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Mythos Supplemente: Sind sie wirklich schädlich? mit Dr. Helena Orfanos-Boeckel #38

Doc Thiemo Osterhaus2:03:04

Transcription

Ich gucke mir jetzt Blutwerte seit 30 Jahren an, von am Anfang sehr kranken Menschen und jetzt eben ein bisschen gesünderen Menschen. Und diese Werte, diese Zahlen, die haben eine große Aussagekraft. Man, wenn das Krea schon ein bisschen erhöht ist, dann schläft in Wahrheit schon eine Niere, und die zweite Niere, die ist auch schon nicht mehr richtig fit. Also insofern, es sind wirklich interessante Stoffe. Ich meine, sie sind essentiell, das heißt, es gibt Krankheiten, die entstehen, wenn sie wirklich fehlen. Insofern, wieso sollen sie nicht umgekehrt auch für die Gesundheit nützlich sein?

Also okay, Elena, dann herzlich willkommen wieder zurück. Vielen Dank erstmal, dass du den Weg von Berlin nach München auf dich genommen hast. Und ich möchte mit dir in der ersten Folge – wir haben ja tatsächlich noch eine zweite Folge vor uns danach – einmal über das Thema Nährstofftherapie bzw. praxisleitfahren sprechen. Sowi das ja auch, wenn ihr euch das anschaut, das neue Buch von Elena ist, welches quasi an das zweite Buch ja anschließt, über das wir ja schon mal gesprochen haben. Also quasi über das Buch, wo es um die Nährstofftherapie an sich geht. Und ich glaube, ein ganz wichtiges Thema ist, dass wir den Leuten mal ein paar Fragen beantworten bzw. die Möglichkeit geben, Nährstofftherapie, Supplemente, grundlegen dieses Thema Vitamine, Spurenelemente, Mikronährstoffe und Co so zu verstehen, dass sie das in der Praxis auch anwenden können. Und da wird mich jetzt ganz am Anfang mal interessieren: Warum hast du überhaupt ein zweites Buch zu diesem Thema geschrieben? Weil das erste war schon super, das zweite ist ebenfalls super, aber ist jetzt nicht so ein Buch, was man so durchliest, sondern ist – ich finde das eher so ein bisschen wie so ein Nachschlagewerk tatsächlich. Aber wie kamst du auf die Idee, das zweite Buch zu schreiben?

Ja, ich habe eigentlich auch gedacht, dass mit dem ersten Buch jetzt die Sache klar ist und dass jetzt alle wissen, wie Nährstoffe und Hormone einsetzbar sind und zu nutzen sind. Und natürlich ist es so, dass es ja im Krankengesundheitssystem nicht so ist, dass man jetzt einfach zu seinem Arzt gehen kann und der macht dann eins zu eins, was ich da in meinem grünen Buch vorgeschlagen habe. Und insofern, ähm ich hatte ja dann auch mit der Veröffentlichung des Buches bisschen später dann angefangen, bei Instagram mich auch zu betätigen, und über Instagram sind dann tatsächlich auch viele Anfragen gekommen, ähm mit Fragen, wo ich dann dachte: „Hach, stimmt, habe ich ja noch gar nicht so erklärt, ne.“ Und ich habe mir dann einfach gedacht: Okay, das ist jetzt so wie die deutsche Sprache. Und ich habe jetzt erstmal erzählt, wie toll die ist und was man damit alles machen kann, aber so richtig die Grammatik, wie man das jetzt macht und ob man vorher irgendwie was weglassen muss, und vor allen Dingen ganz viel immer die Fragen: Was mit wem zusammen? Und bei vielen Frauen auch eher so ein bisschen zu viel Angst aus meiner Sicht. Und dann habe ich gedacht: Okay, also Mist, dann schreibe ich es jetzt noch mal praktisch. Hatte dann auch überlegt: Soll ich jetzt noch mal einen Kurs machen, irgendwie online? Aber das fand ich auch alles so anstrengend. Und da ich jetzt wusste, wie man das mit dem Buch macht und der Verlag dann auch daran Interesse hatte, war das dann irgendwie sehr schnell dann auch umgesetzt. Also ich habe ein paar Fehler, die ich beim ersten Buch gemacht habe, nämlich zu viel zu schreiben, habe ich dann nicht gemacht. Und mir war wichtig, dass einfach die Menschen, die jetzt vielleicht nicht uns haben – und ähm ich kann halt auch nicht noch mehr Menschen in der Praxis persönlich behandeln – dass die erstmal mit den Nährstoffen – denn die kann man ja alleine kaufen – vielleicht noch mal irgendwie mehr Anleitung haben, wie sie dann ohne Ärzte oder vielleicht auch mit einem Arzt der guten Willens ist, wie man da praktisch vorgehen kann.

Mhm. Und das war sozusagen die Motivation: Also wirklich viele Fragen. Und was mich vor allen Dingen stört, ist Angst. Also das Angst jetzt vor den Nährstoffen selber oder vor den Nährstoffen, Angst, was falsch zu machen. Also das ich glaube, dass – also ich weiß, dass viele Frauen Follower sind oder Followerinnen sind – und die haben einfach oft Angst. Und ähm dann ist die Reaktion unserer Kollegen, Kollegin ja auch nicht immer unbedingt so unterstützend. Manchmal ist sie einfach nur ablehnend und es sei Geldverschwendung. Oft ist sie aber auch dann sehr empört. Und auch in der Apotheke oder so mischen sich dann die Kollegen ein und verunsichern. Also sie sind wirklich – mein Gefühl ist – unheimlich viele sehr verunsichert. Vielleicht sind das aber auch nur die, die sich melden. Tatsächlich ist auch so mein Gefühl jetzt, dass doch mehr Meldungen kommen, dass die Bücher geholfen haben, sich selbstständig auf den Weg zu machen, was mich freut, ne. Aber oft sind wirklich viele Fragen, wo ich dann auch denke: Z.B. auch: Man liest doch noch mal richtig, ne. Also ich habe auch das Gefühl, viele lesen nicht mehr so richtig und wollen es ganz schnell, ganz bequem. Es ist aber wirklich keine einfache Thematik, es ist komplex. Und tatsächlich, das was ich jetzt in der Praxis mache, es ist ja – ich nutze die Nährstoffe richtig internistisch, und das ist jetzt auch gar nicht so leicht zu erklären. Und das ist jetzt auch nicht das, was ich sofort verlange oder fordere, was jetzt die Menschen machen sollen. Die sollen erstmal klein anfangen, vielleicht so wie Sport, ne. Also erstmal sich bewegen, erstmal rausgehen an die frische Luft. Und das ist jetzt auch nicht sofort schädlich, wenn man mal ein bisschen joggt. Wenn man natürlich einen Triathlon oder einen Marathon schaffen will und auch vielleicht gewinnen will, ja, dann braucht man noch mal richtig jemanden, der einen sportwissenschaftlich mit Training und so begleitet, ne. Aber also jetzt sofort – also das falsche Produkt, die falsche Dosis, der Wert – auch Zahlen scheinen irgendwie sehr zur Verunsicherung beizutragen, ne. Da kann ich aber jetzt nichts für. Die innere Medizin ist nicht sichtbar, so wie meinwegen die Dermatologie oder die Zahnheilkunde. Da ist es für alle leicht, Prävention zu machen. Da gibt's dann auch Kosmetik, eine riesen Sparte. Für die innere Medizin gibt's gar keine Kosmetik. Und ich kann eben einfach nur über irgendwas Messungen machen, ob nun Bildgebung oder irgendwelche Funktionsgeräte oder eben über Blutdiagnostik. Und mit Zahlen scheint auch nicht jede es irgendwie so leicht äh zu haben, ne. Also ich mag Zahlen, weil ich finde, dass sie eine klare Aussage haben. Man muss sie nur in Verhältnis setzen. Das scheint auch nicht so leicht zu sein. Allein die Umrechnungen von den Laborwerten – dabei kann man das alles im Internet auch nachschlagen. Also ich glaube, da geht so generell so ein bisschen ähm der Trend hin – ob das jetzt nur bei dem Thema ist, sei jetzt mal hingestellt – aber ich glaube, ganz vielen Menschen geht's so: Es ist viel einfacher, mal kurz um Hilfe zu fragen und dann auch zu hoffen, dass man eine Antwort kriegt, anstatt sich so ein bisschen selber mit dem Thema zu beschäftigen. Und das ist ja auch so die Motivation, die wir hier haben mit dem Podcast und so, den Leuten eigentlich die Möglichkeit zu geben, die Sachen zu verstehen, sich damit zu beschäftigen.

Und du hast jetzt gerade so viel von diesem Thema gesprochen, äh dass du die Idee hattest, das zu machen, weil Menschen dir Fragen gestellt haben. Du hast jetzt schon angedeutet, äh und ich super, wenn wir vielleicht noch mal so ein bisschen auf diese Fragen eingehen würden. Also was – was sind so die typischen Fragen, wenn es um dieses Thema Nährstoffe geht? Du hast schon genannt, da können wir gleich noch mal gezielt drauf eingehen, aber was sind so die Standardfragen? Also saßt du vor dem Buch da und hast dir irgendwie die 40 Fragen aufgeschrieben und hast dann gesagt: Okay, diese 40 Fragen muss ich im Buch beantworten? Oder wie bist du vorgegangen?

Nee, mir ist einfach über viele Fragen – die können wir gleich noch mal genauer besprechen – bewusst geworden, dass ich die Anleitung noch mal besser, systematischer erklären muss. Und während ich schreibe, erarbeite ich das. Ich hatte das nicht erarbeitet, so weil ich es einfach mache und das, was ich mache, dann ordentlich und nach irgendeiner Art Plan sozusagen Anleitungen zu geben. Das war so die Idee. Und die Kategorien von Fragen – und bitte fragt mich das jetzt nicht mehr, weil ich finde, das ist alles im blauen Buch jetzt irgendwie erstmal beantwortet. Ich hätte sowieso gerne weniger – weniger Fragen – mhm – die erstmal meinwegen auch Schilderungen von medizinischen Sachen und dann: Was soll ich machen? Also das sind natürlich Fragen, die kann ich natürlich überhaupt nicht auf Instagram beantworten, sondern dazu muss man einfach zu einem Arzt in die Praxis gehen. Weil natürlich nutze ich in der Praxis Nährstofftherapie auch im Zusammenhang mit Krankheiten, aber das ist jetzt echt eine Nummer zu groß, das kann der Laie jetzt alleine noch nicht sofort. Aber eine Idee war vielleicht noch mal praktischer: Zum einen die Labordiagnostik zu bestimmten Themen, aber auch zu bestimmten Nährstoffen noch mal genauer aufzuschreiben, was man denn im Labor bestimmen müsste, wenn man denn anfangen möchte zu messen. Das ist mir bewusst geworden, dass die Labordiagnostik – da hast du ja auch ein gutes Buch drüber geschrieben – dass das in Wahrheit der Schlüssel ist, wenn man Nährstofftherapie in Anführungszeichen richtig machen will. Und richtig heißt jetzt nicht sofort schädlich, falsch, sondern richtig heißt wirkungsvoll. Das ist jetzt so wie im Sport: Wenn ich jetzt den Muskel größer haben will, dann bringt es jetzt nichts mit meinem Fuß eine Übung zu machen, sondern ich muss einfach hier vielleicht auch nach Anleitung mit speziellen Gewichten, hups, oder sowas arbeiten. Und so ähnlich ist das in der Nährstofftherapie auch, ne. Und insofern war die Idee: Okay, einmal erkläre ich noch mal zu den Nährstoffen, welche Labordiagnostik ähm interessant ist – das ist das Kapitel 2 – und zum anderen erkläre ich dann noch mal – vielleicht äh die meisten Interessenten haben ja doch dann auch eher so ein Bedürfnis: Entweder es ist der Wunsch nach Prävention bestimmter Orte im Körper: Gefäße, Knochen oder Stress oder irgendwie sowas. Oder aber es ist schon eine bestimmte Störung, Krankheit liegt vor, und dann möchte man gerne mit Nährstofftherapie zuarbeiten, ne. Also im ersten Kapitel erkläre ich so ein bisschen die Grammatik, wie man vorgeht, was wichtig ist. Wichtig, das allerwichtigste ist zu verstehen, dass, wenn man Nährstoffe richtig anwenden will, dass es dazu eine Labordiagnostik braucht, wo man nicht nur die Spiegel misst, sondern…

Wirst du das immer empfehlen? Es kommt so ein bisschen drauf an, wen wir so vor uns haben. Ich finde, junge Menschen, mit denen könnte ich jetzt am Strand im Gespräch, kann ich denen sofort – ich muss die ein bisschen ansehen, äh dann ein bisschen gucken, was die essen, was die wollen, ähm ich finde, dann brauche ich nicht unbedingt ein Labor. Wenn man dann aber unter Therapie etwas erreichen will oder auch ein Symptom wegbekommen will oder irgendwie, dass der verbessert sich nicht, das geht eigentlich nur, wenn man eigentlich genau weiß, was man macht. Also kann man vielleicht vergleichen wie Blutdruck messen, ne. Also manche Menschen, ältere Menschen, die dann auch viele Krankheiten haben, die brauchen vielleicht drei, vier Blutdruckmessungen, um dann einen Zielwert zu erreichen. Der muss jetzt vielleicht auch nicht so super niedrig sein, wie ich das bei jungen Menschen erwirken möchte, ja. Aber es – ich – ich finde schon, dass, wenn man richtig Nährstofftherapie machen möchte und vor allen Dingen die nutzen möchte in einem medizinischen Kontext, geht es nicht ohne zu messen, weil nur so kriegt man eine Dosierung raus, die im Zusammenhang Sinn macht. Also man muss mehr Wissen kombinieren. Man muss das klassische universitäre Wissen über Tod, Krankheit und Organversagen und was da die Laborwerte machen, verbinden mit meinwegen der Nährstoffspiegel-Sichtweise plus dazwischen so ein paar Funktionswerte. Und das hängt alles miteinander zusammen. Und ja, das kann ich alles durchdenken oder rechnen. Das könnte man auch digitalisieren und auch abgeben an vielleicht jemanden, der das für einen alles ausrechnet. Aber erstmal ist das schon etwas – diese Messung ist wichtig. Und tatsächlich, diese ganzen Menschen, die Angst haben vor Schaden – was ja auch durch die Medien auch immer, immer, immer wieder unterstützt wird, falsch – ähm kriegt man ja nur weg, wenn ich rational, objektiv nachmesse und das Gegenteil beweise. Mhm. Und das geht nur durch Messen, ne. Man kann sich natürlich über das Befinden der Patienten, Patientin orientieren, aber was soll denn jetzt ein gesunder äh finden? Also ich meine, der ist ja schon gesund. Und präventiv kann man auch mit gesunden Sport machen. Um wieder mit dem Sport zu vergleichen: Genauso kann man mit gesunden Vitamin D gut einstellen. Und das muss jetzt nicht unbedingt sein, dass die sich dann noch toller fühlen. Aber wenn morgen die Grippewelle kommt, kann es sein, dass dann der, der Vitamin D hat, nicht so schwer erkrankt ist oder vielleicht sogar auch asymptomatisch. Und dass der, der kein Vitamin D, kein Zink, kein Selen hat, dann doch irgendwie zwei, drei Infekte hat. Und wenn er ganz doll Pech hat, vielleicht auch bei Supersportbelastung Myokarditis oder so, ne. Also insofern, es geht – man kann Nährstofftherapie präventiv nutzen, man kann sie so halb präventiv bei schon kurativen Ansätzen nutzen, und man kann sie – in Wahrheit, das geht aber jetzt eher dann doch nur in der Praxis mit Ärzten zusammen – richtig kurativ begleitend nutzen zur klassischen pharmakologischen Medizin. Also es sind wirklich interessante Stoffe. Ich meine, sie sind essentiell, das heißt, es gibt Krankheiten, die entstehen, wenn sie wirklich fehlen. Insofern, wieso sollen sie nicht umgekehrt auch für die Gesundheit nützlich sein?

Also ja, ich – ich glaube, das ist – das ist so logisch, aber es wird nicht – es ist nicht Teil der universitären klassischen Herangehensweise in der Medizin, ne. Also wir lernen ja die Gesundheit, die Physiologie, und dann lernen wir die Pathologie, und in der Pathologie gehen wir dann sofort zur Pharmakologie. Und wenn dazwischen etwas ist, dann ist es das Verhalten der Menschen: Die sollen gesünder essen, sich gesund verhalten und Sport machen und dann noch entspannen und meditieren und was weiß ich – am besten den ganzen Tag sich nur noch mit sich selber beschäftigen. So ist aber nicht unser Leben in Deutschland mit der Arbeitswelt und so auch auf der Welt, so wie im Moment alles ist, ne. Also ist das unrealistisch. Und es wird – dazwischen wird weder die Hormontherapie irgendwie therapeutisch genutzt, noch werden Nährstoffe therapeutisch genutzt. Es wird dann immer nur von Nährstoff, direkt Ernährung… Das war ja auch interessant: Das erste Buch, das grüne, war ja zwar auch mal ganz kurz auf der Spiegel-Bestsellerliste, immerhin, aber in der Kategorie – Kategorie Ratgeber, Ernährung, Leben, Essen, Essen und Trinken oder so, ne. Das heißt, es wird gar nicht verstanden, dass ich nicht über Ernährung schreibe, sondern der Punkt war ja, dass ich über sich schon gesund ernährende Frauen überhaupt nur drauf gekommen bin, dass da trotzdem noch im Körper etwas ist, im Stoffwechsel, gerade wenn im Rahmen der Wechseljahre die hormonelle Situation sich verändert, was über die Ernährung nicht zu kompensieren ist, auch wenn sie gesund ist – was auch immer das dann bedeutet, ja. Da kommen wir gleich eh noch mal zu, weil da habe ich so zwei, drei Stichpunkte von dir oder Statements mal rausgeschrieben. Ich glaube, dass ähm – dass das unter Ernährung fällt, liegt eher an der wirtschaftlichen Komponente, weil wenn man sich so Nahrungsergänzungsmittel, Supplemente z.B. anschaut, die werden ja auch nicht als Medikamente und Co eingestuft, die werden ja auch nicht so geprüft wie Medikamente, sondern die fallen ja in dieses Nahrungsmittelgesetz, und dadurch fallen die eben unter Nahrung oder Ernährung. Und kann natürlich sein, dass das Buch deswegen da auch eingeordnet wird.

