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Hallo liebe Deutschler, die heutige Geschichte gehört zu meinen absoluten Lieblingsgeschichten, denn sie ist humorvoll und enthält viele interessante alltägliche Ausdrücke. Felix ist in Lea verliebt und möchte etwas sehr Wichtiges sagen. Doch dann kommt plötzlich ein altes Familienthema auf, das alles verändert. Doch hört selbst.
Felix, was für eine Überraschung. Komm rein, mein lieber. Was führt dich zu uns?
Hallo Stefan, ich hoffe, ich störe nicht.
Stören? Ach was? Komm rein. Du siehst ja richtig schick aus heute. Willst du etwa mit Lea ausgehen? Ich sag er schnell Bescheid.
Äh, nein, bitte nicht. Ist Lea denn zu Hause?
Sie ist draußen im Garten, pflanzt ein bisschen Gemüse. Warum bist du dann hier? Hab dich ja ewig nicht gesehen.
Ich äh ich bin hier, um mit dir über etwas Wichtiges zu sprechen. Entschuldige, ich bin total aufgeregt. Dürfte ich vielleicht ein Glas Wasser haben?
Na klar. Er setz dich doch erstmal hin. Ich habe das Gefühl, dass es etwas Großes ist, worüber du reden willst.
Danke, Stefan, du hast recht. Es ist ähm ziemlich groß. Ich weiß nicht genau, wie ich anfangen soll. Ähm, ich sag's einfach mal ohne Umschweife. Ich bin hier, um dich um die Hand deiner Tochter Lea zu bitten.
Kannst du das noch einmal wiederholen? Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich vielleicht verhört habe.
Stefan, ich möchte dich um die Hand deiner Tochter Lea bitten.
Mein Lieber, ich bin so glücklich. Wirklich? Ich habe mir das schon lange gewünscht. Es war immer mein Traum, dass meine Tochter einen Mann wie dich heiratet. Weißt du, ich habe dich immer wie meinen eigenen Sohn betrachtet. Vor lauter Freude bin ich ganz durcheinander. Äh, ich rufe sofort Lea.
Moment. Denkst du, dass es eine realistische Chance gibt, dass Lea ja sagt und meinen Heiratsantrag annimmt?
Also wirklich, so ein gut aussehender Typ wie du, da wird sie schon zustimmen. Sie ist doch auch bis über beide Ohren verliebt. Das sieht man doch aus 100 m Entfernung. Lea, wo bist du?
Oh Mann, ich bin ein Wrack. Ich zittere am ganzen Körper. Lea ist eine gute Partie. Sie ist klug, lustig und wunderschön, was will ich mehr? Und unverheiratet bleiben, das geht auch nicht. Erstens bin ich schon 35, ein kritisches Alter, könnte man sagen. Zweitens brauche ich jetzt dringend ein geregeltes und stabiles Leben. Ich habe Herzprobleme, bekomme Herzklopfen bei jedem kleinen Stress, aber das Schlimmste ist mein Schlaf. Kaum liege ich im Bett und will einschlafen, fängt es plötzlich an meinem linken Arm anzuziehen und dann schmerzt es an der Schulter und im Kopf. Ich springe dann wie ein Wahnsinniger aus dem Bett und laufe im Zimmer herum. Das passiert mir bis zu 20 Mal in einer Nacht. Au, mein Herz. Ich muss mich jetzt beruhigen. Lea mag mich, oder? Warum sollte sie nein sagen?
Oh, Felix, du hast dich ja lange nicht mehr hier blicken lassen. Was führt dich denn hierher? Trinkst du Kaffee oder Tee?
Äh, nein, danke. Ich wollte eigentlich mit dir über etwas Wichtiges sprechen.
Was ist los? Du siehst aus, als hättest du etwas auf dem Herzen.
Also Lea, ich habe viel nachgedacht. Wir kennen uns nun schon so lange und ich denke, ich meine, wir wären ein gutes Team. Ich möchte dich fragen, ob
Ein gutes Team? Suchst du eine Geschäftspartnerin? Willst du mit mir eine Firma gründen?
