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Wie ist das, der Investmentpunk zu sein? (Interview mit Gerald Hörhan)

Markus Baulig38:32

Transcription

Willkommen zurück auf meinem YouTube-Kanal. Ihr wisst ganz genau, wenn ich mal Interviews mache, dann sind die etwas Besonderes. Und ich habe heute einen ganz besonderen Menschen hier neben mir sitzen. Das ist Gerald Hörhan, auch bekannt als der Investmentpunk, und seine Story, die wollen wir jetzt hier so ein bisschen erfahren. Hier ist eine kurze Einblendung von Gerald.

*Musik*

Wer ist Gerald Hörhan? Er sitzt heute hier neben mir. Er ist extra angereist aus Österreich, heute bei uns im Office zu Besuch und vielleicht stellst du dich einmal ganz kurz selbst vor, damit wir hören, wie du dich selbst vorstellst. Und dann sage ich dir mal, wie ich dich so wahrgenommen habe bisher.

Also für die, die mich noch nicht kennen, aber viele denke ich, werde mich erkennen. Mein Name ist Gerald Hörhan aus Wien, wie man so hört, besser bekannt als der Investmentpunk. Nach meinem ersten Buch: 'Warum ihr schuftet und wir reich werden', meine Berufsbezeichnung ist Überlebenskünstlerkünstler, weil ich seit Jahren das mache, worauf ich Lust habe. Und wenn ich keine Lust habe, mache ich es einfach nicht. Und so. Ich bin ein gelernter Investmentbanker, habe in Harvard Wirtschaft und Mathematik studiert. Und dann habe ich mit Investmentbanking Geschäft begonnen. Zuerst als Angestellter, bei J.P. Morgan und McKinsey und dann auf eigene Rechnung. Und dann habe ich halt begonnen, hässliche kleine Löcher zu sammeln, Wohnung oder ganze Häuser mit Wohnungen. Und dann habe ich eben auch die Investmentpunk-Academy aufgebaut, einer der größten deutschsprachigen online Finanzausbildungsplattformen. Da habe ich begonnen, auch Kryptowährungen zu traden und mache das, worauf ich Lust habe, schreibe auch manchmal Bücher, bereise die Welt und habe auch einen Sohn, der, so wie ich, ziemlich schlimm ist und der gerne Blödsinn macht und kreativ ist.

So, dann lass uns gleich mal gerne darüber sprechen. Du bist für mich immer so ein Paradebeispiel, wenn es darum geht, als Unternehmensberater jemandem zu erklären, was Branding ist. Du hast dich ja selbst gebrandet als der Investmentpunk. Das heißt, das sind ja zwei eigentlich komplett gegensätzliche Dinge. Der klassische Punk und jemand, der sich mit Investments beschäftigt. Normalerweise ist das ja sehr, sehr konträr. Wie bist du überhaupt in diese Identität reingerutscht und wie ist das passiert? Warum Investmentpunk?

Im Jahr 2009 haben wir einen Verleger getroffen und er hat gesagt: "Gerald schreib ein Buch.", das wird sich verkaufen. Mein Buch hat aber noch keinen Titel gehabt, und da war ich beim, ich glaube, das war das Force Attack Musikfestival in Rostock. Da ist folgendes passiert: Bei dem Weg dorthin habe ich meine Wette gewonnen, weil er hat gesagt, ich werde es schaffen, mit meinem Fiat Panda mit mehr Benzin zu Verbrauch auf 100 Kilometer, als mit eurem Aston Martin. Das ist mir gelungen, denn mit 155 hat der Fiat Panda tatsächlich mehr verbraucht. Und beim Force Attack hatte ich dann zusätzlich einen Konferenz-Call mit einer großen Bank und bin in einem Punker Outfit, mit zerrissenen Jeans und so weiter in der Innenstadt von Rostock gesessen.

Warum? Warum dieses Punkeroutfit? Na weil Festival, Musik und so weiter. Ach so, du warst auf dem Festival. Force Attack Festival war ich. Ich kenne das nicht, deswegen. Ja, es war eines der größten Punkrockfestivals. Tut mir leid, ich bin nicht so bewandert in Punkrockfestivals. Und das war da in Rostock. Dann habe ich dann dort gesessen, mit Computern und Handy und habe da mit einer Bank verhandelt.

Während des Festivals? Ja, ja. Saßt du in einem Zelt? Nicht im Zelt, das war daneben, irgend so ein Tisch halt. Da hab ich mein Computer gehabt und mein Handy und dann die Leute gefragt, was ich mache.

Das war 2009? Das war 2009, ja. Und da haben wir gesagt: "Wir machen folgenden Deal. Wenn ihr das richtige ratet, zahlen wir euch fünf Drinks. Und wenn ihr das falsche ratet müsst ihr einen zahlen." Und die Leute haben alle geraten: Modedesigner oder Kreativdirektor. Und einer meiner Freunde hat nach dem 31. Drink, den wir gewonnen haben, gesagt: "Der Gerald ist kein Investmentbanker, sondern Investmentpunker." Und so sind wir auf den Namen gekommen.

Ja, also live beim Punkrock Festival und live beim Investment Banking Geschäft. Okay, das war also dann die Geburtsstunde vom Investmentpunk. Und dann hast du das quasi zum Markenzeichen gemacht oder hast du es auch vorher schon gemacht?

Ich war vorher schon immer Rebell, also ich habe Punkrock gehört und Heavy Metal schon in der Schule, hab nie das gemacht, was man mir gesagt hat. Bei Leuten, die gesagt haben: "Du musst das machen, das gehört sich so." Und dann habe ich sie gefragt: "Ob sie Gold haben und Geld und Immobilien und Ähnliches." Und wie sie das gesagt haben, und mich entsetzt angeschaut haben, habe ich gesagt: "Halt dein Maul. Ja, ich will Reichtum lernen, nicht Armut."

Das hast du wortwörtlich so gesagt? Ja, wortwörtlich. Ich habe sogar Leuten gesagt: "Sonst haue ich dir in die Fresse!" Ich meine, ich war immer der Beste an der Schule, hatte eins null Abitur, habe in Mathe-Olympiade gewonnen, aber ich war auch immer ein Etwas, ein Rebell. Ich habe mir nichts sagen lassen.

Du hast Leuten gedroht, wenn sie gesagt haben, dass du nicht reich wirst. Nein, wenn sie irgendwelche Dummheiten sagen wollten, mir befehlen wollten. Ah, verstehe. Und das nicht nur einmal, sondern fünfmal. Manche haben sich wiederholt. "Du musst, du musst, du musst." Ich habe gesagt: "Ich muss sicher nicht." Das habe ich gesagt. Ich war immer ein Rebell.