Ich glaube, zwei Dinge, die ich auf jeden Fall mal aufgreifen möchte, auch wenn ich eigentlich auch was ganz anderes hinaus will, aber du hast so viele Sachen gerade gesagt – ich schreibe mir ja zwischendurch immer ein paar Sachen auf – ähm ich glaube, was ganz wichtig ist und das ist ja auch, wovor ich größten Respekt habe bei dir, aber ich glaube, das ist trotzdem wichtig, einmal so ein bisschen von der anderen Seite aufzurollen, weil du hast jetzt ja z.B. viel mehr Erfahrung als ich. Also du hast ein Facharzt, du hast in der Klinik gearbeitet lange, das habe ich ja gar nicht so in dem Kontext. Das heißt, du hast eine unglaublich große erfahrungsmedizinische Laufbahn hinter dir und machst das Ganze jetzt natürlich auch in der Praxis. Klar, ich mache das jetzt auch lange, aber jetzt natürlich nicht in demselben Kontext wie du. Und ich glaube – glaube – und du hast gerade eben so zwei, drei Sätze gesagt, und die Sätze sind glaube ich ganz wichtig, dass man die noch mal aufgreift, weil der Ein oder Andere versteht diesen Satz vielleicht jetzt falsch. Ich sehe das nämlich schon, weil du hast gerade sowas gesagt: Ja, es gibt ja Erkrankungen – jetzt Skorbut z.B. – hast du jetzt nicht erwähnt gerade eben, aber wäre jetzt eine Möglichkeit, ne. Bei einem Vitamin – Vitamin C ist es ja glaube ich – wenn Vitamin C gar nicht vorhanden ist, so war das ja bei Seefahrern früher, die dann kein Vitamin C gegessen haben, und dann haben die Skorbut bekommen, dann hat man denen wieder Vitamin C gegeben, und dann hat – dann doch mit den Zähnen und mit dem Zahnfleisch plötzlich alles wieder funktioniert. Und du hast jetzt gerade so einen Rückschluss gezogen von: Ja, wir wissen ja, dass, wenn wir diesen Vitaminmangel haben, diese Erkrankung zustande kommt, dann ist es ja logisch, dass dieser Stoff – also wir wissen ja Vitamine sind essentiell. Aber ich glaube, dieser – dieser weitere Schritt, und das ist dann diese therapeutische und behandlungsmedizinische Facette, die du auch her ansprichst – wir haben ja de facto zu diesem therapeutischen haben wir super wenig Belege. Also wir haben halt ganz wenig Daten, wir haben ganz wenig Studien dazu. Und das ist ja auch fein, das ist ja auch okay. Und wir sind ja – wieso komme ich jetzt auf das Thema? Weil wir haben ja vorher darüber – überlegt, ob wir über so ein, zwei medizinische Artikel sprechen – kommen wir ganz am Ende auch noch mal dazu – ab – wir sind ja so tief in diesem Research-Thema, was Belege für medizinische Outcomes und Co angeht. Und ich glaube, was viele Menschen verwechseln ist, dieses auf der einen Seite evidenzbasierte Medizin zu machen, die halt kassiert funktioniert. Ich nenne mal ein Beispiel: Insulin z.B. wissen wir ja – als Hormon sprechen ja auch noch über Hormone später – und haben wir ja sogar auch schon in den anderen Podcast-Folgen – wissen wir ja z.B. führt Insulin als einer der Mechanismen dazu, dass die Lipolyse gehemmt wird, also das Fett letzten Endes halt nicht richtig abgebaut werden kann. Und das ist jetzt ein Mechanismus – eigentlich würde man sich jetzt da hinsetzen und sagen: Okay, wenn ich jetzt Zucker esse und Insulin ausgeschüttet wird, kann Fett nicht abgebaut werden. Wenn ich mir aber die wissenschaftlichen Belege am Ende des Tages angucke, und es gibt eine Gruppe von Menschen, die essen kohlenhydratreich und welche, die essen kohlenhydratarm, und die haben beide dieselbe Kalorienzahl, dann nehmen die auch gleich viel ab, was vom Mechanismus her gar keinen Sinn ergeben würde eigentlich, wenn man sich nur auf diesen Mechanismus beruht. Und ich glaube, was viele Menschen heutzutage verwechseln ist – ich bin super Fan von Daten und von Belegen, haben wir ja schon ganz oft drüber gesprochen, und wir feiern das im Team total. Und ich glaube auch, dass das ganz wichtig ist, weil das Outcome ja – das ist was den Leuten das Wichtige ist. Es geht ja jetzt nicht darum, be – Insulin irgendwie die Lipolyse hemmt, sondern es geht ja am Ende darum: Wie kann ich denn jetzt abnehmen? Das ist ja das, was die Menschen wissen möchten. Und ich glaube, es ist ein großer Unterschied. Ich denke sowieso, dass Wissenschaft sich in den nächsten Jahren in weiterentwickelte – auch andere Richtung entwickeln muss aufgrund dieser ganzen chronischen Geschichten, die wir heutzutage haben. Aber ich glaube, es ist wichtig zu verstehen, dass es für die meisten dieser Nährstoffe keine richtigen Belege gibt, sondern die meisten Menschen, die damit arbeiten, tun das aufgrund eines sehr, sehr großen Erfahrungsschatzes, wie du jetzt z.B. – machen wir ja z.B. auch – aber – und deswegen fand ich das so wichtig, was du eben gesagt hast, und da komme ich dann zu dem zweiten Punkt, den ich eben äh mir noch aufgeschrieben habe, dass wir das messen. Weil – und das ist glaube ich was, was die allermeisten Menschen auch ähm falsch verstehen ist, dass man Nährstoffe ja einfach so random benutzt, einfach weil das halt cool ist, jemandem ein Vitamin zu geben. Und du hast gerade eben mit Zink und Selen mit Erkältung und sowas z.B. angesprochen – gibt ja z.B. Studien, die zeigen, dass, wenn ich 50 mg Zink – od ich glaube zumindest die Studie 50 mg Zink gemacht – zw – sogar Zinkoxid, was jetzt nicht mehr die beste Form ist, aber dass die Erkältungszeit verkürzt wird. Es gibt aber keine Daten, die wiederum zeigen, dass Zink dazu führt, dass man weniger anfällig für eine Erkältung ist. So, was aber ja nicht bedeutet, dass das nicht so ist. Nur wenn wir keine Daten haben, ist ja was anderes als wenn wir einen – einen Beleg haben, dass etwas nicht zutrifft. Aber wir haben halt in diesem gesamten Nährstoff-Thema haben wir halt generell einfach sehr, sehr, sehr wenig Daten. Ist ja auch irgendwo logisch, weil die meisten wollen in diesem Bereich ja vielleicht auch gar nicht richtig forschen, weil da steckt trotzdem natürlich sehr, sehr, sehr viel Geld drin. Aber es ist natürlich trotzdem noch was anderes als Medikamente, so wie wir gerade eben gesagt haben, über dieses Thema. Glau, dass tatsächlich die Gesundheit nicht gut erforscht ist. Mhm. Und der Nutzen der Stoffe für die Gesundheit ist nicht erforscht. Es ist sehr gut erforscht, was passiert, wenn sie über lange Zeit fehlen, also krankheitsspezifisch, ne. Es ist auch erforscht im Rahmen von Krankheiten, schrecklichen Krankheiten, wie man dann mit gewissen Hormonen, Nährstoffen dann vielleicht auch zuarbeiten könnte. Ich meine, die Endokrinologie beschäftigt sich mit den Störungen von Hormonen, und man gibt Hormone, aber erst wenn sozusagen das herstellende Drüsenorgan völlig dahin ist oder aber wenn wirklich Zustände erreicht sind, die sehr, sehr krank sind. Also es ist nicht erforscht, wie man mit bestimmten Dosierungen an bestimmten Nährstoffen funktionell in die Gesundheit hinein unterstützt. Und ich glaube, die größte Lücke, die eben dazu auch nötig wäre, wäre bessere und frühere und breitere Labordiagnostik zu machen. Ich finde sowieso, dass die Diagnostik generell in unserem System nicht so gut ist. Wenn die Sache nicht klar ist. Also wenn die Sache klar ist und wir sehen sozusagen schon anhand der äußeren Kriterien was Sache ist, dann ist es nicht so schwer ähm Zusammenhänge zu erarbeiten, vor allen Dingen durch die Bildgebung: CT und fünf Laborwerte. Aber was im Gegensatz zur Radiologie, wo ja wirklich ähm – da kennen sich ja auch die Laien schon sehr gut aus, selbst bis hin zum PET-CT – das kennt man schon. Aber die Labordiagnostik, die ist richtig unterentwickelt in der Medizin. Es wird nur Ausschlussdiagnostik gemacht. Und das ist die Grundvoraussetzung, um eben dann funktionelle Nährstofftherapie zu machen. Das ist eine Riesenlücke. Also warum das so ist – ich denke mal, das wird sich irgendwie auch aus wirtschaftlichen Gründen so entwickelt haben. Ich meine, wenn jetzt der Arzt ein CT anfordert, dann hat er auch einen Zufallsbefund von sehr vielen Daten, die er vielleicht explizit gar nicht wissen wollte. Selbst wenn er irgendwie eine Raumforderung oder eine Lungenentzündung ausschließen wollte, kannst du trotzdem die Rippen sehen, kannst die Herzgröße sehen, du findest zufällig vielleicht auch noch Lymphknoten oder mediastinalen Tumor oder sowas. Also das ist aber in der Labordiagnostik nicht so, weil einfach nur einzelne Werte von den Ärzten angekreuzt werden. Und wenn man sich viele, viele Leitlinien zu Krankheiten anschaut, dann sind das wirklich immer sehr, sehr, sehr wenige Werte, die dort dann auch vorgeschlagen werden, die dann eben auch wirtschaftlich abgerechnet werden können, bezahlt werden, die einfach nur den schlimmsten Zustand, das Thema betreffend, abklären, ausschließen. Und dann ist auch so – selbst wenn die Zahl schon etwas erhöht ist, aber noch nicht schlimm genug, um dann nach Leitlinien eine pharmakologische, therapeutische Konsequenz einzuleiten, wird sie auch noch nicht mal mehr mit den Menschen besprochen. Meinwegen der Langzeit-Zuckerwert, dieser HbA1c-Wert, der drückt ja aus, wie viel rote Blutkörperchen sich in den letzten 3 Monaten im Blut verzuckern konnten. Und die Diagnose Diabetes mellitus wird gegeben ab 6,5 %. Wenn wir beide jetzt 6,0 % hätten, das wäre wirklich – ich schon auf dem Weg zur Krankheit. Ich sag jetzt eine Vollkatastrophe nicht im Hier und Jetzt, aber die Zukunft. Ich meine, wir sind noch nicht so alt, du bist sowieso noch total jung. Wenn du jetzt schon HbA1c von 6,0 % hättest und das, was da – das verursacht bei vielleicht einer Genetik jetzt nicht gefunden wird, obwohl du viel Sport machst und vielleicht jetzt nicht nur Schokolade, Futter und Brötchen oder so – das – das geht weiter. Also das ist – sind dafür – da kann man Scores mit ausrechnen, also das ist – da kann man Wahrscheinlichkeiten mit ausrechnen, ne. Und richtig gesund – mein Ding für alle, die den HbA1c-Wert nicht kennen – richtig gesund ist 5,0 – 5,2 %.

Ja, ja, sehr gut. Ja, das ist auch gut so. Das musst du auch haben. Damit 4,8 – aber ja, ja, das ist sogar dann schon fast bisschen ungewöhnlich. Aber da spielt sich die Gesundheit ab. Und jetzt schon – ich fange an drüber nachzudenken – ab 5,7, 5,8 – das ist nicht normal so. Und wenn man doch nur z.B. bei diesem Check 35, ne, der war ja, als ich kassenärztlich noch tätig war bis 2018, da war das noch alle zwei Jahre möglich. Jetzt haben sie das also nur noch alle drei Jahre. Ich meine, okay, mit 35 alle drei Jahre, aber mit 55 alle drei Jahre – da können in den drei Jahren kann wirklich sehr viel passieren. Und da werden also ein paar Werte nur von den Kassen umsonst abgefragt: Also Cholesterin, HDL – das eher gute, das LDL – das eher nicht so gute – und der Nüchternzucker. Aber HbA1c ist da nicht dabei. Od – nein. Und noch – auch nicht – noch nicht mal ein Kreatinin. Das wäre jetzt für mich als Nephrologin – man, wenn das Krea schon ein bisschen erhöht ist, dann schläft in Wahrheit schon eine Niere, und die zweite Niere, die ist auch schon nicht mehr richtig fit. Also insofern, diese leichte Erhöhung von schon Werten, die für Krankheitsprozessentwicklung sprechen, wenn man die früher in der Labordiagnostik rausarbeiten würde, mit den Menschen ja spätestens um die 50 von mir…

Aus gerne, auch Mitte 30, ne? Oder vielleicht auch bei den Paaren, bevor sie Kinder bekommen. Ja, auch für die Frauen, die Schwangerschaften ist ja nicht so, als gäbe es jetzt kein Schwangerschaftsdiabetes. Müsste man auch mal die Zahlen gucken, ob der nicht mehr geworden ist, ne? Also ähm, das ist auf jeden Fall ein wichtiger Aspekt. Und das, was ich mache in der Praxis, vielleicht auch noch mal für die Zuschauer, Zuhörer: Ich gehe hin und behandle diese steigenden Krankheitswerte, die für potenzielle Stoffwechselerkrankungen im Rahmen der Alterung sprechen. Die behandle ich mit Nährstoff- und Hormontherapie. Das heißt, es geht mir jetzt als Ärztin in der Praxis nicht darum, jetzt irgendwie den Vitamin-D-Spiegel und dies und jenes, sondern mir geht's darum, mit bestimmten Stoffen, die für diese Systembereiche – wo dann als Indikatorwert der ein oder andere Krankheitswert symbolisch zu messen ist – da sozusagen zu schauen: Was fehlt denn dem Körper innendrin im Stoffwechsel, um diesen Prozess vielleicht sogar in deinem Alter, in meinem auch noch ein bisschen reversibel zu machen? Und wenn das nicht geht, zumindest dafür zu sorgen, dass es nicht weiter steigt. Weil für unser Befinden, das ist egal, also 57 müssen wir nicht merken, ja?

Hast du da mal ein Beispiel? Also explizit auf den HbA1c vielleicht bezogen. Also da: HbA1c-Wert, wenn der jetzt z.B. bei dir erhöht wäre – was ja da echt komisch wäre – dann würde ich natürlich gucken: Was, was, was ist denn innen drin so los? Was ist mit deiner Leber? Hast du vielleicht eine Fettstoffwechselstörung familiär? Ist die überfordert mit ihrem ähm mit dem Speichern von Energie, was ja aus Kohlenhydraten, aus Glukose auch entsteht? Fehlt dir Zink? Fehlt dir Chrom? Was ist mit den B-Vitaminen? Mit den Mitochondrien? Es muss ja irgendwo ein Grund sein. Häufig z.B. ist auch bei Frauen würde ich dann Hashimoto gucken; da ist oft eine Glutenintoleranz oder Unverträglichkeit – jetzt egal, welches Wort man dafür benutzt – und likakyut, die vertragen dann einfach irgendwie das Gluten und dann die Kohlenhydrate irgendwie nicht so gut. Also ich würde dann wirklich bissig rumforschen und tatsächlich, wenn, wenn das nicht weggeht, auch vielleicht Medikamente benutzen. Metformin, früher als man das vielleicht dürfte. Natürlich, Insulinspiegel müsste man sich angucken, ob da vielleicht eine Insulinresistenz ist, ne? Bei Frauen z.B. gibt's ja so PCOS-Syndrome, wo einfach auch genetisch bedingt, hormonell alles bisschen durcheinander geraten ist, ne? Mh, das ist eben nicht jetzt so leicht, das ist jetzt tatsächlich mh auch echt viele komplexe Schritte, die ich einfach gucke. Aber ich versuche im Buch, tatsächlich habe ich so in vier Gruppen eingeteilt: Also die ganz Gesunden, die einfach präventiv irgendwie sich erforschen wollen; dann so ein bisschen Halbgesunde, die schon ein bisschen irgendwie Symptome haben; dann die Kranken; und dann meintwegen viertens die Verrückten, die irgendwie biohackermäßig unterwegs sind, um dann vielleicht so den Halbgesunden und den Gesunden so ein bisschen den Zugang zu erleichtern. Aber es ist, es ist möglich, in kleinen Schritten sich einfach mit der Materie Schritt für Schritt zu beschäftigen. Und ähm, die Fragen sind oft viel zu groß: Und was soll ich jetzt machen? Na ja, wenn also irgendwie das Immunsystem das Problem ist, dann geht man hin und guckt erstmal: Welche Nährstoffe sind für das Immunsystem wichtig? Man kann dann einen Stoff schon mal einstellen: Zink oder Selen, das und einen Wert bestimmen, ja? Und dann kann man sich weiter so, sozusagen weiter forscherisch mit sich, seinem Körper, seinem Stoffwechsel beschäftigen und ergänzend zu einer wie auch immer guten Lebensweise sich mit diesen Nährstoffen dann einfach zusätzlich versorgen.

