand anders kommt und behauptet, er wäre der Autor. Wenn ich zwei verschiedene Meinungen habe, wenn ein Buch steht, das hat Johannes Mario Simmel geschrieben, dann kommt ein anderer und sagt: Nein, das stimmt nicht, ich war es. Dann würde man das näher untersuchen. Aber wenn es noch nie passiert ist, dann akzeptiert man das eigentlich so, wie es da geschrieben steht. Es ist noch nie jemand gekommen, der behauptet hat, der Autor des Korans zu sein. Ja, dann sollte man eigentlich davon ausgehen, dass tatsächlich der Autor ist, der im Koran steht.

Wenn man in einem Fußballstadion einen Schlüssel finden würde und am Ende des Spiels gehen 100.000 Menschen nach Hause, nur ein einziger meldet sich und sagt: "Ich habe einen Schlüssel verloren." Dann geht man davon aus, dass es auch tatsächlich sein Schlüssel ist. Wenn zwei Leute kommen, dann versucht man das näher herauszufinden. Aber wenn nur einer kommt, dann sollte das schon so sein. Wenn noch nie einer behauptet hat, den Koran geschrieben zu haben, außer der Schöpfer von Himmel und Erde, dann sollte man das eigentlich annehmen. Wer würde den noch in Frage stellen?

Es könnte theoretisch ja irgendein anderer Araber gewesen sein, aber es hat sich noch nie einer gemeldet. Und es wird auch kein anderer Araber mit dem Koran irgendwie bevorzugt. Eigentlich ganz im Gegenteil. Der Koran kritisiert alles an der arabischen Lebensweise, alles, was die Araber damals gerne hatten: Wein, Glücksspiel, ihr Umgang mit Frauen, ihre Sklaverei, viele Vorstellungen, die sie damals hatten, ihre Göttervorstellungen, die Religion ihrer Vorväter. All das, was den Arabern wichtig war, nicht zuletzt ihre Stammesstruktur. Die Araber, die haben gelebt, das war das Heiligste für sie, die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Beduinenstamm. Und der Koran sagt: Das ist unwichtig. Was zählt, ist die Verbindung mit der Religion. Eigentlich all das, was die Araber damals geliebt haben, kritisiert der Koran. Welcher Araber wäre auf diese Idee gekommen? Und noch dazu wurden im Anschluss daran wurde versucht, diese Ideologie zu exportieren. Der Prophet hat ja noch andere, andere Herrscher und andere Völker angeschrieben und hat ihnen versucht, diese Ideologie, hat sie ihnen präsentiert, in der Hoffnung, dass sie sie annehmen. Wer würde so vorgehen, dass er erst sein eigenes Volk niedermacht, alles daran kritisiert, um anschließend den Nachbarvölkern dieses, diese Geschichte, diese, diese Ideologie zu verkaufen? Es ist keine logische Vorgehensweise.

Bleibt der Prophet. Könnte der Prophet es geschrieben haben? Zunächst einmal konnte er nicht lesen und schreiben. Dass er ein Buch schreibt, wäre also von vornherein ungewöhnlich. Und der Stil des Korans unterscheidet sich deutlich von dem, was der Prophet gesagt und getan hat. Es hat ja eben nichts damit zu tun, er erwähnt ihn nicht einmal. Aber sagen wir, er hätte das getan, dann hätte er tatsächlich sein Volk im Laufe von 23 Jahren betrogen. Denn was er ihm gesagt hat, war, dass er ein Prophet ist, der Offenbarungen erhält. Man würde also sagen: Okay, wenn er ein Betrüger war, dann muss er ja irgendein Motiv gehabt haben. Keiner betrügt einfach so, irgendeinen Sinn muss das immer haben. Welches Motiv könnte das sein? Es könnte sein, dass er versucht hat, die Macht zu erlangen, dass er versucht hat, damit Geld zu verdienen, oder er könnte auch eine bestimmte Frau versucht haben zu beeindrucken. Das sind so die klassischen Motive für einen Betrug. All das haben die Menschen ihm aber damals angeboten. Als der Islam sich ausgebreitet hat, sind seine Gegner zu ihm gekommen und haben ihm gesagt: "Hör mal zu, was willst du? Willst du die Macht haben? Kein Problem, wir machen dich zum König. Willst du reich werden? Damit auch kein Problem, wir sammeln Geld und machen dich zum Reichsten. Willst du eine bestimmte Frau? Auch kein Problem, sag einfach nur, welche du haben willst, wir arrangieren das für dich. Nur hör auf, diese Botschaft zu predigen." Das wäre jetzt die goldene Gelegenheit, wenn er ein Betrüger wäre, hätte er zumindest verhandelt. Vielleicht wäre es ja irgendwas anderes, was er sich wünscht. Aber was war seine Antwort? Er hat ihn ausrichten lassen über seinen Onkel: "Sag ihm, selbst wenn sie mir die Sonne in meine rechte Hand und den Mond in meine linke Hand geben, höre ich nicht auf, diese Botschaft zu predigen." Ist das die Antwort eines Betrügers?

Betrachten wir das Ganze also noch einmal rein rational, frei von Vorurteilen, von irgendwelchen Verständnissen, einfach rein logisch. Was macht am meisten Sinn, wer dieses Buch geschrieben haben könnte? Ich bin sicher, wenn man das so betrachtet, dann kommt man am Ende zu dem Schluss, dass es am meisten Sinn macht anzunehmen, dass der Autor derjenige ist, der auch im Buch steht: eine Offenbarung von dem, der Himmel und Erde erschaffen hat.

Bevor ich Muslim wurde, hatte ich längere Zeit Diskussionen mit einem Muslim über den Islam, und ich war überrascht, irgendwann zu hören, als er anfing von einem Propheten Jesus zu reden. Ich habe ihn gefragt: "Was habt ihr denn mit Jesus zu tun? Jesus hat doch vor dem Islam gelebt." Und er sagte: "Nein, Jesus war Muslim." Wie passt das denn zusammen? Er sagte: "Jesus hat den Islam sogar gepredigt, denn Jesus hat Allah angebetet." Und genauso steht es auch in der Bibel, denn Allah war derjenige, der Himmel und Erde erschaffen hat. Wenn man das jemandem auf der Straße sagt, dann sind die meisten Menschen erstmal völlig durcheinander. Wir werden das für eine Märchengeschichte halten. Wie das zusammenpasst, das wird erst dann klarer, wenn man sich damit beschäftigt, was Islam überhaupt bedeutet. Was ist Islam? Fragt man einen Muslim, dann hört man häufig eine Erklärung wie: "Islam ist Frieden." Das ist die politisch korrekte Erklärung. Islam bedeutet Frieden, und wir sind alle friedlich. Ja, wir sind friedlich, kein Zweifel. Aber Islam bedeutet nicht Frieden. Islam bedeutet in erster Linie Hingabe, Ergebung oder auch Unterwerfung. Das ist die wörtliche Bedeutung von Islam. Und im engeren Sinne bedeutet das, sich dem einzigen Schöpfer von Himmel und Erde zu unterwerfen, ihn alleine anzubeten und seine Gebote zu befolgen, unabhängig davon, was man selber davon hält. Das bedeutet Islam: die vollständige Unterwerfung unter den Schöpfer von Himmel und Erde.

Wenn ein Mensch hier ein Wort wie "Unterwerfung" hört, welchen Eindruck bekommt er dann? Hat er erstmal ein positives Gefühl oder ein eher negatives? Negativ, denn das ist doch das Land der Freiheit, und wir sind eine freie Gesellschaft, und wir sind freie Menschen. Wenn das ein freies Land wäre, dann würde hier keiner zur Schule gehen. Die meisten Schüler, wenn sie die Wahl hätten, die würden nicht hingehen. Die gehen deswegen zur Schule, weil das Land nicht frei ist. Freiheit in diesem absoluten Sinne gibt es gar nicht. Das wäre auch das komplette Chaos. Ja, ja, das erkennen die meisten auch an. So meinen wir das auch nicht. Das Land ist freier als andere Länder. Ja, selbstverständlich. Aber Kanada ist in einigen Aspekten auch freier als Deutschland. In Kanada muss man seine Kinder nicht zur Schule schicken, man kann sie auch zu Hause unterrichten. In Deutschland hat man diese Freiheit nicht. Ist deswegen Kanada ein freies Land und Deutschland vielleicht nicht? Freiheit in diesem absoluten Sinne ist eine Illusion. Kein Mensch ist wirklich frei. Und wenn man es genauer betrachtet, würde ich sogar sagen, es ist genau umgekehrt. Die meisten Menschen, ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht, befinden sich permanent so oder so in einem Zustand der Unterwerfung und Hingabe. Was bedeutet das überhaupt Unterwerfung? Die Definition Unterwerfung ist: Ich tue eine Sache nicht, weil ich sie möchte, sondern einzig und allein, weil jemand anders sie möchte. Ich habe vielleicht überhaupt gar keine Lust dazu, aber jemand anders möchte, dass ich das tue, und deswegen mache ich das. Das ist die Definition der Unterwerfung. Und wenn man das Ganze so betrachtet, dann wird schnell klar, dass man diesem Zustand überhaupt nicht entfliehen kann. Und manchmal macht man das sogar freiwillig. Einfaches Beispiel: Meine Frau ist Meisterin drin. Wenn ich abends nach Hause komme, ich bin müde und abgespannt, ich möchte nur noch ins Bett und schlafen, irgendwann um 10 Uhr, sagen wir mal. Und irgendwann, ich bin schon so im im Dämmerzustand, stößt sie mich in die Rippen: "Du, ich brauche Schokolade. Runter in die kalte Küche." Muss das jetzt sein? Ja, das muss jetzt sein. Ja, okay. Ich habe eigentlich überhaupt gar keine Lust.

Dazu aber trotzdem stehe ich oft auf und hole ein Stück Schokolade. Eigentlich möchte ich das nicht, aber ich tue das einzig und allein meiner Frau zu Liebe. Streng genommen wäre das ein Akt der Unterwerfung. Es ist eine Sache, die ich überhaupt nicht möchte, zu der ich überhaupt gar keine Lust habe. Aber ich mache das einzig und allein meiner Frau zu Liebe. Und Liebe ist ein sehr starkes Motiv für Unterwerfung. Natürlich würde man das nicht so nennen. Ich liebe ja meine Frau und ich mache das gerne. Und Unterwerfung hat so einen negativen Touch, wenn man dieses Wort hört. Aber sachlich und nüchtern betrachtet ist es das. Ich mache eine Sache nicht, weil ich sie möchte, sondern weil jemand anders sie möchte.

Oder gehen wir mal an den Morgen des Tages. 6:30 Uhr, der Wecker klingelt. Wie viele Menschen müssen raus und zur Arbeit? Aber wie viele von denen würden lieber noch etwas länger liegen bleiben? Trotzdem machen sie das. Warum gehen die trotzdem zur Arbeit? Sie wissen, dass sie am Ende des Monats eine Belohnung dafür bekommen. Sie erhalten ihren Lohn. Das ist ihr Motiv. Und die Erwartung einer Belohnung ist ein ebenso starkes Motiv für Unterwerfung.

Es gibt das gleich auch umgekehrt. Nehmen wir den Straßenverkehr. Wie viele Leute würden am liebsten 100 durch die Innenstadt fahren? Warum machen die das nicht? Die haben Angst, ein Ticket zu bekommen und dann ihren Führerschein zu verlieren. Das heißt, Angst vor einer Bestrafung ist ebenso ein Motiv für Unterwerfung. Auch das führt dazu, dass ein Mensch Dinge tut, die er eigentlich lieber nicht machen würde, oder umgekehrt, dass er etwas nicht macht, was er eigentlich machen möchte.

Manchmal erkennt man auch einfach nur das Recht eines anderen Menschen. Wenn ich beispielsweise von meinem Nachbarn einen Rasenmäher ausleihe, dann gebe ich ihm den irgendwann wieder zurück. Nicht, weil ich von ihm etwas erwarte, oder weil ich Angst vor seiner Bestrafung habe. Einfach, weil das sein Recht ist. Das ist sein Eigentum. Er hat ein Recht darauf, dass ich ihm das irgendwann wiederbringe.

Oder was ist mit Wissen und Weisheit? Wie oft unterwirft man sich einem Menschen einfach nur, weil man sein Wissen anerkennt? Wenn ich beispielsweise zum Arzt gehe und der untersucht mich und sagt mir: "Tut mir leid, Sie haben eine schlimme Krankheit, wir müssen Sie einmal von oben bis unten aufschneiden." Ich hätte überhaupt keine Lust dazu. Wenn ich die Wahl hätte, da würde ich sagen: "Danke schön." Aber er hat mehr Ahnung von der Materie. Ich mache diese Sache einzig und allein, weil ich weiß, er weiß, wovon er redet. Der wird das schon besser wissen, auch wenn ich überhaupt keine Lust dazu habe.