Du warst also als Schüler schon sehr rebellisch. Jetzt bist du aber, glaube ich, auch auf Harvard gewesen? Ja, in Harvard war ich. Da habe ich Wirtschaft und Mathematik studiert. Wie waren deine Noten dann in der Schule? 1,0, Abitur. Ja, ich kenne das nur so, dass wenn jemand rebellisch ist, dass er dann auch als Note eine fünf oder stabile fünf oder sechs hat. Nein, alles unter sehr gut war für mich eine Beleidigung in allen Lebensbereichen. Alles, außer sehr gut in der Schule war eine Beleidigung oder VW Golf fahren war eine Beleidigung, weil mein Vater gehabt hat oder Holzklasse fliegen. Da hätte ich von meinem Vater Ohrfeigen bekommen.

Aber woher kommt das denn, dieses Selbstbewusstsein, dass du so sagst: "Hey, ich muss Business-Class oder First-class fliegen." Na ja, weil ich das bei all meinen Freunden und Bekannten damals schon in der Schule gesehen habe, die stehen dann in der Früh um sechs in der Früh auf. Im Winter Schnee schippen. Dann fahren sie dann im Auto mit Nähmaschine-Motor zur Arbeit und stellen sich in den Stau, dann kriechen sie dem Chef in den *rsch, um Powerpoint-Präsentation zu machen oder irgendwelche Compliance-Calls zu erfüllen. Dann fahren die am Abend wieder zurück. Dann gehen die im Supermarkt einkaufen und dann dürfen sie Putzen und Kochen und sitzen vor dem Fernseher in der Pampa und sagen: "Das Leben ist so toll." Und dann warten sie aufs Wochenende, warten auf Urlaub und warten auf den Ruhestand und warten auf den Sarg. Aber das ist dumm. Dafür stehe ich nicht um sechs in der Früh auf. Und dann gibt es ja nur zwei Möglichkeiten. Mathematisch war ich immer gut und habe gesagt: "Wenn man das nicht will, dann gibts entweder die Gosse und die Armut oder die Spitze und den Reichtum." Eine große Sche*ße, da endet man mit 30 mit dem goldenen Schuss und ist auf dem Friedhof, das ist nicht so schön. Also muss man an die Spitze. Und dann habe ich einen Artikel gelesen, damals mit zwölf oder was? Das war ein Wirtschaftsmagazin, wo ein großer österreichischer Bänker da war, mit allen Insignien, die man sich so als Kind vorstellt: riesiges Vorstandsbüro, 600 Mercedes und zwei Sekretärinnen und alles, was dazugehört hat, gesagt hat: "Wer was erreichen will, muss Leistung erbringen. Und wer den Mund aufreißt, muss performen und hackeln, das heißt arbeiten." Und da haben gedacht: "Ja, der hat recht. Ich muss arbeiten, ich muss fleißig sein, ich muss doch Performance bringen." Das habe ich mit 12 - 13 Jahren schon gewusst.

Wann warst du das letzte Mal in einem Kino? Das ist relativ lange her, weil ich die meisten Filme mittlerweile am Handy auf YouTube anschauen.

*Inaudible* Du machst schon so normale Sachen? Na sicher! Ich gehe auf Festivals. Ich meine, letztes Jahr, sieht man ja ganz gut. Ich gehe Party machen, man findet mich zum Beispiel in Wien im Stadtpark oder in der Prater Hauptallee oder am Mainufer in Frankfurt beim Spaziergang. Ja, ich gehe viel feiern. Na sicher. Wo gehst du feiern? Je nachdem, letztes Jahr war ich beim Tomorrowland bei einigen Privatpartys, bei, Elektronik-Love-Festival. Wir gehen auch zum Feiern nach Ibiza, Mykonos und Miami usw. Ich lass’ es mir schon gut gehen.

Also nochmal zurück. Wir wollen wissen, ob du auch normale Sachen machst oder ob du nur zu Hause am Schreibtisch sitzt und überlegst: "Wie kann ich jetzt noch mehr Geld verdienen?" Am Schreibtisch sitze ich ja selten, das mag ich auch nicht so sehr. Die meisten Dinge kann ich am Handy steuern. Ich bin 200 Tage im Jahr unterwegs und habe eine Finanzierung einmal auf der Skipiste verhandelt worden. Da habe ich ein größeres Bauträgerprojekt auf der Skipiste dann verhandelt.

Worum ging es da? Da ging es um die Finanzierung Anfang 2022, um den Bau eines Mehrfamilienhauses im Speckgürtel von Berlin und Ankauf im Rahmen eines Share-Deals, der restlichen Gesellschaftsanteile und da sind die Zinsen gestiegen und dann haben wir eine günstige Finanzierung organisiert. Die Hand war dann kalt nach 45 Minuten Verhandlung mit der Bank am Telefon, während ich so auf der Skipiste stand. Ich bin aber nicht so oft im Büro.

Um was für Volumen ging es da? Grundsätzlich: Viele schauen jetzt zu, die kennen sich gar nicht, die sind schon mal verwirrt, weil dein Auftreten ist ja schon mal auf jeden Fall besonders. Du hast ein einzigartiges, markantes Branding, normalerweise noch ein bisschen mehr im Punker-Look, heute eigentlich relativ zurückhaltend. Ja, die Haare stehen. Ja, die Haare, die sitzen. Ja, für die Lederjacke wäre es aber zu warm, weil ich noch eine Daunen-Jacke drüber habe bei dem Wetter. Aber jetzt für alle, die zuschauen, wie hoch ist denn dein Vermögen ungefähr? Damit man das so einschätzen kann.

Ich bin ein ultra high networth individual und das schon seit geraumer Zeit und ein ultra high networth individual ist definiert als jemand, der ein netto Vermögen von mehr als 30 Millionen $ hat. Das heißt, der Vermögenswert minus Schulden. Davon gibt es im deutschsprachigen Raum etwa 30 bis 35000 Leute mit dem Durchschnittsalter von 67, inklusive Leute, die es geerbt haben.