Aber die Labordiagnostik, ich glaube, dass da im System eine Lücke irgendwie entstanden ist, die vor allen Dingen wirtschaftlich begründet ist, ne? Also Hausärzte werden gefördert, wenn sie sparen. Auch in der Notaufnahme gibt's einfach nur ein Notfallabor, alles andere gibt es nicht. Man, man, die Ärzte werden oft auch eher, sagen wir mal, eingeschränkt in dem, was sie im Labor machen, wogegen die Radiologie da sehr großzügig zackt: CT, MRT, Sono, Ctigraphie und PET-CT. Also das ist viel, viel schneller wird das gemacht, und da sind dann, werden die Kosten auch erst stet. Aber in der Labormedizin, das ist anders. Aus und so angewandte labormedizinische Gedanken, dass man sozusagen rausrechnet: Wer bist du denn und was ist dein Potenzial? Dann gibt's ja, man könnte ja noch so viel interessante Informationen aus dem Labor hinzunehmen: Genetik, Epigenetik, Urin, Stuhl, Speichel, Atem, ne? Also, aber erstmal allein das Blut, das reicht schon, um auch erstmal richtig guten Überblick zu bekommen. Also, wenn man richtig todkrank ist, sieht man das im Blut; und wenn man das dann nicht sieht, dann ist man erstmal nicht lebensbedrohlich irgendwo krank, ne? Ja, jetzt nicht jeder Krebs, das kann man jetzt nicht immer im Blut sehen, aber man kann unheimlich viel im Blut sehen und auch sehen, was man nicht sieht. Das sind also alles interessante Informationen, das wird einfach zu wenig genutzt.

Hast du vor zwei Monaten ähm gesehen? Ich war bei ProSieben, ja? Und hast du das Interview gesehen? Habe ich mir nicht angeguckt. Ich habe aber gehört, dass ja dieser Kollege quasi sich so einer Zuckerdiät ausgesetzt hat, und ich glaube, der hat das auch gar nicht gut vertragen, ne? Der hat das nicht so gut vertragen, ne? Richtig, war ja, also war ja ehrlicherweise auch logisch. Der hat 1 kg Zucker am Tag gegessen, für 10 Tage. Mh, dem ist auch davon abgeraten worden. Das Spannendste an dem Experiment fand ich gar nicht, dass er den Zucker so hoch konsumiert hat. Klar, die Triglyceride und so sind 750 hochgegangen, und alles ist ja danach, nach dem Experiment wieder reversibel gewesen, ähm, aber das viel Spannendere fand ich, ähm, dass mit ihm eine Blutanalyse gemacht wurde vor dem Experiment, währenddessen und danach. Und das vor dem Experiment der HbA1c bei 5,8 war, und ich dann in dem Interview danach gesagt habe, dass das absolut dramatisch schon vor dem Experiment war, und dass man sich jetzt aber mal überlegen müsste, dass, wenn er dieses Experiment nicht gemacht hätte, dann wüsste man jetzt nicht darüber Bescheid, dass er mit einem prädiabetischen HbA1c schon rumlaufen würde. Und dann ist in diesem Experiment rausgekommen, dass er halt irgendwie gerne mal so vier, fünf Dosen Eistee am Tag trinkt, also normal gezuckerten Eistee und Kohlehydrate. Aber eigentlich körperlich jetzt nicht außer wie jemand, der einen erhöhten HbA1c hat – wobei man das jetzt ja auch nicht pauschalisieren kann – und jetzt sieht man, wie der Zucker ist bei jemandem wie du ja eben auch gesagt hast: Stoffwechselerkrankung, Fettstoffwechselstörung und Co. Aber das war total spannend, weil das genau das ist, was ich ja auch immer sage: Hey, wir müssen eigentlich viel früher, viel schneller und vor allen Dingen viel mehr messen.

Was würdest du denken, mh, wie ist so die Datenlage, was präventive Diagnostik angeht? Ich weiß, du weißt es wahrscheinlich nicht, aber deswegen frage ich dich, weil also ich weiß es bestimmt nicht so gut recherchiert wie du, aber sie muss schlecht sein, weil sonst kann ich mir nicht erklären, dass es so ist, wie es ist. Das spannt, weil ich finde das super spannend, wo du gerade mit der Radiologie das Thema gesagt hast: Es gibt z.B. gerade vor ein paar, ich glaube vor knapp zwei Jahren, großes Cochrane Review – also super gute, ähm, aussagekräftige Daten, die rausgekommen sind, mit großer Metaanalyse – wo die Aussage am Ende ist, dass präventive Diagnostik keinen Sinn ergibt. Und dann, und das haben mir viele Leute dann geschickt vor irgendwie ein paar Monaten und dann irgendwelche Ärzte wieder darüber geredet, dass es also keinen Sinn ergibt. Und dann haben wir uns jede – ich glaube, es waren 36 Studien, die in dieser Metaanalyse drin waren – und dann haben wir uns jede von diesen Studien mal angeschaut. Und die Blutwerte, die präventiv da gemessen wurden, ist dann großes oder kleines Blutbild, irgendwie ein bisschen Cholesterin, Gesamtcholesterin, aber fast nichts anderes. So, und dann kommt am Ende die Aussage raus: Präventive Blutdiagnostik ergibt keinen Sinn. Ja, natürlich, wenn die präventive Blutdiagnostik so aussieht wie das, was wir grundsätzlich ja eh messen, nämlich fast nichts – also wir jetzt nicht, aber zeig dir gleich noch mal ein Blutbild – aber dann ist ja klar, dass die Aussage am Ende ist: Prävention, was Blutdiagnostik angeht, ergibt wenig Sinn, weil in diesen Daten halt auch einfach fast nichts gemessen wird. Und das ist finde ich tatsächlich eine Aussage, die schwierig ist. Und wenn man dann aber nicht einsteigt in diese Studien, dann sieht man nämlich am Ende wieder nicht, wie man das eigentlich bewerten soll. Also das ist das eine, das sozusagen auch dann nicht dementsprechend gute Werte in ausreichender vernetzter Form gemessen wird. Und das zweite ist ja die Interpretation der Laborwerte, und das waren auch viele Fragen, die ich bekommen habe, immer wieder, ähm, diese Problematik mit den Referenzwerten. Und da habe ich ja zur Klärung auch im ersten, aber auch jetzt noch mal im zweiten Buch unterschieden: Also erstens bin ich mir sicher, dass in diesen Studien eben auch nicht der HbA1c mit 5,8 irgendwie als relevant, pathologisch bewertet werden würde. Das heißt, Krankheitswerte werden zu spät ernst genommen oder sagen wir mal überhaupt rausgegriffen und kommuniziert und darüber nachgedacht. Dann gibt es ja ähm viele Werte, die nenne ich „Gesundmachwerte“, die man normalerweise oft in der Medizin nicht macht, z.B. Vitamin B12 oder auch das 25-OH-Vitamin D. 125 ist ein Schlüsselwert, und da ist es so, dass die Referenzwerte ja eher so der normalen, mangelnden Normen statistisch in der Bevölkerung vorliegend entsprechend, und da entsprechend. Und wenn man dann dort unter Therapie dann außerhalb der Referenz wäre bei B12 oder Folsäure oder Selen, dass dann die Ärzte, die das sehen, aber eben auch die Patienten, die sich mittlerweile vielleicht auch trauen, Laborwerte selber zu kaufen, und wenn dann die Referenzwerte aber von „Gesundmachwerten“ überschritten werden – viele Nährstoffe, auch ein paar Hormone – dann hat man sofort Angst und wird ähm verunsichert. Das heißt, zum einen Werte werden zu spät, zu spät ernst genommen und mit Diagnosen beziffert, und zum anderen Nährstoffe und Hormone werden entweder in einer Referenz gemessen, die einfach zu niedrig ist, und therapeutische Zielwerte liegen oben oder darüber. Und dann auch noch mal sehr interessant sind Schlüsselwerte, also z.B. selbst jetzt, du hast gesagt, die haben kleines Blutbild gemessen. Bin mir ganz sicher, wenn auch da die Schlüsselwerte können schon links und rechts etwas verschoben sein, z.B. der Hb-Wert, ne? Also der, die, die, die Färbung unserer Blutkörperchen, man, die muss bei dir 15 musst du haben, ne? Und nett bei mir wäre vielleicht 13, aber bei Frauen habe ich jetzt gesehen, haben sie vor kurzem auch noch mal runtergesetzt, und jetzt, früher wurde kleiner 12 mit einem Kästchen versehen, jetzt wird erst glaube ich kleiner 11 mit einem Kästchen versehen. Das wäre jetzt z.B. für eine Sportlerin echt wenig, und die hätte dann schwerer vielleicht im Wettkampf gute Werte zu erwischen, ne? Also das heißt, diese neue Lesart von dem, wie man das aus der Gesundheit präventiv denkend tun müsste, das ist ein ganz, ganz wichtiges Manko. Das heißt also, die Zusammensetzung ist viel zu schmal, und dann wird pauschal abgewertet. Das stimmt, und aber auch die feine Ausleseart, und die beschreibe ich im Buch ganz gut. Also ich habe dann in dem blauen Buch, da habe ich am Ende so eine Tabelle, und dann habe ich versucht – ist manchmal nicht so leicht – immer so: Entweder ist ein K ein Krankheitswert, ein Gesundmachwert oder ein Schlüsselwert, dass dann die Menschen verstehen, wie sie in Zukunft, wenn sie sich Laborwerte kaufen oder von ihren Ärzten bekommen – bekommt man meistens 3, 4, 5, 6 Krankheitswerte – dass man dann, dann mit meinem Buch nachlesen kann und schauen kann: Aha, bin ich denn wirklich gesund? Sind denn meine Werte wirklich tippi-toppi für mein Alter und vielleicht auch über mein Alter hinaus jung? Ja, aber diese zwei Aspekte, das ist da in der Studie bestimmt, das ist da nicht, nicht aufgegriffen.

Nee, klar. Ich glaube, gerade der HbA1c-Wert ist noch mal so ein sehr, sehr, sehr spezieller Wert, muss man ehrlicherweise gestehen, weil es gibt ja schon Schwankung von verschiedenen Werten auch da, wie gesagt, dadurch, dass man diesen einen Artikel – und ich habe vor drei Tagen großen, großen Podcast zum Thema Schilddrüse aufgenommen – und man sieht z.B., dass es starke Schwankung vom TSH-Wert gibt, jetzt auch nach Erkältung z.B., ja? Also, dass der TSH-Wert sich nach oben anpasst, ähm, ist ja auch physiologisch, ist ja auch normal, so soll das auch sein. Deswegen ist aber natürlich der Abnahmezeitpunkt super relevant und wichtig. Aber, und das glaube ich beim HbA1c-Wert ein was ganz, ganz Besonderes, was eigentlich jeder weiß, der so aus diesem Bereich kommt, aber trotzdem oft nicht betrachtet, weil das ist ja ein Langzeitwert, der unterliegt ja nicht tagesabhängigen Schwankungen plötzlich, sondern du brauchst ja 10 Wochen. In dem Experiment z.B. mit dem Jenke hat sich der HbA1c-Wert gar nicht verändert in diesen 10 Tagen, ja? Weil es waren halt nur 10 Tage, obwohl er trotzdem so viel Zucker zu sich genommen hat. Und es braucht ja diese lange Zeit, und gerade deshalb finde ich es auch beim HbA1c-Wert so absurd, dass von einem, also dass bei einem 0,1 plötzlich eine Diagnose steht und 0,1 davor keine, weil das ist so, weißt du, wenn jetzt jemand zu mir kommt und der sagt, er macht jetzt 100 kg Kniebeugen – also er macht Kniebeugen mit 100 kg drauf – dann weiß ich über diesenjenigen ja ganz viel, nämlich ich weiß, dass er wahrscheinlich sehr oft Kniebeugen macht und sehr stark ist. Also das ist ja nicht etwas, was nur an dem Tag dann gut ist, sondern ich weiß, was er die letzten vier, fünf Monate davor auch gemacht hat. Und das weiß ich beim HbA1c-Wert auch, weswegen ist gerade da so sinnvoll wäre, viel früher anzusetzen, weil wir da diese Schwankung nicht haben. Und ich glaube, gerade, und das habe ich ja auch geschrieben, ähm, im Buch: Referenzwerte ist wahrscheinlich sowieso eines der größten Probleme, die wir, was Individualmedizin angeht, also wenn man sich das anschaut und betrachtest, wahrscheinlich eines der größten Probleme. Auf diese Gesamtpopulation bezogen kann das natürlich Sinn ergeben für verschiedene Daten und Co, aber, und auch das ist total spannend, ähm, man sieht, dass, wenn man sich Schilddrüsenwerte z.B. anschaut, müsste es eigentlich von Süden nach Norden in Deutschland andere Referenzbereiche geben, aufgrund dessen, dass es im Norden andere Elemente, verschiedene Nährstoffe in den Böden gibt als im Süden, deswegen es ein TSH-Gefälle gibt z.B. innerhalb von Deutschland. Und wenn man sich auch so TSH-Werte anschaut, waren die vor 10 Jahren die Referenzbereiche anders, ja? Also die waren nicht so breit wie sie jetzt sind, sondern deutlich schmaler, was auch logisch ist, wie du es gerade gesagt hast: Diese Referenzbereiche passen sich ja an aufgrund dieser statistischen ähm Breite, die wir dann einfach haben. Und je nachdem, wie viele Menschen – ich versuche jetzt bewusst nicht zu sagen: Wenn wir kränker werden, werden die Werte breiter – theoretisch ist es natürlich so, aber das ist jetzt ja keine richtige, haltbare Aussage, das jetzt so eine Vermutung, die irgendwie dahintersteckt. Aber ich glaube, das ist was, was ganz viele auch verstehen dürfen, dass wir auch bei den Referenzbereichen, auf die sich ja sehr, sehr, sehr viele beziehen – das sind ja keine studienbewiesenen Bereiche, sondern das ist ja Statistik, nichts anderes. Und das, was, was glaube ich ganz, ganz viele ähm falsch verstehen, und das ist z.B. auch was, was ich mir total gut vorstellen kann, dass das so wahrscheinlich eine der primären Fragen ist, weil die du wahrscheinlich immer noch bekommst, weil das kenne ich ja auch als Frage, ja: Wie werde ich das jetzt aus, wie ist es? Aber es ist natürlich auch schwierig, sich einen Wert isoliert anzugucken und diese, diese Gesamtheit irgendwie nicht zu verstehen am Ende, weil ist ja dann irgendwie doch was anderes, wenn der LDL-Wert so semi gut ist und der HDL-Wert ist hoch, aber das Lp(a) ist niedrig, oder es ist dann plötzlich wieder was ganz anderes, wenn der Wert dann hoch ist beim Lp(a). Also vom Grundtenor her spielt ja schon bei den meisten Werten spielen ja schon andere Werte noch eine Rolle. So, und deswegen ist natürlich das, also finde ich eine komplexe Sache. Aber deswegen brauchen wir viel mehr von solchen Büchern und von solchen Themen, ja?