Oder nehmen wir Gerechtigkeit. Manchmal unterwirft man sich auch einfach nur, weil man die Gerechtigkeit von jemandem anerkennt. Früher wurde das klassischerweise zwischen Ländern gemacht. Es gab beispielsweise zwei Länder und die befanden sich in einem Konflikt. Und damals hat man ein drittes Land bestimmt, von dem beide angenommen haben, dass es gerecht ist. Und haben gesagt: "Hör mal zu, du bist der Schiedsrichter, du entscheidest." Und was immer dieses Land entschieden hat, das wurde akzeptiert, auch wenn das einem von beiden gegen den Strich ging. Aber man wusste, dieses Land, von diesem erwarten wir eine gerechte Entscheidung. Und auch das kann ein Motiv sein, etwas anzuerkennen und etwas zu tun, einfach und allein nicht, oder nicht, weil ich das möchte, sondern weil ich die Gerechtigkeit von jemandem anerkenne. Ein Motiv für Unterwerfung.

Und wenn man jetzt all diese Motive betrachtet, dann wird schnell klar, dass der Schöpfer von Himmel und Erde ein viel größeres Anrecht darauf hat, dass wir uns ihm unterwerfen. Nimm alleine das Motiv der Liebe. Menschen lieben ihre Eltern. Das ist völlig natürlich, denn die Eltern sind diejenigen, die uns aufgezogen haben, von denen wir eigentlich alles verdanken, oder ohne die wir überhaupt nicht klar gekommen wären im Leben. Aber was ist mit dem, der deine Eltern erschaffen hat und dich dazu und den Planeten, auf dem du dich bewegst? Der dir Dinge gegeben hat, die du für nichts in der Welt eintauschen würdest?

Oder was wäre, wenn jemand zu dir hinkommt und bietet dir die gesamte Welt und noch mal so viel dazu, und das Einzige, was er von dir möchte, sind deine beiden Augen? Willst du auch so einen Deal eingehen? Das hast du gerade umsonst bekommen von demjenigen, der dich erschaffen hat.

Was ist mit der Erwartung einer Belohnung? Ist derjenige, der allmächtig ist, nicht viel eher in der Lage, seine Diener zu belohnen? Und was, wenn ich dir sage, er hat für seine Diener vorbereitet, was kein Auge gesehen, kein Ohr gehört und was sich noch nie ein Mensch vorgestellt hat?

Was ist mit der Möglichkeit einer Bestrafung? Ist derjenige, der allmächtig ist, nicht viel eher in der Lage, jemanden zu bestrafen? Und sollte ich nicht viel eher Angst vor ihm haben? Und was, wenn ich dir sage, dass derjenige, der einen Moment von dieser Strafe gekostet hat, selbst wenn er das beste Leben auf der Erde geführt hat, er wird sagen: "Er hat noch nie etwas Gutes gesehen."

Was ist mit seinem Recht? Hat er nicht an er ein Anrecht darauf, dass man sich ihm unterwirft? Meinem Nachbarn gebe ich seinen Rasenmäher zurück, aber er ist derjenige, der das hier alles erschaffen hat. Das ist sein Eigentum. Er genießt hier Hausrecht. Wenn du deine Freiheit genießen willst, überhaupt gar kein Problem, aber da musst du dir dein eigenes Universum erschaffen. Dieses hier gehört dir nicht.

Was ist mit Wissen und Weisheit? Und spätestens jetzt werden die Menschen sagen: "Ja, Moment, Wissen, Weisheit, Vernunft, das haben doch auch wir Menschen. Das können wir doch selber viel besser entscheiden. Warum sollen wir jemandem anderen folgen?" Aber macht der Mensch das tatsächlich? Folgt er wirklich von dem, was er denkt, dass es vernünftig wäre, in allen Fällen? Stell dir mal vor, man würde die Gesetze zur Steuerbezahlung abschaffen. Man würde die Menschen die Wahl lassen: "Wenn du willst, kannst du Steuern bezahlen, wenn du willst, mach das nicht." Alle Menschen kennen die Weisheit hinter dem Steuer bezahlen. Das wissen wir alle, davon werden Schulen gebaut, Krankenhäuser, Straßen etc. Wir alle profitieren davon. Aber würdest du den Menschen die Wahl lassen, da würden die meisten Menschen keine Steuer mehr bezahlen, obwohl sie wissen, das ist das Vernünftigste auch für sie selber wäre. Man kann den Menschen das nicht so offen lassen.

Aber macht der Mensch das überhaupt? Oder kann er überhaupt? Ist er überhaupt in der Lage dazu, von seiner Natur her, Dinge einfach nur mit dem Verstand zu beurteilen? Kann er seinen eigenen Verstand einfach dafür einsetzen, um zu entscheiden, was gut und schlecht, richtig und falsch ist? Wenn man einen Menschen hier in Deutschland fragen würde, was er davon hält, dass in der Innenstadt ein Waffengeschäft aufmacht und Kalaschnikov und Schrotflinten freiverkauft. War dann alle da, da würden die meisten Menschen in Deutschland sagen: "Das ist doch Wahnsinn." Das sagt denen ihr Verstand. Stellst du dieselbe Frage in Amerika, dann würde viele Menschen sagen: "Wieso, ist doch völlig normal, was ist dabei?" Die haben aber den gleichen Verstand wie die Menschen in Deutschland. Wie kommt es, dass in einem Land Menschen, die genauso schlau und genauso dumm sind, zu einer völlig anderen Entscheidung kommen?

Ich war früher beruflich oft in China und wenn man da mal auf einen Markt geht, wo Tiere verkauft werden, das ist grausam. Du siehst da Leute, die verkaufen Schildkröten, die reißen den beim lebendigen Leibe den Panzer vom Leib. Für mich ist das grausam. Für einen Chinesen ist das völlig normal. Sein Verstand sagt ihm, dass nichts dabei ist. Ich habe mit einem Geschäftspartner gesprochen, der hat mir erzählt, wie er einmal auf den Philippinen zum Essen eingeladen wurde und da waren einige, die haben Affenhirn gegessen. Und die müsst mal anschauen, wie die das machen. Das beim lebendigen Leibe. Die bringen einen Affen, der ist fixiert in so einer Box, dann schlagen wir dem die Schädeldecke ab und dann fangen die an zu essen. Wenn du den fragen würdest, für den wäre das völlig normal. Die kennen das nicht anders. Für mich selber ist das komisch. Aber ich weiß genau, wenn ich mit demselben Verstand, den ich habe, auf den Philippinen aufgewachsen wäre, ich würde das genauso beurteilen. Das ist gar nicht abhängig vom Verstand. Der Mensch neigt dazu, das zu übernehmen, oder die Wertvorstellung seiner Gesellschaft zu übernehmen. Das, was wir als richtig und falsch beurteilen, das hat überhaupt nichts mit dem Verstand zu tun. Die Wahrheit ist, das ist ein Cocktail von unserer Erziehung, von dem, was wir in den Medien sehen, von unseren Freunden, von der Gesellschaft etc. Sonst gäbe es auch gar nicht diesen Effekt, den wir beurteilen, dass man sagen kann, dass man bestimmte Dinge in China macht und nicht macht. Es gibt ganz bestimmte Dinge, wo man sagen kann, das macht man in China nicht. Warum ist das so? Weil die Menschen, die in China aufwachsen, das alle so mitbekommen, ohne das in Frage zu stellen.

Die Wahrheit ist, der Mensch benutzt kaum ein einziges Mal in seinem Leben seinen Verstand, um das zu beurteilen. Ein Drittel der Menschen in Deutschland rauchen. Meint jemand, die, bevor die angefangen haben zu rauchen, die haben sich zu Hause hingesetzt, eine Liste gemacht mit Pro und Kontra und dann kamen die am Ende zu dem Entschluss: "Das ist die richtige Entscheidung, das ist weise und vernünftig." Der Mensch macht das nicht. Der Mensch ist gar nicht so drauf, dass er das macht.

Und wer sollte das überhaupt entscheiden? Wer sollte verbindlich Wert- und Moralvorstellungen festlegen? Wie soll das funktionieren? Man könnte ja sagen, wir lassen die Mehrheit entscheiden. Die Mehrheit, schön und gut. Dann übernehmen wir alle die Wertvorstellung der Chinesen, denn global betrachtet haben die immer die Mehrheit. Keiner kann die to. Nein, nein, nein, nein, so kann man das nicht sehen. Wir lassen die Mehrheit in einem Land entscheiden. Okay, wir könnten ja mal in die Vergangenheit reisen, 200 Jahre, und dann gehen wir nach Amerika. Hätte man eine Umfrage gemacht, dann die meisten Menschen gesagt: "Schwarze Menschen sind dafür geschaffen, dass sie harte Arbeit auf den Baumwollplantagen der Weißen verrichten." Dafür hätte man eine Mehrheit bekommen. War das damals richtig? Ich weiß, sie sagen das heute nicht mehr, aber das ist gar nicht der Punkt. War das zu dem Zeitpunkt vor 200 Jahren richtig, einzig und alle deswegen, weil die Mehrheit der Menschen das so gesehen hat? Das kann doch nicht der Maßstab sein.

Oder lassen wir jeden Menschen einzeln entscheiden? Jeder hat seinen Verstand und seine Vernunft und jeder kann für sich entscheiden, was richtig und falsch ist. Auch eine Möglichkeit. Aber dann kann kein Mensch sich über einen anderen erheben. Und ich bring mal ein extremes Beispiel. Stellen wir uns vor, ich wäre Diktator auf einer kleinen Insel und jeden Tag lasse ich mir Wahlweise irgendeinen Menschen bringen, lasse ihn hinrichten und verspeisen. Viele Menschen würden sagen: "Das aber eine falsche Handlung, das kann man doch nicht machen, das ist doch was Schlechtes." Ja, das ist deine Meinung. Meine Meinung ist anders. Wenn das Individuum das entscheiden kann, was willst du ihm sagen? Was immer du mir erzählst, welche Argumente du immer bringst, ich habe meine eigenen Argumente. Du hast deinen Verstand, er sagt etwas. Ich habe meinen anderen, ich habe einmal auch meinen eigenen Verstand, der sagt mir was anderes. Und mehr wird am Ende nicht raus. Da muss ich jedem Menschen auf diesem Planeten, ich muss ihn einfach tun und lassen. Ich muss ihm einfach das lassen. Jeder Mensch auf diesem Planeten darf dann tun und lassen, was er will. Keiner kann ihm irgendetwas sagen. Das kann nicht der Weg sein.

Oder nehmen wir die Gerechtigkeit. Ist der Mensch in der Lage, unter Menschen wirklich Gerechtigkeit herzustellen? Betrachten wir das mal aus dem Blickwinkel einer Gesellschaftsordnung. Und ich habe jetzt eine Gesellschaft, die besteht aus Männern und Frauen. Und ich versuche jetzt auf gerechte Art und Weise Rechte und Pflichten zwischen Männern und Frauen zu verteilen. Dann könnte man ja auf die Idee kommen und sagen: "Okay, Männer und Frauen, beide sind Menschen, beide bekommen die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten." Aber wäre das Gerechtigkeit? Ich glaube, es war ein deutscher Philosoph, der einmal sagte: "Es gibt kein größeres Unrecht, als Ungleiches gleich zu behandeln." Darüber kann man sicherlich streiten. Es gibt mit Sicherheit größeres Unrecht, aber die Kernaussage ist korrekt. Man behandelt Ungleiches nicht gleich. Das würde man auch nicht in einer Firma machen. Wenn ich eine Firma habe und ich habe eine Sekretärin und einen Elektriker, dann würde ich doch nicht sagen: "Aus Gerechtigkeit, ich gebe beiden die gleichen Aufgaben." Nein, ich würde Aufgaben für die Sekretärin festlegen und auch Aufgaben für den Elektriker, und jeder übernimmt seinen Bereich.

Jetzt betrachten wir Männer und Frauen. Sind die denn gleich? Vor 50 Jahren musste man das sagen. Da konnte man nicht, da konnte man nicht hingehen und sagen: "Na ja, es gibt Unterschiede zwischen Männern und Frauen." Da gab es so dieses Image, dass Unterschiede zwischen Männern und Frauen sich nur deswegen herausbilden, weil man sie anders erzieht. Dem Jungen schickt man eh ein Auto, einem Mädchen schickt man eher eine Puppe. Und deswegen interessiert der Junge sich irgendwann für Technik und die Frau für den Haushalt. Ich habe drauf gewartet, dass irgendjemand mal behauptet, Frauen werden deswegen schwanger, weil man ihnen als Kind eine Puppe geschenkt hat. Heute ist das anders. Heute kann man offen darüber reden. Und heute hat man inzwischen durch viele Versuche herausgefunden, dass Männer und Frauen überhaupt nicht gleich sind. Die sind vollkommen unterschiedlich. Nimm irgendein Thema und du wirst sehen, es gibt Männer, die sich vielleicht dafür interessieren, oder Frauen. Man weiß ganz genau, für welche Themen Frauen sich interessieren und für welche Themen Männer sich interessieren. Es reicht dazu, in ein Geschäft zu gehen und sich die Zeitschriften anzuschauen. Wenn ich lese, was meine Frau für Zeitungen liest, wenn ich mir das anschaue, ja, das sind Sachen, die mich nicht interessieren. Aber das ist eine Zeitung, die speziell für sie gemacht wurde. Es sind die Themen, die sie beschäftigen. Nenn irgendein Talent, eine Fähigkeit, ein Interesse und du wirst einen Schwerpunkt bei Männern und Frauen sehen. Die sind überhaupt nicht gleich. Beide haben ihre ihre Fähigkeiten, beide haben ihre herausragenden Qualifikationen, die sie wirklich auszeichnen. Das alles einfach gleich zu machen, das ist keine Gerechtigkeit.