Du bist noch nicht 67, sondern du bist? 46. Das hast du also sehr schnell geschafft. Ich habe bin schon einige Jahre in der Gruppe. Sehr gut, es ist mega. Und in dem Fall ging es um eine Finanzierung von mehreren Millionen Euro, die ich auf der Skipiste verhandelt habe. Also so was passiert schon. Ich gehe dann aber genauso in den Pub in London und feiern. Erst vor kurzem habe ich noch im Hotel Excelsior Abend gegessen und inklusive Kaviar und das war sehr gut und dann bin ich am Ufer vom Rhein spazieren gegangen, dann ist dieser blöde ICE ausgefallen nach Frankfurt und da musste ich, mit einem komischen Nachtzug fahren, der hat sich auch noch verspätet und der war voll. Da bin ich in einem 6er-Abteil gesessen, mit anderen da waren sogar zwei Fans dabei, da haben wir uns über alles Mögliche unterhalten und bin dann um 3 in der Nacht in Frankfurt angekommen, sowas passiert auch. Ich sehe das völlig locker. Man findet mich im Zug, genauso wie in der U-Bahn, genauso wie in Saint Tropez.

Warum fährst du, wenn du ein ultra high networth individual bist, warum fährst im Zug und warum hast du keinen Fahrer? Weil ich zum Beispiel habe natürlich einen Fahrer. Ich habe einen Fahrer und ich fahre auch manchmal mit Fahrer und im Zug kannst du effizienter arbeiten. Ich sitze meistens vorne rechts. Und wenn ich am Notebook arbeiten muss, Verträge schreiben oder irgendwelche Präsentationen skizzieren, ist das im Zug angenehmer. Steigst einfach ein, setzt dich hin, arbeitest am Notebook und steigst im Stadtzentrum aus. Und je nach Art wo ich hin muss, nehme ich entweder im Flieger, Zug, Chauffeur oder manchmal den neuen Tesla, aber auch den Aston Martin, da juckt es mich manchmal selbst zu fahren, das lässt sich nicht vermeiden. Und dann kommen wir nicht zum Arbeiten. Ist auch ein Problem, wenn man das Auto hat. Es macht sehr viel Spaß, wenn ich mich dann doch selbst an das Lenkrad setze. Da kann man dann doch nicht so arbeiten. Man kann im Autopilot-Modus E-Mails schreiben, aber man kann jetzt nicht am Notebook arbeiten.

Wie viel arbeitest du denn? Definiere Arbeit. Also ich könnte die Aussage treffen zwischen zehn Stunden und 100-Stunden-Woche, je nachdem, wie du Arbeit definierst.

Wie definierst du denn Arbeit für dich? Also ich kenne das ja selbst von mir. Also viele würden ja auch sagen, ich arbeite sehr viel. Manche Sachen empfinde ich auch gar nicht als Arbeit. Zum Beispiel dieses Video zu drehen ist das für mich keine Arbeit, sondern es ist eigentlich ganz geil einfach. Aber was sind so die Sachen, wo du sagst: "Boa, da muss ich mich jetzt überwinden, tatsächlich aufzustehen und das jetzt quasi zu machen."

Ich bin bei 10 bis 15 Stunden/Woche. Das sind so administrative Dinge, Prozesse, wo ihr gut seid, solche Sachen. Ja, ich bin ja mehr ein Künstler, ich bin Überlebenskünstler. Ich mache das, worauf ich Lust habe und bei diesen Sachen gehört eine gewisse Überwindung dazu. Also die muss man auch machen. Und Mitarbeitergespräche sind, wo Leute Probleme machen oder dumm geworden sind, sowas mag ich auch nicht, ich lade liebe Leute ein und feier mit denen Erfolge: Die Onlinemarketingerfolge, die kreativen Erfolge, als mich mit Blödsinn herumzuärgern. Wenn irgendjemand dauernd zu spät kommt, mit sowas will ich mich gar nicht auseinandersetzt. Aber ansonsten: Ich beschäftige mich nicht immer um Geldverdienen. Natürlich in der Früh, wenn ich aufwache. Ich wache dann auf, wenn ich aufwache, weil ich habe keinen Wecker. Und wenn ich jetzt am Strand von Miami spazieren gehen, mir ein neues Programm für meine Finance überlege, wie ich Immobilien Lehre oder Kryptowährungen lehre, ist das Arbeit, oder nicht? Wenn ich mit Geschäftspartnern, Freunden, wo ich vielleicht auch im Aufsichtsrat bin, in einem Sternerestaurant sitze, Hummer und Kaviar schlürfe und nebenbei diskutiere, wie man einen Immobiliendeal strukturiert, ist das Arbeit oder nicht. Wenn wir jetzt das YouTube Video drehen, ist das oder nicht. Ist das jetzt Arbeit oder ist das keine Arbeit? Mir macht das Spaß? Selbst auf der Bühne stehen macht mir Spaß. Ich liebe es, auf der Bühne zu stehen. Ich liebe es auch Deals zu verhandeln. Jetzt überleg dir mal, für viele ist das natürlich Arbeit, vor allem für die, die an Work-Life-Balance denken und glauben, man muss nichts mehr arbeiten. "Ich werde von alleine reich!" Und dann gehen die in den Keller und klettern später noch auf Dachstühle, um sich Immobilien anzuschauen. Ja, da brauchst du kein Fitnesscenter, ich gehe durch die Stadt und schaue mir Häuser an und sage: "Okay, jetzt kaufe ich ein Haus."

Du gehst durch die Stadt und schaust dir Häuser an? Ja, ich habe dann fünf, sechs Besichtigungen am Tag und gehen in den Keller und unters Dach, damit ich mir auch ein, zwei kaufen kann.

Jetzt ist eine gute Zeit, Immobilien zu kaufen. Richtig. Und das kann jeder machen. Jeder, der fleißig und geschäftstüchtig ist, kann sich hässliche Löcher, so wie ich sie nenne, also kleine Einzimmerwohnung kaufen, die jetzt wieder unter 100.000 € kosten, in vernünftigen Lagen. Ich lehre auch, wie man das tut, zum Beispiel im 'Betongold Training'. Und der Beruf ist dann die Dealmaking-Masterclass. Und der Vorteil ist, wenn du das machst, jedes Jahr eine kaufen, hast du nach zehn Jahren 50.000 Mieter, inflationsgeschützt und bist Millionär.

Wann hast du dein erstes, wie du selbst sagst: "Kleines hässliches Loch" gekauft? Mit 28, im dritten Bezirk in Wien. Und gleich mit 29 dann gleich zehn hässliche kleine Löcher plus vier Stellplätze in der Frankfurter Innenstadt.