Also tatsächlich vielleicht noch mal zurück zur praktischen Bedeutung des Labors für die Nährstofftherapie. Also ich, ich denke wirklich, dass, wenn man das besser, sicherer, direkter, kraftvoller machen möchte, dass man auch als Laie nicht drum herum kommt, sich ein bisschen mit den Laborwerten zu beschäftigen. Und man möge es uns nicht übel nehmen, wenn meintwegen mir oft die Worte fehlen, dass ich einfach die Fragen kaum korrekt beantworten kann, weil die Menschen sich das einfach zu leicht vorstellen, ne? Also man darf das auch gar nicht bei Instagram, ne? By the way, das ist auch, ich glaube nicht, dass das, das ist was die Menschen wollen, dass man diese Fragen beantwortet. Also kurzfristig natürlich schon, aber wenn du jemanden nicht kennst und du gibst jetzt so eine medizinische Antwort am Ende, dann ist die Antwort ja nur halb so gut wie sie eigentlich wäre, wenn du jemanden halt wirklich kennen würdest. Also ich habe schon versucht, diesem Problem irgendwie sowas wie näher zu kommen, indem ich also erstens versuche, durch die Nennung konkreter Werte aus den zwei Referenzlaboren oder Standardlaboren, die ich habe, einfach dort die Zahl zu nennen, mit der ich gute Erfahrung gemacht habe. Und auch das ist vielleicht interessant zu wissen: Es ist wirklich auch nicht so leicht, von Labor zu Labor die Werte zu vergleichen. Wo das ganz gut klappt, sind diese klassischen Standardwerte, die man eben auch in der Ausschlusmedizin gerne macht. Ich würde auch sagen, dass man da aus dem Ausland dann die Werte vergleichen kann, aber ich hatte keine andere Möglichkeit, es praktisch zu machen, als konkret die Werte zu nennen, mit denen ich gute Erfahrung gemacht habe, ne? Und ähm, manche von diesen Werten, gerade auch was die Nährstoffspiegel betrifft, die sind auch einfach noch gar nicht standardisiert, und da ist es tatsächlich noch mal schwieriger, unterschiedliche Labore zu vergleichen. Also ich habe gesehen, du arbeitest mit Ganzimmun glaube ich zusammen, aber auch mittlerweile hier mit dem Augsburger, auch mit Augsburg, auch imd. Also das ist wirklich, ich kann das nicht ändern. Ich habe wirklich viele Jahre gebraucht, um auch mich mit den Werten wohlzufühlen. Ich kann das nicht anders erklären. Das ist ein riesen Apparat, so ein Labor; da sind unheimlich viele Möglichkeiten für Fehler. Es wird ja immer noch alles in der Praxis abgeholt, dann muss die Präanalytik muss stimmen, das ist wahnsinnig viel Arbeit. Manche meinen dann auch, ich soll mal jetzt mal eben sagen, welche Laborwerte man bestimmt. Nee, soll man das blaue Buch lesen, da steht dann zu jedem, denke ich mal, größeren Thema auf jeden Fall ein paar Ideen drin. Aber das ist wirklich, ich, ein komplexer Vorgang, ja? Das kann sicherlich in der Zukunft mal alles viel einfacher werden, aber noch ist das richtig analog. Meine Mitarbeiterin bereitet alles vor: Zettel, digital, dann wird das abgenommen. Der Mensch muss immer auch immer die gleiche Zeit – ich mache das immer morgens, immer 12 Stunden nichts gegessen haben, bitte nur Wasser trinken morgens – ich messe immer ohne irgendwas, vielleicht auch noch mal wichtig. Wenn also jemand Hormone nimmt, bitte vorher keine Hormone, auch nicht andere – ex, machen das anders. Stig ist die Praxis selber, wo man das bestimmt, Plan hat und System, dass man dann auch zwischen den Individuen die Werte vergleichen kann, nicht nur zwischen dem einen, einen, ne? Aber auch, auch da dann muss das teilweise zentrifugiert werden. Also wir haben auf jeden Fall eher vier Zentrifugen in der Praxis, und das sind dann auch manchmal 15, 20 Röhrchen, die dann in verschiedene Labore gehen, wo dann jemand kommt, der muss durch den Verkehr, dann geht das wieder an eine Annahmestelle, da kann es auch mal irgendwas sein, und dann wird es in ein Zimmer getragen, zu einem Menschen oder einer Maschine. Also das ist ein riesen Prozess, der viel mit Logistik, Vorbereitung zu tun hat, ähm, das ist nicht mal eben so alles so nachzumachen. Es hat viel Arbeit gekostet, da sich irgendwie sowas etwas zu erarbeiten, dem man glaubt, dem ich glaube, ne? Aber ähm, also ich, du hast meine Erfahrung angesprochen. Also ich kann wirklich sagen, dass mit all dem, was ich schon so gesehen habe, und immerhin, ich gucke mir jetzt Blutwerte seit 30 Jahren an, von am Anfang sehr kranken Menschen und jetzt eben ein bisschen gesünderen Menschen, und diese Werte, diese Zahlen, die haben eine große Aussagekraft. Und ähm, auch z.B. gesundes Verhalten könnte man den Menschen dann erklären: Hör mal, du hast ein HbA1c von 6,0, du musst etwas machen, und ansonsten ist dein Risiko für Diabetes – da kann man ausrechnen – bin mir ganz sicher, dass viel mehr Menschen mitmachen würden und auch ihr Leben und ihre Lebensweise verändern würden, wenn sie wirklich wüssten, dass es sie betrifft, ja? Und ergänzend dazu mit Nährstoffen und Hormonen zu arbeiten ist halt jetzt auch noch mal einfach attraktiv, weil eben ich schon glaube, dadurch, dass wir so alt werden, dass dadurch, dass wir echt ganz schön umweltbelastend ausgesetzt sind, ist das mit einer gesunden Ernährung, die man auch erstmal haben und bekommen muss, einfach nicht zu schaffen, das, was ich will, es sei denn, man hat super Genetik. Das sagen wir, woran liegt es? Also ich finde, dass tatsächlich viele so genetisch auch einfach ein paar Schwachstellen aufweisen. Also ich bin ja als Internistin an Vermeidung von Folgen von altersbedingten Stoffwechselerkrankungen interessiert, weil erst die Folgen unsere Lebensqualität einschränken und uns im schlimmsten Fall zu einem Pflegefall machen. Und da wäre jetzt also vor allen Dingen, mh, ist ja so meine Reihenfolge, die ich meine auch in so beobachtet zu haben, dass der Knochenschutz sehr wichtig ist, da waren wir uns ja auch einig. Das bedeutet, dass es eben für die Frauen sehr, sehr wichtig ist, nicht ab 40, 50 eine schwere Osteoporose zu entwickeln. Dann ist ganz wichtig, die Gefäße zu schützen, das heißt also, nicht Arteriosklerose zu entwickeln, aufgrund von vielen vaskulären Risikofaktoren, die ja auch genetisch vorhanden sein können. Ist es eben wichtig, dort zu schauen, wer ein Risiko hat. Und ganz schlimm ist es eben, wenn man Osteoporose und Arteriosklerose-Genetik hat, plus dann vielleicht auch noch ein, ein Immunsystem, was ich gerne nicht wieder beruhigt und gerne in der stillen Entzündung bleibt. Und wenn man das hin bekommen würde: Besserer Knochenschutz, besserer Gefäßschutz, dann haben auf jeden Fall diese Organe – Niere, Herz und Gehirn, ne? Niere, Herz und Gehirn, Leber vielleicht auch ein bisschen, aber vor allen Dingen Niere, Herz und Gehirn – also diese ganzen Thematik: Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz, die sind ja sehr von den Gefäßen abhängig. Und wenn dann noch Knochen zusätzlich sich entkalkt, verkalken sich Gefäße auf jeden Fall noch besser. Und damit könnte man dann doch sehr viel Stürze, sehr viel Frakturen, Schmerzen, thromboembolische Ereignisse, Schlaganfall, Herzinfarkt und dann vielleicht auch das Thema Demenz hinter unseren Tod hinausschieben.

Also diese Genetik oder, also man kann es schon, es ist dann halt einfach noch mal eine Kostenfrage: Wenn, was willst du da messen? Also hast du da so spezifische Sachen, die du da, also wenn ich sagen würde: Geld spielt keine Rolle, dann könnte man z.B. bei einer Kollegin, die in Hamburg sitzt, die sich da genetisch sehr viel präventive Profile ausgedacht hat, könnte man eine Genetik machen. Das, wenn man so ein größeres Programm haben möchte, sind das dann aber auch mehrere tausend Euro. Kleinere Sachen kann man z.B. so Gefäß- auch Neurotransmitter-Stoffwechsel oder sowas sind dann vielleicht für 1000 €. Also man kann das schon, man kann auch beim imd z.B. oder auch in den Laboren so auch teilweise Genetik, meintwegen Hämochromatose oder z.B. auch interessant sind die Enzyme von der zweiten Entgiftungsphase in der Leber. Man kann also auch so einzelne Sachen – Fakt ist: Oft brauche ich die Genetik gar nicht mehr, weil wenn ich in der Bildgebung ja schon Osteopenie, Übergang zu Porose habe, plus erhöhten Abbauparametern, ist ja klar, dass da etwas vorliegen muss, was vielleicht im Vergleich zur Freundin oder Schwester irgendwie schneller vorangeht. Er, wenn die Frau vielleicht auch nicht geraucht hat und sich ganz gut ernährt, dann ist da einfach was Genetisches, ne? Der Punkt ist: Man sieht die Genetik nicht so wie bei uns in der Derma, die Hautfarbe oder meintwegen hier bei den Männern die Haare oder ja, Augenfarbe oder so, ne? Sondern das ist alles, was, was man über Bildgebung und oder Labor ausarbeiten muss, wo Genetik ist. Aber man kann also, also ist nicht, es ist kein Problem an Antworten zu kommen, wenn man Fragen hat, ja? Das ist, das ist nicht das Problem. Die Diagnostik liegt rum und wird nicht benutzt, ja? Sie ist teuer, noch ist sie teuer, aber früher waren auch Videorecorder teuer, und jetzt haben wir sie alle in unseren Smartphones. Also sobald etwas viel benutzt werden würde, würde es ja auch dann für die Masse günstiger werden, ne? Also, er gibt eine schöne, schöne Statistik, die glaube ich noch sogar signifikanter ist als Videorecorder in dem Beispiel, nämlich Genanalysen, die du gerade angeschaut hast. 2020 ähm, also jetzt die, das Endstadium dieser Untersuchung ist 2020 gewesen, meine ich, und der Start war ungefähr 2000. Und da sieht man den Preis von einer kompletten Gen- oder Genomsequenzierung, die ungefähr bei einer Million lag am Anfang, und jetzt reden wir so von knapp 1000 € noch was, die deutlich runtergegangen ist, auf dessen, dass das halt immer mehr Menschen gemacht haben.

Ja, ich denke auch, dass die Prozesse, die haben sich sehr automatisiert. Genau, klar, natürlich, absolut. Also die Technologie dahinter ist natürlich auch viel, viel, viel effizienter und besser geworden. Klar, also man kann sehr, sehr viel machen, ne? Also man kann auch mittlerweile ja auch in der Onkologie jede einzelne Tumorzelle total molekulargenetisch sozusagen personifizieren, um z.B. in einem schwereren Verlauf einer onkologischen Erkrankung vielleicht noch mal über so eine Analyse irgend so ein ganz geheimes – hast du schon mal was gehört? Steht hier gar nicht auf meiner Liste. Aber wo wir gerade darüber reden: Hast du schon mal was von Liquid Biopsy gehört? Also ich habe drüber gelesen und tatsächlich auf dem Gesamtkongress jetzt letzten Sommer war auch eine Firma dort, die meint, sowas zu können. Mhm. Habe ich aber mit mir selber, mich noch nicht getraut, weil wir wollten das tatsächlich mal ausprobieren in der Praxis, aber es ist gar nicht so einfach, da dran zu kommen und das dann wirklich am Ende auszuprobieren. Also letzten Endes ist das ja nur eine, also so…

Wenn ich richtig verstehe, eine Messung von kleinsten mRNA-Partikeln oder DNA-Partikeln? Aber so tief bin ich da selber noch nicht drin, von also Genompartikeln, m, von Krebszellen letztendlich. Und die werden halt irgendwie im Blut sequenziert, werden gemessen, und aufgrund dessen kann man irgendwie dann einen Rückschluss aufgrund dieser Zellen auf den Tumor schließen. In Amerika ist das schon sehr, sehr, sehr groß. Also ich habe in Deutschland tatsächlich noch niemanden gefunden, der das schon mal gemacht hat, wirklich so. Und ich würde das selber einfach super gerne mal probieren, weil ich schon mir vorstellen kann, dass das in den nächsten 10 Jahren sicher eine spannende Geschichte werden wird. Also ähm, ich meine, es wäre ja phänomenal, wenn man über eine Blutuntersuchung herausfinden könnte, ob man irgendwo schon… Frage ist dann natürlich die therapeutische Konsequenz absolut klar. Mit psychisch ist das auch nicht so ohne. Mhm, ähm, vor allen Dingen, wenn du dann nichts findest, was du dann irgendwie tun könntest, und dann bist du natürlich sozusagen in einer Mühle drin. Aber ich denke schon, dass das die Zukunft werden wird, weil auch da analog jetzt zu dem, was ich meinte, wegen Osteoporose und Arteriosklerose: da braucht es ja auch 10, 20, 30 Jahre. Und natürlich, sobald der Knochen mit dem Verlust von Östrogen anfängt, sich mehr aufzulösen, kann man das im Blut messen. Und je nachdem, wie dann das Standing ist und wie der Knochen sozusagen zu Beginn der Postmenopause ist, kann man sich dann natürlich hochrechnen, was dann mit dem Knochen passiert und Osteoporose richtig schlimm, die also meinte wegen auch richtig behandelt werden muss in der Osteologie. Das ist ein Prozess von 10, 20, 30 Jahren. Okay, da wüsste ich jetzt, was ich tun soll. Wenn ich jetzt aber eine Krebszelle finde und ich weiß jetzt, also h, vielleicht in 5 Jahren kriege ich irgendwo einen Tumor, bräuchtest du im Prinzip Antikörper oder Biologicals, irgendwas, um dann diese Krebszellen sozusagen auch wieder wegzubekommen. Also ich glaube, wobei man schon ja auch – also ist jetzt aber ja reines Mutmaßen natürlich – schon auch gucken könnte, dass man präventiv dann mehr arbeitet. Jetzt vielleicht nicht spezifisch auf dieses Thema bezogen, aber was mir jetzt als erstes in den Sinn kommt, ist so: wir haben ja z.B., können ja auch ApoE messen, also für Alzheimer-Risiko. Und wenn wir da eine homozygote ApoE4-Variante vorliegen haben, 18, 19, 20 % erhöhtes Risiko, da weiß man ja auch nicht, dass man Alzheimer kriegt, sondern dass man halt ein deutlich erhöhtes Risiko hat. Und auch da ist ja die Frage, ob man nicht präventiv medizinisch… weil auch das ist ja ein riesen Diskussionspunkt, wenn man mit anderen Ärzten sich austauscht. Wir machen das z.B. in der Praxis, weil ich das absolut essentiell wichtig empfinde zu machen. Klar ist das ein sehr teurer Spaß; kostet, ich glaube, 140 €, macht man ja auch nur einmal, jetzt nicht irgendwie alle paar Wochen wieder. Aber man weiß natürlich, wenn man sich die Daten anguckt, gibt jetzt nicht spezifische präventivmedizinische Alzheimer-Therapien oder sowas, aber man weiß schon, dass gerade z.B. Ausdauersport mit den größten Effekt auf Alzheimer langfristig haben kann, so wenn man sich die Daten anschaut. Und da wäre das – das wäre ja fatal, wenn man das messen kann, finde ich, aber man nichts dagegen macht. Und auch dann – wir wissen ja ungefähr auch, wenn Alzheimer ja immer noch nicht wirklich verstanden ist – ist die Frage, ob das in 20 Jahren anders ist. Aber wir wissen ja schon so Teilgebiete davon, und wir wissen ja auch womit es was zu tun hat, mit verschiedenen Tauproteinen und Co. Aber wir wissen ja, dass eben dieses ganze Thema rund um gesunden Lifestyle und so schon Rolle zu spielen scheint. Und ist natürlich die Frage, ob das bei so einer Liquid Biopsy langfristig ja ein ganz anderer Komplex ist. Aber ich finde es trotzdem super spannend, weil das natürlich auch wieder in dieses präventivmedizinische Messen und Co eben reingehen würde, ne?

Lass uns noch mal zurückkommen, ähm, zum Anfang zu diesen Fragen. Du hast so zwei, drei Fragen am Anfang genannt. Wir haben jetzt viel über Labordiagnostik gesprochen, wir haben so ein bisschen über die Interpretation gesprochen, das auch was… da können wir jetzt ja nicht 8 Stunden über reden; da sollen die Leute sich das Buch anschauen, das ist glaube ich das relevanteste. Du hast eine sehr schöne Frage am Anfang in den Raum geworfen, über die wir noch gar nicht geredet haben, und das eine, die ich auch ganz, ganz, ganz oft kriege, und da würde mich mal dein Takeaway zu interessieren. Du hast nämlich gesagt, welche Sachen man mit welchen zusammen nehmen darf oder welche Sachen sollte man zusammen nehmen. Ich habe da eine Meinung zu, aber erzähl gerne erstmal.