Nun, gerade das meinte ich nicht. Ich wollte eigentlich fragen, ob
Oh, Felix, bevor du weitermachst, ich wollte dich auch etwas fragen. Das äh würde ich gern klären, bevor ich es vergesse. Du kennst doch den Carport, der genau zwischen deinem und unserem Grundstück steht. Hinter unserem Carport wollte ich gerne ein paar schöne Beete anlegen. Du weißt ja, ich liebe Gartenarbeit. Mein Vater meinte nur, ich solle dich sicherheitshalber noch einmal fragen.
Moment mal, hast du gesagt, unser Carport? Der Carport und das Grundstück darunter gehören unserer Familie. Mein Großvater hat den Carport damals deinem Großvater zur freien Nutzung überlassen, weil wir selbst kein Auto hatten. Das weißt du doch, oder? Ihr habt es dann 40 Jahre lang kostenlos genutzt.
Also Felix, ich bin mir sicher, dass der Carport unserer Familie gehört und dass das Grundstück auch schon lange in unserem Besitz ist.
Nein, das stimmt nicht, Lea. Die Grundstücksgrenze wurde vor Jahren neu vermessen. Der Carport steht definitiv auf unserer Seite und gehört damit immer noch uns.
Das sehe ich ganz anders. Wir nutzen ihn seit Ewigkeiten. Warum sollte er jetzt plötzlich euch gehören? Ja, ihr nutzt ihn. Ich werde dir die Dokumente zeigen. Da steht es schwarz auf weiß, dass er uns gehört.
Ha, das wäre etwas ganz Neues. Ich bin sicher, dass er schon immer uns gehört hat.
Was ist denn hier los? Warum streitet ihr euch? Man hört euch ja bis in die obere Etage.
Papa, Felix behauptet, der Carport gehört ihm und seiner Familie. Vielleicht kannst du ihm mal erklären, dass das nicht stimmt.
Felix, bei allem Respekt, der Carport steht doch auf unserem Grundstück. Oder habe ich da was verpasst? Mein Großvater hat ihn vor 40 Jahren deinem Vater überlassen zur kostenlosen Nutzung. Und das Grundstück, auf dem er steht, gehört definitiv uns. Das haben wir doch beide schriftlich.
Na hör mal, ich werde doch wissen, was zu meinem Besitz gehört. Du bist ein feiner Kerl, Felix, aber hier liegst du definitiv falsch.
Falsch? Das glaubst du doch selbst nicht, Stefan. Soll ich die Unterlagen mit den Plänen holen? Dann schauen wir zusammen nach.
Pläne? Ach, bitte, solche Pläne kann man doch leicht fälschen. Und warum habt ihr das Thema nicht schon viel früher angesprochen, wenn es wirklich so ist? Nach 40 Jahren kommst du jetzt plötzlich damit an, weil es damals keine Rolle gespielt hat.
Wir wollten keinen Streit. Meine Familie wollte Frieden. Aber jetzt will ich einfach, dass die Dinge geklärt werden. Ist das zu viel verlangt?
Und was genau willst du klären?
Na, hör mal, dein Vater hat uns damals Holz gegeben, aber wir haben den Carport aufgebaut. Ehrlich gesagt bin ich sehr enttäuscht, dass wir darüber überhaupt diskutieren müssen.
Enttäuscht? Wir sollten enttäuscht sein. Ihr habt den Carport doch die letzten Jahrzehnte kein einziges Mal beansprucht. Und jetzt kommst du daher und tust so, als hättest du ein gottgegebenes Recht darauf. Ich will es mal so sagen. Wenn wir uns nicht einigen, bleibt mir leider nur der rechtliche Weg.
Du willst also tatsächlich vor Gericht ziehen wegen eines Carports. Lass dir das mal auf der Zunge zergehen, Lea.
Es geht mir ums Prinzip, Stefan. Ich habe es satt, dass unsere Familie immer nachgibt, nur damit ihr euren Vorteil habt.
Vorteil? Was für ein Vorteil? Wir haben uns jahrelang um den Carport gekümmert, Felix. Vielleicht solltest du mal darüber nachdenken, was du hier eigentlich aufs Spiel setzt.
Was ich aufs Spiel setze? Nein, Lea, was ihr aufs Spiel setzt. Ich bin es leid, mich ständig wie der Bittsteller fühlen zu müssen. Ihr denkt, dass ihr alles mit mir machen könnt, aber da habt ihr euch geirrt.
Warum so aggressiv, Felix? Hier ist doch keiner dein Gegner. Aber wenn du uns provozierst, wirst du schnell merken, dass wir uns nicht alles gefallen lassen.