Was heißt das für dich? Kleines hässliches Loch? Die kleinste ist 15 bis 20 Quadratmeter. Also 15 bis 20 Quadratmeter Wohnungen. Die sind lukrativ. Also bis 30 ist so eine Einzimmerwohnung, aber die rechnen sich am besten, die haben die leichteste Vermietbarkeit, höchste Mietrendite, die lassen sich selbst in Krisenzeiten gut verkaufen und vermieten. Also, das soll jetzt nicht negativ klingen. Kleines hässliches Loch, das sagst du, um Leute bisschen zu triggern. Also soll jetzt auf keinen Fall jemanden abwerten. Das sind Einzimmerwohnung, aber energieeffizient, das ist natürlich sehr wichtig. Lage muss passen, da bin ich sehr selektiv. Aber wenn du das jedes Jahr machst, kannst du nicht mehr verhindern, Millionär zu werden. Aber wenn es jedes Jahr zwei kaufst, kannst du nicht verhindern, Multimillionär zu werden. Außerdem, du machst grobe Dummheiten, wie das Geld zu versaufen oder Wintereinbruch im Sommer oder plötzlich Scheidung haben. Ja, der Sexsucht unterlegen, der Spielsucht unterlegen.

Gibt es das viele in der Immobilienbranche? Nicht nur in der Immobilienbranche gibt es Trottel, die Zeiten werden alle verrückt. Und wenn der Markt dreht, kommt der Kuckuck. Das passiert immer. In der Kryptobranche, in der Immobilienbranche, in der Start-Up-Branche, in der Coachingbranche, in der Investmentbankingbranche, in der Anwaltsbranche.

Hast du schon mal so irgendwas richtig in den Sand gesetzt, irgendwie. Also wenn du gerade so Krypto erwähnst, da gibt es ja zum Beispiel den FTX. Na, ich habe bei FTX eigentlich nichts gehabt, aber ich habe im Crash noch verdient. Ich habe also Future ++ gemacht. Ich habe mir alleine 20 Bitcoins ertradet. Aber das waren schon recht lustige, obskure Dinge der Finanzmathematik. Aber da kann man auch viel Geld verdienen.

Okay, du hast Finanzmathematik studiert. Ich habe Wirtschaft und angewandte Mathematik studiert und war Lehrbeauftragter für Statistik an der Harvard University.

Okay, wie ist denn Harvard? Intensiv. Also, es sind dort Leute, die sehr gescheit sind oder sehr reich sind oder idealerweise beides. Sowohl die Professoren als auch die Studenten geben Gas. Die ganzen Faulpelze gibt es dort nicht. Der eine Professor berät man die Regierung von Russland und der zweite wird vielleicht bald Feld Chef und ist im Aufsichtsrat einer großen Versicherung. Und das dritte ist halt Hedgefondsmanager usw. Da hast du wirklich Leute, die was bewegen und die lehren sich halt. Der vierte ist Nobelpreisträger.

Du bist aber selbst nicht reich aufgewachsen. Nein, mein Vater hatte einen VW Golf. Und Geld war knapp und mir war klar, das wird in meinem Leben nie was werden.

Wie war das denn dann, als du zu Harvard gekommen bist? Weil es gibt ja in dem Sinne viele Leute, die wahrscheinlich sehr vermögend sind. Nein, das war eine unsichtbare Grenze, die halt da war. Wir mussten dann am Wochenende arbeiten und unter der Woche arbeiten und gute Noten bringen.

Also hast du während des Studiums gearbeitet? Natürlich 30 Stunden pro Woche, im Sommer 70, hab aber auch 30 - 40.000 $ während des Studiums verdient.

Was hast du gemacht? Der erste Job war ein Computer-Softwaretester. Der zweite Job war dann einerseits Lehrbeauftragter, also Uni-Assistent und bei einer Management-Beratungsfirma und im Sommer Praktika und die Reichen sind für das Polospielen weggeflogen am Wochenende, weil sie das Praktikum bei Goldman Sachs bekommen haben. Aber manche von denen waren nicht mehr hungrig.

Was heißt: "Die waren nicht mehr hungrig"? Ja, wenn du schon alles auf dem Silbertablett serviert bekommen hast und zum 18. Geburtstag ein Ferrari bekommst, dann fehlt manchmal der Hunger. Dann wirst du satt. Und wenn du halt wenig hast, und sagst: "Ich will viel haben", dann hast du Hunger. Es gibt auch manchmal Reiche, die sagen: "Der Papa hat den kleinen Jet, ich will den großen Jet.", auch so was gibt's. "Papa hat einen kleinen Turm, ich will den großen Turm." Aber es gibt halt auch viele, die dann deppert werden und koksen und noch mehr Blödsinn machen. Und dann werden sie oft unglücklich und verarmen. Und manchmal versterben auch dann.

Also hast du das auch miterlebt? Alles! Ich habe erlebt, dass Leute gesagt haben: "Mein Vater hat 50 Millionen, ich will 1 Milliarde haben." und der andere war halt dann irgendwie satt und hat dann Drogen genommen.

Hast du es auch mitbekommen, dass es jemand geschafft hat? Natürlich. Dass einer Milliardär geworden ist von den Personen, die du kennst. Also es gibt einige, aber die hatten schon einen gewissen Startvorteil. Dieses Jahr habe ich meine 25-jährige Harvard-Reunion. Da werden wir uns auch austauschen, ich fliege dann am 1. Juni nach Boston, weil wir dann im Harvard Club dinieren. Das wird sicherlich sehr festlich.

Freust du dich darauf. Natürlich. Was denkst du, wie wirst du so im Durchschnitt abgeschnitten haben zu den anderen, die da mit dir zusammen studiert haben? Top 3 bis 5 % von allen, inklusive denen, die schon eine ordentliche Startposition hatten.

Was denkst du, wo wärst du heute, wenn du auch mit so einer privilegierten Startsituation gestartet wärst? Das hängt davon ab, ob meine Eltern es geschafft hätten, den Hunger zu bringen. Wenn ich den Hunger hätte, würde ich heute schon Privatjet fliegen und in fünf Jahren Airbus.

Also, viele, die jetzt zuschauen, denken sich: "Wovon redet dieser Mann hier gerade?" Privatjets, Essen, Kaviar. Dass es natürlich für sie so, so weit weg ist. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass wenn man sehr, sehr reich geboren wird, dass es sehr, sehr viel schwieriger ist, einen Drive zu entwickeln, irgendwie finanziell erfolgreich zu sein. Die Herausforderung habe ich bei meinem Sohn, aber ich hab meinem Sohn auch klar gesagt, da waren wir in Mallorca, da war ein schwarzer Dacia. Während Corona haben wir mal eine Dienstreise selbstverständlich gehabt. Und da habe ich gesagt: "David, wenn du faul bist, fährst du so einen Dacia." Er sagte: "Papa, ich will keinen Dacia fahren." Da hat er direkt Gänsehaut bekommen. Dann habe ich ihn gefragt: "Was willst du für ein Auto?" Da hat er gesagt: "Aston Martin, Rolls-Royce oder Lamborghini." Da habe ich gesagt: "Okay, du musst dich anstrengen, geschäftstüchtig sein und fleißig sein." Da hat er gesagt: "Papa, ich werde ganz fleißig sein und viel arbeiten und viel über Immobilien von dir lernen." Ja, also ich versuche das schon beizubringen: "Wenn du faul bist, kriegst du nichts." Ja, ich versuche mehr, mit Anreizen das zu lehren.