Also meine Grundsatz-ähm-Erfahrung ist, dass tatsächlich sich die Menschen darüber zu viele Gedanken machen und auch zu viele sorgenvolle Gedanken machen. Und deswegen habe ich auch in dem Buch, habe ich quasi so in Kapitel 2 so ein bisschen tabellenartig zu jedem Nährstoff hingeschrieben, wer mit wem, und vor allen Dingen da, da, da das viel weniger ist, wo ich wirklich darauf achte, das vielleicht zu trennen. Und das sind nicht viele Sachen, wo ich wirklich darauf achte, das zu trennen. Und vielleicht eine, oder ich sag mal vielleicht die wichtigsten Sachen: das eine, was ich wirklich versuche, ein bisschen getrennt von allen anderen Mineralien einzunehmen, ist das Eisen. Und da vielen Frauen auch eher ein bisschen übel wird, wenn sie Eisen einnehmen müssen in höherer Dosierung, gebe ich das ganz gerne zur Nacht. Außerdem ist auch in meiner therapeutischen Vorgehensweise oft der Morgen nüchtern besetzt mit vielen, vielen anderen Sachen, wo ich das Eisen nicht gerne mit zusammen im Team haben möchte. Was heißt hochdosiert? Na ja, also sagen wir mal so: ich, ich, ich nutze ganz gern vielleicht ja, oder auch das 80 mg gibt es Tardifaron in den Apotheken, wenn man mal was in der AP… benutzen möchte. Und die Ärzte geben ja natürlich gerne das Virosanul Duodenal 100 mg. Ich mag es auch nicht so gerne, aber ich finde schon, wenn die Ärztin das vielleicht, oder wenn die Ärztin das zumindest mal verordnet haben, dass man das ja mal probieren kann. Aber es gibt dann auch kleinere Sachen, die sind dann so 15 mg, muss man vielleicht zwei oder drei nehmen oder so. Also tatsächlich, aber das nehme ich z.B. jetzt nicht zusammen mit Zink oder Magnesium oder sowas, einfach weil ich so die Sorge habe, dass vielleicht das dann noch schlechter vertragen wird und dass dann vielleicht sich Komplexe bilden, und dann wird’s auch nicht resorbiert. Und machst du das 7 Tage am Stück mit dem Eisen, oder machst du Pause zwischendurch, oder wie machst…? Tatsächlich gucke ich so ein bisschen, was denn derjenige verträgt. Ähm, ich meine nicht zu wissen, dass das eine gut oder das andere schlecht ist, ne? Ich habe eher so das Gefühl, dass es grundsätzlich einfach anstrengend ist, es oral irgendwie hinzubekommen. Und wenn jemand sehr empfindlich ist, dann würde ich eher aus der Rücksichtnahme dieser Empfindlichkeit gegenüber sagen: fang mal an jeden zweiten Tag oder so, m. Also das ist ein, ein, ein interessantes und manchmal nicht so einfaches Thema, m. Dann gucke ich, dass z.B. das Natriumselenit vielleicht auch morgens direkt z.B. mit den Schilddrüsenhormonen oder mit auch Nebennierenhormonen geschluckt wird. Und das trenne ich gerne von sehr hohen Dosen von Vitamin C, weil ich mir darunter vorstelle, dass vielleicht dann die Fähigkeit zu oxidieren dieser beiden Substanzen etwas gestört werden könnte. In Wahrheit findet man die ja schon auch in Multis, und die klappen dann auch. Also es ist dann auch nicht dann schädlich, wenn man das dann nicht so macht. Es geht ja nur um vielleicht eine etwas bessere Option. Die Menschen denken oft, man würde sich dann schaden. Also zwei Antibiotika zusammen, die dann irgendwie sich aufheben oder die einen sofort vergiften oder sowas, so irgendwie… ich weiß auch nicht. Also irgendwie ist der Misstrauen der Pharmakologie so groß, dass sich das auf die Nährstoffe überträgt. Also da ist irgendwann mal in Deutschland irgendwas vielleicht ein bisschen schief gegangen, vielleicht vorm Zweiten Weltkrieg oder so, ich weiß es nicht. Ich, ich, ich, ich stelle das fest und bin selber ein bisschen erstaunt, dass es so ist. M. Das sind vielleicht schon mal die wichtigsten Sachen. Und dann gibt es, gibt es nicht so viel, was ich jetzt so explizit nicht zusammen haben will. Mein Problem in meiner Praxis ist, dass ich sowieso sehr, sehr viel gebe, und ich habe gar nicht die Möglichkeit, das jetzt jemandem alles getrennt zu geben, ne? Und meine Erfahrung ist, dass das schon klappt, es sei denn, jemand individuell wird übel. Also manchen wird z.B. auch etwas schlecht vom mehr höher dosierten B-Komplex, das kann dann vielleicht mit der Entgiftung in der Leber zusammenhängen. Oder manchen wird auch übel bei Zink oder auch nach Kupfer. Also man muss eher individuell schauen, und es ist nicht so sehr der Nährstoff, der jetzt sofort deutsche Verbote mit sich bringt, sondern eigentlich kann man so ein bisschen machen, was geht. Und vor allen Dingen sollte man machen, was individuell für den Menschen auch im Alltag umsetzbar ist, und das ist meine Orientierung. Also ich frag so: wann stehst du denn auf, und isst du denn was, und wann wäre es denn möglich, an etwas zu denken? Dann gucke ich, ob ich zwei Slots, drei oder vielleicht vier von demjenigen bekomme, vielleicht so ein bisschen wie Sport oder Meditation, ne? Dass man schaut ja: wann sitzt du vielleicht irgendwo rum und musst mal warten und kannst dich erholen, mal bisschen atmen. Also das ist eher viel, viel, viel wichtiger, dass man etwas sich ausdenkt, was umsetzbar ist für den Einzelnen in dem Alltag, den er hat, dass es verträglich ist für den individuellen Menschen. Also es verträgt nicht jeder Vitamin C, es verträgt nicht jeder so viel Magnesium, wie ich es hätte, ohne Durchfall. Es ist so… finde wirklich immer wieder so wie Sport, ne? Der eine, der knickt sofort um, wenn man den joggen schickt, der nächste kriegt Muskelfaserrisse, die nächste kriegt Blasenentzündung im Schwimmbad. Also man muss einfach ein bisschen individuell schauen, was ist von den Laborwerten her sinnvoll, welche Dosierungen müsste man etablieren, um auch innendrin Wirkung zu erzeugen, hin zu Gesundheit, Senken von Krankheitswerten, und was geht. Insofern, in meinem Buch steht ja zu jedem Nährstoff, dass eigentlich fast alles erlaubt ist. Mhm, weil mir ganz wichtig war, viele Ängste erstmal zu nehmen. Dass das allererste, was passiert, wenn man mal was macht ohne Arzt, sofort ein Schaden ist, das ist einfach falsch. Wenn du ähm… du hast dieses, dieses Angstthema jetzt schon so oft angesprochen… sind Frauen… das ist mehr Frauen… also ich würde sagen, ein Großteil der Follower bei mir sind auch Frauen, ich würde mal schätzen so wahrscheinlich… genau… andere, andere Altersgruppe… also das ist auch viel… das Thema Ängste spielt da eine große Rolle, oder auch etwas falsch zu machen mit diesen Dingen. Und du hast jetzt ja gerade so Eisen, Natriumselenid… ich hätte nämlich das, was du ganz, ganz am Anfang gesagt hast, dass man es eigentlich nicht so kompliziert sehen muss, das hätte ich nämlich auch gesagt. Tatsächlich, das ist doch gut, alleine deswegen, weil man sieht, das auch… es macht einen totalen Unterschied, ob ich Magnesiumcitrat, Bisglycinat, Taurat, Malat oder was auch immer nehme. Es wird halt über unterschiedliche Aminosäurenrezeptoren sogar aufgenommen, und damit je nachdem, welche Form ich nehme… theoretisch würde das so kompliziert machen. Aber das einzige, wo ich auch kritisch bin, ist tatsächlich Eisen, bin ich beim Selen gar nicht wirklich, aber beim Eisen auch. Und da versuchen wir auch, dass wenn wir das wirklich abends geben, ähm, dass wir das separiert von allem anderen machen. Was wir aber tatsächlich auch oft machen, ist Eisen zur Nahrung dazu zu geben, einfach auch wenn wir wissen, dass es dann schlechter aufgenommen wird, aber weil wir sagen: genau, bevor man es gar nicht macht. Und die… es wird deutlich besser vertragen, weil man halt dann nicht nur Eisen letztendlich… durch den… also ist ja nicht nur Eisen, aber trotzdem wirkt es ja dann obsipativer oder mehr über Nebenwirkung letztendlich, macht sowas wie Übelkeit und auch Verstopfung und Co. Und da würde ich sagen, aber es jetzt wieder nur… ist wieder nur Erfahrung, kann ich jetzt keine Daten nennen oder so. Ist es, finde ich, wird es sehr gut vertragen zur Mahlzeit, aber es wird natürlich dann weniger aufgenommen, als wenn ich es halt best case wäre ja nicht dann zu machen morgens. Aber das machen wir gar nicht. Also dann freue ich mich aber, dass du das ähnlich erfahren hast, weil tatsächlich draußen oft auch, finde ich, vielleicht von vielen ja Experten, Halbexperten eher das Gegenteil behauptet wird, dass entweder nur das eigene Produkt das allerbeste sei, und man dürfe dies nicht und das nicht, und das sei ganz schlecht. Also ich finde schon, das bezüglich Nährstoffe auch so in dieser Instagram-Welt durchaus zu kompliziert und, m, ja auch wieder, als sei das so mächtig irgendwie, wenn man da jetzt irgendwie das anstatt morgens abends nimmt und immer so das Beste… also das Beste ist das, was geht, was der Mensch macht. Und wenn dann im Labor mit der entsprechenden Dosierung Dinge sich hin zu Gesundheit bewegen, dann ist das gut, und das reicht dann auch. Ja, ja, es ist ja sowieso nur ein Tool von ganz vielen, muss man auch sagen. Und ich habe es dir gerade eben im Auto schon mal erzählt, als wir hierher gefahren sind, wir auch da tatsächlich drüber nachgedacht, eine, eine Nährstoffsupplement-Firma zu gründen, einfach aufgrund dessen, dass wir halt selber oft so verzweifelt waren, weil es super schwierig ist in der Praxis, wenn du was empfiehlst, ein bestimmtes, oder du empfiehlst ein Eisenbisglycinat, dann kommt als erstes die Frage: was ist das, welches Präparat soll ich nehmen? Dann empfiehlst du sogar vielleicht ein Präparat, weil es eine individuelle Heilbehandlung ist, dann ist das Präparat nicht lieferbar, dann musst du wieder was neues raussuchen, dann nehmen die Leute vielleicht das falsche am Ende des Tages. Aber ich habe mich ja auch gänzlich davon distanziert, überhaupt irgendwelche Produkte zu nennen und auch eine eigene Supplementfirma zu gründen, weil man ja trotzdem, auch wenn die Intention ja eine andere ist, aber ich erzähle dir mal eine kurze Geschichte, weil das war der Moment, wo ich gedacht habe, ich werde das nie wieder machen und auch keinen Gedanken daran verschwenden, Nahrungsergänzungsmittelfirma zu gründen, auch wenn ich Spaß daran gehabt hätte. Ich mache gerade einen Master in präventiver und funktioneller Medizin in Dresden, und wir saßen da, und wir haben so ein Film geguckt, ich glaube, wir hatten irgendwie das Fach, was wir gerade hatten, ich glaube, es war Statistik oder es war Masterarbeit oder irgendwie sowas… nee, wissenschaftliches Arbeiten, genau, das war das, das war das Fach. Und wir haben so ein Film geguckt, ich weiß nicht mehr, warum es in dem Film ging, aber ich erinnere mich ganz genau an eine Szene, und zwar war einer der Ärzte – es ging um die aktuellen Adipositas-Leitlinien – und einer der Mitverfasser dieser Leitlinie saß vor der Kamera und hat halt darüber geredet, welche Dinge gemacht werden sollten, wenn man erhöhten BMI hat oder wenn man viel Körperfett hat. Und dann hat er so ein paar Sachen empfohlen, die man machen soll, wie Weight Watchers und vier, fünf andere Sachen noch. Und dann hat sich dieser Reporter nach diesem Interview – oder vielleicht wusste er es auch schon vorher – hingesetzt und hat sich diesen Verfasser angeguckt, der war halt ein Teil dieser Ärzteschaft, die diese Leitlinie geschrieben haben, und es waren irgendwie fünf oder sechs Ärzte, die diese Leitlinie geschrieben haben, und es waren fünf oder sechs Programme, die empfohlen wurden, und jeder dieser Ärzte, der in dieser Leitlinie mit drin war, dem gehörte eines der Programme. Und die haben also alle die Programme empfohlen, die in dieser Leitlinie drin standen. Und klar, die haben argumentiert und haben gesagt: ja, aber wir haben die Programme geschaffen, aufgrund dessen, dass wir dieses Problem gesehen haben. Aber selbst bei mir hat das diesen, diesen, dieses Gefühl ausgelöst in diesem Moment, dass ich gedacht habe: ja, aber vielleicht empfehlen die das auch gerade in der, in der Leitlinie, ja? Also in dieser 400-Seiten-Leitlinie zur Adipositas stand das halt dann drin, und das ist ja jetzt kein Instagram-Empfehlungscode, sondern das ist ja jetzt wirklich pure Medizin. Aber ehrlicherweise sollte da auch nicht so ein Unterschied sein. Und das hat so ein schlechtes Gefühl ausgelöst in diesem Moment bei mir, dass ich gedacht hab: ich weiß gar nicht, ob ich das glauben soll, was der dann gesagt hat, über diese, über diese Herangehensweise. Und ich fand es dann schon fast – muss fast das Wort lächerlich ein bisschen benutzen – als er dann darauf angesprochen wurde in dem Interview, und er dann gesagt hat: ja, aber wenn es um das Produkt ging, ähm, was mir letztendlich gehört, dann bin ich bei den Diskussionen in der Leitlinie rausgegangen. Und wenn es um die Produkte der anderen ging, jeweils derjenige, dem das Produkt gehört hat, der ist dann aus dem Raum rausgegangen. Und da habe ich dann auch gedacht so: ja, kann sein, aber es erzeugt ein Gefühl nach außen, und ich… und wie von… hätte ich was ganz anderes gesagt, so: ja, aber ich finde schon… ich weiß nicht, ob Ärzte das machen sollten, ob Ärzte sowas empfehlen sollten, ob Ärzte solche Firmen besitzen sollten, ob Ärzte mit solchen Firmen zusammenarbeiten sollen. Ich weiß es nicht, weil… und ich sage das als jemand, der das ja zu einem Teil selber früher getan hat, aber ich finde, das erzeugt immer eine gewisse Befangenheit. Und ich glaube nicht, dass wir, in der Rolle, in der wir uns befinden, sind wir auch Menschen irgendwo, nicht nur Ärzte. Aber ich finde trotzdem, dass das ein, ein ganz, ganz wichtiger Punkt ist, und den man auch einfach mal so fallen lassen muss, der aber natürlich sehr schwierig macht, so ein Buch zu machen in so einem Kontext, weil du würdest dich ja dann hinsetzen, sagen: ich empfehle ein Eisenbisglycinat, und ich kann mir jetzt vorstellen, dann kommen die Leute und fragen: ja, Frau Doktor, welches Präparat soll ich denn jetzt nehmen? Ja, das war tatsächlich, in dem ersten Buch habe ich ja Firmen empfohlen, aus genau dem gleichen Bedürfnis von, von Hilfe geben wollen, wie du auch geschildert hast. Ich habe gedacht: na ja gut, ich arbeite natürlich mit ein paar Firmen zusammen, ich habe von denen nichts, aber ich wollte einfach irgendwie den Menschen einen Anfangshilfe geben, womit sie auf jeden Fall erstmal ohne Gefahr beginnen könnten. Und dann fand ich irritierend, dass trotzdem ganz viele Fragen kamen: ja, Frau Doktor, welche, welche Firma würden Sie denn empfehlen? Und dann habe ich gedacht: ich habe doch schon geschrieben, was mit welchen Firmen ich zusammenarbeite. Und dann war ich schon auch ein bisschen wütend, oder sagen wir mal doch ein bisschen wütend. Und dann habe ich gesagt: okay, das heißt, ich schreibe in dem zweiten Buch gar keine Firma mehr, ich werde nichts mehr empfehlen, weil mir ganz wichtig ist, dass ich einfach besser erkläre, wie man gut einkauft und was sozusagen vielleicht auf der Packung stehen sollte und was nicht. Und ich meine, irgendwie Menschen können ja auch Möbel nachhaltig kaufen, und Äpfel können sie auch kaufen, warum sollen sie nicht denn jetzt auch lernen, irgendwie gute Nährstoffprodukte zu kaufen? Und wir sind ja hier in Deutschland auch irgendwie ganz gut versorgt mittlerweile mit guten Firmen, die finde ich auch sehr gut außen schreiben, was drin ist und vielleicht auch was nicht drin ist. Das war tatsächlich vor 15, 10 Jahren anders, da habe ich noch mit vielleicht mehr Sachen aus dem Ausland arbeiten müssen, das ist heute aber wirklich anders. So, das eigentlich nicht… eigentlich, dass man mit einem gesunden Menschenverstand und vor allen Dingen mit dem Wissen, vielleicht welche Dosis man täglich braucht oder pro Woche, dass man… und mit dem Wissen, dass man eigentlich fast nicht so viel Fehler machen kann, wenn man gemessen hat und seine Dosis weiß, dass man dann einkauft und bitte mich nicht mehr fragt, welche Firma und welches Produkt, weil das werde ich nicht mehr beantworten. Aber diese Erfahrung habe ich auch gemacht, und ich finde auch als Ärztin… Ärzte für uns Ärzte sehr, sehr schwierig mit diesen Produkten. Wobei ich auch mir wünschen würde, etwas zu haben, was ich vielleicht selber irgendwie entworfen habe, wo ich dann ganz sicher bin, dass Misstrauen nicht angebracht ist, ne? Aber das interessiert mich tatsächlich… mich interessieren Produkte gar nicht, mich interessiert die Idee, einfach Menschen zu beschützen vor dem, was im… so getan wird, als sei das ganz normal und eben unser Schicksal, und immer ist nur der einzelne verantwortlich, indem man einfach sich noch gesünder ernähren muss. Und irgendwann hast du auch mal gefragt: woran liegt das, dass ich daran glaube, dass die Ernährung nicht reicht? Ich denke, ein ganz wichtiger Punkt ist tatsächlich unsere Umwelt, inwiefern… also Stoffe… wir sind… also man kann ja mittlerweile auch Umweltgifte über die Blutwäsche rauswaschen und kann dann die Eloate untersuchen und tatsächlich auch Menschen, die jetzt nicht irgendwie ein ganz schreckliches Leben haben und die jetzt auch nicht schrecklich chronisch fatigue haben, sind belastet mit Glyphosat, mit Plastik, mit Schwermetallen, mit Pestiziden, mit Dingen, die ich gar nicht aussprechen kann. Insofern, das ist etwas, das hat es so bestimmt vor 30 Jahren noch nicht in unseren Körpern gegeben, und das braucht tatsächlich, vor allen Dingen ja auch Ausleitungs-Transportmittel, und das sind z.B. sehr viel Mineralien, die als Kofaktoren wirken, um Niere und Leber zu helfen. Auch das, was geht… vieles geht gar nicht, auch über Urin oder Stuhl, Leber wieder rauszubekommen. Also das ist, m, noch nirgends in der Medizin wird das erforscht, was die Umweltbelastung… Klimawandel wird immer nur so getan, Temperatur sei so ein Problem, ne? Und Hitzetote und so. Aber, äh, dass das, was ja den Klimawandel verursacht hat, meinte wegen die Landwirtschaft, die industrielle Lebensmittelherstellung, die Tierhaltung und so, dass das eben auch nicht nur Folgen für die Tiere hat und die Pflanzen, sondern eben auch für unsere Körper. Also das wird noch viel zu wenig beachtet, und ich glaube, dass das mit ein großer Grund ist, warum die Ernährung nicht reicht. Sie ist voll mit dem, die früher nicht drin waren. Natürlicher Fisch ist kriegs selber belastet, gewisse Kakaobohnen sollen Cadmium belastet sein, Reismehl belastet… also richtig gesunde Nahrungsmittel sind belastet. Das heißt, das ist das eine, und da gibt’s glaube ich auch ganz guten Daten für. Das ist auch nicht mehr an Nährstoffen das drin, was vielleicht mal vor 30, 40 Jahren drin war. Oder Milch ist auch nicht mehr Milch, so wie man das früher vielleicht auf dem Bauernhof hatte, von drei Kühen, ja? Oder auch Brot ist auch ein anderes Lebensmittel geworden, durch verschiedene Prozesse, die ich teilweise auch gar nicht überblicke. Aber es fängt ja schon vom Saatgut über Boden über dann Transport, Herstellung… also da ist einen Riesenunterschied zu dem, was ähm eigentlich unser Körper mal gewohnt gewesen ist, über viele, viele Jahre, ne? Ich glaube, du hast gerade einen, einen Fakt angesprochen, den ich vor zehn Jahren auch immer so gesagt habe, den ich jetzt glaube ich so ein bisschen differenzierter oder anders sehe, das es mit den Nährstoffen, die in den, ähm, in, in den Lebensmitteln drin sind… ich glaube nämlich nicht, dass das so gut bewiesen ist, tatsächlich, ähm. Also ich glaube das trotzdem auch, dass das so ist, aber das ist trotzdem nicht so richtig bewiesen, ähm, weil wenn man es… gibt schöne Untersuchungen z.B. von der ETH Zürich, wenn man sich da anguckt, wie sich der Gehalt und der Nährstoffanteil von Selen in den Böden ist, dann sieht man, der Selengehalt nimmt ab. Aber jetzt muss man sich diese Daten dann mal anschauen, und das sind dann modulatorische Hochrechnungen. Also wir sehen dann, da wird verglichen, das Jahr, ich glaube, es war 1980 bis 1999, also diese 19 Jahre wurden dann moduliert hochgerechnet auf 2080 bis 2099, wie sich dieser Gehalt dann verändert innerhalb der Jahre, aufgrund dessen, dass wir wissen, was wir von 1980 bis 1999 verloren haben. Und da sieht man, dass gerade in Europa der Gehalt an Selen so modulatorisch um 9 % abnimmt. Das klingt jetzt erstmal nicht so viel, aber ne, 9 oder 10 knappe Prozent mehr oder weniger zu haben ist natürlich schon deutlicher Unterschied, vor allem wenn es um so Dinge wie Selen, Schilddrüse, wo wir eh viele Probleme haben, denn man mittlerweile sieht, dass Schilddrüsenunterfunktion gerade bei Frauen deutlich nach oben geht in den Verhältnissen. Aber ich habe tatsächlich auch noch nicht diese Daten, also wenn die irgendjemand hat, dann schickt sie mir gerne oder schickt sie uns gerne. Schwierig, die Vergangenheit jetzt… die Daten aus der Vergangenheit… gibt tatsächlich… ich war in einem Experiment dabei vor mehreren Monaten, da ging es um… ist eine gute Frage… ich glaube, da ging es um Nahrungsergänzung, wo ich mit jemandem Blutwerte gemessen hab, dann hat er 30 Tage Nahrungsergänzungsmittel genommen, und dann haben wir wieder Blutwerte gemessen. Wir haben natürlich vorher total viel Sachen gefunden, die nicht in Ordnung waren, die auch zu seiner Anamnese passten. Und der hat aber auch mit einem, ich glaube, was Ernährungswissenschaftler oder so, mit dem hat er auch gesprochen, und der hat über die Tomate nämlich geredet, dass man genau sieht, wie der Anteil der Nährstoffe in der Tomate abnimmt. Aber ich habe diese Daten immer noch nicht gesehen, von daher ist es schwierig. Aber vom Geschmack her würde ich schon sagen… genau, weil… sag ich selber merke, dass sich was verändert hat… gen… was ich auch so sehe… jetzt weiß ich nicht mehr 100%ig, wie mit 15 so ein Apfel… ausser… ich glaube, da ist schwieriger für mich als… aber wenn wir uns so ein Apfel angucken heutzutage, der ja riesengroß ist zum Teil, im Verhältnis wo Gentechnik und Co plötzlich riesen Rolle spielt… ich glaube schon, dass das ein großes Problem ist, auch so dieses Glyphosat. Ich meine, Glyphosat wurde früher zugelassen als Antibiotikum, eigentlich… so ja, klar, dass das jetzt nicht so optimal ist, wenn das jeder von uns irgendwie zu sich nimmt, ähm. Aber ich glaube schon, dass das ein riesen Problem ist, aber ich glaube auch trotzdem, dass uns da immer noch so… wir nicht so richtig verstehen, was genau macht das jetzt. Also das macht was, und ich bin total bei dir, dass wir heutzutage einen viel höheren Stress haben, mit dem klar kommen müssen, irgendwie gleichzeitig, aber weniger Nährstoffe zu uns nehmen, aber irgendwie mehr verbrauchen, also…