Okay, sagen wir, wir wollen das jetzt machen. Wir wollen eine gerechte Aufgabenverteilung zwischen Männern und Frauen. Wenn wir jetzt alle Männer fragen, was werden die versuchen? Die werden versuchen, das Beste für die Männer herauszuschlagen. Frag mal die Frauen dasselbe, umgekehrt. Die werden versuchen, das Beste für die Frauen herauszuschlagen. Denn das liegt in der Natur eines Menschen. Er neigt dazu, sich selbst oder die Gruppe, zu der er sich zugehörig fühlt, diese zu bevorzugen. Das ist ganz normal. Deswegen bei einem Fußballspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund würde man einen Schiedsrichter nehmen, der weder aus München noch aus Dortmund kommt, weil man genau weiß, kommt er aus einem von diesen beiden Städten, dann ist er nicht mal neutral, er wird nicht gerecht urteilen. Oder wenn ein Richter einen Diebstahl begeht, da würde man ihn nicht als Richter für seinen eigenen Prozess einsetzen, weil man weiß, er würde sich selber bevorzugen. Das heißt, wenn du gerecht zwischen Männern und Frauen urteilen willst, dann könnte das nur eine Person tun, die weder Mann noch Frau ist. Man wird schon schwer so jemanden zu finden.

Anderes Beispiel: Ein Unternehmen und sein Angestellter. Rechte und Pflichten für beide. Ein Unternehmen möchte am liebsten, dass die Leute mehr arbeiten und weniger bezahlen. Die Leute hätten das am liebsten umgekehrt. Die würden am liebsten mehr Geld haben und weniger arbeiten. Wie könnte man eine gerechte Verteilung der Rechte und Pflichten zwischen beiden herstellen? Du müsstest jemanden finden, der ist weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber. Er ist weder Angestellter noch gehört er zu einem Unternehmen. Die meisten Menschen fallen aber mindestens eine von diesen beiden Kategorien. Eine neutrale Person zu finden ist nahezu unmöglich.

Oder nehmen wir eine Regierung und ihre Bürger. Gerechte Verteilung zwischen beiden. Die Regierung hätte am liebsten mehr Steuern und weniger Leistung. Die Bürger am liebsten umgekehrt, weniger Steuern bezahlen und mehr von der Regierung bekommen. Eine gerechte Verteilung. Versuch jemanden zu finden, der gehört weder zur Regierung noch zu den Bürgern. Das ist schon nicht so einfach.

Und wenn man das so betrachtet, dann kommst du am Ende d mal heraus, dass der Einzige, der überhaupt in der Lage ist, Gerechtigkeit zwischen den Menschen herzustellen, tatsächlich derjenige ist, der sie erschaffen hat. Es gibt überhaupt gar keine Alternative dazu.

Und das sind die Gründe, warum wir Muslime uns dem unterwerfen, was der Schöpfer gesagt hat. Wir müssen einfach nur sicherstellen, das ist das, was er wollte. Mehr brauchen wir gar nicht zu wissen. Wenn uns deswegen jemand fragt, warum es kein Schweinefleisch gibt, dann kann man eine lange Erklärung darüber liefern, was sind die medizinischen Gründe dafür, was ist gesund und ungesund, welche Parasiten und Bakterien sind darin. Das ist nicht die Erklärung. Die Wahrheit ist, wenn morgen herausgefunden wird, dass Schweinefleisch das gesündeste Fleisch der Welt ist und dass darin ein Impfstoff steckt gegen Krebs, AIDS, Pest und Cholera, es würde die Sache nicht anders machen. Das ist nicht der Grund, warum wir das machen. Wir machen das, weil das sein Recht ist. Es ist sein Universum, sein Planet und seine Schöpfung. Es ist sein Recht, dass wir das befördern, dass wir ihn, dass wir ihm folgen.

Wir machen das, weil er der Allwissende ist. Die Leute diskutieren nicht mit Einstein. Oder die meisten können nicht nachvollziehen, was der gebracht hat, seine Relativitätstheorie. Der ist 99% der Menschen ein komplettes Rätsel. Trotzdem sagen die Menschen: "Einstein, okay, ich kann nicht verstehen, was er sagt, aber der wird schon recht haben. Er kennt sich aus mit Physik." Der Schöpfer von Himmel und Erde kennt sich nicht einfach aus mit dem Universum und Menschen. Er ist allwissend. Er kennt jedes Atom in diesem Universum. Er kennt Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit. Mit dem willst du über seine Anordnung diskutieren? Das sind die Gründe, warum wir das befolgen.

Und das ist die Bedeutung von Islam. Wir erkennen an, dass das hier jemand erschaffen hat, der ist allmächtig und das ist sein Universum. Darum befolgen wir, was er uns befohlen hat. Selbst wenn das eine Sache ist, die schon 1400 Jahre alt ist. Das ist richtig. Und das ist ein Einwand vieler Menschen. "Du willst dich einfach so an Regeln halten, die 1400 Jahre alt sind? Was willst du denn damit anfangen? Das war doch damals eine ganz andere Welt. Damals sind die Leute auf Kamelen geritten oder Pferden, heute fahren wir mit dem Auto. Was hat das eine mit dem anderen zu tun?" Der Islam ist eine Bedienungsanleitung für den Menschen, nicht für seine Fortbewegungsmittel. Und der Mensch hat sich in all dieser Zeit überhaupt nicht verändert. Was ist an den Menschen in 1400 Jahren anders geworden? Irgendetwas? Seine Triebe, seine Neigungen, die Motive, aus denen er handelt, seine Wünsche und Ziele, seine charakterlichen Eigenschaften, die charakteristischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen, die biologischen Eigenschaften zwischen Männern und Frauen. Ist alles gleich geblieben. Genauso wie vor 1400 Jahren. Ist die Gesellschaft immer noch aufgebaut auf Familien, Männern und Frauen, die sich zusammen tun und Familien gründen. Man kann auch nie eine eine Erfindung hervorbringen oder irgendetwas entwickeln, um das zu ändern. Man ist dem immer noch unterworfen. Man kommt gar nicht da raus. Ich weiß, dass es heutzutage Alternativmodelle dazu gibt, aber keines von denen ist tragfähig, um eine Gesellschaft aufzubauen. Was hat sich am Menschen geändert? Der Mensch hat sich überhaupt nicht geändert. 1400 Jahre und der Mensch ist exakt der gleiche. Wofür ein Update? Wofür ein Update in welchem Bereich?

Und wir sagen sogar, der Islam ist nicht 1400 Jahre alt. Der ist noch viel älter. Wir kennen drei Religionen heutzutage, die sich auf Propheten berufen. Das sind Judentum, Christentum und Islam. Und alle diese drei Religionen werden an erster Linie mit einem bestimmten Propheten identifiziert. Das ist bei den Juden der Prophet Moses, bei den Christen der Prophet Jesus, bei den Muslimen der Prophet Mohammed. Gehen wir aber mal noch weiter zurück und wir betrachten einen Propheten, der von allen dreien gleichermaßen akzeptiert wird. Das ist der Prophet Abraham. Was war jetzt seine Religion? Ein Name für seine Religion ist uns überhaupt nicht überliefert, selbst in der Bibel nicht. Aber man kann sein Leben betrachten, wie er gelebt hat, und man bekommt eine Idee, eine Idee, was seine Religion war. Abraham war jemand, der in einem Volk von Götzendienern gelebt hat. Die Menschen damals haben Planeten und Sterne und die Sonne und den Mond angebetet. Und er war der Einzige, oder zumindest einer der Wenigen in diesem Volk, der gesagt hat: "Hört mal zu, Leute, nichts von dem, was ihr anbetet. Betet doch lieber denjenigen an, der das alles erschaffen hat." Warum wollt ihr Mond oder die Sonne anbeten?

Und wenn wir sein Leben betrachten, dann kommen die meisten Menschen zuerst eine bestimmte Begebenheit in den Sinn, und zwar die Geschichte mit seinem Sohn. Abraham wurde im Alter von 80 oder 90 Jahren, zumindest als er schon ein hohes Alter erreicht hat, von Gott dazu, von Gott dazu aufgefordert, seinen Sohn zu opfern. Und er war relativ jung, sein Sohn war 15, 16 Jahre alt, Teenager. Abraham hat diesen Sohn im hohen Alter bekommen. Das war sein ganzes Leben sein Wunsch. Er hat sich immer gewünscht, einen Sohn zu bekommen und im hohen Alter bekommt er ihn. Und dann befiehlt Gott ihm: "Opfere ihn." Steckt irgendeine Logik hinter diesem Befehl? Macht das irgendeinen Sinn? Definitiv nicht. Ist das nicht sogar moralisch verwerflich? Auf jeden Fall. Und das musst du nicht mal einen religiösen Menschen fragen. Da sind sich wohl alle Menschen auf der Welt einig. Trotzdem hat Abraham diese Aufforderung von Gott nicht eine einzige Sekunde in Frage gestellt. Er hat einfach gesagt: "Der wird schon wissen, wozu das gut ist. Gott hat mir das befohlen. Und auch wenn es für mich unlogisch aussieht, auch wenn es eine Sache ist, die ich moralisch überhaupt nicht nachvollziehen kann, aber Gott weiß am besten, wofür das gut ist." Und er hat nicht eine Sekunde gezögert. Sein Leben, seine Religion, die bestand darin, einen einzigen Gott anzubeten und seine Anweisung zu befolgen und nichts anderes. Das bedeutet Islam.

Nach ihm kam der Prophet Moses. Was war seine Religion? Viele werden sagen: "Das wissen wir, Moses war Jude." Der Begründer des Judentums. Diesen Ausdruck gab es damals noch gar nicht. Die Religion des Judentums und die Juden an sich, die waren damals noch gar nicht vorhanden. Das hat historische Gründe, warum sich dieser Name entwickelt hat. Was war also seine Botschaft? Wir wissen, Moses kam zu seinem Volk und hat ihnen eine Reihe von Geboten gebracht. Und das erste von diesen Geboten lautete: "Höre, Israel, der HERR, euer Gott, ist ein Einziger." Wenn wir seine Botschaft betrachten, dann bestand die darin, dass er seinem Volk gesagt hat: "Ihr sollt die Gebote Gottes befolgen und allen voran das erste Gebot, nämlich, dass dieser Gott ein Einziger ist und dass dieser alleine das Recht hat, angebetet zu werden." Und das bedeutet Islam.

Nach ihm kam der Prophet Jesus. Was war seine Religion? Jetzt werden viele Menschen sagen: "Ach, wissen wir, Christentum." Auch diesen Ausdruck gab es damals noch nicht. Jesus hat niemals seine Religion Christentum genannt. Was war also seine Botschaft? Wir finden eine Begebenheit in Markus Kapitel 10, Vers 18. Ein Mann kommt zu ihm hin und sagt dem: "Guter Meister, was muss ich tun, um ewiges Leben zu erlangen?" Und er antwortet ihm: "Was nennst du mich gut? Gut ist nur der Eine." Und er meinte damit den einzigen Gott. Und dann zählt er ihm die Gebote auf. Er sagt ihm: "Kennst du die Gebote?" Und er gibt ihm eine Auflistung der Gebote aus dem Alten Testament. Das war seine Antwort auf die Frage. Und in Markus Kapitel 12, Vers 29 wird er von einem Schriftgelehrten gefragt: "Was ist das erste Gebot?" Und er antwortet ihm: "Höre, Israel, der HERR, euer Gott, ist ein Einziger." Das war die Botschaft Jesu: einen einzigen Gott anzubeten und seine Gebote zu befolgen. Und das bedeutet Islam.

Nach ihm kam der Prophet Mohammed. Was war seine Religion? Und das ist das erste Mal, dass uns tatsächlich auch ein Name für diese Religion in dieser Religion überliefert wird, nämlich Islam. Aber die Bedeutung von Islam ist nichts anderes als das, was Abraham, Moses und Jesus gepredigt haben. Es ist dieselbe Religion.