Ist es wichtig, dass dein Sohn dann dein Geschäft irgendwann übernimmt? Nein, aber dass er sein volles Potenzial nutzt, sage ich. Wenn er Schauspieler ist, soll er schauspielern. Perfekt, das ist ja auch genau so, wie ich das auch sehe. Wenn du ihn zwingst, funktioniert das nicht. Die Mutter von ihm zwingt, ihn zum Essen und er will nicht essen. Ich gehe in ein Restaurant, bestell für mich was und dann isst er mir alles weg. Das ist ganz einfach, da gibt es kein Problem, dass er nicht essen will. Nur eine Frage des Anreizes, genauso wie in einer Firma. Du kannst Mitarbeiter zwingen, anwesend zu sein, aber kannst sie nicht zwingen, kreativ zu sein, den Kunden gut zu behandeln, sich was Neues einfallen zu lassen. Das kannst du nur durch richtige Anreize, nicht durch Zwang. Und so ist es bei Kindern genauso. Und in meinem Fall war es halt: Ich hatte viel Hunger, aber fairerweise, jeder, der fleißig ist, kann Multimillionär werden. Ich habe erst gestern am Abend bei einer Veranstaltung meinen Lehrer getroffen und er war noch nicht alt. Er war Anfang 30, selfmade, keine reichen Eltern. Der hat 20 Wohnungen. Der kann nicht mehr verhindern, Multimillionär zu werden. Der Lehrer, der ist nicht jemand, der ein Großverdiener ist, sondern ein Doktor, der Mathematik und Physik hat. Also gehen tut das, nur der, der faul ist, wird das nicht erreichen. Der muss dieses Armutsgelübde ablegen. Gibt es ja auch. Aber es heißt nicht der Bettel-Stände, die man sich nehmen kann, auch die Caritas.

Aber was sind die wichtigsten Fähigkeiten, um dahin zu kommen? Aber nur, wenn jemand faul ist. Es gibt ja Leute, die sind sehr, sehr fleißig, aber wenn ich der Fleißigste im Töpfern bin, dann werde ich auch nicht reich. Faulheit schließt Vermögen fast aus. Also du musst fleißig sein, das ist eine notwendige Voraussetzung. Dann musst du in Branchen arbeiten, wo es sich das lohnt. Nehmen wir mal an, in der digitalen Branche, das wächst die nächsten Jahre. Das ganze Green Tech wächst. Alternative Verkehrssysteme, Energiesysteme. Da geht irre viel Geld hinein, alleine in Amerika 350 Milliarden $ gehen alleine in diesen Bereichen ein. Das heißt, wo Geld hineingeht, das wächst. Und das zweite ist: Wo ist Nachfrage da, wo gibt es weniger Leute, die es können und viele, die es brauchen. Und dazuzählen Informatiker sind, der Online-Marketer, gute Verkäufer, gute Handwerker, Steuerberater. In manchen Bereichen der Medizin, vor allem kombiniert mit Informatik und Data-Science. Wenn du solche Dinge kannst, sagst du deinem Arbeitgeber, wie viel Gehalt du willst, welches Dienstauto du willst. Und der bedankt sich, dass du für ihn arbeitest. Oder du machst dich selbstständig. Also Möglichkeiten gibt es genug. Ich kenne es sogar, wenn Leute gar keine Ausbildung haben. Kellner, die geschickt sind und geschäftstüchtig sind, die verdienen auch 100.000 €. Der arbeitet halt im Nikki Beach im Sommer und in einem anderen im Winter und hat 10 Wohnungen. Also gehen tut es schon, wenn man will.

Hast du also einen Kellner kennengelernt, der das so macht? Ja, der hat mich gefragt, wie er Immobilien kaufen soll und da habe ich beraten. Der verdient so viel, aber der ist auch fleißig und geschickt, der unterhält halt die Gäste und geht zu den Tischen mit den Rich Kids. Und er geht in das Premiumsegment, indem er an diesen Orten arbeitet, wo viele Leute sind, die auch Geld haben. Ja und er überlegt sich halt: "Wo ist die Nachfrage?" Du kannst auch zum Beispiel in einer guten Bar, wenn es Freitag, Samstagabend ist, auch viel verdienen, aber da will niemand arbeiten. Die sagen alle: "Ach, die Freundin und ich muss mich selbst finden und ich muss jetzt am Wochenende." Okay, wenn jetzt Wochenende ist musst du halt daheim bleiben. Es gibt ja auch einen Bettlerstab, es gibt spare change, damit kann man auch betteln gehen. Es gibt auch die Caritas, also wenn man nichts arbeiten will, gibt es das auch. Selbst Bettler können reich sein. In Harvard hatten wir einen Bettler, der hat Kurt geheißen und der ist mit einem 600er-Mercedes zum Betteln gefahren, aber auch der hat sieben Tage die Woche gebettelt. In Harvard. Ja, der war berühmt, der war auch kreativ. Er ist dort gestanden, mit Gitarre und Trommeln und hat gespielt.

Auf dem Gelände von Harvard? Am Harvard Square. Da ist eine U-Bahnstation und ein Platz. Ich war noch nie da, ich kenne mich nicht aus. Und der war gut. Und der dann auch die Leute mit involviert, die Kinder haben gespielt, der Hund hat getanzt und dann haben die Leute auch viel gespendet, aber nicht 5ct, sondern 1 $, 10 $ oder 20 $. Und der viel verdient halbe Million. Aber da war auch jeden Tag betteln und hat unterhalten, das ist der Unterschied.

Wann hast du das erste Mal so richtig viel Geld verdient? Ja, richtig viel ist immer die Frage der Definition. Für dich richtig viel damals. Also, ich war schon Millionär deutlich vor 30. Damals war eine Million heute wie eine Kaufkraft, wie

2 Millionen muss man dazu sagen, weil das Geld ist ja deutlich entwertet worden. Ich erinnere mich noch an das erste Mal, als ich eine Münze in eine Parkuhr geworfen habe. Heute, wenn du eine Münze hineinwirfst, explodiert die Parkuhr, weil kein Platz mehr drinnen ist für die Münzen. Ja, so viel zur Inflation. Da hat ein Burger noch 10 $ gekostet. Heute kostet das 30 $ oder auch 50 $ in Miami jetzt überschlagsmäßig.