Irgendwie ist das alles, ist auf jeden Fall ein GAP. Genau ist irgendwie nicht so klar, aber wir können das… Ich finde das sehr schwierig zu greifen, so. Und das wir sehen, das könnte man aber erforschen, genau. Und ich finde auch, dass man das müsste, tatsächlich. Und dass das super relevant wäre. Ich… ich verstehe viele Dinge davon einfach nicht, warum das so ist. Und ich glaube, es ist aber super wichtig, trotzdem darüber zu reden, dass man es nicht versteht. Aber das auch so zu kommunizieren, weil ich glaube, die Kommunikation, die wir heutzutage haben – und da komme ich gleich dann auch so zu dem letzten Thema, wenn es um Kommunikation geht, gerade was uns jetzt betrifft, also was Ärzte, was Leute in diesem Gesundheitsbereich angeht – ich glaube, Kommunikation ist ganz wichtig. Weil natürlich ganz viel von dem, was wir sagen, so genommen wird und dann so weitergegeben wird, einfach. Und am Ende heißt es dann, jetzt böse formuliert: „Je Elena hat gesagt, in der Tomate ist weniger Nährstoff drin.“ Genau. Und am Ende sagen das zehn Leute nacheinander, und am Ende bist du dann die Blöde. Das hast du ja gerade so gar nicht gesagt, ne? Ich habe es ja jetzt nur so formuliert. Und ich mache diesen Fehler auch ständig und immer wieder. Ich sage etwas, aber nicht in dem richtigen Kontext. Und deswegen finde ich Instagram z.B. auch so eine komplizierte Plattform, weil, weißt du, wir haben so 90 Sekunden mittlerweile mehr für ein Video Zeit, irgendwas aufzunehmen, und der Kontext fehlt einfach. Du… du greifst irgendwie einen Punkt, einen Aspekt, eine Zahl, eine Date, greifst du aus einem Gesamtkontext raus, haust dir in die Kamera, jemand sieht das, und der baut einen anderen Kontext da drum, und dann ist plötzlich die Aussage eine ganz andere.

Aber ich glaube, es ist ganz wichtig, dass wir – und das soll jetzt gar nicht böse klingen für jeden, der das jetzt hört – die meisten Menschen verstehen ja von dem, worüber wir reden, wir versuchen das jetzt ja sehr einfach und plakativ zu machen, weil das ja so wichtig ist. Aber die meisten Menschen verstehen das natürlich nicht, was ja auch logisch ist, aufgrund dessen. Deswegen hast du die Bücher geschrieben und Co. Die haben das halt nicht studiert, die haben jetzt nicht in der Klinik gearbeitet wie du und Co. Und ich glaube, für viele ist das ganz ganz schwierig zu verstehen. Und es gibt in Deutschland – in Amerika ist das auch so – aber es ist… es gibt auch diese andere Seite. Das ist in Deutschland… das ist so eine krasse Ellenbogengesellschaft. Da ist so der sagt das: „Nee, das ist falsch!“ Dann der sagt das: „Das ist auch falsch!“ Wir müssen uns viel mehr gemeinsam hinsetzen und über die Dinge reden und halt offen sagen: „So hey, das… ich sehe da irgendwie ein Problem, aber ich verstehe das nicht. Kann mir das irgendeiner erklären? Oder kannst du mir vielleicht helfen?“ So. Und ich finde das super wichtig, dass man über diese Dinge redet, aber vielleicht auch einordnet und sagt: „Ich sehe das, und meine Erfahrung sagt das und das, aber ich habe da irgendwie keine Daten, die mir das belegen. Und ich verstehe das auch nicht.“ Weil die Leute rennen ja am Ende dann draußen rum und verwechseln kurzfristige Wirkung mit langfristigen Wirkung, was ja völlig unterschiedliche Dinge sind. So ja, kurzfristig gesehen: Was macht Sport? Erhöht die Entzündungswerte, macht insulinresistent, erhöht den Blutdruck, erhöht die Herzfrequenz, das Immunsystem wird runter… ja, alles schlechte Sachen. Da wird man jetzt ja sich hinsetzen sagen: „Boah, die Mechanismen verstehe ich. Sport ist schlecht.“ Und erhöht langfristig das Herzkreislaufrisiko, macht ja langfristig das genaue Gegenteil. So. Und ich glaube, es ist super wichtig, dass diese Kommunikation eben in eine richtige Bahn eingeordnet wird, gerade was ein so noch nicht so bewiesenes Thema wie diese Nährstofftherapie und Co angeht, weil wir dann eine viel – wie sagt man – viel mehr Offenheit dafür bekommen und auch viel schneller weiterkommen, glaube ich.

Also tatsächlich deswegen habe ich ja versucht, in dem grünen Buch erstmal irgendwie, sagen wir mal, alle Kritikpunkte aufzugreifen, versucht sie irgendwie zu relativieren, zu erklären, dass man sich erstmal mit weniger Angst Nährstoffen und im Übrigen auch Hormonen nähern kann. Und dann versucht im zweiten Schritt zu erklären, wie man das anwenden könnte. Und ich meine, ich kann mir vorstellen, dass jetzt auch nach diesem Podcast eher noch mehr Fragen entstanden sind. Aber ich kann es jetzt nicht ändern. Es ist noch nicht erforscht. Es ist tatsächlich ein anderer… eine andere Herangehensweise. Ich versuche die Gesundheit zu gestalten und versuche jetzt nicht primär Menschen zu retten, die krank sind, sondern es ist erstmal der Versuch, über die Labordiagnostik herauszubekommen, wer was warum nutzen könnte in punkto Nährstofftherapie und Hormontherapie, ergänzend zu allem anderen, was Sinn macht. Und das kann auch schlimmste Schulmedizin sein, das kann Sport sein, das kann Umzucht sein, Ernährung. Und ich hoffe einfach, dass, sagen wir mal, mit unseren Informationen erstmal die Menschen verstehen, dass es einfach nicht so einfach ist, da jetzt einfach schwierigste Fragen mal eben so zu beantworten. Dass man sich wirklich Mühe geben muss, man muss lesen, man muss sich wirklich noch mal mit der Thematik etwas näher befassen. Dann ist wichtig vielleicht mit kleinen einzelnen Dingen zu beginnen, die einfach zu einem passen, die man schon immer vielleicht mal machen wollte. Wichtig ist zu wissen, dass man in Labore gehen kann, dass man dort Laborwerte kaufen kann, dass das also nicht etwas ist, wo man nicht rankommt, wenn ein Arzt nicht mitspielt. Ja, ich kann mir vorstellen, auf dem Land ist es schwieriger als in der Stadt. Auch vielleicht wichtig zu wissen ist: Ich glaube, dass das jetzt auch so eine Welle ist, auf der wir surfen oder reiten. Das heißt, viele Kollegen in deinem Alter werden sich nicht mehr so, wie das in meinem Alter war, einfach jetzt sofort in die Kassenmedizin stürzen, sondern die sind kritisch, die wollen irgendwie gestalten und wollen nicht nur irgendwie reparieren und verwalten. Das heißt, ich bin voller Hoffnung, dass die Ärzte, Ärztinnen, die jetzt Nachkommen, sich mehr mit funktioneller Medizin und auch mit Prävention beschäftigen. Also ähm… es ist komplex, da kann ich jetzt nichts machen. Produkte ist nicht das Problem, die Dosis ist wichtig, die findet man nur übers Labor. Mh. Wenn jemand super krank ist, dann ist es schon wichtig, dass mit den Ärzten zu besprechen, weil es dann vielleicht im schlimmsten Fall als erstes Geldverschwendung ist, ist nicht sofort Schaden. Und es ist auch nicht unwichtig, mit den Ärzten ähm auch einen gemeinsamen Weg zu beschreiten. Und auch dafür habe ich die Bücher geschrieben, dass man sie, sagen wir mal, auch einem Arzt vielleicht mal schenken kann. Und immerhin habe ich ja die Erfahrung und dadurch vielleicht auch eine gewisse Glaubwürdigkeit, dass das, was ich da beobachtet habe, auch vielleicht ein interessanter Aspekt sein könnte, ne? Also insofern… vielleicht erstmal so ein bisschen zusammengefasst die Schwierigkeiten, die das Ganze mit sich bringt. Und insofern freue ich mich, dass wir schon mal irgendwie zumindest uns das Gefühl geben, dass wir doch eine ähnliche Wahrheit bearbeiten und auch gefunden haben, ne? Absolut. Und dass ich deine Erfahrung und meine Erfahrung ähneln oder sogar auch decken, das ist doch auch erstmal eine interessante Idee. Ich denke auch, dass man durchaus 20 Ärzte im Land schon in diesem Sinne sammeln könnte, ja. Aber wir sind alle erstmal auch so ein bisschen Einzelkämpfer. Ich meine, ich habe jetzt, was weiß ich, wie lange ich rum, einzeln vor mir hin geforscht und beobachtet habe. Und da möchte ich auch mal was Positives vielleicht über Social Media sagen. Also ich glaube, dass die Bücher nicht so viel Verbreitung gefunden hätten, wenn ich hier nicht auch versucht hätte, gut zu kommunizieren oder meintwegen auch ein bisschen Wissen zu verbreiten, erstmal so.

