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Früher wolltest du Popstar werden, heute willst du Influencer werden. *Musik* Der größte Reiz von Challenges auf Social Media ist natürlich, Reichweite aufzubauen. Man merkt auf jeden Fall einen gesellschaftlichen Druck, dass man der Größte und der Allergrößte auf Social Media ist und alles machen kann und an Mutproben teilnimmt. *Musik* Nikki ist 17 Jahre alt und Influencer. Mehr als eine halbe Million Nutzer folgen seinem Flugzeug-Kanal. Er kennt die Klick- und Like-Mechanismen auf Social Media. *Musik* Das ist ein Mensch, der fängt an, irgendwas Dummes zu machen. Das ist Waschpulver oder Tide Pods aus Spülmaschinen essen. Dann macht das ein anderer nach. Dann machen das immer mehr Leute, um dazuzugehören. Der, der die meisten Tide Pods isst, ist das erfolgreichste Video. Das ist auch spannend, das guckt man sich natürlich gerne an und merkt auch: Die größten Clips sind die, die am meisten herausstechen. Und der, der am krassesten ist, ist auch am erfolgreichsten. Nervenkitzel bringt Klicks. Und lädt zur Nachahmung ein. Man will ja schließlich im Internet gesehen werden… …und sich die absurdesten Mutproben einfallen lassen. Erst neulich habe ich eine Challenge auf TikTok mitbekommen, wo man die Luft anhält, bis man schwarz wird, also einfach umkippt. Das ist ein Schockmoment. Das sind Schockaufnahmen, irgendwie guckt man sich das an und schickt das an seine Freunde. Viele Schüler berichten der Medienbeauftragten und Lehrerin Mara Belger von ihrer Faszination für waghalsige Mutproben. Online-Challenges, wie das Zerstören von Schultoiletten oder das Schlucken einer Waschmittelkapsel, zu absolvieren, reizt junge Menschen sehr. Mein erster Gedanke war: Sind das eigentlich Spinnen? Dann habe ich das angesprochen. Wir haben darüber gesprochen. Was bedeutet das, wenn ich Waschmittel in den Mund nehme? Was bedeutet das, wenn ich das schlucke? Weil das giftige Bestandteile sind und wir präventiv gearbeitet haben: Was kann das bedeuten, wenn ich Zimt in den Mund nehme? Wenn ich das runter schlucke Was macht das in der Lunge, dass man eine Lungenentzündung bekommen kann oder einfach davon krank wird? Den Dialog suchen, seine Schüler über Risiken aufklären: unverzichtbar im Schulalltag. Meistens sind sie sehr überrascht, wie gefährlich das sein kann, weil es auf Social Media meistens lustig erscheint. Die meisten laden Videos hoch, die funktioniert haben. Das heißt, man sieht die Risiken nicht. Das überrascht sie oft. Und dann sind sie froh, dass wir darüber gesprochen haben. Warum wirken junge Menschen manchmal mutwillig, ihr Leben aufs Spiel zu setzen? Miriam Hoff kennt die Antwort darauf. Die Mutproben sind so verbreitet, weil sie eine unmittelbare Wirkung auslösen. Das sind bewegte Bilder, meistens auf TikTok zum Beispiel, wo ich einen Aha-Effekt habe, wo ein Knall-Effekt da ist, ein Wow-Moment. Das Gefährliche ist, eine Grenze zu überschreiten, gerade junge Teenager. Die 11- bis 13-Jährigen kennen ihre Grenzen noch nicht, sie sehen: Wow, da kann ich mich abgrenzen, da bin ich besonders. In diesem Adrenalinrausch sehen sie nicht, wo sie aufhören und überschreiten, bringen sich in Gefahr. Zum Beispiel diese Selfie-Challenge, wo die Jugendlichen ein Foto machen und man schon den Zug im Hintergrund sieht. Immer weiter, schneller, höher, um noch mehr Likes, noch mehr Anerkennung zu bekommen. Man ist bereit, maximales Risiko einzugehen und das ist fatal. Fatal ist es auch, weil ein falsches Selbstbild gefestigt wird: Man wird nur gemocht für etwas Außergewöhnliches und Waghalsiges, nicht um seiner selbst willen. Nikki widersteht dem Impuls, alles für einen Klick oder einen neuen Follower zu tun. Für mich ist die Grenze bei Mutproben und Challenges, wenn das Leben in Gefahr ist. Zum Beispiel, wenn da steht: „Stell dich auf eine Klippe und mach ein Video.“ Dann sollte man vorsichtig sein. „Oder iss was.“ Dann sollte man vorsichtig sein, dass es nicht giftig ist. Und dann sollte man filtern und sich informieren, ist das wirklich gefährlich und kopiert man das wirklich. Er macht nur bei Online-Challenges mit, wenn die sicher oder lustig sind. Wie zum Beispiel die Pfeif-Videos, das funktioniert auch. Millionen von jungen Menschen pfeifen fröhlich in die Kamera und werden dafür im Internet gefeiert.