Zur Zeit des Propheten, da hat man damit gerechnet, dass noch jemand kommt. Zumindest die Juden und die Christen, die waren damals nicht überrascht, als der Prophet Mohammed seine erste Offenbarung bekam. Ging er zu einem seiner Verwandten, Verwandter seiner Frau, und das war jemand, der zum Christentum konvertiert war und sich mit den christlichen Schriften auskannte. Und er hat ihm von seiner Begebenheit und von seiner Offenbarung berichtet. Und er hat ihm bestätigt: "Derjenige, der dir diese Offenbarung gegeben hat, ist derselbe, der die Offenbarung zu Moses gebracht hat." Er hat ihn sofort erkannt, aufgrund von dem, was er aus den christlichen Schriften kannte.

Als die Muslime ausgewandert sind nach Abessinien, das ist das heutige Äthiopien, da haben sie dem Herrscher von Abessinien einen Teil ihrer Botschaft präsentiert. Und er war Christ. Und als er das hörte, hat er sofort gesagt: "Die Botschaft Jesu und die Botschaft, mit der ihr gekommen seid, das sind zwei Strahlen von derselben Sonne."

Der Prophet Mohammed hat später Briefe an die Herrscher der umliegenden Reiche geschickt, unter anderem auch nach Rom. Und als der Kaiser von Rom diesen Brief bekommen hat, da hat er mit einigen Arabern über den Inhalt gesprochen, über den Propheten. Es gab einige Araber im römischen Reich, das waren sogar die Gegner des Propheten. Und er hat gesagt: "Okay, hör mal zu, ich möchte mit euch über diesen Mann reden." Und er hat ihm eine lange Kette von Fragen gestellt. Und als sie diese alle wahrheitsgemäß beantwortet haben, hat er zu ihnen gesagt: "Das ist ein Prophet." Das deutet auf einen Propheten. Und er war christlicher Herrscher. Und er sagte ihnen sogar: "Wir wussten, dass noch ein Prophet kommt, aber wir dachten nicht, dass es bei euch sein wird."

Diese Idee hatten sie nicht einfach irgendwoher. Sie hatten diese Idee aus ihren eigenen Schriften. Wir finden im Johannes Kapitel 1, Vers 19, dass die Juden zu Johannes dem Täufer gingen. Und Johannes der Täufer, der war ein Verwandter von Jesus. Die Muslime kennen ihn unter dem Namen Jahja, aber er wird bei den Christen Johannes genannt. Und sie gingen zu ihm hin und fragten ihn: "Wer bist du? Bist du Elia?" Elia war ein Prophet im Alten Testament, und die Juden haben damit gerechnet, dass er wiederkommt. Das war eine Prophezeiung. Und dann fragten sie ihn: "Bist du der Messias?" Und zuletzt fragten sie: "Oder bist du der Prophet?" Und das waren die drei Leute, die die Juden noch erwartet haben. Sie haben erwartet, dass Elia wiederkommt, dass der Messias kommt und der Prophet. Jesus sagt später: "Johannes war Elia. Das ist der, auf den ihr gewartet habt." Und wer der Messias ist, da sind wir uns alle einig, zumindest die Christen und die Muslime. Der Messias ist Jesus. Wer war jetzt der Prophet? Gibt es überhaupt irgendjemand nach Jesus, auf den diese Beschreibung zutreffen könnte? Gibt es irgendjemanden nach Jesus, der noch einmal mit einer Botschaft gekommen ist, die dem ähnelt, was Abraham, Moses und Jesus gepredigt haben? Wir kämen dafür in Frage.

Und diese, diese Erwartung der Juden war auch der einzige Grund, warum sie sich in Medina niedergelassen haben, dahin, wo der Prophet später ausgewandert ist. Und die haben lange da gelebt, und die waren eine Minderheit unter den Arabern. Und die Araber haben sie manchmal schlecht behandelt. Aber die Juden haben immer zu denen gesagt: "Wartet nur, wartet nur, hier kommt einmal ein Prophet hin. Es wird der letzte Prophet Gottes sein, und er wird den Sieg davon tragen." Sie wussten, sie haben den Islam später nicht angenommen, weil er kein Jude war. Das hat sie geärgert. Aber alle ihre, die Kennzeichen des Propheten haben sie alle erkannt. Sie wussten sofort, das ist der Prophet, der in unserer Schrift stand.

Und es war auch notwendig, dass noch mal ein Prophet nach Jesus kommt, denn die Botschaft Jesu ist überhaupt nicht mehr im Original vorhanden. Sie ist überhaupt nicht zuverlässig überliefert. Und da sage ich nicht, weil das unabhängige Historiker oder kirchenkritische Schriftsteller herausgefunden haben. Das erfährt man aus der Bibel selber. Lesen wir die vier Evangelien, dann wissen wir, dass das nicht alles richtig sein kann, was da drin steht. Denn zum Teil widersprechen sich diese, und zwar so, dass man das nicht miteinander vereinbaren kann. Interessanterweise findet man die größten Abweichungen, wenn es um die angebliche Kreuzigung und Auferstehung Jesu geht. Dinge, die wir als Muslime, an die wir als Muslime gar nicht glauben.

Ein einfaches Beispiel: Wir finden bei Matthäus und bei Lukas, wir finden die angebliche Abstammung von Jesus. Beide berichten darüber, von wem Jesus, wer sein Vater war und sein Vater und seinen Vater und sie führen das ganze zurück. Und beide diese Abstammungsbäume widersprechen sich an fast jeder Stelle. Sind überhaupt nicht miteinander zu vereinbaren. In den ersten 1000 Jahren stimmen gerade mal zwei Namen überein. Die können unmöglich beide richtig sein. Wir wissen also, wer das geschrieben hat, der hat sich geirrt.

Es wird man sagen: "Gut, die Abstammung Jesu ist doch belanglos." Völlig richtig, spielt keine Rolle, von wem er tatsächlich abstammt. Es trifft aber eine Aussage darüber, wie zuverlässig der Autor von diesem, von diesem Evangelium ist. Denn wenn ich weiß, er hat sich bei der Abstammung Jesu vertan, dann kann er sich auch genauso gut bei Jesu Worten vertan haben. Woher soll ich das wissen? Ich weiß nur, an einigen Stellen ist das nicht ganz richtig, was er schreibt.

Wir kennen heute das Zitat von Jesus: "Lebe, liebe deinen Nächsten wie dich selbst." Woher sollen wir wissen, dass er das tatsächlich gesagt hat? Derjenige, der das geschrieben hat, der hat sich bei der Abstammung Jesu garantiert vertan. Er kann sich auch bei diesem Wort vertan haben. Man stelle sich einmal vor, wir wüssten, Moses wurden zehn Gebote offenbart und wir hätten heute einen Text vorliegen, wo zwölf Gebote drin stehen. Wir könnten sicher sagen, zwei von denen sind falsch. Aber wüssten ja gar nicht, welche. Was kann man dann mit diesen zwölf Geboten anfangen, wenn du einfach nur weißt, zwei davon sind nicht richtig, aber du kannst nicht entscheiden, welche? Was machst du damit? Und umgekehrt, jemand, der ein bestimmtes Gebot nicht befolgen will, der wird einfach sagen: "Ach, das ist bestimmt das falsche." Man kann sich darauf am Ende nicht verlassen.

Und deswegen musste noch jemand kommen, der diese Originale Botschaft wiederherstellt. Es gibt eine beliebte Fangfrage der Zeugen Jehovas, und damit wollen sie die Echtheit der Bibel beweisen. Die sagen: "Ist das vorstellbar, dass Gott es zulässt, dass seine Offenbarung verloren geht, dass sie wird von Menschenhand?" Ja, das ist vorstellbar, ohne weiteres. Aber nur dann, wenn noch ein Prophet kommt und das Original wiederherstellt. Das ist im Laufe des Judentums und das sehen wir im ganzen Alten Testament immer wieder geschehen.

Die Botschaft Jesu ist nicht mehr im Original erhalten. Das wissen wir alle. Es musste also noch jemand kommen. Das war der Prophet Mohammed. Und seine Botschaft ist deswegen auch die Einzige, die überhaupt Anspruch darauf erheben könnte, die abschließende Botschaft zu sein. Denn sie ist tatsächlich noch im Original erhalten. Und das ist unbestritten. Der Koran ist die einzige religiöse Schrift, die niemals verändert wurde. Und es gibt keine Hoffnung, dass das jemals passieren könnte. Wenn von einem Tag auf den anderen alle religiösen Schriften verschwinden würden, so eine Art Bücherbombe, alle schriftlichen, alle elektronischen Aufzeichnungen verschwinden, die Muslime hätten ihr, ihr, ihr Buch in einem Tag wiederhergestellt, überhaupt gar kein Problem. Das heißt, sie hat Gott dafür gesorgt, dass das nicht noch einmal passiert, dass nicht noch einmal Menschen daran Hand anlegen können. Der Koran ist bewahrt bis zum Ende der Zeit.

Welt, wenn wir die heutige Entwicklung des Christentums betrachten, dann könnte man auf die Idee kommen, dass die Botschaft Jesu eine ganz andere ist. Denn was man heute hört, was den Menschen zur Errettung im Jenseits führt, das ist der Glaube an die KIG und Jesu. So wird es einem zumindest präsentiert. Interessanterweise findet man das aber kaum in den Worten Jesu. Und wir haben eben schon aus der Bibel zitiert: Markus Kapitel 10, Vers 18. Jemand kommt zu ihm hin und fragt: "Dem guter Meister, was muss ich tun, um ewiges Leben zu erlangen?" Und er sagt ihm direkt: "Befolge die Gebote." Eigentlich hätte er ihm was ganz anderes sagen müssen. Eigentlich hätte er ihm sagen müssen: "Hör mal zu, in ein oder zwei Jahren werde ich gekreuzigt, dann musst du an dieses, an dieses Opfer glauben, dann bist du gerettet." Aber er hat das nicht gesagt. Als jemand ihn fragt: "Was ist das oberste Gebot?", was antwortet er ihm? "Glaube an die Kreuzigung, das rettet dich." Nein, er sagt ihm: "Das oberste Gebot ist, dass es nur einen einzigen Gott gibt. Das ist das oberste Gebot." Man muss sich einmal vorstellen, wenn das wirklich die original Botschaft von Jesu gewesen wäre: "Ihr werdet gerettet durch meine Kreuzigung." Das wäre seine Botschaft gewesen.

Wir kennen die Begebenheit der Bergpredigt in den Evangelien. Jesus steht auf einem Berg und predigt vor Tausenden von Leuten. Jetzt müsste ich doch erwarten, dass er die Leute darüber aufklärt und vor allen Dingen, weil das etwas völlig Neuartiges war, das kannten die doch damals gar nicht. Heute lernen wir, es gibt einen dreifaltigen Gott, der ist Mensch geworden und stirbt am Kreuz für die Sünden der Welt. Die Juden hatten das noch nie gehört. Im ganzen Alten Testament findet man das nicht. Das heißt, er hätte Tag und Nacht nichts anderes machen müssen, als die Leute immer und immer wieder davon zu überzeugen, weil die das doch überhaupt nicht kannten. Aber er steht auf diesem Berg, er predigt vor Tausenden von Leuten. Was er ihnen sagt, hat dann nichts damit zu tun. Er gibt ihnen Ratschläge wie: "Selig sind die, die Friedens stiften, denn sie werden Kinder Gottes genannt. Selig sind die Armen, selig sind..." und so weiter und so fort. Er gibt ihnen Ratschläge für ihr Leben, wie sie die Gebote befolgen. Kein Wort von Kreuzigung, Auferstehung, Opfer. Wäre das wirklich die Botschaft Jesu gewesen, dann hätte er diese Botschaft verraten. Diese Botschaft hat er den Menschen definitiv nicht überbracht.

Macht das überhaupt Sinn, wenn man das ganze Konzept betrachtet? Wir haben tausende von Jahren lang Propheten, die zu den Menschen gekommen sind mit einer einzigen Botschaft: "Ihr sollt einen Gott anbeten und seine Gebote befolgen." Dann kommt plötzlich Jesus mit etwas, was damit gar nichts zu tun hat. "Was euch rettet, sind nicht die Gebote, das ist der Glaube an einen Opfertod." Und nach ihm kommt noch ein Prophet, mit dem alle gerechnet haben, und er stellt die originale Botschaft wieder her. Aber das muss ja dann ein Lügner gewesen sein, und die Menschen müssten bis heute noch auf diesen Propheten warten. Ist das ein sinnvolles Konzept? Macht das überhaupt Sinn, sich einen Gott vorzustellen, der dreifaltig ist und doch nur einer? Drei in eins? Macht es Sinn, dass ein Quadrat ein Kreis ist und doch ein Quadrat? Kann man sich die Menschwerdung Gottes vorstellen? Ein Gott, der Mensch wird? Was ist die Definition von einem Gott? Gott ist per Definition ewig lebend. Macht es Sinn, dass der ewig Lebende ein Mensch wird, der stirbt? Erbsünde? Kann man sich so etwas vorstellen, dass ein Mensch sterben muss für die Sünden anderer? Würde man das bei sich akzeptieren? Wenn ich zehn Kinder hätte, neun von denen benehmen sich daneben und einer ist ein Musterbeispiel, und den lasse ich leiden, um die anderen zu erlösen? Macht das alles zusammen Sinn? Kann das die Religion Gottes sein?