Also nicht verzagen, nicht sofort ohnmächtig werden, wenn es kompliziert ist. So ist es. Lesen! Dafür haben wir du ja auch ein bisschen was geschrieben. Es gibt auch noch drei, vier andere gute Bücher, je nachdem, was einen interessiert. Und es ist eben nicht in Ordnung, einfach mal eben zu erwarten, dass jetzt über Instagram einen jemand rettet. Das geht nicht, das ist unmöglich. Du hast gerade so das Wort „Schaden“ in den Raum geworfen. Welcher Schaden? Es wird ja im Moment immer wieder in den Medien und Co darüber geredet, dass Nahrungsergänzungsmittel, Nährstoffe, wie man es auch nennen möchte, dass sie eigentlich oft mehr Schaden können. Wie stehst du dazu? Ich will ja jetzt gar nicht ganz tief rein, weil wir hatten ja tatsächlich – kann man ja auch sagen – als Idee eigentlich zuerst, dass wir uns so ein Artikel nehmen und diesen Artikel so ein bisschen auseinanderpflücken und darüber reden. Das ist aber so aufwendig geworden… ich glaube, wir haben jetzt irgendwie ein Dokument – ich habe es ja eben gezeigt – von knapp 60 Seiten schon aufgearbeitet. Und ich finde es glaube ich auch den falschen Schritt, dass wir ja jetzt irgendwie über die Zeitung, über den Autor oder die Autorin sprechen, die das geschrieben hat, weil das wäre, finde ich, wieder der falsche Schritt, dahingehend was zu verändern. Ich möchte jetzt echt mal den Weg suchen und gucken, ob ich sie oder ihn vielleicht in den Podcast kriege und mit ihr oder mit ihm über das Thema rede. Weil wir haben das so detailliert aufgearbeitet, und ich bin bei ganz ganz vielen Facetten bin ich anderer Meinung. Und ich bin vor allem der Meinung, dass das ganz oft ganz ganz viel Angstmacherei ist. Und die Headline ist ja immer oder fast immer: „Nahrungsergänzungsmittel schaden oder können Schaden.“ Mal so zwei, drei Takeaway-Sätze… ich weiß, zwei Sätze fallen dir schwer, aber zwei, drei Takeaway… also erstmal: Ich finde vielleicht doch gut, wenn wir in der Medizin nicht mehr das Wort „Nahrungsergänzung“ benutzen würden, weil es tatsächlich auch in den Medien irgendwie sowas wie missbraucht worden ist. Ich verrate… ich verrate jetzt was: Wir haben bei uns in der Akademie, hieß das Modul 8, hieß vorher „Nahrungsergänzung“, in „Nährstoff“. Und nachdem ich dein Buch gelesen habe, habe ich das Modul umbenannt in „Nährstoffmedizin“. Ja, das finde ich gut. Also Nährstoffmedizin, Hormonmedizin oder Hormonwissenschaft, Ernährungswissenschaft, Nährstoffwissenschaft. Das finde ich viel bessere, seriösere und einfachere deutsche Worte. Auch Mikronährstoffe… ich weiß, dass man damit meint: „Ministoffe“, aber das, was man therapeutisch ja dann macht, ist nicht Mikro, sondern wirklich auch bisschen voluminös, unangenehm. Und der Begriff ist auch verbrannt, den… den haben sie in der Ärzteschaft so ein bisschen den Heilpraktikern gegeben, und das ist so wie „Fräulein“ oder so, das gilt nicht. Also insofern wäre die Idee wirklich nur noch über Nährstofftherapie zu sprechen. Und jeder, der das Wort „Nahrungsergänzungsmittel“ benutzt, ist für mich einfach kein ordentlicher Ansprechpartner mehr. Bisschen gemein, aber da… das verstehe ich nicht und unter dem, was ich mache, weil es ist ja nicht ergänzend zur Nahrung, und es soll die Nahrung auch nicht ersetzen, sondern es ist über die Ernährung hinaus mache ich Medizin mit etwas, was normalerweise in der Nahrung drinnen sein sollte, aber sogar extra auch oft höher dosiert als das, was man mit der Nahrung schaffen könnte. Das ist jetzt so wie mit Sport: Du machst mehr Kilos als normal wäre, oder Sauna: Du machst mehr Temperatur als normal wäre, um etwas vielleicht zu bewirken, um ein Reiz zu setzen oder eine Wirkung zu erzeugen.

Und mit dem Schaden… also meine Beobachtung ist, dass immer, wenn man sich diese Artikel genau anschaut, es einfach eine blöde Headline ist. Teilweise passt sie sogar gar nicht zum Inhalt des Artikels, aber anscheinend geht es nur so, dass man vielleicht den Artikel auch unter die Menschen bekommt, dass er dann gelesen wird. Also irgendwie negative Nachrichten werden mehr gelesen als positive, wurde mir so gesagt, das sei in den Medien normal oder sogar üblich und Absicht. Oft werden da drin dann auch Dinge beschrieben, die haben dann mehr so mit wirtschaftlichen Daten zu tun, dass vielleicht dann Unternehmen Gewinne machen, wenn eben in den Drogeriemärkten dann Nahrungsergänzungsmittel gekauft werden, als sei das etwas Schlechtes. Ich meine, die Autoindustrie freut sich, wenn sie Gewinne macht, warum darf denn die Nahrungsergänzungsmittelindustrie keine Gewinne machen? Es… es ist halt nur die Diskrepanz, dass das von der Ärzteschaft nicht empfohlen wird, und trotzdem ähm gewinnen die immer mehr äh an Umsatz, und dann auch oft wird schlecht darüber berichtet, weil dann eben manche Hersteller äh mit unglaubwürdigen Marketing-Sätzen irgendwie die Leute versuchen zu ähm kriegen, also irgendwie: „Sie nehmen ab, nur mit unserem Mittel!“ Oder sowas. Aber das wird doch auch mit anderen Produkten falsch gemacht, und das darf man dann eben nicht glauben, wenn man Konsument ist, und sowas dann eben auch nicht kaufen. Also es werden da viele viele Dinge miteinander gemischt, und selten geht es um das, was ich in der Praxis mache, in den Büchern schreibe oder über das, was wir uns hier unterhalten, dass man z.B. mit Erythropoetin und einer Eiseninfusion Dialyse-Patienten so einstellt, dass sie ein Hb von 11 haben, das wäre ja dann auch ganz schrecklich, ne? Oder dass man mit Insulin Typ-1-Diabetiker behandelt, oder dass man eben Hormonersatztherapie mit Progesteron und Estradiol macht. Das alles ganz böse dann in diesen Artikeln, weil entweder irgendwer gewinnt oder irgendwer falsch kommuniziert oder die Packung irgendwie nicht gut beschrieben ist. Also das hat alles mit den Effekten und der medizinischen Wirkung von Nährstoffen, Vitaminen und Co nichts zu tun, wird aber im Artikel so nicht kommuniziert. Und das ist wirklich richtig schädlich, und das trägt z.B. auch eben dazu bei, dass dann eben viele Fragen aus einer Verunsicherung herausgestellt werden. Ja, ich… also ist wirklich schwierig. Ich verstehe auch nicht, warum die Medien das unterstützen. Sind ja durchaus auch sehr seriöse Zeitungen oder Magazine. Also oft wird sich auch wiederholt… ähm ich glaube, oft ist auch sowas wie so Strohman-Argumente, die dann mit drin sind, solche… also es… wie auch keine Experten zitiert, die meintwegen auch gute Erfahrungen gemacht haben. Ist ja jetzt nicht so, als sind wir… werden wir beide allein auf der Welt, ja. Ähm… ich kann es dir nicht erklären, aber es ist wirklich schwierig. Es wird… nicht über die Medizin, nicht über den… nicht über das, wie wir das machen, geschrieben, sondern über die Hersteller, über die ähm unlauteren Methoden, die vielleicht der eine oder andere hat, und das wird dann übertragen auf die medizinische ähm Wirkung, die dann mit einem Schaden verbunden wird. Und was ja auch durchaus passiert ist, dass manchmal auch mit einem Nährstoff etwas übertrieben worden ist, und dann steht eben: „Vitamin D schadet.“ Wenn man dann guckt, dann hat da also jemand irgendwie 100.000 Einheiten am Tag genommen. Und da gibt’s halt Menschen, die sind unterschiedlich empfindlich, und wenn der in Wahrheit vielleicht nur 1000 oder 2000 gebraucht hätte, dann ist das natürlich auf Dauer schädlich, aber das heißt jetzt nicht, dass Vitamin D per se schädlich ist. Dann wäre ja… das… das… das geht ja gar nicht, ne? Also der Umgang mit Nährstoffen wird negativ in den Medien aufgegriffen, ja, wiederholt.

Ja, ich glaube, das ist auch irgendwie vielleicht… also ist nur eine Vermutung, vielleicht bringen wir da ja bald so ein bisschen Licht ins Dunkel, wenn wir da mal mit jemandem reden können. Aber ich glaube, das halt auch so ein bisschen der Versuch, dem entgegenzuwirken, was halt durch diese ganzen Firmen halt häufig einfach passiert. Da werden falsche Versprechungen gemacht, diese Health Claims werden nicht eingehalten, es werden Dinge versprochen. Und da spielt man halt… du hast es jetzt schon dieses Angstthema ganz ganz ganz oft angesprochen… Vertrauen spielt da eine sehr große Rolle. Und ich glaube, wie wir es jetzt schon mehrfach gesagt haben, ist es… ist einfach alles nicht verstanden, so richtig, ne? Also es ist… das, was man mit Nährstoffen macht, ist nicht so richtig verstanden, dann wird das andere, was aber irgendwie auch mit Nährstoffen zu tun hat, wird dann aber alles in einen Pot geworfen, und dann heißt es nachher: „Das ist alles dasselbe und das gleiche.“ Und ich glaube, deswegen dieses Kommunikationsthema ist da super super wichtig. Aber ich werde dazu, wie gesagt, noch mal was ganz im Detail machen. Ich würde sagen, lass uns doch… doch mal ganz kurz uns so eine… so eine Case Study angucken. Ich wollte das Blutbild ja von dem jungen Mann eben schon geben, aber du hast gesagt: „Ne, behalt das mal lieber, zeig mir das gleich, ohne dass ich mir schon Gedanken machen kann vorher.“ Also ich habe ein Blutbild mitgebracht von dem jungen Mann. Ich muss jetzt gerade mal gucken selber, wie alt er war… Blutbild ist irgendwo knapp 90, 96 oder so war er geboren… genau, 96 geboren… 7… ist jemand, der sehr viel Sport macht, jemand der präventiv keine… keine Beschwerden, und der wollte einfach mal ein großes, großes, großes funktionell-medizinisch, nährstoffmedizinisches Blutbild machen. Wir blenden euch das Blutbild hier natürlich auch mal ein. Z.B. interessant ist: Viele Menschen sprechen immer so: „Ja, ich hätte gerne ein Blutbild, ne?“ Und dann versuche ich immer den beizubringen: „Sagt das nicht, wenn ihr zu den Ärzten geht, sondern sagt, dass ihr eine funktionelle, eingehende Labordiagnostik haben möchtet, präventiv oder irgendwie ein Thema erforschend.“ Und das, was ich jetzt hier auf der ersten Seite sehe, ist aber das Blutbild, nämlich… das ist sozusagen ein Röhrchen, wo man dann unter Mikroskop früher hätte sehen können, das Bild der Zellen, die im Blut sind. Großes Blutbild. Und interessant ist: Ja, jetzt ist es hier sogar nur ein kleines, das heißt, ist kein… kein Differentialblutbild, ist auch NS, ne? Tatsächlich nur ein kleines Blutbild. Ein großes Blutbild, wenn die weißen Blutkörperchen noch weiter differenziert werden in ihre unterschiedlichen Subtypen. Und interessant jetzt hier bei dem jungen Mann ist z.B.: Er hat einen guten Hb von 156, ähm das liegt so genau mittendrin, und ähm interessant ist, dass das MCV, das ist das mittlere korpuskuläre Volumen von diesen roten Blutkörperchen, mit 97 schon einen Punkt über den oberen Referenzbereich ist. Und dann denke ich: „Aha, die sind ein bisschen zu groß. Ist nicht schlimm, aber das kann sein, dass er ein B12- und oder Folsäure-Mangel und oder -Bedarf hat.“ Also da könnte ich mir gut vorstellen, dass hier etwas ist, was dem Knochenmark helfen würde, etwas kleinere rote Blutkörperchen herzustellen. Die halten übrigens 3 Monate, und deswegen der HbA1c-Wert gilt 3 Monate zurück, solange diese Dinger leben. Also das ist interessant. Und… Thrombozyten sind in Ordnung mit 240.000. Das ist erstmal so alles ganz hübsch. Auch Natrium ist 146, das ist auch obere Referenz… die Idee, aber vielleicht bisschen zu wenig getrunken hat. Also eigentlich ist das so in der Mitte immer 140 konstant. Dann… also weiter geht’s auf der Rückseite… ach so, warte, Rückseite… dann hat er… da stand das Blut glaube ich länger irgendwie bei euch im Labor rum. Hat das… kann sein. Das Problem haben wir immer wieder, so wie du es eben mit der Logistik auch angesprochen hast. Also das… das passiert bei mir auf keinen Fall, weil… weil dann würde ich sofort nervös werden, weil das in der Nephrologie früher immer etwas war, wo man dann schnell Dialyse machen musste. Also 6,9 ist mit einem Leben nicht wirklich vereinbar, insofern das Blut ist dann schon ein bisschen länger irgendwo gestanden. Und wenn die roten Blutkörperchen dann kaputt gehen, die Konzentration von Kalium ist in den Zellen hoch, und dann ist falsch sozusagen das Kalium im Blut hoch. Also das müsste man noch mal kontrollieren. Dann interessant ist: Er hat ein sehr niedriges Calcium, also 2,06. Das ist… bei euch ist 2,08 und bis 2,65. Das finde ich echt interessant. Also da würde ich jetzt denke ich dann schon im Kopf: „Aha, mal gucken, ob er Vitamin-D-Mangel hat, mal gucken, was mit seinem Magnesium ist.“ Magnesium im Serum geht da… wäre natürlich interessanter, was im Vollblut ist. Vielleicht kommt das noch… komm… dann hat er interessanten Kreatinin erhöht von 1,34. Jetzt kenne ich den ja nicht, ich nehme mal an, er ist sehr muskulös und nimmt irgendwas… dann ist das… bin nicht ich, ne? Weil das hast du ja eben auch von… bin nicht ich… der ist 27 hier, also noch mal bisschen jünger. Dann eine Harnsäure mit 4,5, die ist gut, z.B. da sollten die Männer z.B. nicht über sechs sein, Frauen nicht über vier. Dann Cystatin C ist tatsächlich auch nicht niedrig, das ist so der geheime Nierenwert, das ist Kreatinin-unabhängig. Das finde ich jetzt erstmal interessant und würde ich mal im weiteren Lauf beobachten. Vielleicht müsste man mal ein Ultraschall von den Nieren machen und ihn wirklich mal fragen, ob er genug trinkt. Vielleicht ist er zu dir nüchtern gekommen und hat vergessen irgendwie zu trinken. Also ich sage den Leuten immer, sie sollen nicht nüchtern kommen. Manche jungen Männer fallen dann auch in Ohnmacht, die legen wir immer hin… auch schon gehabt. Also besser ist zum Blut gehen… an alle: Wenn man gut bewässert ist, schön Wasser getrunken haben, damit a… dann derjenige, der Blut abnimmt, auch was findet, der Blutdruck nicht so niedrig ist und man danach nicht so schlapp ist. Dann ist interessant hier die Leberwerte… da hat er eine GPT von 67, das ist über der Referenz von 40. Das ist interessant, verstehe ich nicht… ist jetzt nicht schlimm. In der Schulmedizin würde man sich aufregen, wenn das dreistellig wäre, ne? Hast du viele Sportler bei dir? Also bestimmt nicht so viele wie du… bei Sportlern jeder zweite… g… und warum? Also ich kann es dir nicht hundertprozentig sagen, ist wieder jetzt nur Erfahrung, weil auch dazu… als ich das Buch geschrieben habe, habe ich da nämlich einen Patienten beschrieben, im Buch auch. Ich würde davon ausgehen, dass das mit dem erhöhten Grundumsatz damit zusammenhängt, dass einfach deutlich mehr umgesetzt wird und dadurch die Leber natürlich auch deutlich mehr machen muss, weswegen es sein könnte… es aber jetzt nur ein Mechanismus, dass die Enzyme halt hochreguliert werden. Gibt’s aber leider keine aktuellen Daten zu, zumindest keine, die ich kenne. Aber sehen wir erfahrungsgemäß bei wirklich fast jedem zweiten Sportler. Also was zu deinen Sportler-Ideen passt, ist, dass er auch eine erhöhte CK hat, ne? Also das ist ja häufig nach… und tatsächlich die GOT und die CK, die sind… also GOT ist auch ein bisschen aus der Muskulatur kommen, da ist er hier auch am oberen Referenzbereich. Also es könnte tatsächlich sein, dass einfach Muskel… Muskelgewebe kaputt geht und deswegen vielleicht unter anderem auch die GPT etwas erhöht ist. Z… wür… erforscht eine CK-MB von irgendwie… um die… ich weiß jetzt nicht, was er hat… zu hoch… ja, haben wir auch. Also wir haben regelmäßig… ich weiß es nicht… ist das das Blut von ihm, wo er eine CK-MB um die 50 hat? Ja, ja, genau. Weil… also ne, da habe ich dann nämlich auch kurz einmal geschluckt und kurz einmal überlegt: „Okay…“ Mit ihm gesprochen, aber alles gut. Und sehen wir bei Sportlern regelmäßig. Wir haben ganz wenig CK und CK-MB im… in der Referenz einfach durch dieses… durchs Krafttraining halt. Interessant. Und das würde ich jetzt trotzdem erstmal nicht so stehen lassen, dass das so normal ist, sondern ich könnte mir vorstellen, dass es da vielleicht doch auch Gründe gibt. Erstens es… scheint ja dann nicht jeder Sportler zu haben, ne? Würdest du denn sagen, dass die Sportler, die sich schnell verletzen, eher wenig CK haben? Nee, würde ich nicht sagen. Ich würde primär sagen, dass die Leute, die hohes, exzessives Krafttraining primär… die sind die solche Werte haben. Also Ausdauer weniger. Okay. Also ich kann vom Gefühl her mir noch was eingeben… aber ein super… kann ich dir mal schicken, habe ich noch nicht gelesen… gibt vor letzte Woche rausgekommen… ein super geniales neues Forschungsbuch über die Zusammenhänge von Blutbildern und Ausdauersport. Letzte Woche rausgekommen? Ah ja, interessant. Also dann mache ich mal weiter… hat natürlich hier auf keinen Fall eine familiäre Hypercholesterinämie, hat perfekte niedrige oder sagen wir mal wirklich junge, schöne Cholesterinwerte… ist auch Fleisch… falls sich das jetzt jemand fragt… gerade kein… 20 LDL, 52 auch gutes HDL, 53… ApoB ist sogar zu niedrig… Lipoprotein(a) ist er auch nicht… hat auch kein erhöhtes CRP, finde ich auch gut… hat ein Ferritin von 115… Transferrinsättigung ist gut von 41… ich weiß nicht, bei Sportlern reicht der 115… ja, also… ist jetzt… ist ein Mann, der ist recht groß, der ist ziemlich muskulär… ich hätte jetzt die eher so 150 oder sowas… aber… also ich selber z.B., ich habe immer so Werte von um die 130, 135, und das ist z.B., finde ich, völlig… z.B. hier hat er HbA1c 4,8%, also auch sehr gut… dann… sie… das finde ich jetzt interessant. Also ich denke, wenn die CK erhöht ist, jetzt bei den etwas älteren, denke ich doch, dass die Schilddrüse schlapp ist. Es gibt ja in der schweren Hypothyreose auch das Wort Myopathie, ne? So Myxödem so… und hat jetzt ein TSH von 3,2… wie sind die freien Werte? Moment… ja, sehr gutes T3 und wirklich sehr gutes T4. Und aus meiner jetzt Oldi-Sicht ein zu hohes reverse T3 von über 200, wobei ich jetzt auch nicht weiß, hier bei ganz immun, ob das so eins zu eins zu vergleichen ist mit den Werten, die ich vom IMD kenne, wobei die das auch irgendwo hinschicken. Also das würde ich jetzt erforschen, dass man vielleicht mal… mal einmal Nieren-Ultraschall macht, dass man einmal Schilddrüsen-Ultraschall macht, guckt, ob er vielleicht da eher klein ist vom Organ oder saftig, ob er kleine Knötchen, Zysten hat. Also ist interessant, aber erstmal hier nicht ein Handlungsbedarf, dass man Hormone geben müsste, ne? Dann natürlich eine super niedrige PSA… wir sprechen auch… weißt du, was mir an der Stelle… ich werfe das… ist jetzt mit dem Fall gerade gar nichts zu tun, weil ich habe mich für eine andere Folge auch lange mit dem Thema Schilddrüsenhormone und Schwangerschaft z.B. beschäftigt… und ich finde das super spannend, und das deswegen kommt mir das jetzt gerade in dem Kontext, weil er hat ja jetzt keine einzuordnende Schilddrüsen-Diagnose. Also es ist keine latente Unterfunktion, es ist keine manifeste Unterfunktion, aber das TSH ist ja trotzdem zu hoch eigentlich. Und was ich super spannend finde, wenn es ums Thema Kinderwunsch z.B. geht, und das ist so eine Frage, die ich mir immer wieder stelle, aber noch keine Antwort dafür habe: Es… es gibt Daten zu, die zeigen, dass wir… also ich jetzt nicht, weil ich ein Mann bin, aber dass Frauen ähm eine… eine höhere… wie sage ich jetzt wissenschaftlich korrekt… eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, schwanger zu werden, wenn der TSH unter 2 oder je nach Daten unter 1,5 liegt. Es gibt das aber…