Ich sehe, es hat keinen Sinn. Vielleicht war es ein Fehler, hierherzukommen. Ah, ich merke, dass mein Herz schon wieder weh tut. Oh, das sticht in der Brust. Ich gehe lieber, bevor hier alles eskaliert.
Äh, Felix, warte doch. Was wolltest du mir eigentlich vorhin sagen? Warum bist du eigentlich hergekommen?
Es spielt keine Rolle mehr. Es hätte ohnehin nicht geklappt.
Was meintest du vorhin mit dem Team?
Ähm, ich wollte ich wollte dich eigentlich fragen, ob du mich heiraten willst, aber jetzt jetzt ist das doch egal, oder?
Felix, das ist doch nicht egal. Warum hast du das nicht gleich gesagt? Natürlich würde ich dich heiraten.
Bist du dir sicher, Lea?
Ich bin wirklich sehr glücklich, Felix. Wirklich sehr.
Du hättest Lea mal früher fragen sollen. Aber sag mal, was machen wir jetzt mit dem Carport?
Ach, Papa, der Carport kann warten. Felix, ich bin so überrascht und glücklich, dass du mir einen Heiratsantrag gemacht hast, aber der Carport gehört trotzdem uns.
Träum weiter, Lea. Ich springe schnell rüber in meine Wohnung und hole die Papiere.
Ihr beiden, ihr seid füreinander gemacht. Wenn eure Ehe so leidenschaftlich wird wie dieser Carportstreit, dann was dann? Dann mache ich mir um das Thema Nachwuchs keine Sorgen.
Papa. Ähm, was ich eigentlich sagen wollte, streitet euch gern weiter über den Carport, aber tut es bitte als Verlobte.
Felix, wir können doch unsere Verlobung nicht mit einem Carportstreit anfangen.
Also, jetzt wird gefeiert, aber ich bitte euch um eins. Klärt das Carport-Thema später. Ich will keine grauen Haare bekommen.
Papa, du hast kein einziges Haar, das nicht schon grau ist.
Äh, klar, Stefan, aber wir feiern nur, wenn Lea endlich zugibt, dass der Carport uns gehört.
Das wird nie passieren. Prost, ihr beiden, auf eure Verlobung.
Äh, aber mal ehrlich, Felix, du weißt, dass das Ding technisch gesehen auf unserem Grundstück steht, oder?
Äh, technisch gesehen vielleicht, aber emotional gehört er zu unserem Haus.
Emotional, Felix, das ist ein Carport, kein Hündchen.
Ja, aber ich habe ihn zusammen mit meinem Vater dreimal repariert. Da hängen Erinnerungen dran.
Ah, könnt ihr das nicht morgen klären? Ihr vermiest die ganze Stimmung. Jetzt wollen wir feiern.
Papa, du verstehst das nicht. Das ist eine Prinzipienfrage.
Genau. Prinzipien sind wichtig, auch in der Ehe. Na, dann wollen wir gleich mal sehen, welche Prinzipien mein Schatz hat, wenn es um das Putzen unserer zukünftigen Wohnung geht.
Aus Prinzip werde ich diese Arbeit outsourcen. Ich werde eine Haushaltshilfe bezahlen.
Das kommt gar nicht in die Tüte. Mein Prinzip ist es, Geld zu sparen, damit wir den Kindern eine gute Zukunft ermöglichen können.
Es macht doch gar keinen Sinn, an der falschen Stelle zu sparen, Lea. Wir nehmen eine Haushaltshilfe.
Nein, wir sparen. Willst du jetzt die nächste Sache allein durchsetzen? Genau wie du versucht hast, den Carport gegen meinen Willen an dich zu reißen. Jetzt ist Schluss. Ich hole die Papiere und du wirst sehen, dass er uns gehört. Und eine Haushaltshilfe macht total viel Sinn.
Schluss jetzt. Ihr einigt euch jetzt beide auf einen Kompromiss. Ich erkläre diesen Carport offiziell zur neutralen Zone. Ab sofort gehört er niemandem. Verstanden?
Klingt nach einer guten Idee, Papa. Dass die von dir kommt, wundert mich ein wenig. Dann stellen wir morgen ein Schild auf: Internationales Carportgebiet. Na, ich hoffe, wir brauchen dort keine Unfriedensruppen.