Der Christ, der Muslim wird, und wir kennen viele Beispiele davon. Wir kennen sogar Nonnen, Mönche und Prediger auf der ganzen Welt. Er nimmt vom Christentum nur das raus, was bei erster Betrachtung überhaupt keinen Sinn macht, und er stellt die Botschaft wieder her, mit der Jesus ursprünglich gekommen war. Das war die Anbetung eines einzigen Gottes. Diese Menschwerdung Gottes ist tatsächlich das größte Debakel an der ganzen Geschichte. Es nimmt einem die diese ganze Ehrfurcht, diesen ganzen Respekt vor seinem Schöpfer. Im selben Moment, wo jemand mir sagt, der Schöpfer von all dem hier ist Mensch geworden, ist all dieser Respekt weg. Ich betrachte gerne dieses Universum schon seit meiner Kindheit, und ich gestehe, es fasziniert mich. Und nicht allein diese Größe. Ich meine, die Vorstellung, dass wir zehntausende von Jahren brauchen, um zum nächsten Stern zu fliegen, das ist kosmisch gesehen vor der Haustür. Aber nicht nur das, dieses präzise Design, dieser Aufbau, diese verrückte Art, wie das Ganze konstruiert wurde, auf eine Art und Weise, dass kein Mensch das überhaupt theoretisch entwerfen könnte, nicht, dass er das erschaffen könnte, aber allein einen Entwurf dafür zu machen, wäre dem Menschen unmöglich. Das übersteigt das Vorstellbare. Und wenn man das Universum so betrachtet, dann bekommt man eine Vorstellung von dem, der das Ganze erschaffen hat. Und die Beschreibung von dem, der das erschaffen hat, die habe ich nur im Koran gefunden, nirgendwo sonst. Wenn man das liest, bekommt man Ehrfurcht vor demjenigen, nicht nur Angst vor seiner Rache, aufrichtige Ehrfurcht. Man liest das alles, und du, du ertappst dich selber dabei, wie du, wie du murmelst: "Ja, genau das würde der machen. Genau das würde der sagen." Immer und immer wieder. Und dann weißt du, dann kommt jemand und sagt dir: "Ein Bild von einem Säugling, ein Baby in Windeln, weil es gar nicht in der Lage ist, den eigenen Urin zu halten, was am nächsten Tag sterben würde, wenn seine Mutter Maria es nicht regelmäßig stillt." Und dann sagt er dir: "Das ist der Allmächtige, Herrscher und Lenker des Universums." Niemals, niemals.

Es gibt etwas, an das Christen und Muslime gleichermaßen glauben, und das ist der Tag der Auferstehung. Ein Tag, an dem alle Menschen vor ihrem Schöpfer versammelt werden und sich für ihren Glauben und ihre Taten zu verantworten haben. Sollte ich vor diesem Schöpfer stehen und er mich fragen: "Warum ich nicht geglaubt habe, dass er an einem Kreuz für die Sünden der Welt gestorben ist?" Da würde ich ihm antworten: "Mein Herr, du bist der Allmächtige. Wie hätte ich glauben können, dass Menschen dich überwältigt und gefangen genommen haben? Du bist der Ewig Lebende. Wie hätte ich glauben, dass du gestorben bist am Kreuz? Du bist der Richter über alle Menschen. Wie hätte ich glauben können, dass Menschen dir den Prozess gemacht haben?" Und sollte er mich dann bestrafen, dann wüsste ich nicht wofür. Aber stell dir die Alternative vor. Stell dir vor, jemand steht vor seinem Schöpfer und er fragt ihn: "Wie konntest du behaupten, dass ich Mensch geworden bin und andere mich gefangen genommen haben?" Was will er ihm antworten? Und sollte er bestraft werden, dann wird er ganz genau wissen, wofür.

Wer ist das jetzt, den die Muslime anbeten? Das ist der Schöpfer von all dem hier. Es ist eine beliebte Frage: "Welchen Gott beten die Muslime an?" Es gibt nur einen. Es gibt nämlich nur einen, der das ja alles erschaffen hat, und das ist der, den wir anbeten. Aber warum sagt er nicht Gott dazu, obwohl wir diesen Ausdruck bisher immer verwendet haben? Aber warum hört man immer wieder Muslime, die nicht den Ausdruck Gott verwenden? Gott, sagen doch alle Menschen, oder nicht? Sagen Gott alle Menschen? Hier in Deutschland vielleicht. In England wirst du schon kaum jemanden finden, der Gott sagt. Die sagen "God". Sprechen das etwas anders aus. Der Italiener sagt "Dio", der Franzose sagt "Dieu". Wie kommt es, dass all diese Menschen eine andere Bezeichnung haben? Bei mir wäre das nicht der Fall. Hier in Deutschland nennt man mich Marcel. In Frankreich würde man mich auch Marcel nennen, in China genauso. Warum ist das nicht bei dem Schöpfer von Himmel und Erde so? Der Grund dafür ist: Gott ist ein ganz allgemeiner Begriff für etwas, was angebetet wird. Deswegen hat auch die Römer, die haben auch einen Gott angebetet. Jupiter war ein Gott. Er war nicht der Schöpfer von Himmel und Erde. Das ist eine andere Geschichte, aber das war ein Gott. Denn Gott ist einfach etwas, was angebetet wird. Die Griechen hatten auch einen Gott, mehrere sogar. Zeus war ein Gott der Griechen. Bei Marcel ist das anders. Marcel ist ein Name, kein allgemeiner Begriff. Meine allgemeine Bezeichnung wäre Mensch. Mein Name ist Marcel. Die Christen in den arabischen Ländern, die machen das nicht so. Es gibt auch auf Arabisch einen Begriff dafür, allgemein für einen Gott, für etwas, für etwas, was angebetet wird, und das ist das arabische Wort für Gott. Aber die benutzen dieses Wort nicht. Die Christen in den arabischen Ländern, die sagen zu dem Schöpfer von Himmel und Erde Allah. Und die Juden machen das genauso. Und selbst andere Religionen, die völlig andere Konzepte haben. Und man findet diesen Ausdruck deswegen auch in den arabischen Bibeln. Es gibt hier eine Organisation, Gideon nennt die sich, glaube ich, die verteilen Übersetzungen vom Neuen Testament in in Hotels. Man kann da nachschlagen. Die haben auf der ersten Seite mal so Übersetzungen ins Arabische unter anderem auch, und man findet da den Ausdruck Allah für Gott. Und in der arabischen Bibel steht auch deswegen am Anfang der erste Vers: "Am Anfang hat Allah Himmel und Erde erschaffen." Die Muslime verwenden diesen Ausdruck auch, aber nicht nur in arabischen Ländern. Sie tun das überall, in Indonesien genauso wie in Europa. Denn Allah ist kein allgemeiner Begriff. Das ist ein Name. Das ist der Name, den der Schöpfer von Himmel und Erde sich selbst gegeben hat. Denn wer kann ihm sonst überhaupt einen Namen geben? Und es ist nicht mal höflich, wenn man ihn als Gott bezeichnet oder mit Gott anspricht. Man spricht einen Menschen auch nicht mit "Mensch" an. Man benutzt seinen Namen. Das sollten wir auch für den Schöpfer von Himmel und Erde tun. Es ist sogar derselbe Ausdruck, den Jesus verwendet hat.

Es vielleicht kennen einige den den Film von Mel Gibson, "Die Passion Christi", kam 2004 in die Kinos. Und Mel Gibson hat sich die Mühe gemacht, er ist nach Syrien geflogen und hat mit der einzigen Gemeinde auf dieser Welt gesprochen, die noch heute die Sprache von Jesus spricht, Aramäisch. Es gibt noch eine kleine Gemeinde in Syrien. Und er ist extra hingeflogen und hat sich, hat sich mit dieser Sprache beschäftigt. Und der ganze Film ist tatsächlich alleine in Latein, Hebräisch und Aramäisch, ist nicht synchronisiert auf Englisch oder Deutsch. Das heißt, der Jesus in seinem Film von, in dem Film von Mel Gibson, spricht Aramäisch, die ursprüngliche Sprache. Und man findet in diesem, in diesem Film tatsächlich, dass Jesus den Ausdruck Allah verwendet. Denn das ist der Ausdruck in seiner Sprache. Und deswegen ist es nicht verkehrt, was wir am Anfang gesagt haben, dass Jesus selber Allah angebetet hat. Und wenn man sich vorstellt, was Islam bedeutet, dann sieht man auch, dass Jesus den Islam gepredigt hat und dass Jesus definitiv einer der Muslime war. Denn ein Muslim ist nichts anderes als derjenige, der sich dem Schöpfer von Erde und von Himmel und Erde hingibt. Und für diesen Schöpfer verwenden die Muslime den gleichen Begriff wie die Juden und Christen in den arabischen Ländern und den gleichen Begriff, den die Propheten Mohammed und Jesus benutzt haben. Und das ist sein Name. Das ist Allah.

Im Jahre 1609 hat Galileo Galilei, ein italienischer Astronom, als erster Mensch ein Fernrohr in den Himmel gerichtet und er hat eine Reihe von interessanten Entdeckungen gemacht, revolutionäre Entdeckungen für die damalige Zeit. Unter anderem hat er Beobachtungen gemacht, aus denen er schließen konnte, dass die Erde um die Sonne kreist. Und das war damals eine Revolution. Das gängige Weltbild war damals, dass die Erde sich im Mittelpunkt des Universums befindet und Sonne, Mond und alle Planeten um die Erde kreisen. Diese Schlussfolgerung von Galilei hat ihn in Konflikt gebracht mit der katholischen Kirche, denn diese hat dieses geozentrische Weltbild, dass die Erde im Mittelpunkt des Universums steht, vertreten. Das war nicht deren Idee. Das stammt auch ursprünglich nicht aus der Bibel, auch wenn das heute immer noch geglaubt wird. Die hatten diese Idee von Aristoteles. Und Aristoteles hatte auch eine logische Argumentation dafür. Aristoteles sagte: "Wenn man einen Stein nach oben wirft, dann kommt er immer genau gerade runter." Und das war für ihn ein Beweis dafür, dass die Erde sich nicht bewegt, dass sie still steht. Wir wissen heute, wo er sich vertan hat und warum das nicht so ist, aber das war zumindest die Argumentationskette. Für die Kirche war das Argument gar nicht so entscheidend. Für sie war die Schlussfolgerung interessant. Denen passte das in ihre, das passt in ihre Ideologie, in ihr Weltbild. Sie meinten: "Erde im Zentrum des Universums, das macht sich gut." Darum haben sie das übernommen. Als es am Ende zum Showdown mit Galilei kam, waren sie an den Argumenten überhaupt gar nicht interessiert. Sie hätten jederzeit durch das Fernrohr schauen können und sich selbst von der Richtigkeit dieser Beobachtung überzeugen können. Aber das war für die gar nicht ausschlaggebend. Die Argumente haben sie nicht interessiert. Für sie war wichtig: "Die Erde muss im Mittelpunkt des Universums bleiben."

Wir machen jetzt einen Zeitsprung 300 Jahre in die Zukunft. Ein Astronom namens Edwin Hubble beobachtet eine Reihe von Galaxien und stellt fest, dass sich alle von uns wegbewegen. Das wiederum lässt sich nur so erklären, dass sich das gesamte Weltall ausdehnt. Und das war eigentlich der Beginn der Urknalltheorie. Es gab schon damals eine Reihe von Wissenschaftlern, die eine alternative Theorie aufgestellt haben. Der bekannteste von ihnen war ein Astronom namens Fred Hoyle. Er hat eine Theorie aufgestellt, die dasselbe erklären sollte, ohne einen Urknall. Die Theorie, die er gebracht hat, war nicht unbedingt logisch oder einleuchtend, und er hat später selber gesagt, dass er das gar nicht geglaubt hat. Er hatte einfach ein ideologisches Problem mit der Urknalltheorie. Er sagte: "Wenn dieses Universum einen Anfang gehabt hat, dann würde das automatisch bedeuten, dass irgendjemand dieses Universum hervorgebracht hat." Und Fred Hoyle war Atheist. Für ihn war die Urknalltheorie mit dem Glauben oder mit der, mit der atheistischen Überzeugung nicht vereinbar. Und das war der Grund, warum eine andere Theorie überhaupt erst aufgestellt hat.