Immer nur anhand von Messung, rein am TSH. Und was ich mich jetzt frage, ist: ist der TSH-Wert wirklich das, was da die ausschlaggebende Rolle spielt? Weil, wenn ich jetzt so eine Frau hätte, die solche Werte hätte, da würde ich ja sagen: die hat eine super Voraussetzung, schwanger zu werden, gerade laut der Daten. Aber eigentlich nicht, weil der TSH-Wert so hoch ist. Es gibt aber keine Daten, die mir zeigen, wie das Thema Wahrscheinlichkeit schwanger oder Kinderwunsch – wie wahrscheinlich das ist – anhand der freien Werte fT3 und fT4. Diese Untersuchung gibt es so nicht, sondern das ist nur anhand von TSH-Wert gemacht. Die gibt es auch für andere Menschen. Es wird viel zu sehr in der klassischen Medizin sich auf das TSH allein gestürzt, und das mag ja ein ganz guter Wert sein, bei vielleicht noch Schilddrüsen-Gesunden, um, meinenwegen, die rauszufischen, die zehn oder so haben. Meinenwegen, auch Neugeborenen-Screening macht man sowas. Aber ich finde schon lange, dass das kein Wert ist, z. B. unter Therapie, auf den ich mich verlassen kann. Das wird aber immer noch so in der Praxis draußen gemacht. Also, die Hausärzte machen nur TSH und meinen dann, dass das die Wahrheit sei. Und tatsächlich, ich finde es ein absolutes Muss, dass man zur Abklärung der Schilddrüsenfunktion unbedingt die Hormone misst, nämlich T3, T4 und in Wahrheit auch das RT3. Und bei dem könnte man z. B. auch mal die Antikörper machen. Ich meine, ist natürlich jetzt bei Männern eher selten, aber das finde ich – mache ich – finde ich so Routine tatsächlich in der Leitlinie, in der aktuellen Leitlinie auch nicht drin. So, da wäre sogar Antikörper-Messen nur drin, wenn das TSH erhöht ist, das fT4 erniedrigt ist. Dann würde man Antikörper messen. Wäre ja da tatsächlich jetzt nicht der Fall.

Dann hat er ja als nächstes hat er echt super Gesamteiweiß, hat einen sehr guten Omega-3-Index, hat so zehn pro – also, von mir aus kann man auch ruhig zwölf haben. Im Schnitt haben Menschen – der muss substituieren, der substituiert, weil nämlich die, die nicht substituieren und vielleicht auch ein bisschen Fleisch losessen würden, die haben dann eher so fünf Prozent. Ich habe auch schon drei Prozent, ich habe schon zwei – komm noch was. Mhm. Dann interessant. Ich sehe auch, dass er ein paar Mineralien nimmt. Also, hat wirklich ein sehr gutes Selen mit 160 im Vollblut. Dann hat er tatsächlich auch im Vollblut Calciummangel. Also, das wäre jetzt auf jeden Fall was, was ich ihm ans Herz legen würde, vielleicht doch zusätzlich zu nehmen. Was würdest du da machen? Also, ist nicht – weil ihr habt ja sicherlich auch noch mal Vitamin D. Ja, das ist da – da ist er eigentlich schon ganz gut eingestellt. Vielleicht steigert man das noch mal, und dann würde ich schon 1000 mg – mm – Calzium – nein, ich sag jetzt keine Firma – sondern in Wahrheit ist tatsächlich auch – bin ich bei Calzium sehr leidenschaftslos. Hauptsache Calzium. Das könnte auch etwas aus der Drogerie sein. Mhm. Und da ist eher das Problem, dass das groß ist und dass dann die Menschen sich überlegen müssen: die Tabletten sind groß, schaffen die das? Wollen sie ein Pulver oder eine Tablette oder eine Kautablette oder so? Ist eher so ein bisschen die Form der oralen Aufnahme, die da das Problem darstellt. Es kann auch sein, dass er vielleicht mehr braucht, muss man mal gucken. Dann, wie lange wirst du das jetzt nehmen und dann wieder nachmessen? Also, wenn ich – wenn Geld kein Problem ist und die Termine auch nicht, dann finde ich schon alles nach so drei Monaten interessant. Gerade bei so jemandem, der jung ist, so zehn, zwölf Wochen. Ja, dann passt das doch auch gut, ne? Also, gerade so jemand, der jung ist, der setzt schnell um, und man, glaube ich, sieht schnell Veränderungen, ne?

So, dann hier der nächste Zettel. Hat ganz gut Vitamin B12 substituiert, bestimmt auch, und er hat tatsächlich doch auch ein ganz gutes Vitamin D. Da haben die hier andere Einheiten. Ich denke mal, das sind 50 in meinen Nanogramm pro Milliliter. Nanogramm müsste da aber auch drauf sein. Stimmt, ist 50, da drunter. Ja, und da finde ich schon, dass er ruhig 60, vielleicht auch 70 haben dürfte. Und das 25 – 125 – oh, Vitamin D ist mit 46 ein bisschen erhöht, was ich deswegen Calzium sinnvoll finde. Ich finde, fehlt vielleicht hier noch, ist vielleicht auch für so junge Männer noch mal interessant. Dann hat er hier ein Q10, was Cholesterin korrigiert, was ich selten mache. Zwar ganz gut ist, aber ich würde dem doch auch noch ein bisschen Q10 geben wollen. Vohsäure geht – mach einen Unterschied zwischen Ubichinon und Ubiquinol, also N oder L. Also, meine Erfahrung ist, dass bei manchen tatsächlich unter Ubichinon die Spiegel nicht so gut steigen, weil wahrscheinlich innen drin das mit dem Aktivieren irgendwie nicht so gut klappt. Insofern, um dieses Fragezeichen zu beheben, gebe ich lieber das Ubiquinol. Und in meiner Beobachtung sind 100 Ubiquinol so gut wie 200 Ubichinon, bei dir auch. Also, doppelt so viel. Insofern, und ich würde Ubichinon auch gar nicht so hoch dosieren wollen, weil – gibt ja auch – wenn es da wieder keine Clanaten gibt – aber gibt so ein bisschen dieses Blutgerinnungsthema, was immer so ein bisschen im Raume steht, wenn man das zu hoch dosiert, Ubichinon. Also, so 400, 600 spielt dieses Blutgerinnungsthema Richtung Proagulation schon eine Rolle, irgendwie, nicht – aber nicht – aber nicht. Ne, okay. Ja, dann deswegen, ich bin auch Fan von – genau.

Dann hier die Hormone. Da ist natürlich jetzt jung, und da sieht das erstmal alles, finde ich, sehr gut aus. Wobei man schon drüber nachdenken könnte: Testosteron – da kenne ich jetzt die Einheiten nicht so – da hat er jetzt einen freien Androgenindex von nur 38, obwohl der Wert eigentlich ganz gut an der oberen Referenz ist. Aber vielleicht ist das – ich finde, der reine FA ist immer so ein bisschen schwierig. Wo ist das? Sag 50. Ja, das ist schön niedrig, so in der Mitte niedrig, ne? Der bestimmt – irgendwie könnte man jetzt eingeben in Rechner – der bestimmt irgendwie ein freies Testosteron von 1,9, knapp zwei Prozent. Würd ich jetzt schätzen, und das wäre super, das wäre gut. Dann DHEA geht auch, und Cortisol ist auf jeden Fall sehr ordentlich. Ich weiß nicht, wie gestresst der ist. Wenn das jetzt immer so wäre, dann müsste der mal Pause machen und atmen und sowas. Ist natürlich jetzt erstmal nicht schlimm, aber auf Dauer vielleicht jetzt auch nicht so gesund, ne? Ja, also, wenn man das jetzt mal so schaut – du hast ja gesagt, der ist jung, der will einfach nur mal so gucken, nimmt schon sehr viel, nimmt Omega-3, der nimmt Multivitamin, der nimmt Selen. Also, der nimmt schon sehr, sehr, sehr viele Sachen. Also, das ist sichtbar, und ich finde, dass er bei vielen Dingen tatsächlich auch gut nimmt und gut eingestellt ist. Und das einzige, was ich sagen wir mal interessant finde, ist jetzt das mit dem etwas ja höheren TSH, obwohl die freien Hormone ganz toll sind. Und das andere ist, dass auf jeden Fall Calzium etwas ist, was ihm fehlt. Aber ansonsten – und dann finde ich halt interessant, wenn man wirklich mal richtig schaut, dass man alle Nährstoffe irgendwie optimiert. Meinwegen jetzt noch mal Calzium, Magnesium fand ich auch ein bisschen schlapp, Vitamin D ein bisschen erhöhen, Q10 noch mal ein bisschen dazu. Ob es nicht doch möglich ist, auch bei den Sportlern ohne erhöhte GPT und CK irgendwie ein hohes Training zu machen. Also, im Sinne von mehr Zellwandrobustheit, vielleicht muss man sich auch noch mal mit der Zellwand dann ein bisschen beschäftigen, vielleicht Phospholipide oder sowas substituieren, ne? Also, das – das finde ich jetzt – wenn ich so wie du diese Patienten hätte – finde ich das jetzt interessant, weil ich kann mir vorstellen, dass das in Wahrheit auch doch nicht so gut ist oder ein bisschen zu empfindlich die Zellwand ist, ne? Also, finde ich auf jeden Fall interessant. Ja, aber so – so kann man das machen. Und in Wahrheit, ich finde, selbst wenn das jetzt ganz immun ist, kann man eigentlich doch jetzt mit dem blauen Buch hingehen und sich zumindest eine Orientierung holen, wie man vielleicht aus der Gesundheit heraus, funktionell lesend, ähm diese Werte noch mal mehr bewertet, um sie dann noch mal mit mehr Sicherheit in eine therapeutische Konsequenz zu bekommen. Also, es ist nicht so leicht, finde ich, andere Labore dann vielleicht zu vergleichen, aber es ist – da gibt wirklich im Internet viele so Tabellen, wo man umrechnen kann, wenn die Einheiten nicht passen. Dadurch, dass man hier die Originalbefunde hat, die immer die Referenzbereiche ja auch angeben, hat man ja auch zu jedem Wert immer eine Orientierung, wie im Verhältnis zur Referenz der Wert ist. Und das wäre auch etwas, dass sich die Patienten wirklich angewöhnen, sich von den Ärzten nicht nur so diese Praxis-Software-Ausdrucke geben zu lassen, wo dann also in alphabetischer Reihenfolge total durcheinander irgendwelche Zahlen auf – aufgelistet sind ohne Referenz. Weil das sind deren Daten; er recht, wenn sie sie bezahlt haben, ne? Und aus einem Original-Laborbefund kann man wirklich sehr, sehr, sehr viel mehr herauslesen und ist auch ordentlicher und nicht ganz so durcheinander in der Auflistung, ne? Ja, perfekt.

Ja, also, interessant. Und ich hoffe, dass äh mehr noch mehr Menschen irgendwie in die Pötte kommen und natürlich trotzdem auch immer wieder die Ärzte etwas vielleicht geärgert, gequält und infiziert und vielleicht auch begeistert werden, so dass wir beide nicht mehr so allein sind. Ja, absolut. Absolut. Erstmal vielen, vielen Dank. Was mich jetzt noch total interessieren würde, wenn du es – wenn du es sagen magst, wenn nicht, dann auch völlig fein – wird es ein drittes Buch geben? Tatsächlich, ich hätte jetzt nach dem zweiten einfach weiterschreiben können, noch mal mehr vielleicht Labor erklären. Aber das – erstens, ich musste mich glaube ich erstmal jetzt ein bisschen erholen, und zweitens, glaube ich, warte ich jetzt auch noch mal so ein bisschen länger ab, wohin es vielleicht so von den Bedürfnissen hingeht. Ich denke schon, dass ein Laborbuch noch mal interessant wäre, aber das ist auch – macht auch jetzt nicht so Spaß. Also, mir macht schon Spaß auch dann so Prosa zu schreiben, ne? Ähm, ich denke mal, das ist jetzt nicht ausgeschlossen, aber im Moment will ich jetzt eher so aus diesen beiden Büchern – die Fragen sind jetzt wirklich – die therapeutische Umsetzung für die Menschen ist schwer. Das heißt, es braucht jetzt mehr Verbündete. Ich möchte mithelfen, Strukturen zu schaffen, dass die Anknüpfungspunkte finden, meinenwegen auch durch deine Health Coaches, dass man einfach auch vielleicht sich noch mal mit den Laboren zusammensetzt. Also, bisher ist das gar nicht so leicht, jetzt irgendwie dann auch das richtige anzukreuzen, dass die vielleicht mehr Profile bereit haben, die nach unseren Büchern vielleicht irgendwie strukturiert sind. Ja, also, ich glaube, dass das jetzt der nächste Schritt ist, dass man erstmal mehr die – ja, die Strukturen draußen so in die richtige – in – in richtig beeinflusst, dass die Menschen, die Nährstofftherapie und auch Hormontherapie nutzen wollen, irgendwie mehr Möglichkeiten haben, auch Hilfe zu bekommen. Ja, perfekt. Das glaube ich, ist wichtig. Wunderbar. Dann vielen, vielen Dank für deine Zeit. War – ja, dann doch jetzt länger als gedacht. Vielen Dank. Vielen Dank. Vielen Dank für die Arbeit, die du machst. Und falls die Leute dich finden wollen, die können sich natürlich die zwei vorherigen Podcast-Folgen, glaube ich, die wir schon aufgenommen haben, sehr gerne natürlich anhören. Aber wo finden die Leute dich sonst? Na ja, ich bin ja in Berlin lebend und arbeite da auch in der Praxis. Ich habe auch mittlerweile eine Kollegin eingearbeitet, die mir hilft. Aber die Wahrheit ist, dass wir völlig überfordert sind, auch die ganzen E-Mails und Anfragen gar nicht alleine bewältigen können. Insofern kann man mich jetzt nicht sofort irgendwie als Ärztin zu Rate ziehen. Insofern wäre echt mein Wunsch, vor Ort einfach sich Verbündete zu suchen, ob das die Apotheker sind, die Heilpraktiker, Coaches, Hausärzte, Fachärzte, Freunde, die Medizin studieren, Labore. Also, es gibt viele Möglichkeiten, und ich kann nicht jeden einzelnen irgendwie abholen. Deswegen habe ich mir die Mühe gemacht, meinenwegen jetzt auch hierher zu kommen, mit dir zu sprechen, Bücher schreiben, Podcasts. Ich meine, das machen wir alles in unserer Freizeit. Ja, also ich habe wirklich noch einen richtigen Job nebenher, und der ist eigentlich Praxis, und das mache ich alles äh ja, nebenher im Prinzip noch, ne? Ja, ich kenne das. Kennst du auch. Okay, Elena, dann vielen, vielen Dank für deine Zeit, und dann bis zum nächsten Mal gerne. Ja, danke. Hat mir auch Freude [Musik] gemacht.