Prost, Papa. Prost, Felix.
**Wichtige Vokabeln und Ausdrücke:**
* **Um die Hand von jemandem bitten:** Ein Ausdruck für jemanden um die Erlaubnis zur Heirat bitten. Ich bin hier, um dich um die Hand deiner Tochter Lea zu bitten.
* **Sich verhören:** Etwas falsch hören. Kannst du das noch einmal wiederholen? Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich vielleicht verhört habe.
* **Durcheinander sein:** Verwirrt sein, nicht wissen, was man tun oder sagen soll. Ich bin vor lauter Freude ganz durcheinander.
* **Der Heiratsantrag:** Die Frage, ob jemand einen heiraten will. Denkst du, dass es eine realistische Chance gibt, dass Lea meinen Heiratsantrag annimmt?
* **Ein Wrack sein:** In sehr schlechtem Zustand sein, sehr müde, traurig oder gestresst sein. Oh Mann, ich bin ein Wrack. Ich zittere am ganzen Körper.
* **Eine gute Partie sein:** Jemand sein, der gut zum Heiraten geeignet ist. Lea ist eine gute Partie. Sie ist klug, lustig und wunderschön.
* **Etwas auf dem Herzen haben:** Über etwas sprechen wollen, weil es einen traurig oder nachdenklich macht. Was ist los? Du siehst aus, als hättest du etwas auf dem Herzen.
* **Der Carport:** Ein Stellplatz für Autos mit Dach, aber meist ohne Wände. Mein Großvater hat den Carport damals deinem Großvater zur freien Nutzung überlassen.
* **Jemandem etwas überlassen:** Jemandem etwas geben oder freiwillig zur Verfügung stellen. Mein Großvater hat deinem Vater den Carport vor 40 Jahren überlassen zur kostenlosen Nutzung.
* **Die Grenze:** Die Trennlinie zwischen zwei Grundstücken oder Ländern. Die Grundstücksgrenze wurde vor Jahren neu vermessen.
* **Das Grundstück:** Ein Stück Land, oft mit einem Haus oder Garten. Ich kann dir definitiv beweisen, dass der Carport auf unserem Grundstück steht.
* **Falsch liegen:** Etwas falsches denken oder sagen. Mit deiner Ansicht liegst du definitiv falsch.
* **Etwas beanspruchen:** Sagen, das gehört mir oder ich will das benutzen. Warum habt ihr den Carport die letzten Jahrzehnte kein einziges Mal beansprucht?
* **Der rechtliche Weg:** Ein offizieller Weg über Polizei, Gericht oder Anwalt. Wenn wir uns nicht einigen, bleibt mir leider nur der rechtliche Weg.
* **Sich etwas auf der Zunge zergehen lassen:** Sich etwas langsam und ganz genau vorstellen, um zu spüren, wie verrückt, schön oder wichtig es ist. Du willst also tatsächlich vor Gericht ziehen wegen eines Carports. Lass dir das mal auf der Zunge zergehen.
* **Das Prinzip:** Ein wichtiger Grundsatz oder eine feste Regel, nach der man handelt. Prinzipien sind wichtig, auch in der Ehe.
* **Nachgeben:** Sich dem Willen eines anderen unterordnen nach anfänglichem Widerstand. Ich habe es satt, dass unsere Familie immer nachgibt, nur damit ihr euren Vorteil habt.
* **Etwas aufs Spiel setzen:** Riskieren, dass man etwas Wichtiges verliert. Vielleicht solltest du mal darüber nachdenken, was du hier eigentlich aufs Spiel setzt.
* **Der Bittsteller:** Jemand, der um etwas bittet, weil er es braucht und sich dabei klein oder schwach fühlt. Ich bin es leid, mich ständig wie der Bittsteller zu fühlen.
* **Sich etwas gefallen lassen:** Akzeptieren, was andere mit einem machen. Wenn du uns provozierst, wirst du schnell merken, dass wir uns nicht alles gefallen lassen.
* **Nachwuchs:** Die eigenen oder zukünftigen Kinder. Ich mache mir bei euch um das Thema Nachwuchs keine Sorgen.
* **Der Verlobte, die Verlobte:** Die Person, der man versprochen hat, bald zu heiraten. Streitet euch gern weiter über den Carport, aber tut es als Verlobte.