Was lernen wir aus diesen beiden Beispielen? Bei der Kirche überrascht es niemanden, wie sie sich verhalten haben. Man würde sofort sagen: "Das war eine Institution, es ist klar, die wollen ihre, ihre Ideologie schützen und deswegen ignorieren sie alle wissenschaftlichen Argumente." Genau das gleiche war aber der Fall bei Fred Hoyle und seine Religion war der Atheismus. Die Wahrheit ist, ein Argument abzulehnen, weil es einem nicht gefällt, ist nicht ein Kennzeichen von religiösen Menschen. Das ist ein Kennzeichen von den Menschen an sich. Es gibt ein Zitat aus einem der Matrixfilme, da sagt jemand: "Denial is the most predictable of all human responses." Verleugnung ist die vorhersehbarste aller menschlichen Reaktionen. Und das ist genau das, was wir beobachten. Präsentiere einem Menschen eine Sache, die ihm nicht gefällt, und du kannst sicher sein, die erste Reaktion von ihm ist Verleugnung. Dieselbe Erfahrung macht man, wenn man mit Menschen über den Islam diskutiert. Ich kann alles, was der Islam lehrt, sehr rational begründen, auf sehr einfache Art und Weise. Ich kann sehr einfach begründen, dass dieses Universum einen Schöpfer haben muss, und zwar genau einen, kein weniger und kein mehr. Ich kann mir alle alternativen Szenarien überlegen: Es hat keinen Schöpfer, einen Schöpfer oder mehrere Schöpfer. Ich kann für jedes Szenario überlegen, was ich erwarten würde, wie ich mir, wie ich mir das Universum vorstellen würde, und ich komme am Ende zu der Überzeugung: So wie das Universum aussieht, das passt am besten zu der Überlegung, dass es einen einzigen Schöpfer hat. Ich kann dasselbe mit dem Propheten Mohammed machen. Es gibt prinzipiell drei Möglichkeiten: Er könnte ein Betrüger sein, er könnte ein Verrückter sein, der sich irgendwas eingebildet hat, oder er könnte die Wahrheit gesagt haben. Das sind die drei Möglichkeiten. Und ich kann mir für jede dieser drei Möglichkeiten überlegen, was ich in seinem Leben erwarten würde. Und wenn ich sein Leben beobachte, da werde ich am Ende zu dem Schluss kommen, dass die wahrscheinlichste Möglichkeit ist, dass er die Wahrheit gesagt hat. Es passt am besten dazu. Ich kann dasselbe machen mit dem Koran. Es gibt prinzipiell drei verschiedene Möglichkeiten: Er könnte direkt von Gott offenbart sein, es könnte der Prophet sein, oder es könnte ein irgendein anderer Araber sein. Und ich kann mir für jedes dieser drei Szenarien überlegen, was ich erwarten würde. Und ich schaue in den Koran, und ich werde am Ende feststellen: Die wahrscheinlichste Möglichkeit von diesen dreien ist, dass er direkt von Gott offenbart wurde.

Ich habe mal vor langer Zeit mit einem Freund darüber diskutiert, besonders über die Frage des Korans. Wir haben wirklich fast den ganzen Nachmittag damit verbracht, und am Ende war er überzeugt davon: "Der Koran stammt nicht von einem Menschen." Dann sagt er mir: "Vielleicht kommt er von Außerirdischen." Man hätte jetzt noch weiter diskutieren können, man hätte die Außerirdischen als viertes Szenario aufnehmen können. Macht das wirklich Sinn, dass der Koran von Außerirdischen stammt? Was würde man dann darin erwarten? Aber ich habe mir das gespart. Der Grund, warum er das gesagt hat, war nicht, weil er irgendein Argument für die Außerirdischen hatte. Der Grund dafür war einzig und allein, dass ihn die, die Konsequenz, dass der Koran die Wahrheit sein könnte, nicht gefallen hat. Das war der einzige Grund. Er hat überhaupt keinen Hinweis darauf gefunden, dass er von Außerirdischen stammen könnte. Überhaupt.

Zu ablehnen, warum sie sich nicht vorstellen können, warum sie nicht wollen, dass das die Wahrheit sein könnte? Denn das ist in meinen Augen der einzige Grund für die Ablehnung. Warum möchten die Menschen das nicht? Was sind die klassischen Gründe dafür? Ich denke, einer der Hauptgründe ist, dass Religion ganz allgemein aus der Mode gekommen ist. Religion hat was von Mittelalter, dieses dunkle, schwarze Mittelalter mit Hexenverbrennung, Inquisition etc. Das verbinden die Menschen hier klassischerweise mit Religion an sich. Und deswegen ist es heute cool, wenn man Atheist ist. Wenn man mit Gott und Religion um die, um die Ecke kommt, dann ist man sofort: "Ach, der ist ja von damals. Was ist das denn für einer?" Und deswegen macht es auch dann wenig Sinn, mit so einem Menschen rational zu diskutieren. Er hat für, für seine Ideologie überhaupt keine Argumente. Und er stellt so häufig fest, wenn du mit einem Atheisten diskutierst, er hat gar keine Argumente. Aber das ist auch gar nicht der Grund, warum er Atheist ist. Atheismus ist Mode. Du musst ihm nicht Argumente präsentieren. Du müsstest die Mode ändern, um seine Meinung zu beeinflussen. Das ist die einzige Möglichkeit. Die meisten Menschen, die ich heute kennengelernt habe, die Atheisten sind, die könnte ich mir in 50 Jahren genauso gut als Hindus vorstellen. Es müsste sich nur die Mode ändern. Es müsste irgendwas passieren. Sagen wir, die westliche Wissenschaft hat versagt, und plötzlich kommen irgendwelche begnadeten Computerexperten aus dem indischen Subkontinent, die machen eine revolutionale Entdeckung, und die ganzen Energieprobleme der ganzen Welt sind gelöst. Und plötzlich wird Hinduismus Mode. Die Menschen werden Hinduismus annehmen, und die werden damit auch verrückte Sachen annehmen. Ich meine, man muss sich das Ganze mal betrachten. Das traditionelle Weltbild vom im Hinduismus, das sieht so aus, dass die Erde auf dem Rücken eines Elefanten steht, und der Elefant steht auf einer Schildkröte, und die Schildkröte balanciert über eine Kobra. Und wenn die Erde bebt, dann ist das deswegen, weil die Kobra sich bewegt. Das findet man dort. Die Menschen werden das Haar genauso gut mit annehmen, einfach, wenn das Mode werden würde. Jetzt wird jemand sagen: "Niemals, das ist doch völlig irrational." Ja, richtig. Aber Atheismus ist kein bisschen rationaler. Es ist dasselbe in Grün. Deswegen, wenn die Mode sich ändern würde, ich bin mir sicher, die meisten Menschen heute, die wären überzeugte Hindus, mit allem, was dazu gehört.

Ist nicht nur die Religion, die dieses schlechte Image hat, Religion allgemein. Natürlich ist aus der Mode gekommen, aber ganz besonders gilt das natürlich für den Islam. Diese Religion mit den Leuten und den schwarzen Werten und den dunklen Augen, wie diese dunklen Augen hier pechschwarz. Das ist ja so noch eine Sache, weshalb man sich das nicht vorstellen könnte. Und dann noch eine Religion, die 1400 Jahre alt ist. Das ist doch eine Religion für Beduinen. Der Islam hat sich in seiner Zeit von Spanien bis Indonesien und vom Kaukasus bis Südafrika verbreitet. Und heutzutage findet man überall dort noch Menschen, die den Islam praktizieren. Überall. Das gilt für die Gebirge im Kaukasus, für die Steppen in Südafrika, in modernen Städten in Spanien, genauso wie in Indonesien. Das geht nur deswegen, weil der Islam alles ist, aber nur nicht eins: eine Religion für Beduinen. Wir sehen heute selbst in Europa immer mehr Menschen, die den Islam annehmen. Meint man wirklich, dass diese Menschen den Lebensweg eines Beduinen wählen, die Lebensgewohnheiten eines Wüstenbewohners? Das würde gar nicht funktionieren. Das geht nur deswegen, weil der Islam genau das nicht ist.

Der Zufall ist, viele Menschen fällt immer noch schwer, sich vorzustellen, dass die traditionelle Erziehung, die sie genossen haben, dass das vielleicht etwas völlig verkehrtes sein könnte. Es liegt immer noch in der Natur eines Menschen, nicht alle Menschen. Heutzutage ist es auch so, es ist auch ein wenig so, dass es modern ist, gegen die Eltern zu rebellieren. Aber im traditionellen Familien ist es immer noch so, dass man dazu neigt, diese Erziehung für richtig anzunehmen. Das hat man von zu Hause mitbekommen. Und wenn es dann mal irgendeine bestimmte Religion ist, dann nimmt man das auch erst einmal so auf. Das war in der Vergangenheit eines der häufigsten Argumente oder eines der häufigsten Gründe für die Menschen, eine andere Religion abzulehnen. "Das verstößt gegen meine elterliche Tradition." Dazu kommt natürlich noch der Fall, dass man, wenn man den Islam annimmt, auf bestimmte Dinge verzichten muss, was ja auch richtig ist. Kein Alkohol, kein Schweinefleisch, keine Partys, nicht mehr mit Freundinnen abhängen etc. etc. Und das gefällt den Menschen auch nicht. Und zu guter Letzt ist es immer noch schwer für einen Menschen, die Tatsache zu akzeptieren, dass man sich vielleicht geirrt hat. Wenn ich mal im Internet stöbere und Diskussionsforum besucht, dann wirst du häufig feststellen, dass egal wie deutlich einem Menschen sein Irrtum vor Augen geführt wurde, er beharrt darauf. Es ist in den seltensten Fällen, dass man wirklich sieht, dass jemand sagt: "Okay, du hast recht, ich habe mich geirrt." Das fällt den Menschen unglaublich schwer. Und genauso ist es auch, wenn man eine andere Religion akzeptieren würde. Diese Idee, dass man vielleicht 30 oder 40 Jahre einem, einer Illusion nachgelaufen ist, das ist für einige Menschen unvorstellbar.

Jetzt weiß man natürlich auch, dass all diese Gründe keine wirklichen Argumente gegen eine Wahrheit sind. Man nimmt allein die Mode. Ist Mode ein wirkliches Argument für eine Wahrheit? Vor 500 Jahren war es modern zu glauben, dass die Erde im Mittelpunkt des Universums steht, wie wir eben schon gesagt haben. 2000 Jahre vorher hat man sogar geglaubt, dass die Erde eine Scheibe war, und das war modern. Aber es war deswegen nicht wahr. Mode ist kein Kriterium für eine Wahrheit. Ist elterliche Erziehung ein Kriterium für die Wahrheit? Wir haben heute Milliarden Eltern auf der Welt, die ihren Kindern jeweils ihre eigene Religion mitgeben. Das machen Juden, Christen, Muslime, Hindus, das machen alle. Die können aber nicht alle gleichzeitig Recht haben. Das heißt, unabhängig davon, welche Religion überhaupt die richtige ist, kann ich zumindest sagen, wenn ich mir alleine das, wenn ich mir alleine das betrachte, dass Milliarden Eltern auf dieser Welt ihrem Kind die falsche Religion mitgeben. Das ist so. Dinge aufzugeben, die einen schwer fallen, ist das ein Argument gegen eine Wahrheit? Natürlich nicht. Sonst würden die Menschen auch hier keine Steuern bezahlen. Ein Mensch könnte ja sagen: "Okay, ich glaube nicht, dass es ein Gesetz gibt, dass ich Steuern bezahlen muss, einfach weil es ihm nicht gefällt, etwas von seinem Geld abzugeben." Aber es wird dadurch keine Wahrheit. Es ist trotzdem eingesetzt, ob dir das gefällt oder nicht. Auf einem Irrtum beharren, ist es ein Kriterium für die Wahrheit? Das ist schon ein Widerspruch an sich. Der Mensch irrt sich, das ist völlig normal. Der Mensch ist nicht allwissend, und der Mensch hat sich in seiner Geschichte so oft geirrt, das ist eine völlig normale Situation. Das kommt vor. Die Sache ist nur die, dass es Irrtümer gibt, die man sich erlauben kann, und Irrtümer, die man am Ende bitter bezahlt. Nehmen wir das Beispiel von der Kirche. Die Kirche hat sich im Mittelalter so sehr gegen die Ideologie von Galileo Galilei gesträubt. Die wollte nicht, dass das wahr ist, um jeden Preis. Und die haben Prozesse gegen ihn geführt und wollten das mit allen Mitteln unterdrücken. Das hat sich am Ende als Wahrheit herausgestellt. Ja, und wir lachen uns heute kaputt, vielleicht über die Art und Weise, wie sie damals reagiert haben. Aber was Schlimmeres ist nicht passiert. Es war in diesem Fall völlig egal, ob die Kirche mit ihrer Theorie über die Erde Recht hat oder nicht. Keiner von denen musste fürchten, dass die Erde irgendwann kommt und Rache an ihm nimmt, weil sie sowas Schlimmes über die Erde behauptet haben. In diesem Fall kann man sich einen Irrtum leisten. Ob sich das am Ende als Wahrheit herausstellt, ist völlig belanglos.

