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Echte und unechte Gelenke

BioLogisch5:14

Transcription

Das menschliche Skelett ist ein Gerüst aus Knochen. Damit dieses Gerüst nicht auseinanderfällt, müssen die Knochen irgendwie miteinander verbunden sein. Aber wenn die Knochen einfach nur miteinander verwachsen wären, könnten wir uns nicht mehr bewegen. Man könnte den Ellbogen nicht beugen, den Kopf nicht schütteln oder mit den Fingern nicht greifen. Damit all diese Bewegungen möglich sind, benötigen wir Gelenke.

Gelenke sind Verbindungsstellen von knöchernen oder knorpeligen Skelettanteilen. Durch sie können Knochen gegeneinander bewegt werden. Je nachdem, wie sie aufgebaut sind, unterscheidet man zwischen unechten und echten Gelenken. Unechte Gelenke werden Synarrosen genannt. Sie sind straffe Verbindungen, die nicht beweglich sind. Je nachdem, welches Füllgewebe vorkommt, kann man unechte Gelenke in drei verschiedene Gruppen einteilen.

Bei sogenannten Syndesmosen werden Knochen durch Bindegewebe miteinander verbunden. Man findet sie z. B. im Unterarm zwischen Elle und Speiche oder im Unterschenkel zwischen Schienbein und Wadenbein. Bei Synchondrosen werden die Knochen durch Knorpelgewebe miteinander verbunden. Man findet sie beispielsweise zwischen den Wirbelkörpern in Form von Bandscheiben. Und zuletzt gibt es noch sogenannte Synososen. Hierbei sind die Knochen sekundär durch Knochengewebe miteinander verbunden. Ein typisches Beispiel für diese Verknöcherung ist das Kreuzbein. Eigentlich bestand das Kreuzbein nämlich aus fünf Wirbelknochen, aber vor dem Wachstumsende sind diese Knochen miteinander verschmolzen. Ein weiteres Beispiel wäre das Hüftbein; hier sind drei Knochen miteinander verschmolzen, nämlich das Schambein, das Darmbein und das Sitzbein.

Neben den unechten Gelenken gibt es noch die echten Gelenke, die auch Diarthrosen genannt werden. Die meisten Gelenke im menschlichen Körper gehören zu dieser Gruppe. Im Gegensatz zu den unechten Gelenken sind Diarthrosen Verbindungen zwischen Knochen, die Bewegungen ermöglichen. Außerdem besitzen echte Gelenke einen Gelenkspalt. Schauen wir uns dafür den Aufbau an: Die Gelenkflächen der beiden Knochenenden sind mit Knorpel überzogen. Zwischen den beiden Gelenkflächen befindet sich der Gelenkspalt; er ist mit einer Flüssigkeit gefüllt, der sogenannten Synovia. Sie ernährt den Gelenkknorpel, dient als Stoßdämpfer und hilft dabei, die Reibungen zwischen den Gelenkflächen zu reduzieren. Die Gelenkkapsel grenzt das Gelenk nach außen hin ab und bildet eine Gelenkhöhle. Diese Kapsel ist eine Fortsetzung der Knochenhaut und besteht aus einer inneren und einer äußeren Schicht. Die innere Schicht wird auch Membrana synovalis genannt, weil sie die Gelenkflüssigkeit produziert und resorbiert. Diese Schicht ist locker gebaut und enthält Blutgefäße und Nerven. Die äußere Schicht wird auch Membrana fibrosa genannt; sie besteht aus straffen kollagenen Fasern und verleiht dem Gelenk Festigkeit. Häufig befinden sich auch Bänder in dieser Schicht, um die Kapsel zu verstärken. Das ist z. B. bei den Kreuz- und Seitenbändern im Kniegelenk der Fall. In der Gelenkhöhle des Kniegelenks befinden sich übrigens noch weitere Strukturen, nämlich die beiden Menisken. Ein Meniskus ist eine halbmondförmige Zwischenscheibe aus Knorpel. Ihre Aufgabe ist es, das Gelenk zu stabilisieren, Reibungen zu reduzieren und Bewegungen abzufedern.

Es gibt aber auch noch eine Sonderform von echten Gelenken, nämlich die sogenannten Amphiarthrosen. Bei ihnen ist nämlich eine minimale Beweglichkeit möglich, aber sehr stark eingeschränkt. Das liegt an der Form der Gelenkkörper und an straffen Bändern. Ein typisches Beispiel für eine Amphiarthrose ist das Iliosakralgelenk zwischen dem Kreuzbein und dem Darmbein.