Also, es waren auch andere Zeiten. Also ich habe die Jahre 2010 bis 2012, da war ich so 35, da habe ich auch jedes Jahr Millionen verdient. Da habe ich sehr gut verdient. Und womit? Investmentbanking-Geschäft und dann habe ich das Geld wieder genommen und Immobilien gekauft.

Wie ist es denn, Investmentbanker zu sein? Was macht man da? Geld beschaffen für Unternehmen. Zum Beispiel auch für Immobilieninvestoren. Unternehmensverkäufe, Unternehmenskäufe betreuen, sogenannte MOD-Transaktionen, solche Dinge.

Was war denn deine Aufgabe da konkret? Für einen großen Kunden seine ganzen Beteiligungen verkauft. In einem anderen Fall habe ich für eine Hotelkette mehrere Objekte finanziert. In einem Fall haben wir einem Unternehmer sein Lebenswerk verkauft. Der wollte in Ruhestand gehen, da haben dann seinen Konzern an einen amerikanischen Großkonzern verkauft. Solche Themen hatten wir gehabt.

Wie bist du da vorgegangen? Also es gibt ja Leute, die wissen das nicht. Wir haben organisiert, die Bank rausgeschmissen. Da waren wir besser als die Citibank Bank. Und dann baust du dir ein sogenanntes Informationsmemorandum zusammen, wo alle Daten drin stehen und dann suchst du mögliche Kapitalgeber oder Käufer, machst dann ein Bieterverfahren und suchst dann den besten Bieter und den zweitbesten Bieter aus und verhandelst dann die Transaktion. Das erfordert durchaus viel Know-how, rechtlich, steuerlich, strukturell über die Industrie usw. Also da muss man sich schon auskennen.

Hast du das alleine gemacht oder mit Kollegen? Ich habe schon Mitarbeiter gehabt. Also hattest du ein eigenes Team. Ja, natürlich. Aber ich habe das gelernt und ich war immer gut mit Zahlen.

Wie viel hast du dann verdient als Investmentbanker? Ja, definiere "verdient". Gehalt. Ja, ich war ja nicht angestellt, ich war ja Unternehmer. Aber es waren schon Millionen. Also wir waren schon im siebenstelligen Bereich. Sonst hätte ich mir auch die Immobilie nicht leisten können.

Ich habe ja schon früh ein relativ früh ein größeres Immobilienportfolio gehabt und immer wieder was dazugekauft. Also du hast durch ein hohes Einkommen erst die ersten Immobilien gekauft. Ja, ich habe immer da Geld verdient, bin ich dann nach Frankfurt gefahren und habe Immobilien gekauft und dann in Stuttgart und in Offenbach und in Wiesbaden und in Hannover und im Speckgürtel von Berlin und dann ist das immer mehr geworden. Okay, ich verstehe. Also du hast schon vorher ein hohes Kapital gehabt. Aber es gibt ja heutzutage, wenn ich mir das angucke auf YouTube, Immobilienunternehmer, die wollen mir dann erzählen, dass ich ohne viel Kapital sofort mit Immobilien reich werde.

Also, jein. Ich muss da zwei Dinge sagen: Also durch passives Einkommen nicht. Also du wirst schon mal was verdienen operativ. Du kannst aber auch operativ im Immobiliengeschäft was verdienen. Beispielhaft als Makler, als Gutachter, als Energieberater, als Bauträger, als Immobilienhändler. Das sind operative Tätigkeiten. Genauso, wenn du sagst: "Ich bin ein Kryptotrader", ist es auch eine operative Tätigkeit, wo du dich jeden Tag hinsetzt und irgendwas eingibst und Finanzmathematik anwendest usw. Du kannst auch damit Geld verdienen. Es ist auch steuerlich eine gewerbliche Tätigkeit, die du dann in deiner eigenen GmbH machen musst, weil du dich sonst steuerlich dumm und dämlich bezahlst.

Jetzt gibt es aber noch die zweite Sache, die ich auch lehre, bei meinen Kursen ist, dass du über sogenanntes Work for Equity, was wiederum eine operative Tätigkeit ist, Anteile an Immobilienbesitzgesellschaften haben kannst, indem du einen Deal machst und günstig baust oder sanierst und der andere das Geld liefert und du so ohne großen Kapitaleinsatz zu Immobilien kommst. Aber das ist wiederum eine operative Arbeit, die eben Deal-Sourcing, Bau-Know-how, Sanierungs-Know-how, das Dealstrukturierungs-Know-how benötigt, also durch nichts tun, wirst du nicht reich.

Zuerst musst du Geld verdienen. Aber du musst nicht am Anfang unbedingt viel Geld haben, um viel Geld zu verdienen. Du brauchst Köpfchen, Know-how, geschäftliches Geschick, Kreativität und dann Raketen im *rsch, dass du Gas gibst. Genau und dadurch baust du dann ein hohes aktives Einkommen auf, was man wiederum in Immobilien investiert.

Vollkommen richtig. Das ist ja dasselbe, was wir auch machen. Wir haben ein operatives Consultinggeschäft, das wirft hohe Gewinne ab und die wiederum investieren wir dann also zum Teil in Immobilien, zum Teil in andere Assetklassen, auch in andere Unternehmensbeteiligungen usw. Vollkommen richtig, wenn du das machst, auf diese Art und Weise, dann bist du auch finanziell frei und kannst die Rolle eines Überlebenskünstlers haben, so wie ich.

Wenn du halt immer deine Ausgaben nicht decken kannst aus deinem Vermögen, musst du entweder operativ arbeiten. Und ich kenne auch Vorstände von Unternehmen, Ärzte, Anwälte, die verdienen Millionen, aber sie sind trotzdem nicht finanziell frei.

Woran liegt das dann? Ja, weil sie nichts vorsorgen. Weil sie eben nicht, wie der Lehrer, hässliche kleine Löcher kaufen jedes Jahr, sondern eben irgendwie Paläste für sich bauen, ein riesiges Eigenheim und einen teuren Lebensstil haben. Und da kenne ich Leute, die verdienen denen 1, 2, 3 Millionen. Aber ich weiß, wenn wir jetzt in Ruhestand gehen, die kriegen sogar eine Firmenpension oder ähnliches oder eine private Pension und die Pension deckt meistens nicht einmal die Betriebskosten ihrer Villa und ihres Lebenspartners oder Lebenspartnerin ab. Und wenn sie doch so opulent leben, dann müssen sie sich den Gürtel enger schnallen und ein Downsizing machen. Dann muss man halt vom Maybach vielleicht wieder auf die A-Klasse.