Das geht mit dem Islam nicht. Sollte dies am Ende als Wahrheit herausstellen, bezahlt jeder einzelne Mensch das mit der Ewigkeit, wenn er es einfach abgelehnt hat, weil es ihm nicht gefällt. Das heißt, es gibt Fälle, wo man sich ernsthaft damit auseinandersetzen sollte und nicht diese Kinderspielchen beweisen. Die, das ist kein Beweis. Wir kennen alle diese, alle diese Diskussionen. Der Mensch muss das selber wissen. Wenn es ihm nicht gefällt, man kann es ihm vielleicht nicht besser verkaufen, aber er sollte sich diese Gedanken gemacht haben. Spricht tatsächlich alles dafür. Das ist ein enorm großes Risiko, es einfach aus irgendeinem Gefühl der Ablehnung heraus zu ignorieren. Kann das nicht alles passieren, was wir gerade gesagt haben? Gibt man nicht vieles auf? Kommt man nicht in Konflikt mit seinen Eltern? Ist das nicht fürchterlich unmodern, dass seine Freunde und Verwandten vielleicht auf einen herabschauen und sagen: "Was ist das für ein Verrückter? Wie kommt er auf die Idee, den Islam anzunehmen?" Ja, das erlebt man. Das ist die Wahrheit. Man ändert sein komplettes Leben. Islam ist ein 24-Stunden-Programm und es bringt einen in Konflikt mit seiner kompletten Umgebung. Das kann zumindest so sein. Das muss man fairerweise vorher sagen. Das war nie Teil eines Deals, dass man ein schönes Leben hat. Man muss am Ende überlegen, was man von beiden Welten bevorzugt: die 60 Jahre in diesem Leben oder die 60 Milliarden Jahre, die danach kommen.

Stell dir vor, du willst dein Auto verkaufen und setzt eine Anzeige in die Zeitung. Und schon nach kurzer Zeit meldet sich jemand. Er kommt vorbei, schaut sich das Auto an, macht eine Probefahrt, handelt noch ein bisschen den ganzen Tag um auf den richtigen Preis zu kommen. Und er macht noch eine Probefahrt und sagt: "Das ist es, das ist das Auto, was ich gesucht habe. Mit dem Preis kommt ja auch klar." Und alles sieht eigentlich nach einem einfachen Geschäft aus. Und dann ganz am Ende sagt er dir: "Ich würde lieber nächstes Jahr bezahlen." Wer würde darauf eingehen? Die meisten Menschen würden sagen: "Nein, danke. Ich brauche das Geld sofort." Der Mensch ist so von seiner Natur veranlagt, dass er nur ungern etwas aufgibt, es sei denn, er bekommt sofort etwas wieder zurück.

Wenn man jetzt jemanden den Islam präsentiert, dann sieht man das erstmal als eine komplette Lebensumstellung. Der Islam ist ein 24-Stunden-Programm, 7 Tage die Woche. Es gibt keinen Moment, in dem man nicht Muslim ist. Und dann wird jemand vielleicht sagen: "Okay, ich bin bereit, mein Leben umzustellen, aber was bekomme ich dafür?" Und man kann ganz, ganz einfach sagen: "Das Paradies." Ja, okay, in Ordnung. Das ist auch eine große Belohnung. Ja, und wann? Wenn dein Leben vorbei ist. Da muss der normale Mensch erstmal schlucken. "Wie, ich stelle mein ganzes Leben um und erst am Ende werde ich bezahlt?" Das ist aber nicht das einzige, was man bekommt, wenn man diesen Schritt wagt und den Islam annimmt. Dann bekommt man das, was die meisten Menschen auf der Welt suchen und kaum jemand findet.

Betrachten wir einmal ein Tier. Nehmen wir das Pferd auf der Wiese. Wenn das Pferd einfach nur genug zu essen hat und ein Dach über dem Kopf, dann ist das Pferd völlig zufrieden. Es spürt gar nicht den Drang in sich, nach irgendetwas anderem zu verlangen. Genug zu essen, ein Dach über dem Kopf, das war's für das Pferd. Das ist gerade einmal das, was das Pferd zum Überleben braucht, und das ist glücklich. Und jetzt betrachten wir die Menschen. Die meisten Menschen haben hundertmal mehr als das, was sie zum Überleben benötigen, gerade hier in Europa, wo die reichsten Länder der Welt sind. Aber betrachten wir dort die Menschen, dann stellt man fest, die sind überhaupt nicht zufrieden. Und interessanterweise, je reicher ein Land, desto unzufriedener sind die Menschen. Das, was man überhaupt nicht erwarten würde. Ein Tier, was mit so wenig zufrieden ist, und die Menschen, die hundertmal mehr haben, aber je mehr sie haben, desto unzufriedener werden sie.

Was macht jetzt der Mensch, der diese Unzufriedenheit spürt? Der denkt, er kann das beseitigen, indem er sich irgendeinen Wunschtraum erfüllt, beispielsweise einen Ferrari. Und dann spart er 10 Jahre lang eisern auf diesen Ferrari, und dann hat er das ganze Geld zusammen und geht ins Autogeschäft und kauft sich diesen Ferrari und setzt sich rein und macht eine Fahrt. Und er ist für eine einzige Sekunde glücklich, und am nächsten Tag ist alles wie vorher. Und das ist nur dieses, dieses oberflächliche Glück. Dieses Glück, das ist eine, eine ganz billige chemische Reaktion. Das ist einfach nur ein paar Hormone, die im Gehirn ausgeschüttet werden. Und du musst dafür auch kein Ferrari kaufen. 50 Euro sind mehr als genug. Fahr damit zum Hauptbahnhof, da laufen Leute rum, die verkaufen dir ein Zeug, damit findest du, damit empfindest du exakt das gleiche. Das ist kein Unterschied. Das ist eine oberflächliche Reaktion, die man einfach nachmachen kann, man kann das imitieren. Es ist keine wahre Zufriedenheit. Und die Menschen machen immer weiter. Wenn er sich jetzt diese Ferrari gekauft hat und merkt, dass ihn das nicht zufrieden gemacht hat, dann kommt der nächste Wunsch. Das kann eine Villa sein oder eine Frau oder vielleicht das Leben als Rockstar, berühmt werden, Fernsehstar, was auch immer. Und er läuft dann auch sein ganzes Leben hinter diesem Wunsch her. Und egal, welchen Wunsch er sich erfüllt, er wird nicht zufrieden bis an sein Lebensende. Es gibt dieses schöne Bild von dem Kaninchen mit Angel auf dem Rücken und wo vorne eine Möhre dran ist und das Kaninchen läuft immer die, dieser Möhre hinterher, immer in der Hoffnung, irgendwann diese Möhre zu bekommen, aber sie erreicht sie nie. Die Wahrheit ist, der Mensch kann sich alle Wunschträume der Welt erfüllen, er wird nicht zufrieden, auch wenn er das ganze Universum besitzt. Das alles ist nicht die Ursache für seine Unzufriedenheit. Die meisten Menschen leben tatsächlich wie in einer, in einer Art Sklaverei mit unsichtbaren, diesen Wünschen, denen sie für den Rest ihres Lebens hinterherlaufen. Das nimmt ihr ganzes Leben ein. Sie werden von diesen Gedanken beherrscht und sie empfinden immer, immer diesen Drang: "Der nächste Wunsch, das nächste, was ich mir erfüllen muss." Und so verläuft das ganze Leben. Die Zufriedenheit findet man so nicht, denn diese Zufriedenheit hat ihre Ursache in der Seele des Menschen, und die braucht das alles nicht. Die Seele muss nicht Rockstar sein und die muss auch nicht Ferrari fahren. Die, die Seele braucht.

Einfach nur den Kontakt zu ihrem Schöpfer. Jetzt wird vielleicht jemand sagen, ist das nicht auch eine Form der Sklaverei? Aber halt, die Sklaverei unter einen Gott. Die meisten Menschen lassen sich lieber von 100 Göttern versklaven. Die Wahrheit ist, richtige Atheisten gibt es nicht. Die Frage ist nur, ob du einen Gott oder mehrere anbetest.

Was ist überhaupt ein Gott? Was ist die Definition von einem Gott? Ein Gott ist allgemein etwas, was angebetet wird. Aber warum haben die Menschen zu allen Zeiten Götter angebetet? Beispielsweise im alten Rom, warum hatten die all ihre Götter? Einen Gott für den Krieg, einen Gott für die Fruchtbarkeit, was auch immer. Sie waren überzeugt, dass ihr Leben, ihr Schicksal und ihre Zufriedenheit von diesen Göttern abhängt. Und darum waren sie auch bereit, bestimmte Rituale durchzuführen, Opfer zu bringen, irgendetwas dafür zu tun. Das waren ihre Götter.

Jetzt dreh das ganz einfach um. Das, von dem du glaubst, dass deine Zufriedenheit und dein Lebensglück davon abhängt und für das du deswegen bereit bist, alles Mögliche zu tun, das ist dein Gott. Und dann sieht man sehr schnell, dass die Menschen nicht nur einen Gott haben, sondern die Menschen haben ganze von Götter. Nur dass die nicht mehr Zeus oder Jupiter heißen, die heißen jetzt Adidas, Apple, Ferrari, sonstige Markennamen, berühmt sein etc. Das sind die Götter der heutigen Zeit.

Aber wer von beiden befindet sich jetzt in einer in einer besseren Lage? Stell dir mal vor, du bist wie im Mittelalter auf einem dieser Sklavenmärkte. Du hast keine Wahl, du bist sowieso ein Sklave. Was wäre dir jetzt lieber? Dass einer zu dir kommt und dich als Sklave kauft, oder dass 100under zu dir kommen und jeder einzelne von denen möchte deine gesamte Arbeitskraft, deine gesamte Zeit, deine ganze Hingabe? Wer von beiden ist ein in einer besseren Lage? Und noch dazu, der der nur von einem gekauft wurde, der hat einen Herrn, der von ihm eigentlich gar nichts braucht, der gar nichts von ihm verlangt, weil er sowieso schon alles besitzt. Den der Sklave überhaupt nichts tun kann, er kann nichts Gutes für ihn tun, er kann sein Leben nicht reicher machen. Das ist ein Herr, der eigentlich nur das Beste für sein Sklaven will, nicht umgekehrt. Das ist jemand, der IH niemals ausnutzen würde, weil er überhaupt keinen Profit davon hat. Wer ist jetzt von beiden in der besseren Lage?

Und das ist eine Sache, die in der t eines Menschen liegt. Und das kann man auch manchmal noch entdecken, selbst bei vielen Menschen, die sagen, sie wollen von Gott überhaupt nichts hören. Ihr kennt vielleicht diesen Effekt. Vielleicht habt ihr als Kind schon mal auf eine Herdplatte gefasst. Was habt ihr gemacht? Musst du eure Mutter vorbeikommen und e erstmal erklären, was ihr zu tun habt? Oh Kindchen, pass auf, die plasse ist heiß. Oh, die Hand wird schon schwarz, nimm die mal lieber runter. Nein, in dem Moment, wo ihr die Platte berührt habt, habt i so sofort die Hand weggezogen. Das ist ein Reflex, das ist festverdratet in der Mensch in der menschlichen Natur.

Es gibt einen ähnlichen Reflex. Wenn Menschen in einem Flugzeug sitzen und das Ding stürzt ab, was machen plötzlich all die Menschen, die noch vor dem Abflug nichts von einem Gott hören wollen? Es ist derselbe Reflex. Alle Menschen wenden sich plötzlich zu einem Gott. Wie heißt es so schön, in einem Flugzeug gibt es bei starken Turbulenzen keine Atheisten. Das liegt in der Natur eines Menschen. Und das ist diese Zufriedenheit, die man am Ende dafür bekommt.

Wenn man mal mit den Menschen spricht, die den Islam angenommen haben, dann hört man viele verschiedene Geschichten. Es gibt welche, die haben irgendetwas in ihrem Leben gesucht und sie haben sich mit dem Islam beschäftigt und haben den Islam angenommen und bleiben dabei. Und es gibt welche, die haben alle möglichen Religionen ausprobiert, alles, was der Ferne Osten zu bieten hat, und auch diese Menschen sind irgendwann nach einer langen Suche zum Islam gekommen und suchen auch nicht weiter, weil diese Menschen das gefunden haben, was Sie gesucht haben die ganze Zeit. Wenn Sie diese ganzen Religionen ausprobiert haben, dann haben Sie gemerkt, irgendetwas stimmt nicht, irgendetwas passt nicht. Aber sobald sie den Islam gefunden haben, war diese Besuch beendet.

Ich kann mich an eine Frau erinnern, die hat das sehr schön ausgedrückt. Sie wurde gefragt, warum sie den Islam angenommen hat und sie konnte das nicht recht erklären, aber sie sagte, es ist das Gefühl, zu Hause angekommen zu sein. Und das trifft es vielleicht am besten. Aber es ist nicht ein ein Zuhause für den Körper, es ist das Zuhause für die Seele. Das ist wie wenn man im Winter vor seinem Schrank steht und man sucht etwas, um seine Hände zu wärmen, und man macht den Schrank auf und probiert alle möglichen Klamotten aus. Dann merkt eine Mütze, stülpt über die Hände, na, ist ein bisschen zu groß, und dann zieht man einen Pullover mal drüber und das passt überhaupt nicht. Da findet man einen Schuh und schlüpft mal herein, das passt schon ungefähr, aber es ist irgendwie unbequem. Es ist dasselbe Gefühl, irgendetwas stimmt nicht. Das ist so lange, bis man einen Handschuh ausprobiert. Das passt. Und genauso ist der Islam für die Seele des Menschen.

Herzlich willkommen auf der Seite piervogel.de. Wir freuen uns sehr, dass Sie unsere Seite besuchen und sich für den Islam interessieren. Und vielleicht gehören Sie zu den Glücklichen, die den Islam annehmen wollen und Sie wissen nicht, wo sie den jetzt annehmen wollen. Wenn sie den Islam annehmen wollen, zwischen sich und Gott, dann können Sie das, entgegen der Behauptung vieler Leute, auch ohne zwei Zeugen tun, nämlich ganz alleine. Dass Sie einfach die Schahada aussprechen mit der vollen Überzeugung, dass der Islam die Wahrheit ist. Allerdings müssen sie natürlich danach auch zu dem Islam stehen und sie müssen natürlich auch versuchen, etwas vom Islam zu lernen, wie man betet etc. Aber das sind natürlich die Schritte, die daraufhin folgen. Und man sollte natürlich auch das Glaubensbekenntnis noch mal öffentlich machen, damit auch die Menschen in der Umgebung wissen, dass man Muslim geworden ist. Dann erstens, wenn man beispielsweise stirbt, wenn man dann wissen wir als Muslime, was wir für Sie zu tun haben, dass wie das mit der Beerdigung ist, dass man sich darum kümmert, um diese ganzen Geschichten. Die zweite Sache ist, dadurch, dass die den Islam annehmen und auch offen zeigen, gehören sie dazu zu denjenigen, die damit den Islam auch verbreiten. Denn die Menschen in ihrer Umgebung werden sich die Frage stellen, wieso hat dieser oder jene Person, wieso haben die den Islam angenommen?

Jetzt gibt es einige Fragen, die die Menschen öfters beschäftigt. Wir haben es ja schon öfteren erlebt, Menschen haben bei uns im Islam angenommen, alhamdulillah, das ist schon sehr oft passiert und des öfteren kam dann kamen dann verschiedene Fragen, die die Menschen noch klären müssen. Die eine Frage war z.B. ja, ich will den Islam gerne annehmen oder ich bin kurz davor, den Islam anzunehmen. Jedoch habe ich ein Problem, ich weiß noch nicht, wie wie ich bete, bzw. ich weiß nicht, ob ich das schaffe, alle Dinge zu praktizieren, was das Gebet angeht. Der erste Schritt ist, den Islam anzunehmen und danach lernt man das Gebet und das ist eine ganz einfache Angelegenheit. Natürlich weiß der allmächtige Gott auch, dass ihn es nicht möglich ist, sofort alles zu praktizieren, sofort das Gebet komplett zu können. Deswegen ist erstmal wichtig, den ersten Schritt zu gehen, Islam anzunehmen und das ist ganz einfach. Da brauchen Sie nicht irgendwie 100 € Aufnahmegebühr zu bezahlen oder 50 € Monatsbeitrag, sondern müssen einfach nur diese Worte nachsprechen.

"La ilaha illa Allah, Muhammadur Rasul Allah." Das heißt, das bedeutet, ich bezeuge, dass es keine wahre Gottheit gibt außer Allah, und ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Allahs ist. Das bedeutet, dass das spricht man aus mit der vollen Überzeugung, dass erstmal Allah der Schöpfer, Lenker, Herrscher des gesamten Universums ist, dass er das Recht hat, uns zu bestimmen, was wir zu tun haben, mit der Überzeugung, dass Gott nicht so niemandem gleicht, dass er ungleich seiner Schöpfung ist, dass er ein Wesen über unserer Vorstellungskraft ist und mit dem Glauben, dass niemand das Recht hat angebetet zu werden, außer ihm. Wenn man bezeugt, ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Allahs ist, dann bezeugt man damit, dass man das glauben muss, was der Prophet Mohammed (Friede und Segen mit ihm) gebracht hat, das heißt, das was er berichtet hat, den Koran, dass man an jedes Wort glauben muss, dass man damit und damit bezeugt man, dass man den Propheten gehorchen muss in dem, was er befohlen hat, weil sein Befehl von Allah kommt, er ist sozusagen das Sprachrohr, und dass man das, was er verboten hat, dass man sich davon fernhalten muss und dass man Gott so dient, wie der Prophet (Friede und Segen mit ihm) es gezeigt hat.

Jetzt wird natürlich der eine oder andere fragen, ja, es gibt sehr viele Verbote und sehr viele Gebote im Islam. Ich weiß nicht, ob ich das alles schaffe, die zu halten. Ich sage direkt, sie werden nicht alles schaffen, denn kein Mensch schafft alles, denn der Mensch ist ein Wesen, der sündigt. Und der Prophet hat dies gesagt, ja, der Prophet Mohammed (Friede und Segen mit ihm): Alle Söhne Adams begehen Sünden, und die besten derjenigen, die derjenigen, die Sünden begehen, sind diejenigen, die häufig umkehren. Das heißt, die ihre Sünde bereuen und sich um Verzeihung bitten und sich vornehmen, nie mehr zu dieser Sünde zurückzukehren. Und das ist auch ein Grund, warum Allah die Menschen erschaffen hat, denn in der Sündhaftigkeit des Menschen manifestiert sich die Barmherzigkeit und die Verzeihung des allmächtigen Gottes. So sagt der Prophet (Friede und Segen mit ihm): Wenn ihr keine Sünden machen würdet, Allah würde euch wegschaffen und dann würde er mit einem Volk, das sündigt und dann um Vergebung bittet, und er würde ihn vergeben. Das heißt natürlich nicht, dass man Sünden soll, sondern das bedeutet nur, was was angedeutet wird, ist, dass Allah die Sünden verzeiht und was angedeutet wird, ist, dass ein Sinn der Schöpfung ist, dass der Mensch erkennt, dass er ein Wesen ist, das Fehler macht. Das heißt, wenn Sie beis be sein Problem haben, von mir aus, sind Sie drogenabhängig oder was auch immer, nehmen Sie erstmal den Islam an und dann arbeiten Sie daran. Ja, wenn Sie glauben, dass ich, dass Sie den Propheten gehorschen müssen, wenn Sie glauben, dass der Islam die Wahrheit ist, dann steht Ihnen nichts im Weg, den Islam anzunehmen.

Der andere fragt, muss ich erstmal aus der Kirche austreten? Ich sage Ihnen, nehmen Sie erstmal jetzt den Islam an und treten Sie später aus der Kirche aus. Denn wenn Sie jetzt den Islam annehmen und Sie gehen gleich raus und Ihnen passiert ein Unglück, dann sind Sie schon mal auf der richtigen Seite. Das ist unabhängig davon, ob auf Ihrem Papier steht katholisch oder evangelisch oder was auch immer. Der nächste fragt, ja, ich habe es meinen Eltern noch nicht gesagt, ich weiß nicht, was werden meine Eltern dazu sagen und ich glaube, meine Eltern werden dagegen sein. Erstmal, es ist keine Bedingung, den Islam anzunehmen, dass die Eltern auch damit einverstanden sind. Es ist auch keine Bedingung, den Islam Islam anzunehmen, den Eltern sofort zu sagen. Vielleicht nimmst du erstmal den Islam an und praktizierst erstmal und erzählst es deinen Eltern erstmal gar nicht. Du darfst den Islam nicht verleugnen. Das heißt, wenn dich jemand fragt, bist du Muslim, darfst nicht sagen, nein, nein, nein, sondern aber du musst auch nicht dir ein Schild auf die auf die Stirn schreiben, ich bin Muslim geworden, okay? Das heißt, man nimmt erstmal den Islam an und wenn man beispielsweise gefragt wird, bist du Muslim, sagt man, ich folge der Religion von Jesus, denn die Religion von Jesus ist Islam, ist eigentlich der Islam, ist die Gott-Ergebung.

Deswegen, wenn du oder wenn Sie jetzt bereit sind, den Islam anzunehmen und wenn Sie sagen, ich glaube, der Koran ist die Wahrheit und ich glaube, das ist die wahre Religion und der einzige Weg zum allmächtigen Gott, dann können Sie jetzt alle Ihre Sünden, die Sie begangen haben, begraben, denn die Annahme des Islams löscht alle Sünden aus und Sie werden ein neugeborener Mensch. Wenn Sie mir jetzt diese Worte, das Glaubensbekenntnis, das ich eben schon erklärt habe, nachsprechen. Ich spreche es Ihnen vor und Sie sprechen es hier nach und dann können Sie nachher noch mal offiziell den Islam annehmen, aber Hauptsache, diesen Moment, diesen Moment nutzen Sie, um den Islam anzunehmen, denn wir wissen nicht, was im nächsten Moment passiert. Der einzige Moment, den der Mensch besitzt, ist der Moment, in dem er lebt, weder den Moment in der Zukunft, noch der Moment der Vergangenheit. Denn der Moment der Vergangenheit, den den besitzt er nicht, den ist schon vergangen, er kann nichts mehr daran ändern. Und der Moment, der kommt, er weiß nicht, was dort passieren wird. Wir besitzen nur den Moment, in dem wir leben. Und deswegen nutzen Sie diesen Moment, um Ihr ganzes vergangenes Leben abzuhaken und sich jetzt zu verbessern. Deswegen sprechen Sie mir jetzt das Glaubensbekenntnis nach mit der Absicht, den Islam anzunehmen.

Ich spreche vor: "La ilaha illa Allah, Muhammadur Rasul Allah." Wenn Sie das jetzt nachgesprochen haben, dann haben Sie gerade den Islam angenommen. Was sollen Sie jetzt nächstes tun? Erstens, wir würden uns freuen, Ihre E-Mail schreiben, dass Sie auf diese Art den Islam angenommen haben, weil das würde uns eine große Freude bereiten. Das zweite ist, dass man, wenn man den Islam angenommen hat, erstmal eine Ganzkörperwäsche nehmen soll. Ja, das ist von der Sunna, das also erwünscht. Das heißt, das ist praktisch, als wenn man symbolisch seine ganzen Unreinheiten von sich abwäscht. Das heißt, man nimmt einfach erstmal eine Dusche, wäscht alles aus, plus Mund und Nase und das war's dann. Natürlich, wer den Islam angenommen hat, ja, sollte, es ist keine Bedingung, Islam anzunehmen, beschnitten zu sein oder sich vorher beschneiden zu lassen, aber er sollte natürlich versuchen, so schnell wie möglich dorthin zu gehen, dass der Mann sich beschneiden lässt. Auch wenn es, wie gesagt, keine Bedingung ist, also man kann auch Muslim sein ohne beschnitten zu sein, aber natürlich sollte man so schnell wie möglich versuchen, das zu tun.

Was noch wichtiger ist, ist, dass Sie so schnell wie möglich versuchen, das Gebet zu lernen. Und da empfehlen wir Ihnen natürlich unsere Seite, ja, wo unter den Videokategorien bei Fiqh und Ibada genau berichtet wird, wie man das Gebet verrichtet, ja, und natürlich und auch unter der Kategorie neue Muslime, da wird Ihnen das genau erklärt. Es gibt auch verschiedene Bücher zu diesem Thema, ja, und deswegen gebe ich Ihnen diesen Ratschlag. Und dann MS könnte es wäre es natürlich schön, wenn Sie uns sagen, wo Sie wohnen. Vielleicht kennen wir dort eine Moschee, vielleicht können wir dort einige Brüder oder Schwestern, die Ihnen dann weiter in Ihren Schritten helfen.

Guck mal, wenn jemand noch nicht beten kann, soll er sich die Gebetstexte jetzt von dem Pflichtgebet, nicht von Dua, du kann man sowieso auf Deutsch, soll er sich den Pflichttext in lateinischen Buchstaben aufschreiben und vor sich legen und dann ablesen. So lernt er am schnellsten die Texte. Das ist meine Botschaft. Ich bedanke mich. Möge Allah uns alle rechtleiten.