Du hast ja vorhin eine interessante Geschichte erzählt. Ja, zurückschalten. Und ich kenne auch Leute, die haben einen Maybach, nicht nur einen, die dann nachher eigentlich mit dem Rücken zur Wand gestanden sind. Manche haben mir dann auch Immobilien verkauft, das macht immer Spaß. Ja, das Problem ist halt, viele leben halt einfach über ihren Verhältnissen.

Zum Beispiel auch Influencer. Die dann auf Instagram ein absolutes Traumleben leben, aber in Wirklichkeit eigentlich gar nicht über das Geld verfügen. Da gibt es lustige Sachen. Es gibt Leute, die posen vor Autos oder Flugzeugen, die denen nicht gehören. Die, die sich nicht mal das Benzin leisten können, dass das Flugzeug jemals fliegt. Und manche, die sich nicht mal das Ticket leisten können und nur so tun, als würden sie fliegen. Ja, da gibt es alle möglichen Sachen.

Und deswegen ist vielleicht auch etwas, was im Social Media Bereich notwendig ist, um erfolgreich zu sein, dass man authentisch ist. Meine Haare stehen nicht gerade, mein Team sagt mir: "Deine Haare sind schrecklich." Und dann muss man irgendwas anpassen. Ja, und ich habe nicht die beste Haltung und eine seltsame Stimme. Aber ich bin halt authentisch, wie ich bin. Ja, und da hat mich noch nie jemand herausgefordert. Ich habe meinen Immobilienbesitz und all das. Ja, das kann man nachvollziehen. Und die anderen erzählen halt etwas, aber tun ganz was anderes. Und dann ist das halt nicht authentisch und dann bricht das System zusammen.

Da habe ich mal eine Frage, du bist ja bekannt: Wie ist das denn so der Investmentpunk zu sein? Ich meine, wenn du draußen unterwegs bist, dich werden ja Leute ansprechen. Ich finde das lustig, die Leute wollen immer ein Foto. Mir ist ja mal der ICE ausgefallen, weil die Deutsche Bahn Blödsinn gemacht hat. Dann muss ich da am Bahnhof warten und dann kommt so ein komischer Nachtzug. Das ist schrecklich. Aber dann waren ein paar Fans da, die haben mich alles Mögliche gefragt, da war es wieder lustig. Ich finde es ja cool. Dann wollten die noch Fotos machen. Dann haben die mich über Immobilien gefragt und über Steuerschaukeln, die ich erkläre und so weiter.

Also du gehst ja dann auch zu Bankern. Wie ist denn so der Ersteindruck, wenn du bei einem Banker auftauchst? Die meisten kennen mich, die meisten sind sogar Fans. Erst gestern war ich Gastvortragender bei einem großen Event, einer Bank. Also ich habe ein sehr gutes Verhältnis mit Bankern. Ich habe nie Probleme gehabt, von der Bank Geld zu bekommen, meine ganze Karriere nicht. Niemals. Aber weil ich auch immer ordentlich aufgetreten bin, eine ordentliche wirtschaftliche Disposition gehabt habe und nicht deppert war.

Viele Leute sind halt deppert. Was heißt: "Die sind deppert?" Ja, wir haben keine Unterlagen, die aufbereitet sind, windschiefen Finanzen sind arrogant zum Banker, verlangen vom Banker Dinge, die er gar nicht machen kann. Das ist halt dumm. Das heißt einfach, sie verhalten sich unangemessen. Ja, und nachher bekommen sie kein Geld?

Wie verhält man sich denn dann angemessen? Der Banker muss in der Lage sein zu beurteilen, dass du ein seriöser Geschäftsmann bist, der sein Wort hält, der sein Handwerk versteht und der natürlich dann eine entsprechende Unterlage liefert, die die Bank braucht. Und wenn du beispielhaft sagst: "Die Bank soll mir 120 % finanzieren, ich habe keine Sicherheiten und nichts." Dann denkst der Banker, du bist dumm. Wenn du irgendeine Gebühr verhandelst. Den Dummen gibt man kein Geld. Den schmeißt man hinaus, wenn jemand dumm ist. Wenn der sagt: "Okay, die Gebühr oder der Zinsaufschlag ist zu hoch wegen dem und dem Argument, den könnten sie auch geringer machen." Dann sieht der Banker: "Du bist gescheit." Du solltest auch mit ihm verhandeln, du solltest nicht alles sofort nehmen, wenn du alles akzeptierst wirst nicht erfolgreich sein, sondern du musst dich immer hineinversetzen. Er muss sehen, du bist ein geschickter Geschäftsmann und du musst ihm das möglichst leicht machen, dir Geld zu geben.

So, jetzt noch eine persönliche Frage. Wir kennen uns ja schon lange, seit 2018. Ich war sogar 2018 bei dir in Wien. Damals bei dir im Office. Und du hast uns ja auch so ein bisschen mitverfolgt, was bei uns der Fall ist. Wie würdest du von außen jetzt, du kennst dich aus, unsere und unsere Geschäfte so beurteilen.

Ihr seid ja sehr erfolgreiche Unternehmer und wir denken wirtschaftlich recht ähnlich, muss ich dazu sagen. Ihr seid, vor allem der Andreas, noch einen Schuss konservativer als ich. Also manchmal traue ich mich ein bisschen mehr, was das betrifft. Also, ich habe nicht 50 % Eigenkapital bei Immobilien, aber dafür viel mehr. Aber von der wirtschaftlichen Denkweise sind wir sehr ähnlich. Von der Art, wie wir es machen, sind wir sehr unterschiedlich. Ihr seid natürlich extrem prozess- und detailgenau. Ich will mehr Lebenskünstler, ich lebe halt, wie ich lebe. Mir fällt viel ein, ich stehe gerne auf der Bühne. Bei euch ist jeder Prozess bis in jedes Detail organisiert. Aber ihr gehört zu den wenigen in der Branche, die wirtschaftlich solide sind. Die meisten sind wirtschaftlich dumm in dieser Branche. Ich suche bei den meisten die Vermögenswerte mit dem Vergrößerungsglas, weil ich sie nicht finde. Und ihr denkt wirtschaftlich vernünftig und deswegen wird es auch langfristig am gedeckten Tisch sitzen und am Markt bleiben. Und viele andere, die viel gackern, die kommen und gehen.

Es gibt auch sehr, sehr große Anbieter, wo man denken würde, die sind krass. Also bei einem großen, ich möchte niemanden schlecht machen, deswegen sage ich den Namen nicht. Den habe ich mal getroffen und er hat mir stolz erzählt, er hat die zwei große Wohnungen. Ich habe mir am Ohr gerieben, ich glaube, der hatte einen Hörfehler, der war nämlich nicht mehr so jung. Und ich habe gesagt: "Ob ich einen Hörfehler habe." Er hat mich gefragt, wie viele ich habe. Ich habe gesagt: "Über 200." Das war schon die Zahl 2 gleich, aber dennoch ein großer Unterschied. Der war älter, als ich. Ich sage mal, viele in der Branche können nicht mit Geld umgehen, wie in vielen anderen Bereichen wie Rechtsanwälten, Investmentbanker auch nicht übrigens. Das habe ich meine ganze Karriere gesehen. Einmal sogar Steuerberater nicht. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und ihr seid wirtschaftlich solide und versteht das Handwerk. Und euer Handwerk ist eben: "Wie kann ich Prozesse gut skalieren und bis ins Detail diese Dinge im digitalen Coachingbereich umsetzen." Das könnt ihr.

Was würde es uns denn noch raten, im Investmentbereich anders zu machen? Einen Schuss mehr Risiko? Eine Prise mehr Risiko? Aber bitte nicht die Pfeffermühle ausleeren oder den Salzstreuer, wie die meisten. Ja, einmal drehen. Oder vielleicht zweimal drehen.

Wir müssen mal zusammen irgendwann Urlaub machen. Und dann werde ich ein bisschen Prise hinzufügen. Ja, Malle mögen wir ja eh beide. Wir können da vielleicht noch einen Kompromiss machen beim Hotel. ich bin meistens irgendwo da, am Strand, beim Ritz oder so. Oder einem Wellness-Hotel. Auf jeden Fall. Ich habe das letzte Hotel nicht ausgesucht. South Beach ist ein geiler Platz. Ja, da waren wir doch. Da kann man ins Ilgavianos gehen oder ins Thula gehen. Und durchaus sehr, sehr gut dinieren. Und wenn ich demnächst weiterhin Urlaub mache, dann werde ich mal ein Hotel Recommendations vorher einholen. Ja, ja.

Wir sind ja viel unterwegs, du bist viel unterwegs, aber 200 Tage im Jahr Urlaub habe ich noch nicht geknackt. Nicht ganz Urlaub machen. Unterwegs sein. Unterwegs bin ich 200 Tage im Jahr. Ich bin drei bis dreieinhalb Monate im Jahr auf Urlaub, aber durchaus auch arbeitend im Urlaub. Beim Skifahren erstmal ein paar Millionen-Deals machen. Jetzt war ich in Kitzbühel und in Miami, also South Beach. Und dann bin ich in Mallorca und dann in Lissabon und Porto. Und dann bin ich wieder im Sommer am Gardasee und in Mykonos und Ibiza und in Saint Tropez und da in Wellen. Und mein Sohn ist auch überall dabei, der will dann immer Blödsinn machen. Dann fällt der Philipp Capitano vom Schloss-Hotel Fäden, da zeigt er mir, wie Boot fährt und Benzin hineinfüllt. Die Mama will das natürlich nicht, weil er da immer wegrennt, aber der Capitano hat mehr Immobilien als die Gäste, die er herumführt. Das haben wir, als er meinem Sohn das Boot fahren beigebracht, hat herausgefunden, dass der, der das Boot fährt, der Kapitän mehr Immobilien hat, mehr Vermögen, als viele der Leute dem großen Hotel leben. Man sieht den Leuten das Vermögen nicht unbedingt an. Ja, mein Sohn hat ihn ins Herz geschlossen und er mein Sohn auch.

Und das soll auch deiner Community zu denken geben: Wenn man ordentlich arbeitet und fleißig ist und geschäftstüchtig ist, dann kann jeder Multimillionär sein. Er muss geschickt sein und Raketen im Arsch haben und Gas geben. Ja. Und wenn du vermögend genug bist, ist das Leben deutlich angenehmer. Und deswegen kann ich es mir auch leisten, das als Lebenskünstler zu machen, an den schönsten Plätzen in der Welt. Ich habe es mir gut gehen lassen, aber ich bin immer dahinter. Und ich verbeiße mich, wie unser Bürohund, der ist 18 Jahre alt. Aber der verbeißt sich auch.

Beispiel Corona: Meine Sekretärin kocht mein Essen im Büro, es gibt ja leider keine Restaurants, da musste jemand mich bekochen. Das Essen wird ins Büro gestellt, Salat und alles Mögliche wird aufgetischt. Und ich gehe mir die Hände waschen. Also mache ich die Tür zu und gehe Hände waschen. Der Hund ist relativ klein. Und na ja, wie komme ich zurück, ist die Tür offen. Der Hund sitzt da, schaut so lieb hinauf und will auch was abhaben. Und das Essen ist im Bauch vom Hund. Das soll euch zeigen: Wenn man den Hunger hat und der ist 18 Jahre, mittlerweile, dann kann man es machen, wenn man faul ist und sich selbst finden will und den ganzen Bullshit glaubt, den die Leute erzählen, dann muss man arm bleiben und das Leben auf der armen Seite wird nicht besser.

Wir haben starke Inflation. Geldentwertung, und politische Freiheitsberaubung und was auch immer alles kommt. Und wenn du keine Kohle hast, wird das ziemlich scheiße. Dann musst du halt weinen oder dir eine Imagination machen: "Wie wäre es denn, wenn ich reich wäre?" Ja, nur ist es besser, du bist reich und das kann jeder erreichen, der fleißig ist und Gas gibt.

Genau. Und damit du das auch schaffen kannst: immer schön weiter fleißig unseren YouTube-Kanal gucken. Gerne auch den von Gerald. Wenn dir das Gespräch gefallen hat, hinterlasse einen Kommentar. Wenn es dir nicht gefallen hat, hinterlasse auch gerne einen Kommentar. Uns interessiert deine Meinung und vielleicht kannst du dann auch mal ein bisschen runtergucken, und nochmal kommentieren.

Vielen Dank für deine Zeit, meine Lieber, wenn jemand eine Frage hat oder so. Vielen Dank für deine Zeit, mein lieber. Und du weißt, alles Gute! Wir sehen uns im nächsten Video. Mach's gut, euer Markus und euer Gerald. Ciao. Ciao.